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Full text of "Die Reiter-regimenter der K.k.oesterreichischen Armee: Historische Skizzen, chronologisch ..."

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RETTER-REGIMENTER 



der 



k. k. östeiTcicIiisehcii Armee. 



[TT. Hand. 



Die ühlanen. 



Fli.storisclie Skizzen, chronologisch geordnete Bruchstücke 

Rcgimenterwftiso hearbeitet 



von 



einem ehemaligen Cavallerie-Offizier. 



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Wien 1863. 

F. B. Geitler'? VHrlafifsbuchhandlurig 

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Studt, ifabsburg-erpasse Nr. |, früher ohnr« BrännorsfraMe Nr. nS4. 



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RETTEK-REGIMENTER 



der 



k. k. österreicliischcn Armee. 



FIT. Hand. 



Die ühlanen. 



Historische Skizzen, chronologisch geordnete Bruchstücke 

Rogimontorweiso hearbeitet 



Ton 



einem ehemaligen Cavallerie-Offizier. 



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Wien 1863. 

F. B. Geitler's Verl aifsbu chhand I un (? 
Sttdt, il»b»b«ryergaMe Nr. |, fröhfr »b»r« Rrinnerstratte Nr. IIS». 



Tuch, Hosen lichtblau.** Bewaflfnet -wurde der Gemeine mit 
einer Lanze, 2 Pistolen, die zur Pferdeausrüstung gehörten, und 
einem Säbel. Die Lanzen waren mit Fähnleins von Taffet zu 
versehen, damit mit selben der Wind leichter spielt, und sie 
besser in Bewegung setzt, auch sollten sie so gerichtet werden, 
,,dass sie nach Bedarf leicht von der Lanze abgenommen wer- 
den können, wo sie dann in einem Futteral unter der Car- 
touche zu verwahren sind.** Wegen der Completirung dieser 
Truppe aber, ward verordnet, „dass die Werbung in Galizien, 
in der Bukowina und besonders aus dem republikanischen Polen 
veranstaltet werde, — auch zu einer jeden der 4 Escadrons 
60 Mann, nämlich der dritte Theil, und in Allem 240 Mann 
von galizischen Landeskindern , die sich theils bei Cavallerie- 
und Infanterie -Begim entern als verlässliche Leute ausgezeichnet 
haben, welche zum Cavalleriedienst verlangen, und mit Pferden 
umzugehen wissen, gewählt werden sollen. Das Handgeld für 
conscribirte Galizier wurde auf 3 fl., für Ausländer und Polen 
auf 10 Gulden bestimmt. Der Bedarf an Pferden wurde mit 
370 Bemonten, 100 Pferden von Erdödy-Hussaren (jetzt Nr. 9) 
und der Best von den andern in Galizien gamisonir enden 
Hussaren-Begimentern gedeckt. Anfangs war Tamow, kurz 
darauf Brunn zum Sammel- und Aufstellungsplatz dieses Uhla- 
nencorps bestimmt, jedoch schon 1785 wurde es nach Wien 
gezogen, und in der Josephstädter- und Leopoldstädter-Caserne 
bequartirt. Hier wurde mit Eifer die Organisirung betrieben. 

Zum Commandanten des Uhlanen-Corps wurde der Che- 
valier von Hetze , Oberstlieutenant von Czartoryski-Cürassier 
(1801 reducirt) bestimmt. Derselbe war ein geborner Schweizer 
aus Zürch, welcher aus herzoglich würtembergischen, in k. 
russische und aus diesen 1779 in k. österreichische Dienste getreten 
war. Ihm wurde der Major Fürst Joseph Poniatowski vom 2. 
Carabinier-Begiment (jetzt Cürassier Nr. 1), dann sämmtliche 
Stabsparteien beigegeben, die Ober- und Unteroffiziere aber 
iheils von der galizischen Garde, theils von den in Galizien 
gelegenen Hussaren- und Ohevauxlegers-Begimentern genommen. 

Schon 1785 wurde noch eine dritte Division Uhlanen aufgestellt, 
1787 wurde das Uhlanen - Corps escadronsweise den Ohevaux- 
legers-Begimentern zugetheilt und rückte im Frühjahr von Wien zu 
den betreffenden Begimentern ab. Der Commandant Oberstlieu- 
tenant Chevalier Friedrich Hetze kam als zweiter Oberst zu 
HohenzoUem-Cürassier Nr. 8, Major Fürst Poniatowski als Oberst- 
lieutenant zu Moden a-Chevauxlegers. Ersterer war der später 
bekannte in der Campagne 1799 gebliebene FML., letzterer ist 
der am 18. Oktober bei Leipzig in den Fluthen der Elster ertrun- 
kene französische Marschall. 

Bei der Eintheilung der drei Divisionen in die Chevauxlegers- 

*"*oimenter erhielten selbe weisse Kurtka und Leibein, jedoch 

I polnischem Schnitt mit Klappen und Aufschlägen von der 



Egalisirungsfarbc ihrer Chevauxlegers-ßegimenter, nur die blauen 
ungarischen Hosen wurden beibehalten, bei jedem Oheväuxlegers- 
Regiraent noch eine Uhlanen-Escadron errichtet, und dieselben 
mussten an der Grenze Polens eigene Werbkommanden auf- 
stellen. 

Die Uhlanen-Divisionen von Kaiser- und Richecourt-Che- 
vauxlegers (jetzt Uhlanen Nr. 6 und 7) erhielten später 
weisse Hosen, während bei allen übrigen die blauen blieben. 
Die Czapkas aller Divisionen blieben bei der Mannschaft gelb, 
nur die Offiziere erhiellen sie damals von weissem Tuche. 

Jede dieser Uhlanen-Divisionen, die bei ihren Chevaux- 
legers - Regimentern die 2. Majors-Division formirten, bestand 
aus 2 Rittmeistern, 2 Ober- und Unterlieutenants, 2 Wacht- 
meistern, 6 Corporalen und 340 Gemeinen. 

Im Herbste 1787 finden wir bereits die Uhlanen-Divisionen 
der Regimenter Modena, Levenehr und Kinsky (die beiden ersten 
reducirt, letzteres Uhlanen Nr. 9) an der türkischen Grenze 
auf Vorposten, Diese drei Divisionen erhielten während ihrer 
Dienstleistung an der Grenze durchaus Carabiner statt der 
Lanzen, bezüglich der drei andern Divisionen wurde bestimmt^ 
„dass von jeder Escadron die 6 besten Schützen mit gezogenen 
Röhren zu bewaffnen seien, und mit Pflaster zu laden haben/' 
Den Schützen wurde eine tägliche Zulage von 3 Kreuzern be- 
willigt, und sie hatten immer hinter der Front aufgestellt zu 
werden. 

1788 wurden sämmtlichen Uhlanen-Divisionen an der Czapka 
Sonnenschirme gleich den Hussaren bewilligt, und der Hofkriegs- 
Rath ordnete an, „dass die Czapkas mit Pelzbräumen und Feder* 
büschen auf der linken Seite zu versehen seien, und der Sonnen- 
schirm nach jedesmaligem Bedarf entweder herabgelassen oder 
rückwärts aufgeschlagen getragen werde. 

Im April 1790 wurde die Armirung mit Lanzen bei allen 
Uhlanen-Divisionen wieder anbefohlen, doch blieb es dem Cpm- 
mandanten anhcimgestellt, die Uhlanen in jenen Gelegenheiten, 
wo sie es erspriesslicher hielten, jedesmal mit Karabinern zu versehen. 
Die Lanzen wurden nach Art der bosnisch-türkischen verfertigt. 

Die Feldzüge 1788 und 1789 gegen die Türken machten 
die Uhlanen-Divisionen bei ihren betreffenden Regimentern mit, 
ihre Thätigkeit gehört daher in die Skizze derselben. 

Im Jahre 1791 kamen sie bei den Chevauxlegers in Abgang 
und es wurde aus ihnen das gegenwärtig erste Uhlanen - 
Regiment (Graf Civalart) formirt, zu gleicher Zeit ward in Gali- 
zien ein Uhlanen-Freicorps errichtet, welches Anfangs den Major 
Baron Degelmann zum Commandanten hatte, und drei Divisionen 
formirte, 1798 wurde es zum 2. Uhlanen-Regiment übersetzt und 
erhielt eine 4. Division. 

1801 wurde zu Krakau das 3. Uhlanen-Regiment und 1813 
zu Lemberg von den galizischen Landständen ein viertes dieser 

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Wa£Fe errichtet. 1816 statt der bisher üblichen FederbUsche die 
jetzt vorgeschriebenen Rosabüscbe eingeführt. 

Die Vorzüglicbkcit dieser Truppe bewährte sich, nnd 
mit ihr der auBgezeichnete Ruf der öaterreicbischen 
Uhlanen in den 23jährigen französischen Kriegen. Italiens, Deutsch- 
lands nnd Frankreichs Sc hlaclitf eider haben deren Ruhm in glänzen- 
der Weise bezeugt. ^- Die meisten französischen Militär-Schriftsteller 
jener Epoche so z. B. der Herzog von Ragusa erwähnen sie in ihren 
Memoiren, letzterer bei der Beschreibung der Feldzüge 1796 und 
1797 in Italien. — Aber im gleichen Masse sollten die Feldzüge 
1848 und 1849 besondere der, der Reiterwaffe günstigere ungarische 
diesen Ruf b evfabr he iten, wenn nicht erhöhen; man erinnere sich nur 
an die Tage von KapoIna, Hatvan, Puszta Herknly, Arad, Lippa, 
Temesvar und Czorna. 

Der bekannte Spruch des Reitergenerals Grafen Bismark: 
„die Pike ist die Königin der T\'"affen'' erhielt mehr und mehr 
Geltung nnd schon am 8. Jänner 1851 wurde die Aufstellung 
eines fünften Uhlanen-Regiments, den 6. Mai desselben Jahres aber 
die Umwandlung von sechs Che vauxiegers zu Uhlanen- 
Regimentern anbefohlen. Die bisherige Kurtka wurde nach der 
am I.August 1849 heiausgegebenen Adjustirungs-Torschrift abge- 
schafft, und die gegenwärtig vorgeschriebene Adjustirung der Uhlanen 
besteht in einem kurzen dunkelgrünen Waifenrock von eigenthum- 
lich polnischem Schnitt ,,Uhlauka" genannt, mit scharlachrothen 
Kragen und Aufschlägen sehr reich mit gelben Epaulettes, Frenzen 
und Fangschnüren verziert, dunkelgrünen Pantalons mit breiten 
Hcharlachrothen Streifen, bei der Mannschaft einfach, bei den OfS- 
zieren doppelt (Lampaa genannt). Sonst die grauen Reit- und 
Ueberzughosen der gesammten übrigen Cavallerie. Die Offiziere 
haben als gewöhnliche Winter-Adjustirung (vom 1. November bia 
1. Mai) noch eine Winter-Uhlanka, die statt scharlachrothem Tuch 
zu Kragen und Aufschlägen scharlachrolhen Felbel hat. Die Mann- 
schaft hat einen Leibelspenzer, der auch über die Uhlanka zeitweise 
angezogen wird. — Als Kopfbedeckung sind viereckige niedere 
polnische Czapkas von gelber, dunkelgrüner, Scharlach- und kar- 
moisinrother, weisser und lichtblauer Farbe eingeführt. Ueberdiess 
unterscheiden sich die Uhlanen -Regiment er durch Knöpfe, welche 
bei 6 Regimentern gelb, bei den übrigen 6 (umgewandelten Che- 
vauxlegers) weiss sind. Die Offiziere tragen wie natürlich alle 
"Wollsorten der Mannschaft von Gold. Bewaffnet sind die Uhlanen 
mit einer acht Schuh langen Pike, an der ein schwarzgelbes Fähn- 
lein zum Herabnehmen befestigt ist. Ueberdiess führt jeder Mann 
den Säbel. Die Armirung mit Scbusswaffen ist jener der Cüras- 
siere ganz gleich. Beritten sind sie mit leichten galiziscb, sieben- 
bürgiscb, ungarisch und moldauischen Pferden, 

Während des Feldzugs in Ungarn 1849 war eine Division 
serbischer National- Uhlanen errichtet worden, welche den Major 
Friedrich Baron Dlaubovcesky von Fürst Seh warzenb er g- Uhlanen 




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s^um Commandanten hatte, aber nach Beendigung des Feldzugs 
wieder aufgelöst wurde. 

1854 wurde zu Austerlitz in Mähren ein neues 12. Uhlanon- 
Regiment errichtet. Gaiizien stellt die Regimenter Nr. 1, 2, 3, 4, 
6, 7, 8, 9, 10 und IJ, Croatien, Slawonien und die Woywodina Nr. 
fr und 12. 

Bei der mittelst Allerhöchstem Befehl -Schreiben vom 17. 
Jänner 1860 erfolgten Reorganisirung der Cavallerie verloren sämmt- 
liche Uhlanen-Regimenter, gleich den Hussaren^ ihre 4ten Divisionen, 
welche theils zur Ergänzung der, in Folge der Abtretung der 
Lombardie auf 2 Divisionen geschmolzenen, früher italienischen 
Regimenter Nr. & und 11, theils zur Errichtung eines Freiwilligen 
Uhlanen-Regimentes mit dem Stande zu 8 Feld-Escadrons ver- 
wendet, theils endlich gänzlich aufgelöst wurden. 

Uhlanen-Regiment Nr. 1^ Graf Civalart. 

Unterm 15. Juli 1790, befahl Se. Majestät Kaiser Leopold II., 
dass aus den einzelnen Uhlanen-Di Visionen wieder ein Körper 
gebildet werde, und das neu zu errichtende Uhlanen-Regiment 
nach dem damaligen Stande der Hussaren-Regimenter mit fünf 
Divisionen zu formiren sei, änderte aber diese Bestimmung unterm 
1. August 1791 dahin ab, dass das Regiment bloss vier Divi- 
sionen mit dem Stande von 151 Gemeinen per Escadron zu 
bilden habe, und vom 1. November 1791 als existent anzusehen 
sei. — Das Regiments -Commando erhielt der supernumeräre Oberst 
Anton Baron Schubirz v. Eansky-Chevauxlegers, zugleich wurde 
das Regiment in Ungarn dislozirt, der Stab anfänglich nach Saros- 
Patak, vom Dezember 1791 aber nachRosenau, und für dasselbe fol- 
gender Stand festgesetzt: 

1 Oberst-Inhaber, 

1 Oberst Commandant, 

1 Oberstlieutenant, 

2 Majors, 

8 erste, und 8 zweite Rittmeister, 
16 Ober-, und 16 Unterlieutenants, 
16 Wachtmeisters und 64 Corporale, 
1208 Mann und 1208 Pferde. 

Die Regimen ts-Adjustirung hatte zu bestehen: aus gras- 
grünen Kurtken mit Ponceau- farbiger Egalisirung, grünen Leibein 
mit gelben Knöpfen und weissen engen Hussaren- Hosen. Die 
Bewaffnung blieb wie bei den vormaligen Uhlanen -Divisionen, 
und 6 Mann von jeder Escadron behielten den Stutzen. 

Mit dem 2. Februar 1792, erhielt das Regiment eigene 
Vorschriften über das Exerzieren mit der Pike (Lanze)* Die da- 
maligen Standes-Listen nennen den als Homöopathen berühmt 
gewordenen Mahrenzeller als Regiments -Arzt. 



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Bis zum Monat November blieb daa Regiment in den obge- 
dachten Cantonirungen ; nach der von der französischen Repu- 
blik ausgegangenen Kriega-Erklärung aber ward es mobitiäirt, 
and marschirto am 22, November 1792, per Escadron 151 Mann 
Btark, nach Italien ab. Zurück blieb eine errichtete Reserve-Divi- 
bIoq, die den von der Werbung in Galizien zuwachsenden Ersatz 
an sich zog, und dem Regimento nachsandte. 

Anfangs 1793 bezog das Rsgiment die ihm in Italien an- 
gewiesene Dislocation mit dem Stabe und 2 Escadrons in Lodi, 
die übrigen in Cremona und Pavia, und war dem Reserve -Corps, 
das Italien zu decken hatte, in der Division des FML. Baron 
"Wenkheim, und der Brigade des GM. Graf Colloredo-Mels zuge- 
wiesen. Am 23, Mai 1794 rückte das Regiment nach Piemont, 
und zwai' in die Festung Alessandria ein, wurde spSter divisions- 
weise in diesem Lande vertheilt, und bezog mit Ende November 
in den Städten Pavia, Cremona und Voghera seine Winter-Quar- 
tiere, aus welchen dasselbe im April 1795 in's Feld rückte. Mit 
diesem Jahre beginnt das kriegerische Wirken dieses 
stets ausgezeichneten Regiments. Im Monate April fanden 
kleinere Vorposten- und Patrouillen-Gefechte statt, in weichem sich 
der Corpora! Gregor Czesanowski, und die Gemeinen Stephan Lezko 
und Anton Parski die silberne Tapferkeits-Medaille ver- 
dienten. In dem Treffen bei Savona und Vado den 24. Juni 
gerieth die am Meeres-Ufer postirte Infanterie, durch die Ueber- 
macht der französischen Grenadiere zum Weichen gezwungen, 
bereits in Unordnung, als der Rittmeistor Thadäua von Bro- 
chowski des Regiments, diess wahrnehmend, ohne erhaltenen 
Befehl mit seiner Escadron an das Ufer eilte, durch die Inter- 
vallen der ö'sterreichi sehen Infanterie einrückte, mitten im feind- 
lichen Feuer seine Dispositionen traf, und die Franzosen auf 
zwei Seiten mit so entscheidendem Erfolge angriff, dass sie ge- 
worfen und zersprengt wurden; die lufantorie bekam hieduroh 
wieder Luft, und alle weitern Vorlheiio jenes Tages mussten 
lediglich Brochowski's kühner Unternehirimig zugeschrieben werden. 
Bei einem spätem Ausfalle, am 25. Juni, den Freiwillige aus 
neu angelegten Verschanzungen des genommenen St. Giacomo 
unternahmen, attaquirte Brochovrski mit seiner Escadron, und 
brachte eine solche Verwirrung unter den fliehenden Feind, dass 
er mit dem Verluste von 400 Todteu und 110 Gefangenen, 
worunter ein Stabs- und zwei Oberoffiziere sieh in aller Eile 
zurückziehen musste. Bei dieser Affaire hatten sich auch ein- 
zelne Uhlanen der Escadron besonders hervorgethan. Als Bro- 
chowski in der Hitze des Angriffs plötzlich vom Feinde ganz 
eingeschlossen wurde, brach der Wachtmeister Philipp Werner 
mit den Gemeinen Lettinski, Kurkurmiuk, Tomas, Nagy, Magy- 
wowski und dem schon schwer -verwundeten Bilecki durch die 
um ihren Rittmeister sich sammelnden Feinde, und ölfneten ihm. 
den Weg. In einiger Entfernung formirt ßrochowski vom Neuem 




die Escadron, und durch eine erneuerte Attaque wird der Feind, 
der sich von seiner ersten Ueberraschung erholt, wieder stellen 
wollte, vollständig geworfen. Der Uhlane Lettinski rettete dabei 
einem Offizier das Leben, Corporal Krista befreite einen ver- 
wundeten schon gefangenen Trompeter mitten im Feuer, und 
ebenso brachten Lettinski und Magywowski den schwer verwun- 
deten Gemeinen Bomkowski aus dem heftigsten Melde in Sicher- 
heit. Wachtmeister Werner und Gemeiner Lettinski erhielten 
beide die silberne Tapferkeits-Medaille. Corporal Krista, 
Gemeiner Bilecki und die andern genannten Leute Beloh- 
nungen im Golde. Rittmeister Brochowski erhielt 1796 das 
Ritter-Kreuz des Maria-Theresien-Or dens. — 

Den 10. November wurde Rittmeister Bazzio, Oberlieu- 
tenant Spitzer, Lieutenant Gemin und 100 Uhlanen nebst eben 
soviel Infanterie nach Voltri abgesendet, um die Plünderung der 
dort befindlichen bedeutenden Magazine zu hindern. Nach einem 
beschwerlichen Marsch von zwölf Stunden über steile Gebirge, 
die nur zu Fuss überstiegen werden konnten, langte Rittmeister 
Bazzio, dem das Commando dieser Expedition anvertraut war, 
eben in dem Augenblicke an, als der feindliche Oberstlieute- 
nant Baron Täufferer seine Leute zu Schifife bringen wollte. 
Bazzio stürzte sich, ehe noch die Infanterie nachkommen konnte 
auf die Feinde, von denen sich 200 auf die bereitgehaltenen 
Schiffe retteten, 7 gefangen genommen wurden, und der Rest 
sich gegen Genua hin zerstreute. Bazzio hatte nun 13 gefan- 
gene Croaten befreit, drei grosse Heumagazine und 1000 Säcke 
mit Getreide und Mehl gerettet, allein es war ihm der berüch- 
tigte Anführer der feindlichen Truppe entwischt. Täufferer der 
zu Pferde war, hatte sich nämlich mit mehreren andern Flücht- 
lingen seines Detachements gegen Genua gewendet, und hoffte 
selbes zu erreichen. Doch kaum war seine Flucht bekannt ge- 
worden, so zerstreuen sich sogleich der Wachtmeister Franz 
Kraus, die Corporale Joseph Mohr und Piatrick, dann die Uhla- 
nen Thomas Chilinski und Philipp Gzegorz, mit der vom Ritt- 
meister Bazzio erhaltenen Weisung den flüchtigen Parteigänger 
todt oder lebendig zurückzubringen. Corporal Mohr ist so glück- 
lich ihn zu erreichen und gefangen zu nehmen. Täufferer selbst 
sagte dem Rittmeister Bazzio : ,,Der Corporal ist ein ehrlicher 
Mann, und getreuer Unter than, ich wollte ihm 100 Dukaten 
geben, wenn er mich loslicsse, und er antwortete : „Nicht um 
eine Million.^^ Täufferer war ein krainischer Edelmann, und ehe- 
maliger österreichischer Offizier. Er trat in französische Kriegs- 
Dienste als politischer Flüchtling ein, und brachte es in diesen 
bis zum Bataillons-Chef. Aus seinem spätem Prozesse ergab sich, 
dass er dem französischen Wohlfahrts-Comit^ einen Plan vorge- 
legt hatte, Croatien zu insurgiren und so die französische Armee 
zu unterstützen. Er wurde ungeachtet der Verwendung des fran- 
zösischen General Scherer am 20. Mai 1797 gehängt. Der brave 



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I 

I 



Corporal Mohr erhielt die goldene Tapferke i t a-M e d a i 1 1 e, 
die übrigen genannten Ulilanen Geld-Belolioungen. — 

Als im Verlaufe der Schlacht von Loano den 23, Novem- 
ber, die Redoute von Caslellara angegriffen, und die daseibat 
postirte kaiserliche Infanterie nach den schönsten Beweisen von 
tlnerschrockenheit, — der Menge des Feindes zu unterliegen schien, 
eilte Rittmeister Brochowski mit seiner Eacadron den Bedrängten 
zu Hülfe, und attaquirto den Feind viermal, wodurch es der 
Infanterie möglich wurde, sich ohne Verlust zurückzuziehen. — 

An diesem Tage verdiente sich der Corporal Franz Mikla- 
zowski die silberne Tapferk ei te-Medaille, dadurch dass er 
sich freiwillig zur Uoberbringung eines Befehls an ein detachirtea 
abgeschnittenes kaiserliches Armee-Corps anboth, sich dabei allein 
mitten durch die feindlichen Posten durchschlug, und durch die 
glückliche Erfüllung seines Auftrags zur Rettung dieses Corps 
wesentlich beitrug. — Der französische General Scherer berichtet 
über diese Schlacht ao das Directorium zu Paris: ,,DaQB la 
vaMe de Loano les Fran^ois avaient en tcte les troupes d'ölit© 
de l'armde autrichienne qui combattoient comme des lionsl" — 
Auch Marschall Marmont, der Herzog von Kagusa erwähnt in 
seinen Memoiren, während dieser Fcldziige mit Lob der öster- 
reichischen Uhlanen. Anfangs Dezember bezog das Regiment 
die Winter-Quartiere bei Cremona, Abbiato-Grasso und Pavia. 

Im Feldzuge 1796, vrarea 2 Escadi-ons des Regimentß 
in der Brigade des GM. v. Pittoui, und 6 Escadrons in jener 
des GM. Baron Sohubirz, und nahmen an der am lU. April 
durch FZM. Baron Beaulieu bewirkten Zurückdrängung Lahar- 
pea, sowie am 12, an der Besetzung von Voltri, aU auch an dem 
unglücklichen Treffen bei MilesioQO Theil. 

Am 8. Mai war eine Division des Regiments bei der Co- 
lonne des GM. Lipthay, und machte bei dem Angriffe Laharpea 
mit einer von Erzh. Joseph -Hussarcn die Arricre- Garde; Ritt- 
meister Döring dos Regiments deckte durch mehrere entschlossene 
Attaquen seiner Uhlanen den Rückzug jener Colonne. Hierauf ent- 
sendete Lipihay den Major Zirkel des Regiments mit 6 Zügen und 
2 Kanonen gegen Pizzighettone, um daselbst zu recognosziren. 
Zirkel blieb bei St. Rocco, und befahl dem Rittmeister Bazzio dem 
General die Meldung zu bringen, dass die Gegend von Franzosen 
frei sei. Dieser atösst aber auf eine feindliche Colonne die ihm den 
Weg zum Armee-Corps verlegt. Bazzio mit 40 Mann, die er 
bei sich hat, wirft sich auf die Feinde und bahnt sich mitten 
durch sie einen Weg zur Armee. — General Baron Schubirz über- 
fiel in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai mit 3 Divisionen des 
Regiments das vom Feinde bese"tzte Codogno und eroberte es 
glücklich. Bei diesem Ueberfalle, in dein der französische General 
Labarpe durch eine Kugel fiel, zeichneten sich mehrere von der 
Mannschaft dea Regiments aus. So war Wachtmeister Szepanski 
der erste in Codogno eingedrungen, hatte sich dreier Kanonen 



bemächtigt, und diese zurückgebraeht. Die Ublanen StanislaiLi 
Kizeakoweki und Joseph Dexnetzki als Patrouillen ausgeschickt^ 
eroberten gleichfalls eine Kanone. Dabei erführt letzterer zufällig 
dass in einem Wirthshause ein feindlicher Offizier mit Mann- 
schaft sich befinde, erbittet sich 6 Mann Infanterie, führt diese in 
das bezeichnete Wirthshaus, und macht da den Offizier mit 14 
Mann zu Gefangenen. Die Gemeinen Valentin Krupski und Ka* 
jetan Wisocki stossen in einer engen Gasse auf ein feindliches 
Detachement, welches 4 Kanonen und 2 Pulverkarren zu retten 
sucht. Nach wiederholten fast tollkühnen Anfällen, zerstreuen sie 
die sich widersetzende Escorte, und behaupteten^ beide verwundet, 
das Geschütz und die Munition. Der Gemeine Martin Tiburski 

felangt eben dazu als ein Kamerad von mehreren Feinden, vom 
forde herabgerissen und fortgeschleppt wurde. Er greift an, und 
befreit den Kameraden und dessen Pferd. Die Gemeinen Koharski 
und Czisek werden als Muster von Bravour und Tapferkeit genannt, 
und von ihnen die Gefangennehmung mehrerer Feinde gerühmt« 
Szepanski xmd Tiburski erhielten die silberne Tapferkeits- 
Medaille, die übrigen Geldbelohnungen. — Lieutenant Philipp 
Lang erhielt den Befehl am 12. mit seinem Commando aus 2 
Korporalen und 28 Gemeinen bestehend, die Thore von Cremona 
zu besetzen, die Stadt durchpatrouilliren zu lassen, und sie von 
den häufig zurückgebliebenen Nachzüglern der vorübergezogenen 
Colonnen zu säubern. Zugleich wurde sein Commando durch 
Wachtmeister Szepanski, 1 Corporal und 14 Uhlanen verstärkt, 
Oberlieutenant von Nagy auf der Strasse gegen Parma, und 
Lieutenant von Löwenfeld auf jener nach Crema als Piket 
ausgestellt. 

Lieutenant Lang schickte den Corporalen Abaöy mit 10 
Uhlanen gegen Formigara patrouilliren , und lie>ss, nachdem ec 
seine Aufgabe in Cremona, wo General Schubirz mit seinen Adju- 
tanten Oberlieutenant Sprenger, Oberlieutenant Bartholdy, letztere 
beide vom Regimente und 4 Wägen Verwundete waren, gelöst 
hatte, daselbst die Thore sperren, wies dem Wachtmeister Sze- 
panski an mit den gesammten Thorwachen und Patrouillen auf 
dem Platze vor der Porta Milano sich zu stellen, und nahm 
den Rest seiner Truppe nämlich 2 Corporale und 16 Gemeine 
um auf der Seite gegen Formigara und Crema weitere Posten 
auszustellen. Als er eben diese Vedettenkette instruirte, erfuhr 
er durch einen Bauer, dass der Feind bereits in dem »/4 Stun- 
den entfernten Gava sich gezeigt habe, und sah auch schon 
6 französische Hussaren die Strasse von Crema herreiten. Lang 
hatte kaum die ausgestellten Yedetten wieder gesammelt, als er 
schon eine ungefähr 200 Mann starke feindliche Cavallerie-Ab- 
theilung, von welcher die gedachten 6 Mann die äusserste 
Vorhut bildeten im Anmärsche sah. Lang zog sich zur Porta 
Milano in der Hoffnung zurück den Wachtmeister Szepanski 
mit seinen Leuten zu treffen, allein er fand blos den Wacht- 



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10 

lueiater, die andern 16 Maan waren nocli uicht angelangt, und 
da der Feind seinen Marsch auf Cremona fortsetzte, so Hcliien 
es bei der Schwäche der Besatzung und ihrer VertKoiiung 
unausweichlich, dass er sich zum Meister der Stadt machen, 
und sowohl den Goneral Schubirz mit den bei ihm befiudlichea 
zwei Oifiziers, dann die Verwundeten gefangen nehmen, sie 
auch den Lieutenant Löwenfeld mit seinem Zuge abschneiden 
■würde. — In dieaer äuaacrst gefahrvollen Lage wagt der 
tapfere Lang das Aeiisacrate, und attaijuirte den wohl zehnfach 
stärkeren Feind. Da dabei der Gemeine Gumenego zuerst den 
Anführer der feindlichen Truppe mit seiner Pike niedermachte 
und auch die andere Mannschaft mit der grösston Bravour in 
den Feind eindrang, so brachte dieses letztem in Verwirrung 
und er wich einige hundert Schritte zurück, allein die Uhlanen 
wurden zu hitzig und wagten sich im Verfolgen mitten in den 
getheilten Feind. Dieser aber, vom ersten Erstaunen erholt, 
umringte nun die tollkühn Ang:r6ifenden , und wollte mit deren 
Tode oder der Gefangennehmung, die anfänglich erlittene 
Schmach rächen. Schon war ein Uhlane gesunken, einige 
Pferde getöiltet, da erschien plötzlich Corporal Abafiy mit 
seiner Patrouille, griff alsogleich an, und machte es Lang mög- 
lich sich mit den Seinen durchzuhauen. Indessen waren der 
Wachtmeister Szepanski, Corporal Abafiy und der Messirte Ge- 
meine Wisocki gefangen von 8 feindlichen Hussaren abseits ge- 
führt worden. Die.-ies bemerkte Corporal Possowski, ruft die 
Gemeinen Gumenego, Gabriel und Polakowski zu sich, greift 
die Escorte seiner gefangenen Kameraden mit Wuth an, und 
befreit diese. Im McliSe hatten sich ein Offizier und 2 feind- 
liche Hussaron gegen Lieutenant Lang gewendet, und versuchten 
durch seinen Tod die Uhlanen ihres kühnen Führers zu be- 
rauben. Da retteten Corporal Witz und Gemeiner Schnei- 
der durch die Tödtung der Hussaren ihrem Offizier das Leben. 
Lang zog sich nun zum Thoro zurück, fand diessmal seine 
übrige Mannschaft, und attaquirte nun neuerdings den Feind, 
der ihm hart an der Ferse gefolgt war. Er brachte denselben 
wieder zum Weichen, entdeckte aber eine 2. feindliche an 200 
Mann starke Colonue, die der frühem zur Unterstützung zu 
kommen schien. Lang zog sich nun wieder zum Thore zurück, 
als glücklicherweise Lieutenant Löwenfeld mit seinem Zuge 
ankam. Beide Züge attaquirton nun gemeinschaftlich, und 
warfen den Feind. Indessen rückte dieser wieder, und nun mit 
vereinter Kralt vor, aber auch diessmal musste er der erbit- 
terten Attaijuo der tapforn Uhlanen weichen, und Lang von 
dem unglaublich glücklichen Erfolge begeistert, wollte die Ver- 
folgung schon weiter fortsetzen, als ihm General Schubirz 
den Befehl zum Kückzuge zusandte, da andere feindliche 
Colonnen die Stadt bereits umgangen hatten, und die Uhlanen 
mit einem Angriff im Rücken bedrohten. Jetzt hieas es schien- 




11 

nlg die Porta Mantua erreichen^ — und die Aufstellung wurde 
vor ^diesem Thor genommen. Hier traf auch Oberlieutenant 
Nagy mit seinem Zuge ein^ und nach einer nochmaligen 
Attaque rückte die nach und nach gesammelte 1. Majors-Divi- 
sion zu den andern am Oglio auf Vorposten stehenden Divi« 
sionen des Regiments. Der Gesammtverlust von dem Zuge des 
Lieutenants Lang betrug 2 Todte^ 2 Verwundete und 4 Vermisste. 
Die Corporale Abaffy und Possowski erhielten die silberne 
Medaille, die Gemeinen Gabriel» Gumenego und Polakowski 
Geldbelohnungen. 

Bei Lodi attaquirte Kittmeister Graf Falkenhain mit der 
Oberst 2. eine feindliche Infanterie- Colonne ; das Pferd wurde ihm 
erschossen und er war schon umringt^ als der Gemeine Paul Smolek 
ihn befreite, abstieg, dem Rittmeister mitten im Meläe aufs Pferd 
half, und sich mit dem Säbel zu Fusse durchhieb. Bei den wei- 
tem Vorpostengefechten zeichnete sich der Wachtmeister Kowats 
so aus, dass er die silberne Tapferkeits-Medaille erhielt. 

Ende Mai commandirte Oberst v. Mathiasowsky des Regi- 
ments die bei Valeggio aufgestellte Reiter-Reserve, bei der sich 4 
Escadrons des Regiments befanden, während die andern 4 unter 
General Schubirz auf der rechten Vorpostenkette standen. Zur 
selben Zeit erwarb sich der Rittmeister Joseph Baron Domokos 
des Regiments bei dem Rückzuge des Sebottendorfischen Corps 
das Ritter-Kreuz des Maria-Theresien-Ordens. 

Von FML. Baron Sebottendorf, beordert mit der Oberst- 
lieutenants 2. Escadron nach Lodi zu eilen, um über das vom 
Feinde eröffnete Feuer Nachricht zu holen, erfuhr Domokos 
durch einzelne Versprengte, dass der Feind nicht nur die Adda- 
Brücke forcirt, sondern selbst auf mehreren andern Punkten 
diesen Fluss übersetzt und unsere Nachhut in Unordnung ge- 
bracht habe. Die Gefahr war einleuchtend, die ganze Colonne 
mit Geschütz und Train, welche die Strasse von Lodi nach 
Cremona einnahm, musste unvermeidlich in die Hände der 
Franzosen gerathen, wenn ihrem Vorrücken nicht Einhalt gethan 
würde. Rittmeister Domokos beeilte seinen Marsch und traf 
mit FML. Baron Sebottendorf zusammen, der eben der einge- 
rissenen Unordnung steuern wollte. „Auf Euch Uhlanen beruht 
meine ganze Hoffnung I^^ rief der General dem Rittmeister zu, 
der dadurch angeeifert, sich durch die schon zurückweichende 
Infanterie Bahn brach, und mit ausgezeichneter Bravour der 
feindlichen Cavallerie sich entgegen warf. Diese wollte eben 
in die Infanterie einhauen, um von der eingerissenen Unord- 
nung Vortheil zu ziehen. Ueberrascht von der kühnen Attaque 
der Uhlanen, stutzt der Feind, und vermuthet das Anrücken 
einer neuen Truppe. Ein wiederholter Angriff warf ihn bis an 
die Brücke zurück, 3 bereits verlorene Kanonen wurden wieder 
erobert, eine grosse Anzahl Gefangene befreit, und alle feind- 
lichen Versuche vorzudringen, vereitelt. Mittlerweile hatte FML. 



xs 

Seb Ottendorf Zeit gewonnen sein Corps wieder zu ordnen, und 
sicli dem Feinde entgegenzustellen, der auf seine jenseits der 
Adda gewonnene Stellung beachränkt wurde. Die herzhafte 
That Domokos und seiner bra^ea Uhlaaen hatte nicht allein 
einen geregelten Eückzug seines Corps bewirkt, sondern auch 
den Train desselben gerettet. 

Bald darauf fand Domokos neue Gelegenheit zur Aus- 
zeichnung, als die Franzosen bei Campagnola den Mincio zu 
Eassiren versuchten. Mit einem Flügel seiner Escadron griff 
'omokos den zwischen Valeggio und Campagnola vordringenden 
Feind, ungeachtet dessen überlegener Anzahl und des für 
Cavallerie sehr ungünstigen Torraina mit Ungestüm an, und 
es gelang dem unerschütterlichen Muthc der kleinen Schar, 
den grössten Theil der Franzosen niederzuhauen, unter diesen auch 
einen Adjutanten Bonapartes. Dieser Obergeneral selbst war zu 
Valeggio, und nur durch Besonaenheit der vor seiner Wohnung 
stehenden Wache, die bei deia Heransprengen der vordersten 
Uhlanen, das Eingangsthor ins Schloss warf, gewann er Zeit sich 
aufs Pferd zu schwingen und durch die hinter dem Hause gele- 
genen Gärten zu entfliehen. Bei diesem Gefechte war Domokos 
mit seinem verwundeten Pferde gestürzt, hatte einen Hieb erhalten, 
der ihm die Czapka vom Kopfe echlug, und war schon von dem 
ihn umringenden Feind entwaffnet, als der Wachtmeister Joseph 
Kopecki und die Corporale Johann Tuschmak und Johann Sed- 
laczek seine Gefahr bemerkten, und ihn befreiten. Kopecki, der 
schon früher eine vom Feinde umrungene Infanterie- Compagnie 
durch eine mit einigen Uhlanen ohne Befehl ausgeführte Attaque 
vor der Gefangennehmung gerottet hatte, erhielt die silberne 
Tapferkcita - Medaille. Sedlaczek ein Geldgeschenk. 

In der Relation über diese Affaire, in welcher der Ober- 
lieutenant Zarszinski und 3 Gemeine blessirt, 1 Mann getödtet und 
6 vermisst wurden, auch die Lieutenants Wagner und Gruschke 
ihre I'ferdo unterm Leih verloren hatten, wui-den ausser den er- 
wähnten noch 2Ü Mann genannt, die sich durch Bravour ausge- 
zeichnet hatten. An demselben Tage standen 4 Escadrons bei 
Goito, und zerstreuten einige feindliche Infanterie- Abtheilungen. 
In Folge des weitem^ Vordringens der Franzosen, wurde das Regi- 
ment, mit Ausnahme eines Flügels, der unter Oberlieutenant Koz- 
lowski der Besatzung von Mantua beigegeben ward, an die Etaoh 
zurückgezogen und stiess hier zu der aus Tirol herab mar schir en- 
den Armee des FM. Graf Wurmser. 

Am 1. August (1796) wurde Oberlieutenant Kozlowski 
zur Beobachtung der feindlichen Truppen-Division Serrurier mit 
einem Zuge vom Festunga-Commondanten zu Mantua ausgesandt. 
Zufällig stosst er auf diese eben abmarschirende französische Truppen- 
Division, attaquirte tollkühn den Feind, der eine ganze Armee auf 
seinen Fersen glaubt, und verbreitet einen solchen Schrecken, dasa 
die Franzosen mit Hinterlassung von 5 Stück Geschützen uad 




13 

60 Proviant-Wägen in der schleunigsten Flucht ihr Heil suchen, 
und nebst dem noch 200 Gefangene in den Händen des tapfern 
Siegers lassen. Für diese glänzende WafTenthat wurde, mittelst 
aUerh. Befehl Sr, Majestät des Kaisers, der tapfere Kozlowski 
ausser der Tour zum Bittmeister im Regimente befördert. — * 
Bei der weitern Verfolgung des Feindes hob Oberstlieutenant 
Brea einen feindlichen Infanterie-Posten auf^ und machte 40 Ge- 
fangene. — Die bei der Armee des FM. Graf Wurmser gestan- 
denen 6 Escadrons des Regiments hatten nicht nur an allen 
Gefahren und Gefechten dieser Epoche Theil genommen, sondern 
sich auch bei einzelnen Gelegenheiten so ausgezeichnet» dass ihr 
Lob wiederholt in den Generals-Befehlen ausgesprochen ward, sie 
deckten den Marsch jener Armee, und zogen mit ihr in der Festung 
Mantua ein. — 

Am 14. August war es, dass die Escadronen als sie auf un- 
gesattelten Pferden, die Mannschaft ohne weitere Waffe als den 
Säbel mit der ausgefassten Fourage aus der Festung zurückkamen» 
die sich sicher wähnende Infanterie von der feindlichen Division 
Massena angegriffen, und schon sehr hart bedrängt fanden. Ohne 
sich Zeit zur weitern Armirung zu gönnen^ zum Theil noch mit 
Fourage beladen, stürzten sich die Uhlanen auf den Feind, und 
warfen selben mit bedeutendem Verluste nach Castel Bel-Forte 
zurück. — Das Regiment verlor hier den Lieutenant Baghi, der 
mit 20 Mann todt blieb, dann den Lieutenant Widoczj der 
gefangen wurde. Unter den Verwundeten befanden sich Ritt- 
meister Bazzio, Oberlieutenant Sprenger und Lieutenant Schlichen. 
Wachtmeister Widakowicz wurde wegen Auszeichnung ehrenvoll 
erwähnt. — Bei einem Ausfalls -Gefechte am 8. Jänner 1797 
wurde Lieutenant Witkowski von mehreren in einem Hinterhalte 
gelegenen Chasseurs überfallen, und wäre zusammengehauen 
worden, wenn nicht der Corpora! Krutzner schnell herbeigesprengt 
und ihn gerettet hätte. Der brave Corporal erhielt die silberne 
Tapferkeits-Medaille. Bei der ain 2. Februar 1797 er- 
folgten Capitulation Mantuas befanden sich unter den tapfern 
Besatzungs- Truppen auch die Oberst-, Oberstlieutenants und 
2te Majors - Division des Regiments, sie wurden in die k, k. 
Erbländor unter der Bedingung entlassen , vor Auswechslung 
der Gefangenen nicht gegen Frankreich zu kämpfen. Indesa 
waren die beiden andern Escadronen bei der Avant-Garde-Brigade 
des GM. Prinz HohenzoUern. Während der eingetretenen Frie- 
dens -Unterhandlung waren 7 Escadrons des Regiments in der 
Brigade des Prinzen von Oranien unter dem FZM. Graf Wallis 
und standen in der Umgegend von Görz. Der Corporal Krämer 
mit 10 Mann als Patrouille nach Idria geschickt, erbeutete 6 mit 
Quecksilber und Zinnober beladene feindliche Wägen, und befreite 
29 gefangene österreichische Soldaten. Eine Escadron wurde zu 
der unter GM. Rukawina nach Dalmatlen bestimmten Expedition 
beigezogcn. Diese schiffte sich theils zu Zengg, theils zu Triest 



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I 



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ein, und kam am 29. Juni und 5. Juli nach Zara. Die Escadron 
marschirto nach Scbenico, später nach Spalatto. Die Ecactzung 
jenes Landes ging ganz friedlich vor sich. — Die Escadron rückte 
Mitte November zum Regimento ^eieder ein, und dieses kam im 
Dezember nach Steiermark, erhielt aber schon im Februar 1798 
den Befehl nach Tirol abzurücken, bekam jedoch Contreordro, 
und das ganze Regiment -ward zu der am Lech aufgestellten 
Armee gezogen, und in Straubing nebst Umgegend dialozirt. 
Hier stand es in dor Division des FML. Mak, und der Brigade 
des Prinzen v. Hessen-Homburg. — 

Oberlieutenant Friedrich Lang des Regiments, während der 
ganzen bis jetzt erzählten Zeit-Epoche vom Regimento, als Adju- 
tant des Inhabers GM. v. Meszaros, und später Graf Merveld 
abwesend, zeichnete sich im September 1793 bei der Vertheidi- 
gung des Binnen- Waldes, im Gefechte bei Schaul, im November 
j. .1. bei der Behauptung des Waldes von Brumpt vorthoilhaft aus, 
und ■wird auch in den Relationen über die Affairen von Mann- 
heim und Trippstadt 1795 mit ehrenvoller Anerkennung genannt. 

Im Jahre 1798 hatten ■wesentliche Verüuderungen in der 
Adjustirung statt. Die Offiziere erhielten gelbe statt der bisher 
getragenen weissen Czapken, Kpauleltes und Fangschnur schwarz 
mit Gold, Pass seh^warz mit Goldborten, Federbüsche "wie bei 
den Hussarcn, nur reicher an Feilern. Für die Offiziere sowohl 
als für die Mannschaft wurde stahlgrünes (doch mehr lichtes als 
dunkles) Tuch, zur gesnmmten Leibea-Montur bestimmt und an- 
geordnet, dass die neuen grünen Hosen mit 2 Zoll breiten 
Streifen auf jeder Seite zu besetzen seien. 

Im Feldzuge 1799 befand sich das Regiment in der Brigade 
seines nunmehrigen Inhabers GM. Graf Merveld, unter 
dem die Avant-Garde der kaiserlichen Armee in Deutschland, 
commandirenden PML. Graf Na-uendorf, und wohnte dem Treffen 
bei Osterach den 24. März bei. Coi-poral Johann Ostrainski 
des Regiments zeichnete sich durch besondere Umsieht im 
Patrouilliren dergestalt aus, dass ihm der Oberst Duca des Gene- 
ralstabes sogar zwei Kanonen anvertraute, und er selbe nach 
seiner Einsicht poatiren konnte. 

Am 24. ■warf die Brigade Merveld die Colonne des fran- 
zSsischen General St. Cyr bei Liptingen. Hier hatte der An- 
griff zuerst rechts von Neuhaus durch 6 Escadrons Kaiser-Hus- 
saren und einer Division des Regiments begonnen; und als 
diese die feindlichen Vorposten aus ihren Stellungen vertrieben, 
und selbe sich auf ihr Corps zurückgezogen hatten, griff Oberst 
Brea des Regiments mit 9 Compagnien Infanterie und 5 Esca- 
drons seiner Uhlanen , den 2 Cavallerie-Regimenter und 6 Ba- 
taillons starken Feind, an und ■warf ihn bis Duttlingen zurück. 
Dabei hatten sich vorzüglich der Oberst Brea, Major Brochowski 
und die Rittmeisters Szobathely und Kropiewnicki hervorgethan. 
An der Schlacht bei Stockach, welche Tags darauf geschlagen 



15 

vrul*de^ hatte das Regiment grösstentheils divisionsweise thStigea 
Antheil genommen, und war an den wichtigsten Posten vei>s 
wendet worden. Dasselbe hatte in dieser Schlacht die Verwun- 
dung des Obersten Brea, der Oberlieutenants Binder, Götz, Graf 
Dietrichstein, Lubkowski und des Lieutenants Kowacz nebst 73 
Mann und 64 Pferde, — so wie den Tod des Regiments -Adju- 
tanten Smolinski und 41 Mann zu beklagen. Vermisst wurden 
85 Mann. Die Oberlieutenants Graf Dietrichstein und Lubkowski 
waren schon vom Feinde umrungen, und durch schwere Wunden 
unfähig sich weiter zu vertheidigen, da sprengten der Corporal 
Alexander Aldermann und Uhlano Franz Mestrzik herbei, und 
während letzterer den Oberlieutenant Lubkowski dadurch befreite, 
dass er einen feindlichen Hussaren, der diesen Offizier zurück- 
führen wollte, niederhieb; und den vom starken Blutverluste 
geschwächten Lubkowski so lange vertheidigte, bis hiezu gekom- 
mene Cameraden ihn in ihre Mitte nahmen, dann aber mit 
ihnen sich zurückzog ; griff Aldermann jene an, die den Ober- 
lieutenant Graf Dietrichstein umringt hatten, und setzte sich 
ihrer Wuth so lange aus, bis der Oberlieutenant sich entfernt^ 
er selbst aber von 5 schweren Kopfwunden gesunken war. 
Gefangen durch französische Aerzte geheilt, ranzionirte er sich 
durch eigene Mittel Ihn und Gemeinen Mestrzik lohnte für 
ihre heldenmüthige Aufopferung die silberne Tapferkeits- 
Medaille. In der offiziellen Relation jenes glänzenden Tages 
ward das Regiment belobt, und ausser dem ausgezeichneten 
Benehmen sämmtlicher Stabs« und Oberoffiziere und der schon 
früher erwähnten Mannschaft, noch insbesondere der Bravour 
der Corporale Joseph Krupski und Michael Lako, dann der 
Uhlanen Gregor Harsko, Sebastian Gurra, Demeter Breveda und 
Peter Littinski ehrenvoll gedacht. — 

Am 28. März kam die Brigade Merveld, und mit ihr das 
Regiment in die Division des GM. Fürsten Schwarzenberg, we- 
nige Tage später aber zum rechten von FZM. Graf Sztaray 
befehligten Flügel der Armee. Bei den während dieser Zeit 
häufig stattfindenden Vorpostens - Gefechten zeichnete sich der 
Corporal Rumler aus, indem er am 29. März bei Attingen mit 
einer Patrouille von 5 Mann einen schon vom Feinde aufge- 
hobenen Infanterie-Posten rettete, und dabei aber selbst schwer 
verwundet wurde. GM. Graf Merveld, welcher die besondere 
Aufgabe hatte, den Feind am Mittel-Rhein zu beunruhigen, und 
die Verbindung mit Philippsburg zu erhalten, sandte zu diesem 
Zwecke wiederholt Streif-Commanden aus, zu welchen vorzugs- 
weise der Lieutenant Carl von Scheibler des Regiments verwen- 
det wurde. Scheibler war der Schrecken aller feindlicher Posten 
am Rhein, und seine Tapferkeit und Kühnheit wurden sowie 
seine Unermüdlichkeit im Regimente und bei der ganzen Avant- 
Garde sprichwörtlich. Der französische General Legrand setzte 
300 Livrcs dem aus, der Scheiblern gefangen einbrächte, und 



I« 



r 

■ actrieb in einem an General Merveld gerichteten Briefe, dasa 
H er Befehl gegeben habe, auf jeden, der sich seinen Vorposten ohne 
H Trompeter nahen würde, zu feuern: „Cette raesure de laquelieje 
H auia bien aise de voua pr(5veoir, pourra etre fun^sfe a Mr. Schieber, 
H (Soheibler) qui continuellement est sur toute la ligoe." Mit einem 
f Commando von 80 Pferden überfiel Scheibler am 18. April bei 
Niederschopfen, und am 21. bei Ichenhcim die französischen Vor- 
posten, tödtete und verwundete 2 Offiziere und gegen 40 Mann 
und brachte 18 als Grefangene zurück. Nachdem er, inzwischen 
Oberlieutenant geworden, im Mai mehrere kleinere Handstreiche 
ausgeführt hatte, gelang es ihm am 2 Juni einen Transport 
von 20 Wägen Fourage, Wein und Fleisch, den die Franzosen 

trequirirt hatten, aufzufangen, und den gehrandschatzten Land- 
bewohnern wieder zurückzustellen. Am 30. Juni, als er mit 
einem Theile seines Commandoa auf dem Platze zu Offenbnrg 
aufgestellt war, um zu einer Kccognoszirung abzurücken, spren- 
gen die vorausgesendeten Vorposten von einer zahlreichen fran 
zösischen Dragonertruppe verfolgt, zum Thoro herein. Kaum 
sahen jedoch die Feinde die aufgestellten Uhlanen als sie um- 
keliren; Scheibler verfolgt sie mit seinem Commando, gewahrt 
aber vor der Stadt wohl eine sechsmal überlegene feindliche 
Cavallerietruppe. Von ihr aber noch unbemerkt, entsendet er 
mehrere kleinere Abtheilungen auf Seitenwegen, mit dem Auf- 
trage in dem Augenblicke als er den Haupt-Angriff gegen die 
Fronte des Feindes machte, demselben in die Flanke oder in 
den Rücken zu fallen. Dieses kühne Wagnias gelingt auch voll- 
kommen. Begeistert greifen die Uhlanon unter ihrem tapfern 
Fülirer an, die abgesandten Patrouillen treffen im günstigen 
Augenblick ein, und der sich eiligst flüchtende Feind lässt 1 
Rittmeister, 1 Lieutenant, 18 Dragoner und 9 Pferde in den 
Händen der Sieger, Am 1. Juli bemerkte ObcrÜeutenant Scheibler 
dass eine feindliche Abtheilung, wahrscheinlich in der Absicht 
um zu reeognosziren, gegen Offenburg vorrücke. Er lässt so- 
gleich sein Commando ausrücken, vertheilt es in mehrere Hin- 
terhalte, überfällt den sorglosen Feind, und schlägt ihn nicht 
nur mit bedeutendem Verluste zurück, sondern nimmt abermals 
I Offizier und 18 Mann gefangen. General Graf Merveld ver- 
sicherte wiederholt in seinen Berichten an den Erzherzog Carl, 
daas er sich auf Nichts so sicher verlassen könne, als auf die 
Meldungen des Oberlieutenant Scheibler. Am 22. October rückte 
Scheibler gegen Bruchsal vor, und warf hier die feindlichen 
Vorposten; am 31. d. M. aber stiess er bei einer Recognoszi- 
rung auf eine, ungefähr 300 Mann Infanterie und 100 Mann 
Cavallcrie starke, feindliche Colonne. Von dieser Uebermacht an- 
gegriffen, zog er sich Anfangs bis Grötznig zurück, hier aber 
machte er plötzlich Halt, griff seine solche Kühnheit kaum 
ahnenden Verfolger mit Easchheit an, und wai-f den durch diese 
Ueberraschung stutzend gemachten Feind, ehe selber nur zur 



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IT 

Besinnung kam. Scheibler schickte überdiess 22 bei diesem 
Gefechte gemachte Gefangene in das Haupt-Quartier des General 
Merveld. In den nächstfolgenden Tagen machte er bei den in 
Unter-Grumbach, bei Speck, StafFart und Linkerheim stattge- 
habten Gefechten zusammen 40 Gefangene, und erbeutete 20 
Pferde. — 

Am 29. November aber verdiente sich Oberlieutenant 
Scheibler die Rittmeisters-Charge durch folgende mit eben so 
viel Umsicht als Tapferkeit ausgeführte That. — 

Hinter Grumbach war ein feindlicher Posten von 130 Mann 
Infanterie, und 110 Reitern gelagert, der durch einen sich weit 
ausdehnenden, wegen seines morastigen Bodens für unzugänglich 
gehaltenen Wald flanquirt, eine feste Stellung eingenommen 
hatte. Da Scheibler, durch Spione in Erfahrung gebracht hatte, 
dass dieser Posten vereinzeint und ohne Soutien sei, auch durch 
seine Position sicher gemacht, weder Patrouillen aussende, noch 
ausser der Vorpostirung einer kleinen Avant-Garde, sonstige 
Vorsichts-Massregeln gebrauche, so beschloss er den Versuch 
zu machen, dieses feindliche Detachement gänzlich aufzuheben. 
Er erbat sich zu diesem Zwecke vom General Graf Merveld 
eine Unterstützung seines Commandcs, und erhielt auch einen 
Zug Cürassiere, und 40 Hussaren nebst 30 Mann Roth-Mäntlern. 
Durch den eingetretenen starken Frost begünstigt, marschirte 
Oberlieutenant Scheibler am 28. Abends mit seiner Truppe, die 
mit seinen 90 Uhlanen nun gegen 200 Köpfe stark war, links 
durch jene Waldung. Hier aber verirrt sich der grösste Theil 
seines Commandos, und er gelangt vor Tages - Anbruch bloss 
mit ungefähr 70 bis 80 Mann Hussaren und Uhlanen auf die 
Wiese zwischen Buchen au und Unter-Grumbach hart an die 
vom Feinde eingenommene Stellung. Hier erst sieht er den 
Abgang seiner Truppe, sendet den Rest nach allen denkbaren 
Richtungen, aber leider umsonst aus, und muss nun noch froh 
sein, dass jene wieder vollständig zurückkommen, die er zum 
Aufsuchen der Vermissten ausgesandt hatte. 

Voll Ungeduld auf die Entscheidung, und überzeugt, dass 
sobald der Feind seine Schwäche erkannt, ihm Alles misslingen 
muss, kriecht Scheiblcr am Boden auf Händen und Füssen bis 
zur Spitze, des ihn und seine Leute deckenden Hügels, und als 
er bemerkt, dass der Feind nicht das Geringste ahnet, und zum 
Theil noch im festen Schlafe, zum Theil arglos mit der Wartung 
der Pferde beschäftigt ist, theilt er seine Truppe. Zwanzig Hus- 
saren fallen auf die vor Grumbach gegen Weingarten aufgestellte 
30 Mann Infanterie und 11 Reiter starke Vorhut; während Scheibler 
sich mit den noch übrigen 50 bis 60 Mann auf das hinter dem 
Dorfe befindliche Lager wirft, und schon in der Mitte desselben 
ist, ehe der Feind seinen Ueberfall ahnt. Die Flucht desselben 
ist die nächste Folge seines panischen Schreckens, und ohne der 
Zahl der Gebliebenen und ßlessirten zu gedenken, übersendet 

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Scbeibler nur an Gefangenen 4 Offiziere, 30 Mann und 77 Pferde 
als rühmliclist erkämpfte Trophäen an das Avant-Garde-CommaDdo. 
Der Verlust des Feindes an Leuten wäre noch bedeutender ge- 
wesen, wenn nicht ein grosser Theil der Mannschaft äcLeiblers 
durch das Halten der erbeuteten Pferde an dei' Verfolgung gehin- 
dert worden wäre. Nach noch einigen kleinen Streifungen ruckte 
Scbeibler im Dezember mit seinem Commando zum Kegimeute 
wieder ein. 

Am 26. Juni rückte GM. Graf Merveld zu einer Recognos- 
zirung gegen Offenburg vor, und da der Feind sich sogleich 
zurückzog, nahm er, während Oberlieulenant Wagner des Regi- 
ments mit einem Zug ühlanen die Brücke bei Klnzing mit ausge- 
zeichneter Bravour forcirte, den Ort Offonburg ein. — Vom Re- 
gimente wurden 4 Mann getodtet, dann der Lieutenant Schobes 
und 16 Mann verwundet. Der Wachtmeister Thomas Kuczkiewicz 
führte die aus 25 Mann bestehende äusaerste Vorhut, die auf der 
Strasse von Hochwihr zuerst gefjen Offenburg vorrückte, reinigte 
die von Infanterie besetzten Gebüsche längs des Weges, und 
drang zuerst in das von feindlichen Chasseurs besetzte Thor von 
Offenburg. Ihm folgte zunächst eine Escadron des Regiments, die 
allein einen Stabs-, zwei Oberoffiziere und 60 Mann gefangen 
nahm. Als der Feind über Off'etiburg hinaus verfolgt wurde, ge- 
schah es, dasa die Nachsetzenden sich vereinzelten, und dabei dem 
Rittmeister Montorio das Pferd erschossen, und er von 4 Chasseurs 
umringt wurde, die ihn zusammenzuhauen im Begriffe waren, als 
Kuczkiewicz herbeisprengte, 2 Chasseurs niederhieb, die 2 andern 
verjagte und so allein seinem Rittmeister das Loben rettete. Kucz- 
kiewicz erhielt die silberne Tapferkeits-Medaille. Jedoch am 
6. Juli hatte der 7000 Mann Infanterie und 7U0 Reiter starke 
Feind das nur mit einem Zug Ilussaren besetzte Offenburg wie- 
der genommen, als er aber weiter vordringen wollte, wurde er 
mit Verlust von der Brigade Merveld zurückgeworfen. Das 
Regiment hatte allein fast ein ganzes feindliches liataillon zu- 
Bammengehauen, 3 Offiziere und 82 Mann gefangen genom- 
men, und hatte selbst nur den geringen Verlust von 5 Todten 
und 9 Blessirten. 

Am 2. November grifi^en die Franzosen mit einem Male 
sämmtliche Vorposten des General Merveld an, und drängten 
sie über Auerhain, Neumühl und Goldschier zurück. Doch als 
die Österreichischen Unterstützungen anrückten, ward der Feind 
mit dem Verluste von 600 Todton und Verwundeten aus seinen 
gewonnenen Stellungen wieder herausgeworfen. Die Mannschaft 
des Regiments hatte bei dieser Gelegenheit allein 3 Offiziers 
und 150 Mann an Gefangenen eingebracht. Das Regiment 
hatte 4 Todte und unter seinen Verwundeten befand sich Ritt- 
meister Kozlowski. In der Relation Über dieses Gefecht er- 
ioheinen Kozlowski und Oberlieutenant RadStzki, besonders aber 
Lieutenant Graf Bissiog anempfohlen, welcher letztere den 




19 

gegen Märten Torgerückten Feind in der Flanke und im 
Rücken angefallen, geworfen, und hierdurch wesentlich zu dem 
glücklichen Erfolge dieses Tages beigetragen hatte. Von der 
Mannschaft hatten sich der Corporal Joseph Mroczkowski, und 
die Geraeinen Joseph Fabrowitz und Kajetan Stockowski beson- 
ders hervorgethan. Bei Goldschier hatte Mroczkowski mit 10 
Mann einen feindlichen Posten, wo ein Offizier mit 30 Mann 
3ta:nd, umgangen, aufgehoben und 20 Gefangene eingeliefert; 
Fabrowitz und Stockowski hatten zwei Offiziere, die vom Feinde 
umringt, überdiess verwundet waren, gerettet. Nach mehreren 
kleinern Gefechten in der Gegend von Offenburg, und insbe- 
sondere bei Weingarten und Durlach, wo der Corporal Schaffner, 
der mit 10 Mann umringt, und von seiner Escadron durch 
eine starke feindliche Cavallerie-Abtheilung abgeschnitten war, 
sich aber mit seinen Uhlanen mit eben so viel Bravour als 
Glück durchhieb, ward das Regiment mit Ende November be- 
stimmt, die Verbindung zwischen den beiden Colonnen des 
unter FZM. Graf Sztaray zum Entsätze von Philippsburg her- 
beiziehenden Corps zu unterhalten. Auch wird hier wieder 
Rittmeister Scheibler genannt, der mit einer Schwadron Uhla- 
nen und einer halben Compagnie Infanterie auf der von Mann- 
heim gegen Rastadt führenden Strasse wiederholten Anfällen 
des unter General Ney gegen diese Punkte operirenden feind- 
lichen Corps ausgesetzt, selbe jedesmal kräftigst zurückwies, und 
am 2. Dezember bei einem Streifzuge nächst Unter- Grumbach 
wieder mehrere Gefangene einbrachte. 

Im April 1800 hatte das Regiment mehrere Vorposten- 
Gefechte mit Auszeichnung bestanden. Am 5. Mai rückten 
die Franzosen unter Vandamme nach Grumbach vor, und der 
feindliche General Montrichard wollte den zwischen diesem 
Ort und Mösskirch sich ausdehnenden Wald forciron, wurde 
jedoch von dem nun in der Division des FML. Baron Kien- 
mayer stehenden Regimente kräftigst zurückgewiesen. 

Während der Schlacht bei Biberach den 9. Mai war 
eine Abtheilung des Regiments mit dem sie anführenden Ober- 
lieutenant Gruschke schon abgeschnitten und von einer über- 
legenen Anzahl Feinde umringt, als der einen Zug komman- 
dirende Corporal Joseph Wiszniowski es bemerkt, mit Ungestüm 
attaquirt und nicht nur die beinahe schon Gefangenen befreit, 
sondern auch die feindliche Abtheilung zurückwirft. An einem 
Mühlgraben sammeln sich die Franzosen abermals. Wiszniowski aber 
übersetzt den Graben, obgleich ihn ein Schuss in den Kinnbacken 
fast kampfunfähig macht, greift dieser Tapfere neuerdings an 
und zersprengt den ganzen feindlichen Posten. Von den Uhla- 
nen blieben 8 Mann todt und 5 waren verwundet, von feindlicher 
Seite aber blieben 2 Offiziere und 40 Mann, und 10 Offiziere und 
15 Mann wurden gefangen. Als hierauf die österreichischen 
Truppen bei Biberach sich zurückzogen, machte die 2. Majors- 

2* 



20 

1 Escadron des Regiments die Arn ere- Garde. Da riss eine Kano- 
nenkugel den Bittmeister Baron Domokos auf dem Intervalle 
zwischen seiner sich zurückziehenden Escadron und dem nach- 
rückenden Feinde vom Pferde. Der Gemeine Szöts, einer der 
letzten beim Rückzuge, sieht dieses, reitet zu seinem Rittmeister, 
dessen Pferd nun getö'dtet war, gibt selbem sein eigenes, und er- 
reicht zu Fuss im dichtesten Kugelregen glücklich seine Camera- 
dcn. Wiszniowski erhielt die goldene, Szöts die silberne 
Tapferkeits- Medaille. 

Auch bei Erbach und Donaurieden hatte das Regiment einige 
Gefechte bestanden. Um diese Zeit machte der Oberstlieutenant Graf 
Wallmoden des Regiments mehrere glückliche Streifzüge, und 
traf am 24. Mai mit seiner Division auf ein feindliches Infanterie- 
Bataillon, warf dieses, zog durch Murgthal nach Rastadt, überfiel 
hier wieder eine unter dem französischen Bataillonschef Sezur 
stehende Infanterie-Abtheilung, zersprengte sie völlig, und kehrte 
mit 90 Gefangenen in das Hauptquartier zurück. Am 27. Mai 
fand der mit 14 Mann auf Recognoszirung ausgesendete Wacht- 
meister Gröder bei Neuburg eine Division Kaiser- Cürassiere von 
einem feindlichen Reiter- Regimente hart bedrängt, er fällt mit 
seinen wenigen Uhlanen dem Feinde in den Rücken, dieser doppelt 
angegriffen stutzt, da sammeln sich die Cürassiere wieder, und 
schlagen den Feind nun vollständig in die Flucht. Der Corporal 
BJamvalet zu Herenstädten postirt, ward am 30. Mai durch vor- 
dringende feindliche Cavallerie angegriffen, warf selbe jedoch nicht 
bloss aus seiner Station, sondern nahm auch mit einigen Uhlanen, 
und mehreren Mann vom Wurmserischen Frey-Corps das Dorf Higes- 
heim, wodurch er das weitere Vorrücken der feindlichen Posten für 
einige Zeit aufhielt. Der tapfere Blamvalet, welcher hier verwun- 
det wurde, und überhaupt bis jetzt 22 Blessuren aufzuweisen hatte, 
erhielt sowie Gröder die silberne Tapferkeits-Medaille. 

Am 8. Juni, am Gefechte der Brigade Merveld bei Schwa- 
benmünchen, hatten 4 Escadrons des Regiments ihren glänzenden 
Antheil. Fast gleichzeitig am 9. Juni hatte auch Oberstlieutenant 
Graf Wallmoden bei Altheim nächst Offenburg einen glücklichen 
Streifzug ausgeführt, und dabei den berüchtigten Chef der franzö- 
sisch-polnischen Legion, Namens Fitzar nebst 60 Grenadieren ge- 
fangen. Corporal Johann Kralik erwarb sich hiebei durch seine 
ausgezeichnete Bravour die silberne Tapferkeits • Medaille, 
Fitzar war wegen seiner revolutionären Umtriebe und seines Ein- 
verständnisses mit allen Agenten der damaligen französischen 
Propaganda ein sehr gefahrliches Individuum. Da er bei seiner 
Gefangennehmung selbst auf die ihn bewachende Mannschaft 
einzuwirken versuchte, ward er nach einer der böhmischen 
Festungen geschickt, wo er bis zum nächsten Friedensschlüsse 
blieb. Bei der österreichischen Haupt- Armee war am 10. Juni 
die Vorpostenkette des General Fürsten Rosenberg angegriffen 
und zum Weichen gebracht worden. Da machte das Regiment 



21 

eine glänzende Attaque, warf den Feind aus den schon oecu- 
pirten Positionen, verlor aber dabei 6 Mann als Todte, den 
Lieutenant Abafiy und 7 Mann als Gefangene und brachte 12 
schwer Verwundete zurück. Am 12. rückte der Feind unter 
fortwährenden Gefechten wieder gegen Augsburg. Eine Escadron 
des Regiments, durch die feindliche Uebermacht zurückgedrängt, 
zog nach Weissenhorn , die Franzosen wollten nachdringen, da 
ward ein Commando von einigen Mann zum Thore gestellt, 
um den Feind so lange aufzuhalten, bis die Escadron wieder 
abmarschirt war. Die wackern Uhlanen erfüllten ihren Auftrag, 
aber zahlten, wie einst die Spartaner an den Termopylen, mit 
Ausnahme des schwer verwundeten Gemeinen Kray ihren hoch- 
herzigen Widerstand mit dem Leben. 

Inzwischen gelang es dem französischen General Lecourbe 
bei Günzburg unter dem Schutze einer Batterie eine Brücke 
über die Donau zu schlagen, und diesen Fluss zu übersetzen. 
Dieser Uebergang führte eine ununterbrochene Beihe von Ge- 
fechten herbei, in welchen das Regiment fast täglich in den 
Kampf kam. So war dasselbe zugleich mit Kaiser-Hussaren am 
23. Juni bei Neresheim durch eine feindliche Cavallerie-Brigade 
umgangen, und insbesondere durch die rothen Hussaren heftig 
angegriffen worden. Beide Regimenter wichen dem ersten An- 
prall, vereinigten sich jedoch mit einer herbeieilenden Division 
Kinsky-Dragoner (jetzt Uhlanen Nr. 9), und warfen den Feind 
mit bedeutendem Verlust zurück. Dabei waren der Rittmeister 
Kropiwnicki und Lieuten ant Simon vereinzelt von feindlichen 
Grenadiers k cheval umringt, wurden aber durch Corporal 
Joachim Nowinski, der mit einigen Uhlanen herbeisprengte, 
noch glücklich gerettet. Corporal Chlumetzki eroberte mit 
einem Zuge Uhlanen eine schon verlorene Kanone wieder 
zurück. Auf dem Marsche gegen Nördlingen ward das Regi- 
ment zur Deckung der Artillerie -Reserve verwendet. Drei Mal 
wurde dasselbe wiederholt von einer durch Lecourbe detachirten 
Cavallerie- Abtheilung von 2 Regimentern angegriffen, schlug 
aber jedesmal die Attaque zurück, und brachte die ihm anver- 
traute Reserve in Sicherheit. Die kluge Leitung der Stabs- 
Offiziere, wie die Tapferkeit der Mannschaft wurde hierüber im 
Armee-Befehle öffentlich anerkannt. 

Am 25. Juni kam das Regiment, bei der Nachhut ver- 
wendet, nächst Neresheim, und am 27. bei dem nächst Ober- 
hausen stattgehabten Gefechte wieder in den Kampf. Bei dem 
letztern Orte war es, wo das tapfere Herz Latour d'Auvei'g- 
ne's des ersten Grenadiers von Frankreich durch die Lanze 
eines Uhlanen dieses Regiments durchbohrt wurde. (Bei einem 
Besuche des Musde d'Artillerie zu Paris, wurde dem Schreiber 
dieses, die noch mit dem Fähnlein versehene Pike jenes Uhla- 
nen gezeigt). Der Corporal Mathias Kosirlowicz, dann der 
Gemeine Stefan Siecz werden wegen ihrer kühnen Bravour 



23 

beim Angriffe in der Relation belobt. — Auch der Verlust dea 
Kegiments an diesem Tage war empfindlich, — denn es warea 
46 seiner tapfern Uhlanen gefallen. 

Zu gleicher Zeit hatte Oberstlieufenant Graf WalJmodcn 
mit seinem Streif-Commando bei Offenburg am 19. eine feind- 
liche Patrouille von 15 Mann aufgehoben, und zerstreute am 
selben Tage bei Altbreisach eine feindliche Colonne von 400 
Mann, von denen 6 Off'iziere und 230 Mann gefangen worden. 
Rittmeistor Graf Mier hatte sieli hteboi besonders hervorgethan, 
■wie auf allen den frühern, theilweise auch von ilun selbst ge- 
führten Streifzügen dieses Commandos durch seltene Bravour 
ausgezeichnet, er hatte ferner die Allarmirung des Feindes im 
Kinzingerthale mit einer Anzahl bewaffneter Bauern mit so 
gutem Erfolge durchgeführt, dass der Feind allenthalben daraus 
■vertrieben, mit Rüeklassung vieler Gefangenen bis in seine Ver- 
schanzungen von Kehl flüchten musste; — für alle diese tapfern 
und erfolgreichen Thalen erhielt Rittmeister Graf Mier 1801 
das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. 

Am 15. Juli erfolgte zu Parsdorf die AbschÜessung eines 
Waifenstillstandes, während welchem das Regiment in der Brigadu 
des GM. Graf Fresne) und der Division des FML. Fürst Öcbwar- 
zenberg in der Gegend von Hohenlinden stand. — Im Septem- 
ber d. J. kam das Regiment unter FML, Gi'af Klenau und 
GM. Mondet nach Stadt ain Hof. Bei erneuertem Ausbruch der 
Feindseligkeiten im November kam dasselbe geilen Ingolstadt 
und wurde später zur Besatzung von Regensburg und Straubing 
verwendet. Am 28. November war eine Sehwiidron des Regi- 
ments unter Rittmeister Schcibler gegen Nürnbeig entscniiet. 
In Pleinfeld erhielt Scheibler Kunde, dass das französische 7. 
schwere Cürassier-Regiment gegen diesen Ort in Anmarsch sei. 
Sogleich veilässt er Pleinfeld, legt sich an der Strasse in 
einem Walde in Hinterhalt, und föUt von hier aus über den 
völlig sorglosen Feind her. Auf der einen Seite durch schroffe 
Felsen, auf der andern durch einen unpraktikabeln Sumpf ein- 
geschlossen, kann sich die feindliche Truppe nicht entwickeln, 
und withnt auch die Angreifenden viel starker. Schrecken er- 
greift die Franzosen, die in ihrer wilden Flucht eine Stunde 
weit verfolgt werden, und 30 Leichen auf dem Kampfplätze, 
3 Offiziere und 44 Mann als gefangen zurücklassen mussten. 
In der Hitze des Angrifts hatte sich Rittmeister öcheibler, kühn 
wie immer, unter die Fliehenden gestürzt, und von den Seinen 
eine Strecke entfernt. Schon von mehreren feindlichen Reitern 
umringt, wird er nach wüthender Gegenwehr von den heran- 
sprengenden Gemeinen Carl Kiisziczki und Kasimir Marszewaki 
vor dem Tode oder mindestens sicherer Gefangennehmung ge- 
rettet. Beide Uhianen wurden mit einem Geldgeschenke be- 
lohnt. — Oberst Graf Wallmoden griff bei Lengenfeld eine aus 
Cavallerie und Infanterie zusammengesetzte feindliche Abtheilung 



23 

trotz ihrqr Ueberzahl an, nahm 70 Offiziere und 200 Mann 
gefangen, und erbeutete 60 Pferde. Bei Griesbach an der Alt- 
mübl war der Lieutenant Radötzki mit seinem 14 Mann starken 
Detachement durch eine feindliche Truppe von 120 Hussaren 
und 113 Infanteristen gefangen worden. 

Am 18. Dezember stiess der Oberstlieutenant Baron 
Brochowski, mit einer Escadron zur Recognoszirung gegen Nürn- 
berg ausgesendet, auf die feindliche Brigade Vali^re, die au9 
2 Va Bataillons Infanterie, 2 Schwadronen Cavallerie und 1 Kanone 
bestand. Der Kampf war ungleich und hart ; erst als die Uhla- 
nen sieh ihres tapfern ausgezeichneten Führers beraubt sahen, 
der von einer Kugel tödtlich getroffen sank, — und mehrere 
nebst ihm am Platze blieben, zogen sie sich unter verzweifelter 
Gegenwehr, die dem Feind den Sieg theuer machte, zurück. 
Die Escadron wäre ohne Zweifel ganz verloren gewesen, wenn 
nicht in dem Momente, als sie eben von dem überlegenen 
Gegner gänzlich eingeschlossen wurde, Corpora! Alexander 
Aldermann mit einer ausgesandten Seitenpatrouille zurückgekom- 
men, durch eine herzhafte Attaque seinen Cameraden die Kück- 
zugslinie eröffnet hätte. Die Gemeinen Stephan Pietrow und 
Albert Stepanek, welche mit eigener Lebensverachtung den 
sterbenden Oberstlieutenant Baron Brochowski aus den Händen 
der Feinde reissen wollten, erhielten Geldbelohnungen. Am 
selben Tage erhielt Rittmeister Scheibler die Nachricht, dass 
ein französischer General- Adjutant die kommende Nacht mit 100 
Pierden zu Oettingen übernachten werde. Er sitzt mit 50 
Uhlanen auf und erreicht nach einem zehnstündigen Marsch am 
19. um 2 Uhr Morgens jenen Ort, dessen Thore er aber ge- 
schlossen und bewacht fand. Ein eben ankommender Postillon 
muss sich als Estaffete melden, das Thor öffnete sich, die 
überraschte Thorwache ist im nächsten Augenblicke entwafihet, 
und so wie die andere Besatzung, zusammen etliche 50 Mann, 
mit Simde, Adjutanten des französischen General BarbouC; nebst 
noch einem Offizier gefangen, 60 Pferde aber, dann sämmtliche 
Bagage erbeutet. Rittmeister Scheibler erhielt für diese That, 
sowie für seine früher bei Pleinfeld bewiesene Bravour das 
Ritterkreuz des Maria Theresien-Orden s 1801. 

Am 22. Dezember hatte Oberst Graf Wallmoden mit 
dem Regimente Nürnberg besetzt. Nach dem bald darauf er- 
folgten definitiven Friedensschlüsse zu Lunneville, den 9. Febr. 
1801 marschirte das Regiment, das in diesem Feldzuge 159 
seiner Tapfern in deutscher Erde begraben hatte, in die Stabs- 
station Pardubitz in Böhmen, wo es bis zujm Ausbruch des 
Feldzugs 1805 verblieb. 

Das Regiment, zur österreichisch-deutschen Armee bestimmt, 
brach am 6. August 1805 unter der Führung seines Obersten 
Graf Wallmoden aus seiner Station auf, und marschirte nach 
Budweis. Sechs Escadrons stiessen von hier zu den andern nach 



24 

Baiern vorrückenden Truppen und wurden in d^e Bügade des 
GM. Graf Nostitz, in die Division ihres Inhabers FML. Graf 
Merveld und das Corps des FML. Baron Kienmayer eingetheilt. 
Die übrigen 2 Escadrons unter Oberstlieutenant Baron Bogdan, 
Anfangs zur Reserve-Armee gerechnet, stiessen aber später zum 
Corps des Erzh. Ferdinand. Am 6. Oktober hatte FML. Baron 
Kienmayer seine Truppen bei Donauwörth und Neuburg ge- 
sammelt, und erhielt die Aufgabe gegen die linke Flanke und 
den Bücken des Feindes zu operiren. Zwei Divisionen de» 
Regiments standen bei Aichstädt, eine Division unter Oberst 
Graf Wallmoden aber bei Ellwangen auf Vorposten. Am 8. 
unternahmen die französischen Generale Vandamme und Legrand 
mit bedeutenden Streitkräften eine Recognoszirung. Kienmayer, 
zu einem kräftigen Widerstand zu schwach, zog sich vom 
französischen^ General Bernadotte fortwährend verfolgt, nach 
einigen Vorpostengefechten, bei welchen die 1. Majors 1. Esc a- 
dron des Regiments 10 Mann an Todten und Gefangenen ein- 
büsste, auf der Münchnerstrasse gegen Schwabenhausen zurück, 
und von da bis gegen den Inn, wohin ihm auch Bernadotte 
folgte. In Folge der inzwischen eingetretenen Capitulation von 
Ulm, zog sich das Regiment mit den übrigen Truppen noch weiter 
zurück, und wurde am 2. November nach Steyer in Ob er Österreich 
beordert. An diesem Tage erhielt der Rittmeister Wilhelm Baron 
Mengen den Befehl mit seiner Escadron nach Leoben abzurücken, 
um ein feindliches Corps zu beobachten, welches dem Vernehmen 
nach von Salzburg über Brück an der Mur gegen Oesterreich 
im Anmärsche war. Während nun Mengen vorrückte, zog sich 
FML. Graf Merveld zurück, und sandte von den feindlichen 
Positionen bereits genauer informirt, auch an Mengen den Be- 
fehl umzukehren und zum Regimente einzurücken. Indessen war 
die Escadron zu weit vor, und ungeachtet eines angestrengten 
Marsches von 2 Tagen und 2 Nächten, war es besonders da, wo 
die steilen Gebirgswege es wiederholt nothwendig machten, dass 
die Truppe absass, und mit den Pferden an der Hand einzeln 
marschirte, unmöglich die Nachhut zu erreichen. Feindlicher In- 
fanterie, welche die Bergstege leichter passiren konnte, während 
selbe für Pferde fast ungangbar waren, gelang es, die Schwadron 
am 8. abzuschneiden. Der feindliche Commandant forderte die- 
selbe auf, sich zu ergeben, Mengen aber liess statt der Antwort 
aufsitzen, warf, eine Bergwiese zu seinem Manöver benützend, die 
feindliche Abtheilung, schlug sich durch und ward endlich nach 
einem zweistündigen Marsche der Arriere- Garde Mervelds ansichtig. 
Indessen hatte eine andere weit stärkere feindliche Colonne über 
Waidhofen und Gamming denMarsch der gedachten aus 2 Bataillons 
bestehenden Arriere-Garde umgangen, sie dergestalt vom Haupt- 
Corps abgeschnitten, und griff nun in dem Augenblicke als Mengen 
kam, diese kräftig an, während ein Detachement Chasseurs zur 
Seite einen steilen Berg erstiegen hatte, und gegen die Mitte der 



25 

Colonne ein heftiges Feuer eröfFnete. Dieses für unsere Truppen 
eben so unerwartete, als vom Feinde klug und kühn ausgeführte 
Manövre, wodurch sich letzterer zwischen der Haupt-Colonne 
und Arriere - Garde festsetzt, bringt in diese eine allgemeine 
Unordnung. Selbe wendet sich schon zur Flucht als Rittmeister 
Baron Mengen durch eine sich ihm in den Weg werfende 
feindliche Truppe, leider mit dem Verluste von 40 Mann an 
Todten und schwer Blessirten, sich durchhaut. Bei der Arriere- 
Garde angelangt, lässt er absitzen, und seine Uhlanen dann 
noch 150 Mann Infanterie, die sich ihm anschliessen, neuerlich gegen 
den schon triumphirenden Feind vorrücken. Er durchbricht die 
Linie des Gegners, erobert wieder 4 schon verlorne Kanonen, 
und macht es möglich, dass die Arriere-Garde Mervelds die 
Strasse wieder gewinnen und zur Hauptcolonne einrücken kann. 
Durch diese kühne That waren nicht nur 2 Bataillons, die auf 
dem Punkte standen gefangen zu werden, gerettet, sondern auch 
ÖOO Franzosen durch Mongens Umsicht und Tapferkeit gefangen, 
wie auch das Gros des nachrückenden feindlichen Armee- 
Corps in seinem Vordringen aufgehalten worden. Dieses helden- 
müthige folgenreiche Benehmen verschaffte dem Rittmeister 
Wilhelm Baron Mengen das Ritterkreuz des Maria-Theresien- 
Ordens (1806) und von seiner Escadron erhielten für ihre 
ausserordentlichen Leistungen der Gemeine Nicolaus Dombrowski 
die goldene und Wachtmeister Johann Leiser, dann Gemeiner 
Mathias Kozlowski die silberne Tapferkeits-Medaille. 

Am 9. wurde FML. Graf Merveld, der Maria-Zeil besetzt 
gehalten hatte, vom französischen Marschall Davoust angegriffen 
und geschlagen, sowie nach Brück gedrängt. Dabei wurden 
3 Escadrons des Regiments, die zwischen Maria-Zeil und Lilien- 
feld als Piket aufgestellt waren , von seinen Truppen getrennt, 
und marschirten unter Oberst Graf Wallmoden gegen Mürzzu- 
schlag, von wo sie sich südwärts wandten und in Fürstcnfeld 
wieder zu ihrem Corps stiessen. Zu erwähnen ist der aus 
Fürstenfeld erlassene Corps-Befehl vom 13. November des FML. 
Graf Merveld, welcher für das Regiment zu ehrenvoll ist, 
um ihn zu übergehen. Er lautet wörtlich: „Mit Vergnügen und 
„Beruhigung sehe ich, dass das meinen Namen führende 1. Uhla- 
,,nen-Regiment in der nur zu sehr über Hand genommenen 
„Zerrüttung, sich noch durch Standhaftigkeit, Ehrgefühl, Ordnung 
„und alle jene Eigenschaften auszeichnet, die eigentlich den 
„Soldaten charakterisiren ; ich hoffe mit Zuversicht, dass das 
„Regiment noch ferner dem Zutrauen entsprechen wird, dass ich 
„mit Recht bei Zusammensetzung des Offiziers-Corps auf die 
„einzelne Denkungsart der Herrn Offiziers zu gründen Ursache 
„zu haben glaubte, dass jeder im einzelnen und alle zusammen die 
„letzten Kräfte, anstrengen werden, um die durch wenige Unwürdige 
„herabgewürdigte Ehre des seit Jahrhunderten ruhmvoll bestan- 
„denen Rufes österreichischer Waffen aufrecht zu erhalten. 



Pie 



■ »Itiii rßcbne niit Zuversicht auf die Standliafttj2;keit, Disziplin 
B „lind Ordnung des Rogimcnts; daas nichts dessen Muth, nichts 
B „dessen Ordaung und Disziplin erweichen wird, und sollte ein 
H „ausserster Fall möglich sein, so -werde ich stets mich selbst an 
B „das Regiment anschlieasen, mit selbem ehrenvoll meine Tage, die 
B „Laufbahn des Soldaten luhmvoll zu schliessen wissen. — Doch 
B „weit von solchem Unglück entfernt, leuchtet bloss Griück und 
B „Ehre für die Zukunft. Diese und blutige flache an unsern Fcindea 
B „werden ehrenvoll diese Feldziige für jene krönen, die den Pflich- 
„ten ihres Standes treu bleiben." — 

Gewiss ein für beide Theile höchst ehrender Befehl, der die 
Stimmung und den Stand dieses durch Mangel, — durch den 
Terrain nothwendig gemachte Zersplitterung, und endlich durch 
den letzten vom Feinde erhaltenen Schlag gedrückten Corps 
beurkundet. Inzwischen hatten die bei dem Corps des Erzh. 
Ferdinand bei Ulm gestandenen 2 Escadrona des Regiments 

► ehrenvollen Antheil an allen Beschwerden des Rückzuges der 
Cavallerie nach Böhmen genommen, und am 5, Dezember bei 
der Dclogirung des Feindes ans Steken mitgewirkt. Bei Pfauen- 
dorf, als sich der verfolgte Gegner nochmals stellen wollte, 
attaquirte Oberstlieutenant Baron Bogdan mit seiner Division den 
vorstürmenden Feind, brachte ihn übei- wiederholte Ätlaquen zur 
Flucht, und nabm den baierischon Major Rechberg mit 50 Mann 
gefangen, den Rest verfolgte er aber bis Iglau. In diesem 
Gefechte hatten die beiden Rittmeister Laug und Fichtel durch 
ihre Bravour und ihr Beispiel die Truppe begeistert, und so 

»zu dem Erfolge wesentlich beigetragen; von der Mannschaft 
dieser Division aber hatten sieh insbesondere die Corporale Joh. 
Petrowski, Joseph Weiss und Joseph Slassulki, so auch der Ge- 
meine Mathias Demitro der Oberstlieutenants 1., dann der 
Wachtmeister Friedrich Berndt, Corporal Sigmund Jahn, und 
die Gemeinen Pasternak und Joseph Jurkiowicz der Oberstlieute- 
nants 2. Escadron vorzüglieb ausi^ezölchiiet, und ci-hiolten säramt- 
lich silberne Tapferkeits-Me daillen. Der Oberstlieutenant 
Baron Bogdan aber, der am 7, erneuert bei Pfauendorf durch 
eine eben so kühne als glückliche Attaque der baieriachen 
Vorhut seine kaltblütige Tapferkeit bewährte, und schon als 
Rittmeister bei Sehwarzenberg-Ublaneo sich den Maria There- 
sien-Or d en erworben hatte, wurde in der Relation mit Aus- 
zeichnung Sr. Majestät dem Kaiser anempfohlen Rittmeister Baron 
öcheibler war während dieser Zeit (am liS. October) mit 100 Uhla- 
nen, und 150 Grenzern des Brooder-Regiments auf ein Streif- 
Commando gegen VJiesshofen ausgesendet worden, musste sich 
jedoch bei dem Vordringen des Feindes auf Passau, und am 3, 
Jvovember auf Mauthhausen zurückziehen. Hier erhielt er die Nach- 
riebt, dass die in Urfahr zur Deckung des Brücken-Baues bei Linz 
stehenden französischen Posten sich ganz sicher glauben, er benützt 
diesfln Umstand und überfallt den arglosen Feind. Glück krönt 



27 

wie immer seine muthige Tliat, 10 Offiziere und 20 Mann, die sich 
widersetzen, werden niedergestochen, 6 Offiziere und 53 Mann 
gefangen, und 28 Pferde erbeutet. Scheibler giebt hierauf alle zum 
Brückenschlag bereit gehaltenen Schiffe den Wellen preis, lässt 
eben so das vorgerichtete Holz in den Strom werfen, und erreicht 
Mauthhausen ohne Verlust. Von der Mannschaft hatten sich dabei 
vorzüglich der Corporal Onufrius Kostricki und Gemeiner Peter 
Wukailow durch Umsicht und Bravour ausgezeichnet, und erhielten 
beide die silberne Tapferkeits-Medaille. Scheibler hier- 
über Major geworden, zog sich nach Böhmen zurück. Nächst 
Tabor stösst er am 29. auf ein französisches Cavallerie-Commando, 
das sich in Iglau mit den daselbst befindlichen Baiern vereinigen 
sollte. Er greift es an, nimmt einen Escadrons-Chef mit 21 Hus- 
saren gefangen, wirft den Rest der Feinde gegen Pilgram, und 
erbeutet ein Magazin nebst 26 Pferden. — Mittlerweile war FML. 
Graf Merveld mit seinem Corps über Oedenburg nach Raab mar- 
schirt, und erhielt hier den Befehl, sich mit der in Mähren stehen- 
den österreichisch-russischen Armee zu vereinigen. Er passirte bei 
Medvet die Donau, und zog sich über Tyrnau in das südöstliche 
Mähren. Am 2. Dezember wurde die Drei Kaiser - Schlacht bei 
Austerlitz geschlagen, an welcher das Regiment zwar keinen unmit- 
telbaren Antheil nahm, jedoch wurden in den noch am 3. stattge- 
habten kleineren Patrouillen Gefechten durch die Mannschaft des 
Regiments mehrere Gefangene und 15 Beute-Pferde eingebracht. 
Das Regiment, das um Lundenburg gelegen war, kam am 8. 
nach Malaczka, am 10. aber besetzte es das linke March-Ufer 
von Shazin bis Teban. Der Stand der 6 Escadrons war in 
Folge der während dieses Feldzuges erlittenen starken Verluste 
auf 378 Mann herabgesunken. Ausser den bereits erwähnten, 
waren in diesem Feldzuge noch der Regiments-Cadet Benedikt 
Rossner, und die Wachtmeister Johann Lüon und Elias Pre- 
chowski mit silbernen Tapferkeits-Medaillen decorirt 
worden. Nach dem, am 27. Dezember 1805 zu Pressburg abge- 
schlossenen Frieden, marschirte das Regiment nach Böhmen, zog 
unterwegs die bei dem Corps des Erzh. Ferdinand gestandene 
Oberstlieutenants -Division an sich, und bezog die Stabs -Station 
Gabel, von wo es auf Bischof-Teinitz, und im Spätherbst 1806 
in die Friedens-Station Klattau marschirte. 

Bei der Conzentrirung der österreichischen Armee vor 
Ausbruch des Feldzugs 180D erhielt auch das Regiment am 
16. Februar den Befehl, dass die Oberstlieutenants 1. Esca- 
dron nach Eger, und die 2. nach Plan abzurücken^ habe. 
Bezüglich der Ergänzung seines Standes wurde dem Regimente 
die Werb -Station Tarnow mit den Samborer, Pzemissler, Sano- 
ker, Rzeszower, Jasloer, Tarnower und Sandecer Kreisen zuge- 
wiesen, und der Oberlieutcnant Ugrinovich mit 1 Wachtmeister, 
6 Corporalen und ebenso viel Gemeinen dahin kommandirt. 
Die Reserve-Escadron wurde dem Rittmeister Lubkowski über- 



2S 

^ahc.n, anfaiigs nach Przeslilz uud Dobrzan, dann aber nach 
Königgralz verlegt, und das Regiment mit 1. März auf dem 
Kriegsfuss gesetzt. Dasselbe wurde zu dem m« Pilsen sich sam- 
melnden 2. Armee-Corps des FZM. Grafen Kollowrat, in die 
Division des FML. Graf Klenau, und die Brigade des GM. Graf 
Crenuoviile elng-etheiJt, und traf am 16. März in Teinitz ein. 

Am 10. April überschritt dieses Armee-Corps die baJeri- 
sche Grenze an 4 Punkten, das Regiment bei Eisendorf, ohne 
irgend einen Widerstand zu finden. 

Am 11, rückte das Corps bis auf Weinberg vor, 2 Escadronen 
des Regiments nebst einem Dctachement des 7, Feld-Jäger-Batail- 
lons wurden unter dem Oberst Stefanini über Hirscliau gegen 
Amberg, und ein Strcif-Commando unter Rittmeister Baron Malio- 
wetz vom Kegimente gegen Neuburg und Retz entsendet, um den 
Feind aufzusuclien, und Nachrichten von dessen Siellung oder 
Bewegungen einzuziehen. Oberst Stefnnini allein stiess auf den 
Feind, der bedeulend stärker, nachdem er anfanglich geworfen, 
Unlerstiitzungen an sich gezogen hatte, ihn zwang sich mit seinem 
Delacliement auf Hirschan zurückzuziehen. Bei diesem Gefechte 
hatte sich der Corporal Gravalowski des Regiments hervorgethan, 
indem er mehrere Jäger, die sich zuweit beim Piänkoln vorgewagt 
hatten, und gefangen worden wären, durch eine mit 10 Ublanen 
ausgeführte glückliche Attaque befreite. — 

Am folgenden Tage eilte FML. GrafKlenau mit einem Theil 
der Avant-Gardo nach Amberg, um den Feind dort zu einem 
Gefechte zu engagiren, fand aber diese Stadt geräumt, und die 
Gegner nach Ursensollen gewichen. Von hier aus grifien die.se 
letzlern die unter Major Graf Mensdorff des Regiments vor Amberg 
aufgestellten Vorposten in überlegener Stärke an, und besetzten 
diese Stadt, — als aber Oberst Stefanini mit seinem Detachement 
über Göbenbach gegen Amberg niarscliirte, und sie hiedurch sich 
im Rücken bedroht saben, zogen sie zurück, und räumten lebhaft 
verfolgt, mit Verlust mehrerer Gefangener die Stadt. Das Gefecht 
■war theilweise sehr heftig gewesen, der Major Graf Mensdorff war 
bedeutend verwundet worden, und es hatte die ganze dabei befind- 
liehe Abtheilung des Regiments, selbes mit ausgezeichneter und 
öffentlich anerkannter Bravour überstanden. Vorzüglich aber hatten 
sich die Ühlanen Joseph Stehlik, Peter Petrowicz, Jaworski, Jobann 
Praszynski, Felix Widinejow, und Thomas Streuhuber hervorge- 
than. — Sleblik und Petrowicz gewahrten, wie der Oberlicutenant 
De Vins, in seiner Kampflu.st zu weit vorgedrungen, durch zwölf 
fi-anzönische Reiter umrungen wird. Sie greifen sogleich die feind- 
liche Truppe an, tödten mehrere, und eröffnen so, obgleich selbst 
verwundet, dem schon hart bedrängten Offizier die Bahn sich durch- 
zuhauen. Jaworski eilte einer bereits abgescbiiittenen Jager-Abthei- 
lung zu Hilfe, attaquirt mit einigen Kameraden den verfolgen- 
den Feind, bringt ihn einige Augenblicke zum Weichen, und 
bewirkt dadurch, dasg die Jager ihren Unterstljtzungs - Posten 



29 

erreichen. Praszynski gleich bei Beginn des Gefechtes verwun- 
dety blieb jedoch dessen ungeachtet am Kampfplatz^ und rettete 
den von 3 Chasseurs lebhaft verfolgten Lieutenant Alexandro- 
wicz, indem er zwei dieser Verfolger niedermachte. Widinejow 
gleichfalls bedeutend verwundet, wollte sich nicht aus dem Gefechte 
begeben, befreite seinen schon gefangenen Zugs-Corporalen, ergriff 
dessen Gegner, überiiess es aber andern Cameraden denselben 
als gefangen zurückzubringen, und stürzte sich von neuem in's 
Gefecht. Streuhuber endlich eilte dem Oberlieutenant Grünwald, 
dessen Pferd getödtet, und der von mehreren Chasseurs umrun- 
gen in Gefahr stand, niedergehauen zu werden, zu Hilfe, ver- 
jagte die Feinde, gab dem Oberlieutenant sein Pferd, schwang 
sich auf ein erbeutetes, und eilte auf selbem abermals zu seinen 
im dichtesten Handgemenge kämpfenden Kameraden zurück. 
Stehlik, Petrowicz, Praszynski, Widinejow und Streuhuber erhielten 
die silberne Tapferkeits-Medaille, und der Gemeine Jaworski 
wurde öffentlich belobt. 

Am 19. war das Regiment bei dem Angriff, und der 
Tags darauf erfolgten Capitulation von Stadt am Hof; am 21. 
war in der Nähe von Regensburg die 2. Majors 1. Escadron 
durch ein französisches Cavallerie-Regiment attaquirt, und gänzlich 
umzingelt worden. Obwohl es den Uhlanen gelang, sich mit 
verzweifelter Gegenwehr herauszuhauen, so war doch dieser 
Erfolg theuer erkauft, denn der Rittmeister Baron Mallowetz 
wurde tödtlich, die Oberlieutenants Müller und Baron Gottes- 
heim schwer verwundet, und Lieutenant Alexandrowicz gerieth, 
als er durch einen starken Säbelhieb auf die Czapka betäubt 
vom Pferde sank, in feindliche Gefangenschaft. 

Am 22. wurden die gesammten 30 Escadrons des Kollo- 
wratischen Corps, worunter auch das Regiment unter Befehl 
des ^ML. Graf KJenau nach Unter-Weiting zur Unterstützung 
der Arriere- Garde der Haupt- Armee gesendet, und daselbst von 
9 feindlichen Cavallerie-Brigaden stürmisch angegriffen, mussten 
sie endlich der Uebermacht weichen. Das Regiment vertheidigte 
am 2ii. die Brücke bei Regensburg, die der Feind zu forciren 
alle Mittel aufboth, und behauptete dieselbe mit unendlicher Kraft- 
Anstrengung bis das Armee-Corps auf Regenstauf abmarschirt 
war, und der Befehl zum Rückzuge auch dem Regimente zukam. 
Dieses blutige Gefecht hatte dem Regimente allein einen Verlust 
von 200 Todten und Blessirten gekostet, und auch hier hatten 
wieder mehrere von der Mannschaft Gelegenheit zur AuszeicH- 
nung gefunden. Am 22. war der Oberlieutenant Graf Belrupt 
gestürzt, und lag vom Feinde schon umrungen, da gewahrten 
der Corporal Luczinski und Gemeiner Johann Reuter seine Gefahr, 
eilten ihm zu Hilfe, und während Luczinski dem Oberlieutenant 
aus seiner peinlichen Lage half, sein Pferd anbot, und ihn nach 
Regensburg führte, jagte Reuter die Feinde in die Flucht, und 
erbeutete daselbst noch ein Pferd. Auf ähnliche Weise rettete 



80 

aacli Corporal Spechtner und Gemeiner Joseph Kopiec am 23, 

dem Rittmeiatei- Pielsticker, und letzterer noch iusbesondore einem 
verwundeten Kameraden; der Gemeine Ferdinand Anismo dem 
schwer blessirteo ObeHieutenant Müller das Leben. Der Cor- 
poral Elbel aber hatte, als der Feind durch die beschleunigte 
Besetzung der zunächst der Brücke gelegenen Häuser, — einem 
Theile der Besatzung von Regensburg den Rückzug abschnitt, 
littelst Kähnen noch 80 Mann und Pferde gerettet, ungeachtet 
in heftiges Feuer des Feindes dieses Unternehmen zu vereiteln 
suchte, Reuter und Kopiec erhielten silberneTapferkei ts- 
Medaillen, Spechtner und Luszinaki Goldbelohnungen, und Elbel 
ward öffentlich belobt, — Nach einem bei Nittenau zurückgewie- 
icn erbitterten Angriff dos Feindes kam das Regiment am 26, 
in das Lager bei Cham. Bei dem allgemeinen Ruckzuge der Armee 
wurden 6 Escadrons des Regiments in der Brigade Crenneviile der 
Truppen-Division des FML, ISommariva zugewiesen, und in das 
111. Armee-Corps eingetheilt, die 1. Majors-Division unter Major 
Haiju kam aber zur Beobachtung der sächsisclien Grenze nach 
den nördlichen Böhmen, und zwar der Rittmeister Wilhelm Baron 
Mengen mit der 1. Escadron zur Brigade des GM. Radivojevich, 
die 2. unter Rittmeister Wagner und Major Haim zu der bei 
Theresien Stadt stehenden fliegenden Brigade des GM. Am Ende. — 
Bei dem Rückzuge nach Oesterreich folgten feindliche Patrouillen 
der Arriere-Garde hart auf den Fuss, was wiederholt kleine Ge- 
feciile herbeizog. So hatte bei Glosau ein feindliches Detache- 
ment von 1 Offizier und 12 Hussaren mehrere der zurückgeblie- 
benen österreichischen Flankier umzingelt, und würde sie zuver- 
lässig gefangen genommen haben, wenn nicht Corporal Folanaki 
mk 4 Uhlanen herbeigeeilt, den Feind durch eine rasche Atiaque 
geworfen, und ihm 3 Mann und 5 Pferde abgenommen hätte, 
wofür Polanaki mit der silbernen Tapforkeits-Medaille belohnt 
wurde. Am 8. Mai kamen die 6 bei der Division Sommariva 
zugetheilten Escadrons in das Lager bei Unterhayd an der 
bölimisch-oherösterreichischen Grenze, am 16. rückte das Regi- 
ment mit den übrigen Truppen nach Freistadt, um am folgen- 
den Tage zum Angriff des indessen bei Linz sich festsetzenden 
Feindes vorzugehen. Sommariva mit 10 Bataillons Infanterie und 
2 Escadrons des Regiments, zusammen 4400 Mann stark, traf 
den 17. Morgens bei Helmannsöd ein, zur Sicherstcllung des 
Defil^es unter diesem Orte wurde ein Detacheraent bestimmt, 
und die durch andere Truppen des IIL Corps verstärkte Haupt- 
Colonne (hei welcher nun 4 liscadrons des Regiments) zog über 
Gallneukirchen auf die Höbe des Pfennig-Berges. GM. Graf Cren- 
neviile sliesa zuerst auf den Feind, verjagte ihn aus Katzbach, 
und nahm Dornach. Indessen sah man feindliehe Colonnen von 
Linz über die Donau-Brücke auf das linke Ufer marschiren, und 
das sächsisch -französische Corps war in Linz zur Unterstützung 
des Feindes eingetroffen. Das Dorf Dornach war das erste 



81 

Augenmerk des nun mit Heftigkeit angreifenden Gegners. Graf 
Crenneville vertlieidigte es eben so mnsichtig als tapfer, musate 
über nach langem Kampfe der feindliclien XJebermacht weichen. 
Der zur Ärriore-Garde commandirte Major Graf Mensdorff des 
lieyimenta schlag dabei die wiederholten AngriiFe des andringen- 
den weit überlegenen Feindes mit ausgezeichneter Tapferkeit 
zurück, und erhielt 3 Wunden. Mitten im Handgemenge ward 
dem Rittmeister Ludwig Buron Mandel das Pferd getödtet. Da 
springt der Corporal Vincenz Strohner vom Pferde, gibt es 
seinem Rittmeister, und stürzt sich mit dem Säbel in der Faust 
erneuert auf den Feind. Hier haut er einen französischen Offi- 
zier vom Pferde, schwingt sich auf selbes, und reiht sich, so 
frisch beritten gemacht, unter seine Kameraden. Strohner erhielt 
für diese That die goldene Tapferkeita- Medaille, und 
ein Geschenk von lüOO Gulden Bankozettoln. Auf diesem Rückzüge 
halle sich der Gemeine Johann Muchelbacher eine öffentliche 
Belobung verdient, indem er ohne erhaltenen Befehl vom Fferde 
ubsass, und mit mehreren Kameraden 2 Munitiona- Karren auf 
eine Anhöhe brachte, wo sie vor dem Feinde gesichert waren. 
Kaum hatte er sich wieder auf sein Pferd geschwungen, so sah 
er einen österreichischen Jäger-Offizier auf dem Intervolle zwi- 
schen unserer Nachhut und dem Feinde schwer verwundet liegen. 
Er eilte trotz des heftigen feindlichen Feuers zu selbem, gab ihm 
sein Pferd, und brachte ihn glücklich zur Truppe zurück. Auf 
eine Patrouille gegen Freistadt ausgeschickt, hatte der Corporal 
Marinovski gesehen, dass ein Detachement kaiserlicher Jäger durch 
eine starke französische Cavallerie- Abtheilung zerstreut wurde. 
Er eilte herbei, hieb mit Entschlossenheit ein, verschaffte den 
Jägern Zeit sich schnell zu formiren, und hielt nun so lange 
die erneuerten feindlichen Angriffe aus, bis ihm eine andere Ab- 
theilung Uhlanen zu Hilfe kam, und den Feind in die Flucht 
schlug. Marinowski wurde dafür öffentlich belobt. 

Auch die an der Nord-Grenze Böhmens detachirte 1. Majors- 
Division des Regiments hatte an den Diversionen Radivojevich's in's 
Baireulbische und Am Ende's in's Sächsische lebhaften Antheil ge- 
nommen. General Am Ende marschirte am 14. Juni bis Dresden 
in Verbindung mit dem Herzog von Braunschweig -Gels und eini- 
gen hessischen Truppen- Abtheilungen, kam derselbe über Meisaen 
und Oschatz bis Leipzig, und zog sich dann mit bedeutender 
Beute von Kriegs- Vorräthen nach Böhmen zurück. — GM. Radi- 
vojevich dagegen war am U. Juni nach Eger, und von da gegen 
Baireuth marschirt. Bei Gefres war er am 11. mit den feindlichen 
Vorposten zusammengestossen, und hatte den Feind zurückgedrängt, 
doch war der Oberiieutenant Adolf von Mengen des Regiments 
hier verwundet worden. Hierauf entsendete GM. Radivojevich den 
Rittmeister Wilhelm Baron Mengen mit einem Streif- Commando 
gegen Bamberg. Derselbe überraschte unterwegs einen feindlichen 
»US 72 Wägen bestehenden Militär-Transport, warf die zu dessen 



[ 



Betfung herbeieilende Cavallorie-Abtheilung;, nahm einen grossen 
Theil gefangen, und erbeutete den ganzen Wagenzug. In der 
Nähe von Würzburg stiesa der zu Mcngens Commando gehSrige, 
mit 5 Camoraden auf Patrouille ausgeächickte Gemeine Menge- 
rowski auf einen Transport von G Wägen mit Spitals -Requisiten, 
der von 12 baierischen Dragonern escortirt wurde. Ohne Zandern 
griff er den Feind an, tödteto 2 Mann, verwundete mehrere, und 
führte die von den entfiieli enden Baiern ihm überlassenen Wägen 
«um Commando zurüek. 

Am 15. Mai war der Corporal Ludwig Kowowski auf Strau- 
bingen vorgedrungen, und erfuhr hier, dass sich im Dorfe meh- 
rere Wägen mit Kriegs-Gefangenen befinden. Mit 2 Uhlanen reitet 
er in der Absicht diese zu befreien in den Ort, stösst aber auf 
die 30 Infanteristen starke feindliche Bedeckung. Diese Uebormacht 
schreckt ihn jedoch nicht, er attaquirt, tö'dtet mehrere, bringt die 
andern zum Weichen, und macht mit Hilfe seiner befreiten Kame- 
raden 12 Feinde zu Gefangene. Mengerowski wurde mit der silbernen, 
und Kowowski mit der goldenen Tapferkeits- Medaille geziert. 
Rittmeister Baron Mengen aber, der am 18. Juni mit seinem Com- 
mando einrückte, wurde zum Major bei Erzh. Carl-Ühlanen beför- 
dert. — Da zogen der König Jörome und der Marschall Junot 
mit einem ungefähr 8000 Mann starken Corps gegen Baireuth 
vor, und bewirkten hiedurch dass GM. Radivojovich naeh eini- 
gen kloinen Gefechten bei Nürnberg, Weissenfeid und Baiera- 
dorf den 27., 28. und 29. Juni auf Gefres zuriiekmarschirte. 
Bei Bindloch am 7. Juü kam es noch zu einem Gefechte, in 
welchem der Rittmeister Ilonorius Thekuscli durch einen Schuas 
in das Kien schwer verwundet wurde. Rittmeister Mühlenfela 
brachte auf einem Streif-Comnuando den durch den Uhlanen 
Lefdbre gefangenen französischen General -Intendanten Tournot 
glücklich ein. Nach einigen Diversionen gegen Baireuth zogen 
sich die österreichischen Truppen nach Hof zurück, am 17. Juli, 
an welchem Tage die Nachricht von dem abgeschlossenen Waf- 
fenstillstände einlangte. — Die bei der Division Sommariva in 
Oberösterreich an der Süd-Grenze Böhmens gebliebenen 6 Eaea- 
drona des Regiments hatten vielfältige Streif- Commanden aus- 
geschickt, den Feind fortwährend beunruhigt, und es war ihnen 
häufig gelungen, deuiselben Schaden zuzufügen, und Vortheile zu 
erringen, wie auch einzelnen Leuten die Gelegenheit zur Aus- 
zeichnung gegeben ward. So war Rittmeister Lang mit einem 
Flügel der Oberstlieutenants 1. Escadron, dann einer Com- 
pagnie Jäger auf Gallneukirchen abgegangen. Ungefähr eine 
Stunde davon, stösst er auf ein feindliches Detachement von 25 
Cavalleristen und 50 Mann Infanterie. Er iässt sein Commando 
sich aufstellen, und attaquirt bloss mit 8 Uhlanen den Feind. 
Dieser weicht, aber Lang von der Hitze zu weit vorwärts geleitet, 
wird umrungen, und ist auf dem Punkte zusammengehauen zu 
worden, als die Uhlanen Martin Tibnrski und Caspar Kicwicz zu 




9i 

IHlfe eilen, mehrere Feinde niedermachen, und so ihrem Rittmeister 
das Leben retten. Kiewitz erhielt die silberne, und der seit 1796 
mit dieser decorirte Gemeine Martin Tiburski wurde mit der gol- 
denen Medaille belohnt. Ein schwer verwundeter feindlicher Offizier 
nebst mehreren Leuten wurde von den Uhlanen gefangen, und 
2 Pferde erbeutet. — Rittmeister Baron Mandel wurde mit einem 
aus 40 Uhlanen, 10 Jägern, 14 Grenzern und 50 Landwehrmännern 
bestehenden Commando ausgesendet, um das obere Mühlviertel 
zu decken, und gegen Vielshofen und Passau zu debouchiren. 
Am 5. Juli Abends übersetzte er sein Commando bei Klingmühl, 
um das bei Altendorf zur Deckung des Passauer Depots stehende 
feindliche Piket aufzuheben, zog über Pangration und St. Egydi, 
wo er auf den steilen Wegen seine Uhlanen absitzen, und zu 
Fuss marschiren Hess, und kam um ^/zS Uhr gegen Altendorf. 
Aber das französische Piket stand gegen jeden Angriff in voller 
Bereitschaft. Nun wurde der Feind von einer Seite durch die 
Infanterie mit gefälltem Bajonnete unter dem Jägerlieutenant Knerl 
angegriffen, während Rittmeister Baron Mandel mit dem Ober- 
lieutenant Ludwig Graf Tige die Uhlanen von der andern Seite 
zur Attaque vorführte. Die völlige Auflösung des feindlichen 
Detachements war die Folge, viele desselben waren getödtet, 
viele schwer verwundet, und 1 Wachtmeister mit 7 Mann als 
Gefangene, 10 Pferde als erkämpfte Beute von den Uhlanen 
zurückgebracht. Nach mehreren ähnlichen Handstreichen, bei denen 
die Oberlieutenants Gerstecker und De-Vins verwundet wurden^ 
erhielt am 13. Juli FML. Sommariva den Befehl, zum Rück 
zuge in das Innere von Böhmen. 

Am 23. Juli rückte auch zu Neuhaus, wo das Regiment 
bis zum hereinbrechenden Winter blieb, die 1. Majors-Division 
wieder zu demselben ein. Am V, November endlich, nach mitt- 
lerweile zu Wien den 14. October abgeschlossenem Frieden, 
marschirte das Regiment in die Stabs-Station Pardubitz. — 

Im Jahre 1812 wechselte dasselbe häufig seine Stationen 
und marschirte Ende Jänner über Brunn nach Gaja, in Mähren, 
am 5. Juni nach Tyrnau, und von da Anfangs Juli nach Gyöngyös 
und Umgegend, von wo es nach kurzem Aufenthalt die Stabs- 
Station Gross-Topolcsan bezog. — 

Am 1. Juli 1813 wurde das Regiment auf Kriegsfuss 
und nach Oedenburg in Marsch gesetzt. Es wurden 6 Escadrons 
zu der in Innerösterreich sich sammelnden und operirenden Armee 
des FZM. Baron Hiller bestimmt, und zu ihrer Completirung 
die 2, Majors-Division in selbe völlig eingetheilt. Die Cadres 
dieser letztern blieben in Gross-Topolcsan zurück, und dahin 
wurden alle Urlauber schleunigst einberufen, um diese Division 
neu zu organisiren. 

Am 8. Juli traf das Regiment in Oedenburg ein, blieb 
bis 10., und marschirte sodann über Gratz nach Mösskirchen, 
und von da ungefiihr 2 Wochen später nach Völkermarkt, wo 

8 



eü anfi&nglich in die Brigade des 6M. Graf Vecsey eingetheilt 
wurde. Auf die am 14. August eingelangte offisielle Naclirichf^ 
daas Oesterreieh der Coalition gegen Frankreich beigetreten 
sei, und der Vizekö'nig von Italien Prinz Eugen Beaaharoaifl 
hierüber Laibach besetzte, wurde die unter GM. Fölaeia bei Cilli 
stehende Avant -Garde der Hillerschen Armee am 16. yerstlrk^ 
und zu diesem Zwecke nebst mehreren andern Truppen auch die 
Oberstlieutenants-Di vision des Regiments dahin beordert. 
Oeneral Fölseis rückte über St. Oswald und Stein gegen Laibach 
vor, indessen die Oberst- und 1. Majors-Division des Regiments 
vom FML. Baron Frimont zur Besetzung des Loiblberges in das 
Drauthal beordert wurden. Diese beiden letztem ; der am Loibl 
aufgestellten Brigade Mayer zugewiesen, hatten bei der Verthei- 
digung dieser Posten, als die Franzosen am 27. einen Angriff 
unternommen hatten, thätigen Antheil. 

Am 29. August wollte der Feind Feistritz foreiren, ward 
aber auch hier zurückgetrieben. Dabei war es geschehen, dass 
die Oberstlicutenants 2. Escadron des Regiments durch eine 
überlegene französische Cavallerie- Abtheilung angegriffen wurde. 
Rittmeister Müller, beordert die feindliche Flanke mit einem 
Flügel zu umgehen, stiess unerwartet auf ein starkes franEösi- 
Hches Corps und wäre, selbst bedeutend verwundet» wahrschein- 
lich abgeschnitten und gefangen worden, wenn nicht Corporal 
Daun, der mit einigen Mann seitwärts detachirt war, die g^ahr- 
voUe Lage seines Rittmeisters gesehen, mit den wenigen Uhla- 
nen, die er bei sich hatte, einen verzweiflungsvollen Angriff 
gcthan, den Feind hiedurch zum Wanken gebracht, und so der 
schon in Verwirrung gerathenen Truppe Zeit verschafi% hätte, 
sich zu ordnen und durch einen erneuerten Angriff den Feind 
zum Rückzuge zu zwingen. Daun, dessen muthige That so 
folgenreich war, dass hiedurch die Strasse gegen Laibach vom 
Feinde gesäubert werden konnte, ward mit der goldenen 
Tapferkeits-Medaille belohnt. 

Nun rückte FML. Baron Radivojevich gegen Laibaeh vor, 
und General Fölseis sandte ein Detachement vom Regimente 
gegen Krainburg , das ein feindliches Piket daselbst aufhob und 
durch die verrammelten Strassen jenes Ortes vordrang. In den 
Gefechten bei Feistritz den 6. und bei Lippa den 7. September 
wirkten einige Abtheilungen des Regimentes mit. — Bei dem 
biegreichen Treffen des 8. Septembers vor Krainburg, wo der 
französische General Belloti schwer verwundet, in Gefangenschaft 
Jiel, hatte die Oberstlieutenants-Di vision des Regiments 
thätigbt mitgewirkt, und die Rittmeister Thekusch und Pielsticker 
weh durch umsichtige und tapfere Führung der beiden Esca- 
dronen aubgezeichnet. — Am 18. wurde St. Ylgen durch eine 
Division des itegimcnts besetzt, wo dieselbe zur Verfolgung des 
Feindes einzelne Detachemoats aussandte, und zu dessen Rück- 
züge viel beitrug. Zwei Kscadrons des Regiments kamen Bor 



35 

Brigade Vlasits und eine derselben nahm an der Recognoszirung 
Theil, die Frimont am 27. gegen Hardt vornahm und in Folge 
welcher sich bei diesem Orte ein kleines Gefecht ergab, das 
mit der Zurückweisung des Feindes endete. — FML. ßadivoje- 
vich und GM. Föiseis, welch' letzterer 4 Escadrons des Regi- 
ments Jn seiner Brigade hatte, rückten am 1. October vereint 
vor, um den Feind, der nach der Räumung Laibachs sich 
gegen Görz wendete, zu verfolgen, und besetzten Adelsberg 
und Lohitsch, während die 2 übrigen Escadrons des Regiments 
nach Laibach beordert wurden. Bei der kurz darauf erfolgten 
Vorrückung nach Italien, kam das Regiment in die Brigade 
des GM. Grafen Starhemberg und gehörte nun zum linken 
Flügel der Armee, welcher unter die Befehle des G. d. C. 
Grafen Frimont gestellt war. 

In den Gefechten bei Cagliano, Rozenigo, Bassano und 
San Marco war das Regiment ab thdlungs weise thätigst verwen- 
det, zwei Escadrons wurden dem GM. Czivich zugewiesen, der 
das Fort Lignan besetzte und Palmanuova zernirte. Im Jänner 
1814 waren 4 Escadrons in der Brigade des GM. Baron Bog- 
dan bei Bevilaqua, 2 bei der Brigade des GM. Eckhardt 
rückten am linken Ufer des Po gegen Ostiglia vor. In Folge 
einer neuen Ordre de Bataille kamen Anfangs Februar 4 Esca- 
drons des Regiments zu der, an FML. Radivojevich angewiesenen 
Brigade Steftanini, 2 aber zu jener des GM. Mayer. So wai' 
das Regiment in verschiedenen Eintheilungen und Richtungen 
beschäftigt, als die ganze österreichische Armee in Italien vor- 
rückte um sich über die Schweiz, mit dem in Deutschland 
unter FM. Fürst Schwarzenberg stehenden Heere in Verbindung 
zu setzen. Als am 10. Februar die Oberstlieutenants - Division 
bei der Avant-Garde der von Peschiera nach Voltri marschiren- 
den Brigade mit einer feindlichen Abtheilung im Gefechte ver- 
wickelt; war, wurde dem Lieutenant Fausch, der seitwärts mit 
einem Piket aufgestellt war, hinterbracht, dass die 3. Compag- 
nie des 10. Jägerbataillons von feindlicher CavaUerie umrungen, 
sich nunmehr schwach wehren könne, da sie schon ihre ganze 
Munition verfeuert hatte. Lieutenant Fausch führt sogleich 
seine Uhlanen herbei, fallt die an Zahl weit überlegene feind- 
liche Abtheilung mit Erbitterung an, wirft sie, und befreit so die 
Jäger- Compagnie, die schon auf dem Punkte gestanden war, das 
Gewehr strecken zu müssen. Hiebei hatten sich Corporal Ernst 
Elbinger und Gemeiner Peter Mikitsch so ausgezeichnet, dass ersterer 
sogleich zum Wachtmeister befördert wurde und beide silberne 
Medaillen erhielten. 

Noch im selben Monat den 25. kamen die Oberstlieute- 
nants -Division und Oberst 1. Escadron nach Querny, die Oberst 
2. nach Salinelli, die 1. Majors 1. j ' 'ai, während die 

1. Majors 2. bei Casa Quariatti blieb. — Im 

Mära 1 "^ tfi^iment nuiup des GM. 



p«« 



I 



I 



Baron Spiegel in Mozzccamo, und hafte durcli die Oberstlieute- 
nants- und 1. Majots-Division die Vorposten bei Roverbella 
zu verseilen, durch die Oberst-Division die Strasse zu beob- 
achten und zu decken, und zugleich die Verbindung mit der weiterh 
Vorposten kette, links über Castiglione di Mantova, und rechts 
über Mftlavicini zu erhalten. Die 2. Majors-Division rückte 
nun indessen reorgaiiisirt ans Ungarn zum Regimente ein, und 
wurde 1. Majors-Diviaion, während die bisherige 1. Majors- 
Division von nun an, in allen Eingaben als iJ. Majors-Division 
angesetzt wurde. 

Bei dem am 10. März aus dem Brückenkopf bei Monzambano 
mit nahe an 300 Mann unternommenen feindlichen Angriff auf 
unsere Avant-Garde, wurde der Gegner mit grossem Verluste in- 
die Flucht gesehlagen, wozu hauptsächlich die ungestüme Attaque 
einer Eacadron des Regiments beitrug. Gleichzeitig kämpften Abthei 
Jungen desselben bei Peschiera, Roverbello, Castiglione und Mantua, 
Von der Mannschaft wurden die Corporale Heinaachwanner, 
Muschenbacher und Sicsinski, dann die Uhlanen Strouter und Bacher 
vorzüglich belobt und nebst noch einigen andern mit silbernen 
Medaillen betheilt. 

Schon im Feldzuge 1813 bei der Vorrüekung derÜrigade 
Fölaeia in Krain hatte sich der Wachtmeister Spechtner durch 
Ueberbringung wichtiger Nachrichten, wobei er zweimal in Civil- 
Kieidern die feindlichen Vorposten, passiren niuaste, hervorgethan. 
Im April 1814 blieb daa Regiment nach einigen kleineren Gefechten in 
Villa Franca unter GM. Baron Spiegel. Hier erhielt ea die Nach- 
richt von dem am 17. April in Italien abgeschlossenen Waffen- 
atiilatand und kam dann am 7. Mai nach Mailand, von wo die 
Oberst-Division in der Brigade Starhemberg nach Florenz mar- 
schirte, die 3 andern Divisionen Cantonirungen in Casfelago, 
Barbasana, Pesserana und Terazona bezogen. Im Juni erhielt das 
Regiment den Befehl, aich in Ro zu sammeln und den Rückmarsch 
nach Ungarn anzutreten. Dem zufolge brachen am 16. Juni alle 
Escadronen auf, und zogen über Monza, Brescia, Castelnuovo, 
Tricnt, Botzcn, Villach und Klagenfurt nach Ungarn, wo das 
Regiment über Pesth in seiner ihm nun zugewiesenen Stabsstation 
Debreczin am 26, August eintraf. 

In der Schlacht bei Leipzig hatte aich der, als Ordon- 
nanzoffizier im Hauptquartier des FM. Fürsten Schwarzenberg 
kommandirte Rittmeister Graf Stephan Szeohenyi dea Regiments 
durch seine vorzügliche Verwendung so ausgezeichnet, dass er 
am Schlachtfelde ausser der Tour zum Escadronn-Commandanten be- 
fördert und mit dem k. russischen Wladijnir-Orden IV. Olaase 
deeorirt wurde. 

Am 15. April 1815 setzte sich das Regiment am Marsch 

zu der nach Frankreich bestimmten Armee, und rückte von 

Debreczin über Pesth , Raab , Wien, Enns, Schärding, Re- 

bürg, Neuburg, Gmünd, Ostrach hie an die französische 





&7 

Grenze. Am 2. Juli war es im Lager bei Neuf CJiateau und 
am 16. Juli 1815 rückte das Regiment in Paris ein. Nach 
einer Ausrückung und Besichtigung vor Sr. Majestät dem Kai- 
ser Franz, und dem FM. Fürst Schwarzenberg, verliess das 
Regiment die französische Hauptstadt und wurde nach Choisi 
Je Roi und am 11. August nach Villeneuve le Roi verlegt, wo 
dasselbe bis zum 7. October verblieb. An diesem Tage trat 
es seinen Rückmarsch an, und diessmal Baden, Würtemberg 
und Bayern durchmarschirend, kam es gegen Ende November 
in die k. Erbstaaten zurück, wurde zu dem wegen Grenzstrei- 
tigkeiten mit Bayern aufgestellten Observations-Corps in Oberöster- 
reich eingetheilt und bezog am 25. Dezember 1815 zu St. 
Florian die Winterquartiere. 

Im Frühjahr 1816 marschirte das Regiment über Wien, 
Raab und Pesth in die Friedensstation Grosswardein, Im folgen- 
den Jahre 1817 zur Aufwartung nach Wien berufen, langte das 
Regiment am 16. April daselbst an, der Stab und die Oberst-Division 
wurden in die Leopoldstädter Cavallerie-Caseme, die 1. Majors- 
Division in die Umgegend von Wien, die Oberstlieutenants-Division 
aber nach Wels und die 2. Majors-Division nach Salzburg verlegt. 
1818 erhielt das Regiment die Stabsstation Saaz in Böhmen, wo es 
am 11. Mai einrückte und im Saazer, Leitmeritzer und Rako 
nitzer Kreis dislocirt wurde. Unter diesen Verhältnissen blieb 
das Regiment durch volle 25 Jahre, — also ein Vierteljahr- 
hundert und nahm in dieser langen Epoche an allen in Böh- 
men abgehaltenen grössern Lagern und Uebungen Antheil, 
unter erstem, insbesondere das vom FML. Fürst Windisch- Grätz 
1841 abgehaltene Lager von Kolin. Im Frühjahr 1843 wurde 
das Regiment abermals zur Aufwartung nach Wien beordert, 
und rückte am 1. Mai daselbst ein. Nach einem zweijährigen 
Garnisonsdienst marschirte das Regiment den 15. Mai 1845 in 
die Stabsstation Pardubitz in Böhmen und war im Herbste 1846 
im Lager bei Theresienstadt. 

Während der Prager Juni-Revolution 1848 war eineEsca- 
dron des Regiments daselbst, und hielt nebst mehrern andern 
Truppen während des Aufstandes zu Prag, unter Commando 
des UM. Rainer den Graben besetzt, — zwei Divisionen wur- 
den zur Verstärkung der Garnison nach Prag beordert. Ober- 
lieutenant Schlutius als Ordonnanzoffizier beim Landescomman- 
direnden FML. Fürst Windisch-Grätz in Verwendung, zeichnete 
sich durch Ueberbringung wichtiger Aufträge sehr vortheilhaft aus. 

Im October 1848 rückte das Regiment, mit Zurücklassung 
der 1. Majors-Division in der Aj-mee des FM. Fürst Windisch- 
Grätz zur Belagerung Wiens vor diß Mauern dieser Hauptstadt 
und war am 30. October unter den Befehlen des GM. Fürst 
Franz Liechtenstein im Treffen bei Schwechat. — Bei der im 
Dezember stattgehabten .Vorrückung gegen die un^arlsch^a Isi- 



86 

Baron Spiegel in Mozzecamo; und hatte durch die Oberstlieute- 
nants- und 1. Majors-Division die Vorposten bei Roverbella 
zu versehen, durch die Oberst-Division die Strasse zu beob- 
achten und zu decken, und zugleich die Verbindung mit der weiterh 
Vorpostenkette, links über Castiglione di Mantova, und rechts 
über Malavicini zu erhalten. Die 2. Majors-Division rückte 
nun indessen reorganisirt aus Ungarn zum Begimente ein, und 
wurde 1. Majors-Division, während die bisherige 1. Majors- 
Division vonnun an, in allen Eingaben als 2. Majors-Division 
angesetzt wurde. 

Bei dem am 10. März aus dem Brückenkopf bei Monzambano 
mit nahe an 300 Mann unternommenen feindlichen Angriff auf 
unsere Avant-Garde, wurde der Gegner mit grossem Verluste in- 
die Flucht geschlagen, wozu hauptsächlich die ungestüme Attaque 
einer Escadron des Regiments beitrug. Gleichzeitig kämpften Abthei 
lungen desselben bei Peschiera, Roverbello, Castiglione und Mantua. 
Von der Mannschaft wurden die Corporale Heinsschwanner, 
Muschenbacher und Siczinski, dann die Uhlanen Streuter und Bacher 
vorzüglich belobt und nebst noch einigen andern mit silbernen 
Medaillen betheilt. 

Schon im Feldzuge 1813 bei der Vorrückung der Brigade 
Fölseis in Krain hatte sich der Wachtmeister Spechtner durch 
Ueberbringung wichtiger Nachrichten, wobei er zweimal in Civil- 
Kleidern die feindlichen Vorposten passiren musste, hervorgethan. 
Im April 1814 blieb das Regiment nach einigen kleineren Gefechten in 
Villa Franca unter GM. Baron Spiegel. Hier erhielt es die Nach- 
richt von dem am 17. April in Italien abgeschlossenen Waffen- 
stillstand und kam dann am 7. Mai nach Mailand, von wo die 
Oberst-Division in der Brigade S tarhemberg nach Florenz mar- 
achirte, die 3 andern Divisionen Cantonirungen in Castelago, 
Barbasana, Pesserana und Terazona bezogen. Im Juni erhielt das 
Regiment den Befehl, sich in Ro zu sammeln und den Rückmarsch 
nach Ungarn anzutreten. Dem zufolge brachen am 16. Juni alle 
Escadronen auf, und zogen über Monza, Brescia, Castelnuovo, 
Trient, Botzen, Villach und Klagenfurt nach Ungarn, wo das 
Regiment über Pesth in seiner ihm nun zugewiesenen Stabsstation 
Debreczin am 26. August eintraf. 

In der Schlacht bei Leipzig hatte sich der, als Ordon- 
nanzoffizier im Hauptquartier des FM. Fürsten Schwarzenberg 
kommandirte Rittmeister Graf Stephan Szechenyi des Regiments 
durch seine vorzügliche Verwendung so ausgezeichnet, dass er 
am Schlachtfelde ausser der Tour zum Escadrons-Commandanten be- 
fördert und mit dem k. russischen Wladimir -Orden IV. Classe 
decorirt wurde. 

Am 15. April 1815 setzte sich das Regiment am Marsch 
zu der nach Frankreich bestimmten Armee, und rückte von 
Debreczin über Pesth, Raab, Wien, Enns, Schärding, Re- 
gensburg, Neuburg, Gmünd, Ostrach bis an die französische 



S7 

Grenze. Am 2. Juli war es im Lager bei Neuf CJiateau und 
am 16. Juli 1815 rückte das Regiment in Paris ein. Nach 
einer Ausrückung und Besichtigung vor Sr. Majestät dem Kai- 
ser Franz, und dem FM. Fürst Schwarzenberg, verliess das 
Regiment die französische Hauptstadt und wurde nach Ohoisi 
le Roi und am 11. August nach Villen euve le Roi verlegt, wo 
dasselbe bis zum 7. Octobor verblieb. An diesem Tage trat 
es seinen Rückmarsch an, und diessmal Baden, Würtemberg 
und Bayern durchmarschirend, kam es gegen Ende November 
in die k. Erbstaaten zurück, wurde zu dem wegen Grenzstrei- 
tigkeiten mit Bayern aufgestellten Observations-Corps in Oberöster- 
reich eingetheilt und bezog am 25. Dezember 1815 zu St. 
Florian die Winterquartiere. 

Im Frühjahr 1816 marschirte das Regiment über Wien, 
Raab und Pesth in die Friedensstation Gross wardein. Im folgen- 
den Jahre 1817 zur Aufwartung nach Wien berufen, langte das 
Regiment am 16. April daselbst an, der Stab und die Oberst-Division 
wurden in die Leopoldstädter Cavallerie-Caserne, die 1. Majors- 
Division in die Umgegend von Wien, die Oberstlieutenants-Division 
aber nach Wels und die 2. Majors-Division nach Salzburg verlegt. 
1818 erhielt das Regiment die Stabsstation Saaz in Böhmen, wo es 
am 11. Mai einrückte und im Saazer, Leitmoritzer und Rako 
nitzer Kreis dislocirt wurde. Unter diesen Verhältnissen blieb 
das Regiment durch volle 25 Jahre, — also ein Vierteljahr- 
hundert und nahm in dieser langen Epoche an allen in Böh- 
men abgehaltenen grössern Lagern und Uebungen Antheil, 
unter erstem, insbesondere das vom FML. Fürst Windisch- Grätz 
1841 abgehaltene Lager von Kolin. Im Frühjahr 1843 wurde 
das Regiment abermals zur Aufwartung nach Wien beordert, 
und rückte am 1. Mai daselbst ein. Nach einem zweijährigen 
Garnisonsdienst marschirte das Regiment den 15. Mai 1845 in 
die Stabsstation Pardubitz in Böhmen und war im Herbste 1846 
im Lager bei Theresienstadt. 

Während der Prager Juni-Revolution 1848 war eineEsca- 
dron des Regiments daselbst, und hielt nebst mehrern andern 
Truppen während des Aufstandes zu Prag, unter Commando 
des GM. Rainer den Graben besetzt, — zwei Divisionen wur- 
den zur Verstärkung der Garnison nach Prag beordert. Ober- 
lieutenant Schlutius als Ordonnanzoffizier beim Landescomman- 
dir enden FML. Fürst Windisch- Grätz in Verwendung, zeichnete 
öich durch Ueberbringung wichtiger Aufträge sehr vortheilhaft aus. 

Im October 1848 rückte das Regiment, mit Zurücklassung 
der 1. Majors-Division in der Aj'mee des FM. Fürst Windisch- 
Grätz zur Belagerung Wiens vor diß Mauern dieser Hauptstadt 
und war am 30. October unter den Befehlen des GM. Fürst 
Franz Liechtenstein im Treffen bei Schwechat. — Bei der im 
Dezember stattgehabten .Vorrüekung gegen die ungarischen In- 



38 

surgenten war eine Division in der Brigade Wyss des 2. Armee- 
Corps, zwei Divisionen in der Brigade Parrot der Cavalleric- 
Division des GM. Fürst Franz Liechtenstein eingetheilt. 

In dem Gefechte bei Babolna den 28. Dezember, schloss 
sich die Oberstlieutenants-Division an die Gürassier-Brigade 
Ottinger, dieselbe und 2 Divisionen Wallmoden-Cürassier zer- 
sprengten zusammen mehrere Insurgenten-Bataillone und machten 
7 Offiziere und 700 Mann gefangen, worunter 200 verwundet 
waren. GM. Ottinger rühmt bei dieser Gelegenheit das ausge- 
zeichnete entschlossene Benehmen des Oberstlieutenants Graf 
Hermann Nostitz, Rittmeisters Graf Olivier Wallis und des 
Lieutenants Achilles Baron Dankelmann des Regiments. 

Im Verlaufe des Monats Jänner 1849 erhielten die sechs 
Escadrons des Regiments häufig nach Bedarf und jeweiligen 
Verhältnissen veränderte Eintheilungen, und wurden auch einzeln 
zu Recognoszirungs- und Streif-Commanden verwendet ; so wohn- 
ten 9 Züge des Regiments der Expedition des FML. Graf 
Wrbna gegen Waitzen den 7. Jänner bei, und waren nach Sz. 
Endre gegenüber von Waitzen detachirt, nebst einer Raketten- 
Batterie, um etwaige Versuche des Feindes, dort über die Eis- 
decke der Donau zu entkommen, zu vereiteln. Den 9. wurden 
dieselben aber zur Besetzung Waitzens beordert. Zur Unter- 
stützung des Angriffes auf Schemnitz war eine Escadron des 
Regiments der Brigade des GM. Fürsten CoUoredo zugetheilt. 
Den 21. Jänner war bei Schemnitz der Oberlieutenant Graf 
Alphons Berchtold des Regiments, ein sehr gewandter und 
tapferer Offizier, geblieben. Eine Kanonenkugel hatte ihm den 
Kopf sammt der Czapka vom Rumpfe getrennt. Anfangs Feb- 
ruar wurde eine Escadron des Regiments zur Herstellung der 
Verbindung der Haupt- Armee mit dem Corps des FML. Graf 
Schlick über Balassa Gyarmath gegen Lossonz beordert. In 
der zweiten Hälfte desselben Monats kamen 5 Escadrons in 
die Cavallerie-ßrigade des GM. Graf Bellegarde und die Divi- 
sion des FML. Fürst Edmund Schwarzenberg. 

In der Schlacht von Kapolna, am 27. Februar, führte 
Major Baron Basselli die 2. Majors-Divisionim heftigsten feind- 
lichen Geschützfeuer mit entschlossener Tapferkeit escadrons- 
weise dem Feinde, der aus einem Walde ^egen die Brigade 
Wyss vorrücken wollte , entgegen. Im Nu war ein feindliches 
Quarrt gesprengt, in welches der Corporal Schöntag, gefolgt 
von den ühlanen Wissniuk, Kantorek und ßallczak zuerst ein- 
drangen. Die sich den Uhlanen nacheinander entgegenwerfen- 
den Hussaren-Divisionen wurden gleichfalls zurückgetrieben, 
wobei die beiderseitigen Reiter dergestalt in einander geriethen, 
dass unsere Artillerie nicht zum Schusse kommen konnte und 
es überhaupt nicht ohne namhafte beiderseitige Verluste ablief. 
Die ühlanen fochten mit gewohnter Tapferkeit. Mit seltenem 
Mutho benahmen sich Rittmeister Hoffmann und Oberlieutenant 



39 

Graf Zedwitz. Der Feind führte indcös immer frische Hussaren- 
Abtheilungen gegen die vom harten Kampfe ermattete und auch 
schon ziemlich gelichtete Uhlanen-Division. Major Baron Bas- 
selli und die beiden Rittmeister Graf Messey und Du Mesnil 
thaten das Aeusserste um Stand zu halten. Der Ausgang des 
Gefechtes liess jedoch Alles befürchten; — in diesem entschei- 
denden Augenblick brach Oberst Graf Montenuovo von Kress- 
Chevauxlegers mit 3 Zügen seines Regiments in die Flanke 
des Feindes vor. Der Erfolg dieser schönen^ auf eine ganze 
Hussaren-Division bewirkten Flanken-Attaque war ein glänzen- 
der, die feindliche Cavallerie wurde geworfen, die wackern 
Uhlanen degagirt. Die 2. Majors-Division des Regiments hatte 
7 Todte und 35 Blessirte. Unter den Erstem der Lieutenant 
Franul von Weissenthurn, ein im Regimente sehr geachteter 
und beliebter Offizier. Vom Feinde lagen 50 Todte und Ver- 
wundete am Platze. Bei der Colonne des FML. Fürsten Edmund 
Schwarzenberg stiess der die Avantgarde kommandirende Oberst- 
lieutenant GrafNostitz des Regiments 2 Stunden vorKil auf feind- 
liche Cavallerie- Abtheilungen , die er schnell mit 3 Escadronen 
attaquirte, übern Haufen warf und 14 Hussaren gefangen nahm. 
In der ämtlichen Relation der Schlacht von Kapolna den 27. und 
28. Februar, wurde der Major Baron Basselli fiir das Ritterkreuz 
des k. Leopold-Ordens, in Antrag gebracht, und ferners 
besonders belobt: der Oberstlieutenant Graf Nostitz, die Ritt- 
meister Gustav Graf Messey, Adolf von Du Mesnil und Anton 
Esquire Hussey, sämmtlich des Regiments. Bei dem am 1. März 
bei Egerfarmos stattgehabten Gefechte wurde dem Lieutenant 
Sternberger des Regiments durch eine Kanonenkugel der rechte 
Fuss weggerissen. 

Ein von dem Obersten von Almassy des Regimentes befehligtes 
Streif- Commando wurde den 24. März zu Lossonz plötzlich überfallen. 
Zwar warf sich eine Uhlanen- Abtheilung, die sich gesammelt hatte 
auf die feindlichen Geschütze und deren Bedeckung, der sie füh- 
rende Rittmeister v. Jvichich verlor dabei das Pferd unterm 
Leibe. Diese Abtheilung musste jedoch so wie die übrige Reiterei, 
da die Infanterie bereits die Stadt verlassen, auch die beihabonden 
Raketten- Geschütze sich aus dem Gedränge zurückgezogen hatten, 
den Ort räumen. Oberst von Almassy, gab den ausserhalb der 
Stadt gemachten Versuch sich wieder aufzustellen, bei dem Nach- 
rücken der Insurgenten auf und zog sich auf Balassa Gyarmath, 
wo er in der Nacht vom 24. auf den 25. eintraf und Tags darauf 
seinen Marsch gegen Waitzen weiter fortsetzte.- Bei diesem Ueber- 
fali, der mehrere Todte und Verwundete gekostet hatte, wurden 
vom Regimente der Major Eduard Baron Inkey, Rittmeister Baron 
Schuster, 36 Uhlanen und 66 Pferde gefangen, auch gerieth eine 
Eslandarte, die Regimentskassa und mehrerer Offiziere Eigenthum 
in Verlust. Major Inkey hatte als geborner Ungar von seinen 
Landsleuten die schändlichsten Misshandlungen zu erdulden und 



40 

war fortwährend in der Gefahr durch den Strang von ihnen ge- 
tö'dtet zu werden, aber wedo* Versprechungen noch Drohungen 
konnten diesen unerschrockenen Offizier in seiner beschworenen 
Treue wankend machen. 

Den 5. April bei Hätvan hatte die Oberstlieutenants- 
Division des Regiments im Vereine mit jener von Kress-Chevaux- 
legers 6 feindliche Hussaren-Escadrons attaquirt, welche vor den 
Piken der Uhlanen und den spitzigen Pallaschen der italienischen 
Chevauxlegers die Flucht ergriffen, mit dem Verluste von 53 Todten 
und 23 schwer Verwundeten. 2 Offiziere, 27 Mann und ebenso viele 
Pferde mussten sie als Gefangene und Beute in den Händen der 
kühn verfolgenden Sieger zurücklassen. — Unter den Ausgezeich- 
neten werden in der offiziellen Gefechts-Relation erwähnt folgende 
Offiziere des Regiments: die Rittmeister von Jvichich und Baron 
Wimmer, Oberlieutenant Kadisch und Lieutenant von Rauch. — 
Anfangs April rückte in der Brigade des GM. Theising, die in 
Böhmen zurückgebliebene 1. Majors-Division des Regiments zur 
Armee am ungarischen Kriegsschauplatz. In dem Reitergefechte 
bei Puszta Csem nächst Komorn, den 26. April, war der als 
Ordonnanzoffizier bei dem FML. Füist Edmund Schwarzenberg 
kommandirte Rittmeister Heinrich Baron Esebek des Regiment», 
von seinem Chef zur Oberst 1. Escadron abgeschickt, um dieser 
den Befehl zur Attaque zur überbringen. Rittmeister Baron 
Esebek, welcher sich mit der einfachen Erfüllung seines Auftrages 
nicht begnügte, sondern die Attaque mit dem jene Schwadron 
kommandirenden Rittmeister Hussey mitmachte, erhielt hiebe! 
einen Schuss in den Unterleib von den ihre Carabiner auf die 
Uhlanen abfeuernden Hussaren, an welchen er Tags darauf seine 
tapfere Seele verhauchte. Dieser tüchtige Offizier, welcher den 
Feldzug 1848 in Italien als Ordonnanzoffizier im Hauptquartier des 
1. Armee-Corps-Commandos mitmachte, erschien in den betreffen- 
den Relationen für seine eifrige Verwendung schon dazumal als belobt. 

Im Anfange der Operationen des Sommerfeldzugs 
hatte das Regiment folgende Eintheilung : 4 Escadrons bei der Brigade 
des GM. Liebler, und 2 bei jener des GM. Baron Barco, eine Division 
unter Major Baron Dobrzensky wurde der k. russischen combinirten 
9. Infanterie-Division des Generallieutenants Paniutine zugetheilt 
und zwar der Artillerie-Brigade des Obersten Proskuriakow. Eine 
halbe Escadron unter Rittmeister Graf Olivier Wallis, Anfangs 
beim Streif-Corps des Rittmeister Baron Escherich von Preussen- 
Hussaren, kam in der Folge zur Süd Armee, wo sie bis zu Ende 
des Feldzugs verblieb, und an deren Operationen thätigen ^Antheil 
hatte. 

Im Gefechte bei Vasarut den 14. Juni, auf der Insel Schutt, 
attaquirte der Major Heinrich Graf Coudenhove des Regiments mit 
seiner Division die feindliche Arriere-Garde und warf sie mit be- 
deutendem Verluste, — In dem Gefechte bei Bös am 16. war 
eine Escadron des Regiments thätig. Der Obcrlieutcnant Anton 



41 

Pokorny zeichnete sich bei dieser Gelegenheit rühmlichst aus^ indem 
er mit nur 15 Uhlanen die Bedienungsmannschaft einer feindlichen 
Batterie niederhieb, deren Geschütze jedoch durch eine herbeige- 
eilte starke Hussaren-Escadron vertheidigt wurden. Corporal Sia- 
tecki des Regiments, welcher bei einem dieser Gefechte mit seinem 
Zuge Geschütze erobert hatte, erhielt sogleich vom FZM. Baron 
Haynau die goldene Tapferkeits-Medaille. 

In der Schlacht von Pered und den Gefechten vs>n 
Nyarasd und Aszod war die 1. Majors-Division des Regiments un- 
gemein thätig und attäquirte mit einigen Abtheilungen von Liech- 
tenstein-Chevauxlegers (sieh Uhlanen Nr. 9) wiederholt den Feind 
mit dem günstigsten Erfoge; 2 Geschütze und viele Gefangene 
wurden ihm abgenommen, aber das Regiment zählte den Lieute- 
nant Carl Sonborn mit 8 Uhlanen unter den Todten. Rittmeister 
Graf Franz Klebeisberg warf sich an diesem Tage unter dem 
heftigsten Feuer mit seinen braven Uhlanen mit todesverachtender 
Bravour auf die rechte Flanke der vorrückenden feindlichen Hus- 
saren, brachte Verwirrung in ihre Reihen und die spielenden 
Batterien zum Schweigen. Nebstdem werden noch in der Ge- 
fechts-Relation mit besonderm Lobe der Oberst Graf Nostitz, 
Major Anton von Jvichich und Rittmeister Ignaz Ritter von 
öchwarzenfeld erwähnt. Im Juli wurden 6 Escadrons des Regi- 
ments mit je 2 zu den Brigaden der GM. Baron Barco, von 
Liebler und Pott, des 2. Armee-Corps, welches unter FML. 
Baron Csorich zur Zernirung der Festung Komorn bestimmt war^ 
eingetheilt. Die Brigade Barco hatte am 22. Juli die Linie von 
Puszta Herkaly längs des Acser Waldes bis an die Donau nächst 
dem Weinberge von Monostor besetzt. Die Brigade Liebler stand 
auf der grossen Schutt und hatte zu Aranyos, Köszegfalva und dem 
Brückenkopf von Nagy-Lel ihre Aufstellung genommen. Die 
Brigade Pott stand am linken Waagufer, wo sie ihre Aufstellungs- 
iinie über Heteny und Kurtakeszy bis Marczalhaza ausdehnte. 
Der Oberst Graf Nostitz des Regiments befand sich mit einer 
Division seiner Uhlanen bei der erstgenannten der drei Brigaden, 
zwei Züge derselben bildeten die Vorposten, 5 Züge mit einer 
halben Batterie standen als Unterstützung bei Härkaly und 1 Zug 
in Mocsa, die ganze Brigade zählte kaum 4000 Mann. Sie wurde 
am 3. August von 10,000 Insurgenten mit 30 Geschützen ange- 
griflPen und ein lebhaftes Kanonenfeuer gegen den rechten Flügel 
jener Brigade eröffnet, welchen der Feind mit seiner zahlreichen 
Cavalkrie immer mehr zu umfassen suchte. Oberst Graf Nostitz, 
welcher sich mit 5 Zügen der 2. Majors-Division und der halben 
Cavallerie-Batterie des Oberlieutenants Scherpon auf 300 Schritte 
hinter diesem Flügel befand, bildete einen Haken gegen Csdni 
hin, und deckte die blosgestellte rechte Flanke der Stellung. Der 
Gefahr vollkommen klar bewusst, welche unsern Abtheilungen 
drohte, schritt Graf Nostitz zum Aeussersten entschlossen, zur 
Offensive. Durch seine mit seltener Bravour und Umsicht aus- 



r 
I 



I 



45 

geführten Bewegungen und Attaquen gelang ea ihm das Voi- 
rücken der feindlicLen Reiterei längere Zeit aufzuhalten, er 
verwendete seine Uhlanen und die 3 beihabenden GcHchUtze so 

wirlfsam, daas der Feind die beabsichtigte Ein Schliessung der 
Brigade aufgeben musstc, und seine Umgehungscolonnen stutzend 
gemacht nicht weiter vordrangen. Indessen musste bei dein 
IleranriLcken neuer feindlicher Truppenmassen dennoch der 
Rückzug angetreten werden. Es war 5 Uhr, als dieser ein 
allgemeiner wurde. Oberst Graf Nostitz blieb mit seinen Uhla- 
nen noch kurze Zeit in Staffel Jiinter dem rechten Flüge! stehen, 
um die feindlichen Hussaren in Schach zu halten. Die Brigade 
hatte eine deutsche Meile im offenen und ebenen, nur durch 
den sumpfigen Czonczobaeh und das von allen Seiten einge- 
sehene Dorf Acs unterbrochenen Terrain bis zur rückwärtigen 
Marschstellung hei Puazta Lovacl zurücli zu legen. Die kaiserliche 
Artillerie hatte sich thcils veracliossen, theils hatte sie zu viel 
gelitten um diesen Rückzug unterstützen zu können. Dagegen 
Hess der Feind von einer Caviillerie-Balterie und einer halben 
Haubitz- Batterie von Csem an , die österreichischen Truppen 
während des Rückzuges beständig kotoyiren und beachiessen 
und schickte ihnen eine starke Colonne von allen Waffengat- 
tungen auf dem Fusse nach, wodurch es unmöglich wurde bei 
Acs Stellung zu fassen. In dieser sehr misslichen Lage war 
es nun der sich wechselseitig unterstützende Kampf der Uhlanen 
und geschlossenen Infanterie-Colonnen, was die Brigade Haren 
von gänzlicher Vernichtung rettefe. Jetzt zeigte sich im schön- 
sten Lichte, was eine entschlossene Reitertruppe zu leisten ver- 
mag, wenn sie durch das hervorragende Beispiel der Aufopferunj; 
pflichtgetreuer Offiziere begeistert wird. Mit dem heldenmüthi- 
gen Obersten Graf Nostitz und dem tapfern Major Graf Cou 
denhove an ihrer Spitze, wusste dieses bis auf 80 Mann zusam- 
mengeschmolzene Uhlanenhäuflein durch wiederholtes, mit todea- 
muthigem Ungestüm gegen die drängenden feindlichen Hussuren- 
Schwsdronen ausgeführtes Vorprellen dieselben aufzuhallen und 
in Unordnung zu bringen, und imponirtc hicduich und durch 
die feste Haltung der kaiserlichen Infanterie-Colonnen, unter dem 
persönlichen Commando des Brigadiers, dem Gegner derartig, 
dass er in der anfänglichen ITartnäckigkeil der Verfolgung 
nachliess, und sich allmahlig zu zerstreuen anfing. 

Erst in der Stellung des Maierhofes von Puszta-Loväd gegen 
i Uhr Abends wurde die todesniüde Brigade von einem frischen 
mit einer sechspfündigen Fuss-Batlerie versehenen Dctaehemont 
aufgenommen. Dieses Detachement mit dem Ueberreste der 2. 
Majors-Division des Regiments vereinigt, bildete nun unter Oberst 
Graf Nostitz die Arridre- Garde, unter deren Schutz die Brigade 
einen geordneten Rückzug über die Brücke nach Nagy-Lcl auf 
der Schutt bewerkstelligen konnte. Gegen Ö Uhr Abends passirle 
auch Oberst Graf Nostitz unter dem Kartütschcn-Fcucr des ver- 



43 

folgenden Feindes die Brücke, und Hess diese zur Sicherung des 
Rückzuges abbrechen. Die heldenmüthige Ausdauer des Obersten 
Graf Nostitz, und Majors Graf Coudenhove mit ihren tapfern 
Uhlanen hatte 3 Infanterie-Bataillone der Brigade, und die der- 
selben beigegebene Feld-Artillerie von der beinahe gewissen Ver- 
nichtung oder Gefangennehmung gerettet. Das Ordens-Capitel von 
1850 verlieh dem Oberst Graf Nostitz das Ritter-Kreuz des 
Maria-Theresien-Ordens. Von 1 Uhr Mittags bis 8 Uhr 
Abends waren die wackern Uhlanen nicht eine Sekunde dem 
feindlichen Geschütz- Feuer entzogen« Rittmeister Graf Messey und 
Lieutenant Bohacz wurden verwundet, Rittmeister Guttwein, der 
den schwer blessirten Bohacz mit hochherziger Selbstverleugnung 
da dessen Pferd getödtet wurde, auf sein eigenes gehoben hatte, 
fiel nach tapferer Gegenwehr in feindliche Gefangenschaft. Neun 
Offiziere des Regiments waren an diesem Tage in*s Gefecht gezo- 
gen, und nur 2 von ihnen blieben an sich oder ihren Pferden 
unverletzt. Ein Wachtmeister der schon am 1. August nach Dotis 
abgerückten Oberst 1. Escadron, war eben mit noch einigen Uhla- 
nen in Fourage- Fassungs- Angelegenheiten in Acs anwesend, 
als das Treffen stattfand. Dieser Wachtmeister verfugte sich 
sogleich zu den im Kampfe begriffenen Abtheilungen des Re- 
giments, machte das Gefecht wacker mit, und gab dann von 
dort mit den ihm unterstehenden Uhlanen der Oberst 1. Esca- 
dron, dem nach Raab flüchtenden Trosse der ganzen Brigade 
mit so viel Energie und Glück das Geleite, dass die meisten 
Bagagewägen gerettet wurden. Die verfolgenden Hussaren ver- 
scheuchte er durch öfteres Entgegengehen mit seinen wenigen 
Uhlanen und nur die untransportablen Wägen fielen in des 
Feindes Hände. 

Im Verlaufe des Monats Juli war der Rittmeister Felix 
Ritter von Rogoiski des Regiments mit einem Commando von 
40 Uhlanen gegen die sehr schlechtgesinnte Stadt Neutra gesandt, 
um Nachrichten über den russischen Sukurs der von den Kar- 
pathen her erwartet wurde, aufzutreiben. Nachdem es durch die 
zweckmässigen und umsichtigen Anstalten dieses Offiziers gelun- 
gen war, in den Magistrats-, Komitats und Piaristen-Gebäuden des 
rebellisch gesinnten Ortes: 2 Insurections-Fahnen, 4 Geschütze, 
94 Zentner Kupfer, eine Menge neuer Lafetten -Bestandtheile 
und 134 Patronsäcke zu erbeuten, trafen seine vorausgeschickten 
Patrouillen in der Richtung von Topolcsan eine k. russische 
Kosaken -Vorhut, worauf Rittmeister von Rogoiski die Stadt 
Neutra mit seinen 40 Uhlanen glücklich ohne Verlust nach 
gelöster Aufgabe, trophäen beladen verliess. — 

Im Verlaufe des August hatten noch mehrere Gefechte 
vor Komorn statt, an welchen stets die braven Uhlanen ihren 
thätigen und ehrenvollen Antheil hatten, bis nach der erfolgten 
Capitulation dieses mächtigen feindlichen Bollwerks, und der 
somit gänzlichen Beendigung des Foldzugs, das Regiment im 



44 



Horbste 1849 die Friedens-Station Nensohl in Ungarn bezog. 
Wegen ihrer Tapferkeit vor dem Feinde wurden folgende Offiziere 
des Regiments mit kaiserl. österreichisch und russischen Orden 
decorirt und zwar: mit dem Ritter-Kreuze des Maria 
The resien -Ordens: der Oberst und Regiments - Commandant 
Hermann Graf Nostitz; mit dem Ritter-Kreuze des Leo pold- 
Ordens: die Majors Anton Baron Dobrzenski und Eduard 
Baron Basselli ; mit dem Orden der eisernen Krone III. 
Classe: Rittmeister Olivier Graf Wallis, — die Oberlieutenants 
Achilles Baron Dankelmann und Joseph von Noziczka; mit dem 
Militär- Verdienst-Kreuze: Oberst Hermann Graf Nostitz, 
die Majors Anton von Jvichich, Heinrich Graf Coudenhove, und 
Johann Baron Mladota, die Rittmeisters Franz Graf Klebeisberg, 
Joseph Baron Wimmer, Gustav Graf Messey, Adolf von Du Mesnil, 
Anton Esquire Hussey, Ignaz Schreiter Ritter von Schwarzenfeld, 
Olivier Graf Wallis, Hermann Baron Ram])erg, Georg Guttwein, 
Felix Ritter von Rogoiski, die Oberlieutenants August Demmel, 
Theodor Graf Zedtwitz, Anton Pokorny und der Lieutenant Franz 
Bohacz. Denk, russischen St. Annen-Orden erhielten: die 
II. Classe: Oberst Hermann Graf Nostitz (mit der Krone,) der 
Oberstlieutenant Anton Baron Dobrzensky und Major Eduard Baron 
Basselli; die HL Classe desselben Ordens: die Rittmeister 
Franz Graf Klebelsberg, Ferdinand Aniolowicz, Hermann Baron 
Ramberg und Felix Ritter von Rogoiski, die Oberlieutenantb 
Gotthard (rraf Pachta und Ferdinand Baron Tunkel, wie auch 
der Lieutenant Gustav Graf Podstatzky-Liechtenstein. 

Unter den tapfern Uhlanen wurden über 60, theils goldene 
theils silberne Tapferkeits-Medaillen, nebst mehreren k. 
russischen St. Georgs-Kreuzen vertheilt, — unter den erstem 
war der inzwischen zum Offizier beförderte Wachtmeister Turibiub 
Siatecki mit der goldenen und silbernen I. Classe, Wacht- 
meister Richard Schöntag mit der goldenen, Wachtmeister Kra- 
tina mit der grossen, und die Cadeten Moriz Homolacz und Ludwig 
Riebesam mit der kleinen silbernen Tapferkeits-Medaille 
decorirt. Sämmtlich letztgenannte waren noch im Verlauf des Feldzugs 
zu Offiziers befördert worden. Das Regiment hatte in diesem Feldzug 
durch seine altbewährte Tapferkeit, seinen frühern Ruhm erneuert, 
die Bewunderung der Armee auf sich gezogen, und war im Lager 
der Insurgenten eines der gefurchtesten des kaiserlichen Heeres. 

— Im Frühjahre 1850 marschirte das Regiment in die 
Stabs-Station St. Georgen bei Pressburg, von da aber schon im 
November zu der in Böhmen aufgestellten Armee, wo es in der 
Umgegend von Beraun dislozirte, und im Februar 1851 wieder 
seine vorige Station in Ungarn bezog. 

Im Mai d. J. hatte das Regiment zu Pösing seine feier- 
liche Standartenweihe, im September 1852 war es im grossen 
bei Pesth abgehaltenen Cavallerie-Lager. Im Frühjahr 1853, 
ursprünglich zu der an der kroatisch- türkischen Grenze, wege^ 



48 

der Angelegenheiten in Montenegro gegen die Türkei aufge- 
stellten Armee bestimmt, wurde 'es später zu mehreren Parade- 
Ausrückungen vor den eben anwesenden Majestäten den Köni- 
gen von Preussen und Belgien nach Wien gezogen, und rückte 
im September d. J. in das bei Olmütz abgehaltene Lust-Lager, 
wo es an den dortigen Uebungen vor Ihren Majestäten dem Kaiser 
von Oesterreich und Russland, in der vom FML. Fürst Franz 
Liechtenstein befehligten Cavallerie-Reserve eingetheilt, thätigen 
Antheil nahm. 

Im Mai 1854 wurde das Regiment nach Galizien beor- 
dert, wo es seine Eintheilung zu dem dort aufgestellten II. 
Cavallerie-Corps unter Befehl des FML. Graf Clam- Callas er- 
hielt. Nach dessen Auflösung im Juli 1855 marschirte das- 
selbe in die ihm nun zugewiesene Friedens-Station Wessely in 
Mähren, aus welcher es im September 1857 zu den Uebungen 
des grossen Cavallerie-Lagers bei Parendorf, in der Brigade 
des GM. Graf Vetter, beigezogen wurde. 

Mitte Jänner 1859 erhielt das Regiment Marsch -Befehl 
nach Italien, und rückte Divisionsweise mittelst Eisenbahn über 
Wien bis Nabresina, von wo es bis Pordenone marschirte, und 
von da wieder mit der Bahn bis in die den Cantonirungen 
nächsten Eisenbahn- Stationen geführt wurde. Ende Jänner bezog 
das Regiment folgende Stationen: der Stab mit der 5., 7. und 

8. Escadron Cremona, die 6. Escadron Casalmaggiore, die erste 
Division Brescia, die zweite Bergamo, wo es seine Eintheilung 
in die II. Armee beim 3. Armee-Corps des FML. Fürst Edmund 
Schwarzenberg, Division des FML. Baron Martini, und die Brigade 
des GM. Graf Palffy erhielt. Mit 1. März wurden die 6. Esca- 
dron den Besatzungs-Truppen von Piacenza zugetheilt und die erste 
und zweite Division nach Crema verlegt. Im April wurde das 
Regiment auf den Kriegsstand gesetzt, und in Cilly eine Depot- 
Escadron unter Rittmeister Manatti aufgestellt. Ende April wurde 
das Regiment in der Brigade Palfiy, in die Cavalleric -Division 
des FML. Graf Mensdorff eingetheilt, mit welcher es am 1. Mai 
bei Pavia den Ticino überschritt, in Piemont einrückte, und am 

9. Mai mit dem VII. Armee-Corps gegen die Dora Baltea vor- 
rückte, jedoch noch am selben Tage den Befehl zum Rück- 
marsch hinter die Agogna erhielt. — 

Am 13. kam das Regiment nach Vespolate, wo es längere 
Zeit stehen blieb, den Vorpostendienst und weit gehende Pa- 
trouillen bestritt, und seine Vedetten-Linie an der Agogna hatte. 
Hier rückte am 20. Mai die 6. Escadron wieder zum Regi- 
mente ein. In der Nacht vom 21. auf den 22. marschirte Oberst 
von Mengen mit der 1. und 4. Division zur Halb -Brigade des 
Obersten Baron Ceschi nach Novarra. Am 22. Mai bestand 
Rittmeister Turibius Siatecki mit dem 1, Zuge seiner (2.) Esca- 
dron ein glänzendes Reiter-Gefecht auf der Strasse von Borgo- 
Yercelli gegen eine Lanziers-Escadron des piemontesischen Regi- 



Comman- 1 
äicb dem 1 

aete gigIi 1 



46 

menteci Nizza. Siatecki eraticlit mit der Pike deren Commi 
danten Capitiiiio de Morteo. LientenaDt Graf Lippe hat 
altaquireoden Zug freiwillig angesclilossen, und zeichaete sich 
durch sein tapferes Benehmen gleichfalls aus. Die ptemoutesische 
Escadron wird vollständig geworfen, und lässt einen Rittmeister, 
1 Offizier und 8 Manu am Platze. Die Uhlanen zählen 3 Mann 
1 Pferd verwundet, nebst einem todton und einem vermissten 
Pferde. Bei diesem Gefechte haben sich von dur Mannschaft 
ausgezeichnet: Wachtmeister Pranz Czesnok, der selbes freiwillig 
mitmachte, und mit einer Patrouille die feindliche Flac'te atta- 
quirte, durch einen Lanzenstich in die Brust verwundet, in einen 
Graben stürzte, sich abermals aufratFte, sich wieder zu Pferde 
setzte, und neuerdings sich auf den Feind stürzte. Die Uhlanen 
Michael Lach, Stanislaus Bilainski und Mathias Cinkar haben 
den erwähnten Wachtmeister hiehei auf die aufopferndste Weise 
vom Tode gerettet, wobei Lach 4, Bilainski 1 Lanzenstich er- 
hielten. Ersterer starb später an diesen Blessuren. Wachtmeister 
Czcsnek, die Gemeinen Bilainski und Cinkar erhielten die kleine. 
Lach die grosse silberne Tapferkeits-Medail lo, Rittmeister 
Turibius öinteeki erhielt den eisernen Kron-Orden III. Classe, 
Lieutenant Graf Egmont zur Lippe das Militär- Verdienst-Kreuz, 
Am 23. Mai bei Gelegenheit einer scharfen Recognoszirung gegen 
Borgo-Vercelli, hat Oberheutenant Moriz Ritter von Lehmann 
des Regiments, nachdem das Gefecht abgehrochen wurde, mit 
seinem Zuge (1. der 1. Escadron) den Rückzug der Infanterie 
mit glänzender Tapferkeit gedeckt, verlor durch eine Kanonen- 
kugel das Pferd unterm Leibe, und warf die nachdrängenden 
Bersaglieri in einer kühnen Attaque zurück. Oberlieutenant Ritter 
von Leiimann erhielt das Mili tär- Ver diens t- Kr eu z , der 
Uhlane Jacko Gerusz der dem genannten Offizier im heftigsten 
Tirailleurf'eucr der anstürmenden Bersaglieri sein Pferd freiwillig 
abgetreten hatte, wurde mit der silbernen Medaille I. Classe, 
der Gemeine Johann Sziszka, welcher ungeachtet einer Schuss- 
wunde im rechten Arm, beim Angriff der Erste auf die piemon- 
tcsischen Bersaglieri sieh stürzte, wurde mit jener II. Classe 
belohnt. Der Verlust war gering; 1 Mann und 2 Pferde verwundet. 
Am 26. übernahm Oberst von Mengen das Coraoiando der aus 
mehreren Truppen-Gattungen bestehenden Haih-Brigadc, welche 
theils Novarra, theils den Brückenkopf von San Martino besetzt 
hielt. Im ersteren Orte waren die 2., 7. und 8., im letztern die 
1. Escadron des Regiments. Diese Halb-Brigade hatte den äus- 
sersten rechten Flügel der Armee zu docken, im Falle eines 
überlegenen Angriffs aber in den Brückenkopf von San Mar- 
tino zurückzugehen. — 

Am 30. Mai rückten der 3. und 4. Zug der 7. Esca- 
dron behufs einer Recognoszirung gegen Borgo-VerceJli vor, in 
dessen Nähe auf der zwischen Reissfeldern eingeengten Strasse 
alsbald eine langsam anrückende Abtheiluog piem ontesiacber 




47 

Reiterei sichtbar wurde. Der als Generalstabs-Offizier verwendete 
Bittmeister Carl von Fischer des Regiments hatte sich als Volon- 
tär dieser Halb-Escadron angeschlossen, und führte nun selbe 
zur Attaque vor; da verschwanden die feindlichen Reiter und 
demaskirten 2 Geschütze^ deren Eines sogleich einen Kartätschen- 
schuss gab. Der Verlust der Uhlanen war gross, denn sie zählten 
1 Mann und 6 Pferde todt, 5 Mann 2 Pferde verwundet, unter diesen 
jenes des Rittmeister Stary, der nun seine Halb-Escadron zurück- 
führte. Rittmeister von Fischer, der durch die Czapka geschossen 
war, blieb mit dem Corporal Ritter von Kaminski und dem Wacht- 
meister Schatz auf der Strasse, und recognoszirte den Feind der 
nun noch 2 wirkungslose Kartätschenschüsse gab, und Jiinter den 
Cassinen zahlreiche Bersaglieri debouchiren liess. (Bazancourt er- 
wähnt dieses Gefechtes). 

Am 1. Juni erfolgte von Seite des 4. französischen Armee- 
Corps (Marschal Niel) der Angriff auf das ganz freie Novarra. 
Die Arriere-Garde der erwähnten österreichischen Halb -Brigade 
führte ein kurzes Gefecht zwischen Novarra und der Agogna, 
bei welcher Gelegenheit Lieutenant von Zwehl des Regiments 
mit seinem Zuge (der 8. Escadron) die französische Avant- 
Garde Va Escadron Chasseurs durch eine glänzende Attaque 
auf ihre Geschütze zurückwarf, nachdem selbe durch einen 
glücklichen Rakettenwurf etwas in Unordnung gerathen war. 
Oberst Adolf von Mengen, welcher als Commandant mit der 
grössten Tapferkeit, Umsicht und Kaltblütigkeit dieses Gefecht 
leitete, erhielt in Folge dessen das Militär-Verdienst-Kreuz. 
Corporal Felix Ritter von Kaminski, der auf Feldwache stehend, 
bereits durch den rasch vorrückenden Feind abgeschnitten, sich mit 
grosser Kühnheit zu seiner Escadron durchschlug, erhielt die 
grosse silberne Medaille. Die Halb-Brigade wurde von Oberst 
Mengen in den Brückenkopf von San Martino zurückgeführt. 
Der ganze Verlust der dabei betheiligten 3 Escadrons des Regi- 
ments betrug ein verwundetes Pferd. Mit dem Morgengrauen des 
2. Juni rückte die Brigade Rezniczek nach San Martino, welcher 
Oberst Mengen das Commando des Brückenkopfs sowie die 
ganze Infanterie und Aitillerie der Halb-Brigade übergab ^ die 
1. Escadron des Regiments wurde im Brückenkopfe zurück- 
behalten. Major Graf Falkenhain mit der 2. Escadron zur Beobach- 
tung des Ticino gegen Norden detachirt, und Oberst von Mengen 
mit der 4. Division als Reserve derselben nach Buffalora dispo- 
nirt. Gegen Abend meldete Major Graf Falkenhain den Brück en- 
schlag der Franzosen bei Turbigo, den Corporal Wladi- 
mir von Sokulski mit einer Patrouille entdeckt hatte. Letzterer 
wurde bei dieser Gelegenheit durch eine übersetzte Infanterie- 
Abtheilung angegriffen, welche er aber zurückwarf. Der Gemeine 
Andreas Gawell bei diesem Patrouillen-Gefechte durch die Czapka 
geschossen, mit seinem Pferde überdiess gestürzt, raffte sich 
schnell auf, und erschoss mit seinem Carabiner den ihn angreifenden 



48 

tySEinzö'sischen lafanteristen. Sokulski und Gawell erhielten die 
kleine silberne Medaille. Corporal Wendelin Pfeifer und 
Gemeiner Albort Krzakowski wurden beide mit sehr wichtigen 
Depeschen an FML. Baron Urban nach Gallarate gesendet, 
fanden denselben dort nicht mehr^ und brachten nun ans eige- 
nem Antriebe diese Depeschen durch die feindliche Linie bis 
Somma, wo sie den genannten General wirklich fanden. Der 
Corporal erhielt die grosse, der Gemeine die kleine silberne 
Medaille. 

Am 3. Juni wurde die erste Division des Regiments 
der Truppen-Division des FML. Baron Cordon vom L Armee- 
Corps bei Buffalora zugewiesen. Oberst von Mengen stand mit 
der 4. Division des Regiments hinter Ponte di Magenta, vor 
welcher sich ein kleines Vorposten -Gefecht entwickelt hatte, in 
welchem der 1. Zug der 7. Escadron unter Lieutenant Baron 
Ilönning betheiiigt war. Wachtmeister Eduard Thein, welcher mit 
2 Gemeinen, deren einer hiebei erschossen wurde, durch sein frei- 
williges Vorgehen, Behufs der bessern Beobachtung des Feindes 
sich ausgezeichnet hatte, erhielt die grosse, der ihn begleitende 
übrig gebliebene Gemeine Albert Pokuta die kleine silberne 
Medaille. 

Corporal Franz Ejllar, an demselben Tage auf Feldwache, 
stürzte sich, da er die Brücke bei BufPalora schon zerstört fand» 
mit seinen Uhlanen in den Ticin, und erreichte so seine Abthei- 
lung, wofür er mit der kleinen silbernen Medaille belohnt 
wurde. — 

Am 4. Juni rückte Oberst von Mengen mit der 1. und 
4. Division zur Cavallerie-Division MensdorflP wieder ein, welche 
Tags zuvor ein Bivouac bei Corbetta bezogen hatte. 

In der Schlacht von Magenta stand das Regiment 
rechts und links der Strasse in der Cultur, ohne in's Feuer zu 
kommen, bis auf einige Abtheilungen der 1. Division, welche bei 
Infanterie-Brigaden zugetheilt waren. — So wurde dem Rittmeister 
Gotthard Graf Pachta bei Buflfalora ein Pferd unterm Leibe er- 
schossen ; Wachtmeister Czesnek mit 20 Mann bei den Gren- 
zern vei'wendet, wurde gefangen. Eine der ersten franaösi- 
schen Kanonenkugeln tödtete den Rittmeister Karl Graf Mengersen, 
welcher als Ordonnanz-OflPizier dem FML. Fürst Eduard Liechten- 
stein zugetheilt war, an der Seite seines Chefs. Das Regiment 
betrauerte iü ihm einen tapfern ritterlichen Offizier. Am Abende 
dieses blutigen Tages stand das Regiment am Eisenbahn dämme und 
entsendete fortwährend Abtheilungen, um Fühlung am Feind zu be- 
halten. Dastiess Rittmeister Ludwig Riebesam des Regiments mit seiner 
(der 4.) Escadron in Invernuno auf die anmarschirende piemontesische 
Truppen- Division Fanti. Eine Lanziers-Escadron griff die' Uhlanen an, 
welche Riebesam mit dem 1. Zugeseiner Escadron unter Oberlieute- 
nant Rudolf Graf Zeppelin, in einer glänzenden Attaque nach einem 
hartnäckigen Gefechte zurückwarf; aber dieser Zug hatte 5 Todte 



49 

und 7 Verwundete^ darunter einen Uhlanen mit 8 Lanzenstichen. 
Die beiden genannten Offiziere mit ihren wackern Uhlanen hatten 
sich heldenmüthig geschlagen. Fanti hielt diese Escadron offenbar 
für die Avant-Garde irgend eines frischen Corps; — denn dieses 
ßeiter-Gefeeht verzögerte längere Zeit das Vorgehen seiner Armee - 
Division. Rittmeister Biebesam und Oberlieutenant Graf Zeppelin 
erhielten beide das Militär-Verdienst-Kreuz. Führer Michael 
Burzemski^ -welcher mit der Avant-Garde der Escadron das Debou- 
chiren der zahlreichen feindlichen Cavallerie mit heldenmüthiger 
Bravöur so lange aufhielt, bis der 1. Zug zur Attaque schreiten 
konnte, selbst 4 Blessuren erhielt, wurde, so wie der Gemeine 
Paul Kocur mit der grossen silbernen Tapferkeits-Medaille 
belohnt; letzterer wegen seiner glänzenden Bravour, mit welcher 
er sich freiwillig mitten in die feindliche Abtheilung stürzte, 
und wiewohl durch einen Schuss verwundet, wesentlich zum Erfolge 
jenes Angriffs beitrug. — Der Major Franz Graf Falkenhain des 
Regiments erhielt für seine umsichtige und entschlossene Verwen- 
dung bei Turbigo, — sowie in der Schlacht bei Magenta, beson- 
ders im Gefechte bei Buffalora am rechten Flügel der österreichi- 
schen Stellung, den eisernen Kron-Orden III. Classe. 

Am 6. Juni begann der Rückzug, in welchem die Cavalle- 
rie-Division Mensdorff theils beim VIT. theils beim VIH. Corps 
zugetheilt war, und die Arriere - Gardestellungen dieser Corps 
theilte. Am 20. Juni passirte das Regiment mit dieser den Mincio 
und lagerte bei Rosegaf^rro. 

In der Schlacht bei Solferino am 24. Juni stand die 
Cavallerie-Division Mensdorff seit frühem Morgen im Centrum der 
österreichischen Stellung, — im leeren Raum zwischen der ersten 
und zweiten Armee, zu welcher sie gehörte. Das Regiment stand 
selbst im zweiten Treffen dieser Division; fortwährend im feind- 
lichen Eitnonen-Feuer, bald vor bald zurück sich bewegend. Durch 
den Luftdruck einer vorübergehenden Kanonenkugel wurde der 
Oberlieutenant Baron Münch vom Pferde gerissen. (Dieser hoff- 
nungsvolle junge Offizier starb 10 Monate später in Folge dieser 
Verwundung.) Die beim Divisionär FML. Graf Mensdorfl in Ver- 
wendung gestandenen Oberlieutenants des Regiments Alfred zu 
Helle und Ottokar Baron Hruby Geleny, haben freiwillig im hef- 
tigsten Eanonenfeuer 2 Geschütze gerettet, welche eine zurückge- 
hende österreichische Batterie als demontirt liegen liess. Diese 
beiden Offiziere erhielten das Militär-Verdienst-Kreuz. — 

Als die Franzosen durch das Centrum der 2, Armee vor- 
rückten, ging die Cavallerie-Division Mensdorff zum Angriffe vor. 
Die Dragoner-Brigade Prinz Holstein (Savoyen und Horvath) im 
1. Treffen, das Regiment im 2., im Staffel- Verhältniss rechts und 
links angehängt. Als sich in der rechten Flanke der Uhlanen 
französische Cavallerie zeigte, disponirte Oberst von Mengen die 
beiden rechten Staffeln erste und zweite Division zum An- 
griff, welchen die dritte Division als Reserve folgte. Die beiden 

4 



r 



60- 

vratea Divisionen attaquirfen, aber plötzlich sclilugen viele hundert 
Kugeln in die Reihen der tapfern Reiter, auf kaum 30 Schritte 
standen hinter Steindämnien gedeckt, nebst einer Cavallerie-Abthei- 
lung einige Geschütze und 3 französische Infanterie -Quarrös. 
Alles stürzt durcheinander; Rittmeister Ladislaus Graf Festetics 
und Lieutenant Ignaz Josefczuk, sind durch die Brust geschossen, 
getödtet, Major Graf Falkcnhain ist an der rechten Hand leicht 
gestreift, sein Pferd durch den Kopf geschossen, Rittmeister Graf 
Triangi, Oberlieutenant Baron Gemmingen und Lieutenant Graf 
Hoyos verlieren ihre Pferde, die Eetandarte der 1. Division ist 
durch den Sturz des Estandartführera im Angesichte einer fran- 
zösischen Cavallerie-Abtheilung in grösster Gefahr, wurde aber 
durch den Wachtmeister Franz Wiczar gerettet. Derselbe erhielt 
wie auch Führer Eduard Blecha, wegen freiwilliger Abtretung 
seines Pferdes an Rittmeister Grafen Triangi im heftigsten Feuer, 
unter gleichen L^mständen Gemeiner Lorenz Plekaniec, wegen 
Abtrettung des seinen an Lieutenant Graf Hoyos, sämmtliche 3 
die grosse silberne Medaille. Es erhielten Oberst Adolf von 
Mengen wegen ausgezeichneter Führung des Regiments den, 
eisernen Kron-Orden III. Glasse, Oberstlieutenant Ludwig 
Möring, die Majors Julius Baron Simbschen, Ladislaus Graf Szapary 
und Franz Graf Falke ah ain die Allerhöchste Belobung wegen tapfe- 
rer und umsichtiger Führung ihrer Divisionen. Der Oberwund-Arzt 
Peter Faulhaber für seine aufopfernde Berufsthätigkeit beim eigenen 
Regiment und fremden Truppen das goldene Civil- Verdienat- 
Krouz. Der Verlust des Regiments in den beiden Haupt- Schlachten 
dieses Feldzuges war folgender: Bei Magcnta: 1 Offizier, 6 
Mann, 5 Pferde todt; 10 Mann, 4 Pferde verwundet; 21 Mann 
und 21 Pferde gefangen; 2 Mann vermisst, also in Ganzem 40 
Mann 30 Pferde; bei Solferino 2 Oifiziere, 5 Mann, 10 Pferde 
todt; 2 Offiziere, 12 Mann, 25 Pferde verwundet; 8 Mann, 9 
Pferde gefangen, und vermisst, daher im Ganzen 29 Mann, 44 
Pferde. Der Gesammt-Verlust des Regiments im ganzen Feld- 
zuge beträgt an Todten, Verwundeten, Gefangenen und Ver- 
missten 79 Mann, 88 Pferde. (Wurde bei den einzelnen Affairen 
schon delaillirt angegeben.) Nach jener fruchtlosen erwähnten 
Attaque trat die Ca vallerie -Division Graf Mensdorff ihren Rück- 
zug an, nochmals am Mincio Stellung nehmend, bis sie endlich 
um Mitternacht bei Roaegaferro das Bivouac bezog. Nach Be- 
ziehung noch verschiedener Bivouacs erhielt das Regiment bei 
Mantua Cantonirungen, bis es Ende Juli Divisionsweise über 
Wien seine vorige Friedens-Station Wessely in Mähren bezog, 
wo es Anfangs September eintraf. 

In Folge der neuen Organisation der Cavallerie, vermöge 
Allerhöchster Entachliessung vom 17. Jänner 1860 gab das 
Regiment seine 4. Division zur Errichtung des freiwilligen 
ühlanen-RegimentB ab. Im Herbste 1862 wurde der Regimenta- 
8tab nach Mährisch-Neustadt verlegt. 



61 

Haria-Theresien-Ordens-Ritter. 

1796 Bittmeister Thadäus von Brochowskl, f vor dem Feinde in der Qegend von 
Nürnberg den 18. Dezember 1800. 

1801 Bittmeister Joseph Baron Domokos, f als Major in Pension den IK. Oktober 

18S4 zu Tussow in Siebenbürgen. 
1801 Major Adam Qraf Mier, f als Oberstlieutenant in der Armee zu Lemberg den 

5. Jänner 1833. 

1801 Bittmeister Carl Baron Scheibler; f als FML. und Festungs-Gommandant zu 
Josephsstadt daselbst am 29. Jänner 1843. 

1802 Major Joseph Baron Bogdan, für seine als Bittmeister bei Fürst Schwarzenberg 
Ublanenin derCampagne 1799 geleisteten ausgezeichneten Dienste, f als FML. 
und Diyisionär zu Lemberg den 14. Mai 1827. 

1808 Bittmeister Wilhelm Baron Mengen, f als FML. und Diyisionär zu Prag den 
23. Ootober 1837. 

1809 Oberstlieutenant Emanuel Qraf Mensdorff Pouilly (siehe Inhaber bei Hussaren 
Nr. 1). 

1850 Oberst Hermann Graf Nostitz, gegenwärtig FML. und Truppen-DiTisionar. 

Regiments-Inhaber. 

1791 GM. Johann von Meszaros erhielt 1797 das 10. Hussaren-Begiment. 

1797 G. d. C. Maximilian Graf Merreld als k. k. Gesandter am Grossbritannischen 
Hof, t den 4. JuU 1815. 

1815 G. d. G. Ernst Herzog von Sachsen Coburg und Gotha, f den 29. Jänner 1844 

1844 G. d. 0. Carl Graf v. Civalart, MTO-B. 

Zweite-Inhaber. 

1815 FML. Carl Graf Civalart , seit 1844 Oberst-Inhaber. 

1851 Üebt über Ansuchen des Begiments-Lihabers der FML. Carl Graf Grünne die 
Inhabers-Beohte aus. 

Oberste. 

1791 Anton Baron Schubirz, Begts.-Comdt., 1796 GM. 
1796 Ezechiel von Matyasowsky, Begts.-Comdi, 1798 GM. 

1798 Achill von Brea, Begts.-Comdt., 1800 pensionirt. 

1800 Ludwig Graf Wallmoden-Gimborn, Begts.-Comdt., 1807 GM. 

1803 Carl Baron Stutterheim, 2. Oberst, 1805 pensionirt. 

1807 Joseph Baron Bogdan, MTO-B.^ Begts.-Comdt., 1809 GM. 

1809 Ludwig Baron Wilgenheim, Begts.-Comdt., f den 2.NoYbr. 1813 zu Laibach. 

1814 Bartholomäus Graf Alberti, Begts.-Comdt., 1814 transferirt zu Chevauxlegers 

Nr. 7 Qetit Uhlanen Nr. 11). 
1814 Emanuel Graf Mensdorff-Pouilly, MTO-B., supernummerär, 1814 GM. 
1814 Wilhelm Baron Hammerstein-Equord, Begts.-Comdt., 1823 GM. 
1823 Joseph GrafTige, Dienstkämmerer Sr. k. k. Hoheit des Kronprinzen, 1831 GM. 
1823 Friedrich Anton Prinz zu HobenzoUern-Hechingen , Begts.-Comdt., 1831 GM. 
1831 Cornelius Baron Dankelmann, Begts.-Comdt., 1838 GM. 
1835 Felix Fürst zu Schwarzenberg in diplomatischer Verwendung, 1843 GM. 
1838 Adolf Yon Mengen, Begts.-Comdt.^ 1845 GM. 

1845 Carl von Almassy, Begts.-Comdt., 1849 pensionirt. 

1849 Hermann Graf Nostltz-Bineck, MTO-B., Begts.-Comdt., 1851 GM. 
1851 Wilhelm Baron EoUer, 2. Oberst, 1851 Begts.-Comdt., 1858 GM. 

1858 Adolf von Mengen, Begts.-Comdt. 

1859 Gustav Graf Messoy de Bielle, zugetheilt bei Sr. k. k. Hoheit dem Erzh, 
Bainer. 

4» 



62 



Oberstlieutenants. 



1791 Ezeohiel von Matyasowsky, 1796 Oberst. 

1796 AchiU von Brea, 1798 Oberst. 

1798 Ludwig Graf Wallmoden-Gimborn, 1800 Oberst. 

1800 Thadäus von Brochowski, MTO-R., f vor dem Feinde im Gefechte bei Nürnberg 
am 18. November 1800. 

1801 Carl Baron Statterheim, 1803 Oberst. 

1804 Joseph Baron Bogdan, MTO-R., 1807 Oberst. 

1807 Albert von Kropivenicki, 1807 pensionirt. 

1807 Anton Gnndaker Graf Starhemberg, 1809 Oberst bei Hussaren Nr. 10. 

1809 Emanuel Graf MensdorflF-PouiUy, MTO-R., 1810 Oberst bei ühlanen Nr. 3. 

1810 Ferdinand Graf Zichy, 181Ä Oberst bei Hussaren Nr. 7. 

1812 Franz von Zarczinski, 1814 Oberst bei Dragoner Nr. 4 (1860 reduzirt). 

1814 Philipp Lang, 1820 Oberst bei Hussaren Nr. 10. 

1820 Joseph Graf Tige. Dienstkämmerer bei Sr. k. k. Hoheit des Kronprinzen, 1823 

Oberst 
1820 Friedrich Anton Prinz zu Hohenzoilern-Hechingen, 1823 Oberst. 
1823 Friedrich Prinz zu Oettingen-Wallerstein , 1828 quittirt mit Oberst-Charakter. 
1827 Carl Balla v. Bolhas, 1829 transferirt zu Uhlanen Nr. 2. 
1829 Ernst Baron Dlauhov^esky, 1831 Oberst bei Gürassier Nr. 7. 
1831 Eduard Graf Woyna in diplomatischer Anstellung , 1833 Oberst bei Hussaren 

Nr. 8. 

1831 Ludvrig Edler von Pielsticker, 1832 pensionirt. 

1832 Arnold yon Münstermann, 1834 pensionirt 

1834 Felix Fürst Schvrarzenberg in diplomatischer Anstellung, 183S Oberst. 

1834 Adolf von Mengen, 1838 Oberst. 

1838 Maximilian Edler v. Svroboda, 1845 pensionirt mit Oberst-Charakter. 

1845 Carl von Almassy, 1845 Oberst 

1845 Hermann Graf Nostitz-Rineck^ 1849 Oberst 

1849 Anton Baron Dobrzensky, 1851 Oberst bei Uhlanen Nr. 8. 

1851 Anton von Jvichioh, 1857 transferirt als Premierwachtmeister zur Aroieren- 

Leibgarde. 
1857 Gustav Graf Messey de BielJe, bei Sr. k. k. Hoheit dem Erzh. Rainer, 1859 

Oberst. 

1857 August Graf Bellegarde, 1858 transferirt zu Dragoner Nr. 7 (jetzt 2). 

1858 Adolf von Mengen, 1858 Oberst 
18ö8 Ludwig Möring, 1862 pensionirt. 

1861 Constantin Prinz zu Hohenlohe-Sohillingsfürst, Flügeladjutant Sr. Majestät des 
Elaisers. 

1862 Ernst Fürst zu Windisch- Grätz. 

Majors. 

1791 Carl Friedrich Wilhelmi v. Willenstein, 1792 Oberstlieutenant beim 2. Carabi- 

nier-Regiment. 
1791 Achill von Biea^ 1806 Oberstlieutenant. 
1791 Joseph Qi&i Auersperg, 1792 transferirt zu Lobkowitz-Cheyleg. (Uhlanen 

Nr. 8). 
1791 Christoph Zirkel, 1798 pensionüt 
1791 Xaver Avesani, 1796 pensionirt. 
1795 Max Graf Dönhowe, 1799 pensionirt. 

1798 Thadäus Baron Broohowsky, MTOR., 1800 Oberstlieutenant. 

1799 Carl Baron Stutterheim, 1801 Oberstlieutenant. 

180l Joseph Baron Bogdan, MTO-R., 1804 Oberstlieutenant. 
1801 Jakob Chevalier Haid, 1806 pensionirt. 

1804 Albert von Kropiwnicki, 1806 Oberstlieutenant. 

1805 Anton Gundaker Graf Starhemberg, 1807 Oberstlieutenant 



58 

1806 Johann Hain y. Haimhofen, 1811 pensionirt. 

1807 Emanuel Graf Mensdorff-Ponilly, 1809 Oberstlieutenant. 
1809 Franz Zarczinski, 1812 Oberstlieutenant. 

1809 Alfred Fürst zu Windisch-Grätz, 1813 Oberstlieutenant bei Chevauxlegers Nr. 3 
(jetzt Uhlanen Nr 8). 

1809 Wilhelm Graf Hadik, 1812 transferirt zu Uhlanen Nr. 2. 

1810 Ludwig Chevalier Mories, 1810 quittirt. 
1810 Philipp Lang, 1814 Oberstlieutenant. 

1810 Franz Graf Banffy, 1812 transferirt zu Uhlanen Nr. 3. 
1810 Carl von Nostitz, 1812 quittirt. 

1813 Joseph Graf Tige, 1818 Dienstkämmerer bei Sr. k. k. Hoheit dem Kronprinzen, 
1820 Oberstlieutenant 

1814 Anton Friedrich Prin*z zu HohenzoUem-Hechingen, 1820 Oberstlieutenant. 

1815 Friedrich Prinz zu Oettingen-Wallerstein, 1823 Oberstlieutenant. 
1818 Johann Wagner, 1815 transferirt zu Uhlanen Nr. 4. 

1820 Karl Balla von Bollhas, 1827 Oberstlieutenant. 

1824 Carl Baron Scharfenstein-Pfeil; 1829 Oberstlieutenant bei Uhlanen Nr. 2. 

1827 Eduard Graf Woyna, in diplomatischer Anstellung, 1831 Oberstlieutenant. 

1827 Ludwig von Rielsticker, 1831 Oberstlieutenant. 

1829 Arnold von Münstermann, 1832 Oberstlieutenant. 

1831 Adolf von Mengen, 1834 Oberstlieutenant. 

1832 Wilhelm Wolfram, 1838 transferirt zu Uhlanen Nr. 2. 

1833 Felix Fürst Seh warzenberg in diplomatischer Anstellung, 1834 Oberstlieutenant. 

1833 Joseph Graf Mittrowsky^ Dienstkämmerer Sr. k. k. Hoheit des Erzherzogs Fer- 
dinand, 1835 transferirt zu Hussaren Nr. 4. 

1834 Johann Dobrowolski v. Buchenthal, 1842 pensionirt mit Oberstlieutenants- 
Charakter. 

1838 Carl Graf Grünne, 1842 Oberstlieutenant bei Chevauxlegers l^r. 7 (jetzt UhU- 

nen Nr. 11). 
1842 Carl von Almassy, 1845 Oberstlieutenant. 
1842 Hermann Graf Nostitz, 1845 Oberstlieutenant. 
1845 Anton Baron Dobrzensky, 1849 Oberstlieutenant. 

1845 Eduard Baron Basselli, 1849 Oberstlieutenant bei Cürrasier Nr. 5. 

1846 Eduard Baron Inkey, 1849 Oberstlieutenant bei Hussaren Nr. 9. 
1849 Anton von Jyiohich, 1851 Oberstlieutenant. 

1849 Heinrich Graf Coudenhove, 1854 Oberstlieutenant bei Uhlanen Nr. 8. 

1849 Johann Baron Mladota, 1851 pensionirt. 

1851 Joseph Baron Wimmer, 1855 pensionirt. 

1851 Gustav Graf Messey de Bielle, 1854 zugetheilt bei Sr. k. k. Hoheit dem Erzh* 

Rainer^ 1857 Oberstlieutenant. 
1854 Carl Fürst zu Schwarzenberg, 1855 quittirt mit Charakter. 

1854 August Graf Bellegarde, 1857 Oberstlieutenant. 

1855 Ludwig Möring, 1858 Oberstlieutenant. 

1855 Julius Baron Simbsohen, 1859 quittirt mit Charakter. 

1857 Ladislaus Graf Szipäry^ 1860 Oberstlieutenant beim 1. Freiwilligen -Hussaren- 
Regiment.. 

1858 Franz Graf Falkenhain, 1860 quittirt mit Charakter. 

1859 Ernst Fürst zu Windisch-Grätz, 1862 Oberstlieutenant. 

1860 Nikolaus Graf Pejaosevich, Flügeladjutant bei Sr. Majestät dem Kaiser, 1861 
Oberstlieutenant bei Hussaren Nr. 11. 

1861 Ferdinand Baron Tunkel. 

1862 Alezander Graf Kalnoky. 

Vnlhfm\rmg des Begiments. 

Kaisergelbe Czapka, dunkelgrüne Uhlanka und Pantalons, 
scharlachrothe Aufschläge, gelbe Knöpfe. 



r 



I 



I 



VhlaneD-Regiaieiit Nr, 2) Fürst Carl Schwarzenberg. 

Dieses Regiment wurde 1790 in Galizien als UManen-Frei- 
Corps zu 3 Divisionen errichtet und hatte sich in den Feldzügen 
1792 und 1793 in den Niederlanden ausgezeichnet. Im ersteren 
hatten sich am 30. April 1792 drei Escadrons im Gefechte bei 
BouBsut besonders hervorgethan. Kurz vor Ausbruch des Feld- 
zuges 1793 erhielt das Freicorpa den Oberstlieutenant Carl^ Für- 
sten zu Schwarzenberg, seinen nachberigen Inhaber, den spätem 
unsterblichen Sieger von Leipzig zum Commandanten. 

Oberstlieutenant Füi'st Schwarzenberg nahm mit dem Corps 
an der Schlacht von Noerwinden thatigen Antbcil und erhielt 
nach der darauf erfolgten Vorrückung die Aufsicht über die 
Vorpostenslinie von der Hesne zur Scarpe auf beiden Ufern 
der Scheide. Als am 16. März im Trefien bei Tirlemont drei 
Tirol er- Jäger-Compagnien bereits ganz von ihrer Haupt-Truppe 
abgeschnitten waren, hat Oberlieutenant Bogdan dieses Corps 
mit 20 Uhlanen die linke Flanke des Feindes mehrmals so 
herzhaft altaquirt, dass die Jäger Zeit gewannen sich auf ihre 
Haupttruppe zurückzuziehen. — Oberstlieutenant Fürst Schwar- 
zenber trug am 1, Mai entschieden dazu bei, dass der Angriff 
Dampieres auf die Stellung des Prinzen Coburg bei Onnaing 
missglückte, indem er mit einer verhältnissmässig geringen Zahl 
seiner Uhlanen, einer Colonne des Feindes, welche die linke 
Seite und den Rücken des verbündeten Heeres bedrohte und 
dieses dadurch an der Unterstützung seiner Vortruppen hindern 
wollte, sich entgegen warf und sie zurückschlug. Fürst Schwarzen- 
berg hielt ferner, während des Angriffs auf das Lager von 
Famara und der Belagerung von Valenciennes, den Posten von 
Villerapol zur Sicherung gegen Le Qucanoy, theilte unter 
General Graf Heinrich Bellegarde den Sturm auf den Mormalec- 
Wald, welcher der Belagerung jener Festung zum Vorspiele, 
diente und rückte, während diese vor sich ging, nach Soleomes 
um die Verbindung mit Cambray zu durchschneiden. Mehrere 
kühne Streifaüge die Oberstlieutenant Füi'st Schwarzenberg mit 
seinen Uhlanen damals that, erwarben dieser Truppe wie ihrem 
tapfern Führer grosses Lob. Auf einem derselben überfiel er 
mit 3 Zügen Uhlanen ein feindliches Bataillon zu Estreux, 
und nahm es zum Theil gefangen. Ebenso viele Tapferkeit 
bewies Fürst Schwarzenberg in den Gefechten bei Landreey.' 

Am 31. October war das Frei-Corps bei der Delogirung 
des Feindes bei Bassuyan. Den Winter von 1793 auf 1794 
hielt Oberstlieutenant Fürst Schwarzenberg mit dem Frei-Corps 
die Vorposten bei Cateau. 

Bei dem am 29. März 1794 erfolgten Haupt- Angriffe auf 
Cateau und Pomereoil wiu-de Oberlieutenant Bogdan mit 3 Zügen 
Uhlanen und einem von Kavanagh - Cürassier (Nr. 4) zur Unter- 
stützung, einer bereits weicheaden Infanterie-Colonne beordert. 



66 

Ohne Bedenken warf Bieh Bogdan auf den 600 Mann Infanterie 
und 300 Mann Cavallerie starken Feind, dem er mehrere Todto 
beibrachte und 4 Kanonen nebst einem Pulverkarren abnahm. 
Erbittert über diesen Verlust sammelten sich die Franzosen 
von Neuem, aber auch der tapfere Bogdan ralliirte seine 
Uhlanen und ging dem Feinde mit ausserordentlicher ßravour 
zum zweitenmal entgegen, warf nicht nur denselben, sondern 
verfolgte ihn eine Strecke Weges, und nahm eine vortheÜhaft« 
Aufstellung, welche er so lange behauptete, bis die Scharf- 
schützen mit dem Soutien nachkommen und die eroberten 
Kanonen in Sicherheit bringen konnten. 

Am 17. April nahm das Uhlanen-Frei-Corps Theil an 
der Vorriickung der Haupt-Armee gegen Chatillon, Orcy und 
Estreux wobei sich Rittmeister Bogdan abermals hervorthat, so 
dass er vom GM. Baron Kray in dessen Relation" besonders 
angerühmt wird. 

Das Frei-Corpa zeichnete sich ferner unter Fuhrung seines 
Commandanten Grafen Keglevich bei der Einnahme der feind- 
lichen Verschanzungen von Mainz, am 29. October 3795, im 
Treffen bei Meissenheim am 8. Dezember, vorzüglich aber in 
den Gefechten und der Schlacht bei Amberg, am 18. und 
24. August 1796 aus. 

Am 10. September überraschte der, die Avant-Garde 
des FML. Kray führende Rittmeister Graf Dominik Hardegg 
des ühlanen-Frei-Corp3 die sorglose feindliche Besatzung der 
an der Lahn liegenden, befestigten Stadt Giessen, besetzte 
dieselbe und traf aUe Anstalten zu ihrer Behauptung. Wirklich 
blieben am 11. wiederholte Versuche der französischen Division 
Grenier, wieder in den Besitz von Giessen zu gelangen, erfolg- 
los, um ao mehr als FML. Baron Kray mit dem Gros seiner 
Truppen nachgerückt war. Dem Rückzug vom Nieder-Rhein an 
die Ober-Lahn wohnte das Frei-Corps 1797, meist als Avant- 
Garde verwendet, bei. 

Bei der 1798 erfolgten Reorganisation der k. k, Cavallerie 
wurde dicBes, damals Baron Motschlitzische Frei-Corps zum 
2. Uhlanon-Regiment übersetzt, als welches es bei den ver- 
schiedenen Gefechten in der Schweiz im Feldzuge 1799 mitwirkte. 

Im Treffen bei Ostrach hat der Oberstlieutenant Fürst 
Moriz Liechtenstein mit seiner Division die Arriere-Garde des 
feindlichen General Ferino mit vieler Tapferkeit verfolgt, aber 
ganz besonders hatte derselbe inzwischen zum Oberst avanzirt, in 
der Schlacht bei Stockach am 25. März das Regiment bei der 
Avant- Garde mit ausserordentlicher Umsicht und Tapferkeit ge- 
führt. — Den Franzosen war es gelungen zwischen dem linken 
Flügel und der Mitte der vom FML. Fürsten Schwarzenberg 
befehligten Avant-Garde, in dem Augenblicke einzudringen, 
als diesem der Befehl zukam, die dem heftigsten Feuer ausge- 
setzte Infanterie zurück und in die Stellung der Armee zu 



r 



56 

ziehen. Da der Rückzug der Infanterie durch die beiliftbenÄe 
Cavallerie und 2 Batterien gedecict werden musste, so gewann 
der Feind Zeit, den in der rechten Flanke und im Rücken 
unserer Avant-Garde gelegenen Wald gegen Orsingen zu be- 
setzen. Von hier konnte er unaufgehalten die Strasse gewin- 
nen, der Infanterie den Rückzug abschneiden und aich auch 
der daselbst aufgestellten Batterie bemächtigen. Aber die 
Tapferkeit des Fürsten Moriz Liechtenstein wusate die drohende 
Gefahr abzuwenden. Mit einigen Abtheilungen der fast ganz 
aufgeriebenen Cavallerie, warf er sich ohne Rücksicht auf die 
vielen vorhandenen Terrainhindernisse, unter dem heftigsten Kartät- 
schenfeuer zweier Batterien auf den überlegenen Feind, trieb ihn 
zurück und verschaffte der Infanterie und der bereits verloren 
geglaubten Batterie Zeit, sich in die angewiesene Stellung, wo ihre 
Ankunft schon äusserst dringend war, zurückzuziehen. Nebet 
Oberst Fürst Liechtenstein werden noch in der Relation Major 
Graf Sinzendorf und Rittmeister Bretschneider besonders ange- 
rübmt. 

Kiner bestimmten Tradition zu Folge soll sich von dieser 
Affaire die grüne Farbe der Czapka des Regiments, welches 
bis nun gelbe hatte, wie auch die silbernen Panzerketten datiren; 
da wir sie aber nirgends mit schriftlicher Autbontieitfit vorfwi- 
den, so unterlassen wir die Details jener Tradition hier anza- 
führen. 

Am 14. Mai , bei der Einnahme des Luziensteiges in 
Graubündten, hat sich Major Graf Trautmannsdorf mit seiner 
Division vorzugsweise ausgezeichnet; Rittmeist er Bretschneider 
ist mit einem Zuge durch die reisaende Langwarth geschwom- 
men und hat zwei feindliche Infanterie-Compagnien nach einer 
auf ihn und seine U blauen gegebenen Decharge zur Krgebung 
gezwungen, Rittmeister Severin v. Kisielewski verfolgte auf 
das Muthigstö mit seiner Escadcon den Feind, die Lieutenants 
Koniasch und Cserna hielten sich gleichfalls sehr tapfer, letz- 
terer ist wenige Tage später im Gefechte bei Näffels am 
25, Mai todt geblieben. 

Am 14. Mai schwammen Wachtmeister Henn, dann die 
Uhlanen Anton Michailow, Johann Spieller und Nikolaus Zap- 
linski freiwillig über den Rhein, nahmen eine fi-anzösische 
Kanone, machten die Bedeckungs -Mannschaft gefangen, und 
gaben durch diese That den grössten Ausschlag zur Eroberung 
des Luziensteiges. Wachtmeister Henn erhielt die goldene, 
die drei Uhlanen die silberne Medaille. Wachtmeister 
Schwanda befreite mit einigen Freiwilligen 30 bis 40 gefangene 
österreiohiache Dragoner, indem er die feindliche Bedeckung 
angriff und zerstreute. Er bekam die silberne Medaille. 
Am selben Tage attaquirto Wachtmeister Joseph Wetachel beim 
Luziensteige mit nur 13 Uhlanen eine, von französischer Infan- 
terie und Cavallerie bedeckte Kanone, eroberte dieselbe und 



ft terie und 



B7 

nahm den grössten Theil der Bedeckung gefangen, Nun rückte 
jedoch eine starke feindliche Cavallerio-Abtheilung heran, griff 
den Wachtmeister an, nahm ihn gefangen und bemächtigte sich 
der Kanone wieder. Es sprengten jedoch die Uhlanen Karcz- 
mareck und Rosticzek wie wüthend unter die französischen 
Reiter, befreiten den Wachtmeister und eroberten die Kanone 
wieder. Alle drei erhielten die silberne Medaille- 
Arn 4. Juni war das Regiment beim Haupt-Angriflf auf 
die Stellung bei Zürch, wobei die Rittmeister Bretschneider 
und Harnischer wegen ihrer Tapferkeit belobt wurden. 

Am 18. September war das Regiment unter Aniuhrung 
aeinCB tapfern Obersten Fürst Moriz Liechtenstein bei der Ein- 
nahme der Neckarau er- Schanzen und der Stadt Mannheim, wo 
es sich abermals hervorthat, und insbesondere Major Graf Sin- 
zendorf belobt wurde. 

Am 16. October war das Regiment auf Vorposten an der 
Bergstrasse zwischen Heidelberg und Mannheim. Oberst Fürst 
Liechtenstein commandirte den rechten Flügel sämmtlicher dort 
aufgestellten Vorpostentnippen, als die fraazösischo Division Ney 
von Weinheim gegen den Neckar vorrückte; beim Anrücken 
derselben zog Fürst Liechtenstein die Vorposten zur Haupttruppe 
und über die Neckarbrücke zurück und setzte eich in Ver- 
fassung Ney's Truppen den Uebcrgang über dieselbe um jeden 
Preis streitig zu machen. Nennmal wiederholte der französische 
General mit immer frischen Colonnen den Angriff, neunmal 
schlug ihn Fürst Liechtenstein mit seltener Bravour zurück 
und erst die einbrechende Nacht machte dem blutigen Gemetzel 
ein Ende. Nur dieser heroische Widerstand vermochte des 
Feindes Absicht zu Nichte zu machen, der das schwache Corps 
zerstreuen, und sieh des Spitals, der Magazine und der von 
der kaiserlichen Armee bei Sitzendorf zurückgelassenen Artillerie- "• 
Reserve bemächtigen wollte. Oberst Fürst Liechtenstein hatte 
in diesem Gefechte einen Streifschuss erhalten. Bei dem Rück- 
zuge über die Neckar brücke hatte Oberst Fürst Liechtenstein 
dem Rittmeister Bogdan des Regiments die äusserste Nachhut 
Übergeben, die dieser so entschlossen führte, dass das Gros 
sich ohne Verlust zurückziehen konnte. Als Bogdan die Brücke 
überschritten, gewahrte er, dass die zur Vertheidigung aufge- 
stellte Grenzer-Division alle Fassung verloren hatte , trotzdem 
das Heil des ganzen Corps von der Behauptung derselben abhing. Da 
entachloss sich Bogdan freiwillig auf dem sehr wichtigen Posten 
nach Kräften auszuharren. Er siindte seine Schwadron zurück 
und behielt nur 15 der ausgesuchtesten Reiter bei sieh. Mit 
diesen half er selbst die Brücke verrammeln, besetzte die 
nächstgelegenen Häuser sehr zweckmässig mit Infanterie und 
hielt die feindlichen Grenadiere durch wiederholtes Vorprellen 
fortwährend auf, bis die österreichischen Truppen die nöthigc 
Zeit gewannen, ihren Rückzug in bester Ordnung anzutreten. 



m 

Für diese glänzende That erhielt der inwischen zum Major bei 
Gral Merveld-Uhlanen Nr. 1 beförderte Bogdaii 1801 daa 
Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. 

Am 4. Noveraber beim Angriffe unter dem churpfälzisclien 
Obersten Wrede auf die Franzosen bei Obigheim ist eine Divi- 
sion des Regiments durch den Neckar geschwommen und 
hatte sieh vortrefflich gehalten; Rittmeister Steuerer und Lieute- 
nant Schmolka haben sich hiebei besonders hervorgethan. 

Am 8. war eine Division unter der tapfern Führung des 
Majors Grafen Trautmannsdorf bei der Vorrückung und Deploqui- 
rung von Philippsburg und am 3. Dez. hat wieder eine andere 
Division beim Entsätze dieser eingeschlossenen Festung thätigst 
mitgewirkt, wobei der an diesem Tage todt gebliebene Oberlieu- 
tenant Roiain des Regiments in der Relation mit besonderer Aue- 
zeichnung erwähnt wird. 

Im Feldzuge 1800 war das Regiment abermals bei der 
Armee in Deutachland. Als Feldzcugmeister Baron Kray am 
5. Mai die Armee aus der Gegend von Liptingen nach Mös- 
kirch zurückzog, stiess die Avant-Garde der Brigade des Ge- 
nerals Fürsten Rosenberg, welche über Schwandorf vorrückte, 
um die rechte Flanke des Armee-Corps des Erzherzog Ferdi- 
nand zu cotoyiren, bei Lohdorf auf eine feindliche Colonne. 
Der Oberst Fürst Liechtenstein des Regiments war Comman- 
dant der aus 4 Escadrons seiner Uhlanen, 2 Escadrona Mes- 
zaroa-Hussaren (jetzt Nr. 10), einem Bataillon Jäger und dem 
12, leichten Bataillon zusammengesetzten Vorhut und fasste 
sogleich den Entschluss den an Zahl weit überlegenen Gegner 
anzugreifen. Während seine Infanterie Lobdorf stürmte, hieb 
er in Person an der Spitze der Cavallerie in ein vorrückendes 
Chasseur- und Cürassier-Regiment mit so gutem Erfolge ein, 
dasa diese mit nahmhaften Verlust in die Flucht gejagt wurden 
und Fürst Roaenberg Zeit gewinnen konnte zu seiner Ver- 
theidigung Anstalten zu treffen und den Erzherzog Ferdinand 
von dem Anrücken dieser leindlichen Abtheilung in Kenntnisa 
zu setzen. Der Oberstlieutenant Friedrieh Graf Trautmannsdorf 
des Regiments wurde hiebei tödtlich verwundet, in Folge dessen 
er bald darnach starb. 

Unmittelbar nach diesem errungenen Vortheil wurden die 
beiden Brigaden Rosenberg und Gyulay, wähi-end die Haupt- 
Armee vor Möskireh in einen blutigen Kampf verwickelt wurde, 
zum gemeinschaftlichen Wirken gegen Wondorf detachirt. 

Oberst Fürst Liechtenstein commandirte auch hier die 
Avant-Garde und fand neue Gelegenheit zur Auszeichnung, da 
er an der Spitze seiner wackern Reiter wiederholt mit ge- 
wohnter Bravour einhieb, den Feind bia an die Chaussee von 
Stokach warf, lebhaft verfolgte, ihm einen nahmhaften Ver- 
lust an Todten beibrachte und mehrere hundert Gefangene 
abnahm. 



69 

Im weitem Verlaufe dieses Feldzugs hatte Oberst Fürst 
Liechtenstein mit dem Begimente^ bei dem Corps des GM. 
Mecsfery die Avant- und Arriere-Garde mit der ihm eigenen 
Einsicht^ Ellugheit und ThStigkeit geführt^ und sich nicht nur 
bei Vertreibung des Feindes von Vilsbiburg, Landshut, Mösburg 
und Freisingen wesentliche Verdienste gesammelt^ indem er 
24 Offiziere 3 Grenadier-Compagnien und 347 Mann gefangen 
machte^ sondern ganz vorzüglich in dem Treffen bei Lambach 
am 19. Dezember auf dem Bückzuge der kaiserlichen Armee 
nach der unglücklichen Schlacht von Hohenlinden, durch kluges 
und tapferes Benehmen neuerdings auf das Glänzendste hervor- 
gethan. Oberst Fürst Liechtenstein unternahm an diesem Tage 
mit seinen Uhlanen mehrere entschlossene Angriffe gegen den 
überlegenen Feind und hielt ihn im raschen Vordringen auf, 
wodurch die Haupt-Truppe mit der Artillerie über die Traun 
setzen, und sich mit dem Gros des Heeres- vereinigen konnte. 

In Folge dieser vielfachen Auszeichnungen wurde Oberst 
Fürst Moriz Liechtenstein in der Promotion vom 18. August 
1801 mit dem Bitterkreuze des Maria-Theresien-Ordens 
geschmückt. 

Nach diesen für das Begiment so rühmlichen Eriegsjahren 
rückte dasselbe 1801 in die Friedensstation Holleschau und 
1803 in jene von Ungarisch Brod in Mähren. 

Bei Ausbruch des Feldzugs 1805 wurde das Begiment 
zur Armee nach Deutschland bestimmt, und stand im Wemeki- 
schon-Corps bei Ulm, 4 Escadrons machten den beschwerlichen 
Bückzug der Cavallerie nach Böhmen mit. 

In der Drei-Eaiser Schlacht bei Austerlitz war eine 
halbe Escadron des Begiments 100 Pferde stark bei der vom 
FML. Baron Kienmayer befehligten Avant-Garde, in der Brigade 
des GM. Graf Nostitz eingetheilt. Der Commandant des Begi- 
ments Oberst Graf Ignaz Hardegg wohnte an der Seite des 
Inhabers FML. Fürsten Schwarzenberg, dieser Entscheidungsschlacht 
bei und war bei der Unterredung Sr. Majestät des Kaiser Franz 
mit Napoleon anwesend. 

In den Jahren 1806 und 1807 war das Begiment beim 
Neutralitäts-Cordon an der bö'hmisch-schlesischen Grenze aufge- 
stellt, anfänglich mit dem Begimentsstabe zu Boichenau; im 
Februar 1807 aber kam es nach Nachod und Neustadt, von da bezo^ 
es die Friedensstation Hohenmauth und 1808 Saaz in Böhmen. 

Bei Ausbruch des Feldzugs 1809 erhielt das Begiment 
seine Eintheilung zu der in Deutschland operirenden Armee 
und war bei deren Ausmarsche am 9. April folgendermassen ver- 
theilt: Vier Escadrons in der Avant-Garde des vom G. d. C. 
Grafen Bellegarde befehligten 1. Armee -Corps unter FML. 
Graf Fresnel und in der Brigade des Begiments-Commandanten 
Oberst Graf Hardegg; zwei Escadrons bei der Beserve des 
Armee-Corps unter GM. Graf Nostitz, eine Escadron »bei dem 



chsisclien 1 
[. Obern- I 

eral Graf I 



6e 

Detachement des G-eneral Am Ende an der bShmisch-sächsiscIien 
Grenze uad eine Escadron bei dem Detachement des GM. 
dorf zu Karlsbad und Töpl, 

Am 14. April nahmen die 2 Escadrona unter General 
Kostitz thätigen Antheil an dom Gefechte bei UrsenaoUen, am 
19. April die andern 4 Escadrons der Brigade des Oberst Graf 
Hardegg an der Eroberung des Städtchens Berching. Bei dem 
spätem Rückzuge der Armee in der Arriere-Garde bestanden 
letztere Abtheilungen des Regiments ein heftiges Vorposten-Gefecht, 
als sie von 3000 Franzosen in der Stellung bei Pruck angegriffen, 
diese nach einigen Stunden im Vereine mit den braven jäg^ern 
zurückschlugen und bis gegen Niftenau lebhaft verfolgten. Mit 
dem 1. Armee-Corps marachirte das Regiment Ende April durch 
Böhmen, über Budweia und dem nördlichen Theil Niederöaterreichß 
und kam um die Mitte Mai im Marcbfelde an. 

Am Vorabende der Schlacht bei Aspern (20. MaiJ, als die 
Franzosen aus der Lobau gegen Eaalingen vorrückten, musate auf 
Befehl des Generalissimus Erzherzogs Carl, der Oberst Graf Ignaz 
Hardegg mit dem Regimente und Stipaicz-fluasaren (jetzt Nr. 10) 
eine Recognoszirung unternehmeu, um sich über die weitern Beweg- 
ungen des Feindes Aufklärung zu veraehaffen. Es kam dabei zu einem 
hitzigen Cavallerie- Gefechte, welches sich zum Vortheile der Oester- 
reicher entschied; die Franzosen wurden durch die kühn angrei- 
fenden Uhlanen und Hussaren zurückgeworfen und büaaten einen 
Escadi-ons-Chef, 4 Offiziere nnd bei 100 Mann ein. In dem aus 
Aderklaa noch am 20. Abends an den Erzherzog Carl erstatteten 
Berichte dea FML. Graf Klenau wird „daa kluge und tapfere Be- 
nehmen des Oberst Grafen Hardegg von Sehwarzenberg Uhlanen 
vorzugaweise erwähnt, und dessen „ausgezeichneter Bravour und 
„einsichtsvoller Anführung das verdiente Lob gespendet." Ausser- 
dem wurden vom Regimente die Majors Baron Metzger und Baron 
Carl Mengen, vrie auch Rittmeiater Baron Saamen wegen ihrer 
Tapferkeit besonders angerühmt. 

Am darauffolgenden Tag in der Schlacht bei Aspern 
bildete die Brigade des Obersten Graf Hardegg, in welcher das 
Regiment eingetheilt wai', die Avant-Garde der 4. Colonne (des 
FML. Fürst Rosenberg), welche an Deutsch- Wagram vorbei, über 
Ilaasdorf gegen Esslingen vorrückte und dort in einem harten 
Kampf mit der überlegenen feindlichen Cavallerie sich verwickelt 
sah. Die Nacht wurde unweit jenes Dorfes zugebracht, wo es 
auch am Morgen des 22, Mai zu einem überaus blutigen Kampf 
mit der schweren französischen Koiterei kam, in welchem laut der 
ämtlichen Relation „Oberst Graf Hardegg wiederum sich die vor- 
züglichste Anerkennung zu erwerben wuaate." 

In dieser zweitägigen Schlacht hatte das Regiment nach- 
stehenden Verlust erlitten: An Todten 9 Mann und 30 Pferde, an 
Verwundeten 4 Offiziere, unter welchen Rittmeister Alfred Füret 
WindiBch-Grätz, der sich an diesem Tage an der Spitze seiner 



61 

Escadron durch seltene Bravour ausgezeichnet hatte, nebst diesen 
Offizieren noch 35 Mann; an Yermissten 3 Mann und 24 Pferde. 
Der Uhlane Babinczak hatte am 21« Mai seinen Escadrons- 
Commandanten Bittmeister PoUak, und am 22. einem Jäger-Offi- 
zier das Leben gerettet. Nachdem er sein Pferd verloren; 
stürmte er zu Fuss an der Spitze der Jäger. Dieser Brave 
wurde mit der silbernen Medaille decorirt. 

Mit gleichem Ruhme hatte das Regiment am 5. und 6« Juli 
in der Schlacht bei Wagram gekämpft. Oberst Schmuttermayer 
griff mit grosser Tapferkeit wiederholt den Feind an, und ver- 
schaffte dadurch der Infanterie des lU. Corps die nöthige Zeit 
sich in der Flanke des Feindes zu formiren, um ihn dann mit 
einem lebhaften Feuer aus ihren Batterien zu empfangen, wodurch 
er die Lust verlor, seine Angriffe zu erneuern. Rittmeister G-allois 
eroberte mit seiner Escadron eine verlorene Batterie aus den 
Händen des Feindes wieder. Am 6. war der erste Rückzug der 
österreichischen Armee vollzogen, und das I. und II. Armee- 
Corps mit den Grenadieren des Reserve-Corps auf den Anhö'hen 
hinter Gerasdorf aufmarschirt, während die Cavallerie rückwärts 
im Marsche gegen Stammersdorf begriffen war, als plötzlich der 
Feind diesen Augenblick benutzend, mit einer Uebermacht an 
Cavallerie auf die beiden vor der Front der Stellung befindli- 
chen Regimenter Schwarzenberg-Uhlanen und Elenau-Chevaux- 
legers (jetzt Uhlanen Nr. 9), einen raschen Angriff ausführte. 
Diese beiden Regimenter wurden auf die Infanterie geworfen, 
der Feind drang mit ihnen auf dieselbe ein, und verfolgte seinen 
Sieg mit seltener Beharrlichkeit. Das diesseitige Regiment lei- 
stete, in dieser drohenden Gefahr vernichtet zu werden, allen nur 
erdenklichen Widerstand, hätte aber der feindlichen Uebermacht 
erliegen müssen, wenn nicht Oberst Flachenfeld von Fürst Moriz 
Liechtenstein-Cürasssier (siehe Cürassier Nr. 6) mit diesem Regi- 
mente zur Hülfe herbeigeeilt, durch kühne wiederholte Attaquen 
den Chevauxlegers und Uhlanen wieder Luft gemacht hätte. 
Nun griffen diese 3 Reiter-Regimenter mit vereinter Kraft von 
Neuem den Feind mit Erfolg an, so dass sie nun ihren weitem 
Rückmarsch ungehindert bewerkstelligen konnten. Das Regiment 
hatte an beiden Schlachttagen starke Verluste erlitten, darunter 
2 todte Offiziere, die Oberlieutenants Stehno und Schweighart 
zu beklagen. — In der offiziellen Relation der Schlacht von 
Wagram werden folgende Offiziere des Regiments belobt: Oberst 
von Schmuttermayer, Major Graf Alberti, die Rittmeister Birs, 
Gallois, Baron Saamen, Jordis and Ritter von Böhm, die Ober- 
lieutenants Chevalier Forestier, Baron Metzger, Lipka, Schauer, 
und endlich die Lieutenants Baron Linker und Knisch. 

In den nächsten Tagen setzte das Regiment den Rückzug 
nach Mähren mit der übrigen Armee unter fortwährenden Ge- 
fechten bis Znaym fort. Hier stand es am 10. Juli unter GM. 
Baron Rothkirch, und wurde von diesem nebst dem Dragoner- 



Regimeot Riesch, (jetzt Ciiraasier Nr. 12,) gegen iia Vorhut 
GroucLys geführt. Die vordersten Regimenter des Feindes wurden 
dorcli diesen ungestümen Angriff dieser beiden Regimenter 
geworfen, docK von ihrem Mut he hingerissen, verfolgten die 
tapfern Uhlanen und Dragoner die feindliehe Truppe bis auf 
den Haupttheil des französischen Cavallerie-Corps, der sie nun 
ihrerseits zum eiligen Rückzuge nöthigte. Erst nach einer halh- 
etündigen Dauer desselben, wurden sie von den österreichischen 
Cürassier- Brigaden fioussel und Kroyher aufgenommen, welche 
von einigen Batterien unterstützt, die feindliehe Reiterei eine 
bedeutende Strecke zurückwarfen; hierauf bezog die Brigade 
Bothkirch am 11. das Lager bei Budwitz, 

Die oftizielle Relation beiobt, während des Rückzuge?, fol- 
gende Offiziere des Regiments; die Rittmeister Birs, Pollak, 
Schmidt und Barou Trach, Oberlieutenanf Baron Metzger und 
Lieutenant Carl Graf Kesselstadt. 

Von den, an der Nord- Grenze Böhmens detachirten zwei 
Escadrons des Regiments, hatte der Lieutenant Carl Steiudl 
Gelegenheit zu vorzüglicher Auszeichnung gefunden. — 

Am 30. April wollte eine, 5 Offiziere und 121 Dragoner 
starke feindliche Äbtheilung die Stadt Eger überfallen. Lieute- 
nant Steindl befand eich mit 2 Corporalen und 15 Gemeinen 
als Aviso-Posten, in derselben, und als ihm die Absicht des 
Feindes klar vrurde, fasste er den Entschluas das Aeusserste zu 
wagen, am sowohl die Stadt, als das in derselben noch befind- 
liche bedeutende ärarische Gut zu retten. Er setzte sich also 
an die Spitze seiner kleinen Abtheilung und griff den i hm weit 
überlegenen Feind mit dem gröseten Muthe an, hieb selbst den 
Commandanten mit 2 Offizieren zusammen , feuerte die unter 
seinem Commando stehende Mannschaft zum Kampfe auf Leben 
und Tod an, und drang kühn in den Feind ein, bis es nach 
langem Kampfe gelang, denselben zu werfen, und in Unordnang 
(mit Zurücklassung von 14 Todten, mehreren Verwundeten und 
BeutepferdenJ in die Flucht zu schlagen. Bald hatte sich aber 
unter Führung eines Wachtmeisters eine neue feindliche Abthei- 
lung gesammelt, um dem schwachen HäuiJein des Lieutenants 
Steindl die Spitze zu bieten; kaum bemerkte der tapfere OflFi- 
zier, der schon in dem ersten Gefechte 2 schwere Wunden er- 
halten hatte, dieses Verhalten, so griff er, seines Blut- Verlustes 
nicht achtend, auch diese Truppe mit dergrössten Entschlossenheit 
an, hieb den Wachtmeister vom Pferde herab, verwundete 
mehrere Gegner, und zerstreute die übrigen so kläglich dass von 
der ganzen 121 Maun starken Abtheilung nur 4 Manu ohne Ver- 
wundungen entkamen. 

Für dieses, gewiss eines der denkwürdigsten Reiter- Gefechte 
wurde dem tapfern Lieutenant Carl Steindl das Ritter-Kreuz 
des Maria-Theresien-Ordens im Capitel vom Jahre 1810 
einstimmig zuerkannt. 



68 

Nach abgeschlossenem Pressburger-Frieden im Herbste 1809, 
rückte das Begiment in die Friedens-Station Brandeis in Böhmen, 
wo es .bis zum Ausbruche des Feldzugs 1813 verblieb. — Bevor 
wir das Auftreten des Begimentes in diesem weiter besprechen, 
sei noch einiger in den verschiedenen Hauptquartieren komman- 
dirter Offiziere desselben qrwähnt, welche sich besonderer Aus- 
zeichnung in den beiden Feldztigen 1813 und 1814 würdig 
machten. So wurden wegen vorzüglicher Verwendung in den 
3 Schlachttagen bei Leipzig die beiden Bittmeister Carl Graf 
Clam-Martinicz, Adjutant des Begiments -Inhabers FM. Fürsten 
Schwarzenberg, und Graf Schullenburg sogleich durch ausser- 
tourliche Beförderung zu Escadrons-Commandanten belohnt, und 
ersterer mit dem k. russischen St. Annen-Orden 11. Classe, 
letzterer mit dem k. russischen Wladimir-Orden IV. Classe 
decorirt. Der FZM. Graf Hieronymus CoUoredo führt in seiner 
Belation an : ,,Der Bittmeister Fürst Löwenstein von Schwarzen- 
„berg ühlanen, welcher dem FML, Grafen Hardegg beigegeben 
„war, hat sich in jeder Gelegenheit durch die glänzendste 
„Tapferkeit hervorgethan." Bittmeister Graf Clam-Martinitz brachte 
schon früher die erste Sieges-Nachricht von Kulm dem Kaiser 
Franz I. in das Haupt-Quartier nach Laun, und begleitete 1815 
inzwischen zum Major avancirt, mit dem FML. Baron Koller 
den Kaiser Napoleon nach Elba, auch wurde dieser ausgezeich- 
nete Offizier schon während des Wiener-Congresses zu den diplo- 
matischen Verhandlungen gezogen, und erwarb sich die ver- 
diente Gunst seines Kaisers wie der versammelten auswärtigen 
Monarchen. 1816 beim Begimente eingerückt, schrieb er ein 
Werk über die Dienstpflicht eines Cavallerie-Offiziers. 

Im August 1813 marschirte das Begiment zu dem bei 
Kremsmünster aufgestellten Corps des FZM. Fürsten Beuss, wo 
es am 16. August eintraf und die Vorposten gegen die bayerische 
Grenze besetzte. Im October wurde dasselbe unter dem Ober- 
befehl des k. bayer. G. d. C. Graf Wrede in Eilmärschen nach 
Würzburg beordert, wo es am 23. ankam und zur Einschliessung 
dieser Festung verwendet wurde. Nach der am 26. erfolgten Capi- 
tulation marschirte es nach Gelnhausen um die Spitze der fran- 
zösischen Haupt- Armee anzugreifen und sich in Besitz von Geln- 
hausen zu setzen. Am 29. Früh 8 Uhr traf der Oberstlieute- 
nant Graf Alberti mit 5 Zügen Uhlanen und 2 Compagnien 
Jäger vom 3. Bataillon bei Gelnhausen ein, und fand die aus 
ungefähr 500 Beitern bestehende Spitze der alten Garde von 
der Fuldaer-Strasse her, in Anmarsch. Oberlieutenant Linden, 
welcher mit seinem Zug die Avant- Garde machte, hatte kaum den 
zwanzigfach überlegenen Feind bemerkt, als er demselben entgegen- 
stürzte und mit der durch sein Beispiel zu gleicher Begeisterung 
entflammten Mannschaft so kräftig einhieb, dass die Garden durch 
den unvermuthet schnellen Angriff überrascht und ausser Fassung 
gebracht, stutzten und sich zurückzogen. Der Angriff des Ober- 



r 



üeutenanta Linden wurde durch einen zweiten von Seiten des 
Rittmeister Baron Metzger mit einem andern Zug Uhlancn unter- 
stützt. Inzwischen griff auch Oberstlieutenant Graf Älberti mit 
dem Reste seiner Uhlanen die feindliche Reiterei in der linken 
Flanke mit solchem Nachdruck und Erfolg an, dasB sich dieselbe 
auf ihre Haupttruppe mit bedeutendem Verluste zurückzuziehen 
genöthigt war. Zu gleicher Zeit kam Oberst Baron Mengen mit 
der Oberst- und 6 Zügen der 2. Majors-Division nebst 4 JSger- 
Compagnien bei dem durch die oberwähnte Attaque verlassenen 
Orte Haillau an, und schickte die Rittmeister Wolf und Kuniowski 
zur Verstärkung des Oberstlieutenants vor. Alle Versuche des 
Feindes das Dorf Haillau wieder zu nehmen, wurden zuiiäckge- 
wiesen und er musste sich auf das rechte Ufer der Kinzig be- 
schränken. Oberst Baron Mengen gelang es die Stadt Gelnhausen 
der bedeutenden Ueberlegenheit des Feindes an allen Waffen- 
gattungen ungeachtet von 9 Uhr Früh bis 2 Uhr Nachmittags zu 
vertheidigen und die aus ungefähr 10,000 Mann alter Garden be- 
standene französische Avant-Garde aufzuhalten, wodurch zugleich 
das Vorrücken der französischen Haupt-Armee, bei welcher Kaiser 
Napoleon sich befand, gehindert wurde. Oberst Baron Mengen 
folgte auf dem linken Ufer der Kinzig dem Feinde zur Seite bis 
ausserhalb Rottenbach gegen Hanau, allwo die einbrechende 
Nacht dem Gefechte ein Ende machte. 

Am 30. October, an welchem Tage Graf Wrede einen all- 
gemeinen Angriff auf die feindliche Haupt-Armee bei Hanau 
unternahm, wurde das Regiment im dritten Treffen aufgestellt. 
Der Feind entwickelte seine gesammte alte Garde zu Pferd gegen 
unsere Cavallerie. Nachdem letztere durch die grosse Ueberzahl 
des Feindes zum Weichen gebracht worden war, führte Oberst 
Baron Mengen das Regiment unter dem stärksten Kartätschenfeuer 
in die rechte Flanke des Feindos. Oberstlieutenant Graf Alberti 
machte auf diese mit seiner Division so entschlossene Angriffe, 
daas der Feind sowohl dadurch, als durch Mengens zweckmässige 
Aufstellung der andern Divisionen, es au%ab, den übrigen Theil 
unserer Cavallerie zu verfolgen. Oberst Baron Mengen zog sieh 
dem ungleich starkem Feinde jeden Fuss breit des Bodens streitig 
machend, allmählig bis auf einige hundert Schritte von der Stadt 
Hanau zurück. Nun machte der Feind einen äusserst nachdrück- 
lichen Angriff gegen die Uhlanen, um sich der Strasse nach Frank- 
furt vollkommen zu sichern. Allein Oberst Baron Mengen führte 
das Regiment dem anrückenden Gegner muthvoll entgegen, und 
warf ihn zurück bis eine stärkere feindliche Macht die Uhlanen 
nöthigte ihre vorige Stellung einzunehmen. Als der Feind hier- 
auf seinen Angriff mit noch mehr Nachdruck erneuerte und be- 
sonders die Wegnahme unserer Batterie beabsichtigte, wurde auch 
dieses Vorhabon durch die äusserste Anstrengung des Regiments 
vereitelt. Der weit überlegene Feind sah sich abermals geworfen 
und die ganze Batterie sammt allen Munitiona-Wägen konnte sich 



66 

ungestört zurückziehen. Hiemit endigte die Sciüachc, in welcher 
das Kegiment unvergänglichen Ruhm sich erfochten hatte. 
Besonders hatten sich an diesem Tage vom Regimente ausge- 
zeichnet ausser dem Commandanten Obersten Baron Mengen^ 
der Oberstlieutenant Graf Alberti; welcher ungeachtet einer 
erhaltenen Stichwunde beharrlich bis zum Ende des Kampfes 
mit Anstrengung aller Kräfte aushielt^ die beiden Rittmeister 
seiner Division Baron Trach und Baron Metzger. Letzterer 
war an der Spitze seiner Escadron von zwei Kugeln tödtlich 
getroffen worden^ die bald darauf seinem tapfern Leben ein 
Ende machten. Von der 2. Majors-Division hatte sich Ritt- 
meister von Jeszernitzki durch seine Tapferkeit hervorgethan. 
Er rettete durch sein kühnes Vordringen die schon gefährdete 
Batterie, ebenso die von mehrern Garden umrungene Standarte 
der Division, ungeachtet einer erhaltenen Schuss- und Stichwunde. 
Von der Oberst-Division zeichnete sich Rittmeister Wolf beson- 
ders aus, welcher ungeachtet ihm sein Pferd unterm Leibe 
erschossen worden war, und er beim Sturze desselben eine 
bedeutende Quetschung erlitten hatte, dennoch den Kampfplatz 
nicht verliess und die Tirailleurs so lange abhielt, bis unsere 
Geschütze in Sicherheit waren. Ausser den bereits Genannten 
haben sich an diesem Tage noch der Rittmeister Chevalier 
Forestier, welcher den linken Fuss durch eine Kanonenkugel 
verlor, die Rittmeister Moriz von Böhm und Kuniowski, die 
Oberlieutenants von Knisch, von Steindl, dann der bei der 
Handkassa kommandirte Oberlieutenant Swoboda, welcher aus 
eigenem Antriebe die Schlacht mitmachte und an der Seite 
seines Obersten kämpfte, besonders hervorgethan. Ebenso zeich- 
neten sich viele Individuen vom Wachtmeister abwärts aus, so 
der Corporal Thomas Peche, der drei Kanonen gegen die her- 
beieilenden Feinde rettete, der Standartführer Vincenz Posnanski, 
der von französischen Garden bereits umrungen, seinen Säbel 
nicht mehr ergreifen konnte und mit verkehrter Standarte seinen 
Gegnern über die Köpfe schlug, dass mehrere vom Pferde 
stürzten und dadurch wesentlich zur Rettung des ihm anver- 
trauten Paniers beitrug, der Corporal Filiszanko, welcher von 
seinem durch einen Karabinerschuss verwundeten Oberlieutenant 
von Steindl das Commando eines Zuges übernommen hatte, 
mit diesem drei Angriffe auf die französischen Cürassiere 
machte wobei er einen Offizier tödtete, und zwei Offiziere aus 
der Gefangenschaft befreite. 

Den schönsten Beweis, des von dem Regimente an diesem 
Tage erkämpften Ruhmes enthalten die einfachen Worte des 
kommandirenden k, bayerischen Generals der Cavallerie Grafen 
Wrede, mit welchen er das vom Offizier - Corps ausgestellte 
Zeugniss, wodurch es um Belohnung seines würdigen Com-^ 
mandanten einzukommen beschlossen hatte, begleitete: Sie 
lauten : 

6 



N 



66 

;,Mit Yergnügen bestätige ich nicht nur nachstehendes 
„Zeugniss, sondern ich bezeuge noch ferner nach Pflicht, dass 
„am 30. October, als alle Cavallerie das Schlachtfeld verlassen, 
„und sich hinter der Stadt Hanau, auf dem linken Kinzig« 
^ufer aufgestellt hatte und ich dem tapfern Oberst Baron Men- 
agen aufgetragen, mit seinem Regiment als Arriere-Garde auf 
„dem Schlachtfelde mit einem Bataillon von Erzh. Rudolf und 
„einer 6Pfünder- Batterie stehen zu bleiben, derselbe diesen 
„Auftrag, während das ganze feindliche Artilleriefeuer sich auf 
„ihn richtete, mit seinem braven Regimente vollzog; dass mir 
„des Obersten persönliches, an diesem Tage bezeigtes tapferes 
„und einsichtsvolles Benehmen, sowie die ausharrende Tapferkeit 
„seines unterhabenden braven Regiments auf immer unvergess- 
„lich sein wird.*^ 

Signatum im Hauptquartier zu Emmendingen am 18. De- 
zember 1813. 

L. S. Wrede, G. d. C. 

Der Verlust des Regiments in der Schlacht bei Hanau 
bestand an Todten in 1 Offizier, 33 Mann, 50 Pferden, an 
Verwundeten in 7 Offizieren, 62 Mann, 45 Pferden, an Ge- 
fangenen in 4 Mann, 5 Pferden, an Vermissten in 16 Mann 
und 18 Pferden. Den nächstfolgenden Tag hatte Major Graf 
Hadik des Regiments, welcher mit einem Streif-Commando der 
Armee Wrede's zu jenem des Grafen Platow bei Somborn ge- 
stossen, mit diesem daselbst die feindliche Avant-Garde ange- 
griffen, 20 Offiziere nebst 1500 Mann zu Gefangenen gemacht 
und den Uebergang über die Kinzig bewirkt Das Regiment, 
welches den 31. October noch bei Hanau gelagert, verfolgte 
dann den auf der Strasse nach Mainz über Frankfurt retirirenden 
Feind. Letztere Stadt wurde am 1. November mit Sturm ge- 
nommen. Dem Regimente war die Ehre zu Theil als erstes 
der siegenden Armee in die Thore der alten deutschen Ej:önungs- 
stadt einzuziehen, wo es von den freudetrunkenen Bewohnern mit 
dem tausendfachen Rufe: „Hoch lebe Oesterreich!** empfangen 
und mit Brod und Wein bewirthet wurde, sodann aber die Vor- 
posten an der Nidda bezog. Wachtmeister Kampert mit den Ge- 
meinen Krezner und Jakob Klass der 2. Majors-Division zeichnete 
sich am 2. November besonders aus. Dieselben wurden zur Be- 
setzung des Ortes Nidda geschickt, um die zurückgebliebenen 
Feinde abzuschneiden, mit ihnen waren noch 2 Uhlanen und 18 
Kosaken. Dieser kleinen Truppe gelang es vollkommen, eine 
überlegene feindliche Abtheilung daselbst aus einer haltbaren 
Position zu vertreiben, 57 Mann gefangen zu nehmen und mehrere 
Pferde zu erbeuten. 

Am 20. Dezember rückte das Regiment im Elsass nach 
Riedelsheim vor. Von dort marschirte es mit Ausnahme der 
2. Majors-Division, die mit dem Rittmeister Moriz von Böhm zu 
dem Streif-Corps des Obersten Baron Scheibler detachirt wurde , 



Q7 

in der Nacht auf den 31. früh 2 ühr gegen Sainjie Croix. jQer 
die leichte Division des Arpaee-Corps kommandirei^4P FÄfL. 0r^f 
Anton Hardegg besehloss einen Ueberfall auf dieser^ Ort piit ^en 
Uhlanen^ dem H^ssaren-Begiment Erzh. Joseph und dem 3. Jäger- 
Bataillon auszuführen. Die Oberst-Division des Begiments n^^chtfef 
dije Avant-Garde, die Oberst 1. Escadron unter Bittmeister Wolf 
rückte gerade auf der Strasse von Sainte Croix vor und kam dprt 
im 4ic^ten Nebel mit Tagesanbruch an. !ß.ittmeister K^espis mit 
einem Flügel der 2. Escadron war beordert, das Dorf rpchts, 
Oberlieutenant Langer mit dem andern Flügel dasselbe linlsis zu 
uo^giehon, von rückwärts in den Ort einzudringen und dem Feipde 
den Bückweg zu sperren. Doch der Fpind war selbst fsu einem 
Ueberfall gerüstet, die Uhlanen trafen daher den grössten Theil 
der französischen Truppen bereits ausgerückt und aufgestellt. 
Demungeaphte^ wurden dieselben mit Heftigkeit angegriffen und 
mjt bedeutendem Verlust aus dem Dorfe hinausgeworfen, das nun 
durch eine nachgerückte Jäger-Compagnie besetzt wurde, Der 
beabsichtigte Zweck war erreicht, man hatte mehrere Gefangene 
geiQacht und eine bedeutende Anzahl von Pferden erbeutet. Nun 
erhie]lt das jKegiment Befehl wieder die am vorigen Tage besetzten 
Stationen zu beziehen. Bei diesem Ueberfall hatte sich Bittmei^ter 
Wolf durch persönliche Bravour ausgezeichnet. Er wurde aber 
von einpr aus einem Hause, mitten im Ort abgeschossenen Kugel 
am Kopf getroffen und fiel todt vom Pferde. Bittmeister Baron 
Trfich und Lieutenant Baron Hackelberg mit zwei Zügen der 
Oberstlieutenants-Division drangen durch den Kugelregen in die 
feindlichen Scharen und entrissen denselben die Leiche des ge- 
fallenen Waffenbruders , welche am folgenden Tage unter Beglei- 
tung des ganzen Offiziers- Corps mit allen militärischen Ehren sbu 
Thane beerdigt wurde. Bittmei^ter Kliespis, und vorzüglich der 
die Begiments - Adjutantens - Dienste versehende Bittmeister von 
Knisch, die Oberlieutenants Baron Mallowetz, der im Schenkel 
verwundet wurde und Oberlieutenant Langer, welcher im Dor^e 
selbst zweimal den Feind attaquirt hatte, haben sich in diesem 
Gefechte ausgezeichnet. Wachtmeister Michalow, Corporal Brzp- 
zinsky und 8 Uhlanen, welche, sich freiwillig zur Avant-G-arde 
der Escadron gemeldet hatten, warfen die leindlichen Vedetten wie 
auch dessen aus einem Offizier und 20 [Mann bestandenes Hauptpiquet, 
und macht en mehrere Gefangene. 

Am 4. Jänner 1814 rückte dasBegiment mit dem 5. Arn^e,e- 
Corps gegen Kölmar vor und bildete dessen Avant-Garde. Major 
Graf Hadik wurde mit der 2. Majors- 1. Escadron in die rechte 
Flanke zu deren Deckung und theils zur Erhaltung und Yerbin* 
düng mit dem Oberst Baron Scheibler entsendet, welcher gleich- 
zeitig auf der Strasse von Sainte Croix gegen Kolmar vorrücken 
musste. Ungeachtet diese Escadron ein äusserst ungünstiges, 
durchaus mit Sümpfen, Gräben und halbgefrornen Teichen be- 
decktes Terrain zu passiren hatte, wurde es ihr doch möglieb 

6» 



68 

Kolmar zu besetzen^ und noch jenseits dieser Stadt der retiri- 
renden feindlichen Arriere-Garde einigen Schaden zuzufügen. 
Rittmeister Baron Saamen hatte sich hiebei durch Umsicht und 
Entschlossenheit hervorgethan, ebenso der Wachtmeister Hyrsch 
der mit 15 Uhlanen zum Plänkeln vorgeschickt, die feindlichen 
Yedetten zurückdrängte. Ein Corporal drang bis in die Stadt 
und erschien plötzlich zu Pferde im Rathhaussaale. — Das Regi- 
ment verfolgte weiter den Feind, und ging am 13. Jänner über 
die mit Schnee und Eis bedeckten Vogesen. 

Den 1. Februar bei der Vorrückung des V. Armee-Corps 
gegen Brienne bildete das Regiment die Spitze der ersten Colonne. 
Der Major Graf Hadik führte mit der 1. Majors -Division die 
Avant-Garde. Kaum hatte die erste Abtheilung das Ende des 
Waldes von Chaumesnil erreicht, als sie den Feind in der Bemü- 
hung gevrahrte, eine Cavallerie- Batterie von 4 Kanonen und 2 
Haubitzen^ auf einen für dieselben sehr vortheilhaft erhabenen Punkt 
aufzuführen; um das Herausbrechen unserer Colonnen aus dem 
über eine Stunde langen Walde zu hindern. 

Der Wachtmeister Mäk musste sogleich mit dem ersten Zug 
vorsprengen, um sich näher von der Stellung des Feindes zu über- 
zeugen. Indess rückte das Regiment langsam nach. Als der Punkt^ 
von vrelchem das Terrain leicht übersehen werden konnte, erreicht 
war, und über das Vorhaben des Feindes kein Zweifel mehr übrig 
blieb, erfolgte unter Anführung des Obersten Baron Mengen, eine 
der glänzendsten Attaquen. Die Batterie wurde im Angesichte eines 
französischen Garde-Cürassier-Regiments, dessen Spitze so eben 
aus dem Dorfe Morvilliers vorrückte, genommen, während die 
1. Majors- Division diesem Regiment in ruhiger Haltung im Schritt 
entgegenrückte. Als aber die feindliche Cavallerie Miene machte, 
ihre verlorenen Kanonen durch eine Attaque wieder zu erobern, 
kam Oberst Baron Mengen dieser zuvor. Er griff den Feind mit 
der 1. Majors-Division in der Front an, und liess denselben zu- 
gleich durch den Major Baron Trach mit der 2. Majors -Division 
in dessen rechte Flanke attaquiren. Der Feind suchte seine, ohne- 
diess vortheilhafte Stellung am rechten Flügel durch Artillerie- 
Feuer zu behaupten, um die ganz nahegerückte 2. Majors-Divi- 
sion durch Kartätschen zu vertreiben, welche jedoch dieses Feuer 
standhaft aushielt. Kaum hatte der Feind seine Cürassiere in zwei 
Treffen aufgestellt, als die Division durch eine rasche Attaque 
nicht nur die erste Linie warf, sondern auch das zweite Treffen 
in grosse Unordnung brachte. Durch die mit so glänzendem 
Erfolg gekrönten Angriffe der beiden Majors -Divisionen ward 
der Feind mit grossem Verlust zum Weichen gebracht, welcher 
noch weit bedeutender gewesen wäre, wenn der durchschnit- 
tene mit feindlicher Infanterie starkbesetzte Terrain eine Ver- 
folgung zugelassen hätte. Die Oberstlieutenants-Division unter 
Oberstlieutenant Chevalier Germain war links von der Chaussee 
mit der Fronte gegen das vom Feinde besetzte Ort Chausmenil, 



69 

aufgestellt. Sie bewies so wie die Oberst-Division im stärksten 
Kartätschen-Feuer muthvoUe Haltung; und zwang durch fort- 
gesetzte Attaquen den Feind Chausmenil zu verlassen. — Mitt- 
lerweile rückte die ganze alliirte Armee rechts und links vor, 
das Regiment erhielt die Bestimmung, am äussersten rechten 
Flügel die Flanke zu decken. Eine heftige aus mehr als zwölf 
Feuerschlünden gerichtete Kanonade verursachte demselben einen 
grossen Verlust an todten und verwundeten Pferden. Mit rühm- 
licher Hingebung ertrug das Regiment die verheerenden Wirkun- 
gen dieses FeuerregenS; welcher erst mit Einbruch der Nacht ein 
Ende nahm. 

Bei der Verfolgung des Feindes am 2. Februar stand das 
Regiment Nachmittags auf einer Hutweide, bei der rauhesten Win- 
terwitterung und stetem Schneegestöber, zur Deckung mehrerer 
österreichischen und baierlschen Batterien, im Kernschuss des 
Feindes. Erst nach 3 Stunden wurde dieser durch einen, von 
den Grenzern und dem 3. Jäger-Bataillon unternommenen Sturm 
aus seiner Stellung verjagt, und zum endlichen Rückzug gezwun- 
gen. — Während der Behauptung dieser Stellung war der Verlust 
des Regiments bedeutend, 17 Mann, 41 Pferde todt; 40 Mann 
58 Pferde verwundet. Oberst Baron Mengen, den schon am 
ersten Tage der Schlacht ein Pferd unterm Leibe war erschossen 
worden, erhielt mittelst allerhöchstem Handschreiben aus Troyes 
vom 18. Februar den Maria Theresien- Orden. Nebst ihm 
haben sich sämmtliche Stabs -Offiziere, unter denen der Major 
Graf Hadik durch eine zersprungene Haubitz - Granate eine 
Contusion erhielt, — dann die Rittmeisters Baron Saamen, Moriz 
von Böhm , Baron Dlauhowesky , Carl Graf, Kesselstadt, Prinz 
Ottingen Wallerstein, Kuniowski, von Jeszernitzky und Baron 
Schweiger der gefahrlich verwundet wurde, dann die Oberlieute- 
nants von Steindl, Reiner, Swoboda welcher schwer, Graf Ostein 
der leicht verwundet worden, Clemens Graf Kesselstadt gleich- 
falls verwundet, — Graf Solms, und die Lieutenants Baron Hackel- 
berg und Graf Solms hervorgethan. Nicht minder haben sich 
die braven Uhlanen vom Wachtmeister abwärts durch ihre 
Tapferkeit ausgezeichnet. Folgende Belohnungen wurden der 
Mannschaft sogleich verliehen. Dem Gemeinen Suchowski die 
goldene, dem Corporal Sokolnitzki die silberne Tapferkeits- 
Medaille. Den Wachtmeistern Mak und Braun die baierische 
goldene, dem Standart - Führer Schönlein, Corporal Kreutzer 
und Schreiner, dann den Gemeinen Dragowski und Schwaleszki 
jedem die königl. baierische silberne Ehren-Medaille. 

Nach der Schlacht von Brienne wurde der fliehende Feind 
verfolgt. Am 9. Februar wurde Oberstlieutenant von Germain 
mit seiner, und der Oberst-Division beprdert, gegen Nogent vor- 
zurücken, und den Feind daselbst zu vertreiben. Rittmeister von 
Jeszernitzki machte mit der Oberstlieutenants 1. Escadron die 
Avant-Garde, und stiess vor St. Hilair auf den Feind, welcher 



70 

sich hartnäckigst vertheidigte, aber durch die Tapferkeit di^sto 
Abtheilung und ihres umsichtigen Commandanten zum 6ilig6n 
Rückzuge gegen Nogent genöthigt wurde. Durch das schnelle 
Vorrücken der Uhlanen konnte sich der Feind nicht mehr vör 
Nogent verschanzen, sondern suchte sich erst in diiEfsiäl* Stadt 
selbst zu halten. 

Am 10. Februar kam es bei St. Aubin zu ein^in Gefecht, 
der Feind musste weichen, und am 12. wurde Nogent selbdt 
genommen. 

Am 17. Februar, als der Feind mit seiner gesammten 
Cavallerie zuerst das in der Umgegend von Nangis aufgestellte 
russische Armee-Corps überfallen und geworfen, und vor dem 
Orte selbst die leichte Division Hardegg durch seine Uebermacht 
ztun Bückzuge über Nangis zwang, war das Regiment jenseits 
dieses Ortes im Lager. — Nun wurde es zur Arriere - Garde 
verwendet, uhd erwartete bei Valjouan die Attaque der über- 
tliäichtigen feindlichen Reitermassen. Den Chok stehenden Fusses 
empfangen, wurde standhaft zurückgewiesen. Durch mehrere 
glänzend ausgefiihHe Attaquen des Regiments gewannen die 
leichte Division, dalln eine österreichische und baierisfehe Caväl- 
lerie-Batterie Zeit, ihren Rückzug ungefährdet zu beschleunigen. 
Insbesondere zeichnete sich hiebei der Major Baron Trach mit 
der 2. Majors 1. Escadron, welcher mit dieser zur Bedeckung 
der baierischen Brigade Habermann aufgestellt war, durch seine 
wiederholten mit Umsicht geleiteten Angriffe aus, und beschützte 
ihren Rückzug als sie im Dorfe Ville neuve lebhaft angegriflfen 
wurde, und schon dem Ungestüm feindlicher Uebermacht zu 
erliegen schien. Ebenso haben sich der Rittmeister Baroü Saamen, 
Oberlieutenant Baron Stillfried, und die Lieutenants Thomas und 
Roll, welche letztere jedoch beide in feindliche Gefangenschaft 
geriethen, und Ersterer bedeutend verwundet worden war, bei 
dieser Gelegenheit durch ihre Bravour besonders hervorgethan. 
Die gegen Provins detachirte 2. Majors 2. Escadron war durch 
jenen Ueberfall gänzlich abgeschnitten worden, und verdankte 
nur der Einsicht ihres Commandanten Rittmeister Moriz von 
Böhm, det Wachsamkeit des auf Piket gestandenen Wachtmeisters 
Filiszanko, dann der Geschicklichkeit und Bravour des Corpo- 
ralen Grzibowski, dass sie nicht gefangen wurde. Der genannte 
Rittnieister führte die Escadron mitten durch die Feinde, machte 
mehrere tapfere Angriffe, passirte bei Nogent die Seine, und 
rückte am 18. Februar mit mehreren feindlichen Gefangenen 
zum Regihiente ein. An diesem für das Regiment vielleicht 
8<?hwierigsten Tage des Feldzugs 1814 hat jeder Einzelne solche 
Standhaftigkeit und so unerschütterlichen Muth bewiesen, dass 
es beinahe unmöglich war, unter so vielen Ausgezeichneten die 
Namen der Bravsten dör Braveii anzugeben. Der Verlust an 
Todten, Verwundeten und Gefangenen war sehr bedeutend. 



71 

Bei der weitern Vorrückung; als die Stadt Troyes von der 
österreichischen Infanterie des V. Armee-Corp& besetzt wurde, 
hatte das Regiment hinter diesem Orte ein Lager bezogen. 

Am 24. Februar drang der Feind plötzlich nach Troyes 
ein. Als die Infanterie die Stadt räumte, wurde die 1. Majors- 
Division des Regiments mit einer von Szekler-Hussaren befehligt^ 
die Arriere-Garde der leichten Division Graf Anton Hardegg 
zu machen. Rittmeister Carl Graf Kesselstadt hielt mit einer 
halben Escadron Uhlanen die rasch vordringende feindliche 
Cavallerie lange auf. Doch der Feind entwickelte immer mehr 
Kräfte, attaquirte die Division, und drohte sie bereits durch 
seine Uebermacht zurückzudrängen. Da rückte Oberstlieutenant 
von Germain rasch mit seiner kaum aus 30 Rotten bestandenen 
Division vor, griff den Feind mit solcher Umsicht und Ent- 
schlossenheit an, dass derselbe mit Zurücklassung vieler Todten 
und 30 Gefangenen geworfen wurde. Der nun fliehende Feind 
wurde durch die Oberstlieutenants und 2. Majors, wie auch durch 
die wieder vorgerückte 1. Majors-Division, in Allem also 6 Esca- 
drons von allen Seiten bis nach Troyes verfolgt. Oberstlieute- 
nant von Germain hatte sich an diesem Tage durch seine mit 
glänzendem Erfolg wiederholt ausgeführten Angriffe hervorgethan. 
Am 26. Februar nahm der G. d. C. Graf Wrede jenseits Bar sur 
Aube eine Stellung. Bei dieser Gelegenheit hat sich der Ober- 
lieutenant Langer des Regiments besonders ausgezeichnet. Der- 
selbe wurdB wegen heftigem Vordringen der französischen Caval- 
lerie mit seinem, und einem Zug von Erzh. Joseph-Hussaren 
beordert, den Feind durch Plänkeln zu beschäftigen, und ihn 
so lange aufzuhalten, bis alle Truppen durch die Stadt defilirt 
sein würden. Diesen Auftrag vollzog derselbe durch mehrmal 
wiederholte und auf das Entschlossenste ausgeführte Attaquen, 
Beim Rückzug durch die Stadt mussten Oberlieutenant Langer 
und seine Uhlanen einen Kugelregen aus den Häusern aushalten. 
Er marschirte demungeachtet, — wie es nöthig war, um den 
Feind zu imponiren — ganz gelassen und im Schritt bis auf 
die Anhöhe hinter Bar sur Aube und schloss sich an das dort 
aufgestellte Regiment. Ein heftiges Geschützfeuer sämmtlicher 
Batterien des V. Armee-Corps hinderte das weitere Vordringen 
des Feindes. 

Am 27. wurde die Stadt Bar sur Aube von den Alliirten 
mit Sturm erobert, und der fliehende Feind bis zur einbre- 
chenden Nacht verfolgt, das Regiment besetzte sodann die Vor- 
posten-Linie. Die 2. Majors-Division unter Commando des Major 
Baron Trach war während dieses Gefechtes auf dem linken 
Flügel über die Aube zur Beobachtung des Feindes entsendet, 
wobei sich Rittmeister Baron Perglas, der die Avant- Gar de 
führte, durch seine Umsicht und Entschlossenheit besonders aus- 
zeichnete. — Am 4. März wurde der Feind durch Troyes ver- 
folgt. Der Rittmeister Baron Dlauhoweski des Regiments eilte 



r 



mit seiner und oinRi Escadi'on von Knesevich -Dragoner dem 
Feinde über Pavillon und Echemines bis Trois maisons nach, uid 
machte bis zum 5. Früb 305 Gefangene. Er hielt sich nun in der 
Entfernung von 3 Stunden vor den Vorposten im Angesicht eines 
weit überlegenen Feindes, der Infanterie, Cavallerie und Artillerie 
bei sich hatte bis Mittags des D. März. Oberlieutenant Schlosaar 
hatte sich bei der äusserst finstem Nacht, als Commandant der 
Avant-Garde durch Tapferkeit und zweckmässige Anstalten aus- 
gezeichnet. Corporal Bolwinski, Gemeiner Ehrenwald von der 
2. Majors 1. Eacadron mit noch einigen Uhlanen hoben 2 feind- 
liche Pikets jedes von 8 Mann auf. Als die Uhlanen nach 
Echemines hineinsprengten, bemerkte der Gemeine Ehrenwald 
einen feindlichen Tambour vor dem Hause des Commandanten, der 
im Begriff war Allarm zu schlagen. Nachdem er diesen nieder- 
gestochen, sprang er vom Pferde, drang in das Haus, und nahm 
den Commandanten in seinem 2immer nebst dessen Adjutanten 
gefangen, Durch diese That wurde es möglich gemacht, dass die 
im Orte befindlichen 200 Feinde, weil sie nicht allarmirt worden, 
von der nachrückenden Escadron einzeln, und ohne starker Gegen- 
wehr gefangen werden konnten. 

Am 20. März während der Sehlacht bei Arcis, wurde 
das Regiment anfänglich zur Beobachtung der Äube verwendet. 
Gegen Mittag aber wurde dasselbe zum Hanpt-Corpa gezogen, 
und deckte den Siurm der Infanterie auf Grand Torcy. Das 
Regiment hielt in der heftigsten, bis in die späte Nacht dauernden 
Kanonade mit ruhmwürdiger Standhaftigkeit aus. — 

Nach dem am folgenden Tage erfoohtenen Siege wurde das 
Regiment zur Deckung des rechten Flügels der Armee ver- 
wendet. Es marschirte am 2. April mit dem österreichisch baieri- 
schen V. Armee- Corps durch Paris, und bezog ein Lager bei 
Rungis. Somit war der für den Ruhm des Regiments so glänzende 
Feldzug beendet. Für ihre tapfern Thaten in diesem wurden 
folgende Mitglieder seines Off^iziers -Corps decon'rf, imd zwar; 
Oberst Baron Mengen ausser dem bereits erwähnten Maria 
T heresien-Ord en, noch mit dem k. russischen St. Georgs- 
Orden IV. Claase und Anna-Orden II. Classe, nebst dem 
baierischen M ax Jo seph s-Orden, — Oberstiieutenant v. Germain 
mit dem k. russischen Wladi mir III. Classe und dem baierischen 
Max Joseph; Major Baron Trach mit dem russischen Anna 
II. Classe und dem baierischen Max Joseph; Major Fürst 
Löwenstein mit dem russischen Anna IL Ciasso; Major Carl 
Graf Clam Martinitz, Adjutant des Feldmarschalls und Regiments- 
Inhabers mit dem österreichischen Leopold-Orden, dem russi- 
schen Wladimir IV. Classe und dem baierischen Max Joseph; 
Major Baron Amerongen mit dem russischen Wladimir IV. 
Classe; — die Rittmeister Baron Saanien nnd Baron Schweiger 
beide mit dem russischen Wladimir IV. Classe und dem 
baierischen M ax J os eph-Orde n; — dio Rittmeister v, Kniacb 



73 

Graf Eduard Woyna^ die Oberlieutenants von Steindl und Linden 
mit dem russischen Wladimir-Orden IV. Classe. 

Der Verlust des Regiments in den Gefechten vom 29. Octo- 
ber 1813 bis 31. März 1814 bestand an Todten: in 2 Offizieren^ 
109 Mann; 167 Pferden; — an Verwundeten: in 13 Offizieren, 
111 Mann, 107 Pferden — an Gefangenen: in 2 Offizieren, 28 
Mann und 28 Pferden. 

Das Regiment marschirte nun nach den k. Erbstaaten zurück, 
und wurde zur Aufwartung nach Wien bestimmt, wo es während 
des Congresses den Dienst versah. Bei dem Einzüge der alliirten 
Monarchen in diese Haupt- und Residenzstadt, hatte ein Zug des 
Regiments die Avant-Garde; Oberlieutenant Baron Steindl ein 
Maria Theresien- Ritter, commandirte denselben; das ganze erste 
Glied war mit goldenen, das ganze zweite aber mit silbernen 
Tapferkeits-M edaillen decorirt. 

Den Feldzug 1815 machte es gegen Frankreich mit, 
kam jedoch in diesem nicht mehr vor den Feind, und war den 
5. October d. J. bei dem berühmten grossen Lager von Dijon 
anwesend, wo es seine Eintheilung bei der, vom FML. Graf 
Wartensleben befehligten Avant-Garde in der Brigade des GM. 
von Paumgarten mit dem 3. und 6. Feld- Jäger-Bataillon hatte. 

Nach dem Rückmarsch in die k. Erbstaaten erhielt das 
Regiment die Friedens-Station Gaya in Mähren, von wo es 1820 
nach Troppau zur Aufwartung während des dortigen Congresses 
abrückte, und von da die Stabs- Station Prosnitz bezog, welche 
es 1828 mit Austerlitz verwechselte. 

Im Jahre 1833 rückte das Regiment nach Ungarn, und 
zwar mit dem Stabe nach Gyö'ngyös, welcher aber 1836 nach 
Pecsvar, und . 1843 nach Alt-Arad verlegt wurde. 

Der als Dienstkämmerer bei Sr. Majestät dem Kaiser 
Ferdinand I. in Verwendung stehende Oberst Philipp Graf Sta- 
dion des Regiments, hatte sich bei Beginn des Fernzugs 1848 
als Volontär bei der Armee in Italien verwenden lassen, mit 
ebenso viel Umsicht als Tapferkeit ein, aus einer Escadron Erzh. 
Carl-Uhlanen und 3 Zügen Radetzky-Hussaren (siehe diese beiden 
Regimenter) bestehendes Streif-Commando am 26. Juli gegen 
Sei Vie geführt, und wird in den offiziellen Relationen wieder- 
holt belobt. 

In dem verhängniss vollen Jahre 1848 theiltc, wi^ allein 
Ungarn garnisonirenden Truppen, auch das Regiment das Los, 
im Monate Mai unter die Befehle des ungarischen Kriegs-Mini- 
steriums gestellt zu werden, und wurde im Sommer j. J. bei 
dem auRgebrochenen Bürgerkriege zwischen der serbisch und 
magyarischen Bevölkerung zur Deckung des Banats gefi^en die 
Einfalle der Serben verwendet, wobei es grdsstenthcils divisions- 
wcise die Vorposten gegen die östliche und südliche Grenze 
bezog, und mehrere kleine Gefechte zu bestehen hatte. Bei 
einem derselben war der Rittmeister Max Graf D'Orsay des 



f 



74 

Begimenta, der sich in der Hitze der Verfolgung in ein Dorf 
zu weit allein vorgewagt hatte, von seiner Truppe abgesclmitten 
und grausam ermordet worden. 

Bei der von Tag zu Tag; zunelimenden Verwirrung der 
politischen Verhältnisse in Ungarn hatte das Regiment vielfache 
Gelegenheit, Beweise seiner Umsicht, unerschütterlichen Aus- 
dauer, ausnehmenden Tapferkeit und hingebenden Treue für 
seinen Monarchen zu geben, Dem vorzüglichen Geiste des 
Offiziers- Corps und der Mannschaft dieses jederzeit ausgezeich- 
neten Kegimenles, waren wesentlich die Erhaltungen Arad'e 
und Temesvar so wie des Banales zu danken. Ende September 
erhielt das Regiment die erschütternde Trauertunde von der 
grausamen Ermordung seines einstigen bocbverehrfen Obersten, 
des nunmehrigen FMij. Franz Grafen Lamberg und fast gleichzeitig 
den Befehl vom ungarischen Ministerium, in seine Heimatb 
Galizion abzurücken. Auf dem Marsche dahin' sollte es einzeln 
und zerstreut dialocirt und entwaffnet werden; das Offiziers- 
Corps des Regiments, sowohl von diesen verrätherischen Plänen 
zur Kenntniss gekommen als auch den wichtigen Erhalt des 
Banats mit seinen beiden Festungen erkennend, beschloss ein- 
stimmig diesem Befehl keine Folge zu leisten und am 3. October 
erschien das ganze Regiment vor Arad zum Schutze dieser 
Festung, deren Conirnjindant FML. Baron Berger bereits von 
den Insurgenten zur Uehei'gabe dieser Festung gedrängt wurde 
und dem nur dadurch die Verproviantirung derselben durch 
Requisitions-Commanden, die Entwaffnung der revolutionären dor- 
tigen National- Garde und zugleich die Unterwerfung der Stadt 
unter das Festungs-Commando ermöglicht wurde. Diess führte 
aum ersten offenen Ausbruch der Feindseligkeiten und am 7. 
October erfolgte der erste ScLuss aus der später so lange 
heldenmüthig vertheidigten Festung gegen die Stadt Arad, um 
tiie Kur Annahme der gemachten Forderungen und zum Zurück- 
ziehen der schon in feindlicher Absicht gegen die Festung 
ausgestellten Vorposten zu zwingen. Mittlerweile zogen die 
ungarischen Insurgenten ein Corps von 8000 Mann bei Arad 
zusammen, um die Festung Arad einzuschliessen und das Regi- 
ment Scbwarzenberg-Uhlanen aus deren Bereiche zu vertreiben, 
wobei es zu mehreren kleinern Gefechten kam, die von der 
Festung aus, theils durch Gescliütz, theils durch Ausfiille unter- 
stützt wurden. — Anderweitige Ereignisse im Banat, der Abfall 
des grossem Theües der dortigen Truppen und die Bedrohung, 
welche auf die ebenfalls sich neutral erklärende Festung Te- 
niesvaf fiel, zwangen das dortige General -Co mm an do das Regi- 
ment mit Zuructlassung^ einer 147 Mann starken Escadron unter 
Rittmeister Baron Thüngen in der Festung Arad, welche am 
23. October von den Insurgenten vollkommen eingeschlossen 
wurde, nach Temesvar zu ziehen, — Auch von dort aus hatte 
liegimeat wiederholte Recognoszirungen und Streifungen 




T5 

zu unternehmen, wobei es im Laufe des Oetöbers bei Ikgels- 
brunn und Lippa zu heftigen Gefechten kam. Bei letzteren 
hatten die Uhlanen die in den Weingärten aufgestellten Honved- 
Bataillone mit seltener Bravour wiederholt attaquirt, und 2 Offi- 
ziere des Regiments, Oberlieutenant Wahrendorf und Lieutenant 
Esquire Pringle, fanden daselbst den Heldentod. — Ein Monu- 
ment, welches sich unweit Arad erhebt, ihren gefallenen Camera- 
den von dem Offiziers- Cotps des Regiments gesetzt, — ehrt 
beide Theile gleich und bleibt eine erhebende Erinnerung an 
den in jener Gegend neuerkämpften Ruhm jener heldenmüthigen 
Schaar. — Den verschiedenen von Temesvar aus, das Banat 
durchziehenden mobilen Infanterie -Colonnen war das Regiment 
theils Divisions- theils Escadronsweise zugetheilt worden, bei 
welchen sich in einem Gefechte nächst Werchez insbesondere 
Rittmeister Baron Dlauhowesky des Regiments, als Führer eines 
solchen zusammengesetzten Streif- Commanders hervorthat. 

Am 14. Dezember, bei dem unter GM. Graf Leiningen 
auf der Ebene von Szt. Miklos gegen Arad von 9 Uhr Früh 
bis 4 Uhr Nachmittags geschlagenen Kampfe, welcher die 
Verproviantirung der Festung Arad bewirkte, standen 4 Esca- 
drons des Regimentes mit einer von Erzh. Max-Okevauxlegers 
(jetzt Uhlanen Nr. 8) am linken Flügel unter Commando des 
Obersten Baron Blomberg, der mit diesen eine Umgehung 
demonstrirte, die den völligen Abzug des Feindes über die 
Marcs zui- Folge hatte. Die in Arad zurückgelassene Esca- 
dron rückte nun zum Regimente wieder und nur ein klei- 
nes Detachement von 42 Mann und 46 Pferden anfangs 
unter Lieutenant Skrzinski, später unter Oberlieutenant Baron 
Egloffstein blieb zurück, welches alle fernem Schicksale der 
Belagerung Arads wie auch den Ruhm seiner Vertheidiger 
theilte und bei der am 1. Juli 1859 erfolgten ehrenvollen 
Capitulation mit der übrigen dortigen Garnison abrückte. 

Im Winter- Feldzuge 1849 hatte das Regiment aber- 
mals an allen grössern und kleinern Recognoszirungen, Ge- 
fechten und Streif-Commanden, welche wiederholt von Temes- 
var unternommen wurden, seinen grossen und ehrenvollen Antheil. 
Das Regiment verlor hiebei den Oberlieutenant Carl Baron Leu- 
trum, welcher bei einem dieser Gefechte in der Nähe des eisernen 
Thores rühmlich gefallen war. 

Am 8. Februar waren 7 Escadrons bei der Expedition 
des FML. von Gläser gegen Neu-Arad, welches den Insurgenten 
genommen, ihre dortigen Batterien zerstört und die Verbindung 
Arads mit Temesvar wieder hergestellt wurde, 
p ^^ 26. Februar waren 2 Escadrons der Brigade des GM. 
Urafen Leiningen zugetheilt, welche gegen die siebenbürgische 
urenze abrückte, um dem Laufe der Marcs nach aufwärts zu 
openren und den Insurgenten den Zuzug von Unterstützungen zu 
erschweren; dieses Ötreif-Oorpe UtU ^'öv ^«.Vä\siiä^ ^vkv:^ ^hssi^- 



reiche G'/^cBte bestanden und durch mehrere Tage daseibat ein 
Lager bezogen. 

Während der Belagerung Temesvars, -welche Yom 25, April 
bis 9. August dauerte , waren 6 Escadrons des Regiments als 
Besatzung in dieser Festung und hatten alle beschwerlichen Schick- 
sale und Ausfalls- Gefechte dieser harlen Belagerung, mit hohem 
Muthe und seltener Ausdauer getbeilt. 

Am 12. Mai wurde von einem Theil der Besatzungstruppen, 
unter GM. Graf Leiningen ein Ueberfall auf das Insurgenten-Lager 
hei Freidorf unternommen, wobei jene 6 Escadrons auf das tbiitigste 
mitwirkten. — Zwei feindliche Infanterie-Bataillons, unterstützt 
von 6 Zügen Hussaren , unternahmen einen kräftigen Bajonnet- 
Angriff auf das zuerst dehouchirende 1. Bataillon des Infanterie- 
Regiments Baron Bivkovich (Nr. 41), aber das zur Unterstützung 
folgende 2. Bataillon desselben Regiments, mit 2 Divisionen des 
ersten, warfen im herzhaften GegenangriiF die stürmende feindliche 
Infanterie zurück, worauf Rittmeister Baron Wendt des Regiments, 
mit seiner Escadron dieselbe attaquirte und in die Flucht jagte. 
Der Feind, durch das ruhige imposante Vorrücken der Infanterie, 
und die wiederholten Attaquen der tapfern Uhlanen, unter Ritt- 
meister Baron Wendt und Lieutenant Zalenski, wie auch durch 
ein wirksames, aus 4 Geschützen gegen seine linke Flanke eröff- 
netes Kartätschenfeuer erschütteit und aufgelockert, musste sieh 
eiligst hinter Freidorf zurückziehen. 

Ein Theil der Mannschaft des Regiments wurde bei dem 
immer empfindlicher werdenden Mangel an Artillerie, dieser zur 
Bedienung der Geschütze M'ähread der Belagerung zugewiesen 
und erwarb sich auf den Bastionen, wie bei den Ausfällen und 
insbesondere bei Löschung der häufigen Bräude, unter dem uner- 
schrockeneu Rittmeister von Mannsberg, der sie befehligte allge- 
meines Lob. 

Am 9. August gegen 3 Uhr Nachmittags, als man nämlich 
in der Festung Temesvar ein heftiges Geschützfeuer hörte, welches 
aber einige Zeit festzustehen schien, beorderte der Fostungs-Com- 
mandant FML. Baron Rukavioa den Oberst Baron Blomberg des 
Regiments mit 6 Escadrons seiner Uhlanen, 4 Infanter ie-Comp ag- 
nien, dann einer Abtheilung Schützen und einer Sechspfünder- 
Batterie zum Ausfall aus dem Wienerthor. 

Oberst Baron Blomber'^ sprengte die schwache feindliche 
Cernii'ungslinie, verjagte die Posten aus den naheliegenden Gärten, 
den Friedhöfen und Pulverthürmen, machte einige Gefangene und 
nahm dem Feinde 2 Munitionswägen, 17 Pferde und eine Fahne ab. 
Allein der Zeitpunkt dieses Ausfalls war noch verfrüht, weil da- 
mals die feindliche Armee noch in geordneter Schlacht stand und 
bei solchem Verhältniss die ausfallende Truppe viel zu schwach 
war, um durch eine Demonstration im Rücken eine weiterreichende 
Wirkung hervorzubringen, um so mehr, da sie auf einem für 
^ C»vaüerie sehr ungünstigen Boden zu wirken hatte. Oberst 



77 

Baron Blomberg musste sich daher mit dieser Beunruhigung der 
feindlichen Schlachtlinie begnügen, und führte seine Trophäen in 
die Festung zurück. — Im spätem Verlaufe der Schlacht war 
Temesvar an diesem Tage entsetzt worden. Oberlicutenant Carl 
Graf Salis und Lieutenant von Thorznicki des Regiments waren 
verwundet worden. Durch die, in Folge der schlechten Nahrungs- 
Mittel hervorgerufenen Epidemien hatte das Regiment an Offi- 
zieren und Mannschaft, während dieser Belagerung zahlreiche 
Verluste erlitten, so unter Ersteren der Rittmeister Prinz Salm- 
Salm, Graf Kuezkowski, die Lieutenants Baron Seebach und 
Czaikowski. 

Während dieser ganzen Zeit war der Major Baron Schirn- 
ding, mit der 1. Majors-Division des Regiments, der Süd-Armee des 
Banus FZM. Baron Jellacic und zwar der Truppen-Division 
Kriegern, Brigade Puffer zugetheilt gewesen und hatte mit dieser 
im Mai, bei Tittel an der Donau ein Lager bezogen. 

Am 7. Juni im Treffen bei Kaacs, attaquirte diese Divi- 
sion des Regiments, mit 4 Escadrons Wallmoden- Cürassiere (Nr. 6) 
unter GM. von Fejervary mit Erfolg in die linke Flanke des Fein- 
des, und hatte im weitern Laufe dieses Monates mit einer Caval- 
lerie-Batterie unausgesetzt die Donau von Peterwardein bis Jllok 
zu beobachten. 

Am 10. August wurde das Regiment aus der Garnison von 
Temesvar gezogen, dem 3. Armee-Corps des FML. Baron Ram 
berg zugetheilt, und zur Verfolgung des Feindes über Remete 

gegen Rekas vorgeschoben, am 12. machte dasselbe die Avant- 
garde gegen Nagy Topolovacz und stiess am 15. hinter Kostil, 
am Marsche gegen Lugos, auf den Feind. Die Uhlanen warfen 
rasch die entgegenstehenden Hussaren- Abtheilungen nach einigen 
Attaquen, mussten sich aber wegen des heftigen feindlichen Ge- 
schützfeuers wieder hinter die Temes zurückziehen, bis die rasch 
nachrückende Brigade Wolf den Feind aus seiner Arriere- Garde- 
Stellung verdrängte. — Vor Lugos wurden 2 Escadrons des Re- 
giments links über die Anhöhen disponirt, welche des Feindes 
rechte Flanke bedrohen sollten; doch dessen Widerstand war 
endlich gebrochen und das 3. Armee-Corps, an dessen T6te das 
Regiment noch immer als Avant-Garde, rückte bis Dobra in 
Siebenbürgen vor, wo noch viele Gefangene gemacht wurden, 
(am 18. August). 

Somit hatte dieser Krieg geendet und das Regiment 
Schwarzenberg-Uhlanen durfte diese neue Epoche seines frisch 
verjüngten Ruhmes, würdig den Tagen von Stockach^ Wagram 
Hanau, Brienne und Arcis zur Seite setzen. 

In Folge ihrer ausgezeichneten Verwendung vor dem 
Feinde wurden folgende Offiziere des Regiments do- 
corirt: 

Mit dem Orden der Eisernen Krone IL Classe: der 
Regiments-Commandant Oberst Baron Friedrich Blomber^^ oait 



f 



I 



n 

demselben Orden ITI. Claese: die Rittmeister Oswald Baron 
Wendt und Justin Graf ICoziobrodaki , die Lieutenants Victor 
Foyker und Leo Zalensiti. 

Mit dem Militär -Verdienstkreuze: die Majors EmenoK 
Baron Schirnding, Rudolf Baron Tliüngen und Friedrich Baron 
Dlauhowesky, die Rittmeiiiler August von Mannsberg, Justin Graf 
Koziebrodski und Karl Baron Simbschen , Lieutenant Leo Za- 
lenski und der, als Ordonu&nzofTizier beim sißbenbüfgiscbeu 
Armee-Corps-Commando in Verwendung gestandene Lieutenant 
Ernst Graf Waldstein. Ebenso werden in den Relationen die 
Rittmeister Adolf von Mengen und Leo Baron Müitz wegen ihrer 
ausgezeichneten Leistung angeriihmt. 

Das silberne geistliche Verdienstkreuz erhielt der 
Regiments- Caplan Vincene Stock, und unter die brave Mann- 
schaft wurden mehr als ÖO theils goldene, theils silberne 
Tapferkeits-Med aillen vertheilt. 

Nach Beendigung des Feldzuges erhielt das Regiment im 
October 1849 die Stabastation Zombor, später Baja und 1850 
Alt-Ai'ad. Bei Aufsteilung des Observations-Corps in Böhmen, 
rückte dasselbe im November 1850 Divisionsweiae über Wien 
dahin ab, wo es die Cantonirungsatation Kollin bezog. Im 
Februar 1851 wurde das Regiment in die Umgegend von Wien 
und zwar auf das Marchfeld in die Stabsstation Stadt Enzers- 
dorf beordert, von wo es wiederholt in die Residenzstadt zu 
aliea grösseren Ausrückungen, Paraden und Uebungen beige- 
zogen wurde und vor Ihre Majestäten dem Kaiser von Russ- 
land, den Königen von Sachsen und Griechenland ausgerückt 
war. — Im September 1852 rückte das Regiment nach der 
Stabsstation Gyöngyös in Ungarn ab, von wo os im Sommer 
1854 mit dem ersten Cavalierie- Corps nach Galizien und epHter 
nach Ober - Ungarn marschirte und vorübergehende mehi'faehe 
Cantonirungen hatte, bis es im Juli 1855 die Friedensstation 
Plinfkirchen bezog, welche es aber schon im Herbste 1857 mit 
jener von Mediasch in Siebenbürgen vertauschte. 

Im Mai 1859 erhielt das Regiment die Bestimmung zu 
der in Italien gegen die Frankosarden operirenden Armee ab- 
zurücken und legte diesen Marsch theils mittelst Eisenbahn, 
theils in Doppelmärschen Divisionsweise über Wien, Oberöster- 
reich und Tirol zurück, bis es im Monat Juni den italienischen 
Boden das erstemal seit seiner Errichtung betrat; jedoch 
bei seiner am 24. erfolgten Einrückung in Verona keine 
Gelegenheit mehr fand, seine Kriegstüchtigkeit neuerdings zu 
erproben. Oberstlieutenant Baron Baillou, war mit 3 Escadrons 
in Tirol detachirt, zurückgeblieben und die andern 5 Schwadro- 
nen erhielten nun ihre Eintheilung in die Cavallerie-Division des 
FML. Graf Mensdorf und die Brigade des GM. Grafen Zichy, 

Bei der Zusammenkunft Sr. Majestät des Kaisers mit 
Napoleon III. zu Villa - Franca, begleitete eine Division 



I 'B 



79 

des Regiments Se. Majestät dahin ^ wo sie sich durch ihr 
schönes militärisches Aussehen die belobende Anerkennung 
der Grenerale und Offiziere des k. französischen Hauptquartiers 
erwarb. 

Nach dem Friedensschlüsse von Villa-Franca bezog das 
Regiment Cantonirungen im Venetianischen und rückte im 
Herbste 1859 wieder nach Ungarn, in seine gegenwärtige Stabs- 
station Gyöngyös ab. 

In Folge der neuen Organisirung der k. k. Cavallerie, 
mit 1. März 1860, gab das Regiment seine 4. Division fsur 
Errichtung des Freiwilligen-Uhlanen-Regimentes ab. 

Haria-Theresien-Ordens-Ritter. 

180i Oberst Moriz Fürst zu Liechtenstein, (siehe Inhaber, Cürassier Nr. 6.) 

1809 Lieutenant Carl Steindl, f als Major in der Pension am 14. September 1837. 

1813 Der Regiments-Inhaber FM. Carl Fürst zu Schwarzenberg, das Grosskreuz 
(siehe weiter unten Inhaber.) 

1814 Oberst Carl Baron Mengen, (siehe Inhaber Cürassier e Nr. 4). 

Inhaber. 

1800 FM. Carl Fürst zu Schwarzenberg, MTO-R., f zu Leipzig am 15. Ootb. 
1820. 

Die unsterblichen Verdienste dieses Feldherrn zu ehren, wur^c 
von Sr. Majestät Kaiser Franz I. anbefohlen, dass dies Regi- 
ment dessen Namen auf immerwähr ende Zeiten fortzuführen 
habe. 

1822 FML. Ferdinand Herzog zu Sachsen-Coburg-Gotha, MTO-R., erhielt 1828 das 
8. Hussaren-Regiment. 

1828 FML. und Banus von Croatien Franz Baron Ylasits, MTO-R., f zu Agram am 
16. Mai 1840. 

1840 G. d. C. Wilhelm Baron Hammerstein Equord, f zu Brunn am 13. Februar 
1861. 

1861 FML. Franz Ritter v. Waljemare, General-Gestüts-Inspector. 

Commandanten des Frei-Corps von 1790 bis 1798. 

1790 Oberstlieutenant Bernard Baron Degelmann, 1792 transferirt zu Erzh. Joseph 

Dragoner, (jetzt Cürassier Nr. 9.) 
1792 Oberstlieutenant Carl Fürst zu Schwarzenberg, 1794 2ter Oberst bei Cürassier 

Nr. 7, und gleich darauf Regts.-Comdt. bei Zeschwitz-Kürassier (1801 reduzirt.) 
1794 Oberstlieutenant Johann Graf Keglevich, 1796 Oberst bei Hussaren Nr. 10, 
1796 Oberstlieutenant N. Vogel, 1796 abgängig. 
1796 Oberstlieutenant Joseph Baron Motschlitz. 
1798 wurde dies Uhlanen-Frei-Corp s das 2. Uhlanen-Regiment. 

Majors dieses Corps von 1790 bis 1798. 

1790 N. Kümer, 1794 transferirt zu Stabs-Dragoner. 

1790 Franz Baron Wodniansky 1796. 

1794 N. Graf Herberstein 1795. 

1796 Friedrich Graf Trautmansdorf 1798 ) zu dem aus dem Corps formirten Z. UkU- 

1796 Friedrich Graf Sinzendorf 1798. J neu-Rogim«nt traaafecUt. 



80 



Im nunmehrigen 2. Uhlanen-Rcgimente : 

Oberste. 

1798 Emanuel Baron Trach, Regts.-Comdt., 1800 penslonirt. 

1800 Moriz l'ürst zu Liechtenstein, Regts.-Comdt. , 1801 MTO-K., 180$ GM. 

1803 Michael Graf Wielhorski, 2. Oberst, 1804 quittirt. 

1805 Ignaz Graf Hardegg, MTO-R., Kegts.-Comdt. , 1809 GM. 

1809 Carl Sohmuttermayer, Regts.-Gomdt , 1812 pensionirt. 

1809 Friedrich Graf Sohlottheim, 2. Oberst, 1811 transferirt zu Dragoner Nr. 2. 

1812 Ferdinand Fürst Kinsky, MTO-R., Regts.-Gomdt., f am 3. November 1812 zu 
Weltrus. 

1813 Carl Baron Mengen, Regts.-Comdt., 1814 MTO-R., 1820 GM. 

1813 Mathias Steyerer von Edelsberg, bei der Central-Equitation, 1823 mit Gene- 
rals-Charakter pensionirt« 

1815 Wilhelm Prinz zu Hessen-Philippsthal, 2. Oberst, 1817 quittirt mit Generals- 
Charakter. 

1820 Franz Chevalier Germain, Regts.-Comdt., 1829 pensionirt.. 

1829 Franz Graf Lamberg, Regts.-Comdt., 1834 GM. 

1834 Franz Graf Scbaafifgotsohe, Regts.-Comdt., 1841 GM. 

1841 Carl Baron Lederer, Regts.-Comdt., 1848 GM. 

1841 Kiemens Graf Ugarte, Dienst-Kämmerer Sr. k. k. Hoheit des Erzh. Ludwig, 
f zu Wien am 1. Dezember 1842. 

1845 Philipp Graf Stadion, Dienst-Kämmerer bei Sr. Majestät dem Kaiser Ferdinand 
1848 bei der Armee in ItaUen, 1849 GM. 

1848 Friedrich Baron Blomberg, Regts.-Comdt., 1849 GM. 

1849 Wilhelm Ritter von Faber, Regts.-Comdt., 1854 GM. 
1854 Friedrich Baron Dlauhowesky, Regts.-Comdt., 1859 GM. 
1859 Friedrich Graf Sohaafi^otsche, Regts.-Comdt. 

Oberstlieutenants. 

1798 Moriz Fürst zu Liechtenstein, 1800 Oberst. 

1800 Friedrich Graf Trautmansdorf, f an seiner bei Mösskirch erhaltenen schweren 

Wunde im Juni 1800. 
1800 Friedrich Graf Sinzendorf, 1804 pensionirt mit Oberst-Charakter. 

1804 Ignaz Graf Hardegg, MTO-R., 1805 Oberst 

1805 Severin von Kisielewski, 1808 Oberst bei Hussaren Nr. 4. 

1808 Carl Sohmuttermayer, 1809 Oberst. 

1809 Mathias Steyerer v. Edelsberg, bei der Central-Equitation zu Wiener-Neustadt 
1813 Oberst. 

1809 Johann Baron Metzger, 1812 pensionirt. 

1812 Carl Baron Mengen, 1813 Oberst. 

1813 Bartholomäus Graf Alberti^ 1814 Oberst bei Uhlanen Nr. 1. 

1814 Franz Chevalier Germaln, 1820 Oberst. 

1820 Dominik Baron Trach, 1823 pensionirt mit Oberst- 6harakter. 
1823 Ernst Baron Dlauhowesky, 1829 transferirt zu Uhlanen Nr. 1. 
1829 Carl Balla von Bolhas 1829 pensionirt. 
1829 Carl Baron Pfeil-Scharflfenstein, 1833 Oberst bei Dragoner Nr. 2. 

1833 Franz Graf Schaaffgotsche, 1834 Oberst. 

1834 Alois Hollner, 1841 Oberst bei Chev.-Leg. Nr. 3. (jetzt Uhlanen Nr. 8). 

1840 Clemens Graf Ugarte, Dlenst-Kammerer Sr. k. k. Hoheit des Erzh. Ludwig, 
1841 Oberst. 

1841 Philipp Graf Schönborn-Buohheim, 1842 pensionirt. 

1842 Friedrich Baron Blomberg, 1848 Oberst. 
1848 Anton Baron La Marc, 1849 pensionirt. 

JM9 Pardinand Sohiffuer v. SchiffonBee, 1849 pensionirt mit Oberst-Charakter. 



81 

1849 Emerioli Baron Schimding, 18S2 pensionirt mit Oberst- Charakter. 

1852 Rudolf Baron Thüngen, 1853 pensionirt 

1853 Friedrich Baron Dlauhowesky, 1854 Oberst. 

1854 Moriz von Hertweck, i856 transferirt zu Dragoner Nr. 2. 

1856 Carl Müller v. Neckarsfeld, 1859 pensionirt mit Oberst-Charakter. 
1859 Friedrich Graf Schaaffgotsche, 1859 Oberst. 

1859 Johann Baron Baillou. 

Majors. 

1798 Friedrich Graf Trautmansdorf, i800 Oberstlieutenant. 
1798 Friedrich Graf Sinzendorf, 1800 Oberstlieutenant. 

1800 Severin von Kisielewski, 1805 Oberstlieutenant. 

1801 Carl Schmuttermayer, 1808 Oberstlieutenant. 

1801 Philipp Landgraf Fürstenberg, 1802 transferirt zu Dragoner Nr. 3. (Cürassier 

Nr. 11). 
1805 Mathias Steyerer v. Edelsberg, 1809 Oberstlieutenant. 

1807 Johann Baron Metzger, 1809 Oberstlieutenant. 

1808 Carl Baron Mengen, 1812 Oberstlieutenant. 

1809 Bartholomäus Graf Alberti, 1813 Oberstlieutenant. 
1809 Johann Graf Wratislaw, 1810 Flügel- Adjutant, 
1809 Johann Fiala, 1812 pensionirt. 

1809 Carl Fürst Auersperg, 1812 quittirt. 

1811 Franz Chevalier Germain, 1814 Oberstlieutenant. 

1813 Wilhelm Graf Hadik, 1815 quittirt. 

1814 Dominik Baron Trach, 1820 Oberstlieutenant. 
1814 Carl Fürst zu Löwenstein, 1814 quittirt. 
1814 August Baron Amerongen, 1815 quittirt. 

1814 Carl Graf Clam-Martinitz (bis 1816 Inhabers- Adjutant) 1820 Oberstlieutenant 

bei Cürassier Nr, 4. 
1818 Leopold Baron Spannochi, 1819 transferirt zu Hussaren Nr 4. 
1820 Ludwig Graf Paar, 1822 pensionirt. 
1820 Ernst Baron Dlauhowesky, 1823 Oberstlieutenant. 

1822 Friedrich Baron Saamen, 1829 pensionirt. 

1823 Stephan v. Jeszernitzki, f am 1. Juli 1829. 

1829 Johann Graf Strassoldo, 1833 Oberstlieutenant bei Chev.-Leg. Nr. 3. (Uhlanen 

Nr. 8.) 
1829 Carl Baron Galen, 1831 pensionirt. 
1831 Carl Baron Perglas, 1833 Oberstlieutenant bei Cürassier Nr. 4. 

1833 Alois Hollner, 1834 Oberstlieutenant. 

1834 Joseph Edler v. Hasslinger, 1835 pensionirt. 

1834 Maximilian Swoboda, 1838 Oberstlieutenant bei Uhlanen Nr. 1. 

1835 Clemens Graf Ugarte, Dienst-Kämmerer Sr. k. k. Hoheit d. Erzh. Ludwig, 1840 
Oberstlieutenant. 

1835 Philipp Graf Schönborn-Buchheim, 1841 OberstUeutenant. 

1838 Wilhelm Wolfram, 1840 pensionirt mit Oberstlieutenants-Charakter. 

1841 Friedrich Baron Blomberg, 1842 Oberstlieutenant. 

1841 Philipp Graf Kesselstadt, 1845 pensionirt. 

1842 Anton Baron La-Mare, 1848 Oberstlieutenant. 

1845 Ferdinand Schififner v. Schiffensee^ 1849 Oberstlieutenant. 
1848 Emerich Baron Schirnding, 1849 Oberstlieutenant. 

1848 Rudolf Baron Thüngen, 1852 Oberstlieutenant. 

1849 Friedrich Baron Dlauhowesky, 1853 Oberstlieutenant. 
1849 Georg Ahsbahs, f 1849. 

1849 Moriz Hertweck, 1854 Oberstlieutenant. 

1852 Gustav Pfrenger, 1854 pensionirt. 

1853 Friedrich Graf Schaaffgotsche, 1859 Oberstlieutenant. 

1854 Eduard Reithammer, 1857 pensionirt, 

1854 Johann Baron BailloU; 1859 Oberstlieutenant. 

1857 Eajetan y. Giusti. 



, 82 

18S9 Adolf Baron Dorne, f lu Padua am 19, Soptembec 1859. 
1859 Adolf Baron Hammer Btelo, 1861 transferirt zu Dragoner Nr. 1. 

1859 Ceslaus Ritter v, Bnowski, 1860 transferirt zu UManen Nr. 9. 

1860 Constantin Prinz zu HolienloLe-SoMlliogafürat, Flügel-Adjutant Sr.k.k. Majestät 
1861 Oberstlieutonant bei UhUnen Nr, 1. 

1861 Julius Baron Simbschen. 

Cnlformirang des Reglinente. 

Dunkelgrüne Czapkaj Uhlanka und Pantalona, scharlachrothe 
Aufschläge, gelbe Knöpfe. 

Ühlanen-Regiment Nr- 3, Erzherzog Carl. 

Dieses Regiment wurde 1801 zu Krakau errichtet und von 
dem Obersten Heinrich Bcrsina v. Siegeuthal auf das schnellste 
organieirt; es erhielt so wie die beiden andern Regimenter dieser 
Waffe grasgrüne Kurtka und Hosen mit scharlachrotben Aufschlägen 
und unterschied sich nur durch die schwarze Farbe seiner 
Czapken von jenen. Als Stabastation wurde dem Regimente nach 
dessen Organisirung Tarnow angewiesen, aber schon 1803 wurde 
der Stab nach Grodek nächst Lemberg verlegt, von wo dasselbe 
1805 zur Armee Sr. k. k. Hoheit des Erzherzog Carl nach Italien 
abrückte. 

Hier stand das Regiment das erste Mal am Kriegs- 
schauplätze und war im October j. J, im Oentrum der öster- 
reichisch-italienischen Armee, in der Division des FML. Prinz 
Lothringen, der Brigade des GM. Baron Vincent zu Gazuollo 
kantonirt, — Am 30. October, dem zweiten Schlaehttage von 
Oaldiero, Nachmittags, als der französische General Gouius mit 
einer Colonne von 3 Bataillons und mehreren Geschützen auf 
der Strasse von Gambion vorrückte, gericth eine auf derselben 
vorgerückte österreichische Batterie in die grösste Gefahr dieser 
feindlichen Colonne in die Hände zu fallen. Da führte eine 
Abtheilung des Regiments eine rasche Attaque auf die Colonne 
Gouius aus, und brachte diese so schnell in Verwirrung, dass 
sie mit bedeutendem Verluste die Flucht zu ergreifen gezwungen 
war. Der sehr durchschnittene Terrain verhinderte aber, daas die 
Uhlauen die geschlagene Infanterie mit Nachdruck verfolgen 
konnten. Diese glänzende Waffenthat hatte den tbeilweisen 
Rückzug des feindlichen rechten Flügels zur Folge, Im November 
begann das Regiment nunmehr in der Brigade des GM, Grafen 
Radetzky, seinen Abmarsch aus Italien und rückte am 11. vom 
Tagliamento, wo es stand, bis Cormons (6 Meilen), am 12, auf 
Heidenacbaft (6 Meilen), am 13. über den Karst und durch 
den ßirnbaumer-Wald bis LaÜbach (8 Meilen), erreichte am 
14, Cilly (8 Meilen) und am Abende des 13, Marburg (8 Meilen). 
Ein gewiss seltener Fall (namentlich damals), wo eine Reiter- 
truppe ^binnen 5 Tagen 36 deutsche Meilen, meist im Gebirge 



83 

Am 14. November stiess Rittmeister Graf Truchsess, 
welcher die Vorhut befehligte, an der Murbrücke bei Ehren- 
hausen auf die Avant-Garde des französischen Marschall Mar- 
mont, warf selbe im raschen Anprall zurück , verfolgte sie bis 
gegen Leibnitz und machte 20 Gefangene nebst 8 Beutepferden. 
Das Begiment, wie die ganze Brigade Radetzky besetzte nun 
den östlichen Theil Steyermarks von Radkersburg, bis an die 
ungarische Grenze gegen Güns. 

Nach geschlossenem Pressbui'ger Frieden rückte das Regi- 
ment zur Aufwartung in die Residenzstadt Wien, deren Bürger- 
schaft als Beweis ihrer Anhänglichkeit und Verehrung für Se. 
k. k. Hoheit den Herrn Regiments-Inhaber Erzh. Carl, dem 
Begimente eine sehr grosse Quantität scharlachrother Tücher 
lieferte, dass i^owohl desshalb, wie vielleicht auch zur Erinnerung 
an diesen Beweis von Patriotismus das Regiment statt der bis- 
herigen schwarzen Czapken, diese nun von scharlach- 
rothem Tuche erhielt. 1807 bezog dasselbe die Stabsstation 
St. Georgen bei Pressburg. 

Bei Ausbruch des Feldzuges 1809 gehörte das Regi- 
ment im April j. J. zu dem V. Armee-Corps in die Division dos 
FML. Baron Schustekh, Brigade des GM. Grafen Radetzky und 
stand im Inn viertel zwischen ßraunau und Obernberg auf Vor- 
posten. Am 10. hatte das V. Corps den Inn überschritten und 
General Graf Radetzky am 16. mit der Avant- Garde des- 
selben die Isar bei Landshut. Diese bestand nebst 2 Infanterie- 
Bataillons und einer Batterie, noch aus der Oberstlieutenants- 
Division des Regiments, welche damals der Oberstlieutenant Graf 
Heinrich Hardegg befehligte. Die übrigen 3 Divisionen des Regi- 
ments waren der Brigade Mesko zugetheilt, welche an der Queue 
des in Colonnen folgenden Armee-Corps marschirte» Die baierische 
Division Deroi vertheidigte in der jenseits der Isar gelegenen 
Vorstadt Seligenthal den Uebergang. — Dieser wurde en^JUch 
dem Feinde entrissen und die Baiern zogen sich in eine Aufstel- 
lung bei Altdorf und Ergolting zurück. Aber auch hier wurden 
sie durch das wirksame Geschützfeuer der Oesterreicher imd durch 
eine von dem Gradiskaner-Grenz-Regimente mit entschlossener 
Umsicht ausgeführte Umgehung ihrer linken Flanke zum Abmärsche 
gezwungen, welchen General Deroi durch zwei Reiter-Regimenter 
und zwei Infanterie-Bataillons decken Hess. Oberstlieutenant Graf 
Hardegg verfolgte nun mit seinen beiden Uhlanen-Escadrons die 
baierische Arriere- Garde. Es zogen ihm 2 Escadrons Kienmayer- 
Hussaren (Nr. 8) zur Unterstützung nach; die in der Colonne 
zurückgebliebenen übrigen 6 Escadrons des Regiments eilten über 
die Isar vor und vereinigten sich mit der vorrückenden Oberst- 
lieutenants-Division. Die Uhlanen erreichten die feindliche Arriere- 
Garde jenseits Altdorf. Es kam zu einem hitzigen Reiter-Gefechte 
und die dem Regimente beigegebene Cavallerie«Batterie beschoss 
die feindliche Stellung. General Deroi begana aeiDÄts. ^^^:3«aÄS^ 



^^ 



übet Pfetrach nach Pfafeiihausen. Seine An-iere-Garde schlug 
sich bis zum Abend ununterbrochen mit dea Uhlancn. Ritt- 
meiater Graf Christoph Cayriani, welcher mit einer hidben Esca- 
dron wiederholt in Flanken und Rücken des Feindes attaquirte, 
hatte sich an diesem Tage durch entschlossene Bravour hervor- 
gethan. Ebenso hatte der Eittmeister Eugen Graf Wratislaw 
dea Regiments eine solche EuCschlossenheit und Geistesgegenwart 
an den Tag gelegt, dasa ihn der Brigadier General Graf 
Radetzky besonders auserwählte mit einem Streif- Co mniando die 
Verbindung mit der Haupt-Armee aufzusuchen. Vom Feinde 
rastlos beunruhigt, rausste sich Graf Wratislaw mit seiner Abthei- 
lung durchachlagen und erreichte vor Schärding die öster- 
reichische Nachhut. 

Die Brigade Radetzky naiim naeh dem Treffen bei Landa- 
hut ihr Nachtquartier in Pfetrach. — Am 20. war diese Brigade 
und in dieser das Regiment im Treffen bei Abensberg, bestand 
am selben Tage das Nacht-Gefecht bei Budmannsdorf und Hörn- 
bach, focht am weitern Rückzuge mit Gluck am 24. bei Hoffau 
und Frauenhof (Schlacht bei Neumarkt), warf den Feind auf 
Dietfurt zurück, vertrieb denselben von dort, wie aus der Stel- 
lung bei Massing und aus dem Wald von Scherneck und ver- 
folgte ihn bis Eckelhofen. Auf dem weitern Rückzug hinter 
den Inn, deckte die Brigade diesen Fluas von Schärding bis Burg- 
hausen und sicherte im Verein mit der Brigade Hohenfcld den 
Marsch des FML. Baron Hiller gegen die Traun. 

Eine ans 6 Mann bestehende, gegen Obenberg vorgehende 
Recognoszirungs - Patrouille de. Regimenies stiess am 29. April 
auf eine feindliche Abtbeilung von 30 Mann Infanterie und 
25 Pferden. Corporal Jastrizenaki, welcher obige Patrouille führte, 
warf sich auf den Feind, trieb selben in die Flucht und machte 
15 Gefangene. Er erhielt die gol d ene Med aille. 

^Am 1. Mai befehligte Major Baron Wilgenheim des Regi- 
ments die Nachhut der Brigade ßadetaky, welche von den Fran- 
zosen auf daa heftigste verfolgt wurde; bei dem Defilde von 
Geyersberg, welches er passiren musste, kam es zum Zusammen- 
stoss. Mit 4 Escadrons Uhlanen warf sieh Wilgenheim auf den 
Feind, drängte ihn zurück und machte über hundert Gefangene, 
Im Gefechte bei Haag hatten sich an demselben Tage die 
Uhlanen besonders hervorgethan. 

Am 2. Mai war die Biigade bei Lambach von der 
ganzen Macht des französischen Marschall Massena angegriffen 
und machte in anhaltendem Gefechte einen meisterhaften Rück- 
zug über die Welserhaide; so wurde eine von Lambach vorge- 
drungene zehnfach stärkere feindliche Macht mit dem glänzend- 
sten Erfolge aufgehalten und die etwas sich verspätete Division 
des FML, Bai'on Schustekh von der drohenden Gefahr abge- 
Bchnitten zu werden gerettet. Der tapfere Brigadier GM. Graf 
Hadetzicjr erhielt in Folge dessen das Commandeurkreuz 



85 

des Maria Theresien- Ordens. In dieser Affaire waren 
zuerst die Vorposten aus Abtheilungen des Regiments bestehend, 
von zwei feindlichen Reiter-Regimentern angegriffen und zurück- 
gedrängt worden, da rückte ein Theil des Regimentes rasch 
zur Unterstützung der Vorposten heran und attaquirte mit so 
entschiedener Bravour die feindliche Reiterei, welche allzu unge- 
stüm und unordentlich ihre anfänglichen Vortheile verfolgte, 
dass dieselbe geworfen und dabei 60 Mann, worunter 4 Offi- 
ziere, verlor. General Graf Radetzky folgte mit dem Reste 
des Regiments zur Unterstützung dieser Attaque, als die Fran- 
zosen ihrerseits 2 Cürassier-Regimenter zum Schutze der ge- 
worfenen Regimenter vorbrachten« Diess zwang die Oesterreicher 
sich auf die Deckung von Wels zu beschränken um daselbst 
durch Zerstörung der Traun-Brücke den Rückzug des FML. 
Schustekh zu erleichtern. 

Im Gefechte bei Wels, war der Oberlieutenant Anton 
Graf Feuerstein des Regiments durch einen Säbelhieb am Kopfe 
schwer verwundet worden, und gerieth später, während seiner 
Heilung in Wien, in feindliche Gefangenschaft. 

Bei diesem Rückzuge war der Rittmeister Eugen Graf 
Wratislaw des Regiments unter irgend einem plausibeln Ver- 
wände, um eine Verzögerung mit dem Feinde herbeizuführen, 
als Parlamentär abgesandt; er stiess eben auf den mit seiner 
Suite heranreitenden Kaiser Napoleon, der diese List durch- 
blickend, denselben wider alles Recht als kriegsgefangen be- 
handeln Hess. Nach einigen Wochen aber war es jenem klugen 
und tapfern Offizier gelungen sich selbst zu ranzioniren. 

Bei Klein München warf sich Oberst Graf Klebelsberg 
mit 4 Escadrons des Regiments und einigen beihabenden Ge- 
schützen einer vorgedrungenen feindlichen leichten Cavallerie- 
Brigade entgegen und drückte selbe bis an den Fuss der 
Höhen von Oberhart zurück. — Tags darauf am 3. in der 
Schlacht bei Ebelsberg hielt das Regiment die Auen an 
der Traun besetzt, und warf sich theilweise in diesen Fluss, 
um schwimmend das andere Ufer zu erreichen, da nur ein 
sehr kleiner Theil den Uebergang über die Brücke bei dem 
dort entstandenen Gedränge unternehmen konnte. Was nicht 
mehr das rechte Traun-Ufer errreichen konnte, musste sich dem 
ungestüm nachdrängenden Feinde ergeben, unter diesen war 
Rittmeister Baron Hochenegg des Regiments. Corporal Alexan- 
der Zubow des Regiments bemerkte einen Trupp des Gradiskaner- 
Grenz-Regimentes mit einer Fahne, welche im Laufe die Traun- 
Brücke zu erreichen strebten, Diess war nicht mehr möglich. 
Zubow, dem sich mehrere Uhlanen beigesellen, rettet sowohl 
die Fahne als 107 Mann der Gradiskaner, welche sich an ihre 
Pferdeschweife hielten durch wiederholtes Hin- und Herschwim- 
men der Traun, ungeachtet der reissenden Strömung dieses 
Flusses und dem heftigsten feindUchen Feuer. 



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■88 

Auf dem iveitem Rüelizuge hatte daa Regiment am 6. Mai 
bei Blindenmarkt mit dem Feinde ein heftiges Gefecht zu bestehen. 
Auf die Kunde vom Anrücken der Franzosen liess GM. Graf 
Radetzky den Ma.jor Baron Wil^enheim des Regiments mit seiner 
Division und 6 Compagnien zur Unterstützung des im Rückzuge 
begriffenen General Meako gegen Blindenmarkt vorrücken, die 
Brigade Colbert vom Corps Oadinot an der Spitze des fran- 
zösischen Heeres von Amstetten vorrückend, warf und verfolgte 
einen Zug Uhlanen, den Major Wilgenheim vorgeschoben hatte. 
Dieser griff nun den Feind an, und warf jene zurück, welche 
seine Vorposten verfolgt hatten. Aber von einem französischen 
Regiment in die Flanke genommen, wurde er nunmehr selbst 
zurUckgedruckt, und bis Neumarkt verfolgt. Oberst Graf Klebels- 
berg eilte nun mit 2 Escadrons zu, dessen Unterstützung herbei 
und griff mit entschiedener Tapferkeit an, während er eine 
dritte Eseadron in des Feindes linke Flanke sandte, und eine 
vierte als Rückhalt folgte. Diese Attaque hatte einen vollstän- 
digen Erfolg. Die feindliche Truppe wurde geschlagen, und 
verlor 70 Gefangene. Als jedoch die Uhlanen, deren Pferde 
durch den angestrengten Dienst, während des ganzen Rückzuges 
kaum mehr von der Stelle konnten, eine zweite feindliche Truppe 
vorrücken sahen, dachten sie auf ihren Rückzug, der in schönster 
Ordnung schachbrettiormig bewirkt wurde. Der nun verstärkte 
Feind griff abermals an, die Uhlanen rückten demselben entge- 
gen, und wiesen Anfangs den Angriff ab, allein endlich unter- 
lagen sie der üebermacht, wurden umzingelt, über den Haufen 
geworfen, und büssten beträchtlicli ein. Unweit Yppa nahm Oberst- 
lieutenant Graf Hardegg diese Escadronen auf, und die Fran- 
zosen wurden durch das Feuer der Gradiskaner zum Stehen 
gebracht. General Graf Radetzky zog sich nun hinter die Erlaf 
und brannte die dortige Brücke ab. Das Regiment hatte in 
diesem Gefechte 63 Todto, 31 Blessirte, 96 Gefangene, nebat 
53 getödteten und 44 verwundeten Pferden verloren, Ueber die 
Donau-Brücke bei Mautern, welche nach 48stündiger Vertheidi- 
gung abgebrannt wurde, rückte GM, Graf Radetzky mit dem 
Regimente und den Gradiskanern in die Gegend von Stokerau 
und Tulln, um das Donau-Ufer zu beobachten, und über Nea- 
Aigen mit dem FML, Schustekh gegen Krems zu, in Verbin- 
dung zu bleiben. 

In dieser Stellung war auch das Regiment während der 
2tägigen Schlacht von Äspern geblieben. 

In den Tagen der Wagramer Schlacht, 5, und 6. JuH, 
hielt FZM. Fürst Reuss, welchei- nun das V, Armee-Corps, zu 
dem das Regiment gehörte, befehligte, mit seinem Corps den 
Bisamberg, den Spitz, die Insel der schwarzen Lacken und die 
obere Donau bis Krems mit starken Observations-Poaten besetzt. 

Am Abend des 6, Juli, als sich jene Schlacht zu Ende 
geneigt hatte, wurde das V. Corps zur Armee gezogen, und 






87 

erhielt den Befehl mit den .Grenadieren^ der Cavallerie- Reserve 
und dem L und IIL Armee-Corps auf der nach Znaym führenden 
Strasse zurückzugehen. Während der Wagramer Schlacht war der 
Rittmeister Eugen Graf Wratislaw des Regiments mit seiner der 
Oberst 2. Escadron oberhalb Jedlersee gegen Stammersdorf auf- 
gestellt; um die Flanken des Regiments zu decken ^ sollte sich 
jedoch in kein Gefecht einlassen. Seitwärts von ihm war die 
Oberst 1. Escadron des Regiments. Da gewahrt Graf Wratislaw, 
dass das 1. Wiener Freiwilligen-Bataillon vom Feinde überflügelt 
in grösster Gefahr schwebt gefangen zu werden. Er lässt nun 
schnell zur Attaque blasen, stürzt sich an der Spitze der Esca- 
dron unter die feindlichen Reiter, und ist mit dem Trompeter 
bereits in Melde. Die Escadron stutzt ohne zu weichen. Ihren 
wackem Führer umringt und mit Säbelhieben bedeckt, wird von 
einem feindlichen Schützen das Pistol an die Brust gesetzt, dieser 
aber von einem ansprengenden Uhlanen niedergestochen. Dieser 
Uhlane hatte Graf Wratislaw Luft gemacht, indessen hatte die 
Escadron sich auf den Feind gestürzt, auch die 1. Escadron war 
herbeigeeilt, der Feind musste weichen, und der Major Baron 
Salis mit seinem Freiwilligen -Bataillon war durch die kühne Atta- 
que gerettet Ungeachtet seiner erhaltenen mehreren, jedoch unbe- 
deutenden Wunden vollführte Graf Wratislaw kurz darauf bei 
Schöngrabern abermals eine glänzende Attaque. 

Li den nächsten Tagen fielen fortwährende Rückzugs -Gefechte 
vor, und am 9. Juli übernahm FZM. Fürst Reuss mit dem V. Armee- 
Corps den Dienst der Nachhut, blieb als Arriere-Garde zurück, 
und erhielt den Befehl die Stellung bei Schöngrabem und Jetzels- 
dorf 80 lange als möglich zu halten. Als am frühen Morgen des 
10. Juli der Nachtrab des VI. Corps HoUabrunn verliess, rückte 
eine französische Avant-Garde durch diesen Ort vor, stiess jenseits 
desselben auf die Vorposten des V. Armee- Corps, und drückte 
diese auf einige hundert Schritte zurück. FZM. Fürst Reuss erwar- 
tete den Feind hinter Grund in zwei Trefl^en aufgestellt. GM. Graf 
Klebelsberg stand als Nachhut mit den leichten Truppen, bei 
welchen das Regiment in und vorwärts Schöngrabern. Der Oberst- 
lieutenant Baron Wilgenheim des Regiments wurde mit einer Esca- 
dron Uhlanen und einer Abtheilung Jäger zur Deckung der linken 
Flanke nach Mailberg entsendet Nach einem mehrstündigen heissen 
Kampfe gegen die französischen Generale Piret und Marulaz bei 
Schöngrabern, Grund und HoUabrunn setzte das V. Armee -Corps 
seinen weitern Rückzug fort. Die Arriere-Garde musste nun eine 
theilweise flache Gegend durchziehen. Der Feind suchte mit 5000 
Reitern ihre rechte Flanke zu umgehen. Die Gradiskaner unter 
Major Baron Simbschen formirten Massen, an deren Festigkeit die 
wiederholten Angriffe der feindlichen Reiter abprallten. Der Oberst 
Graf Heinrich Hardegg des Regiments führte seine Uhlanen so 
wie das Hussaren-Regiment Blankenstein (Nr. 6) unterstützt von einer 
Cavallerie-Batterie des Oberlieutenants Stonieck, und Geschützen 



S6 

des Infanterie -Regiments Baron Lindenan (jetzt Nr. 29) mit so um- 
sichtsvoller Benützung des Terrains zurück, dass er nach dessen Be- 
schaffenheit bald selbst angriff, bald sich den feindlichen Angriffen 
entzog, dadurch das rasche Vordringen des so weit überlegenen 
Feindes beschränkte und verzögerte, und endlich ohne bedeu- 
tendem Verlust die den Rückzug mehr begünstigende Gegend 
von Jetzelsdorf noch vor Sonnenuntergang erreichte. Um eilf 
Uhr Nachts überschritt das Reg^iment die Brücke bei Znaim 
und marschirte auf dem äusserston rechten Flügel an der Taja 
vorwärts der Stadt auf. 

Die offizielle Relation nennt unter den besonders ausge- 
zeichneten Offizieren dieser letzten vier Tage den Obersten 
Heinrich Graf Hardegg, den Übcrstlieutenant Ludwig Baron 
Wilgenheim, die Rittmeister Graf Auersperg, Baron Carl Kress, 
Graf Dominik Wrbna, die Oberlieutenants von Wisniowski und 
Graf Joseph Fueha des Regiments. Mit Armee-Befehl vom 
24. October erhielt Oberst Graf Hardegg das schon in der 
Affaire bei Landshut verdiente Ritterkreuz des Maria There- 
sien-Ordens. 

Nach abgeschlossenem Wiener Frieden erhielt das Regiment 
die Stabsstation Gaja in Mähren, — rückte aber 1S12 nach 
Peoavar in Ungarn und von da 1813 nach Güns. 

Bei Ausbruch des Feldzugs 1813 erhielt das Regi- 
ment seine Bestimmung zu der Armee des FZM. Baron Hiller 
in Inneröst erreich. — Nach Eintheilung der zweiten Majors- 
Division in die übrigen, rückte das Regiment über Marburg nach 
Klagenfurt in Kärnten, erhielt seine Eintheilung in die Brigade 
dea GM. Graf Vecsey und bezog daselbst ein Lager. (Die 
zweite Majors- Division zu Güns neu errichtet, rückte im Jänner 
1814 nach Italien zum Regimente wieder ein.) 

Im August blieb das Regiment im Drauthale zwischen 
Klagenfurt und Völkermarkt stehen, Mitte September stand es 
bei Windischkappel und Ende jenes Monats bei Föderaun und 
an der Blei bergerhöhe. Im October rückte das Regiment über 
Villach und Tarvis gegen Friaul vor. Der Oberstlieutenant 
Wilhelm Baron Mengen beobachtete mit seiner Diviston von 
Tolmino her, den Pass von PIcss. Am 11, war die schwache 
Abtbeilung Mengena von der französischen Brigade Campi auf 
dem Marsche dieser letztem über Plesa nach Carporetto zurück- 
geworfen. 

Bei der Ueberschreitung des Isonzo hatte Rittmeister 
Anton Graf Feuerstein des Regiments mit 2U Uhlanea dos 
vom Feinde besetzte Dorf Woltsehach angegriffen, die Fran- 
zosen verjagt und mehrere Gefangene gemacht. Das Regiment 
rückte von Friaul über Udine, Treviso nach Vicenza, wo die 
Brigade Vecsey am 6. November zur Unterstützung der Bri- 
gaden Starhemberg (Richtung von Legnago gegen Bevilaqua) 
und Eckarth (bei Caldiero) unter FML, Radivojevich, Division 



89 

MerviUe verwendet wurde. — Am 15. November im Gefechte 
bei Yillanova hatte das Begiment den Major Grafen Banffj; 
als durch einen Schuss getö'dtet, zu beklagen. Am 20. stand 
das Begiment in der Brigade Vecsey bei Montorio und am 
30. zu St. Martine und St. Giacomo der Division Fflacher 
zugewiesen. 

Im Feldzuge 1814 war das Begiment seit Ende Jänner 
zu Valeggio unter FML. Badivojevich in seiner bisherigen 
Brigade Vecsey aufgestellt. Am 8. hatte GM. Graf Vecsey 
bei Pozzolo eine Brücke geschlagen und das rechte Mincio- 
Ufer betreten» Das Begiment hatte sich in Abtheilungen nach 
verschiedenen Bichtungen verbreitet und eine derselben stiess in 
der Gegend von Cereto und Cerlongo auf den Gepäcktrain der 
französischen Brigade Bonnemain^ welcher ohne Bedeckung auf 
Goito zog. Die Uhlanen fielen über denselben her und nur 
ein geringer Theil entkam ihnen. — General Vecsey liess nun 
den Obersten v. Gorzkowski des Begiments mit einer Division 
bei der unterhalb Pozzolo geschlagenen Schiffbrücke zurück, 
während er selbst gegen Goito am rechten Mincio -Ufer hinab 
gegangen war, sich aber sodann mit einer Bechtsschwenkung 
in die Bichtung von Cerlongo und Castel Grimaldo brachte» 
Derselbe hatte den Oberstlieutenant Wilhelm Baron Mengen 
des Begiments mit einer Escadron am linken Mincio-Ufer gegen 
Goito mit dem Auftrage entsendet, nui* im Falle als dieser 
Ort vom Feind verlassen sei, dort über den Fluss zu setzen 
und jenseits sich wieder mit ihm zu vereinigen. Bittmeister 
Graf Feuerstein, welchen Oberstlieutenant Mengen zur Becognoszi- 
rung der Gegend vorgeschickt hatte, stiess zuerst auf einen starken^ 
ihm weit überlegenen feindlichen Vortrab, grifft denselben mit 
Entschlossenheit an, und verfolgte ihn bis an dessen nach- 
rückende Cavallerie, worauf sich die Uhlanen zurückziehen 
mussten. Nun stiess Oberstlieutenant Baron Mengen in seinem 
Vormarsche auf die zwei feindlichen Cavallerie- Brigadeji Perrey- 
mont und Bonnemain, die er mit seiner tapfern Escadron, 
ungeachtet ihrer Ueberzahl, mit Ungestüm angrifft und mit 
welchen er durch 2 vom Oberst Gorzkowski abgesandte Züge 
verstärkt, sich auf das Tapferste herumschlug, jedoch die feind- 
liche Ueberzahl hatte ihn mit seinen Uhlanen in die Mitte 
genommen und mit französischen Beitern vermischt, kam Mengen 
gegen Pozzolo dahergesprengt. Das Grenadier-Bataillon de Best 
der österreichischen Brigade Stutterheim bildete schnell einen 
Haken und gab unter die feindlichen Beiter einige Dechargon. 
FML. Baron Merville setzte sich an die Spitze des Dragoncr- 
Begiments Savoyen und griff* mit Oberstlieutenant Mengen, 
der sich wieder gesammelt hatte, die französische Cavallerie mit 
dem grössten Ungestüm an, während General Baron Wrede mit 
3 Escadrons Hohenlohe-Dragoner in deren rechte Flanke fiel. 
Das in erster Linie stehende feindliche Hussaren - Begiment 



90 

wurde sogleich über den Haufen geworfen und das in zweiter 
Linie stehende französische Regiment Königin- Dragoner erlitt 
gleiches Schickaal. Diese beiden feindlichen Regimenter wurden 
auf ihre 6 leichten Geschütze gejagt, und diese selbst erobert. 
Da iiess der Vizekönig Eugen, der sich hei der französischen 
Division Quesnel befand, die Bataillone ihres linken Flügels 
Vierecke formiren, und ein heftiges Kartätsch enfeu er eröffnen, 
weiches die österreichische Reiterei nöthigte, in der Verfolgung 
inne zu halten, und so konnten die Uhlanen, wegen der bei 
der Bespannung eingetretenen Verwirrung -von den eroberten 
Kanonen nur eine einzige Trophäe zurückbringen. Der Ritt- 
meister Ernst Graf Stolberg und Oborlieutenant Franz Graf 
Lamberg des Regiments waren hei diesen Attaquen verwundet 
worden. An diesem für den Ruhm des Regiments so glor- 
reichen Tage fanden von der Mannschaft vom Wachtmeister 
abwärts Mehrere Gelegenheit zur Auszeichnung. Corporal Husae- 
heck wurde von dem mit den übrigen Truppen der Brigade 
Vecacy unweit Cereta auf einer Anhöhe stehenden Regi- 
mente, als man ein heftiges Kleingewehrfeuer nebst einigen 
Kanonenschüssen hörte, mit 4 Uhlanen nach Marengo geschickt, 
um von der Ursache dieses Feuers Kunde zu verschaffen. 
Als dieser Corporal bei Monzambano ankam , stiess er auf 
mehrere feindliche Infanterie- Compagnien, welche die Avant- 
Garde bildeten. Hussebeck fing sogleich zu plänkeln an, um Zeit 
zu gewinnen und abzuwarten, welche feindliche Truppen hinter 
der Avant-Garde folgen würden. Als nun Oberlieutenant Graf 
Lamberg des Regiments zur Recognoszirung dieser Gegend ankam, 
schloss sich Hussebeck demselben an; er machte ferner alle 
Attaquen jenes Tages mit, tödtete einen feindlichen Bataillons- 
Chef, bis er endlich wegen schwerer Verwundung da« Sohlacht- 
feld verlassen musste. Als im Laufe der Schlacht eine feindliche 
Cavalierie-Batterie gegen die Oberstlieutenants ]. Eseadron vor- 
lückte und durch ein heftiges Kartätechenfeuer deren Haltung zu 
bedrohen schien, war es nöthig einen Angriff auf dieselbe zu 
unternehmen, bei dessen Ausführung hatte sich der Uhlano Johann 
Biloff durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Nachdem ihm 
Kein Pferd erschossen war, eroberte er zu Fuss eine Kanone mit 
Beihilfe einiger Kameraden. Später bemächtigte er sich wieder 
eines Pferdes, machte mehrere Attaquen auf das Tapferste mit, 
und hieb zwei feindiiche Offiziere von den Pferden. Hussebek 
und Biloff erhielten die goldene Medaille. Der Uhlane 
Johann Fiala rettete den Oberstlieutenant Baron Mengen. Dieser 
war schon von feindlichen Reitern umrungen, dessen Leben 
und Freiheit waren bedroht. Da warf sich Fiala in diese 
Feinde und hieb mit solcher Tapferkeit in dieselben ein, dass 
der Oberstlieutenant auf diese Art Luft bekam und gerettet 
ward, die französischen Reiter aber nun von beiden in die 
Flucht gejagt wurden. — Der Uhlane Gottlieb Kerich mit 



91 

2 Mann auf Patrouille nach Ceresara entsendet; entdeckte auf 
einem Seitenwege einen von französischen Gensdarmen bedeckten 
Wagenzug, der sich längs der Gebüsche hinzog. Kerich sprengte 
sogleich darauf los, nahm drei Offiziere mit mehreren Wachen 
gefangen, nachdem der Rest bei seiner Annäherung entflohen 
war. Fiala und Kerich erhielten die silberne Medaille. 

Von nun kam das Regiment in diesem Feldzuge zu 
keiner grössern Aflaire, und erhielt eine Cantonirung bei Villa 
Franca, in welcher es bis 20. April verblieb, sodann gegen 
Mailand aufbrach und am 24. in dieser Stadt als Avant-Garde 
der ö'sterreichisch-italienischen Armee unter FML. Graf Neip- 
perg seinen Einmarsch hielt. Nach zehntägigem Aufenthalte 
daselbst rückte das Regiment nach Turin, wo es bis Juli 
als Besatzung blieb, sodann seinen Rückmarsch in die kaiser- 
lichen Erbstaaten antrat und seine Bestimmung in die Friedens- 
station Güns erhielt. Kaum daselbst eingerückt, wurde dasselbe 
beordert nach Linz in Oberösterreich abzurücken, wo es an 
der Hauptstrasse nach Wien dislozirt wurde, und den zum 
Congress in die Residenzstadt reisenden Allerhöchsten Herrschaften 
als Ihren Majestäten den Königen von Bayern und Württemberg, 
Ihren k. Hoheiten den Grossherzogen von Baden und Hessen 
die übliche Ehrenbegleitung zu leisten hatte. 

Bei Ausbruch des Feldzugs 1815 erhielt das Regiment 
die Bestimmung zur Armee am Ober-Rhein, mit der Einthei- 
lung in die Brigade des GM. Prinzen Coburg. Anfangs April 
marschirte dasselbe von Oberösterreich ab, durch Bayern ins 
Badische, wo es bei Hifl^ingen in der Gegend von Donau- 
eschingen eine vierwöchentliche Cantonirung bezog und rückte 
von da auf den Sammelplatz der zu jener Armee bestimmten 
Truppen nach Lörrach bei Laufen am Rhein. Ende Juni über- 
schritt das Regiment bei Basel den Rhein, passirte über Mühl- 
hauscn und Kolmar die Vogesen und kam anfänglich nach 
Remirmont, später nach Pontarlier zu stehen, bis es, bei dem 
allgemeinen Vormärsche gegen Paris, nach Sens abrückte. Von 
hier wurde das Regiment gegen die Reste der französischen 
Armee unter Marschall Soult an die Loire beordert, und er- 
hielt nach einigen Hin- und Hermärschen in Lons le Saunier 
eine Cantonirung, von wo es Ende September in das grosse 
Armee-Lager bei Dijon abrückte. In diesem stand es bei der 
von Erzh. Maximilian d*Este befehligten Avant Garde der Divi- 
sion des FML. Graf Wartensleben und der Brigade seines 
Obersten von Gorzkowski. 

Nach Beendigung dieses Lagers marschirte das Regiment 
gleich den übrigen Truppen über Deutschland in die öster- 
reichischen Staaten zurück und bezog die Friedensstation Gross- 
Topolcsan in Ungarn, von wo es im September 1820 dem bei 
Pesth abgehaltenen grossen Cavallerie-Lager beigezogen wurde. 
Im April 1828 rückte das Regiment zur Aufwartung in d'** 



Haupt- uud Residenzstadt Wien und von da im Mai 1829 nach 
Groaswardein in Ungarn, 1830 nacli fieps in Siebenbürgen, 
1831 nacli Debreczin, 1832 wieder nach G-rosswardein und 
1837 nach Oedenburg. _ 

Am 1. April 1843 erfüllte sich das fünfzigste Jahr, seit 
der Regiments-Inhaber Se. k. k. Hoheit Erzherzog Carl für 
die aiegreichen Tage von Aldenhofen und Neerwinden (1793) 
URS Grosskreuz des Maria Thercsien-Ordens erhalten hatte. 
Am 5. April wurde diese Jubelfeier am Glaeis, auf* der Espla- 
nado zwisehen Burg- und Franzensthor feiörüchst begangen und 
dem erlauchten Jubilar, die Insignion des Maria Theresien- 
Ordens in Brillanten von Seiner Majestät dem Kaiser 
Ferdinand übergeben. Aus diesem Anlasse war die Oborst- 
lieutenants-Diviaion des Regiments unter Oborstlieutenant von 
Wyss auf mehrere Tage nach Wien beordert worden, und bei 
dieser Feierlichkeit der Brigade des GM. Graf Gyulay zugc- 
Iheilt, ausgerückt. 

1844 erhielt das Regiment die Stubsstation Körmönd und 
detachirte im Sommer 1847 eine Division nach Gratz. 

Mitte März 1848 rückte das Regiment Divisionaweise in 
Eilmärschen nach Wien, wo es am Glaeis lagerte und nach 
achttägigem Aufenthalt daselbst per Eisenbahn bis Cilly und von 
da bis in die Umgegend von Görz raarschirte, wo es zum 
Corps des FZM. Graf Nugent eingetheilt ward. Dieses, zur 
Vorrückung gegen das Venetianische bestimmte Corps, sammelte 
sich auf der Strasse bei Romans. 

3 Escadrons dos Regiments waren in die Brigade des 
GM. Schulzig und drei in die Reserve eingetheilt. Atn 18. waren 
mit den Truppen des FML. Graf Schatfgotsche noch 2 Escada-ons des 
Regiments eingetroffen. Eine halbe Escadron des Uegimeuta stand bei 
dem zusammengesetzten Commando des Major Hablitsehek in 
der Umgegend von Toblacb und eine halbe Eacadron traf am 
17. bei Malborghetto ein, welclie zur Brigade des Oberst Baron 
Gorrizutti gehörte und am 19. bis Pontafel vorgeschoben wurde. 
Am 23. WMr letztere Abtheilung bei der Besetzung von Pon- 
teba und rückte nebst 12 Infanterie-Compagnien über Resiutta bis 
Gemona, wo sie zur Einschliessung der Bergfestung Osoppo verblieb. 

Die oben genannten 7 Escadrons dea Regiments, in dem 
vom FZM. Graf Nugent nun befebligten Operations - Corps 
rückten noch am 18. nacL Trevignano vor, am 20. setzte 
dieses Corps seinen Marsch gegen Udine fort, welche Stadt 
am 21. und 22, beschossen und am 23. besetzt wurde. Nach 
der Einnahme von Udine gab FZM. Graf Nugent am 23. eine 
neue Ordre de Bataille seines Corps heraus, wornach 6 Esca- 
drons des Regiments in der Division des FML. Prinz Würtem- 
berg und der Reserve -Brigade ihres Obersten von Wyss, eine 
Escadron aber in die Brigade des Oberston Baron Gorrizutti 
eingetheilt war. Bei den in Friaul zurückgelassenen Truppen 



93 

unter TML. Baron Stürmer war gleichfalls eine Escadron ver- 
blieben, wovon 2 Züge den Cernirungs-Truppen von Osoppo 
unter Major Tomaselli von Baron Hrabowsky-Infanterie (Nr. 14) 
zugewiesen waren. Das Operations-Corps des FZM. Graf Nu- 
gent rückte nun bis gegen die Piave vor, deren Linie es 
über Belluno umging, und hatte bei Pederobba und Arsie am 
8. Mai ein Gefecht zu bestehen, nach welchem es noch am 
selben Tage eine Brücke über die Piave schlug und diesen 
Fluss am 9. übersetzte. Die 7 Escadrons des Regiments machten 
nun die weitere Vorrückung dieses Corps ohne für sie erheb- 
liche Vorfallenheiten weiter mit. Im Gefechte bei Vicenza am 
20. Mai war der Oberlieutenant Friedrich Graf Zichy des 
Regiments abgesessen, hatte ein Gewehr ergriffen und avancirte 
an der Spitze der Tirailleurs, jede Deckung verschmähend auf 
freier Strasse, bis er von einer Kugel tödtlich in den Kopf 
getroffen, fiel. — Im Gefechte bei Vicenza am 23. Mai war 
eine Division des Regiments der bei Pontalto als Reserve 
stehenden Brigade des GM. Fürsten Felix Schwarzenberg zu- 
getheilt. 

Nach der am 18. Mai herausgegebenen Ordre de Bataille 
des 2. Reserve-Corps war eine Escadron des Regiments der 
theils vor Treviso, theils im Brückenkopfe der Piave stehenden 
Brigade des GM. Susan zugewiesen, eine halbe Escadron hin- 
gegen bei der im BoiteThale operirenden Colonne des Infanterie- 
Major Hablitschek verwendet 

Bei der Vorrückung vom Isonzo bis Verona hatte das Re- 
giment nebst dem Oberlieutenant Graf Zichy noch einen Mann 
als todt, 2 als verwundet und einen als vermisst zu beklagen. 
Die kleine silberne Tapferkeits-Medaille hatten erhalten: 
Corporal Kempinski, Trompeter Spargel, die Uhlanen Kowalski, 
Kitta, Haidimow. 

Am 14. Juni wurde Oberstlieutenant von Batky des Regi- 
ments mit seiner Division zu einer Recogjioszirung gegen Somma- 
campagna beordert. Die Vorhut dieser Colonne gelangte bis auf 
den von Calzoni gegen die Chausde führenden Weg, welchen eben 
zwei mit Heu beladene Wagen unter Escorte von 6 feindlichen 
Lanciers passirten. Augenblicklich machten die bei der Vorhut 
anwesenden Rittmeister Morhagen und Oberlieutenant Fischer 
Jagd auf dieselben. Sie erbeuteten wohl die Wagen aber die 
Escorte - Mannschaft entkam. Bald darauf gelang es, dem mit 3 
Mann als Seitenpatrouille detachirten Corporal GroraboBz 2 feind- 
liche Cavallerie-Vedetten gefangen zu nehmen. Auf ihre Aussa- 
gen, dass das feindliche Piket hinter einem , links von der Strasse 
gelegenen Hause stehe, beorderte Oberstlieutenant Batky den Ober- 
lieutenant Riefkohl mit einem Zuge gegen dasselbe. In dessen Nähe 
jedoch, stiess die Abtheilung, welcher sich Rittmeister Morhagen frei- 
willig angeschlossen hatte, auf die Queue einer 70 bis 80 Mann starken 
Abtheilung des Regiments Genua. Ohne lange zu überlegen, liess 



94 

Riefkohl seine 20 Uhlanen aufmarschlren , und stürzte an ihrer 
Spitze auf den Feind. In wonigen Augenblicken waren über 
30 Gefangene gemacht, doch die übrigen rückten zweimal za 
ihrer Befreiung in geschlossener AbtheÜung wieder vor, da sam- 
melte Corporal Grünwald 4 bis 5 Mann, warf sich denselben 
mit Ungestüm entgegen, und ermöglichte dadurch die Gefangenen 
in Sicherheit zu bringen, mehrere von ihnen wollten entspringen, 
unter diesen auch ein bereits verwundeter Offizier, welchen T er- 
such sie mit dem Leben hüssten. Da mittlerweite Allarm-Zeichen 
auf des Feindes Seite zu hören waren und zu erwarten stand, 
dass derselbe mit grösserer Macht vorrücken werde, so zogen 
sich die beiden genannten Offiziere mit ihrer Mannschaft, welche 
kaum zur Eacortirung der Gefangenen hinreichte, auf das Gros 
der Division zurück. Obersflieutonant Batky schickte nun eine 
grössere Abtheilung unter Oberlieutenant Fürsten de Ligne und 
Lieutenant von Horwath gegen das früher bezeichnete Gebäude, 
In der Nähe des Hauses angelangt, empfing sie ein ausgiebiges 
Karabinerfeuer der vor dasselbe gerückten etwa 150 Mann starken 
feindlichen Schwadron , die unmiltelbar darauf mit eingelegten 
Lanzen gegen die Uhlanen sprengte. Der Zusammenstoss war 
ziemlich blutig, der Gegner von den letztern bald zurückgeschlagen. 
Während der Verfolgung hatte sich Lieutenant von Horwath von 
jugendlichem Muthe hingerissen zu weit vorgewagt, und mit einem 
Lanzi er- Offizier ein Einzeln-Gefecht engagirt, den er auch ver- 
wundete und zuletzt noch verfolgte, bis er endlich selbst durch 
zwei Lanzenstiche schwer verwundet, vom Pferde sank. Kaum 
hatte Oberlieutenant Riefkohl dieses bemerkt, ergrilf er eine Pike, 
jagte dem feindlichen Offizier nachj und stach ihn vom Pferde. 
Dieses kurze Gefecht kostete den Uhlanon 2 Mann an Todlen, 
dann ausser dem erwähnten Lieutenant Horwath 5 Mann an Ver- 
wundeten und 2 Vermisste, endlich 5 Pferde. Der Feind hatte 
einen Gesammtverlust von 3 Offizieren, 45 Mann, mehreren Pferden, 
Wagen und Maulthieren. 

Am 23. Juli stand Oberst von Wysa mit 3 Escadrons des 
Regiments zur Beobachtung von Villa-Franca, auf der von Verona 
dahin führenden Chauss»; und bestritt am 25, mit 6 Escadrons 
des Regiments die Vorposten zwischen Valeggio und Gheria. — 
Gleichzeitig mit den Gefechten während der ÖcTilacht von Custozza 
hatte sich der unternehmende Oberst von Wyss des Regiments 
mit der Oberst -Division desselben, der Oberstlieutenants -Division 
von Radetzky-Hussaren, 2 Infanterie- Co mpagnien nebst 2 Caval- 
lerie- Geschützen auf der Stra.ise von Valeggio gegen Villa-Franca 
zu Gunsten der Brigade Clam bewegt. Der Feind hatte 2 Ge- 
schütze in den Maulbeerpflanzungen gedeckt autgefahren. Die 
Hussaren hieben in die feindliche Infanterie und zerstreuten sie, 
während die Geschütze noch zeitlich genug abgezogen waren. 
Ein Pulver-Karren wurde jedoch erbeutet, und gegen 40 Gefan- 
gene gemacht. Oberst Wyss eilte nun mit seinen Uhlanen bis 



96 

Torre di Gherla in dem Momente, als gerade der Kampf bei 
Custozza für unsere Waffen sich entschieden hatte. 

Noch am Vormittage dieses Schlachttages hatte der tapfere 
Wyss mit 2 Zügen seines Regiments und 1 von ßadetzky-Hus- 
saren eine glänzende Schwärm -Attaque in die rechte Flanke 
einer gegen Valeggio vorgedrungenen feindlichen Infanterie-Co- 
lonne unternommen, selbe zerstreut, und auf mehr als 1000 Schritte 
gegen Villa-Franca verfolgt. 

Nach dieser Schlacht erhielt Oberst Wyss den Befehl, den 
Feind mit der verfügbaren Cavallerie auf seinem Bückzuge zu 
beunruhigen. Doch konnte diese Verfolgung erst vor Tages- 
Anbruch beginnen. Sie erfolgte in 2 Colonnen, wovon die eine, 
bestehend aus der Oberst 2. Escadron vom Begimente, einer 
Escadron Badetzky-Hussaren, und 2 Cavallerie-Geschützen unter 
Commando des Oberst Wyss, von Valeggio nach Quaderni, die 
andere, welche aus der Oberst 1. Escadron des Begiments und 
3 Zügen Badetzky-Hussaren unter Oberst Graf Stadion von 
Schwarzenberg-Uhlanen bestand, nach Sei Vie rückte. Oberst 
Wyss gelangte noch vor Tages-Anbruch anstandslos nach Quaderni, 
welcher Ort vom Feinde unbesetzt war. — Hier traf er folgende 
Disposition. Die beiden Geschütze wurden vor dem Orte auf dem 
in die von Villa-Franca führende Chaussee beinahe senkrecht 
einfallenden Wege placirt, zu ihrer Bedeckung ward eine halbe 
Escadron verwendet, während die übrige Truppe beiderseits des 
Weges zugsweiso in Intervallen von einigen hundert Schritten sich 
aufstellte. Beinahe jeder dieser Abtheilungen war ein Trompeier 
zugewiesen und die Instruction ertheilt, nach erfolgtem zweiten 
Kanonenschüsse unter Lärmen und AUarm-BIasen in aufgelöster 
Ordnung sich auf den auf der Chaussee marschirenden Feind, somit in 
dessen Flanke zu stürzen. Bald erschien die erwartete feindliche 
Truppe, eine mit Geschützen versehene piemontesische Infanterie- 
Brigade. Der Angriff erfolgte der gegebenen Disposition gemäss. 
Die Verwirrung in der feindlichen Colonne war grenzenlos, und 
bald sah man die ganze Brigade in wilder Flucht auf der Strasse 
gegen Sei Vie, verfolgt von der nachsprengenden Cavallerie 
des Obersten Wyss. Erst nach anderthalb Miglien Weges ver- 
suchte sie sich wieder aufzustellen. Es wurden 45 Gefangene 
zurückgebracht, doch wäre ihre Zahl weit grösser gewesen, 
wenn man dieselben in der dichten Cultur, wohin sie sich 
flüchteten, hätte fortbringen können, ein grosser Theil der Ge- 
fangenen war daher entkommen. Viele hingegen wurden von den 
erbitterten Uhlanen und Hussaren niedergehauen. Major Graf 
Szecsen von Badetzky-Hussaren, welcher sich mit einem Zug 
Uhlanen auf die feindliche Arriere-Garde geworfen, stürzte von 
dieser ganz nahe mit einer Decharge empfangen, nebst seinem 
Pferde todt zu Boden. Nebst diesem Stabs-Offizier verlor das 
Detachement des Obersten Wyss an Verwundeten: 1 Uhlanen 
nebst 2 todten und 2 verwundeten Pferden. 



Die bei dem Detaelicment des Oberst Graf Stadion Ijefindlicho 
Escadron des Regiments atiess bei Sei Vie auf den durch den 
Angriff das Oberst Wyss in der Fluebt begriffenen Feind, dem 
sie 23 Gefangene abnahm, und mit dem geringen Verlust von 
2 verwundeten Pferden gegen 8 ULr früh in Valeggio einriiokte. 

Oberst Wyss hatte nun von Volta aus mit einem Commando 
Ton 2 Divisionen des Regiments, einer Division Radetzky-Hussaren, 
einem Infanterie EataiUon nebat einer Cavaüerie-Batterie die 
rechte Flaulie der gegen Cremotia vorrückenden Armee zu decken, 
und das rechts ausser dem liereich der Armee liegende Terrain 
zwischen dem linken Oglio-Ufer, der Strasse nach Brescia und 
dem Gebirge in der Richtung gegen die Adda zu reinigen. In 
der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August war Oberst Wyss mit 
seinem Streif-Commando bis Crema vorgerückt, liesa mit einem 
Flügel Hussaren diesen Ort umgehen, um das jenseitige Stadtthor 
zu besetzen und zu schliessen, während er selbst gegen das vor- 
dere rasch vorrückte, und 2 Geschütze gegen das Stadtthor auf- 
führen Hess. So machte er ] Offizier und 48 Mann, worunter 
21 Kranke gefangen, und erbeutete 300 Gewohre, mehrere Trom- 
meln, dreifarbige Fahnen und ö Pferde. — Von hier zog Oberst 
Wyes gegen Lodi, wo er zwischen Fontana und Lodi auf feind- 
liche Cavaliene-Vedetten stiees, die sich aber vor seiner Avant- 
Garde schnell zurückzogen. Als diese jedoch bei den an der 
Strasse gelegenen Cassinen anlangte, gerieth sie in ein heftiges 
Infanterie-Feuer. Da liess Oberst Wyss seine beiden Gescliütze 
vorführen, in der Absicht den Feind zu schrecken, deren Feuer 
wurde aber sogleich orwiedert, und allmälig entwickelten sich auch 
einige feindüche Infanterie- Abtheilungen, in dem durchschnittenen 
Terrain, wesshalb der genannte Oberst bei seinem gänzlichen 
Mangel an Infanterie, welche er in Cremona zurückgelassen hatte, 
bis Casaletto zurückging, wo er ein Lager bezog. 

Am 2. August entsandte Oberst Wyss, welcher den Auf- 
trag hatte, die Adda zu überschreiten, und gegen Mailand vorzu- 
rücken, eine Escadron des Regiments nacb Spino, wo sie eben 
noch zu rechter Zeit anlangte, um die Abtragung der dortigen 
Brücke zu hindern, indem sie selbe, sowie die beiden kleinen am 
jenseitigen Ufer gelegenen Orte ßisnate und Zclo besetzte. 

Am 3, bei seiner weitern Vorrüekung wurde Oberst Wyss 
in Buon Persico vor einer feindlichen Colonne, in der Stärke 
von 3000 Mann Infanterie, 60 Cavalleristen und 3 Geschützen, 
die von Cassano kamen, obne Erfolg angegriffen. Diese feind- 
liche Colonne lagerte in der Nacht vom 3. auf den 4. August 
bei Vigliano, und zog sich am 4. über Linate gegen Mailand 
zurück. Obschon Oberst Wyss seinen Abmarsch zu ihrer Ver- 
folgung nach Möglichkeit beschleunigte, so konnte er dieselbe 
doch nicht mehr einholen, und langte gleichzeitig mit einer zur 
Sicherung der Lambro-ßrücke von der Brigade Olam nach Linate 
entsendeten Gradiskaner-Compagnie in diesem Orte an. Diese 



97 

bewog den genannten Oberst mit seinem Streif-Corps sich gegen 
Malnöe zu wenden, um die rechte Flanke der Brigade des GM. 
Graf Clam zu decken, und sich mit diesem in Verbindung zu 
setzen, — welches auch dem umsichtigen tapfern Wyss vollkom- 
men gelang, und welcher Antheii für den an diesem Tage vor 
Mailand stattgehabten Kampfe nicht ohne Wichtigkeit war. 

Eine Division des Regiments war um Mitte Juli bei dem 
Entsätze der Festung Mantua in mehreren Gefechten betheiligt, 
und eine bei den verschiedenen Infanterie -Brigaden un4 Streif- 
Commanden des 1. Reserve - Corps abtheilungsweise verwendet 
worden. — 

In der Feldzugs-Epoche vom 13. Juni bis 9. August 
wurden in der offiziellen Relation folgende Offiziere des Regi- 
mentes belobt: Oberst von Wyss wegen der umsichtigen und 
tapfern Führung seines Streif-Commandos, Rittmeistör Herrmann 
Ritter von Siegfeld, Oberlieutenant Rudolf Riefkohl und der als 
Ordonnanz -Offizier beim 1. Reserve - Corps in Verwendung ge- 
standene Oberlieutenant Carl Graf Hallwyl. — Corporal Bre- 
zinski hatte den, an der Spitze eines Zuges, in einem Entsatz- 
Gefechte bei Mantua am 27. Juli vorgesprengten Rittmeister 
Marenzeller des Regiments, dessen Pferd diesem unter dem Leibe 
erschossen wurde, mit edler Selbstaufopferung sein Pferd über- 
geben, und durch diese That den genannten Offizier vor Ge- 
fangennehmung gerettet. Der Gemeine Kuzniak, vom Streif- 
Commando des Obersten Wyss rettete einen vom Pferde ge- 
stürzten Mann von Radetzky-Hussaren dadurch dass er in Beglei- 
tung eines Hussaren dem Feinde keck entgegen sprengte, und 
so dem gestürzten Cameraden Zeit verschaffte, wieder aufs 
Pferd zu kommen. Corporal Brezinski erhielt die grosse, Ge- 
meiner Kuzniak die kleine silberne Medaille. Das Regi- 
ment hatte in diesem Zeiträume geringe Verluste als: den Ober- 
lieutenant Josef Graf Waldstein durch einen Schuss verwundet, 
nebst diesem noch 2 Blessirte, 1 Todten und 2 Vermisste zu 
beklagen. 

Das Regiment war nach eingetretenem Waffenstillstände 
grösstentheils divisionsweise dislozirt worden, so in Piacenza, 
Parma, Modena und Casal-Pusterlengo. 

Im kurzem Feldzuge von 1849 war die Oberstlieutenants 
Division des Regiments vom IV. Corps von Valeggio aus gegen 
Lumello entsendet, wovon eine Escadron einen Streifzug gegen 
Valenza, und die andere über Sartinaro gegen Frassinetto unter- 
nahm, um den Po zu beobachten, und die linke Flanke des oben 
genannten Corps zu decken. Das Regiment im IV. Armee -Corps 
eingetheilt, kam aber einige Streif- und Recognoszirungs-Patrouillen 
ausgenommen, in dieser Carapagne nicht in's Gefecht — und 
waren Abtheilungen desselben während der Schlacht von Novarra 
am 23. März im Rücken des Feindes zur Beobachtung der Strasse 
von Turin bis Vercelli gestreift. Rittmeister Rudolf Riefkohl 

7 



98 

des Regiments, hatte, mit der Muskete in der Hand, in Reih und 
Glied, mit einigen Abtheiiungen des Regiments Gyulay (Nr. 33) 
mehrere SturmangriflFe mitgemacht. — Die offizielle Relation belobt 
vom Regimenter den Oberstlieutenant Baron Münchhausen, die 
Bittmeister Graf Christoph Spiegel und Riefkohl, und den Ober- 
lieutenant Ludwig Graf Ville Franche; ebenso die im Hauptquar- 
tiere des FM. als Ordonnanz - Offiziere befindlichen Rittmeister 
Wilhelm Naske und Oberlieutenant Heinrich Graf Salis. Die grosse 
silberne Tapferkeits-Medaille erhielten die Corporale Gallecki und 
Gremborz; die kleine: Wachtmeister Jahl und Gemeiner Parko- 
lap. Belobungen: Wachtmeister Iwelski, Cadet Sobolewski, die 
Gemeinen Cziczka, Figlarski und Demkowicz. — Nachträglich 
erhielten der bei Sr. k. k. Hoheit dem G. d. C. Erzh. Albrecht 
kommandirte Rittmeister Heinrich Graf Cappi, die Rittmeister 
Josef Hermann Ritter von Siegfeld, Josef Sedlakowicz, Wilhelm 
Naske, Rudolf Riefkohl und Oberlieutenant Ludwig Graf Ville 
Franche das Militär-Verdienst-Kreuz. 

Nach der Schlacht von Novarra blieb das Regiment mit 
dem rV. Armee-Corps in der Lomelina dislozirt und zwar: der 
Stab mit 3 Escadrons in Vigevano, 2 Escadrons in Novarra, 
1 Escadron in Mortara und 2 Escadrons längs dem Po. Am 
12. August 1849 wurde das Regiment in Marsch gesetzt, und 
rückte divisionsweise bis Wien, wo es sich sammelte und von 
Sr. Majestät dem Kaiser besichtigt wurde, von da aber Ende 
October die Stabs-Station Saaz in Böhmen bezog. 

Im November 1850 bei dem drohenden Ausbruche des 
Krieges mit Preussen, bildete das Regiment die äusserste Avant-Garde 
der Armee an der Spitze des 3. Corps, und war bereits über Teplitz 
an die sächsisch- böhmische Grenze vorgeschoben, im Jänner 1851 
aber wieder in seine frühere Dislocation eingerückt. Im Herbste 
1851 marschirte das Regiment in die Umgegend von Wien, wo 
es die Stabs Station Himberg erhielt. 

Aus Anlass der Verwicklung der montenegrinischen Ange- 
legejihmtQn rückte das Regiment im Februar 1853 an die kroa- 
tuch'fiterierische Grenze, und erhielt im März bei Marburg in 
Steiermark eine Cantonirung, von wo es im September j. J. 
in die Stabs-Station Baden bei Wien abrückte. — 

Im April 1854 bei dem Ausbruche des Orient - Krieges 
hatte dasselbe seine Eintheüung zum österreichischen Occupations- 
Corps der Donau-Fürstenthümer erhalten, und kam nach Buka- 
rest in die Wallachei als Besatzung, bis es im September 1855 
in Plojestie, Buzeo und Galatz dislozirt wurde. — 

Bei Auflösung des Occupations-Corps in Folge des Pariser 
Friedens vom 30. März 1856, marschirte das Regiment im Mai 
1856 nach Kronstadt in Siebenbürgen, und im Herbste 1857 nach 
Theresiopel in Ungarn. — 

Im Mai 1859 wurde das Regiment gleich allen übrigen 
Cavallerie-Regimentern vorgeschoben, und kam mit dem Stabe 



99 

nach Stuhlweissenburg; von wo es im Juli j. J. in die Friedens- 
Station Grosswardein abrückte; und diese 1860 mit Alt-Arad 
verwechselte. 

In Folge der neuen Organisation der k. k. Cavallerie gab 
das Regiment mit 1. März 1860 seine 4. Division zur Completi- 
rung des in Folge der Abtretung der lombardischen Provinzen 
auf 2 Divisionen herabgesetzten^ damals italienischen Regimentes 
Kaiser Franz Joseph-Ühlanen Nr, 6 ab. 

Maria - Theresien - Ordens - Ritter. 

1810 Oberst Heinrich Graf Hardegg (siehe Inhaber-Cärassiere Nr. 7). 

Inhaber. 

1801 Se. k. k. Hoheit Er zh. Carl, PM. MTOR., f zu Wien am 30. AprU 1847. 

Diess Regiment hat höohst dessen Namen für immerwährend^ 
Zeiten zu behalten. 

1847 G. d. O. PhiUpp Graf Grünne, MTOR., f zu Wien im Jänner 1854. 

1854 G. d. G. Friedrich Fürst zu Liechtenstein, MTOR.; Gommandirender-Geijteiral 

im Banate, erhielt 1861 das 1. Freiwillige Hussaren-Regiment. 
1861 FML. Vincenz Baron Minutillo, Truppen-Divisionär. 

Zwei te r Inhaber. 

1806 G. d. C. Philipp Graf Grünne, MTOR., 1847 Inhaber. 

Oberste. 

1801 Heinrich Bersina v. Siegenthal, MTOR., Regts.-Comdt., 1805 GM. 
1805 Johann Graf Klebelsberg, Regts.-Gomdt., 1800 GM. 

1809 Heinrich Graf Hardegg, Regts.-Comdt., 1810 MTOR., und quittirt. 

1810 Emanuel Graf Mensdorff-Pouilly, MTOR., Regts.-Comdt., 1812 supern., 1813 
transferirt zu Uhlanen Nr. 1 . 

1812 Carl Y. Gorzkowski, Regts.-Comdt., 1820 GM. 

1814 Wilhelm Baron Mengen, MTOR., 2. Oberst, 1816 transferirt zu Dragoner Nr. 2. 

(Cürassier Nr. 10.) 
1820 Carl Baron Kress, Regts.-Comdt., 1830 GM. 
1830 Thadäus Graf Ledochowski, Regts.-Comdt., 1836 GM. 
1836 Nikolaus Graf Lichtenberg, Regts. -Comdt, 1843 GM. 
1839 Se. k. k. Hoheit Erzherzog Carl Ferdinand, 2. Oberst, 1841 GM. 
1843 Franz v. Wyss, Regts.-Comdt., 1848 GM. 

1848 Joseph V. Batky, Regts.-Comdt., 1850 GM. 
1850 Ferdinand Graf Vetter, Regts.-Comdt., 1854 GM. 
1854 Andreas v. Piohler, Regts.-Comdt., 1859 GM 
1859 Joseph Graf Waldstein-Wartenberg, Regts.-Comdt. 

Oberstlieutenants. 

1801 Adam Graf Mier, MTOR., 1805 quittirt. 

1805 Franz Baron FröhUch, 1807 Oberst bei Dragoner Nr. 6. 

1807 Heinrich Graf Hwdegg, 1809 Oberst. 

1809 Ludwig Baron Wilgenheim, 1809 Oberst bei Uhlanen Nr. 1. 

1809 Carl von Gorzkowski, 1812 Oberst. 

1812 Wilhelm Baron Mengen, MTOR., 1814 Oberst. 

1814 Carl Baron Kress, 1815 beim Generalstab zugetheilt, 1816 eingerückt, 1820 
Oberst. 

1810 Vinoenz Graf Eiterhazy, MTOR., 1823 beurlaubt; 1825 transferirt zu Cttrasi. 



.0 



11)0 

1823 Thadäus y. Chmielinsky, 1830 pensionirt mit Oherstens-Cbarakter. 

1830 Frie«irioh Baron Sonborn, 1836 pensionirt mit Oberst-Charakter. 

1836 Carl Graf Desfours, 1840 pensionirt. 

1840 Franz Ton Wyss, 1843 Oberst. 

1843 Joseph von Batky, 1848 Oberst. 

1848 Wilhelm Moriz Baron Münohhausen, f zu Wien am 21. Dezember 1849. 

1840 Ferdinand Graf Vetter. 18S0 Oberst. 

1850 Andreas yon Pichler, 1854 Oberst. 

1854 Franz yon Kostyan, 1859 Oberst bei der 2. Debrecziner-Freiwiiligen-Hussaren 

Diyision. 
1850 Joseph Berres, Edier von Perez. 

Majors. 

1801 Maximilian v. Paumgarten^ 1805 Oberstlieutenant bei Dragoner Nr. 3. (Cürass. 

Nr. 11.) 
1801 fViedrich Brettschneider, 1805 transferirt zu Uussaren Nr. 7. 
1805 Franz Baron Sepessy, 1807 transferirt zum Galizischen Grenz.-Cordon. 
1805 Ludwig Baron Wilgenheim» 1809 Oberstlieutenant. 
1805 Wendel Graf Chotek, f zu Prag am 1. August 1807. 
1807 Garl y. Gorzkowski, 1809 Oberstlieutenant. 
1809 Franz Graf Goudenhove» 1811 Oberstlieutenant und quittirt. 
1809 Wilhelm Baron Mengen» MTOR., 1812 Oberstlieutenant. 
1809 Christoph Graf Cavriani, 1810 quittirt. 
1809 Ludwig Paulsen, 1811 pensionirt. 

1811 Johann yon Vetter, 1812 transferirt zu Hussaren Nr. 7. 

1812 Carl Baron Kress, 1814 Oberstiieutenant. 

1812 Franz Graf Banffy, f vor dem Feinde bei Villanuova am 15. November 1813. 

1813 Friedrich Graf Loeben, 1813 quittirt. 

1814 Thadäus von Chmielinsky, 1823 Oberstlieutenant. 

1814 Ernst von Schröer, 1815 dem General-Stabe zugetheilt und transferirt zu Chey.- 

Leg. Nr. 7. (ühlanen Nr. 11.) 
1814 Vinzenz Graf £sterhazy^ MTOR., 1820 Oberstlieutenant. 
1816 Ernst Graf Stolberg, (bis 1820 bei Sr. k. k. Hoheit dem Regts. -Inhaber) 1827 

Oberstlieutenant bei Dragoner Nr. 2. (Cürassier Nr. 10.) 
1823 Honorius y. Thekusoh, 1828 pensionirt mit Oberstlieutenants-Charakter. 

1827 Friedrich Baron Sonborn, 1830 Oberstlieutenant. 

1828 Anton Graf Feuerstein, 1832 Oberstlieutenant bei Chev.-Leg. Nr. 1. (Uhlanen 
Nr. 6.) 

1830 Herrmann Kriegelstein Ritter v. Sternfeld, General- Commando- Adjutant in 

Mähren, 1831 transferirt zu Uhlanen Nr. 4. 
1830 Franz D'Orofino, 1833 pensionirt. 
1832 Carl Graf Desfours, 1836 Oberstiieutenant. 
1834 Johann Baron Haokelberg, 1836 Oberstiieutenant bei Chev.-Leg. Nr« 6. (Uhlaften 

Nr. 10.) 
1836 Ludwig Henikar, 1838 pensionirt. 
1836 Friedrich Graf Rosenberg-Orsini, 1839 pensionirt. 
1838 Franz von Wyss, supern., 1839 effectiv, 1840 Oberstiieutenant. 

1838 Anton Pagon, 1841 pensionirt. 

1839 Joseph von Batky, 1843 Oberstiieutenant. 

1841 Carl Graf Apponyi, 1846 Oberstiieutenant bei Hussaren Nr. 4. 
1843 Adolf Baron Buirette^ f zu Karlsbad am 18. Mai 1847. 

1846 Wilhelm Moriz Baron Münohhausen, 1848 Oberstiieutenant 

1847 Edmund Baron Falkenhausen, 1849 Oberstiieutenant bei Dragoner Nr. 4. 
(reduzirt) 

1848 Stephan Ammer, 1848 pensionirt. 

1848 Andreas y. Plohler, 1850 Oberstiieutenant 

1848 Carl Graf St Quentin, 1849 Oberstiieutenant und Flügel-Adjutant dM FZM. 
Baron Jellado, 
§S Heianeh Dorsner von Domünthal, 1851 pensionirt. 



101 

1849 Adolf Mohrhagen, 1853 pensionirt. 

1850 Qustay Fürst zu Oettingen-Spielberg, 1854 Oberstlieut^nant bei Uhlanen Nr 7* 

1851 Alfred Graf Beckers, 1851 transferirt zu Cürasöier Nr. 6. 
1851 Joseph Berres Edler von Perez, 1859 Oberstlieutenant. 

1853 Alfred Edler von Marenzeller, 1857 pensionirt. 

1854 Philipp Baron Reeder, 1859 pensionirt, 1860 mit Oberstl.-Charakter. 
i857 Gustav Fischer, 1857 transferirt zu Uhlanen Nr. 8, 

1857 Friedrich Conrad^ 1860 pensionirt. 

1859 Wladimir Graf Logothetty, 1860 transferirt zum freiwilligen Uhlanen-Kegitueut. 

1859 Alexander Baron Bothmer, 1862 pensionirt. 

1860 Franz Baron Ensch. 

1861 Heinrich Graf Fünfkirchen, Flügel-Adjutant bei Sr. Majestät. 

Inihrmirnng des Regiments. 

Scharlacbrothe Czapka und Aufschläge, dunkelgrüne Uhlanka 
und PantalonS; gelbe Knöpfe. 

Uhlanen-Regiment Nr. 4^ Kaiser Franz Jose|)h. 

Dieses Regiment wurde 1813 von den galizischen Land- 
Ständen errichtet, und hatte seinen ersten Aufstellungsplatz zu 
Grodek bei Lemberg. Die drei andern Uhlanen-Regimenter lie- 
ferten durch Abgabe von Offiziers und Mannschaft den Stamm- 
Cadre des Regiments, welches durch Werbung in kürzester Zeit 
completirt und organisirt wurde, so dass es 1814 schon nach 
Böhmen abrückte, und daselbst die Stabs-Station Pardubitz bezog. 
Mehrere Frauen von adeligen Gutsbesitzern und Staats-Beamten 
des Stanislawoer Kreises verehrten dem neuen Regimente eine 
reiche mit Gold gestickte Standarte von ponceaurothen Sammt 
mit einem weissen reich mit Gold gestickten Bande sammt 
Knopf und Stange. Auf der einen Seite des Bandes waren die 
Worte in polnischer Sprache : „Auf zum Kampfei den tapfern 
Vertheidigern zur Ehre'^ auf der andern: „Standarte für 
Kaiser-Uhlanen von den Damen desStanislower Kreises" 
in Gold gestickt. 

Im Feldzuge 1815 war das Regiment zur Gber-Rhein- 
Ai'mee bestimmt, und im Treffen bei Strassburg anwesend, noch 
im Herbste d» J. rückte es nach Mailand, wo der Stab mit 6 Es- 
cadrons, 2 aber in Pavia dislozirt wurden. 

1816 erhielt das Regiment den Marsch-Befehl nach Ungarn, 
und rückte über das Yenetianische, Krain und Steiermark dahin 
ab, wo es die Stabe-Station Saros-Patak bezog. 

Im September 1820 wohnte es dem grossen, bei Pesth 
abgehaltenen Lust-Lager bei, und marschirte von da zur Aufwar- 
tung in die Residenz- Stadt Wien, von wo es im Frühjahre 1821 
wieder nach Italien abrückte, sich an dem kurzen Feldzug in 
Piemont betheiligte, ohne jedoch in's Gefecht zu kommen, und 
sodann die Friedens-Station Mailand bezog. Oberst Graf Eugen 
Wratislaw, Avelcher von 1818 bis 1830 als Commandant diesem 
Regimente vorstand, hob während dieser Zeit dasselbe auf eine 
hohe Stufe der Vollendung, und wurde wiederholt zu Oommissionen 



108 

nach Wien berufen^ um Neuerungen in dieser Watfe zu prüfen 
und zu begutachten. 

Am 19. April 1830 marschirte das Regiment von Mailand 
nach Ungarn ab, wo es in der ihm zugewiesenen Stabs - Station 
Kecskemetb im Juni d. J. einrückte. 

1832 kam das Regiment mit dem Stabe nach Alt-Arad, 
1837 nach Grosswardein und 1845 nach Gyöngyös; während 
dieser Zeit-Epoche wohnte dasselbe den bei Pesth mehrfach ab- 
gehaltenen grossem Cavallerie-Exerzitien bei. 

Im Spätherbste 1847 erhielt das Regiment den Marsch- 
Befehl nach Marburg in Steyermark, aber noch am Marsche 
dahin wurd^ es nach Italien beordert, wo der Regiments - Stab 
nach Cremona bestimmt wurde. Drei Escadrons wurden nach 
Cremona, 2 nach Pavia, 1 nach Piacenza dislozirt, und 1 Divi- 
sion war in Laibach zurückgeblieben, wo sie im April 1818 
dem Reserve-Corps des FZM. Graf Nugent zugetheilt wurde. 

Kaum daselbst eingerückt, brach die Revolution im März 
1848 aus. Oberst Grawert hatte sich mit seinen beihabenden 3 
Escadrons des Regiments, welche in Cremona standen, durch die 
aufrührerische italienische Garnison, so wie die aufgestanden e 
Bevölkerung jener Stadt muthig durchgeschlagen, und seinen 
Rückzug in der Richtung gegen Montechiaro genommen, wo 
sich ein aus Bergamo angekommenes Szluiner • Grenz - Bataillon 
mit den Uhlanen vereinigte. Der Auditor und Caplan des Regi- 
ments geriethen in Cremona in feindliche Gefangenschaft. Diese 
3 Escadrons, welche sich durch das ganze in Aufruhr befind- 
liche Land durchschlagen mussten, waren Ende März in Verona 
eingerückt, zwar zum I. Armee-Corps gehörig, zum 11. gestossen 
nnd wurden in der Umgegend kantonirt. — Rittmeister Otto 
Graf Wickenburg, welcher eben von einer Fassung aus Mantua 
zum Regimente einrücken wollte, gerieth unterwegs in die Hände 
der Insurgenten, welche ihn gefangen hielten. Nach der Ordre 
de Bataille vom Monate AprU 1848 war das Regiment in fol- 
gender Weise vertheilt: 5 Escadrons in der Cavallerie-Brigade 
des GM. Graf Schaaffgotsche, und der Division des GM. Erzh. 
Ernst; eine Escadron in der Division des FML. von Wocher, 
Brigade des GM. Graf Nugent als Besatzung in Mantua, sämmt- 
lich zum I. Armee- Corps des FML. Graf Wratislaw gehörig, 
2 Escadrons aber bei dem im Venetianischen operirenden Re- 
serve-Corps des FZM. Graf Nugent, der Division des FML. 
Herzog Alexander Würtemberg, und der Cavallerie-Btigade des 
Obersten Wyss. — Bei einer am 6. April von Mantua aus gegen 
Marcaria unternommenen Recognoszirung des Obersten v. Bene- 
dek von Graf Gyulay Infanterie, war ein Zug des Regiments 
betheiligt. Noch vor Marcaria begegnete derselbe einer starken 
piemoutesischen Patrouille, welche der Commandant dieses Zuges 
Oberlieutenant Graf Logothetty mit 4 Uhlanen in die Flucht 
jagte. Es war diess der erste Zusammenstoss österreichischer und 



103 

piemontesischer Truppen in dem nun beginnenden Kriege. — 
Oberst Benedek Hess einige verbarrikadirte Häuser durch die 
Infanterie erstürmen, und ein Piket vom Regimente Genua-Dra- 
goner 10 Mann stark wurde gefangen, 13 gesattelte und gezäumte 
Pferde nebst mehren Waffen erbeutet. 

Am 13. April hatte Oberlieutenant Appel des Regiments 
mit 20 Uhlanen eine Recognoszirung von Legnago gegen Bevi- 
laqua unternommen. An einer Strassen wen düng, ungefähr eine 
Miglie vor letzterem Orte, wurde dieses Detaehement mit einer 
Decharge von einer bei 2 Klafter hohen pallisadirten Schanze, 
hinter welcher 60 bis 70 Insurgenten vollkommen gedeckt standen, 
überrascht. Ungeachtet des fortgesetzten feindlichen Feuers, 
gelang es doch dem umsichtigen OflFizier, sich zu überzeugen, 
dass ein tiefer, breiter Graben jede Umgehung des Epaulements 
unmöglich mache, wesshalb er sich zum Rückzuge entschloss. 
Das Detaehement hatte 2 leicht verwundete Pferde, auch brachte 
es einen mit der Waffe in der Hand gefangen genommenen 
Insurgenten mit, welcher wichtige Mittheilungen machte. — 

In der Schlacht bei St. Lucia am 6. Mai waren die, in 
der Cavallerie-Brigade Schaaffgotsche eingetheilten 5 Escadrons 
des Regiments anwesend, und hatten mit den übrigen Cavallerie- 
Abtheilungen dieser Brigade auf dem Campo-Fiore, wo sie seit 
dem 4. Mai lagerten, ihre Aufstellung. Ihr Verlust betrug 1 Todten 
und 4 Verwundete. — Der beim I. Corps-Commando als Ordon- 
nanz-Offizier kommandirte Oberlieutenant Sigmund Kantz des 
Regiments, wird wegen seiner ausgezeichneten Verwendung in der 
Relation jener Schlacht angerühmt. In den Relationen der Epoche 
vom 18. März dem Ausbruche der Revolution bis 6. Mai werden 
wegen Auszeichnung insbesondere auf dem Rückzuge von Cre- 
mona folgende Offiziere des Regiments belobt: Oberst Carl von 
Grawert, die Rittmeister Emerich Fürst Thurn-Taxis und Carl 
Graf Taaffe, wie auch der Oberlieutenant Albert Wussin. Es er- 
hielten die grosso silberne Tapferkeits-Medaille: die 
Wachtmeister Draskiewicz und Leithner, die Corporale Gusz- 
minski, Szczawinski, Gross a, Wesolowski, Petreczak und Kwowka. 
In diesem ganzen Zeiträume hatte das Regiment den geringen 
Total- Verlust von 13 Todten. — Am 29. Mai während der Ge- 
fechte bei Curtatone und Montanara war es dem umsichtigen 
und tapfern Rittmeister Ahsbahs des Regiments gelungen , mit 
einem Flügel seiner Escadron, unterstützt von y» Oompagnie 
Jäger und einer Compagnie Oguliner ein von Montanara her fliehen- 
des Bataillon gefangen zu nehmen. 2 feindliche Stabs -Offiziere, 
22 Ober-Offiziere und mehrere 100 Mann waren durch seinen mit 
ebensoviel Klugheit als Bravour unternommenen Angriff zur 
Waffenstreckung gezwungen worden. Die offiziele Relation belobt 
den Rittmeister Friedrich Ahsbahs des Regiments, Gemeiner Bouk 
erhielt die kleine silberne Medaille. An den Gefechten bei 
Sona, Soramacampagna und Set. Giustina am 23. Juli, war die 



» 



104 

OberBt-Diviüion des Regimeuts tbitigst betlieiUgt, uud deren Com- 
mandant Major Graf ßombelles sowie Rittmeisler Aiisbahs der mit 
seiner Escadron (Oberst 2.) die Reserve der Brigade Gyulai sehr 
zweokmäsBig führte, und nach der Erstürmung von Sona mit einer 
Compagnie Warasdiner St. Georger vorging, um den Feind aus 
den ielzten Häusern zu delogiron , und endlicli Rittmeister Baron 
Piret, der eine gelungene Attaque mit der Oberst 1. Eucadroii auf 
eine piemontesische Infanterie- AbtlieiJung in der rechten Flanke 
des Feindes ausführte, werden in der Relation rühmlichst erwähnt. 
Genannte Division hatte nur 2 Todte. — Ebenso war diese Divi- 
sion am 25. in der Schlacht bei Cuetozza, und hatte 1 ]\Iann als 
vermisst. — 

Am 26. waren 4 Escadrons des Regiments auf den Höhen 
von Volta in der Verfolgung des Feindes thätig, und es wurden 
der Oberst von Grawert, Oberlieutenant Graf Logotheity, Lieute- 
nant Menzel nebst 8 Mann verwundet, 2 getödtet und 11 Mann 
vermifist. — 

Anfangs August während der Vorrückung gegen Mailand, 
wurden die bei der Cavallerie-Reacfvc stehende 1. Majora-Diviaion 
des Regiments, nebst der 2. Major s-Division von Fürst Windisch- 
Grätz-Chevauxlegers in verschiedenen paraieJlen Richtungen, zwi- 
Ecben den Strassen von Pavia und Lodi, im Rücten der feind- 
lichen Armee auf der von Mailand nach Buffalora führenden Strasse 
gegen Magenta und Sedriano dtrigii't; der Feind hatte aber bereits 
bei Piacenza mit einBm Theile seiner Truppen den Po überschrit- 
, ten, — und sich in jener Richtung überall zurückgezogen. In dem 
Gefechte bei Mailand am 4. August, hatten sich die im Haupt- 
quartiere des II. Armee-Corps-Commandos, als Ordonnanz-Olfizierc 
verwendeten Oberlieutenant von Vistarini und Lieutenant Baron 
Witzleben des Regiments durch ihre vorzügliche Verwendung 
lühmlichst ausgezeichnet. — Die offizielle Relation der Fcldzugs- 
Epoche vom 13- Juni bis 9. August belobt folgende Offiziere des 
Regiments, für ihr tapferes, umsichtiges und thätigea Benehmen, 
als; Oberst Carl von Grawei-t, Major Ludwig Graf Bombelles, 
die Rittmeister Friedrich Ahsbahs, Friedrich Baron Varicourt und 
Eugen Baron Piret, sowie die im Hauptquartiere den I. und II. 
Armee-Corps-Commandos verwendeten Rittmeister Sigmund Santz 
und Lieutenant Herrraann Baron Reischach. Wachtmeister Joch hatte 
die goldene. Gemeiner Kolibaba die grosse silberne Medaille 
erhalten. Der Regiments -Stab mit 3 Divisionen kamen nun nach 
Cremona, die Oberstlieutenants-Division nach Mautua. 

Im kurzen Peldzugc 1849 gegen Piemont war das Regi- 
ment im I. Reserve-Corps am 23. März in der Schlacht von No- 
varra, ohne jedoch in'a Gefecht gezogen zu worden. — Der im 
Hauptquartiere des FM. Grafen Radetzky tommandirtc Oberlieute- 
nant Julius Baron Sinibschon dee Regiments, wird wogen seiner 
guten Verwendung in der Relation belobt. — Desgleichen erhielt 
"Wachtmeister Kostcfzki des Regiments, wogen bewiesener Umsieht 




106 

und zweckmässiger Führung einer Patrouille eine Belobung. — 
Ritlmeister Graf Logothetty hatte sich als Ordonnanz-Offizier beim 
FML. Baron D'Aspre durch genaue Ueberbringung der Befehle 
unter den schwierigsten Umständen ausgezeichnet. Nach mehrtägiger 
Cantonirung in der Umgegend von Cremona^ erhielt das Regiment 
den Befehl^ nach Ungarn auf den dortigen Kriegsschauplatz zu 
marschiren, und rückte Anfangs April dahin ab. — Theils in Eil- 
märscheu; theils mittelst Eisenbahn legte dasselbe Divisionsweise 
diesen Marsch über das Venetianischc; Krain, Steiermark bis Wiener- 
Neustadt zurück, von wo es sich in der Gegend von Oedenburg 
sammelte. Das Regiment erhielt nun seine Eintheilung zum 
I. Armee-Corps des FML. Graf Schlick, war Anfangs mit 8 Divi • 
sionen der Brigade des GM. von Wyss (später Oberst Bar. Joseph 
Schneider) zugewiesen, bis es definitiv in die Cavallerie- Brigade 
des GM. Baron Simbschen eingetheilt wurde. 

Die Oberstlieutenants-Division des Regiments war dem 
IV, Armee-Corps des FML. Baron Wohlgemuth Anfangs zugetheilt, 
und wohnte in diesem am 21. Juni der Sehlacht von Pered bei, 
in welcher der mit Ueberbringung einer Meldung vom Divisions- 
Commandanten betraute Rittmeister von Klobusitzky des Regiments 
in feindliche Kriegs-Gefangenschaft gerieth. 

Am 7. und 8. Juni begann die Brigade Wyss ihre Vor- 
rückung auf der Oedenburger-Strasse mit der einen Hälfte, bei der 
die Oberst -Division des Regiments nach Kapuvar, mit der andern 
bei der die 1. und 2. Majors-Division bis Csorna. Der Regimen ts- 
Commandant Oberst Baron Zesner hatte sich bei dieser Vorrückung 
am 8. allein in einem Wagen vorgewagt, wurde von einer feind- 
lichen Hussaren-Patrouillo überfallen, und da er sich vertheidigte 
niedergemacht. Da der genannte Oberst die Aufstellung der 
Truppen in seiner Schreibtafel hatte, gelangte der Feind in 
genaue Kenntniss von der Stärke und Aufstellung der Brigade 
Wyss. Der Insurgenten-Führer Kmety, welcher mit seinerTruppen- 
Division bei T^th stand, beschloss auf dieses einen Ueberfall 
der in Csorna stehenden österreichischen Halb - Brigad^. Diese 
letztere bestand aus 2 Infanterie - Bataillons, 2 Jäger - Compagnien 
dann den beiden Majors«Divisionen des diesseitigen Regiments und 
8 Geschützen. 

Am 13. früh 4*/» Uhr brachten rückkehrende Uhlanen-Patrouil- 
len die Meldung, dass der Feind von Szill-Särkany auf der Chaussö 
von Papa her in mehreren Colonnen im Anzüge gegen Csorna 
sei. General Wyss traf sogleich alle Anstalten zur kräftigsten Ver- 
theidigung, woduixh der Ueberfall dem Feinde misslang. 

Um 5 Uhr früh erfolgte der Angriff auf Csorna von 2 feind- 
lichen Colonnen gleichzeitig; 3 Escadrons feindlicher Hussaren 
jagten vor, und bald waren die österreichischen Truppen von allen 
Seiten umzingelt. Einige nördlich von Csorna aufgestellte Züge 
des Regiments warfen sich aber mit solcher Entschlossenheit und 
Schnelligkeit auf die Husäaren, dass diese das Feld räumten. Sie 



106 

wurden nun von den Uhlanen eine kurze Strecke verfolgt, und 
mit Raketen wirksam beschossen. Hierdurch war die Umzinglung 
Csornas dem Feinde vereitelt. Unterdessen hatte sich ein sehr leb- 
haftes Gefecht am östlichen und südlichen Umfange von Csorna 
engagirt, wo der Feind seine Geschütze aufführte, mit Sturm - 
Colonnen, deren Verluste er immer durch neue nachrückende Ba- 
taillons ersetzte vordrang, und es ihm gelang in einem Theil des 
Ortes einzudringen, dessen Bewohner mit ihren verborgenen Waf- 
fen den Feind nun selbst auf das kräftigste zu unterstützen be- 
gannen. Da das Dorf gegen die feindliche Uebermacht nicht länger 
haltbar war, ordnete GM. Wyss den Rückzug auf Bö-Sarkany an. 
Es war 8 Uhr Früh, als dieser geordnet in 2 Colonnen angetreten 
und durch 6 Züge des Regiments gedeckt wurde, welche den ver- 
folgenden Feind durch mehrere glänzende Attaquen zurückwiesen. 
Auch nördlich von Csorna hatte der Feind bedeutende Kräfte ent- 
wickelt, und starke Hussaren-Abtheilungen mit 2 Geschützen, die 
den Ort umgehen und der österreichischen Halb-Brigade den Rück- 
zug abschneiden wollten, wurden durch wiederholte mit Bravour 
ausgeführte Attaquen einer halben Escadron des Regiments, welche 
unter Rittmeister Baron Varicourt, die äusserste Arriere- Garde 
bildete, daran verhindert. GM. Wyss, welcher beim Antritte des 
Rückzuges die Arriere- Garde persönlich führte, fiel durch zwei 
Gewehrkugeln tödtlich getroffen. Die Armee verlor an ihm einen 
ihrer tapfersten Generale. So unter fortwährenden Gefechten er- 
reichte die Halb-Brigade um 9 Uhr Vormittaßrs das Defilde von 
Bö-Sarkany, wohin der Corps - Commandant FML. Graf Schlick 
auf die erste Kunde von dem Angriff des Feindes geeilt, und fast 
gleichzeitig mit der retirirenden Halb-Brigade eingetroffen war. 
Graf Schlick Hess nun die retirirenden Truppen halten, den vor- 
genannten Ort besetzen, die Uhlanen aber mit den Geschützen 
auf dem Felde hinter Ascalog eine imponirende Stellung nehmen, 
um den Rückzug über den dortigen Dammweg in Ordnung be- 
wirken zu können. Major Ahsbahs des Regiments deckte diesen 
Rückzug seiner Division, hielt mit derselben mit anerken- 
nungswerther Bravour im lebhaften Kanonenfeuer auf dem 
Damme aus, bis die 2 Brücken abgetragen waren, und ihm ein 
ausdrücklicher Befehl des FML. Graf Schlick, — sich dem Feuer 
nicht länger auszusetzen abrief. Der Verlust des Regiments in 
diesem Gefechte, bei welchem dessen anwesende 4 Escadrons 
den geordneten Rückzug mit heldenmüthiger Aufopferung deckten, 
war ziemlich beträchtlich, von den Offiziers waren: Lieutenant 
Schwiedernoch geblieben, Rittmeister Graf Otto Wickenburg, 
Oberlieutenant Julius Graf Falkenhain, und Lieutenant Alexander 
von Fortis blessirt, und Rittmeister Sigmund Kantz gefangen 
worden. Selbst der Insurgenten-Führer Klapka, den man hierin 
gewiss keiner Parteilichkeit beschuldigen kann, erwähnt in seinem 
Werke der ausgezeichneten Tapferkeit der österreichischen Uhla- 
nen im Gefechte bei Csorna. 



107 

Ausser, den bereits erwähnten Major Ahsbahs des Regi- 
meuts, sind nocH die beiden Rittmeister Friedrich Baron Vari- 
court und Carl Graf Taaffe wegen ihrer hervorragenden Bravoiir 
vorzugsweise zu nennen. Ersterer hielt in heldenmütbiger Selbst- 
Aufopferung mit einer halben Escadron den Feind in der raschen 
Verfolgung auf; letzterer machte mit 3 Zügen eine glänzende 
Attaque auf eine weit überlegene Hussaren-Abtheilung und durch 
seinen mit 2 Zügen nachrückenden Divisions - Commandanten 
Major Ahsbahs unterstützt, war es ihm gelungen die Hussaren 
zu werfen. 

Am 28. Juni in der Schlacht von Raab, rückte die Bri- 
gade des Obersten Baron Schneider, bei welcher sich 6 Esca- 
drons des Regiments befanden, gegen die Stellung der Insur- 
genten, am Fusse des Weingebirges von Csanak vor. Indem 
die Bataillons dieser Brigade in das Wein-Gebirge dringen, und 
die feindliche schlecht gewählte Stellung vom linken Flügel 
aufrollen, greifen die 6 Escadrons des Regiments gleichzeitig 
die feindliche Reiterei an, jagen sie sammt der Artillerie in der 
ersten Attaque in die Flucht, und Lieutenant Carl Baron Both- 
mer des Regiments nimmt ihr mit seinem Zuge ein Geschütz 
sammt Munitions-Karren und Bespannung ab. — Bei diesem Ge- 
fechte, in welchem sich die anwesenden 3 Divisionen des Regi- 
ments durch ausserordentliche Tapferkeit hervorgethan hatten, 
wurden Oberlieutenant Friedrich Fiedler und Lieutenant Sig- 
mund Graf Herberstein verwundet. FZM. Baron Haynau hebt 
in der Relation das rühmliche Benehmen des Lieutenants Baron 
Bothmer hervor, welcher in Folge dessen den Orden der 
eisernen Krone III. Classe erhielt. 

In der Schlacht von Komorn am 2. Juli war das Regi- 
ment in der Ca vallerie -Brigade Simbschen, bei welcher es von 
nun im ganzen weitern Verlaufe dieses Feldzuges eingetheilt 
blieb. Diese Brigade brach als erstes Treffen der Cavallerie-Di- 
vision Bechtold gegen die aus der Festung vorrückenden feind- 
lichen Hussaren-Abtheilungen vor, und drängte sie wieder in 
die Verschanzungen zurück. Da diese Brigade sich bei der Ver- 
folgung schon zu sehr in das Bereich des feindlichen schweren 
Geschützes begeben hatte, und nebst dem durch 4 feindliche 
mobile Batterien sehr lebhaft beschossen wurde, so nahm sie 
GM. Baron Simbschen wieder in die frühere Aufstellung (auf 
der Strasse von Uj-Szöny rechts neben dem IV. Corps) zurück. 
Da drangen 8 Escadrons- Hussaren mit Geschütz neuerdings vor. 
Das diesseitige Regiment mit 5 Escadrons Fürst Liech- 
tenstein -Chevauxlegers (jetzt Uhlanen Nr. 9) geführt von dem 
tapfern Obersten Graf Mensdorff dieses letztern Regiments, warfen 
sie aber in einer glänzenden Attaque der Art zurück, dass die 
Hussaren in grösster Unordnung bis hinter die Weingärten von 
0-8zöny zurUckjagen, und ihnen von den Uhlanen und Chevaux- 
legers 6 Geschütze mit 2 Munitions-Karren abgenommen werden. 



tos 

Um 6 Uhr Naolimittag bemerkte ü-eneral liaimi tiimbsciien, der 
mit sfiiner Bngailc eine erhöhte Stellung bei doii Weingärten 
von 0-SzÖoy genommen hatte, den Rückzug dea ]. Armee-Corps 
gegen den Acaer-Wald und daa Heranrücken leindlicher Caval- 
lerie-Massen gegen Puazta Harkaly. Die Wichtigkeit des Mo- 
mentes erkennend, war General Baron Simhachen mit 6 Esoa- 
drons des Regimentes, 4 Escadronen Fürst Liechtenstein- 
Chevauxlegers und einer Batterie rasch in der Richtung gegen 
den Acser Wald vorgerückt, um jene feindliche lleiterei in 
Flanke und Rücken zu fassen. Wählend seine Batterie auffährt, 
attaquirt der tapfere Brigadier mit 8 Escadrons divisionsweise 
die ITusaaren, und zwingt sie in bedeutender Unordnung zurück- 
zujagen, und unter ihren rückwärtigen Batterien Schutz zu 
suchen. In diesem Augenblicke marschirte die russische Truppen- 
Diviaion Panlutine in Poszta Harkaly auf, und hindert die For- 
mirung der durch die Uhlaucn und Chevauxlegera geworfenen 
Hussaren. Die Brigade Simbüchen hatte sich auf dem rechten 
Flügel der russischen Division formirt, und bereitete sich nun, 
nachdem sie eine bei den Russen zugetheilto Division Erzherz. 
Johann-Dragoner (jetzt Cürassier Nr, 9) und eine Eacadron 
Liechtenstein-Chcvauslegers, nebst einer Cavallerie-Batterie an sich 
gezogen hatte, einem viel kräftigeren Angrift'o zu begegnen; 
denn die feindliche Reiterei, aus dem Lager auf 24 Escadronen 
unter Oörgeya persönlicher Führung verstärkl, rückte abermals 
vor, und vor Szöny erscheinen gleichzeitig neue Hussaren- 
Colonnen um die Brigade Simbschen rechts zu überHügeln. — 
Der unerschrockene General läast aber dem Feinde keine Zeit 
sich zu entwickeln, wirft ihm das Chevauslegers-Regiment Fürst 
Liechtenstein entgegen, indessen 6 Escadrons des diessei- 
tigen Regiments und 1 Escadron Erzherz. Johann-Dragoner 
rechts eine Obliijue formiren. Die ersten Chevauxlegers-Abthei- 
lungon müssen zwar der feindlichen Uebermacht weichen, ziehen 
sich aber seitwärts zurück, um den vorrückenden Uhlanen Raum 
zu geben, und nun stürzt sich die ganze Brigade Simbschen 
mit solchem Ungestüm auf die Hussaren, dass diese nicht wider- 
stehen und in wilder Flucht gegeu die Festung zurückjagen. 
Mit grosser EntschlosMeuheit und aus freiem Antriebe war dresc 
schöne Waftenthat ausgeführt, sie hatte zur Folge, dass auch 
das IV. Armee-Corps auf dem Kampfplatze eintreffen, und nach 
Wochslung einiger Kanonenschüsse der Schlacht ein Ende machen 
konnte. GM. Baron Simbschen, ein ehemaliges Regiments 
Mitglied (1838 bis 1847 als Major und Oberstlieutenant) erhielt 
in Folge dessen durch das Capitel vom Jahre 1850 das Ri tter- 
Kr euz des M aria T!i eres! en -Ordens. — Das Regiment 
hatte nebst mehreren Getödtcten und Blessirten seiner Mann- 
schaft noch den Rittinoistor Albert Wussin und die Lieutenante; 
Zdenko Graf Zierotin und Adam Graf MoU';o als verwundet zu 
beklagen. — 



109 

Am 3. lagerte dasselbe mit den übrigen Truppen der Ca- 
vallerie-Division Bechtold bei Mocsa^ von wo am 9. Major Wussin 
des Regiments mit der Oberst-Division, 1 Eseadron Lieeh- 
tenstein-Ohevauxlegers und einer Cavallerie-Batterie auf Streif- 
Commando gegen Ofen aufbrach; welcher am 10. Juli bereits Bicske 
erreichte, und am 11. um 5 Uhr Nachmittags, ohne auf Wider- 
stand zu stossen in Ofen einrückte, und die dortige halb demo- 
lirte Festung besetzte. 

Am 11. Juli in der 2. Schlacht von Komorn stand das 
Regiment in der Brigade Simbschen anfänglich links von Mocsa, 
später rückte diese Brigade gegen Csdm, und langte in dem 
Augenblicke dort an, als auch die k. russische Division Paniu- 
tine auf den Höhen von Pusta Cs^m aufmarschirt war. Nach 
dem bald darauf erfolgenden günstigen Ausgange der Schlacht, 
wurde das Regiment mit den übrigen Oavallerie- Abtheilungen 
jener Brigade zur Verfolgung des flüchtigen Feindes beordert. 
Am 17. rückte das Regiment mit der Oavallerie - Division 
Bechtold von Mocsa nach Banhida, am 18. nach Bicske, und 
am 20. bis Pesth. 

Am 23. brach das Regiment mit seiner, nun die Avant- 
Garde bildenden Brigade von Pesth gegen Kecskemeth auf, bei 
deren Anrücken am 26. die dort stehende feindliche, etwa 2 
Escadrons starke Arriere-Gr.irde sich eilig zurückzog, worauf Kecs- 
kemeth von den Uhlanen sogleich besetzt wurde. Die folgenden 
Tage wurde gegen Szcgedin weiter vorgerückt, gegen welche Stadt 
am 2. August vom Regimente die Vorposten von Kis-Telek aus bezo- 
gen wurden, und da die Stadt Alt-Szegedin vom Feinde verlassen 
gefunden wurde, besetzte um ein halb 9 Uhr Früh die Cavallerie- 
Brigade Simbschen, und mit dieser das Regiment jenen Ort. 

Am 5. in der Schlacht von Szöreg, rückte General Baron 
Simbschen an der Spitze des Regiments rasch bis gegen Szent 
Ivan vor, wendete sich links, und griff mit Divisionsstaflfeln vom 
rechten Flügel, ein gegen Szent Ivan zu einen Hacken bildendes 
feindliches Hussaren-Regiment an, welches durch diese Attaque 
der Uhlanen sogleich geworfen wurde. — Ais später 3 Hussaren- 
Regimenter gegen die österreichischen Batterien vorrücken, ent- 
spinnt sich ein hartnäckiges blutiges Reiter-Gefecht, an welchem 
in zerstückelten Abtheilungen die ganze Cavallerie-Division Bech- 
told sich betheiligt. Das Regiment bezog nach beendigtem Kampfe 
in später Nacht bei Szt. Ivan ein Lager. 

Am 8. fand die Spitze der leichten Cavallerie-Brigade Simb- 
schen auf ihrem Vormarsche vor Csatäd die feindliche, aus 6 Esca- 
drons bestehende Arridre - Garde aufgestellt, um den Abzug der 
Insurgenten-Armee aus ihrem dortigen Lager zu decken. FML. 
Graf Wallmoden, der das Commando der Cavallerie-Division 
übernommen, liess nun sogleich die vorerwähnte Brigade zum An- 
griff schreiten. Demgemäss rückte GM. Baron Simbschen h cheval 
der Strasse seine Batterie in der Mitte vor, und dirigirte seinen 



110 

Haupt- Angriff gegen die Südseite von Csätad, dessen Schnelligkeit 
der Feind trotz bedeutender Verstärkungen keinen namhaften Wi- 
derstand entgegenzusetzen vermochte. Er zog sich zurück, seinen 
Rücken durch einzelne echelonirte Divisionen deckend, die von den 
Uhlanen und Chevauxlegers angegriff'en und geworfen wurden. — 
Die Brigade Simbschen kotoyirte noch später, in der linken Flanke 
das zum Angriff*e auf Jecsa vorrückende 3. Armee-Corps und bezog 
bei letzgenanntem Orte ein Lager. Das Regiment hatte an diesem 
Tage den Lieutenant Webber als verwundet zu beklagen. — 

Am 9. August in der entscheidenden Schlacht von Temes- 
var, als 6 bis 8 feindliche Hussaren-Escadrons sich zum Angriffe 
auf die österreichischen Batterien formirten, beorderte FZM. Baron 
Haynau die leichte Cavallerie-Brigade Simbschen zum raschen 
Gegen- Angriff. Da mehrere Abtheilungen dieser Brigade auf Ka- 
nonen-Bedeckung detachirt waren, so verstärkte FML. Graf Wall- 
moden dieselbe durch 4 Escadrons Kaiser Ferdinand - Cürassiere. 
GM. Baron Simbschen rückte in drei Treffen so rasch vor, als 
es die hohen Mais-Felder gestatteten. Während die im ersten 
Treffen vorauseilenden 4 Escadrons des Regiments sich ausserhalb 
des Kukuruz-Feldes entwickeln, und sich die Cavallerie - Batterie 
links derselben auf einer Anhöhe formirt, und ihr Feuer eröffnet, 
rückt das 2. Treffen, aus 6 Chevauxlegers-Escadrons gebildet, 
rechts als Echelon nach, und schiebt eine Escadron der feindli- 
chen Batterie entgegen. Die Cürassiere folgen als 3. Treffen. 
Da die feindlichen Hussaren eben mit Entschiedenheit zum An- 
griffe vorrückten, und zugleich die österreichische Cavallerie-Bri- 
gade vom jenseitigen Ufer des Nyarad-Baches sehr heftig be- 
schossen wurde, so wartete GM. Baron Simbschen nur das 
Heranrücken seines 2. Treffens ab, um sogleich die beiden Di- 
visionen des Regiments dem Feinde entgegen zu werfen. Die 
Attaque der Uhlanen, welche bei jeder Gelegenheit mit ausge- 
zeichneter Bravour kämpften, unterstützt durch die nachfolgen- 
den Abtheilungen des gleich tapfern Regimentes Liechtenstein 
Chevauxlegers, wirft die Hussaren im ersten Anreiten über den 
Nyarad-ßach zurück, wendet sich hierauf gegen die Batterie, 
nimmt 3 Geschütze, von welchen der grösste Theil der Mann- 
schaft und Pferde zusammengehauen wird, und jagt die andern 
Geschütze in die Flucht. ~ Obgleich der Nyarad-Bach nur an 
einzelnen Stellen zu durchreiten ist, so setzen doch einige Uhlanen 
und Chevauxlegers-Abtheilungen hinüber, werden aber von den 
schon zu nah herangefahrenen feindlichen Batterien und durch neu 
herbeieilende Hussaren-Abtheilungen zurückgeworfen, ja die Bri- 
gade Simbschen ist sogar durch das heftige Feuer des Feindes 
genöthigt, die eroberten Geschütze im Stiche zu lassen, und ver- 
mag in ihrer vorgeschobenen Stellung nahe am Bache, unter 
dem feindlichen Feuer nur so lange zu halten, bis die vorrücken- 
den österreichischen Reserve-Truppen ihren Aufmarsch auf der 
Anhöhe von Bessenova bewirkt haben. — 



111 

Als sich der weitere Verlauf jener Schlacht bereits zu ^nem 
günstigen Ende neigte, stellte sich der Armee-Ober-Commandant 
FZM. Baron Haynau an die Spitze der Oberstlieutenants- 
Division des Regiments (geführt vom Oberstlieutenant Graf Bom- 
belies), 1 Escadron Cürassiere und 1 Cavallerie-Batterie jagte auf 
der Strasse durch einen vom Feinde besetzten Wald, zwischen 
Weingärten, Häuserreihen und Hecken unter dem Kreuzfeuer 
der Insurgenten bis zu den Wällen der Festung. Der Hurrah-ßuf 
der Uhlanen und Cürassiere, welche im Galopp dahin jagten, 
brachte so einen panischen Schrecken in den aufgelösten Reihen 
der Insurgenten hervor, welche diese Reiter- Abtheilungen für die 
Avant-Garde eines Corps betrachteten, dass nun Alles in regel- 
lose Flucht ausartet, welche auf der Strasse von Lugos ihren 
lärmenden Zug nimmt. Die übrigen Abtheilungen des Regi- 
ments folgten in der Brigade Simbschen, welche den Feldherrn 
als Unterstützung in ziemlicher Distanz bis in die Festung nach- 
zog, deren Garnison und Bevölkerung ihre Retter mit endlo- 
sen Jubel empfängt. Die beiden Rittmeister Fürst Emerich 
Thurn Taxis, und Julius Baron Simbschen wie auch Lieutenant Anton 
Graf PalfFy des Regiments waren, ersterer durch einen Grana- 
tensplitter schwer verwundet. — 

Die nächsten Tage bei der Verfolgung des Feindes bis 
an die Grenze Siebenbürgens war das Regiment, welches FML. 
Fürst Liechtenstein aus der Brigade Simbschen an sich gezo- 
gen hatte, noch thätigst im Avant-Garde- und starken Patrouil- 
lendienst, wie auch zu Streif - Commanden und Escortirung von 
Gefangenen verwendet. — Unter die wackern Uhlanen wurden 
für ihre Tapferkeit im ungarischen Feldzuge nahe an 160 theils 
goldene, grosse und kleine silberne Medaillen vertheilt. 

Nicht minder zahlreich waren verhältnissmässig die Aus- 
zeichnungen an das Offiziers-Corps dieses Regiments, welches in 
den Feldzügen 1848 und 1849 in Italien und in Ungarn mit 
so hervorragender Bravour gekämpft hatte. Es erhielten : 

Das Ritter-Kreuz des österr. Leopold-Ordens: 
Die Rittmeister Emerich Fürst Thurn-Taxis, Carl Baron Boxberg, 
der in Italien beim 2« Regiments-Inhaber commandirte Rittmeister 
Alexander von Blasovits und Julius Baron Simbschen. 

Den Orden der eisernen Krone III. Classe: Major 
Friedrich Ritter von Ahsbahs, die Rittmeister Eugen Baron 
Piret, Gustav Pfrenger, Carl Baron Boxberg, Cajetan Giusti, 
Oberlieutenant Julius Graf Falkenhain und der schon erwähnte 
Lieutenant Carl Baron Bothmer, wie auch nachträglich Major 
Ferdinand Wussin. Das Militär- Verdienst-Kreuz: Oberst 
Joseph Graf Castelnau, Oberstlieutenant Ludwig Graf Bombelies, 
die Majors Friedrich Ritter von Ahsbahs und Ferdinand Wussin, 
die Rittmeister Emerich Fürst Thurn-Taxis, Carl Graf Taaffe, 
Albert Wussin, und Maximilian Ritter von Rodakowski, die 
Oberlieutenants Johann v. Appel und Ilerrmann B&coi^ IS^^x^^^^^^ 



112 

nnd die als Ordonnanz-Offiziere verwendeten Lieutenants Arllinr 
liraf Batthyany und Leo Grnf Lariscii. 

K. russisch e Decorationon erhiciton und zwar: den 
Wladirair-Orden III. Classe : Oberst Joseph Graf Castelnau, 
denselben IV. Classe Major Ferdinand Wussin, Rittmeistor Julius 
Baron Simbschen, und Lieutenant Leo Graf Larisch, den St. 
Annen-Orden IL Olasse; Oberstlieutenant Ludwig Graf Bom- 
bellea. Auch unter die Mannschaft wurden St. Georg.s-Kreuz e 
V, Olasse vei-theilt. 

Im Herbste 1849 erhielt das Regiment die Friedens-Sta- 
tion Nyereghaaa in Ungarn, rückte im Sommer 1850 nach Sie- 
benbürgen mit dem Stabe in Tövis, und von da im Dezember 
j. J. nach Uypecs im Banate, Im Herbste I85I bezog das- 
selbe die ötabs-Station Mediasch in Siebenbürgen, von wo es 
im Sommer 1854 in der Bukowina dislozirt wurde, und im iluli 
1855 wieder nach Siebenbürgen mit dem Stabe nach Kron- 
stadt abrückte, J8S6 erhielt das Regiment Grosswardein, und im 
Oetobcr 1857 Gyöngyös als Stabs-Stafionen. 

Im Mai 1859 brach das Regiment Divisionswoise von dort 
nach dem italienischen Kriegsschau platze auf, wohin es über 
die Residenzstadt Wien, Steyermark und Kärnthen theils mittelst 
Eisenbahn, theils in Eilmärschen Mitte Juni gelangte. Es erhielt zwar 
Anfangs seine Eintheilung zur Cavallerie-Division des FML. Graf 
Mensdorff, Brigade des GM. Graf Zichy, — wurde aber mit 2 Divi- 
sionen dem 11. Armee-Corps zugewiesen, — während die beiden 
andern Divisionen zur Beobachtung der untern Poststrecke in 
der Gegend von Ostiglia eine Aufstellung bezogen hatten. Das 
Regiment kam in diesem kurzeu Feldzugo nicht in's Gefecht, 
mit Ausnahme einer halben R.^oadron welche am 24. Juni, 
während der öch lacht von S olf'erino als Gtreif-Patrouille auf 
eine Abtheilung französischer Ghasseurs ä choval stiess, die eben 
im Begriffe war, gegen eine öiterreichische Batterie vorzurücken. 
Rittmeister Friodricli Baron von der Wense und Lieutenant 
Rudolf Baron Wardenor des Regiments welche sich an der 
Tete jener halben Uhlanen -Escadron befanden, warfen sich so- 
gleich in die Flanke der feindlichen Reiter, welche mit dem 
Verluste mobreror Verwundeten, das Feld räumten. Die Uhlanen 
kehrten mit einigen Beutepferden zurück. — 

Im Allerhöchsten Armee- Befehle Nr. 44., dto, Wien am 
lö. August 1859, erhielten die beiden obengenannten Off'iziere 
des Regiments für ihr entnohlossenos und umsichtiges Benehmen 
die AHerhöehste belobende Anerkennung. — Der als Ordonnanz- 
Offizier verwendete Rittmeister Ferdinand von Steuber des Regi- 
ments, erhielt mittelst des oi[irt«n Armee-Befehls das Militär- 
Verdienst-Kreuz. Das Regiment bezog nach dem zu ViUa- 
Franca abgeschlossenen Prüliminar - Frieden, eine mehrwöehent- 
liohe Cantonirung in der Umgegend von Villa- Verla, und später 
bei Monfalcone, von wo es im Herbste 1 859 nach Ungarn in 



113 

seine gegenwärtige Stabs-Station Kesthely abrückte. In 
Folge der mit 1. März 1860 in's Leben getretenen neuen Or- 
ganisation der k. k. Cavallerie, musste das Regiment seine 4. 
Division an das, durch Abtretung der lombardiscben Gebiets- 
theile auf 2 Divisionen herabgesetzte, damals italienische 11. 
Uhlanen-Regiment Kaiser Alexander von Russland abgeben. 

Inhaber. 

1813 Sc, Majestät Kaiser Franz I., f zu Wien am 2. März 1835. 
1835 Se. Majestät Kaiser Ferdinand I. 
1 848 Se. Majestät Kaiser Franz Joseph I. 

Zweite Inhaber. 

1813 G. d. C. Johann Graf Klebeisberg, MTOR., Festungs-Gouverneur zu Therosien> 

Stadt; f am 1. Juni 1841 . 
1841 FML. Felix Graf Woyna, f zu Verona am 27. October 1857. 
1857 FML. Alfred Graf Paar, Oberlieutenant der ersten Arcieren-Leibgarde. 

Oberste. 

1813 Stanislaus von Poradowski, Regts.-Comdt., 1815 pensionirt. 

1814 Joseph von Devay, 2. Oberst, 1815 Regts.-Comdt., f zu Saros-Patak am 10. 
Februar 1818. 

1820 Eugen Graf Wratislaw, Regts.-Comdt., 1830 GM. 
1830 Leopold Graf Spannochi, Regts.-Comdt., 1835 GM. 
1835 Carl Baron Perglas, Regts.-Coindt., 1843 GM. 
1843 Carl von Urawert, Regts.-Comdt., 1848 GM. 

1848 Carl Baron Zesner, Regts.-Comdt., f vor dem Feinde bei Czorna am 13. Juni 
1849. 

1849 Joseph Graf Castelnau, Regt8.-ComdL, 1852 pensionirt mitGenerals.-Charakter . 

1851 Eugen Graf Wrbna-Freudenthal, 2. Oberst, 1852 transferirt zu Uhlanen Nr. 7. 

1852 Leopold Graf Stürgkh, Regts.-Comdt., f zu Media^ch am 3. August 1853. 

1853 Julius Graf lloditz, Regts.-Comdt., 1856 pensionirt. 

1854 Georg von Stratimirovics, 2. Oberst, 1855 supern., 1859 GM. 

1856 Eugen Baron Piret de ßihain, Regts.-Comdt , 1862 erst Brigadier dann GM. 

1861 Victorin Fürst zu Windisch-Grätz, supern., 1861 transferirt zu Hussaren Nr. 8. 

1862 Leopold Fischer, Regts.-Comdt. 

Oberstlieutenants. 

1813 Joseph von Devay, 1814 Oberst. 

1815 Eugen Graf Wratislaw, 1818 Regts.-Comdt., 1820 Oberst. 

1820 Moriz Graf Woyna, 1830 pensionirt mit Oberst-Charakter. 

1825 Se. k. Hoheit Prinz Gustav von Wasa,. supern., 1827 Oberst beira60.Infanterie- 

Regimente. 
1830 Franz von Zollern, 1832 pensionirt. 

1832 Johann von Moser, 1837 pensionirt mit Oberst-Charakter. 
1832 Hermann Kriegelstein Ritter von Sternfeld, General-Comraando-Adjutant in 

Mähren, 1835 Oberst im 10. Infanterie-Regiment. 
1837 Joseph von Woroniezki, 1840 pensionirt mit Oberst-Charakter. 
1840 Karl von Grawert, 1843 Oberst. 

1843 Carl Baron Simbschen, 1847 Oberst bei Dragoner Nr. 6. (Cürassier Nr. 12.) 
1843 Wcnzl Graf Klebelsberg, Adjutant Sr. k. Hoheit des Erzh. Ferdinand d'Este, 

1845 transferirt zu Odrassier Nr. 6. 

1847 Carl Baron Zesner, 1848 Oberst. 

1848 Joseph Graf Castolnaa, 1849 Oberst. 



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114 

1849 Ludwig Graf BumbeUes, 1851 Oberst bei HuBsaiea Nr. 12. 

1832 GoBtav Kahlert, 1853 transferirt zu Dragoner Nt. 1. {Cürassier Nr. 9) 

18B3 Ferdinand Wus9in,18S4tranäferLrt zu Ublanea Nr. 12. 

18S4 Eugen Baion Firet de Bibain, 18SS Oborst. 

18B6 Alexander von Toth, 18S8 tranaferlit zu Curasaiei Nr. 6. 

1858 Leopold Fischer, 1859 zeitlich pensionirt, 1860 coaküvirt, 1862 Regts.- 
dann Oberst 

1859 Friedrioh Baron Marburg, 1860 transferiit zu Hussaren Ni. 12. 
1662 Anton Gtach, 



1813 Moriz Graf Woyno, 1830 Oberstlieutenaot. 

1813 AntOD Rolle, 1827 Untorlieutenant der Trabanten-Garde. 

1813 Heinrioh Graf CaatigHone, 1814 transferirt zu Huasaren Mr. 12. 

1815 .Johann Wagner, 1818 traoaferirt zu Dragoner Nr. 1. 

1820 Eugen Graf Falkenhain, 1822 Ob«rstliautenant bei Cürassier Nr. 6, 

1822 Georg Prinz zu Anhalt-Deaaau, 1824 quUtirt. 

1822 Fedor Graf Karaczay, Dieaatkämmerer Sr. k. Hoheit des Erzh. Maximilian, 

1830 Oberstlieutenant bei Uussaren Nr. 4. 
1824 Franz von Zollern, 1830 OberatliButenant. 

1827 Franz Graf Qyulay, 1830 Oberfltlieutenant beim 19. Infanterie- Kegiment. 
1830 Johann Moser, 1832 Oberstlieutenant. 

1830 Nikolaus Graf Ldohtenborg, 18t4 Oberatlieutenant bei UuBsaren Nr. 4. 

1831 Hermann Kriegolstein Ritter von Sternfeld, General- Co mmando -Adjutant in 
Mähren, 1832 Oberstlieuteoant. 

1831 Felix Fürst zu Schwarzenbcrg, in diplamatlBehei Anstellang, 1833 tranefett, 
zu üblBoeo Nr. 1. 

1832 Joseph von Woroniozki, 1837 Oberetlieutenant. 
1834 Ludwig Henikar, 1836 transferirt zu Uhlanen Nr. 3. 
1838 Carl von Grawort, 1840 Oberstlieutenant. 

1836 Hugo Graf Menadorff-Pouilly, aupern., 1838 tranaferirt zu Dragoner Nr. 2, 
(CÜrasBier Nr. 10) 

1837 Heinrich Pfrenger. 1842 pensionirt mit Oberstlieutonants- Charakter. 

1838 Carl Baron Simbachen, 1843 Oberatlieutenant. 

1839 Wenzl Graf KlebeUborg, Adjutant Sr. k, Hoheit des Erzhon. d'Eate, 1843 
Oberatlieutenant. 

1840 Carl Hein, 1844 supem., 1846 in diplomalisoher Anatellung ab Oberstlieute- 
nant in Armeestand übersetzt. 

1842 Joseph Graf Oaatelnau, 1848 Oberstlieutenant. 
1844 OuBtav Edler v. Neuwirth, 1848 pensionirt. 

1846 Friedrieh Graf Zedwitz, Oeneral-Commando- Adjutant au Ofen, 1848 Oberat- 
lieutenant bei Dragoner Nr. 1. (Cüraseiec Nr. 9.) 

1847 Ludvdg Graf Bombellea, 1849 ObeistUeutenant. 

1843 Friedrich Ahsbaha, 18S1 Oberstlieutenant bei Uhlanen Nr. S. 

1848 Gustav Eablert, 1852 Oberstlieutenant. 

1849 Ferdinand Wusain, 18B3 Oberstlieutenant. 

18S1 Eugen Baron Piret de Bibain, 1834 Oberstlieutenant. 
18ä2 Alexander von Toth, 18S6 Oberstlieutenant. 

1833 Friedrich Baron Marburg, 18S9 Oberstlieutenant. 
1854 Anton Graf Kottultnaky, 1SS7 pensionirt. 

1856 Anton Grach, 1862 OberBtlioutenant. 

1857 Wilhelm Dorner, 1860 tranaferirt za Uhlanen Nr. 6. 
1859 Alfred Grkf D'Oraay. 

1861 Friedrioh Graf Dürkheim- Moatmarän, Flügel- Adjutant Sr. Majestät cl, Kaiaera, 
1862 eingerückt. 

1862 Julius Baron SehneckI v. Trebersburg. 

tlnlformlrnog des legineBls. 
Weisse Czapka, dunkelgruae Uhlanka und Pantalona, scliai-- 
Uchrothe Atifschläge, gelbe Knöpfe. 



US 



Uhlanen-Regtment Nr. 5, Graf Wallmoden-Gimborn. 



Unterm 8. Jänner 1851 haben Se. Majestät Kaiser Franz 
Joseph T. die Errichtung eines kroatisch-slawonischen leichten 
Cavallorie-Regiments zu 3 Divisionen mit Benützung der Cadres 
und vorhandenen Reste des unter Einem aufgelösten Banderial- 
Hussaren-Regiments anzuordnen^ und zu bestimmen geruht; dass 
dieses sich als 5. den bestehenden 4 Uhlanen-Regimentern an- 
zureihen, und durch die blaue Farbe der Czapka von ihnen 
zu unterscheiden habe. Das Regiment erhielt den FML. Graf 
Carl Wallmoden zum Inhaber, und als sein Aufstellungsplatz wurde 
die Stabs-Station Gratz in Steiermark bestimmt Mit 1. Juli j. J. 
wurde auch über Allerhöchsten Befehl eine 4. Division aufgestellt. 
Noch im September wurde die . 2. Division von Sr. Majestät dem 
Kaiser auf dessen Allerhöchster Rückreise aus Italien, am Glacis 
der Stadt Gratz besichtigt. 1852 war das Regiment noch divi- 
sionsweise concentrirt, 1853 hatte es bei Pramstetten in der 
nächsten Umgegend von Gratz seine erste Regiments-Concentri- 
rung. Im Juni 1854 marschirte es nach Ungarn, passirte zu 
Pesth vor Sr. k. k. Hoheit dem Erzh. Albrecht die Revue, 
und rückte mit Rücklassung der 4. Division nach Ost-Galizien 
zum dort aufgestellten 1. Cavallerie-Corps, von da jedoch noch 
im Herbste j. J. nach Ober-Ungarn mit dem Stabe nach Saros 
Fatak, der im Frühjahr 1855 nach Miskolz, und im Juli d. J. 
nach Gyöngyös verlegt wurde. Im September 1856 zu Ozegled 
wurde das Regiment in der Brigade -Concentrirung unter GM. 
Baron Minutillo von Sr. Majestät besichtigt und belobt. Im 
Sommer 1857 war es divisionsweise den bei Pesth abgehaltenen 
Infanterie-Lagern zugetheilt, und rückte im October in die Stabs- 
Station Kronstadt in Siebenbürgen ab, welche Dislocation es 
noch gegenwärtig hat. 

Inhaber. 

1851 G. d. C. Carl Graf Wallmoden.Gimborn. 

Oberste. 

18S1 Anton Baron Jellacio, Regts.-Gomdt., 1854 GM. 
1854 Ferdinand Baron Kirchbaoh, Regts.-Comdt , 1859 GM. 
1859 Julius von Fluck; Edler von Leidenkron, Begts*-Goindt. 

Oberstlieutenants. 

1851 Georg von StratimiroYics, supern., 1854 Oberst bei Uhlanen Nr. 4. 
1851 Friedrich Ritter v. Ahsbhs, 1853 Oberst bei Dragoner Nr. 6. 

1853 Ferdinand Baron Kirchbach, 1854 Oberst. 

1854 Julius T« Fluok, Edler Ton Leidenkron, 1859 Oberst. 

8* 



116 

18S4 August Müller, commandipt beim Armee-Ober-Commando, 1855 transferirt zu 

Uussaren Nr. o. 
1859 Heinrich Graf Cappi, Adjutant Sr. k. k, Hoheit des Erzh. Albrecht. 
1859 Heinrich Graf Wurmbraud. 

Majors. 

1851 Julius V. Fluck Edler v. Leidenkron, 1854 Oberstlieutenant. 

1851 Carl Nikolaus. del Negro, 1856 pensionirt. 

1851 Georg August Graf Pimodan-ßarecourt, 1851 transferirt zu Oürassier Nr. 7. 

1851 Heinrich Graf Cappi, Adjutant Sr. k. Hoheit des Erzh. Albrecht, 1859 

Oberstlieutenant. 
1851 Carl Graf Taaflfe, (in diplomatischer Verwendung) 1852 transferirt zu Hus- 

saren Nr. 7. 
1851 Anton Bitter von Bieschln, 1855 transferirt zum Remontirungs-Departement. 

1854 Heinrich Graf "Wurmbrand, 1859 Oberstlieutenant. 

1855 Günther Graf Stolberg-Stolberg, 1858 pensionirt. 

1856 Theodor Baron Augustin, 1861 pensionirt. 
1853 Leopold Herbert, Ritter v. Herbot. 

1859 Adolf Czekelius von Kosenfei d, 1860 transferirt zum freiwilligen Uhlanen- 

Regiment. 
1861 Julius Cäsar Graf Attems. 

Ilüiformiran^ des Regiments : 

Lichtblaue Czapka, dunkelgrüne UWanka und Beinkleider, 
scharlachrothe Aufschläge; gelbe Knöpfe. 



Uhlanen-Regiment Nr. 69 Kaiser Franz Joseph L 

Dieses Regiment wurde unter Kaiser Leopold I. 1688 von 
dem G. d. C. Gustav Hannibal Grafen Löwenschild auf dessen 
eigene Kosten als Dragoner errichtet, und war bereits 1690 
bei der Blokade von Kanischa, 1691 und 1692 aber bei der 
Blokade und den beiden Belagerungen von Grosswardein ; 1697 
hatte es Theil an dem glänzenden Siege des Prinzen Eugen bei 
Zentha, und war bei der Expedition in Bossnien. 

Im spanischen Erbfolge-Kriege wurde das Regiment 
den 11. März 1703 mit dem Cürassier-Regimente Braunschweig- 
Hannover (jetzt Nr. 7.) bei Eisenbirn, wo beide cantonirten, von 
dem Chur-Fürsten Max Emanuel von ßaiern überfallen j nur ein 
Theil fand noch Zeit sich in den Häusern zu verrammeln. 
Der Rest leistete tapfere Gegenwehr, warf sich auf die unge- 
sattelten Pferde, und jagte davon. — Noch im selben Jahre 
kämpfte das Regiment gegen die ungarischen Insurgenten in 
der Schlacht bei Lewenz unter den Befehlen seines Inhabers 
<J. d. C. Graf Leopold Schlick. 

Im Kampfe gegen die ungarischen Insurgenten 

hat dasselbe 1704 bei Gyarmath unweit Raab, unter persön- 

Jjcher An/übrang des commandirenden Generals FM. Grafen 



117 

rieistei'; in vollem Trab in die linke feindliche Flanke einge- 
brochen, und unter dem heftigsten Feuer so lange Stand ge- 
halten, bis die eigene Haupttruppe vorrücken, und den Feind 
nach einem hartnäckigen Widerstände in die Flucht treiben 
konnte ; auch war das Regiment in diesem Jahre in der Schlacht 
bei Tirnau; und 1705 in den Schlachten bei Bibersburg und 
Schibo. — 

Im Feldzuge 1713 stand das Regiment wieder bei der 
Armee am Rhein, bei dem Posten an der breiten Ebene. 

Von 1716 machte dasselbe die Feldzüge gegen die 
Türken mit, und war 17 16 in der Schlacht bei Peterwardein 
und bei der Belagerung von Temesvar; — 1717 bei der Bela- 
gerung von Belgrad, und in der Schlacht vor dieser Festung 
in welcher es ziemlich gelitten. 

Das Regiment hatte in dieser seinen Commandanten Ober- 
sten Schnhknecht, den Oberstlieutenant Grafen Carl Palflfy nebst 
3 Offiziers verwundet, 4 Offiziers aber zählte es unter seinen 
Todten. — 

Als 1732 König Friedrich Wilhelm I. von Preussen, Sr. 
kaiserlichen Majestät Kaiser Carl VI. seinen Besuch zu IQadrub 
in Böhmen abstattete, hatte die Grenadier-Compagnie des Regi- 
ments die übliche Ehrenwache. 

Die Feldzüge 1734 und 1735 machte das Regiment in 
Italien mit, und in der unglücklichen Schlacht bei Parma 
am 29. Juni 1734 hatte die Grenadier-Compagnie dieses Regi- 
ments im Vereine mit den Oarabiniers- Compagnien der Cüras- 
sier- Regimenter Mercy (reduzirt) und Hessen-Darmstadt (jetzt 
Nr. 6) den ersten Angriff unternommen. Der Commandant des 
Regiments Oberst Nikolaus Graf Palffy war in dieser Schlacht 
todt geblieben. Nach der Schlachtordnung der kaiserlichen, nun 
vQ.m PM. Grafen Lothar Königsegg befehligten Armee von Ober- 
Italien im Lager bei Guingentole de dato 23. Juli 1734 stand 
das Regiment mit dem ausrückenden Stande von 1055 Mann 
und 955 Pferden unter GM. Graf Waldek am linken Flügel des 
ersten Treffens. Nach der Ordre de Bataille vom Mai 1735 war 
das Regiment, sowohl durch Verluste als hauptsächlich durch 
Krankheiten bis auf 480 Mann herabgeschmolzen, am linken 
Flügel des ersten Treffens, in die Brigade des GM. i^aron Ber 
lichingen eingetheilt, und bei Mirandola aufgestellt; im Juni 
aber unter den Befehlen des G. d. C. Grafen Khevenhüller, 
neb'st noch 3 Cavallerie-Regimentern und mehreren Infariterie- 
Bataillons bei Ostiglia. Diese Truppen hatten den Po zu beo- 
bachten, die verschiedenen am Po verlheiltcn Posten an sich 
zu ziehen, und die Zurückschaffung der noch an diesem Flusse 
vorhandenen Proviant-Vorräthe über Villimpenta und Castellaro 
zu befördern und zu decken, — worauf sie sich auf Villimpenta 
zogen, und am 15. Juni bei CasU\;^lvoYi^ ^ ^^\A.^N«xvvi xs^ ^^^ 



F 
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118 

kaiserlichen Haupt-Armee vereinten, G. d. C. Graf KhevcDhüUer 
deckte mit 14 Reiter-Regimentem, woruntei- auch die»eg, damals 

Althann-Dragoner, den Rückmarscli der Armee durch die Ebene 
bis Rivoli. Die Armee bezog am 19. Juni das Lager bei Gherla 
und Villa-Franca. Die sämmtliche Reiterei stellte G. d, C. Graf 
Khevenhüller auf der Ebene in 2 Treffen auf, zur Deckung jenes 
Marscbes, und rückte, da der Feind nicht nahte, gleichfalls bei 
Villa-Franca in'a Lager, von wo sich die Armee nach wenigen 
Tagen gegen Roveredo zurückzog. Wegen dem in Tirol drücken- 
den Mangel an Pferde-Futter, und dem zur Verwendung der Rei- 
terei ungünstigen Terrain, wurden mehrere Cavallerio -Regimentor 
am 20. Juli nach der Markgrafschaft Burgau, Steiermark und 
Kärnthen abgeschickt, das Regiment Althann-Dragoner erhielt in 
letzteres Land seine Bestimmung, von wo es am 7. November in 
Limena am linken ßrenta-Ufcr in's venetianische Gebiet beordert, 
eintraf. — 

Im Mai 1736 verliess das Regiment in Folge des abgo- 
Bchlossenen Wiener Friedens, ditrch Tirol den bisherigen italieni- 
Gchen Ki'iegsschauplatz. 

Von 1737 machte das Regiment die Feldzüge gegen die 
Türken mit, und war Anfangs September 1737 beim Corps des 
FZM. Graf Wallis bei Watowil. 1738 im Treffen bei Kornia, 1739 
in der Schlacht bei Krotzka, -worauf es in Siebenbürgen seine 
Winterquartiere bezog, und 1740 zur Aufwartung in die Residenz- 
Stadt Wien abrückte. 

Im scblesiscben Erbfolge-Kriege kämpfte das Regi- 
ment am 10. April 1741 in der Schlacht bei Mollwitz am linken 
von FML. Römer befehligten Flügel, und hatte folgenden Verlust: 
die Lieutenants Friedrich von Langenau und Anton von Mirka, 
Fähnrich Rudolf Evelin nebst 18 Mann und 51 Pferden an Todten. 
Die Hauptlcute Joseph Klein, Friedrich Wiese, die Lieutenants 
Franz Stallenherg, Gundaker v. Wolf, von Mirka, Fähnrich Fried- 
rich von Wirbitz, 35 Mann nebst 38 Pferden an Verwundeten. 

Am 17. Mai 1742 kämpfte das Regiment in der Brigade 
des GM. Locatelli, in der Schlacht bei Czaslau, und war später 
bei der Belagerung von Prag. — 

Im Feldzuge 1743 war das Regiment bei der Haupt- 
Armee des Prinzen Carl von Lothringen, in der Brigade des GM. 
Serbelloni, in Baiern, — 

Im Feidzuge 1744 bei der Armee des Prinzen Carl v. 
Lothringen, im Monate Mai am Rhein, war das Regiment unter 
G. d. C. Graf Hohenembs, in der Brigade des GM, Kalckreuter 
eingetheilt, im October d. J. aber bei Schemnitz in Böhmen, 
im selben Corps bei der Brigade des GM. Defin im 1. Treffen 
der Armee. — 

Im Feldzuge 1745 war das Regiment in Schlesien, und 

hatte in der Truppen-Abtheilung des G. d. C. Baron Berlichin- 

äor Brigade des GM. Grafen Bcntheim, mit dem aus- 




119 

rückenden Stande von 1000 Mann seine Eintheiiung. In der 
Schlacht von Striegau oder Hohen-Friedberg am 4. Juni hat 
das ^Regiment während des Rückzuges durch tapfere Gegenwehr 
die preussischen Hussaren in der Verfolgung aufgehalten, wurde 
hiebei abg^chnitten, und musste sich mit vielem Verluste durch- 
schlagen. — Am 30. September in der Schlacht bei Sohr oder 
Trautenau stand das Regiment in der Brigade Kalckreuter, der 
Truppen-Abtheilung des FM. Herzog von Arenberg im ersten 
Treffen der vereinigt österreichisch-sächsischen Armee des Prinzen 
Carl von Lothringen, war das letzte auf der Wahlstadt und 
deckte den Rückzug. — 

Im Feldzuge 1746 war das Regiment mit dem dienst- 
baren Stande von 838 Mann und Pferden bei den in den Nie- 
derlanden stehenden verbündeten, vom Herzog Carl von Loth- 
ringen befehligten Heere eingetheilt, und kämpfte am 11. October 
in der Brigade des GM. Grafen Radicati in der Schlacht bei 
Rocoux, und im Feldzuge 1747 unter den Befehlen des Herzogt 
von Cumberlands, in der Brigade des GM. Grafen Bentheim in 
der Schlacht von Lawfeld am 2. Juli. 

Im siebenjährigen Kriege kämpfte das Regiment am 
1. October 1756 im ersten Treffen der Brigade des GM. Graf 
O'Donell eingetheilt, in der Schlacht bei Lobositz. Dasselbe 
kam mit dem Cürassier.-Regimente Cordova (jetzt Nr. 5) auf 
den rechten Flügel durch die feindliche Cavallerie sehr in's 
Gedränge; da wurden diese beiden Regimenter durch den, vom 
linken Flügel mit den Cürassier - Regimentern Anspach (1801 
reduzirt) und Brettlach (jetzt Nr. 2) herbeieilenden General 
Prinzen Löwenstein degagirt , und die feindlichen Reiter bis 
auf ihre Infanterie zurückgeworfen. Der Regiments- Comman- 
dant Oberst Friedrich Wiese hatte sich an diesem Tage durch 
ruhmwürdige Führung des Regiments ausgezeichnet, desgleichen 
haben sich Oberstlieutenant Graf Fuchs und Major Graf D'Alton 
durch persönliche Tapferkeit hervorgethan. Letztere beiden wur- 
den mit 3 Offiziers verwundet. 

Am 6. Mai 1757 in der Schlacht bei Prag, hatte das 
Regiment bei Hostiborcz durch die ungestümen Attaquen der 
feindlichen Regimenter: Stechow-Dragoner und Puttkammer-Hus- 
saren viel gelitten. — 

Die preussische Reiterei war über einen 1500 Schritte 
hinter Sterboholy befindlichen schmalen Damm ungestört im An- 
gesichte der österreichischen Cavallerie vorüber defilirt; die 
Stabs-Offiziere dieses Regiments baten ihren Brigadier, „sie doch 
jetzt attaquiren zu lassen." — Dieser verweigerte es aber mit 
den Worten: „So etwas müsse der G. d. C. Graf Luchesi be- 
fehlen" — und so war der geeignete Moment, der gehörig 
benützt, der ganzen Sohlacht vielleicht eine andere Wendung 
gegeben hätte, versäumt worden. — 



120 

In der Schlacht am 12. November bei Bresslau hatte daa 
Regiment sich ungemein tapfer verhalten, und einen feindlichen 
Flanken-Angriff bei Mochber durch eine wirksame, entschlossene 
Gegen-Attaque verhindert. — 

Am 5. Dezember in der Schlacht bei Leuthen, machte 
es als äusserste Nachhut wiederholte Attaquen während des 
Rückzugs, wodurch die Infanterie nebst den Geschützen gedeckt 
wurde. — 

Im Feldzuge 1758 im Gefechte bei Königgrätz am 12. 
Juli, hatte das Regiment im Verein mit dem Dragoner - Regi- 
mente Benedikt Daun (jetzt Nr. 2) und Würtemberg (jetzt Cü- 
rassier Nr. 11) tapfer den Angriffen der preussischen Regi- 
menter Bredow-Cürassier und Möhring-Hugsaren widerstanden, 
und am 6. September im Treffen bei Spremberg 2 Offiziers mit 
143 Dragonern und 20 Hussaren vom Detachement des preus- 
sischen Oberst Möhring gefangen eingebracht. 

Am 14. October in der Schlacht bei Hochkirchen, hat 
das Regiment mit Würtemberg -Dragoner hinter dem Dorfe 
Plötzen ein Defilee besetzt, und bei dem ersten Angriffe auf 
das Dorf die Flanke gedeckt. Hauptmann von Posch des Regi- 
ments wurde vermisst. — 

Im Feldzuge 1759 war das Regiment in Schlesien, und 
am 19. Juni 1760 in dem Gefechte auf den Anhöhen von 
Schwarzwald wider den feindlichen General Malachowsky hat eine 
Escadron des Regiments mit einer von Althann-Dragoner (1768 
reduzirt) und 80 Hussaren, 7 Offiziers und 150 Mann gefan- 
gen. Am 23. Juni war das Regiment in der Schlacht bei 
Landshut, in welcher es den geringen Verlust von 2 Mann und 
5 Pferden an Todten, 8 Mann und 10 Pferden an Verwunde- 
ten zählte. — 

Beim Rückzuge von ßresslau am 5. August wurden 400 
Dragoner des Regiments bei Kanth von dem preussischen Ge- 
neral Werner angegriffen, und mussten trotz tapferer Gegen- 
wehr der feindlichen Ueberraacht weichen, und bei einem zu 
passirenden Graben fast die Hälfte als gefangen zurücklassen. 

Am 15. August wohnte das Regiment der Schlacht von 
Liegnitz bei, und hatte in dieser 3 Mann 5 Pferde als blessirt, 
2 Mann und 1 Pferd als vermisst zu beklagen. 

Im August 1761 war das Regiment unter jenen öster- 
reichischen 50 Escadrons, welche zur russischen Armee nach 
Wahlstadt beordert worden waren. 

Im Feldzuge 1762 am 16. August im Treffen bei 
Peyle unweit Reichenbach, hatte sich das Regiment sehr hervor- 
gethan, aber 3 Offiziere verwundet, und 4 Offiziere nebst einer 
grossen Anzahl Mannschaft als gefangen verloren. 

Im Jahre 1767 wurde das Regiment mit leichtern 
Pferden beritten gemacht, und zum Chevauxleg er s- Regi- 
men te übersetzt, mit grünen Röcken und scharlachrothen Auf- 



121 

schlagen, und war 1770 im Lust-Lager bei Mährisch-Neustadt vor 
Ihre Majestäten Kaiser Joseph II. und Friedrich d. Grossen aus- 
gerückt. Im baierischen Erbfolge-Kriege 1778 war das 
Regiment bei der Armee des FM. Baron Loudon in Böhmen, und 
hatte «im 19. September im Verein nut Grfivon-Hussaren (Nr. 4) 
ein heftiges Gefecht wider mehrere feindliche Cavallerie • Regi- 
menter und 2 Freibataillons, welche die Eger überschritten hatten, 
zu bestehen. Es wurden dabei 1 feindlicher Offizier nebst 28 
Flussaren gefangen, von den Chevauxlegers eingebracht. 

Während des Türkenkrieges von 1788 und 1789 war 
das Regiment in der Friedens-Garnison Gaya in Mähren zurück- 
geblieben, von wo es Anfangs 1792 erst am Ober-Rhein, und 
später in die Niederlande abrückte. — 

In der Nacht vom 4. auf den 5. Juli hatte der Oberst- 
lieutenant Baron Bolza des Regiments mit seiner Division und 
einem Bataillon Klebek Infanterie die Reichs- Festung Kehl 
besetzt ; den 26. August bei . einer Recognoszirung in der Nähe 
dos Dorfes Villers, der Rittmeister Heimes sich ausgezeichnet, 
und im Dezember j. J, war eine Division bei der Vertheidi- 
gung der Verschanzungen bei Bellingen unweit Trier, wobei 
sich Rittmeister Bernsdorf und Oberlieutenant Baron Vecsey des 
Regiments besonders ausgezeichnet; lotÄterer hatte am 16. De- 
zember die Franzosen bis Zerf verfolgt. — 

Im Feldzuge 1793 führte Oberstlieutenant Baron Bolzu 
eine glückliche Unternehmung gegen ötablo und Malmedy, in 
der Art zur Zufriedenheit aus, dass mit der Beendigung des 
Auftrages auch seine Beförderung zum Oberston und Comman- 
danten dieses Regiments erfolgte. 

Am 18. März war eine Division des Regiments im TreflFen 
bei Tirlemont. 

Am 9. Juni im TreÖen bei Arlon lenkte der Rittmeister 
Peter Gasser des Regiments vorzugsweise die Aufmerksamkeit 
des commandirenden Generalen dadurch auf sich, dass er vom 
General Schmerzing auf den linken Flügel beordert, aus eige- 
nem Antriebe einem Theil der feindlichen Infanterie in diu 
Flanke fiel, sie in Unordnung brachte, und die Mehrzahl der- 
selben niederhieb. 

Als bald darauf des Feindes Reiterei anrückte, atta^uirte 
Rittmeister Gasser im Vereine mit einer Division Kinski-Drago- 
ner (jetzt Uhlanen Nr. 9) erneuert, und brachte dem Regimente 
Grenadiere zu Pferde empfindlichen Schaden bei. Wiewohl er 
in diesem Melde einen gefährlichen Kopfhieb erhalten, blieb or 
doch so lange bei der Truppe, bis das Gefecht sich zum Vor- 
thoile der Oesterreicher entschieden hatte. 

Im Feldzuge 1794 wurde der, bei Rochefort im Luxem- 
burgischen am Cordon mit seiner Division und einigen Infan- 
terie-Compagnien aufgestellte Major von Lackhenau des Ilegi- 
ments am 10. Februar vom einem bei 1900 Mann starken fein^- 



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122 

liehen Corps angegriffen. Dasselbe hatte bei Javigne und Severy 
Posten gefasat, um allda zu plündern. Major Lackhenau vertrieb 
den Feind, der über Dion le Mont gegen Grivet abzog, und 
ohne seine Absieht zu erreichen, 30 Todte mit mehreren Ver- 
wundeten verlor. 

üor Verlust der Chevauslegers bestand dagegen in 3 Todten 
und 2 Blessirten, nebst 2 Pferden. Corpora! Holletschek des Re- 
giments halte aicb hiebe! durch sein entschlossenes Benehmen 
ausgezeichnet. Aus Villers sur Lesse war nämlich Oberlieute- 
nant Baron Vecsey des Regiments mit seinem Zuge in die vom 
Feinde bedrohte Gegend vorgerückt. Corporal Holletschek mit 
6 Chevftuxlegers als Avant- Garde, stiess zwischen Beauraing 
und Javigue auf ein französisches Detachoment, hieb von dem- 
selben 7 Chasseurs h picd nieder, und schlug mehrere feind- 
liche Reiter in die Flucht. Plötzlich brachen aus Javigoe und 
Öeveiy starke feindliche Cavallerie -Abtheilungen vor. Oberlieute- 
nant Vecsey mu.iste sich üurück^^iehen. Corporal Holletschek, der 
jetzt den Nachtrab bildete, vertbeidigte das Defilde bei Beauraing 
gegen den stai-k vordringenden Feind mit so viel Entschlossen- 
heit, dass es dem Oberlieutenant Baron Vecsey gelang, die in- 
zwischen hinter Beauraing angelangte Verstärkung zu erreichen. 
Holletschek, der selbst 3 Streifschüsse erhielt, brachte seine 
Mannschaft ohne Verlust zur Haupttruppo zurück,, und erhielt, 
bereits mit der silbernen Tapfe rkeis-Medailln von früher 
decorirt, nun die goldene. 

Am 23. März unternahm Major Lackhenau eine Recog- 
noszirung, und schlug den Feind, der mit ansehnlicher Macht 
einen Ausfnll aus Charlemonl versuchte, zurück. — 

In einem der häufigen Vorpostens- Gefechte an der Sambre 
im Laufe des Monats Juni wurde Rittmeister Baron Vecsey 
bleasirt. — 

Im Feldzuge 1795 stand das Regiment bei der Rhein- 
Armee. Rittmeister Gasser, welcher bei dem Rückzuge der 
Armee mit 300 Chevauxlegers zur Beobachtung der Festung 
Mannheim zurückbleiben musste, brachte durch mehrere kühn 
unternommene Stroifzüge sichere Nachrichten und Gefangene ein, 
worüber ihm die höchste Zufriedenheit des Erzherzogs Carl zu 
Theil ward. 

Im Feldzuge 1796 zeichnete sich Oberst Baron Boiza 
durch ruhmvolle Führung des Regiments im Gefechte bei Mau- 
hach und Rheingenheim im Juni j. J. aus. Ebenso werden der 
Major Theias und Rittmeister Gral Dietriehstein des Regiments, 
WBgen ihrem Wohlverhalten in jener Action angerühmt — 

Am 8. Juni bei dem angeordneten Rückzuge des Corps 
des FML. Graf Sztaray bei Neustadt und Mosbach hatte Ritt- 
meister Bai'on Vecsey mit einer halben Escadron des Regiments 
aus eigenem Antriebe die Arriere-Garde geführt, und hei dieser 
GeJegeDbeh eine CompBignie vom Gyulay'achen Frei -Corps die 



123 

vom Feinde verfolgt wurde, gerettet, mehr als 60 bereits in Gefan- 
genschaft gerathene Soldaten wieder befreit, durch wiederholte 
Attaquen dem weit überlegenen Feinde namhaften Verlust, und 
dem Corps einen ungestörten Rückzug ermöglicht, — 

Als am 25. August ein kaiserliches Detachement gegen 
die "Veste ßottenberg vorrückte, erhielt Rittmeister Baron Vecsey 
den Befehl über die Avant-Garde mit der Weisung, nur bis an 
die Vernitz zu streifen. Da er aber den Rückzug des Feindes 
wahrgenommen hatte, setzte er über dieses Wasser, liess den Feind 
verfolgen, und rückte mit 15 Chevauxlegers, ohne von der Stärke 
der Garnison unterrichtet zu sein, vor die Thore Rottenbergs. Er 
forderte die Besatzung (eine Infanterie-Compagnie) auf das Nach- 
drücklichste zur Uebergabe auf, die sich denn auch fofort auf Dis- 
cretion ergab. Fünf Kanonen und viele Vorräthe an Munition 
fielen in Vecseys Hände, der Feind streckte die Waffen und wurde 
kriegsgefangen. Eine nachrückende Division des Infanterie -Regi- 
ments Gemmingen (Nr. 21) besetzte den Platz in dem Augen- 
blicke, als 500 Mann Infanterie und 50 Dragoner des Feindes an- 
sichtig wurden, die bereits kriegsgefangene Garnison zu verstärken ; 
diese traten, sobald sie die Uebergabe Rottenbergs erfahren hatten, 
ihren Rückzug wieder nach Forchheim an. — 

In der Schlacht bei Würzburg am 3. Septemberstand 
das Regiment am äussersten rechten Flügel, welchen FML. Hetze 
befehligte, und zeichnete sich unter Führung seines tapfern Ober- 
sten Baron Bolza in diesem heissen Kampfe auf das Vortheilhaf- 
teste aus. 4 Escadrons desselben verfolgten unter General Hiller 
den flüchtigen Feind über Körnach, erreichten noch dessen Arriere- 
Garde, hieben ein, und zerstreuten dieselbe mit grossem Verluste. 
2 Escadrons des Regiments standen im Monat September bei der 
Belagerung der Festung Kehl. Rittmeister Baron Kölbel des Regi- 
ments wurde von Sr. k. k. Hoheit dem Erzherzog Carl Ende 
September mit der Nachricht nach Wien geschickt, dass der Feind 
am 18. d. von der Lahn verdrängt worden, und Ehrenbreitstein 
entsetzt sei* — 

Am 19. October erhielt Rittmeister Baron Vecsey den 
Auftrag» mit 100 Chevauxlegers, 180 Infanteristen und einer sechs- 
pfündigen Kanone, den vor der österreichischen Armee gelegenen 
wichtigen Posten-Riegel zu beobachten. 

Am 20. wurde der Feind auf allen Punkten angegriffen: da 
derselbe aber den hartnäckigsten Widerstand leistete, wurde dem 
Rittmeister Vecsey wiederholt bedeutet, sich in kein ernstes Ge- 
fecht einzulassen. Von der Wichtigkeit des Postens nur zu bald 
überzeugt, machte er den eben anwesenden FML. Fürsten zu 
Fürstenberg den Vorschlag, Riegel forciren zu wollen, und erbat 
sich eine entsprechende Verstärkung. Der Fürst stellte ihm 4 
Compagnien Infanterie und 2 zwölfpfündige Geschütze zur Verfü- 
gung, worauf Vecsey den Plan zum Angriff entwarf, und diesen 
mit so grosser Klugheit ausführte, da«Ä d<w iiYDÄS\^^ ^^^^^^^ 



124 

dämme mit 2 Halb-Brigaden, 606 Reitern und 3 Kanonen von der 
£lz ans der Stadt Riegel, dann von dem sogenannten Michelsberge 
einer der vortheilhaftesten Positionen Tertrieben, die gewonnene 
Stellung behauptet, die Franzosen zum schleonigen Rüekznge ge- 
nöthigt, und dadurch die Vorrückung der österreichischen Truppen 
wesentlich begünstigt wurde. 

Vecsey erhielt bei dieser Untemehmimg eine schwere Wunde 
und wurde später nachträglich in der Promotion vom 18. August 
1801, inzwischen den Reihen des Regiments entrückt, mit dem 
Ritter-Kreuze des Maria Thcresien-Ordens au:ägezeichnet. 
Aber kurz darauf, während der Belagerung von Kehl, bei einem 
Ausfalle der Franzosen am 22. November fand dieser tapfere Offi- 
zier neue Gelegenheit zur Auszeichnung. Er hieb an der Tete 
einer Division des Regiments in die über Sandheim vorgedrunge- 
nen Feinde mit so unwiderstehlicher Tapferkeit ein^ dass diese 
nahmhafte Verluste erlitten,^ und Vecsey neuerdings von dem 
Commandirenden Erzherzog Carl öffentlich belobt wurde. 

Im April 1797 war das Regiment im Lager bei Wien, 
und wurde 1798 zum leichten Dragoner-Regimente mit 
der Nummer I, und Beibehaltung seiner bisherigen Uniform 
ü hersetzt. 

Im Feldzuge 1799 kämpfte das Regiment in Italien, 
und im Treffen bei Marengo am 16. Mai zwang es den Feind 
durch mehrere entschlossene Attaquen in dessen Flanken zur 
Flucht. — 

In der dreitägigen Schlacht an der Trebia haben die, in 
der Suite des k. russischen FM. Grafen Suwarow conmiandirten 
Oberlieutenants Brüdern und Braun des Regiments durch die 
eifrige und thätige Vollziehung der Befehle ihres Chefs, unter 
den gefahrvollsten umständen sich eine belobende Erwähnung 
in der Relation jener Schlacht verdient. — 

Das Regiment war im Juni bei der Belagerung der 
Festung Alessandria, bis zu deren Capitulation am 22. Juli, 
bei welcher Gelegenheit der Major Kees des Regiments mit dem 
Genie-Hauptmann Graf Alberti als Geissei dahin geschickt wurden. 
Die Relation über jene Belagerung rühmt vorzüglich die Um- 
sicht und Thätigkeit des Oberstlieutenants Baron Kölbel, mit 
welcher dieser Stabs-Offizier vor Eröffnung der Trancheen vor 
der Citadelle die Vorposten daselbst versehen. Der Wachtmei- 
ster Wenzl Kremser, bereits aus den früheren Feldzügen mit der 
silbernen Medaille decorirt, hatte am 8. Juni, als der Feind 
leinen Ausfall aus der Citadelle machte, mit 8 Dragonern des 
Regiments in die französische Infanterie eingehauen, und sie bis 
an die Pallisaden des Platzes zurückgeworfen; er erhielt nun 
«llc goldene Medaille. — 

Mit besonderer Auszeichnung focht das Regiment am 15. 
August in der Schlacht bei Novi. Dasselbe befend f 
Oe/ dorn Corps dos FZM. Baron Kray, welches in dm 



125 

vom 14, — 15. August in 2 Colonnen gegen den Unken bei 
Pasturana stehenden Flügel des französischen Ober-Generals Jou- 
bert anrückte. Dreimal hatte FZM. Kray die Höhen von Pas- 
turana angegriffen; — genommen, jedoch zweimal wegen dem 
übrigen Gange der Schlacht wieder weichen müssen, da das 
erstemal das Zentrum und der rechte Flügel der Franzosen 
erst viele Stunden später von den AUiirten angegriffen, das 
zweitemal aber im Zentrum der AUiirten die Russen zurück- 
wichen. Der dritte Angriff auf die Hohen von Pasturana war 
hauptsächlich dadurch gelungen, das Major Kees des Regiments 
mit seiner Division, 2 Escadrons Erzh. Joseph-Hussaren und 
einem Bataillon Sztaray- Infanterie (Nr. 33) den linken Flügel 
der französischen Stellung umging, und sich in deren Flanke 
am Zusammenflusse der Broghetta mit dem Riasco aufstellte. 

Im Verlaufe der Schlacht beunruhigte Kees die feindliche 
Arriere-Gai'de, und die Relation schreibt seiner eben so klugen 
als tapfern Leitung der in die linke Flanke des Feindes ge- 
rückten Dragoner und Hussaren die Eroberung von 20 Geschützen 
und Munitions-Karren, die Gefangennehmung des französischen 
General Colli, nebst nahe an 2000 Mann der feindlichen Arriere- 
Garde zu. Major Kees wurde mit der Sieges - Nachricht nach 
Wien gesandt, und ihm sogleich, ausser Oapitel, von Sr. 
Majestät das Ritter-Kreuz des Maria Theresien-Ordens 
verliehen. 

Auch die übrigen Abtheilungen des Regiments fochten mit 
anerkannter Tapferkeit und die Relation erwähnt vorzüglich unter 
den Ausgezeichneten jenes Tages den Oberstlieutenant Baron 
Kölbel des Regiments. — 

Im October stand das Regiment mit dem dienstbaren 
Stande von 872 Mann und Pferden in der Avant-Garde, Bri- 
gade des GM. Baron Gottesheim vor Bra. — Am 13. j. M. 
bei Eroberung des Postens Bainette, und der Verfolgung des 
Feindes haben 2 Escadrons des Regiments im Vereine mit zwei 
von Levenehr- Dragoner (1860 reduzirt) ein feindliches Bataillon 
abgeschnitten, und zum Theile versprengt, dann 1 Obersten, 15 
Offiziers und 450 Mann gefangen. 

Am 21. October griff der französische Divisions-General 
Le Meine den österreichischen Posten Villanuova an, den Ritt- 
meister Vecsey mit einer Escadron des Regiments besetzt hielt, 
und bis spät Abends durch mehrere Stunden auf das Tapferste 
vertheidigte, bis er der Uebermacht weichend, sich gegen Biag- 
gio zurückzog. 

Aber schon am 29. überfiel Vecsey Villanuova, und machte 
200 Gefangene. — 

Am 4. und 5. November kämpfte das Regiment 843 Pferde 
Stack, in der. Sohlaoht bei Genola (oder Fossano an der Stura), 
an» ^ Qottesheim in dessen Brigade sich das 



I 



13B 

durch den Rittmeister Veeaey, dem er 200 freiwillige 
ganger beigab, den vom Foindß besetzten Posten Carru an- 
greifen. Bei dessen AnnUlierung verliess der Feind Stadt und 
SeiUoss, btellte sich aber sehr vortheilhaft hinter der ersten 
Schlucht ober Carru auf. Vecsey Hess das Schloss sogleich 
besetzen, und drang mit den Freiwilligen auf die feindliche 
Stellung ein, nachdem er 3 Compagnien als Unterstützung an 
sich gezogen hatte. Der Feind wurde trotz seiner tapfern Ge- 
genwehr von Vecsey's Abtheilungen geworfen, welche aber einen 
Verlust von 167 Todten und Blessirten erlitten. — 

In diesem Monate waren noch Abtheilungen des Regi- 
ments in den Gefechten bei Mondovi und Borgo San Dalmazzo 
thätig, in der Relation über ersteres erscheint der Oherlieute- 
nant Baum des Regiments mit besonderer Auszeichnung erwähnt. 
Der Rittmeister Gaaser des Regiments war im Verlaufe dieses 
Feldzugs, mit seiner Escadron wiederholt auf Sti-eif-Commando 
ausgeschickt worden, wo er dem Feinde namhaften Schaden 
zufügte, die Ortschaf^ten Camelero und Casine wegnahm, und 
über 100 Gefangene einbrachte. 

Im Feldzuge 1800 abermals in Italien, hatte das Regi- 
ment wiederholte Gelegenheit zur Erneuerung seines alten Ruhmes 
geütnden. Im Treffen bei Romano am 26. Mai war dasselbe in 
der Brigade des GM. Graf Palffy eingetheilt. Rittmeister Gasser 
mit seiner Escadron stand auf dem rechten Flügel des Regi- 
ments, Als dieses eine Escadron zur Unterstützung der Vor- 
posten, welche Major von Vecsey des Regiments commandirte, 
vorsenden sollte, rückte Gassor sogleich freiwillig vor, und langte 
in dem Augenblicke an, als die Vorposten geworfen, der Bri- 
gadier GM. Graf Palfiy von einer FÜntenkugoI tüdtlicb ver- 
wundet, und Major Vecsey bald darauf bei einem Angriff auf 
die feindliche Cavallerie durch einen Säbelstich kampfunfähig 
gemacht wurde. Ungeachtet Gasser durch das heftige feindliche 
Gewehrfeuer 49 Pferde verlor, "behauptete er doch mit grosser 
Standhaftigkeit die Chaus^e und verhinderte das rasche Vor- 
dringen des überlegenen Feindes durch eine Stunde, wodurch 
den rückwärtigen Truppen Gelegenheit geboten ward, sich in 
Verfassung zu setzen. Gasser verlor 2 Pferde unterm Loib, und 
erhielt eine Schusswunde, jedoch bewog diess Alles den Tapfern 
nicht, sich aus dem Gefechte zu qjehen, vielmehr eiferte er 
seine Mannschaft auf das Lobhafteste an, seinem Beispiele zu 
folgen. Oftmaliges Einhauen in die feindliche Cavallerie, wobei 
Gasser stets an der Spitze seiner Dragoner sich befand, trug 
wesentlich bei, dass der vorrückende Feind nur mit äusserster 
■ Anstrengung Schritt für Schritt das Terrain gewinnen konnte. 
Erst nachdem Rittmeister Gasser durch die linke Hand geschossen 
wurde, war er zu bewegen das Gefecht zn verlassen, welches 
er mit so vielem Ruhme geführt hatte, und wofür ibm^'jauch 
aaehti-äglicb ia dor Promotion -vom 1. Mai 1802 das Ritter- 



127 

Kreuz des Maria Theresien-Ordens zu Theil wurde. — In 
der Relation jener Affaire wurde auch der Rittmeister Maximilian 
Graf Auersper^ des Regiments vom FML. Gral Hadik unter den 
Ausgezeichneten genannt. — 

Am 14. Juni in der Schlacht bei Marengo waren 
2 Escadrons des Regiments^ 272 Pferde stark beim Vortrab der 
1. oder Haupt-Colonne, welchen Oberst von Frimont vom Jäger- 
Regimente Bussy befehligte, eingetheilt^ 3 Escadrons aber, 300 
Mann stark, in der Brigade des GM. Pilati, bei der Häupt-Colonne 
selbst; und Rittmeister Civrani des Regiments war mit seiner Es- 
cadron bei Aqui, zur Beobachtung des feindlichen General Suchet 
aufgestellt. — 

Das Regiment, vom Commandirenden G. d. C. Baron Melas 
persönlich angeführt, hatte an diesem Tage eine sehr glänzende 
Attaque auf die 62. französische Halb-Brigade gemacht. Der Ge- 
neral-Adjutant Oberst Graf Radetzky, welcher an der Seite seines 
Chefs sich befand, machte diesen Angriff mit, bei welcher Gele- 
genheit dessen Rock von 5 Kugeln durchbohrt wurde. — 

Im weitern Verlaufe der Schlacht hatte G. d. C. Baron 
Melas den GM. Pilati beordert, mit seiner Reiter-Brigade (Kaiser 
und Karaczay-Dragoner) weiter rechts von Marengo einen Gang 
über den Fontanone-Bach, welcher tief und sumpfig war, und vom 
jenseitigen Ufer mit verheerendem Flintenfeuer von den Truppen des 
französischen Generallieutenants Victor vertheidigt wurde, aufzu- 
suchen, um auf dem jenseitigen Ufer in die Feinde einzuhauen. 
Indess also ein blutiger Kampf auf der ganzen Linie währte, hatte 
General Pilati einige Escadronen des Regiments, jedoch nur lang- 
sam und mit vieler Mühe über den Graben geUracht, da die Reiter 
nur einzeln durch denselben dringen konnten. Doch war dieser 
Uebergang bewirkt, ohne dass es der Feind gewahr worden. Aber 
kaum rückten diese Escadronen aus dem Gebüsche in die Fläche, 
um nach einem Aufinarsch in die Flanke der feindlichen Infanterie 
einzuhauen, als der französische General Kellermann sie entdeckte, 
und mit seiner ganzen Brigade ihnen entgegen sprengte, und die 
noch nicht geordneten von aller Unterstützung entfernten Escadro- 
nen, mit der vielfachen Uebermacht über den Haufen und auf den 
Graben zurückwarf. Die Verfolgten sprengten im vollen Laufe — 
in diesen wie erwähnt, fast unwegsamen Graben hinein. Es stürzten 
Mann und Ross in Verwirrung übereinander, und in denselben 
hinab, — viele wurden noch jenseits zusammengehauen oder gefan- 
gen. — Durch den bedeutenden Verlust, bei Uebersetzung des 
Fontanone-Grabens war das Regiment in dieser Schlacht an Zahl 
und Kraft sehr geschwächt worden. — Indessen war auch der, bei 
Aqui mit seiner Escadron aufgestellte, bereits erwähnte Rittmeister 
Civrani des Morgens von einer überlegenen feindlichen Reiterei, 
der eine Infanterie-Colonne gefolgt war, angegriffen, und bis Ales- 
sandria geworfen worden. General Nimptsch mit seiner Cavallerie- 
Brigade (Hussaren Nr. 7 und 9) wurde a«Ali 1^ "^^V 



128 

um jene Escadron aufzunehmen, und dem Feinde entgegen zu 
rücken« Nimptsch vollzog mit Geschick diesen Auftrag, und drängte 
die vorgebrochene feindliche Reiterei wieder gegen Aqui zurück. 
Üa» Regiment hatte nebst einem grossen Verluste an Mannschaft 
auch den Lieutenant des Rocbes unter seinen Todten zu beklagen 
Am 25. Dezember war es in der Schlacht am Mincio an- 
wesend. Nacli dem Lünneviller-Frieden 1801 rückte das Regiment 
nach Mähren in die Friedens-Station Gaya, wurde bei Beginn des 
Jahres 1802 zum 1. Che vauxlegers-Regimen te übersetzt, 
erhielt eine Division des eben aufgelösten Dragoner - Regimentes 
Coburg, und wurde mit weissen Röcken, dunkelrothen Aufschlägen 
und gelben Knöpfen adjustirt, bis es 1806 wieder seine alte Uni- 
formfarbe, dunkelgrün mit Scharlach roth zurück erhielt. Auch wurde 
1802 der Regiments- Stab nach Xickolsburg, 1803 aber nach 
Troppau in Schlesien, und 1805 nach Leipnik in Mähren ver- 
legt, von wo das Regiment bei Ausbruch des Feldzugs 1805, 
zur Armee Sr. k. k. Hoheit des Erzh. Carl nach Italien aufbrach, 
wo es nach der Ordre de Bataille vom 18. October am rechten, 
von seinem 2. Inhaber G. d. C. Graf Bellegarde befehligten 
Flügel, in der Division des FML. Graf 0' Reilly eingetheilt, in 
Soave seine Aufstellung hatte. — Während der Schlacht bei 
Caldiero am 30. October stand das Regiment rechts der 
Heerstrasse unweit Stra aufgestellt. Als Nachmittags ein Theil 
der österreichischen Truppen im Zentrum den Rückzug in die 
verschanzte Stellung antreten musste, und der Feind zahlreiche 
Infanterie-Massen aufbiethend, den wichtigsten Punkt der öster- 
leichischen Stellung zu bedrohen beabsichtigte, bcschloss der 
Oberstlieutenant Auton Graf Hardegg des Regiments, an der 
Spitze seiner Divinion und einiger gesammelter Reiter - Abtliei- 
lungen, ohne erst die Bewilligung zur Unternehmung einzuho- 
len, sich sofort dem vorrückenden Feinde entgegen zu werfen. 
Muthig attaquirte er dessen Fronte und Flanke, und warf ihn 
glücklich zurück. Die zerstreuten Truppen erholten sich, und 
die österreichische Reserve gewann Zeit, sich in Verfassung und 
in Marsch zu setzen. Wohl versuchten die Franzosen mit Auf- 
bietung grösserer Kräfte, in der eingetretenen Nacht ihr Vor- 
haben durchzusetzen, doch waren alle Anstrengungen umsonst, 
da der wachsame Oberstlieutenant Graf Hardegg sich ihnen 
jedesmal mit Nachdruck und Bravour entgegenwarf, und sie zum 
Rückzuge nöthigte. Das Ritter-Kreuz des Maria Thcre- 
«ien^Ordens, welches im April 1806 dem Grafen Anton Har- 
degg nachträglich verliehen wurde, war der gerechte Lohn 
seiner tapfern That, der noch 1805 zum Obersten bei Levenehr- 
Dragoner (1860 reduzirt) befördert worden war. • 

Am 1. November begann die Armee ihren Rückmarsch 
über Krain und Steiermark, in Folge der Ereignisse in Deutsch- 
land und der Catastrophe von Ulm. Das Regiment bezog im 
Jänner 1806 die Friedens-Station Ried in Oberösterreich, mar- 



129 

schirte von da 1807 nach Eperies in Ober-Ungarn, und 1808 
in die Stabs-Station Grodek in Gaiizien. 

D en Feld zug 1809 in Polen machte das Regiment im VII. 
Armee-Corps Sr. k. Hoheit des G. d. C. Erzherz. Ferdinand 
Este mit, und war in der bei Olkusz detachirten Brigade des 
GM. Branowatzky eingetheilt. 

Am 15, April hatte diese Brigade die Bialla Pizemza bei 
Slawkow überschritten, und rückte gegen Czenstochau, vor 
welchem Orte sie am 17. eintraf. GM. Branowatzky hatte die 
feindlichen Aussen-Posten in die dortige Feste hineingeworfen, 
und dieselbe am 18. zur Uebergabe aufgefordert, welche aber 
von dem feindlichen Commandanten Major Stuart verweigert 
wurde. Da der Platz mit Lebensmitteln, Munition und Geschützen 
hinreichend versehen war, Hess GM. Branowatzky zu dessen 
Beobachtung unter Oberst Gramont ein Bataillon Szekler und 
eine Division des diesseitigen Regimentes daselbst zurück. Mit 
seinen übrigen Truppen marschirte er am 21. April ab, s;og 
über Radomsk, Petrikow und Rawa gegen Warschau, und traf 
am 23. bei Blonie ein. 

Anfangs Mai bildete GM. Branowatzky mit 6 Infanterie- 
Bataillons und dem diesseitigen Regimente die Besatzung War- 
schau's, von wo er sich bei dem bald darauf erfolgten Rück- 
zuge des VII. Armee-Corps nach Gaiizien diesem anschloss. 

Im Juni waren 2 Escadrons des Regiments zu dem aus 
2 Escadrons Ilussaren bestehenden Streif-Commando des Major 
Graf Gatterburg von Kaiser-Hussaren gestossen. Bei Tag, meistens 
in Wäldern und andern Verstecken liegend, unternahm diese 
Streifpartei gewöhnlich des Nachts oft die grössten Wagstücke, 
die auch meistens mit einem glücklichen Erfolge gekrönt wurden. 
So wurde von ihr in der Gegend von Rava ein bedeutender 
feindlicher Waffentransport au%ehoben. Auf einem dieser Züge 
erfuhr der Major Graf Gatterburg den Marsch eines feindlichen 
Bataillons, das zur Armee abzurücken im Begriffe war, traf 
sogleich seine Dispositionen, und überfiel dieses Bataillon am 
11. Juni bei Tages- Anbruch auf seinem Marsche nach Jedlinsko, 
in einem ausgebreiteten ganz flachen Terrain. Als die Feinde 
die österreichischen Reiter gewahrten, formirten sie mit grösster 
Schnelligkeit ein Quarrde, in welchem sie ihren Marsch fort- 
zusetzen trachteten, während die 4 Escadrons des Streif -Gom- 
mandos sie zu kotoyiren anfingen, und die plänkelnden Ghevaux- 
legers und Hussaren sie rings umschwärmten« Da sie die Ueber* 
gäbe verweigerten, Hess Major Graf Gatterburg sie wiederholt 
Escadronsweise attaquiren. Bereits hatte jede derselben mit 
Verlust einiger Leute und Pferde vergebliche Angriffe gemacht, als 
die Oberst 2. Escadron von Kaiser-Hussaren noch eine letzte Atta- 
que versuchte, bei welcher deren Gommandant Rittmeister Schiller 
und viele seiner Braven den Heldentod starben^ und die im 
rechten Augenblicke losgelassenen übrigen 3 Escadl'ont ^^ ^- 



I 

I 

I 



ISO 

gerissene Verwirrung benütüend das Schicksal des feindlichen 
Quarr^ee schnell entschieden. Fast alle hier zersprengten feind- 
lichen Infantefisten fielen unter den Säbeln der erbitterten Chevaux- 
legers und Huasaren. 

Anfangs 1810 bezog das Regiment die Stabs-Station GyÖn- 
gyös in Ungarn. 

Im Feldzuge 1813 erhielt dasselbe seine Eintheilung zur 
leichten Division des rML. Fürsten Moriz Liechtenstein, und 
die Brigade des GM. Geppert. Mit dieser hatte das Regiment 
Theil: an der Vorrückung nach S-"achsen, der Schlacht bei Dresden 
den 26. und 27. August, und dem darauf erfolgten Rückzuge nach 
Böhmen. — 

Im Treffen bei Marienberg am 22. August zeichnete sich 
der Wachtmeister Jakob Knöpfler dos Regiments dadurch aus, 
dass er mit dem von ihm commandirten recliten Flügel der 
Plänklerkette dem Feinde in den Rücken fiel, und denselben 
zum Rückzuge zwang. Auch während diesem griff er den Feind 
in seiner linken Flanke an, machte viele Gefangene, und erhielt die 
silberne Medaille. 

Während der ScblacLt bei Kulm am 30, August stand die 
leichte Division Fürst Moriz Liechtenstein bei Kloster-Grab, 
Brüx und dem Zinnwalde, Bei dem üeberfalJe des GM. Scheither 
auf Freiberg waren 2 Escadrons des Regimentes gegenwärtig, 
während die übrigen 4 bei Kloster-Grab mit dem groaaern TLeil 
der Division Moriz Liechtenstein zurückblieben. (Das Regiment 
war nämlich zu diesem Feldzuge nur mit 6 Escadrons ausmar- 
schirt.) Rittmeister Dalquen war mit seiner Eseadron bei jenem 
Ueberfalle thätigat betheiligt, während die andere Eseadron zur 
Deckung des GM. Scheither auf Vorposten stand, so hatte Ritt- 
meister Olnhausen bei Weissenboru am Pikete von einer bedeu- 
tendeu feindlichen Uebermacht angegriffen, sich nicht nur bis zum 
Rückzuge des General Scheither aus Preiberg behauptet, sondern 
selbst einige Gefangene gemacht. 

Ende September wurde dieleichte Division beordert, gegen 
Saale vorzurücken, um das aus Franken in mehreren Colonnen 
heranziehende feindliche Corps des Marschalls Angereau zu beob- 
achten, dessen Marsch zu beunruhigen, und nach Möglichkeit 
aufzuhalten, — Am 28. kam es bei Altonburg zum Gefechte, in 
welchem Oberst Chevalier Fitzgerald des Regiments durob wie- 
derholte entschlossene Attaquen dem Vordringen des Feindes 
wesentlich Einhalt that, bei Dornburg kam es am 6. October 
abermals zu einem kleinen Gefechte, in welchem das Regiment 
den nur geringen Verlust von 2 Mann und I Pferd an Todten, 
5 Mann und 5 Pferde an Verwundeten, und 3 Mann nebst 5 
Pferden an Vermiaaten hatte. Ungleich heftiger war aber am 
10. October das Gefecht bei Naumburg und Stössen, in welchem 
das Begiment 15 Mann und 14 Pferde todt, den Rittmeister 
Krolickiewiez nebst 27 Mann u nd 18 Pferden verwundet, und 



181 

13 Mann nebst 26 Pferden gefangen zählte. Mehrere Individuen 
des Regiments fanden an diesem Tage Gelegenheit zur Auszeich- 
nung; so retteten der Corporal Ferdinand Hein, und der Gremeine 
Franz Stary mehrere ihrer verwundeten auf dem Boden liegenden 
oder ohne Pferde herumirrenden Cameraden, durch einen auf die 
Feinde gemachten Flanken- Angriff aus der Gefangenschaft. Cor- 
poral Hein erhielt die silberne Medaille, Gemeiner Stary eine 
Geldbelohnung. Der Wachtmeister Adalbert Hruby wurde nebst 
mehreren Offizieren und einer Jäger-Compagnie gefangen, und nach 
Naumburg gebracht. Schon am nächsten Tage ranzionirte Hruby 
sich selbst und rettete auch seine Mitgefangenen, denn er liess 
die nächststehenden österreichischen Truppen von deren Lage 
unterrichten, und diese eilten zur Hilfe herbei, Hruby hatte sie 
im Versteck erwartet, hieb mit denselben unter die feindlichen 
Posten, ein, und sprengte das Thor auf. Da Wachtmeister Hruby 
bereits aus frühem Feldzügen die goldene Medaille besass, 
so erhielt er eine Geldbelohnung. In den Gefechten der Schlacht 
bei Leipzig verlor das Regiment 5 Mann und 14 Pferde todt, 
9 Mann und 10 Pferde verwundet. — Am 21. October im 
Treffen bei Eösen, und am 9. November bei Hochheim, rückte 
die leichte Division Fürst Moriz Liechtenstein gegen Frankreichs 
Grenze vor, und überschritt am 20. Dezember bei Lauffenburg 
den Rhein. — 

Im Feldzuge 1814 in Frankreich, war das Regiment in 
seiner vorigen Eiatheilung (bei der nunmehrigen 2. leichten 
Division Fürst Moriz Liechtenstein) geblieben. — Das Regiment 
nahm Theil an allen Kämpfen und Märschen der leichten Divi- 
sion Liechtenstein, welche am 14. Februar Auxerre bezwang, 
und ihren Marsch längs den Ufern der Rhone gegen die Seine 
fortsetzte, sowie im Monate März an der Youne den Armancon 
und den Loire-Fluss hin und herstreifte, und abwechselnd in 
Chanceaux, Tonnere Auxerre, Ohatillon, Courbon, gegen Montbard 
und Semur ihre Aufstellung hatte. Unter den zahlreichen Gefechten, 
welche diese Division, imd mit ihr das Regiment bestand, waren für 
das letztere, jenes bei Bavigny, am 8. Februar, und vorzüg- 
lich der blutige Kampf bei Troyes am 23. Februar die wich- 
tigsten. — Im ersteren verlor das Regiment 4 Mann 2 Pferde 
todt, 5 Mann und 4 Pferde blessirt; — im letzteren den Ober- 
lieutenant Baron Hannstein, 29 Mann 19 Pferde todt, die Ritt- 
meister Chevalier de Gray, und Baron Eib nebst 38 Mann und 
6 Pferden verwundet, 19 Mann 14 Pferde gefangen, und 4 Mann 
32 Pferde vermisst. Anfangs März hatte der Rittmeister Oln- 
hausen des Regiments den Auftrag erhalten, mit einer Escadron 
die Wege um Semur und Solre zu durchstreifen, Autun zu be- 
setzen, die Verbindung mit der österreichischen Süd -Armee zu 
unterhalten, und hierüber sogleich den Bericht an die alliirte 
Haupt-Armee zu erstatten« Schon stand Rittmeister Olnhausen 
6 volle Tage in jener Gegend, und alle Ordonnaaii^\i^ ^^^^^^^ 



I 



so wie von dei Hauptai-ni«c, cmandei- gegenseitig ziige- 
smdet wurden , waren in die Ifande der bewaffneten Biiuern 
gefallen. Endlich wurde der Korporal Mathias Nowotny mit 4 
Cbevauxlegers zu einer solchen Sendung kommandirt, und er- 
reichte glücklich die Hauptarmee. Aber als er von da mit wich- 
Depeschen zu der Escadron zuriSekkehi-te , wurde er ebeo- 
falla von bewaffneten Bauern umi-ingt. Der Korporal bahnte 
sich zwar durch jene Feinde mit dem Säbel einen Weg, und 
hatte bereits das freie Feld gewounen. Da feuerten die Bauern 
dei' Patrouille nach. Der Korporal wurde durch zwei Schüsse 
Bchwer verwundet; hatte aber noch bo grosse FasBung, und 
gewann noch die Zeit, die Depeschen einem Chevaiixleger zu 
übergeben, der sie auch wirklich dem Rittmeister Ollnhausen 
überbrachte. Nowotny wurde aber von den Bauern gefangen. Er 
erhielt die silberne Medaille, 

Ein zum Kegimente im Anmarsch befindlicher Ergänzungs- 
traneport wurde Ende Februar zui- Bio c ade von Refort zurück- 
behalten, wo er nützliche Dienste leistete, und erst nach der 
am 12. April abgeschlossenen Capitulation zum Regimente wieder 
einrückte. Um die Mitte Mai 1814 trat das Regiment seinen Rück- 
marscli an, hheb einige Zeit zur Beobachtung der Festung 
Landau daselbst stehen, und rückte sodann in die Friedensstation 
Ungarisch Brod in Mähren. 

Im Feldzuge 1815 war das Regiment Divisionsweise bei 
den Belagerungstruppen der Festungen Strassburg, Schietstadt, 
HUnningen und Basel vertheilt, und bezog Ende d. J, die Friedens- 
fltatioD Vicenza im Venetianischen. 

Im kurzen Feldzuge 1821 gegen die neapolitanischen 
Insurgenten, war das Regiment in der Division des PML. Graf 
Wallmoden, bei der 50000 Mann starken Armee des G. d. C. 
Grafen Frimont eingetheJlt, und überschritt mit dieser am 6. 
Februar die Grenze des österreichischen Staates. FML. Graf 
Wallmodeu führte den linken Flügel gegen Aakona. Bei Rieti 
am 7. März wurde dieser von dem GL. Pepe, der die neapo- 
litanischen Insurgenten befehligte , angegriffen. Nach wenigen 
Stunden war nicht nur dieser Angriff kräftigst zui' üe kg e wiesen, 
sondern der Widerstand des Feindes vollkommen gebrochen, 
2 Escadrone des Regiments waren mit einer Cavallerie- Batterie 
auf der Strasse von Rieti gegen Antrodocco und 2 Escadrons 
»uf der Strasse gegen Civita Ducale zur Unterstützung der die 
Vorposten haltenden Division des IIussaren-Regimeuts König 
von England (Nr. 5), aufgestellt. — In den Gefechten bei 
Antrodocco und Leouessa, am 9. März rückte die Division Wall- 
moden in 2 Colonnen vor. Daa Regiment war vertheilt und 
Bwar 7 Züge bei der Haupt- Colonne des GM, Geppert, ein 
Zug bei der rechten Colonne dos GM. Villata und die übrigen 
6 Escadrons folgten in einiger Entfernung der Haupt-Colonne 
als R«RervP. DiV rpnhte Ool-.nn-> «t;«.s nuf di-n H«hfin v-in 



1S8 

Pendenza, die Haupt-Colonne bei Canetra auf feindliche Truppen ; diess 
Gefecht; in welchem das erste Mal di e Raketen angewend et 
wurden, entschied bald mit dem Rückzuge der Neapolitaner. 
Am 11. März stand die Division Wallmoden im Lager bei 
Aquila, deren Citadelle am selben Tage den österreichischen 
Truppen ihre Thore öffnete. Oberst Graf Coudenhove des 
Regiments wurde mit 4 Escadrons und dem 10. Jäger-Bataillon 
auf der Strasse gegen Popoli, bis Navelli vorgeschickt, dem 
Tags darauf Oberst Fitzgerald mit der andern Hälfte des Regi- 
ments, 5 Infanterie-Compagnien und einer halben Batterie nach- 
rückte. — In den nächsten Tagen rückte das Regiment in die 
Abruzzen ohne weitern Widerstand vor, wobei dasselbe den 
Avant-Garde-Dienst der Division Wallmoden versah. — Am 
24. März nach abgeschlossener Convention rückte das Regiment 
aus dem Lager von Avorsa mit dem feierlichen Einzüge der 
österreichischen Armee, — in Neapel ein, wo es bis 1825 
verblieb, und sodann nach Aversa und Umgegend verlegt wurde. 

Im Jahre 1827 marschirte das Regiment mit den letzten 
Abtheilungen der österreichischen Occupations-Armee aus dem 
Neapolitanischen über Rom, Toskana und Modena, Divisionsweise 
in die Friedensstation Padua im Venetianischen, welche es 1830 
mit Mailand verwechselte; 1831 bei Ausbruch der Unruhen im 
Kirchenstaate wurde eine Division des Regiments nach Modena und 
später nach Bologna detachirt. 

1836 rückte das Regiment nach SOjährigem Aufenthalte in 
Italien, nach Steyermark ab» wo es die Stabsstation Radkersburg 
erhielt, und nach einjährigem Aufenthalte daselbst, zur Aufwar- 
tung in die Residenzstadt Wien beordert, am 1. Mai 1887 in 
dieser eintraf, wo es durch volle 2 Jahre den Garnisonsdienst 
versah und bei allen Ausrückungen wiederholtes Lob erntete. 

Im Mai 1839 marschirte das Regiment in die Stabsstation 
Tarnow in Galizien. Während des galizischen Aufstandes, im 
Februar 1846 waren am 18. d. M. 6 Züge des Refifiments 
unter GM. Collin in Krakau, nebst mehreren anderen Truppen 
über Aufforderung der Residenten der drei Schutzmächte zur 
Besetzung dieser Stadt und zur Herstellung der Ordnung ein- 
gerückt. Eine halbe Escadron des Regiments blieb unter Com- 
mando des Obersten Baron Zschook von Graf Nugent Infanterie 
in Podgorcze. — 

Am Abend des 22. räumte GM. Collin die Stadt Krakau 
und eine Escadron des Regiments besetzte nebst Infanterie den 
Ort Kaivaria. Lieutenant Begg des Regiments wurde, von Krakau 
aus, mit 26 Ohevauxlegers nach Krzanow, Lieutenant Bernd 
mit 16 Ohevauxlegers nach Krzeszowice entsendet; beide hatten 
mit den polnischen Insurgenten blutige ZusammenstössC; in wel- 
chen Lieutenant Begg durch einen Schuas getödtet; Lieutenant 
Bernd überfallen, hieb sich aber mit Verwundung seiner Person 
und einiger seiner Reiter , wacker durch. — Das voa dÄC^ ^äj^^ssx^. 



I 



184 

Oberstlieatouaet von Benedek, damaligen General - Commando- 
Adjutanten von Galizien, den Insurgenten gelieferte blutige Ge- 
fecht bei Gdow, am 26,, zerstreute die Aufi-übrer nacb allen 
Richtungen, und brach dernn Widerstand, Eine Abtheiluug des 
Regimentes war anwesend, und 10 Chevauxlegers wurden nebst 
einer In fanter io-Compagnie in diesem Gefechte in die linke Flanke 
der Insurgenten detachirt, während gleichzeitig deren Front durch 
Tiraillcura angegriffen wurde. — Cadet Cealaus von Bzcwski, des 
Regiments, erwarb sieh durch hervorragende Tapferkeil die 
goldene Medaille. — Den das Land durchziehenden, mobilen 
Colonnen, deren eine mit ausgezeichneter Umsicht Riltmeister 
Baron Kirchbach des Regimentö führte, waren Abtheilungen des 
Regiments beigegeben. — Die Chevauxlegers hatten sieh in diesen 
wenigen Tagen bei den Aufatäodischen einen gefürchteten Na- 
men gemacht. 

1847 kam der Regiraentsstab nach Grodek, nächst Lemberg. 

Im Feld zu ge 1848 gegen die ungarischen Inäurgenten 
wareD die Oberstlieutenanta- und erste Majors - Division dea Re- 
giments bei dem Corps des FML, Graf Schlick eingetheilt, und 
standen nach der Ordre de Bataille vom 2. Dezember, erstere 
in der Brigade des Majors Podhagsky von Koudelka Infanterie 
in Dukla, letztere in der Brigade des GM. Fiedler in Zmigrod, 

Am 5. brach das Corps gegen Ungarn auf, und über- 
schritt am 6. die ungarische Grenze. Bei Komarnik wurde eine 
halbe Escadron des Regiments mit 2 Infaaterie-Compagnien zur 
Deckung der linken Flanke und Eiaziohung sicherer Nachrich- 
ten über den Feind nach Strotkop entsendet, war aber auf keinen 
Feind gestossen. Bei Budam^r hatte dae Corps des FML. Graf 
Schlick mit den Insurgenten ein Gefecht zu bestehen, am 11., 
nach dessen siegreichen Ausgang, wurde Major Concorreggio des 
Regiments mit seiner Division zur Verfolgung dos zurückgeschla- 
genen Gegners beordert. Ein durch das Hernadthal' laufender 
sumpfiger Bach bereitete den Chevauxlegers einigen Aufenthalt, 
als jedoch die vorderste halbe Escadron hinüber gesetzt war, begann 
die Verfolgung des Feindes gegen Kaschau auf's Neue, ohne die 
andern 6 Züge abzuwarten. Ungefähr gegen 200 Schritte her- 
wärts des Dorfes Bareza stiess die halbe Escadron plötzlich auf 
eine 80 bis 100 Mann starke feindliche Abtbeilung. Es waren dioss 
polnische Schätzen, welche die Nachhut des feindlichen Geachütz- 
parkes bildeten. Sie Hessen die attakircnden Chevauxlegers bis auf 
20 Schritte heranreiten und gaben erat dann Feuer. Major Concor- 
reggio, von mehreren Kugeln durchbohrt, stai'b mit noch einigen sei- 
ner braven Chevauxlegers den Heldentod. Dem Major Scudier des 
Generalstab es, der an seiner Seite ritt, wurde das Pferd orachossen, 
er seibat erhielt einen bedeulenden Schuss am Kopfe und gerieth in 
Gefangenschaft. Die Chevauxlegers, deren Glieder durch daa wohl- 
gezielte Feuer des Feindes gelichtet und in Unordnung gebracht 
wurden, musslen sich zui'ückziehen. Lieutenant Begg, welcher 




186 

leicht verwundet, unter seinem todt geschossenen Pferde lag, 
fand Mittel der Gefangenschaft zu entgehen. Die eingebrochene 
Dunkelheit erlaubte nicht, die Verfolgung wieder aufzunehmen. 
Des andern Tages fand man den Leichnam des Majors Conco- 
reggio, er bot einen schauderhaften Anblick. 

Am 13. wurde er feierlich begraben. Seine Chevauxlegers 
schwuren beim Anblick der verstümmelten Leiche blutige Bache, 
— und haben später Wort gehalten. FML. Graf Schlick 
belobt in seiner Relation vom 26. Dezember an das Armee- 
Öber-Commando den Oberlieutenant von Eollenstein des Regiments. 

Im Gefechte bei Szikszo, am 28. Dezember, waren einige 
Abtheilungen des Regiments, rechts der Strasse, zur Deckung 
der Batterien verwendet, auch wurde 'durch die Chevauxlegers 
der Avantgarde eine Honved - Abtheilung ereilt und gefangen. 

Am 11. Jänner 1849 im Gefechte bei Eperies war ein 
Zug des Regiments der Colonne des Major Kiesewetter von 
Graf Nugent Infanterie, eine halbe Escadron jener des Majors 
Singer von Parma Infanterie zugetheilt. Beide brachen am 2. 
von Eperies auf; Letztere auf der Gebirgsstrasse von Kaschau 
gegen Jeckelfalva entsendet, stiess hinter Isz^p auf eine feind- 
liche Abtheilung, welche sie sogleich in 'die Flucht schlug. 
Erstere auf dem Gebirgswege von Eperies, gegen Mastifalva 
entsendet, stiess vor Bella auf einen Insurgentenhaufen, warf 
denselben zurück und setzte ihren Marsch fort. Major Eaese- 
wetter kehrte mit seiner Colonne am 3. nach Eperies zurück, 
Major Singer rückte am 4. Abends in Kaschau ein. — Eine halbe 
Escadron des Regiments blieb in Eperies als Besatzung. 

Im Gefechte bei Kaschau am 4. war die Oberstlieutenants- 
Division des Regiments anwesend; eine Abtheilung derselben, 
welche dem geschlagenen Feinde nachjagte , brachte 6 kleine 
metallene Mörser nebst 2 Munitionskarren und viele Gewehre 
zurück. Diese Division stand jetzt in der Brigade des GM. Graf 
Pergen. 

Am 7. Jänner gingen von Kaschau mobile Colonnen 
ab. Bei der I. des Major Kiesewetter war ein Zug des Regi- 
ments, bei der III. des GM. Graf Pergen eine halbe Escadron 
und bei der IV. des GM. Fiedler war eine aus der Oberst- 
lieutenants 1. und 1. Majors 1. Escadron des Regiments zusam- 
mengesetzte Division , ^ unter Commando des Rittmeisters Baron 
Kirchbach. Bis 16. zogen diese Colonnen in der Gegend von 
Kaschau, Eperies, Margitfalva, Leutschau und ElSszmark herum, 
da der 17, Jänner zur allgemeinen Vorrückung bestimmt wurde. 
Die beiden Divisionen des Regiments waren, während dioser 
eseadrons weise vertheilt, eine Escadron in der Avantgarde des 
Centrums (Brigaden Pergen und Fiedler), welche noch aus einem 
Bataillon Hartmann Infanterie und 2 Geschützen unter Commando 
des Migor Piatolli, dieses letztgenannten Regiments bestand, eine 
Escadron bei der, gegen Keresztur den linken Flügel bildeiLdÄQ. 



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18« 

Ooloone des Majors Herzmanowsky von Erzherzog Stefan Infan- 
terie, und die noch übrigen 2 Escadrons bei der Cavallerie-Re- 
serve im Centrum. Die Avantgarde unter Major Fiatolli hatte 
am 19. bei Szanto ein kurzes Gefecht mit dem sich dort stel- 
lenden Feinde, welchen sie bis Jallya zurückwarf. Rittmeister 
Carl Baron Böhm des Regiments, zeichnete sich in diesem, 
durch seine umsichtige Thatigkeit im grössten Kugelregen vor- 
zugsweise ans, 

Am 22. Jänner im Treffen bei Tarczal hatte die Ca- 
vallerie am rechten Flügel in einer Ebene ihre Aufstellung. 
Eine meist aus Freiwilhgon und Jägern gebildete, starke, mit 
gezogenen Stutzen-Kammer-Bücliaen bewaffnete feindliche Tirail- 
leur - Kette eröfftiete gegen unsere Piänkler ein so heftiges 
und wohlgezieltoa Feuer, dass nicht nur die Unterstützung der- 
selben, sondern auch die rückwärtigen Massen und die Artille- 
rie getroffen wurde. Um diesem Feuer ein Ende zu machen, 
unternahm Rittmeister Baron Böhm eine Attake auf die feind- 
liche Plänklerkette. An der Spitze seiner Escadron, war dieser 
kampfbegeisterte Offizier, einige Schritte dieser vorangesprengt, 
da wurde ihm gerade in dem Momente das Pferd unterm Leibe 
erschossen , als die Chevauxlegers von allen Seiten hart gedrängt, 
in ein lebhaftes Kreuzfeuer geriethen, und überdiess dui'ch über- 
legene starke Hussaren-Colonnen zum Rückzuge bereits gezwungen 
waren. Die Escadron sah ihren tapfern Commandanten sinken, 
und schon setzten sich einige Chevauxlegers ia Bewegung, um 
ihn dem sichern Tode zu entreisaen, als eine feindliche Hussaren- 
Abtheilung ihnen zuvorkam, und sich auf seine Person stürzte. 
Von Kugeln und einem tüclitigen Sübolhiebe schwer getroffen, 
starb Baron Böhm den Heldentod, vom ganzen Corps tief be- 
trauert, von seiner braven Escadron hart verschmerzt. (FML. 
Graf Schlik Hess demselben alldort einen Grabstein setzcnj. 
Nebst dem getödteten Rittmeister Baron Böhm hatte das Regi- 
ment noch den Oberlicutenant Flofmann und mehrere Chevauxle- 
gers als verwundet zu beklagen.. — Während dem Kampfe des 
Centriims des Graf Schlik'schen Corps bei Tarczal, hatte die 
mobile Colonne des Major Herzmanowsky am linken Flügel bei 
Kerestur, ein blutiges Gefocht gegen eine fünf bis sechslache 
feindliche Uebermacht zu bostehon, worauf sie sieb gegen Mäad 
zog. In diesem Gefechte hatte Rittmeister von Limpenu des Regi- 
ments mit seiner Escadron den Major Herzmanowsky auf's Beste 
unterstützt. — Am 24. Jänner waren dio beiden beim Armee- 
Corps des FML. Graf Schlik anwesenden Divisionen des Regi- 
ments folgen der weise vertheilt: Major Baron Kirchbach des Re- 
giments mit mehreren Infanterie- Ahtheilungen und einem Zug 
ChevauTlegers in Forrd, drei Züge unter GM. Fiedler in Kär, 
ein Zug bei einem in Szanto stehenden Commando des Major 
Pifttolli von Hartmann Infanterie, eine halbe Escadrou bei 
dem Commando des Major Kiesewetter in Leutschau, und der 



L Pifttol 
H dflm 

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187 

Rest der Chevauxlegers stand unter Oberstlieutenant Baron Lau- 
ingen des Regiments, in Alsd Cz^eze. Major Baron Eirchbach 
zog sich am 28. nach Hidas Nemethy^ und vereinigte sich am 
29. io Ujhely mit der Brigade Pergen. — In der Relation des 
FML. Graf Schlik an das Ober-Commando wird unter denjenigen, 
die sich in den Gefechten vom 22. und 23. besonders ausge- 
zeichnet haben, Rittmeister von Limpens vom Regimente genannt. 

Am 2. Februar marschirte Oberstlieutenant Baron Lau- 
ingen mit einer Escadron des Regiments, einer Compagnie 
Grenzer und 2 Geschützen nach Miskolcz ab , um die Strasse 
nach Pesth zu sichern und die Ruhe im Borschoder-Comitate 
aufrecht zu erhalten, verliess es jedoch in der Nacht vom 5. 
auf den 6. und besetzte Forö, da eine 6000 Mann starke 
feindliche Colonne gegen ihn im Anmärsche begriffen war. — 
In der Nacht vom 2. auf den 3. Februar überfiel der Major 
Kiesewetter von Leutschau aus den vom Feinde besetzten Ort 
Iglö. Gegen die Umzäumungen des Ortes angerückt, wurde 
die angreiffende Truppe mit einem kräftigen Musketenfeuer 
empfangen, in welches bald der Kanonendonner zweier vor 
dem Orte placirten Geschütze einstimmte. Wüthend ob des 
Verrathes dieses Ueberfalls attaquirten die Chevauxlegers , als 
Avant-Garde die feindlichen Geschütze und hieben deren Be- 
dienungsmannschaft nieder. Die beihabenden Raketen steckten 
Iglö in Brand. Eine Division Honved stürzte sich auf den 
ersten Zug Chevauxlegers mit gefülltem Bajonnet, es entstand 
ein furchtbares Gemetzel, während die Ortsbewohner aus den 
Fenstern herabschössen; dennoch wurde der Feind geworfen. 
Ueber viele Leichen attaquirte der tapfere Oberlieutenant Lud- 
wig Müller des Regiments die Insurgenten, und verfolgte sie 
weiter bis zum Platze des Ortes. Auf letzterem standen mehrere 
feindliche Infanteriemassen, ferner eine ganze Reihe von Feuer- 
schlünden, aus denen, wie auf ein Commando, eine kräftige 
Kartätschenladung den äusserst heldenmüthig vorgedrungenen 
Chevauxlegers entgegenflog. Gegen 10 Pferde stürzten, mehrere 
der braven Reiter starben den Heldentod. Durch das Kartät- 
schenfeuer im Rücken, das Infanteriefeuer zur Seite, nebst den 
Schüssen aus den Fenstern musste sich die herabgeschmolzene 
Reiter -Abtheilung, über viele Leichen und durch zahllose 
Bajonnete mit dem Säbel in der Faust einen blutigen Rückweg 
bahnen, da nämlich in den Seitengassen neue Honved- Ab theiiungen 
ei*schienen waren. Die Colonne Kiesewetter zog sich nun gegen 
Kirchdorf, vom Feinde nicht weiter verfolgt, zurück. 

Am 5. Februar beim Rückzuge der schwachen Brigade 
Deym, welche von einer bedeutenden feindlichen Uebermacht 
am Braniszko*Passe zurückgedrängt worden war, übernahm Ritt- 
meister Friedrieh Hein des Regiments mit drei Zügen die 
Arriere-Garde und hielt durch seine wiederholten entschlossenen 
Attaquen die feindlichen Hussaren von der Verfol^^oÄs^ "^^ 



I 



188 

Der am 5. Febi'Oar auf Recognoszirimg mit einem Zuge 
nach Szeben iiiarsohirfo Lieutenant von Eogg des Regimenta 
wurde von seiner Rückzugalinie abgeaclmittcn , genöthigt sich 
nach Galizien zu wenden. — Am 8. war Obers tlicutonant Baron 
Lauingcn mit seinem Commando von Miakolz in Kaschau ein- 
gerückt. 

Nach der am 12. März herausgegebenen Ordre de Ba- 
taille wurden beide Divisionen des Ucgimentg zur Truppen- 
Division des FML, Fürst Franz Liechtenstein in die Cavallerie- 
Brigade des GM. Parrot, im nunmehrigen III. Armee Corps 
des FML. Graf Sclilick eingetheilt, jedoch i^chon mit I. April 
war die Ordre de Bataille dieses Corps goändort und die 
Oberstlicutenants 1. EHcadion in der Brigade des GM, Parrot, 
die Obersllieutenants 2. jener des Oberstlieutonants Graf Klinigl 
von Graf Latour Infanterie, die l. Majors-Division hingegen in 
die Cavallerio-Brigade dos Obersten Graf Montenuovo von Baron 
Kress-Chevauxlegers zugewiesen. FML, Graf Hchlick hatte sich 
am 1, April von Gödöllö gegen Hatvan in Marsch gesetzt, 
vor letzterem Orte kam es Tags darauf zum Treffen gegen 
eine äo bedeutende feindliche Uebermacht insbesondere an Artil- 
lerie, dass der Rückzug über die Zagyva gegen Aszod ange- 
treten werden musste. In diesem Gefechte deckte die Oberst- 
lieutenants I. Escadron des Regiments, unter Rittmeister von 
Lünpens, mit vieler Kaltblütigkeit die Fussbatterie Nr. 36. 

Von den in Galizien zurtickgebliebonen zwei Divisionen 
des Regiments halte sich schon im Herbste 18i8 Oberlioutonant 
Baron Riofel bei Sambor mit einer Abtheilung hei UoberwKl- 
tigung mid Zurück bringung einer ans ihrer Station nach Ungarn 
aufgebrochenen meuterischen Abtheilung des 8. Hussaren-Regi- 
mentea rühmlichst hervorgethan. Im Februar 1849 war eine 
Division, bei der um Stry conzcntrirten Brigade des GM. Baron 
Bai'co zur Beobachtung und Deckung der galizisch- ungarischen 
Grenze aufgestellt und im April rückten beide Divisionen in 
den Brigaden der GM. Baron Barco und von Ludwig einge- 
theilt, mit den übrigen Verstärkungen unter FML. von Vogel 
nach Ungarn ab. 

Im Sommerfeldzuge 1849 hatte das ganze Regiment 
seine Eintheilung beim nunmehrigen 1. Armee-Corps des FML, 
Graf Schlick, in der Brigade seines ehemaligen Obersten und 
langjährigen Regiments - Mitgliedes GM. v. Ludwig. Anfangs 
Juni hatten die beiden dieser Brigade angehörigen Regimenter 
Kaiser- und Kress-Chevauxlegers bei Kroatisch - Kümmling ein 
Lager bezogen und ihre Vorposten hei Baratföld. Am 26. d, M. 
stand die Brigade mit dem 1. Armee- Corps bei Wieselburg. 
Am 30. Juni stiessen 4, Escadrons des Regiments , welche 
die Avant-Garde des 1. Armee-Corps formirten, bei Aca auf 
eine feindliche Hussaren-Abthoilung , die bei ihrer Annäherung 
den Ort verliesa ■ und sich hinter Jen am rechton Ufer des 



139 

Czonczobaches liegenden Aeser-Wald zurückzog. Eine Escadron 
folgte dem Feinde ^ um die Gegend jenseits des Waldes zu 
recognosziren^ während die übrigen drei Escadrons diesseits des 
Waldes als Reserve blieben. Der Feind, vrelcher sich gegen 
Komorn zurückgezogen, rückte gegen 6 Uhr Abends mit zahU 
reichen Hussaren-Abtheilungen und 3 Batterien wieder vor, und 
zwang die vor dem Walde postirte Escadron zum Rückzuge. 
FML. Graf Schlik liess die Brigade Bianchi zur Aufnahme der 
Avant-Garde in den Wald vorrücken, und FML. Fürst Liechten- 
stein eilte mit einer 6pfündigen Fussbatterie vor; der Feind 
versuchte hierauf keinen weitern Angriff, sondern beschränkte 
sich auf ein erfolgloses Plänkler-Gofecht, welches FML. Graf 
Schlick bald ganz abbrechen liess, und auf der Höhe von Acs 
eine feste Position nahm. Die Chevauxlcgers hatten in diesem 
kurzen Gefechte 4 Mann eingebüsst. 

In der Schlacht von Komorn am 2. Juli rückte die Caval- 
lerie-Brigade Ludwig über Puszta Harkaly hinaus, jagte eine 
feindliche Batterie mit ihrer Bedeckung in das Lager zumlck 
und eröfihete die Verbindung mit dem rechts gegen O'Szöny 
stehenden 4. Armee-Corps. In der zweiten Schlacht von Ko- 
morn, am 11. j. M. wurde die Cavallerie-Brigade Ludwig in 
den offenen Raum zwischen dem Acser- Walde und Puszta 
Harkaly vorgezogen und die an der rechten Waldspitze placirte 
Zwölfpfunder-Batterie Nr. 5 verstärkt. Die feindliche Cavallerie- 
Division Pikety, welche zwischen dem Walde und Puszta-Har- 
kaly durchzubrechen drohte, wurde durch die ausgezeichnete 
feste Haltung jener Gavallerie-Brigade , wi« auch durch das er- 
giebige Feuer der Cavallerie-Batterie Nr. 2 in Schach gehalten, 
aber der Feind entwickelte ein so heftiges Geschützfeuer gegen 
diesen Punkt der Schlachtlinie, dass später die Brigade Ludwig 
etwas zurückgezogen werden musste, jedoch im weitern Ver- 
laufe jener Schlacht wieder vorrückte und sich daselbst entwickelte. 
Zwei Escadrons des Regiments , welche auf Kanonenbedeckung 
waren, rückten auf eine vorgeschobene feindliche Batterie zum 
Angriffe vor, welche sich aber, ohne ereilt werden zu können, 
rasch zurückzog, und noch andere feindliche Truppen mit sich 
fortrisfl. 

Am 13. stand diese Brigade, von welcher die Vorposten 
bestritten, und den Infanterie-Brigaden Reischach und Sartori einige 
Abtheilungen zugewiesen waren, mit der Reserve bei Harkaly. 
Das Regiment machte nun, ohne besondere Vorfallenheiten, für 
dasselbe die weitere Vorrückung mit dem 1. Armee-Corps mit, 
lagerte Ende Juli bei Nagy Koros, erreichte am 31. Alpar und 
Kertesseg und hatte am 4. Aug. Theil an dem Gefechte bei Mako, wo 
das 1. Armee-Corps die Maros übersetzte und über Csanad, Szt. 
Miklos, in den nächsten Tagen bei Perjamos, bis Vinga auf 
der Temesvarer Strasse vorrückte, und gegen die Arader Chaussee 
Streifungen unternahm, von wo es am 10, gegeo. ^^'^ «^QSöt^Ä«^^ 



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140 

bei Dreispitz ein siegreiches Gefocht lieferte, und sodaDn bei Alt 
Arad ein Lager bezog. Das Regiment Itam nun nicht melir in's Gefecht. 

Im September waren 3 Escadrons dos Regiments bei der 
Zernirung der Festung Comorn den dortigen Infanterie- Brigaden 
zugethcilt. 

Für ihre Tapferkeit in dem Feldzuge 1848 und 1849 wurden 
folgende Offiziere des Regiments decorirt und zwar die Majors 
Wilhelm Baron Koller, Ferdinand Baron Kirehbach, die Rittmeister 
Franz von Limpens Döenraodt, Friedrich Hein, Eduard Baron 
Riefe!, dor Oberlieutenant Ludwig Müller, aämmtlich mit dem Mili- 
tär- Verdienatkreuzc; der Regimenta-Caplan Hugo Suschitzky 
erhielt dag goldene geistliche Verdienstkreuz. 

Das Regiment bezog die Friedensstation Pecsvar, welche es 
aber im Sommer 1850 mit jener von Fssegg in Bla'wonicn 
vertauschte; 1851 kam der Regimentsstab nach Thercsiopel, im 
Herbste d. J. aber nach Fünfltirchen. Mit Allerhöchster Ent- 
schliessung vom 6, Mai 1851 wurde das Regiment zum 
Uhlanen-Regimento, mit der Nummer 6 und unter Fort- 
führung des Allerhöchsten Namens Sr, Majestät übersetzt, — Im 
September 1852 wohnte es in der -Brigade des GM. GrafZedwitz 
den Ucbungen des Pester Lagers bei, von wo es in die Stabs- 
station Kecskemeth abrückte. 185'1 stand das Regiment bei dem 
in Siebenbürgen aufgestellten Observations-Corps und im Juli 
1855 bezog es die Stabsstation Körmend in Ungarn. Im September 
1857 war dasselbe in der Brigade des GM. Prinz Holstein im 
Oavallerie-Lagor bei Parendorf, von wo es im Ootober die Staba- 
Station Baden in Niederösterreich bezog'; im April 1858 wurde 
der Stab nach Tulln verlegt. Im Sommer 1858 war das Regiment 
in den Lagern bei Neunkirehen und Ternitz divisionsweise den 
dort liegenden Infanterie-Brigaden zugetheilt, von wo es Ende 
September in seine früheren Standquartiere in Tulln und Umgegend 
zurück m ar 8 c h i rte . 

Der in der Schlacht bei Solforino, am 24, Juni I8Ö9, bei 
dem zweiten Inhaber des Regiments, damaligen Commandan- 
ten des eüften Armee- Corps FML. von Veigel in Vorwen- 
dung gestandene Adjutant Oberlieutenant Eduard Ritter von 
Wiedcraperg des Regiments erhielt mittelst Armee-Befehl Nr. 44 
ddto. Wien am 15. August 1859 für sein umsichtiges Benehmen 
das Militär- Verdienstkreuz. 

Das Regiment, welches früher aus Ober- und Niederröster- 
reich seine Ergänzungen bezog, war seit 1852 auf die lombai'disch- 
venetiani sehen Provinzen angewiesen worden, daher wurde in 
Folge der durch den Praeliminar-Frieden von Villa-Franca 1869 
erfolgten Abtretung der lombardischen Gebietstheile, das Regiment 
mit Allerhöchster Entschli essung vom 17. August 1859 auf den 
Stand von 2 Divisionen herabgesetzt, jedoch mit 1. März 1860, bei 
Auflösung der 4, Divisionen sämmtlichor Hussaren- und Uhlanen- 
Regimeoter, durch Erhalt der 4. Division des Uhlanen - Regl- 




141 

ments Erzherzog Carl Nr. 3^ auf den Stand von 3 Divisionen er- 
höht und dessen Ergänzung nunmehr aus Galizien angeordnet. 

Im August 1859 hatte dasselbe seine gegenwärtige Stabs- 
station Lugos im Banate bezogen. Das Regiment besitzt noch alte Stand- 
artenbänder^ Geschenke Ihrer Majestät der Kaiserin Maria Theresia. 

Haria-Theresien-Ordens-Ritter. 

1790 Oberstlieutenant Peter Baron Bolza, f als QM. zu Wien am 23. Feb. 1817 . 

1799 Major Bernhard von Kees, als OberstUeutenant und General-Adjutant des 
G. d. C. Grafen Bellegarde, f an seiner in der Schlacht am Mincio erhal- 
tenen Wunde zu Yilla-Franca am 28. Dezember 1800. 

1801 Oberstlieutenant Friedrich Graf Degenfeld*Schomburg, f als GM. zu Ram- 
holz in Kurhessen am 9. Februar 1848. 

1802 Bittmeister Peter yon Gasser, f als GM. zu Brunn bei Wien am 18. Dezem- 
ber 1840. 

Inhaber. 

1688 G. d. C. Gustav Hannibal Graf von LSwenschild. 

1690 G. d. C. Leopold Anton Graf von Schlick. 

1705 Oberst später FM. Gundaker Graf Althann. 

1748 Erzh. 1764 König, 1765 Kaiser Joseph II., f am 20. Februar 1790. 

1790 Kaiser Leopold II., f am 1. März 1792. 

1792 Kaiser Franz I., f am 2. März 1835. 

1835 Kaiser Ferdinand I. 

1848 Se. Majestät Kaiser Franz Joseph I. 

Zweite Inhaber. 

1767 G. d. C. Carl Fürst zu Liechtenstein, f zu Wien am 21. Februar 1789. 
1790 FML. Ferdinand Graf Harraoh, MTOR., f »m 26. April 1796. 
1797 FM. Heinrich Graf BeUegarde, MTO.-Cdr., f am 22. Juli 1845 zu Wien. 
1845 G. d. C. PhiUpp Joseph Baron Böhm, f am 22. Ootober 1856 zu Olmütz. 
1857 FML. Valentin Veigl v. Kriegslohn. 

Oberste. 

1688 Gustav Graf Löwenschild. \ x»^««^ n««.^* .. ;i , i e u i i. v 
1690 Leopold Anton Graf Schlick \ ^^^^'^^^^ ^"^^ ^«gleich Inhaber. 

1705 Gundaker Graf Althann, zugleich Regts.-Comdt. und Inhaber, 1709 GM. 
1709 Johann Bziozanaky v. Bcziozan \ sämmtlich \ 1716 GM. 

1716 Maximilian Sohuknecht > Regiments- V 1717 schwer blessirt« 

1717 Leopold Baron Wolf J Commandten.) 1728 GM. 

1728 Carl Graf Palffy, Begts.-Comdt., 1734 ein Carassier-Begiment erhalten. 

1734 Nikolaus Graf Palffy U If vord.Feinde in derSohlaoht b.Parma 1734. 

1734 Phiüpp Diokweiler l| Il743 GM. 

1743 Johann Baron Soyer 10 11749 GM. 

1749 Franz Baron Stein f 1 1 1753 GM. 

1754 Friedrich Wiese f Sl 1758 GM. 

1758 Johann Graf Fuchs o\ 1761 GM. 

1761 Carl Graf Riohecourt y«\1771 GM. 

1771 Carl Graf Reissig /•l/*'^''^ quittirt. 

1773 Franz Graf Colloredo / o / 1777 quittirt mit Generals-Charakter. 

1777 Nikolaus Graf CoUoredo-Mels ^ 1 1786 GM. 

1786 Johann ChevaUer Fitzgerald l-g 11793 GM. 

1793 Petei Bar. Bolza, MTOR. \3 11796 GM. 

1796 Franz Baron Püati li 11800 GM. 

1800 Carl Bar. KSlbel M liSOl GM. 



[ 



\ 



1800 Albsrt de Brat, UTOR., supern., 1801 Re^,-Condt., f in Wien vu IG. 
180*. 

1801 Franz Graf Kinskj-j glelsli wieder traneferirt 7.u Iiieohtenstein-DrRgoaer 
reduzEH)' 

1804 JoBepli Gr»S Baillet de Latour, Regia.- Com dL, 1808 peneionirt. 

1808 Carl OrafRaigecourt, Rpgtn.-Comdt. 1811. 

1809 Paul BaroD Taxis, 2. Oberst, 1811 traasferirt zu Cflrassier Nr. 4. 

1809 Tbadäus Baron Raiscliach, bei Sr. k.k. Hoheit dem Erzb. Ludwig, 1814 QU. 

1812 Simon Chevalier Pitzg:erald, Begts.-CumJL, 1821 QM. 

18t2 VJDCBiiz Uraf Desl'ouia, bei Sr. k. k. Hoheit dem Erzh. Ferdinand, 1820 GM. 

1814 Ernst t. Penz, aupern., 1818 transferirt za Ciirassier Nr. 7. 

1815 Carl Baron Scheihler, MTOB., 3. Oberst, 1816 transferirt zu Chev.-Leg. Nr. 4. 
{Dragooer Nr. 2,) 

1820 Franz Oraf Coudeniioie, 2. Oberst, 1821 Regta.-Oomdt., 1824 ^^ugetheilt bei 

Sr. k.k. Hoheit dem Erzb. Franz Carl, 1830 GM. 
1824 Anton Baron Puchner, MTOK., Regta.-Comdt. , 1832 GM. 
1832 Anton Qraf MeraTigUa, bei Sr. k. k. Hoheit dem Erzh. Rainer. 1838 GM. 
1832 Joseph Edler von Glaesor, Regia. -Com dt., 1838 GM. 
183S Anton Graf Feuerstein, 2. Oberst, 1837 tcanBlerirt zu Hussnron Nr. 7, 

1837 Carl Baron Strachwita, bei Sr. k. lt. Hoheit dem Erzherzoge Carl Ferdinand. 
1839 transferirt zuChev.-Leg. Nr. 3. (Uhlanen Nr. 7.) 

1838 Carl Baron Moltke, Regta.-Comdt, 1846 OM. 

1846 Wenzl Graf Klebeisberg, Adjutant Sr- k. k. Hoheit des Erzli. Ferdinand d'Esle, 

1848 in den Armee stand übersetzt. 
1846 Gottfried Ludwig v. Reeobenbaob ] 1 1849 GM. 

1849 Jobann Baron Ooriitzuttl } Regimen ts-Commandanten \ 18S4 OM. 

18S4 Carl Kitter von Brezany ) ) 18S9 GM. 

1859 Carl Netzer v. Sülthal, Regts.-Comdt. , 18S9 transferirt zum 8. Dragoner- Hegi- 
nient (1860 reduzirt). 

1860 August von Waldegg, Kegts.-Coradt. 

Obei-Btlieutenants seit 1791, ^^ 

1791 Peter Baron Bolza, MTOR., 1793 Oberet. ^H 

1793 Franz Baron Püati, 1796 Oberst. I^M 

1796 Cstl von Sehfluroth, 1797 OherB! bei Hussaren Nr, 10. ^ 

1797 Carl Baron Kdlhel, 1800 Oberst. 

1800 Bnrnard Kees, MTOR., 1800 General -Adjutant des G. d. C. Grafen Bellegarde. 

1801 Friedrieh Graf Degenfeld-Sohomburg, MTOR., oommandirt bei der Reichs- 
Werbunga-DIreetloD, 180S Oberst bei Cbsvauilegere Nr. 3. (Ublanen Nr. 8.) 

1801 Johann Belloute. 1801 transferirt zu Chcvauxleg. Nr. 6. (Ublanen !fr. 10) 

180i^Heinilcb Hofmeister, 1803 pensionirt. 

1S03 Anton Graf Hardegg, I80ä Oberst bei Dragoner Nr. 4. (1860 reduzirt.) 

180S Gustav Prinz zu Ueaaen- Homburg, 1809 Oberst bei Ci'iraaaier Nr. 4. 

1809 Carl Graf Klebelaberg, 1810 penaionLrt. 

1809 Vinienz Graf Des foura, supern., 1812 Oberst. 

1811 Simon CbevaÜer Fitzgerald, J8I2 Oberat. 

1812 Michael Civrany, 1814 transferirt zu Chevauilegera Nr. 7. (Uhlanen Nr. 11.) 
1814 Franz Grat Condenliove, 1820 Oberat. 

1814 Mathias von Fdelsbaober, ISIS tranaferirt zu Hussaren Nr 12. 

1813 Anton Baron Puchner, MTOR., 1824 Oberst. 

1823 Anton Craf Meravlglia, bei Sr. k.k. Hoheit dem Er;ih. Rainer, 1833 Oberst, 

1824 Cassano von Cingia, 1831 pensionirt. ^^H 

1831 Joseph Edler von Glaeser, 1833 Oberat. _^^| 

1832 Anton Graf Feueratein. 183Ö Oberst. ^^H 

1837 CarlBaron Uoltko, 1838 Oberst. ^^1 

1838 Joseph Graf Karaczay, 1842 penaionirt mit Obersl-Charaktec. ^^H 
184S Gottfried Ludwig v. Roscbcnbacb, 1846 Oberst. ^^M 
1S46 Georg von Drawetzki. fxu Jaworow am 18. Ootober 1848. ^^1 



Febr. V 

(1801 I 



143 

1848 August Baron Lauingen^ 1849 pensionirt. 

1849 Johann Baron Gorlzzutti, Interims-Regts.-Comdt., 1849 Oberst. 

1849 Carl Ritter von Brezany, 1854 Oberst. 

1850 Wilhelm Baron Koller, bei Ihren k. k. Hoheiten den Erzherzogen Ferdinand Max 
und Carl Ludwig, 1851 Oberst bei Uhlanen Nr. 1. 

1854 Franz v. Limpens-Doenraedt, 1858 pensionirt, nachträglich mit Oberst-Charkt. 

1858 Carl Netzer von SiUthal, 1859 Oberst. 

1859 August von Waldegg^ 1859 Begts.-Comdt., 1860 Oberst. 

1860 Johann Chevalier Rousseau d' Haponcourt, 1861 pensionirt. 

1861 Wilhelm von Dorner. 

Majors. 

1791 N. Prümer, 1792 pensionirt. 

1792 Carl Laokenau, 1796 pensionirt, 

1796 Carl Baron Kölbel, 1797 OberstUeutenant. 

1797 Bernard Eees, 1800 Oberstlieutenant. 

1800 Gottfried Wohlfarth, 1801 Oberstlieutenant und pensionirt. 

1801 Peter Baron Yeosey, 1801 Oberstlieutenant bei Husaaren Nr. 7. 

1801 Leopold Baron Rothkirch, 1805 Oberstlieutenant bei Chevauxleg. Nr.j 3. Uhla- 
nen Nr. 8.) 

1802 Joseph Hecht, 1808 OberstUeutenant und Corps-Adjutant. 

1803 Joseph Zierowsky, 1805 pensionirt. 

1805 Carl Graf Klebelsberg, 1809 OberstUeutenant 

1806 Simon ChevaUer Fitzgerald, 1811 OberstUeutenant. 
1809 Michael von Civrany, 1812 OberstUeutenant. 
1811 Mathias von £delsbacher, 1814 Oberstlieutenant. 

1811 Gabriel von Mesmaore, 1819 pensionirt mit OberatL-Charakter. 

1814 Basaano von Cingia, 1824 OberatUeutenant. 

1814 Cöleatin v. Spini, 1816 transferirt zu Chev.-Leg. Nr. 5. (UhUnen Nr. 9.) 

1816 Anton von Paohner, MTOR.» 1821 OberstUeutenant. 

1816 Angelo Maria Galeazzi, 1816 transferirt zu Cüraaaier Nr. 1. 

1816 Anton Graf MeravigUa, bei Sr. k. Hoheit dem Erzherzoge Anton, und 1818 

de2h Erzherzoge Rainer, 1823 Oberstlieutenant. 
1818 Vincenz Graf Gatterburg, 1819 transferirt zu Hussaren Nr. 5. 
1821 Joseph Glaeser, 1831 OberstUeutenant 
1824 Carl von Hofmeister, 1832 pensionirt mit Oberstlieutenants-Charakter. 

1831 Franz Edler von Enoreok, 1838 pensionirt mit Oberstlieutenants-Charakter. 

1832 Joseph Graf Earaczay, 1838 OberatUeutenant. 

1838 Gottfried Ludwig v. Reschenbach, 1842 OberatUeutenant. 

1838 Georg v. Drawetzki, 1846 OberatUeutenant. 

1842 Anton Lewiecki v. Biberstein, 1844 pensionirt 

1844 Ferdinand Hein, 1848 pensionirt mit Oberstlieutenants-Charakter. 

1846 Joseph Bukowsky V. Stolzenberg, 1848 OberstUeutenant bei Chev.-Leg. Nr. 7. 

(jetzt Uhlanen Nr. 11.) 
1848 Horaz Edler von Concorreggio, f vor dem Feinde im Gefechte bei Budamer im 

Dezember 1848. 
1848 Carl Ritter v. Brezany, 1849 OberstUeutenant 

1848 WiUielm Baron EoUer, 1850 OberstUeutenant. 

1849 Ferdinand Baron Kirchbach, 1850 zugetheilt beim Eriega-Ministerium, 1853 
OberatUeutenant bei Uhlanen Nr. 5. 

1849 Franz von Limpena-Doenraedt, 1854 OberatUeutenant 

1850 Cari Netzer v. SUlthal, 1858 OberstUeutenant 

1850 August MüUer, commandirt beim Armee-Ober-Commando, 1854 OberatUeute- 
nant bei Uhlanen Nr. 5. 
1850 Friedrich Schmidt, 1856 pensionirt 

1854 Heinrich Graf Wurmbrandt, supern., 1854 transferirt zu Uhlanen Nr. 5. 
1854 Adolf Baron Butüar, 1859 pensionirt. 
1856 Auguat von Waldegg, 1859 OberatUeutenant. 
1858 Johann ChevaUer Rouaseau d* Haponcourt , 1860 OberstUeutenant 



144 

18B9 TMmoteuä EIUb Eequlrß O Oormann. 

1859 Arnold Aiosandrowicz, 18S9 transfer 

1860 Wilhelm Dtirner, ISCl Oberstli 

1861 Domimk Edler von Mainoni. 

laifsrnlraDg des Beglments. 

Kaisergelbe Czapka, dunkelf^riine Uhlanka und Pantalons, 
Bciiarlaehrotho Aufschläge, weisae Knöpfe. 

Uhlanen-Regiment Nr. 7, Erzherzog Carl Ludwig. 

Dieses Regiment wurde 1758 vom G. i. C. Christian Philipp 
Fürsten von Löwenstein, auf dem Fuss der Chevauxlegers, als 
Dragoner-Regiment errichtet, und war daher anfänglich 
stärker als die übrigen Roginienter dieser Waffe, wurde jedoch 
pehon 1761 auf gleiche Stärke mit diesen gebracht. 

Im siebenjährigen Kriege, gleich nach seiner Errieh- 
lung zeichnete sieh dasselbe bei Olmiita 1758 vorzüglich aus, in- 
dem es unter dem General Grafen Joseph St. Ignon, am 17. Juni 
bei dem Dorfe Wisternitz sieben Escadrons des preussischen Dra- 
goner-Regiments Bayreuth überfiel, gegen 200 Mann niederhieb, 
ein paar silberne Pauken eroberte, 8 Offiziers nebst 257 Mann 
gefangen nahm, und 400 Pferde erbeutete. Für diese glän- 
zende Waffenthat erhielt das Regiment das Privile- 
gium die silberneu Pauken zu führen, eine um so grös- 
sere Auszeicbnnng, da die Dragoner zur damaligen Zeit nur 
Trommeln hatten. Der Commandant des Regiments Oberst Mar- 
quis Choiseul de Stainville wird bei dieser Gelegenheit wegen 
dessen ruhmvoller Anführung des Regiments besonders belobt; 
er wurde 1759 General, 1760 FML-, und trat gleichzeitig in 
französische Dienste. Bald darauf war das Regiment im Juli bei 
der Eroberung eines feindlichen, zui- Belagerung von Olmtitz 
bestimmten Transportes, mit welcher Sieges-Nachricbt der Major 
Baron Voith des Regiments von dem General Siskovics an den 
FM. Graf Daun, und von diesem nach Wien abgesandt wurde. 
In diesem Treffen hatte der Hauptmann Sauer des Regiments, 
gleich bei Beginn desselben mit 100 Dragonern die Bedeckungs- 
Truppe attaquirt, alle Fahnen und 5 Geschütze erobert, und bei 
600 Gefangene gemacht. 

Das Regiment betheilte »ich femer an den Gefechten bei Abrens- 
dorf unweit Stolpen am 16. September, und bei Radeberg am 11, 
October, wo der Oberstlieutenant Johannjoseph Fürst Liechtenstein 
mit 30 Mann in feindliche Kriegs -Gefangenschaft gerieth. In der 
Schlacht bei Ilochkiichen am 14. October j. J. war das Regiment 
eines der thätigsten bei der Verfolgung. 

Im Feldzuge 1759 wurde das Regiment am 21. Mai bei 
der Unternehmung auf Liebau von dem Obersten Baron Voith sehr 
gut angefiihrt, konnte aber wie es beabsichtigt war, wegen der 



145 

Tfelen Sümpfe jener Gegend im Rücken des Feindes nieht mit 
der gehörigen Ausgiebigkeit wirken. — Im Juli wurde Major 
Sauer des Regiments vom FZM. Baron London zur russischen 
Armee als Courier abgeschickt^ um die Nachricht von dem Anmär- 
sche des Königs von Preussen zu überbringen. In der Schlacht 
bei Kunnersdorf am 12. August (auch häufig Frankfurt an der 
Oder genannt) hatte das Regiment sich besonders hervorgethan, 
und 2 zwölfpfündige Kanonen erobert. Im entscheidenden Mo- 
mente dieser Schlacht; als die Russen schon in Unordnung und 
auf ihrem linken Flügel geschlagen waren, trug der Oberst- 
lieutenant Joseph Graf Kinsky des Regiments wesentlich dazu 
bei; dass sich das Gefecht zum Vortheile der kaiserlichen Trup- 
pen gestaltete. Während General Loudon die Infanterie in das 
Feuer führte, fiel Oberstlieutenant Graf Kinsky an der Spitze 
des Regiments Löwenstein-Dragoner, welches er wegen Ver- 
wundung des Obersten zu Anfang und zu Ende der Schlacht 
als Oberstlieutenant befehligte, mit so viel Entschlossenheit der 
feindlichen Reiterei in die Flanke, dass dieselbe in Unordnung 
gerieth, und bei ihrem schnellen Zurückweichen auf ihre eigene 
Infanterie geworfen, auch diese in Unordnung brachte. Major 
Sauer war der Erste an der Spitze zweier Escadronen des Re- 
giments über die russischen Verschanzungen hinausgeeilt, hatte 
die proussische Cavallerie fünfmal attaquirt, und jedesmal über 
den Haufen geworfen. — So gross die Auszeichnung des Regi- 
mentes in dieser Schlacht war, so bedeutend auch sein Verlust. 
Es zählte an Todten den Oberlieutenant Scotti nebst 25 Mann; 
an Verwundeten Oberst Baron Voith, Major Klemens Baron 
Plettenberg Tder in der Relation wegen seiner Tapferkeit ange- 
rühmt wurde). Hauptmann Petterneck, Oberlieutenant von Veld, 
die Lieutenants von Dahl, Grünagel, Hartmann nebst 78 Mann; 
an Vermissten: Hauptmann Aldegonde, die Lieutenants Fischha- 
gen, Rothern und Sabiersky nebst 59 Mann. Oberstlieutenant 
Graf Kinsky wurde vom General Loudon zur besondern Aus- 
zeichnung mit der Nachricht des erfochtenen Sieges an den 
kaiserlichen Hof nach Wien gesendet, und daselbst von der 
Kaiserin Maria Theresia mit einer kostbaren Dose und einem 
Ring beschenkt. Im November j. J. war das Regiment beim 
Rückzuge des Corps des FZM. Loudon von der k. russischen 
Armee nach Mähren, unter GM. Graf Bethlen bei der Avant- Garde. 
Im Feldzuge 1760 bei der Unternehmung auf Schlesisch- 
Neustadt hatte das Regiment die Arriere- Garde des preussi- 
schen General Golze mit so gutem Erfolge in der rechten 
Flanke attaquirt, dass die feindliche 300 Mann starke Cavallerie 
theils zusammengehauen, theils gefangen, und ö reich beladene 
Wägen erbeutet wurden. — Aber mit ganz vorzüglicher Aus- 
zeichnung kämpfte das Regiment am 23. Juni in der Schlacht 
bei Landshut, wo es ein feindliches Quarrd sprengen half, eine 
Kjtnone und 2 Fahnen eroberte. Oberst Baron Voith hatte 

10 



14« 

durch einen kühnen Angriff an der Spitze des Regiments, das 
feindliche Quarr»5, in welcbeni der feindliche Gommandant Ge- 
neral Fouquet sich befand, mit ausnehmender Tapferkeit gesprengt. 
General Fouquet, dessen Pferd todt zusammenstürzte, fiel ver- 
wundet KU Boden, und war schon in Gefahr von den Drago- 
nern zusammengehauen zu werden, als Oberst Voith schnell 
herbeieilend, ihn rettete, und auch sogleich ihm sein Pferd an- 
both. „Ich würde das schöne Sattelzeug mit naeinem Blute ver- 
derben" sagte der tapfere verwundete General, das Anerbiethen 
ablehnend. „Mein Sattelzeug -wird unendlich gewinnen, wenn 
es von dem Blute eines Helden bespritzt wird," antwortete 
der ritterliche Oberst. Hierauf bestieg Fouquet, dem Obersten 
seinen Degen überreichend, dag Pferd, und wurde als kriegage- 
fangen zu General Loudon abgeführt. — In diesem Treffen hatte 
sich der 2. Oberst Graf Kinsky nebst dem Oberstlieutenant Graf 
Jtudolf Salburg von Trautmannsdorf- Cürassier (jetzt Nr. 7) durch 
Anführung von Freiwilligen und einein glänzenden Angriff auf 
5 feindliche Grenadier-Bataillons besonders hervorgethan, wess- 
halb er, so wie für sein rühmliches Verhalten in der Schlacht 
bei Kunnorsdorf, 1762 mit dem Ritter-Kreuz des Maria 
Tber esien-0 rd ens ausgezeichnet wurde. Eben so wird die 
Umsicht und Tapferkeit des Major Sauer, der dem General 
Nauendorf die Vorstellung maclite, dass es Zeit sei die feind- 
liche Reiterei anzugreifen, wenn selbe nicht entkommen solle, 
angerühmt. Der Verlust des Regiments in diesem Treffen betrug; 
an Todten: Oberlieutenant Werniczek und Lieutenant Gillich 
nebst 1 1 Mann und 1.? Pferden ; an Verwundeten : 16 Mann 
und 19 Pferde. 

Am 17. Juli wurde der Major Baron Berlichingen des 
Regiments mit einem gemischten Commando von 70 Dragonern 
und Hussaren, bei einer Recognoszirung von dem feindlichen 
Rittmeister Roznick des Mal aebowski sehen Hussaren- Regiments 
gefangen. Am lö, August kämpfte das Regiment in der Schlacht 
bei Liegnitz, in welcher Oberst Baron Voith durch dessen zweck- 
mässige Führung viel zur bessern Ordnung des Rückzuges 
beitrug; er selbst wurde hiebei verwundet, und nebst ihm noch 
12 Mann und 2 Pferde. Todte zählte das Regiment 1 Mann 
nebst 9 Pferden, Vermisste 7 Mann und 5 Pferde. — Am 30, 
September war eine Escadron des Regiments in dem Gefechte 
bei Lindenwiese, und hat sich unter Hauptmann Kressel und 
Oberlieutenant Hoffmann gegen die preussischen Dragoner-Regi- 
menter Krockow und Alt-Platen sehr tapfer gehalten. 

Im F e 1 d z u ge 1761 war das Regiment am 1, October 
bei der Eroberung von Sohweidnitz, bei weicher sich der 2. Oberst 
Graf Kinskj durch seine Thätigkeit und Klugheit besonders be- 
merkbar machte. Nicht nur hatte er die Herbeisehaffiing der 
Leitern besorgt, sondern auch im Augenblicke der Einnahme mit 
der Unterstützungsi-Reiterei in der Festung alle Unordnung zu ver- 



ki 



147 

hindern getrachtet, wessLalb Graf Kinsky m der Belation des PZM. 
Baron London besonders angerühmt wird^ ebenso wird Hauptmann 
Ritter des Regiments wegen seiner thätigen Verwendung belobt. 
Am 5. Mai d. J. war ein Detachement von 100 Dragonern des 
Regiments Ton den preussischen schwarzen Hnssaren unter Ritt- 
meister Entier bei Friedberg überfallen worden, und mnsste 39 
Gefangene zurücklassen. — Oberstlieutenant Sauer des Regiments 
war in diesem Feldzuge mit einem gemischten Commando unter 
den Befehlen des FML. Baron Ried in Sachsen detachirt. Ein 
preussisches Frei-Bataillon hatte das Dorf Krumbach besetzt; jedoch 
bei Aufstellung seiner Pikets einen abgelegenen Seitenweg zu 
beobachten vernachlässigt; Sauer, der hievon sichere Kundschaft 
erhalten hatte, machte sogleich den Entwurf zum Ueberfall dieses 
Postens. Er postirte eine Escadron des Regiments nebst einem 
kleinen Commando-Hussaren auf den gewöhnlichen Wegen so nahe 
am Dorfe, als es um nicht vor der Zeit entdeckt zu werden 
möglich war. Mit den übrigen prellte er durch den erwähnten 
Seitenweg unvermuthet, und mit einem solchen Ungestüm in das 
Dorf, dass die Preussen nicht in's Gewehr tretten konnten, und 
sich in grösster Unordnung zerstreuten, wobei 10 Offiziere und 
150 Mann gefangen wurden. Als General Hülsen im Lager bei 
Beimerich stand, machte Oberstlieutenant Sauer den Entwurf, 
einen seiner Vorposten zu überfallen. Als er nun, um seinen Zweck 
desto sicherer zu erreichen, ganz nahe beim feindlichen Lager 
vorbeischleichen wollte, bemerkte er, dass selbes ganz leer zu 
sein schien, und die Lager-Feuer nur zum Scheine unterhalten 
wurden. In der That war das feindliche Corps bereits abgerückt. 
Da Sauer hieraus auf eine heimliche Unternehmung der Feinde 
schloser, fiel er mit einigen seiner Leute in*s Lager, sprengte einige- 
male auf und nieder, Uess wiederholt das Gewehr abfeuern, und 
machte überhaupt einen so starken Lärm als möglich. Sobald aber 
die im Lager zurückgelassene Bedeckung in*s Gewehr trat, und 
auf die Dragoner zu feuern anfing, zog sich Oberstlieutenant Sauer 
ohne den geringsten Verlust schnell zurück. Diese Unternehmung 
so gerin^Ügig sie auch scheint, hatte sehr wichtige Folgen. Die 
Arri^re-Garde des Hülsen'schen Corps, welches abgerückt war, 
um mit Tagesanbruch den General Ried zu überfallen, war noch 
nahe genug, um den Lärm im verlassenen Lager zu hören, und 
meldete es dem General Hülsen. Dieser dadurch selbst einen 
Ueberfall vermeinend, liess seine Truppen sogleich umkehren, und 
marschirte init grosser Vorsicht seinem eigenen Lager zu Hülfe, 
und als er den wahren Verlauf der Sache erfuhr, war es schon 
zu spät den entworfenen Angriff wieder zu unternehmen. 

Im Feldzuge 1762 stand Oberstlieutenant Sauer am rech- 
ten Ufer der Elbe, und erfuhr, dass der preussische Posten zu 
Borsdorf in seinen Sicherheits- Anstalten ziemlich nachlässig sei, 
weil er glaubte durch die Elbe vor allen Ueberfkllen genügsam 
gesichert zu sein. Diese Nachlässigkeit benützte Sauer mit sehr 

10» 



US 

gutem Erfolge. Er setzte echv^iinmeod mit einem kleinen Com- 
mando durch den Fluas, überfiel einen Vorposten, der eben ganz 
ruhig in der Ablösung begriffen war, hieb einige Leute zusam- 
men, macbte 2 Offiziere und 35 Mann zu Gefangenen, und erbeu- 
tete 74 Proviant- Pf er de. Noch elie die Preussen vom nächsten 
Posten zu Hülfe eilen konnten, kehrte Sauer mit seinen Drago- 
nern über die Elbe Kuriick, und brachte die Beute glücklich 
in'e Lager. Das Zutrauen auf Sauers Tapferkeit war bei seinen 
Untergebenen unbeschränkt, weil er sich immer selbst an ihrer 
Spitze der Gefahr ausgesetzt, und in den meisten Atfairen mit 
eigener Faust seinen Mann erlegt hatte. Am 2. August war 
das Regiment im Treffen bei Töplitz, und im September bei 
den verschiedenen Operationen der Keichs-Armee in Sachsen 
betheiligt. In der Schlacht bei Freiberg den 15. October, als 
die Preussen in Maüegsch in einer dasolhst eroberten Kedoute 
standhaften Widerstand leisteten, machte Oberst Baron Voith 
mit dem Rogimonte einen kühnen Angriff, drang in die Schanze 
und machte 3 Offiziere mit 3Ü Mann gefangen. Oberstlieute- 
nant Sauer, der sich hier abermals mit Ruhm bedeckte, erhielt 
1763 für seine wiederholten glänzenden Waffontbaton das Rit- 
te i'-Kre uz des Maria Theresien-Ordens. Der am 15. 
Februar 1763 auf dem Lust-Schlosse Huhcrtaburg in Sachsen 
unterzeichnete Friede endete den siebenjährigen Krieg, eine 
glänzende Epoche des Ruhmes dieses erst 5 Jahre seines Beste- 
hens zählenden Regimentes. 

Im Jahre 1764 hatte das Regiment zu Jedlersee die 
feierliche Standartenweihe, im August 1765 waren 3 Escadrons 
am kaiserliehen Hoflager zu Innsbruck, und fungirten bei den 
Trauerfeierlichkeiten des am 18. daselbst verstorbenen Kaisers 
Franz I., 1766 war das Regiment zur Aufwartung in Wien, 
und 1767 ward dasselbe zum Chevaus legers-Regimente 
übersetzt. 1770 war es im Lust -Lager bei Neustadt nächst 
Olmütz, und produzirte sich vor Kaiser Joseph IL und König 
Friedrich II. von Preussen. 

Im baierisehen Erbfo Ige-Kriege 1778 zwischen Oeater- 
reich und Preussen stand das Regiment unter dem Corps des 
G. d. C. Fürsten Carl Liechtenstein, bei der Armee des FM. 
Loudon, in der Nähe von Leitmeritz. 

Am 31. Juli im Vorposten-Gefechte bei Giessh übel haben 
der Major Stegner und Rittmeister Rottmann des Regiments mit 
ihrer Abtheilung ein feindliches Commando zum Weichen gebracht, 
wobei der sächsische Oberst Graf Bellegarde nehst 21 Mann 
gefangen, und 18 Pferde erbeutet wurden. Ueberhaupt machte 
das Regiment auf den kleinen Streifzügen und Vorposten -Gefech- 
ten dieses ohnediess nur kurzen Feldzuges wiederholt Gefangene und 
Beute; dagegen gerieth bei Gelegenheit einer Fouragirung der 
Preussen jenseits der Paskopole Oberlieutenant von Schustekli 
des Regiments in feindliche Gefangenschaft. 



f49 

Am 5. Februar 1779 bei Gelegenheit Jes feindlichen 
Einfalles des General-Lieutenants MöUendorf aus Sachsen, wurde 
ein bei Brüx auf den äussersten Vorposten unter Rittmeister 
Damiani stehendes Piket von der preussischen Avant-Garde zuerst 
angegriffen, und musste nach tapferer Gegenwehr der feindli« 
chen Uebermacht weichen. 

Während der Feldzüge 1788 und 1789 gegen die 
Türken, stand das Regiment in Mähren, mit dem Stabe zu 
Ungarisch-Brod, und wurde im Frühjahre 1790 nach Galizien 
zu dem Armee-Corps beordert, welches zu jener. Zeit dort gegen 
die preussische Grenze aufgestellt wurde; 1791 kam der Stab 
nach Rzeszow in West- Galizien. 

Im Jänner 1793 marschirte das Regiment durch Deutsch- 
land zur Armee des FM. Prinzen Coburg nach den Niederlan- 
den, wo der Krieg mit der französischen Republik eben aus- 
gebrochen war. — FML. Prinz Ferdinand Würtemberg, zu dessen 
Corps das Regiment gehörte, hatte am 3. März die Franzosen 
aus Aachen vertrieben, und diese Stadt besetzt. 

Am 4. wurde die Verfolgung des Feindes auf der Strasse 
gegen Lüttich über Herve fortgesetzt. Bei dieser Gelegenheit 
hatte FML. Prinz Würtemberg der Majors -Division des Regi- 
ments den Befehl ertheilt, einer feindlichen, auf der Höhe von 
Herve stehenden Batterie von 7 Kanonen entgegenzurücken. 
Rittmeister von Schustehk rückte mit seiner Escadron trotz des 
mörderischen feindlichen Feuers gerade auf die Batterie los. 
Angekommen auf die Entfernung des Kartätschenschusses, fand 
sich ein Hohlweg vor der Fronte der Batterie, der auf 200 
Schritte von ihr parallel mit derselben lief. Rittmeister von 
Schustekh stürzte sich ohne höheren Befehl der E)rste mit seiner 
Escadron in denselben hinab, und auf der andern Seite wieder 
hinauf, die andere Escadron folgte der seinigen, die Artilleri- 
sten wurden zusammengehauen und die Kanonen erobert. FML. 
Prinz Würtemberg, als Augenzeuge von Schustekhs Entschlos- 
senheit, stellte diesem tapfern Offizier darüber ein sehr ehren- 
volles Zeugniss aus. — 

Am 20. Ap ril hatte eine Escadron des Regiments von 2 Divi- 
sionen des Infanterie -Regiments Graf Wenzel Colloredo, (jetzt 
Nr. 56) unterstützt den Posten Gudin auf das Tapferste vertheidigt. 
In der Schlacht von Famars am 23. Mai deckte Rittmeister von 
Schustekh mit seiner Escadron den Angriff der englischen Rei- 
terei auf die zwischen den Dörfern Guerenain und Artre auf- 
gestellten feindlichen Truppen, und nahm bei dieser Gelegenheit 
zwei zurückgelassene englische Standarten in Schutz, deren Be- 
deckung nicht hinreichend gewesen wäre, den darauf gemach- 
ten Angriff der Feinde vorzuenthalten. Der Herzog Friedrich 
von York sprach darüber in einem sehr ehrenvollen Zeugnisse, vom 
18. Juni aus Estreux bei Valenciennes, seine Zufriedenheit gegen 
den Rittmeister von Schustekh aus. 



160 

Am 23. Juli zeichneta sich Oberst Baron Elsnitz, bei 
einer Recognoszirung der feindlichen Lager zwischen Cambray 
und Oisy, während der Belagerung von Valenciennes, mit dem 
Regimente aehr vortheilhaft aus, indem er mit 200 Chevaux- 
legera und einer Division von Stuart-Infanterie (jetzt Nr. 18) 
auf dem linken Ufer der Scarpe, eine Demonstration gegen 
die vom Feinde besetzte Abtey Deflienes unternommen und 
zwei französische Piquete verjagt hatte. Am 21, August bei 
der Eroberung des französischen Lagers bei Ost-CapeJle, unter 
dem hannoverischen General Freitag eroberte eine Division des 
Regimentes zwei Kanonen, ebenso wird das tapfere Verhalten 
des Regiments am rechten Flügel der Armee, im Treffen bei 
Cyaoing am 22. October, in der betreffenden Relation vorzugs- 
weise angerühmt. 

Im Feldzuge 1794, als am 22. Mai der französische 
General Pichegru gegen Toumay vorrückte, um die österreichi- 
sche Armee von dort zu verdrängen, war Major von Schuetekh 
des Regiments beauftragt die Artillerie der Brigade dos GM. 
Graf Bellegarde mit seiner Division rückwärts zu begleiten. Er 
bemerkte aber gerade zu dieser Zeit, dass die österreichische 
Cavallerie des rechten Flügels, welche im Vorrücken begriffen 
war, von der feindlichen Infanterie, welche in den Dörfern 
Templeuve und Blandain stand, würde aufgehalten werden. 
Schustekh entschloss sich daher schnell, die feindliche [nfanterie 
aus den zwei genannten Dörfern zu vertreiben. Er theilte 
seine Division in mehrere kleine Abtheilungen, drang von allen 
Seiten durch die Gärten in die Dörfer ein, hieb die feindliche 
Infanterie nieder oder jagte sie hinaus und veranlasste dadurch, 
dass die österreichische Cavallerie ihren Angriff fortsetzen, und 
die in der Zwischenzeit sich gesammelte österreichische Infan- 
terie in den Dörfern wieder festen Fuss iassen konnte. Se, 
Majestät Kaiser Franz gaben dem Major von Schustekh darüber 
die Allerhöchste Zufriedenheit in den huldvollsten Ausdrücken 
zn erkennen. 

Im Feldzuge 1795 kämpfte das Regiment mit gleicher 
Auszeichnung in Deutschland. Im Treffen bei Bemmel an der 
Waal hatte eine Escadron sich bei diesem Dorfe durch glän- 
zende Tapferkeit gegen eine bedeutende feindliche Uebermacht 
hervorgethan. Am 23. October bei dem Rückzuge der Fran- 
zosen von Mainz hat sieb Oberst Baron Elanitz in der Ver- 
folgung des Feindes ausgezeichnet und war von Mühlhain bis 
Düsseldorf vorgerüi^kt. Am 12, November hatte sich das Regi- 
ment unter der tapfern Führung seines genannten Obersten, in 
der Verfolgung der Feinde bei Türkheim und am Frankentbalerbaohe 
vorzüglich ausgezeiubnet und verdrängte durch seine raschen Angriffe 
den Feind aus Leistadt, Kablstadt und Ulmstein. Bei dieser Ge- 
legenheit sicherte Oberst Baron Elsnitz, durch eine Vorrückung 
»uf Wartenheim und Hartenburg die rechte Fiaoka des General 



1»1 

Eray. Am 16. November bei der Avant-Garde hatte das Regi- 
ment in Frankenstein den Feind durch wiederholt kräftige Attaquen 
verjagt und war bis Hochspeyer vorgerückt. Bei allen diesen 
Grefechten werden die Rittmeister von Provencheres und Graf 
Schaffgotsche des Regiments wegen ihrer Tapferkeit vorzüglich 
angerühmt. Am 5. December bei Dalsheim sind 30 Chevauxlegers 
des Regiments abgesessen und mit Sturm in diess Städtchen ge- 
drungen^ eine halbe Escadron, welche den Ort umritt, unterstützte 
diesen Angriff auf das thätigste, so dass die Franzosen bis Nied er- 
flörheim vertrieben wurden. Die ersten Tage dieses Monats stand 
Major von Schustekh des Regiments mit seiner Division bei der 
Avant-Garde der Armee des FM. Grafen Clerfait, in der Brigade 
des GM. Baron Kray, in Cantonirungsquartieren hinter der Röer 
als der Feldmarschall den Angriff auf den französischen General 
Marceau bei Weissenheim befahl, um diesen von der Röer ganz 
zu vertreiben, hinter welcher er sich bisher immer verstärkte. 
Der Feind hatte seine Stellung bei den Dörfern Odernheim 
und Lethweiler, und wurde am 8. mit so gutem Erfolge an- 
gegriffen, dass er mit grossem Verluste seine Position räumen 
musste. Das Regiment wirkte kräftig zu diesem Erfolge mit und 
FM. Graf Clerfait sagt in seinem Berichte an den Kriegspräsidenten 
FM. Graf Wallis, ^ dass sich Major von Schustekh von Karaczay 
bei dieser Gelegenheit neuerdings auf das vorzüglichste ausge- 
zeichnet habe.^^ Ausser diesem Stabs - Offizier des Regiments 
nannte Graf Clerfait auch den Obersten Baron Elsnitz unter den 
,, vorzüglich Ausgezeichneten.** Wenige Tage darauf, am 15. hatte 
sich Major von Schustekh mit seiner Division, bei der Einnahme 
der feindlichen Position des stumpfen Thurmes bei Trier mit 
gleicher Tapferkeit hervorgethan. Diese wiederholten vorzüglichen 
Leistungen hatten im nächsten Capitel des Maria Theresien- 
Ordens im Mai 1796 die einstimmige Verleihung des Ritter- 
kreuzes an den. tapfern Major Emanucl von Schustekh zur Folge. 
Im Feldzuge 1796 war das Regiment bei der in Deutsch- 
land operirenden Armee verblieben, und hatte unter der ruhm^ 
würdigen Führung seines tapfern Obersten des Ma ria Theresien- 
Ritters Grafen Max Merveld, am 15. Juni im Treffen bei Wetzlar 
wesentlich zum Siege beigetragen. Eine Division des Regiments 
hat mit einer Escadron von Nassau- Cürassiere (jetzt Nr. 5) einen 
zweiten Angrifi in die linke Flanke des Feindes unternommen, 
nachdem bereits einige Hussaren - Escadrons geworfen waren, 
während fast gleichzeitig eine andere Division des Regiments dit^ 
feindliche Batterie auf den Höhen von Altenstodten angegriffen, 
eingenommen, somit das Schicksal des Tages entschieden und drei 
Kanonen sammt Munitionskarren erobert hatte. Die Rittmeister 
von Provencheres und Graf Schaaffgotsche, welch* letzterer an 
seiner hier erhaltenen tödtlichen Wunde gestorben ist, werden in 
der Relation unter den Ausgezeichneten jenes Tages genannt. 
Am 19, Juni im Treffen bei Uckerad hat Oberst Graf Merveld 



T52 

mit einei- Division dfis Regiments durch eine kräftige Attaque dig 
gefährdete österreichiBche Infanterie nnd Geschütze gerottet, und 
die andrängenden Feinde über den Haufen geworfen. Nebst die- 
sem tapfem Obersten lobt die officiella Relation noch das Wobl- 
verbalten des Rittmeisters Baron Waltcrskirehen des Regiments. 
Am 6. August wurde Major von Schustekh in einem der verschie- 
denen Vorposten- Gefechte in der Gegend von Forchheim durch 
einen Schuss in den Unterleib schwer blessirt. Am 3. September 
in der Schlacht bei Würzburg haben z^woi Divisionen des Regi- 
ments mit üwei von Dlankonsteiii-Hussaren (jetzt Nr. 6) unter 
Generitl Graf I-Jadik in zwei ieiudliehe Bataillons eingehauon und 
solbe thcils sers[>rengt, tbeiif gefangen. Rittmeister Proveneherea 
und Ühorlieuteiiaui. Christ dos Regiments wurden lueboi verwundet 
nnd sowie auch Rittmeister Baron Walterskirchen wegen ihrer 
hervorragenden Tapferkeit angeiührat, — Am 5. September im 
Treffen bei Handschnhsheim hatte der Oberlieutenant Graf Mier 
des Regiments den Franzosen allein 23 Munilionawägen abgejagt, 
dieselben stets in Flanke und Bücken beunruhigt und viele Gefan- 
gene eingebracht; einen Monat später am 4. October in der Ge- 
gend von Friedingen war es diesem eben so klugen und umsichtigen 
als tapfern Offizier gelungen, den französischen Agenten Hauamaan, 
Gommissär der vollziehenden Gewalt, aufzuheben. — Am 4. Nobr. 
bei der Belagerunf^' von Kehl ist eine Division des Regiments mit 
einer von Levenehr-Chevauxlegers (1 S06 reduzirt) den zurückge- 
drängten österreichischen Posten an der Kinzig zu Hilfe gekommen, 
beide zusammen trieben nun gemeinsam die Franzosen zurück 
und eroberten ein schon verlorenes Geschütz wieder. Die Mann- 
schaft des Regiments hat während dieser Belagerung die tägliche 
Zulage an Wein und Fleisch nicht genommen, sondern den Ge- 
neralissimus Erzherzog Carl gebeten, selbe der Infanterie, welche 
an den Tranch^en viele Beschwerdon hatte leiden müssen, zuzu- 
wenden. 

Im April 1797 war das Regiment im Lager bei Wien, von 
wo oa über Steyermark und Krain in die ihm zugewiesene Canto- 
nirungsstation Treviso im Venetianischen abrückte. 

Im Jahre 1798 wurde das Regiment zum leichten Dragoner- 
Regiment mit der Nr. 4 übersetzt und behielt seine alten Uniform- 
Farben, grüne Röcke mit scharlachrothen Aufschlägen und weissen 
Knöpfen bei. 

Im Feldzuge 1799 bewährte das Regiment inItalien seinen 
bisherigen Ruhm. Im ersten und zweiten Treffen von Verona am 
26. und 30. März war es ungemein thätig, und als am letztem 
Tage vor dieser Stadt drei zuerst vom Feinde angegriffene österr- 
eichisclie Infanterie -Bataillone zurückgedrängt wurden, kam es 
diesen zur Unterstützung und warf mit ihnen vereint den Feind 
zurück. — Die Rittmeister Graf Neaselrode und Baron Wea- 
seleny, sowie auch Lieutenant Sunstenau^ Adjutant des 
Prinzen Hohenzollern, haben sich durch Tapferkeit im Treffen des 



153 

26. ausgezeichnet; ersterer war hiebei verwundet worden, * Am 
5. April im Treffen bei Magnano hat Oberst Graf Nimptsch das 
Regiment mit hervorragendem Muthe gegen den Feind gefuhrt, 
zwei Escadrons kamen zum Corps des k« russischen Generallieute- 
nant Fürsten Bagration bei Tortona. Während der Schlacht bei 
Magnano am 5. April hatte der Dragoner Friedrich Schweigart, 
bei Isola alta, eine französische Kanone bemerkt, welche die Feinde 
soeben gegen die Oesterreicher richten und abfeuern wollten. 
Schweigart stürzte sich mit Blitzesschnelle auf diese Kanone und 
eroberte sie ; dessgleichen hatte an eben diesem Tage der Corporal 
Kaspar Ohazy des Regiments durch persönliche Entschlossenheit 
und geschickte Führung seiner Abtheilung Dragoner eine acht- 
pfiindige Kanone sammt zwei gefüllten Munitionskarren und .12 
Zugpferden erobert. Ohazy und Schweigart erhielten beide die 
silberne Medaille. 

Am 12. Juni waren Abtheilungen des Regiments im Gefechte 
bei Modena und dem Rückzuge nach Mirandola, und es wird in 
der betreffenden Relation das umsichtige und muthvoUe Verhalten 
der Rittmeister Graf Nesselrode und Wesseleny besonders angerühmt. 
Aber ganz vorzüglich war die Haltung des Regimentes in den drei 
blutigen -Schlachttagen an der Trebia. Als die kaiserlich öster- 
reichisch-russische Armee am 17. Juni, dem ersten Tage der Schlacht 
zwischen San Giovanni und dem Tidone-Flusse vorgerückt war, 
gelang es dem Feinde, während des Gefechtes drei auf dem rechten 
Flügel postirte Kosaken-Regimenter zurückzuwerfen, die Infanterie 
zu umgehen und in Flanke und Rücken anzufallen. Oberst Graf 
Nimptsch erwog die nachtheiligen Folgen, welche dieses Unter- 
nehmen nach sich ziehen könnte, und entschloss sich, ohne erst 
hiezu einen weiteren Befehl abzuwarten, den Feind mit einem 
Theile des Regiments anzugreifen; in der That wurden auch die 
Franzosen ungeachtet ihrer Uebermacht mit beträchtlichem Ver- 
luste zurückgeworfen, 2 Stabs- und 6 Oberoffiziere und 300 Mann 
gefangen und der Rest von einigen Abtheilungen des Regiments 
über den Tidone-Fluss gejagt. Am 18. wurde der Feind, als das 
kaiserlich russische Armee-Corps gegen die Trebia marschirte, 
am linken Ufer des Flusses angegriffen und geworfen. Die 
polnische Legion unter dem General Dombrowski zog sich 
gegen das Gebirge zurück; als Oberst Graf Nimptsch ihre Be- 
wegung bemerkte, griff er sie mit 2 Escadrons des Regiments 
voll Muth und Schnelligkeit an, so dass die Legion geworfen 
und zerstreut, mehrere Oberoffiziere und 230 Mann gefangen 
genommen, 1 Kanone, 2 Munitionskarren und 1 Fahne erobert wurde. 
4 Escadrons des Regiments waren bei der Avant-Garde des 
Fürsten Bagration. Am 19. dem Tage der eigentlichen Haupt- 
Schlacht, ward Oberst Graf Nimptsch von dem Generalen und 
Regiments-Inhaber Baron Karaczay beordert, mit einem Theile 
des Regiments den rechten Flügel des russischen Armee-Corps 
zu unterstützen; in dem Augenblicke, als die Russen zum Wei- 



IM 

eben gebracht 'wurdea, drang eine starke feindliche Coloniie 
vor, um ihnen in die Flanke zu fallen, aber Oberst Graf 
Nimptech attaquirte diese Colonoe mit kluger Ausdauer, warf 
sie und nahm 100 Mann, worunter mehrere Stabs- und Ober- 
Offiziere gefangen; hierdurch gewannen die Russen neuen Muth, 
Zeit und Gelegenheit vorzudringen und den Angriff zu erneuern 
Nimptsch hatte also mit dem Regimente durch diese aus eige- 
nem Antriebe unternommene schnelle Attaijue zum glückliehen 
Ausgange der eben so wichtigen als beispiellos blutigen Sehlacht 
an der Trebia wesentlichst beigetragen. Am 20. wurde er mit 
dem Regimente bestimmt, bei der Verfolgung des Feindes die 
Vorhut zu fuhren und es war ihm zugleich vom Regiments- 
Inhaber Baron Karaczay der Befehl zugegangen, weiter zu 
dringen; er traf die feindliche Nachhut, gegen 5000 Mann an 
Infanterie und Cavallerie stark und mit 8 Geschützen versehen, 
bei San Giorgio über der Nura aufgestellt. Uebetzeugt, dass 
die feindliche Armee im vollen Rückzuge begriffen und diese 
so starke Nachhut zur Deckung desselben bestimmt sei, versprach 
sich Oberst Graf Nimptsch von einem entschlossenen und 
glücklichen Angriffe den besten Erfolg; er Hess das Regiment 
deployiren, setzte durch die Nura und griff die feindliche Cavallei-ie 
und Infanterie mit solcher Heftigkeit an, dass sie mit beträcht- 
lichem Verluste geworfen, viele Offiziere mit einigen 100 Mann ge- 
fangen, eine Haubitze und eine Kanone erobert wurden. Mitt- 
lorweile kam die kaiserlich rassische Infanterie, passJrte fast 
schwimmend die Nura und Oberst Graf Nimptsch verfolgte nun 
gemeinschaftlich mit den Russen den Feind, ungeachtet des 
durchschnittenen Terrains, unaufhörlich über 4 Stunden, so dass 
die Fliehenden bei dieser Verfolgung noch weiter gegen 1200 
Mann an Todten, Verwundeten und Gefangenen verloren, und 
der Ueberrest das Gewehr strecken niusste. — Feldmarachatl 
Graf öuworow bekräftigt in einem Schreiben an Se. Majestät 
den Kaiser Franz das ausgezeichnete Verhalten des 
Regiments Baron Karaczay-Dragoner in der Schlacht 
an der Trebia, und empfahl den tapfern Obersten Graf 
Nimptsch mit noch drei andern Oflizieren des Regiments der 
Allerhöchsten Gnade, Das Regiment zählte an diesen blutigen 
Tagen, ausser dem Verluste vieler seiner braven Mannschaft 
noch einen todten und i verwundete Offiziere , unter welch' 
letzteren auch Rittmeister Baron Walterskirchon. — Unter dem 
russischen General Befzerzky hatten sich 50 Dragoner des 
Regiments bei jedem russischen Infanterie-Bataillon durch ihre 
tapfere Unterstützung vorzüglich ausgezeichnet, welches bei 
Bobio die Ligurische, 3000 Mann starke Legion, die in die 
rechte ruasiache Flanke einbrechen wollte, angriff und mit dem 
Verluste von nahe an ÖOO Todten imd 103 Gefangenen zersprengte. 
Am 15. August in der Schlacht bei Novi, wurde der 
tapfere Oberst Graf Nimptsch wieder mit einem Thoile des 




165 

Regimtntes auf den rechten Flügel des russischen Armee-Corps 
postirt; um ihn zu unterstützen; während der Schlacht befahl 
General Baron Earaczaj^ unter dessen Befehl Graf Nimptsch auch 
hier gekämpft, als der Feind auf dem rechten Flügel und im 
Centrum zu weichen anfing, die Fliehenden anzugreifen; die An- 
höhen wurden erstiegen und der in der Ebene mit dem Artillerie"* 
Train zurückziehende Feind, mehrere Male mit Vortheil ange- 
griflten. Oberst Graf Nimptsch bemerkte, dass der Gegner bei 
dem Dorfe Pasturana durch ein Defild mit der Artillerie bergab zu 
passiren begann, er nahm sogleich 2 Schwadronen seines Regi- 
ments, griff ihn an und dieser kam in Unordnung, wodurch die 
Attaque der Bussen und dreier Schwadronen des 5. Hussaren- 
Begimentes, welche General Baron E^araczay veranlasste, begünstigt 
wurde und den Franzosen nahmhafte Verluste an Todten, Verwun- 
deten und Gefangenen, dann 21 Kanonen und 30 Munitionskarren 
kostete. — Nebst dem Obersten Graf Nimptsch wird auch Ritt- 
meister Baron Walterskirchen mit vielem Lobe in der Relation 
erwähnt. Ein Theil des Regiments wurde im August zur Deckung 
der Belagerung von Seravalle verwendet, — 

Im October war das Regiment mit dem ausrückenden Stande 
von 914 Mann und Pferden in der Dragoner-Division des FML. 
Fürsten Johann Liechtenstein und der Brigade des GM. Baron 
Elsnitz in der österreichischen Haupt-Armee im Lager bei Ora an 
der Stura eingetheilt. Am 4. und 5. November hat dasselbe mit 
gewohnter Auszeichnung in der Schlacht bei Fossano an der Stura, 
auch Genola genannt, gekämpft* In der Relation wurden Oberst- 
lieutenant von Provencherci , ilittmeister Baron Walterskirchen, 
die Lieutenants Esch, Graf Salm und Graf Brigido wegen ihres 
Wohlverhaltens angerühmt; ebenso zeichnete sich Oberst Graf 
Nimptsch durch seine umsichtige Führung des Regiments aus. 
Am .6. war das Regiment im Treffen bei Vignolo, wo Corporal 
Joseph Altmann für die entschlossene Rettung zweier bereits ge- 
fangener Cameraden, deren feindlicher, Begleitung er in den 
Rücken fiel, die silberne Medaille sich erwarb. — Im selben 
Monate hatte Oberstlieutenant Provencheres mit seiner Division 
bei Vertreibung der Feinde von Borge San Dalmazzo die 
Avant-Garde geführt, während eine Division des Regiments die 
rechte feindliche Flanke attaquirte , und sie zwang in ihre 
letzte Position bei Roccavione zu fliehen. Der commandirende 
FML. Ott führte sie in Person gegen den Feind. — Der 1800 
zum GM* avanzirte Regiments - Commandant Graf Nimptsch 
erhielt in Folge seiner wiederholten Auszeichnungen in diesem 
Regimente nachträglich 1801 das Ritterkreuz des Maria 
Theresien- Ordens. 

Im Feldzuge 1800 abermals in Italien, war das Regi- 
ment insbesondere in der Schlacht von Marengo am 14. Juni 
äusserst thätig. In der Haupt- oder mittleren-Colonne einge- 
theilt, stand es mit dem ausrückenden Stand von 1053 Manu 



1«( ■ 

und Pferden in, der Brigade des G-M. Pilati. Das Regiment hatte 
mit Kaiaer-Dragoner (jetzt Uhianen Nr. 6) bei Uebersetziing des 
Fontanone- Grabens bedeutenden Verlust erlitten. — Wachtmeister 
Altmann, welcher an diesem Tage den von feindlichen Reitern 
umringten GM. St. Julien rettete, erhielt die goldene Tapfer- 
keits-Medaille, nachdem er bereits am 6. 1799 bei Vignolo, 
wegen Rettung zweier Camcraden die silberne erhalten hatte. 
In der Schlacht am Mincio den 25. Üecember focht das Regiment 
mit seiner bewährten Tapferkeit, und bei einer von dessen wieder- 
holten Attaquen war der Major Franceschini geblieben, 

Während seines Rückzuges gegen Borghetto gab FML. Prinz 
Hohenzollern, als der französische Generallieutenant Moncey mit 
einer starken Abtheilung über Piizeti die Vorbindung mit dem 
General Suchet suchte, dem Oberst von Provencherea des Re- 
giments den Befehl, mit seinen Dragonern einzuhauen, welche, 
da die französische Reiterei vom linken Flügel durch schlechte 
Wege verhindert war, schnell herbeizueilen, die feindliche Abthei- 
lung versprengten und gegen 100 Mann gefangen machten. 

Nach dem Luncviller Frieden rückte das Regiment 1801 in 
die Stabsstation Dezhejow, 1802 aber mich Bassnno und wurde in 
diesem Jahre wieder zum Chevauxlcgors-Regimente 
mit weissen Röcken und dunkolgrüaen Aufsehlägen und dem Stande 
von 4 Divisiongn übersetzt, welche es jedoch 1806 abermals mit 
dunkelgrünen Röcken und echnrlachrother Egalisirung, wie auch 
die bisherigen gelben Knopfe mit weissen vertauschte. 

Im Feldzugo 1805 war das Regiment beim Truppencorpa 
dos FML. Baron Hiller in Süd-Tirol eingetheilt, und nach der 
Ordre de Bataille vom 18. Ocfober in der Brigade des GM. 
Sehauroth mit 6 Escadrons zur Deckung des Etschthales, zu Ro- 
voredoj Trient und Arco aufgestellt, eine Escadron war bei der 
Truppen-Abtheilung des GM. Prinzen Victor Rohnn bei Reute, 
und eine bei dem zusammengesetzten Streif-Commando des Oberst- 
lieutenant Graf Spauer von Chasteler- Jäger im Vintschgau. Bei 
der Ueberrumpelung der Stadt Bassano wirkte die Escadron, 
welche unter Befehl des GM. Prinz Rohan stand, thätigst mit; im 
Laufe des November wurden Abtheilungen des Regiments zur 
Deckung des Pusterthaies verwendet, und ausser vielen Hin- und 
Hermärschen kam das Regiment in diesem Feidzuge zu keiner 
beaondern Thätigkeit. Im Jahre 1806 bezog dasselbe die Friedena- 
station Waraadin in Croatien, welche es im Jahre 1807 mit jener 
von Agram verwechselte und von da 1808 nach Pecsvar in Ungarn 
abrückte. 

Bei Ausbruch des Feldzuga 1809 kam das Regiment zum 
8. Armee-Corps des FML. Baron Chasteler, in die Division des 
FML. Graf Albert Gyulay, und der Brigade Wetzl, zur Armee 
Sr. k. k. Hoheit des Erzh. Johann nach Inner Österreich und 
Italien. Hier hatte ob seinen alten Ruhm auf glänzende Weise 
bewährt. Am 12. April wnrde der Oberst Baron Ludwigadorf 



I5T 

mft der berst-Division Bei Campo-Formio zur Avant-Garde ver- 
wendet^ und rückte als Commandant der gesammten Vorposten- 
Linie am 13. und 14. unter einzelnen Vorposten -Gefechten bis 
Valvasone vor, allwo sich Abends das ganze Cavallerie - Corps 
der österreichischen Armee von Italien sammelte. Am 15. April 
ging die Avant- Garde gegen Pordenone vor. Der Oberst wurde 
von Cordenons aus mit seiner Division in die linke Flanke des 
Feindes detachirt. Während dem Marsche forderton Umstände 
die Zurücklassung der Oberst 1. Escadron, daher der Oberst 
nur mit einer schwachen Escadron bei ßorai-Grande auf den 
Feind stiess. Der Oberst schob den Rittmeister Bannitza mit 
einem Zug rechts vor, um das Gefecht zu beginnen. Den Ober- 
lieutenant Hummol entsendete er mit einem zweiten Zug zur De- 
ckung der linken Flanke. Die andere Hälfte der Escadron führte 
der Oberst selbst gegen den Feind, welcher Korai mit einer über- 
legenen Anzahl Cavallerie besetzt hielt. Der Verlust dieses Punktes 
hätte den Feind mit Unterbrechung seiner Communication bedroht, 
daher wurde der Angriff sctnell und mit Nachdruck vollführt. 
Der Oberst kämpfte noch, nachdem er 2 iSäbelhiebe erhalten, mit 
unerschütterlichem Muthe als Muster seiner tapfern Reiter. Erst 
nachdem er noch 3 andere Hiebe erhalten, schwanden seine Kräfte 
und er gerieth in Gefangenschaft. Der Regiments- Adjutant Ober- 
lieutenant Aichinger und Oberlieutenant Hummel fochten an seiner 
Seite mit Auszeichnung» Der erstero wurde blessirt, sein Pferd 
getödtet, er selbst gefangen. Hummel erhielt mehrere Säbel- 
hiebe. Die Corporale Enzersberger und Hofbauer nebst dem 
Trompeter Kirsch hatten sich in diesem Gefechte ausgezeichnet. 
Ein zur Unterstützung nachgekommenes Detachement von Radetzky- 
Hussaren hatte indess den Chevauxlegers geholfen, den Feind 
zur Räumung des Ortes zu zwingen* l3ie obengenannten Corpo- 
rale und der Trompeter, welche sodann den Oberlieutenant Ai- 
chinger aus der Gefangenschaft befreiten, wurden mit silbernen 
Tapferkeits-Medaillen belohnt. Der aus Pordenone von der 
Armee zurückgedrängte. Feind nahm seine Zuflucht zu einem Hohl- 
weg, durch welchen er die Hauptstrasse zu erreichen und an der- 
selben die Vereinigung seiner Streitkräfte zu bewirken suchte. 
Rittmeister Martin griff, um diess zu verhindern, die eine Colonne 
mit seiner Escadron an, und zersprengte dieselbe« Aber die ver- 
einzeinten Feinde erkletterten die steilen Wände des Hohlwegs, 
imd hinderten dadurch die weitere Verfolgung. Martin zog sich 
daher etwas zurück, sammelte seine Escadron, und wiederholte so- 
dann den Angriff, der vollkommen gelang. Er selbst erhielt in 
diesem Kampfe eine Schusswunde und 3 Bajonnetstiche. Der ganze 
feindliche Nachzug der Infanterie sammt den beigehabten Geschü- 
tzen und Munitions-Wtigen gerieth den Chevauxlegers in die Hände. 
Dieses glänzende Gefecht hatte die günstige Entscheidung herbei- 
geführt. Besonders ausgezeichnet hatte sich der Corporal Christian. 
Hansel, der aus den geschlossenen ReiKiöiv d'Wi ^«X<^V<2a^«»ss^'^^^^ 



tu 

und (leo feindlicheD Anfiibrer niederhieb. Ritfmeister Bannitza 
sammelte mehrere Versprengte von fremden Regimentern, und um- 
ging mit diesen und seiner eigenen Mannschaft ein bei Fontana 
Froda aufgestelltes feindliches Bataillon. Er griff dasselbe an, 
drang in die Reihen ein, und eroberte mit eigener Hand den 
feindlichen Adler. Das ganze Bataillon wurde gefangen. Eine 
Kanone und einige Munitions- Wägen wurden die Beute dieser 
lapfem Chevauxlegers. 

Am 16. April in der Sehlacht von Fontana-Freda gelang 
es dem Rittmeister Chevalier MikuUtz, am linken Flügel der 
Armee, unweit Porzia mit der ihm unterstehenden 2. Majors 
2. Escadron die Niederlage der Gegner zu befördern. Wegen 
der Uebermacht des Feindes und dem heftigen tieschiitz-Fener 
war die nächststehende Infanterie-Truppe mit ihren 2 Kanonen 
bereits gewichen. Dieser schon beinahe ganz umringten Abthei- 
lung kam Mikulitz mit kühnem Angriff zu Hülfe. Er rieb die 
gegen ihn, von den im Hinterhalt aufgestellten feindlichen Massen 
vorgeschickte, in Flankier aufgelöste feindliche Compagnie auf, 
und durchbrach sodann das von der Haupttruppe gebildete Quarrt. 
Dadurch konnte jene gedrängte Infanterie-Truppe wieder vorrücken, 
und mit der Escadron vereint die noch übrigen feindlichen Äbthei- 
lungen vollends zurückwerfen. Diese Angriffe trugen hauptsäch- 
lich zum allgemeinen Rückzug des Feindes bei, der damals schon 
anf seinem hnken Flügel begann. Wachtmeister Leckel und Cor- 
pora] Weyland, welche die ersten in's feindliche Quarrt gebro- 
chen waren, erhielten beide die goldene Tapferkeits-Medaille. 
Diese Escadron mit der dazu gestossenen zweiten, haben unter 
Anführung des Major Lachowsky dem Feinde in der Ebene 
noch gegen 400 Gefangene abgenommen. Am 24. April im 
Gefechte bei Murazzo, hatte eine andere Division des Regi- 
ments unter Major Baron Walterskirchen sich ausgezeichnet. 

Am 27. April machte der Wachtmeister Joseph Dra- 
weczky mit 15 Chevauxlegers den Vortrab, welchem 3 Com- 
pagnien Grenzer folgten, von Monte-Orso gegen Monte-Forte. 
Unterwegs erfuhr er, dass der letzte Ort feindlich besetzt sei. 
Mit seinen wenigen Reitern sprengte derselbe entschlossen in 
den Flecken, und fand auf dem Platze bei 100 Feinde unterm 
Gewehr stehen. Diese gaben eine Decharge auf die Chevaux- 
legers, wurden aber von diesen angegriffen, geworfen und durch 
den ganzen Ort verfolgt. Nun konnten die für die Behauptung 
von Monte-Forte wichtigen Punkte besetzt werden. Derselbe 
Wachtmeister trug sieh am 28. April in einer äusserst stürmi- 
schen Nacht an, mit 4 Reitern eine Patrouille auf dem Weg 
nach Soave zu machen. Er ritt auf einem steilen, für Cavallerie 
beinahe ungangbaren Steinwege bis an das Thor von Soave. 
Hier Hess er 2 Mann zurück. Mit den übrigen beiden rückte 
er weiter durch die Stadt, verjagte die dort angetroffene feind- 
Jicbe Vedette, und trieb das ausser dem Stadtthore aufgestellte 



I6d 

Cavallerie-Piket bis zu dem benacbbarten feindlichen Lager. Soave 
wurde nun von österreichischer Infanterie besetzt. Wachtmeister 
Drawetzky erhielt die goldene Tapferkeits-Medaille. 

Bei dem in Tirol operirenden Corps standen 3 Escadrons 
des Regiments den verschiedenen Infanterie-Brigaden Escadrons- 
und Flügelweise zugetheilt. — Der Feind wollte die bei Bran- 
zoll stehende österreichische Avant- Garde aufheben. Um diesen 
Plan zu vereiteln, wurde am 17. April der Corporal Anton 
Weiss mit 8 Chevauxlegers bei Lenove- über die Etsch geschickt. 
Dieser Unteroffizier warf die zu jenem Versuch bestimmte feind- 
liche Abtheilung, und verfolgte sie bis in die engsten Gebirgs- 
pässe, wo sie mit Hilfe der Jäger theils gefangen theils nieder- 
gemacht wurde. Corporal Weiss erhielt die silberne Tapfer- 
keits-Medaille. Ebenso auch der Corporal Paul Link, welcher 
den bei dem Angriffe nächst Trient schon umringten Oberst- 
lieutenant Graf Leiningen mit Hilfe der Gemeinen Johann Di- 
kam und Franz Beimann am 19. April aus der augenscheinli- 
chen Gefahr der Gefangenschaft glücklich errettete. Am 20. April 
verbrannte der Feind die Brücke bei Lavis, und besetzte das 
jenseitige Ufer mit Geschütz, um die Herstellung derselben zu 
verhindern. Corporal Clemens Wolf setzte mit lö Chevaux- 
legers über den angeschwollenen reissenden Avisio, fiel dem Feinde 
in den Rücken, und nöthigte ihn abzuziehen. Dann wurde die 
Brücke wieder hergestellt. Der Corporal erhielt die silberne 
Tapferkeit s-M e d a i 1 1 e. Der Pass Strub wurde nach hartnä- 
ckigem Widerstände gegen die 16000 Mann starke feindliche 
Macht endlich geräumt. Die noch übrige schwache Infanterie 
warf sich in die Gebirge. Oberlieutenant Wieser des Regiments 
aber mit 3 Corporalen und 30 Chevauxlegers stellte sich bei 
Waidring auf, um den Feind zu beobachten. Diese kleine Rei- 
ter-Abtheilung muss jedoch vor den mit Geschütz vorrückenden 
3 feindlichen Cavallerie-Divisionen weichen. Sie setzte in einem 
Abstand von nur 300 Schritten vom Feinde den Rückzug gegen 
Erpfendorf fort. Der Corporal Dietze, welcher mit 4 Mann den 
Nachtrab machte, nnd plänkelnd folgte, stellte sich hinter ein 
vorstehendes Haus, und lauerte auf den vorausreitenden feindlichen 
Offizier. Bei dessen Annäherung schoss er diesen vom Pferde, 
und hemmte dadurch die Verfolgung in so weit, dass die Ab- 
theilung einen Vorsprung gewann, und ihre Schwäche in der 
vom Bäumen tknd Gräben durchschnittenen Gegend verbergen 
konnte. Als der feindliche, 60 Reiter zählende Vortrab endlich 
dennoch einen Angriff unternahm, jagte Oberlieutenant Wieser 
denselben bis zur Anhöhe von Waiding zurück, und verschaffte 
sich dadurch für den Rest des Tages Ruhe. Nachts befahl Gene- 
ral Fenner den Rückzug. Nach einem Marsche von 3 Stunden 
musste Oberlieutenant Wieser wieder umkehren, und im Trab 
und Gallopp zur Unterstützung des Landsturmes von St. Johann 
eilen. Als er diesem Ort nahte, kam ihm ein zurückweichende« 



f«9 

Corps von 2000 Bauern entgegen. Diesem folgte eine nngefätr 
100 Mann starke feindliche Cavallerie-Truppe nach. Obeiüeutenaot 
"Wieser hatte seine 33 Mann in Plänkler eufgelöst, und hielt daa 
Vorrücken dieser Feinde so lange auf, bis ihre Haupttruppe nach- 
kam. Diese griff nun ernstlich an, wurde aber von den Chevaux- 
legers durch eine Carabiner-Salve in Unordnung gebracht, und 
zog sich zurück. Obeilieutenant Wieser benützte diesen Augen- 
blick, um seinen eigenen Hückzug auszuführen. Zu seiner Siche- 
rung Hess er einen, bei der schmalen Brücke von öt. Johann 
stehenden Wagen in die Quere stellen. Dadurch war der Feind 
aufgehalten, und Wieser kam in St. Johann ohne Verlust an. Den 
13. Mai musate das bei Ööll gestandene Corps des FML. Marquis 
Chasteler vor dem mit 16000 Mann anrückenden Feinde zu- 
rückweichen. Derselbe überwand durch seine üebermacht alle 
Hindernisse, welche ihm die Tapferkeit der Österreichischen Trup- 
pen entgegensetzte. Er drang über Wörgel bis gegen Kundel 
vor. Rittmeister llaiiuaun forniirtc mit der Oberstlieutenanta-Divi- 
sion die Arriere-Garde, er schied nun diese, welche nur mehr 80 
ßoiter zählte in B Abtheilungen. Bei Annäherung des Feindea 
fiel er mit der ersten Abtheilung, in dessen Vortrab, hieb die meisten 
feindlichen Soldaten nieder, und warf die fliehenden auf ihre Un- 
terstützung. Diese rückte nun zwar bis zu der zweiten Abthei- 
iung der Chevauxlegers vor, wurde jedoch auf die nämliche Art 
wie der Vortrab abgewiesen. Auch ein dritter feindlicher Angriff 
wurde mit gleicher Tapferkeit zurückgeschlagen. Die Chevaux- 
legeis wurden nun von der Infanterie aufgenommen, führten jedoch 
während des weitern Eückzuges noch 3 kraftvolle Angriffe auf 
die feindliche Avant-Garde aus, um diese in ihrem Vordringen 
aufzuhalten. Die Division war iu den 6 Attaquen von 80 auf 30 
ßeiter zusammengeschmolzen. Der Feind verfolgte dieselbe bis vor 
daa Thor von Kattenberg. Dieses versperrten Kittmeiater Hai- 
mann und die belli euten an (s Altmann und Wieser, und hielten 
dadurch den Feind von dem Eindringen ab. Der Rückzug wurde 
nun vom Feinde ungestört bis Schwatz fortgesetzt. Die Relation 
des FML. Marquis Chasteler rühmte das ausgezeichnete Ver- 
halten des Rittmeister Haimann, der Oherlieutenants Altmann und 
Wieser, des Wachtmeister Hauser und Corporal Dietze, dann der 
Chevauxlegers Spatzil, Vadel, Kreulz, Kaul und Mohr. — 

Am 28. Mai hatte Rittmeister Henrion gegen den fran- 
zöaiBchen General Deroy ein heftiges Gefecht mit seiner Esca- 
dron rühmlichst bestanden. Rittmeister Bannitza Maria The- 
reaien-Ordens-Ritter war Militär- Commandant im Puaterthale, 
machte als Bolcher mehrere glückliche Streifzügo gegen Belluno, 
welches er am 12. Mai besetzte, und warf den von Vieenza 
durch das bellunesische Gebirge vorgedrungenen feindlichen Ge- 
neral Castella vor Candola über die Piave zurück, Rittmeister 
Sturm hatte sich duich Energie nnd Tapferkeit in einem Gefechte 
lei Brixeo auE^ezeicbnet, Rillmeisler HiUmer machte einen höchst- 



161 

abenteuerlichen und äusserst gewagten Streifzug über das kärntb- 
neriscbe^ salzburgiscbe und steierische Hochgebirge, und drang 
bis Judenburg vor. Bei einem gegen Ende Mai unternommenen 
Streifzug des Oberstlieutenants Graf Leiningen von Trient nach 
Bassano führte der Oberlieutenant Schaupp des Regiments den 
Vortrab. Auf die Nachricht, dass der Feind bei Bassano hinter 
einen Aufwurf und Graben Posto gefasst, griff Schaupp am 24. 
Mai diese Stellung muthvoU an, und hatte den Feind bereits 
aus derselben vertrieben, als eine Musketenkugel seinem Leben 
ein Ende machte. — Den 18. Juli rückten bei Murau in Baiern 
die österreichischen Infanterie-Colonnen des Major Theimer, und 
und Hauptmann Baron Taxis auf der dortigen Strasse gegen 
Weilheim vor, um diesen Ort zu nehmen. Oberlieutenant Alt- 
mann bemerkte plötzlich, nach 2stündigem Marsche den Feind 
in der Flanke unsere Colonne zu umgehen trachtend. Die vor- 
züglichen Anstalten, welche Altmann durch zweckmässige Auf- 
stellung einiger Jäger und Tiroler-Landes-Schützen-Compagnien 
traf, vereitelten das feindliche Unternehmen. Aber bald entspann 
sich das heftigste Feuer auf der ganzen Linie, die feindliche 
Cavallerie griff mehrmals unser Centrum an, wurde jedoch immer 
wieder zurückgeworfen. Da gelang es ihr beim dritten Angrifl 
bedeutend verstärkt die Mitte zu durchbrechen, und sich zweier 
bei den Colonnen befindlichen Geschütze zu bemächtigen. In 
diesem entscheidenden Augenblicke führt Altmann 20 Chevaux- 
legers mit heldenmüthiger Entschlossenheit der feindlichen, weit 
überlegenen Reiterei entgegen, wirft sie über den Haufen, ero- 
bert die verlorenen Geschütze wieder, und macht überdiess 
mehrere Gefangene. Der Feind, durch diesen kühnen Angriff 
überrascht, wagt keine weitere Beunruhigung der Colonne, und 
zieht sich zurück, wodurch die schon zerstreute Infanterie sich 
wieder sammeln konnte. Oberlieutenant Altmann erhielt 1810 
den Maria Theresien- Orden. In einem Gefechte bei Neu- 
markt wurde Rittmeister Baron Etsen gefangen. In Kärnthen 
waren gleichfalls Abtheilungen des Regiments beschäftigt. Am 
2. Juni stiess Corporal Johann Nowak mit 6 Mann auf der 
Yillacher Strasse auf eine feindliche Infanterie-Patrouille, und nahm 
dieselbe 1 Sergeant und 7 Grenadiere gefangen. Der bereits 
erwähnte Rittmeister Martyn hatte sich am ö. Juni freiwillig 
angeboten, mit 60 Mann Infanterie und 40 Chevauxlegers die linke 
Flanke des FML. Marquis Chasteller zu decken, er drang durch 
das Feldkirchner Thor in das Städtchen St. Veit in Kärnthen 
ein, griff die feindliche Besatzung an, welche auch nach kurzem 
Widerstände die Flucht ergriff, und dem Sieger 128 Gefangene 
überliess, auch befreite Martyn 25 österreichische Infanteristen 
aus des Feindes Händen, behauptete St. Veit bis den 6. Abends, 
und sicherte dadurch die Bewegungen des FML. Marquis Cha- 
steller. Der tapfere Martyn erhielt 1810 das Maria There- 
«ien-Ereuz. — 



r 



Bei dieser XlDtoroobmung iiattc sich Corporal Johann Mil- 
czak besonders ausgezeichnet, der mit einer Avant-Garde von 10 
Mann Infanterie und 10 Clievauxlegors dio weit zahlreichem feind- 
lichen Patrouillen warf. ' Auch dj-ang er mit der stürmenden In- 
fanterie der Erste durch das Thor von St. Veit in dio Stadt ein. 
Bei einem Ausfalle des Feindes am 6. Juni aus Klagenfurt fielen 
die Corporals Johann Enzersberger und Johann Hofhauer mit 
ihren Bereitschaften die hervorbrechenden feindlichen Tirailleurs 
an, und warfen sie auf ihre Hauptti'Uppe zurück. Hiodurch ent- 
stand eine Unordnung unter dem Feinde, der sich in die Stadt 
zurückzog, wodurch die weit sch-wächcren österreichischon Truppen 
ihren Marsch ungestört fortsetzen konnten. In der Nähe von Vil- 
lach bei dem Dorfe Treffen sticsa Corporal Johann Suva am 7. 
Juni mit 5 Mann auf eine wenigstens Smal stärkere feindliehe 
Cavallerie-Ptttrouiile. Der Gemeine Franz Nohel drang der Erste 
in die Feinde ein. Seine Cameraden folgten, und die Patrouille 
wurde versprengt, der feindliche Offizier bÜoh todt am Platze. 
Nohel latte 9 Säbelhiebe erhallen. 

Im Mai war bei der Brücke von Oospich in Dalmatien 
die dort aufgoslolltc Infanterie und das Geschütz in drohender Gefahr 
eine Beute dos Feindes zu werden, da eilte Lieutenant Tiede- 
mann mit dem vierten Zuge der 1. Majors- 2. Esoadron herbei, 
schlug den Feind zurück und verschaffte der Infanterie die 
Zeit sich zu sammeln und wieder vorzurücken. Bei diesem 
Angriff zeichnete sich vorzüglich der Corporal Jaszinelk und 
die Chevauxlegers Landa und Kabatsch aus, welche zwei 
ihrer schon gefangenen Cameraden aus der Gefangenschaft be- 
freiten. Corpora] Langer, welcher mit 6 Manu eine 30 Mana 
starke feindliche Abiheilang überraschte und zum Rückzüge 
zwang, verdient besonders erwähnt zu worden. 

Ende Juni war das Regiment mit der Armee des Erzh, 
Johann in Ungarn. Am 24. Juni griffen 120 feindliche Reiter 
bei Sümegh das Piquet an, auf welchem Corporal Adam Dimer- 
ling mit 6 Gemeinen stand. Diese leisteten eine Viertelstunde 
den entschlossensten Widerstand bis die Unterstützung herbeikam 
und mit dem Piquot vereint den Feind zurückschlug. Die 
Chevauxlegers Johann Kberl und Franz Hotfmann zeichneten 
sich bei diesem Vorfall aus. Einen gleichen noch bewunderns- 
werthern Widerstand leistete derselbe Corporal am 29. Juni bei 
Rendeich, welchen Posten er mit 6 Mann gegen 50 feindliche 
Reiter eine Stunde vertheidigte, bis die Verstärkung ankam, 
mit welcher der Feind vortrieben und Eendeich behauptet wurde. 
Nach dem beendeten Feldzug erhielt das Regiment die Frieden«- 
Station Wels in Ohorösterreich, 18U aber jene von Debreezin 
in öngarn. 

Im Jahre 1812 wurde ea zum österreichischen tmtar dem 
Befehl des FM. Fürsicn Schwarzenberg stehenden Auxiliar-Corps 
jjjich GflJizien gezogen und mit O'Reilly ■ Chevauxlegers (jetzt 



163 

ühlanen Nr. 8) in der Cavallcriie-Brigadö des GM. von Zech- 
meister eingelheilt. Im Juli rückte das Auxiliar-Oorps gegen 
Russland vor, und traf am 8, in Pruszany ein. Die ebenerwähnte 
Brigade, bei welcher das Regiment zugetheilt war, wurde nach 
Kobrin entsendet, von wo sie Detachements gegen Pinsk und 
Radno zur Verbindung mit der Infanterie unterhielt. Am 12. 
August während des Grcfechts bei Gorodeczna rückte diese 
Brigade zur Verstärkung des 7. Corps unter Reynier vor, bei 
Podubnie erfolgte ein Zusammenstoss mit der sächsischen Brigade 
Sahr und dem Feinde. Die Brigade Zechmeister bedrohte in 
dieser Schlacht den Rücken des linken Flügels der Russen. 
Das Regiment machte mehrere Attaquen in die linke Flanke 
von zehn, gegen das Ceiitrum der Brigade Zechmeister vor- 
lückenden, von 2 Dragoner-Regimentern unterstützten Escadrons 
tartarischer Uhlanen, deren Front von dem sächsischen Dra- 
goner-Regimente Polenz nebst einigen Escadrons sächsischer 
Hussaren angegriffen wurde. Der Feind war mit bedeutendem 
Verluste nach seiner Soutienlinie zurückgeworfen und Tags dar- 
auf von der ganzen österreichisch und sächsischen Cavallerie 
auf der Strasse nach Kobryn weiter verfolgt, insbesondere war 
68 die Brigade Zechmeister, welche mehrere feindliche Tirail- 
leurs abschnitt und 2 starke russische Cavallerie- Abtheilungen 
zu einem präcipitirten Rückzug gegen Kobryn bewog. Am 16. 
August bestand diese Brigade bei Ploski noch ein unbedeuten- 
•des Gefecht mit der- russischen Arriere - Garde. Der Feind 
^wurde nun auf seinem weitern Rückzuge von den beiden Armee- 
Oorps (österreichischen Auxiliar und (7. sächsisches) Corps Reynier) 
tinter mehreren Gefechten über den Muchaviec, den Przrbiec, 
-die Wyszowska, die Turia und den Styr verfolgt. Als aber 
die Truppen Tschitschakows im September am Styr anlangten, 
•befahl Fürst Schwarzenberg seinen beiden Corps den Rückmarsch 
anzutreten, Oberstlieutenant Baron Walterskirchcn des Regiments 
führte mit vieler Umsicht ein Streif-Commando, welches dem 
Feinde viel Schaden beifügte, und mehrmals Munitions- und 
•Proviantvorräthe erbeutete. Das Regiment formirte auf dem Rück- 
zuge bald die Avant- oder die Arriere-Garde des Auxiliar - 
Corps^ bezog Ende Februar 1813 seine Winterquartiere an der 
galizisch-russischen Grenze, wo es einen starken Patrouillendienst 
zu unterhalten hatte und Ende April bei Krakau ins Lager 
rückte. 

Im Mai 1813 marschirte das Regiment, nachdem es schon 
1812, eine Division aufgelöst und in die andern vertheilt hatte, 
mit 6 Escadrons zu der in Böhmen sich sammelnden Armeie 
^es FM. Fürsten Schwarzenberg. Bei Ausbruch des Feld- 
^uges im August 1813 wurde das Regiment in die Brigade 
des GM. Baron Baumgarten des IV., vom G. d. C. Griif 
Elenau befehligten Armee-Corps eingetheilt und war am 27. 
in der Schlacht bei Dresden, von wo es tv^^Vl ^^tdl ^nä^8^^^^^ 



r 



164 

der alliirten Haupt-Ärmco in die Gegend ron Kotniuotan 
abrückte und dort lagerte. Anfangs September wurden 4 Esca- 
drons des Regiments zur Infanterie-Division des FML. Mayer 
abgegeben und Überatlieutcnant Baron Gassor mit seiner Divi- 
sion dem Streif-Corps des GIj. Tbielemann zugewiesen. Am 
20. j. M. setzte sich das IV. Armee-Corps gegen Sachsen in 
Bewegung; das Streif-Corps Thiolemanns liatte am 24. zwischen 
Altonburg und Gösoitz ein Gofeeht mit einei- derartigen feind- 
lichen Uebermaclit, dass es weichen musste. Der Corpoi 
Mathias Scliifferth des Regiments wurde mit 12 Mann zur Ver- 
stärkuup: der Plitnkler vorgeschickt. Er hielt durch sein wohl- 
geleitetes Feuer die Feinde im Vorrücken auf, umJ deckte atii 
diese Weise den Rückzug bis zur Brücke bei Möckern. Hier stellte 
er sich auf, liess die Hälfte seiner Mannschaft absitzen und auf 
den nachrückenden Feind feuern. Während Schiffertii dadurch 
den Feind beschäftigte, gewann eine Abtheilung Kosaken Zeit, 
eine Attaque auszuführen, durch welche der feindliche Vortrab in 
Unordnung gerieth. Aber gar bald verstärkt, warf der Vortrab 
später die Kosaken zurück, tödtotc mehrere derselben und nahm 
einige gefangen. In diesem Augenblicke stürzte sich Corporal 
Schifferth mit seinen 12 Chevauxlogers in die Flanke der feind- 
lichen Reiterei, zerstreute dieselbe und gewann dadurch den übrigen 
Kosaken Zeit, sich über die Brücke zurückzuziehen, Corporal 
Schifferth erhielt die goldene Taferkeits-Modaille und das 
k. russische Georgskreuz 5. Classe. — Am 26. bemächtigte 
sich jenes russisch-österreichische Streif-Commando der Stadt Älten- 
burg nach kurzem Kampfe, bei welcher Gelegenheit die anwesende 
Division des Regimentes 1 Mann todt, 3 Mann und 5 Pferde ver- 
wundet hatte. An eben diesem Tage standen von den beim IV. 
Armee-Corps eingetheüten 4 Eacadrona des Regiments, 2 unter 
FML. Baron Mohr in Henzbank^ und 2 unter GM. Schaeffer be- 
setzten Gross- Waltersdorf, 

In den ersten Tagen Octobers rückte das Armee-Corps in 
Sachsen vor, und die 4 Escadrons des ReD;iment9 waren am 4. 
im Gefechte nächst Chemnitz, und am 6. Öctnber im 1. Gefechte 
bei Pennig waren 2 Escadrons unter GM. Graf Desfours anwe- 
send, und machten einige Attaquen, besonders aber war es im 
2. dortigen Gefechte, wo sich die Abtheilungen des Regiments 
am 7. besonders auszeichneten. Der Angriff eines walachischen 
Grenz-Bataillons auf dem sogenannten dortigen Galgenberge war 
bereits gelungen, als eine als Iteserve aufgestellte feindliche In- 
fanterie-Masse anrückte, und die Walachen zurückschlug. Zu- 
gleich brach eine Roiterschaar iervor, um in die Weichenden 
einzubauen. In diesem gefahrvollen Augenblicke stürzte sich 
Rittmeister Werner des Regiments mit seiner Escadron auf die 
feindlichen in der Entwicklung begriffenen Lanzenträger, und 
zwang sie mit Hinterlassung vieler Todten und 30 Gefangenen 
die ThaJschlucht der Mulde zu flüchten. Dieser glänzende 




165 

Angrift entschied das Gefecht. Die Walachen rückten neuerdings 
vor, das erschreckte feindliche Fussvolk verliess den Galgenberg 
und flüchtete nach Pennig. FML. Baron Mohr liess nun den 
gegen Rochlitz weichenden Feind durch 2 Escadrons des Regi- 
ments und Abtheilungen von O'Reilly Chevauxlegers (jetzt Uh- 
lanen Nr. 8) bis Elsdorf verfolgen. Die Relation des General- 
Stabs -Offiziers der Colonne spricht sich folgendermassen aus: 
«yHohenzoUern und O'Reilly-Chevauxlegers haben sich in diesem 
Gefechte sehr ausgezeichnet^ und den alten Ruhm des öster- 
reichischen Cavalleristen bevrährt/' — Tags darauf am 8. im 3. 
Gefechte bei Pennig griff die Oberst 1. Escadron des Regiments 
den mit Uebermacht bei Pennig wieder vorgerückten Feind kräf- 
tigst an, und warf ihn zurück. Der Corporal Gottfried Roth 
war bei Verfolgung des Feindes aus eigenem Antrieb mit 8 
Chevauxlegers auf einen Umweg bis an die Brücke der Mulde 
vorgegangen, und hatte den über dieselbe zurückziehenden Feind 
durch sein Plänkeln unaufhörlich beunruhigt. Er hielt sich dort 
so lange, bis die österreichische Infanterie kam, und die Brücke 
besetzte. Dadurch wurde dieselbe dem noch zurückgebliebenen 
Theile der Feinde versperrt, und diese mussten durch den Fluss 
gehen, um das jenseitige Ufer zu erreichen. Dem Corporal Roth 
wurde in diesem Gefechte zuerst sein Pferd erschossen, dann 
der rechte Arm zerschmettert. Er ging dennoch nicht zurück, 
und hielt mit dem ihm noch übrig gebliebenen 6 Chevauxle* 
gers standhaft den Feind auf, bis die Infanterie angekommen 
war. Corporal Roth erhielt für sein ausgezeichnetes Benehmen 
die goldene Medaille. — 

In den Gefechten bei Pennig von 6. bis 8. October hatte 
das Regiment nur geringen Verlust: Rittmeister Prinz Friedrich 
Hohenzollern nebst 3 Mann verwundet, und 2 Todte und 1 bles- 
sirtes Pferd. 

Am 10. October war Oberstlieutenant Baron Gasser mit 
seiner Division beim Thielemann'schen Corps im Gefechte bei 
Naumburg und Stössen betheiligt; — die Division hatte 2 Mann 
3 Pferde todt, den Oberlieutenant Berghaus mit 2 Pferden vermisst. 

Am 14. October bei Liebertwolkwitz, als 1200 franzö- 
slache Cürassiere die Kosaken und Hussaren der leichten russi- 
schen Division Pahlen angegriffen hatten, sandte G. d. C. Graf 
Kienau eine Escadron des Regiments unter Oberlieutenant Eott- . 
mayer nebst einer von Erzh. Ferdinand-Hussaren in die linke 
Flanke der feindlichen Cürassiere. Der Angriff dieser beiden 
österreichischen Escadronen hatte den glänzendsten Erfolg; die 
französischen Cürassiere wurden geworfen, und die russischen 
Kosaken und Hussaren gewannen Zelt, sich wieder zu formiren. 
Das Regiment hatte an diesem Tage ziemlich gelitten; Ritt* 
meister Graf Cajetan Alberti, 4 Mann und 13 Pferde blieben 
todt, — Rittmeister Werner, Oberlieutenant Baron Josef Soll, 
Lieutenant Baron Saamen, 15 Mann und 16 Pferde waren ver* 



wundet. — Mit grösseren Verlusicii kämpfte das Regiment auf 
dem fiussersten reehteii Flügel gegen Marechall Macdonald mit 
dem IV. Armee-Corps am 16. October, dem ersten Schlachttage 
von Leipzig, bei Fuchahoim, Qroas-Pösa und dem Universitäts- 
Waldo. Am 18. dem dritten Sc lila cht tage nalim das IV, Armee- 
Corps Liebertwolkwitz, Holühausen und Znckclliausen in Besitz. 
G, d, C. Graf KJenaii verfolgte mit seiner Cavallcrie, darunter 
die 4 Escadrona des Regiment:s den Feind, welcher von den 
tapfern Reitern bis hinter Stöttering zurückgeworfen wurde. 
G. d. C. Graf Klenau belobt in seiner Relation vorzugsweiso 
das tapfere und umsichtige Benehmen des Obersten Löderor 
vom ßegimente. Diesem war am ersten Scblaehttage sein Pferd 
erschossen worden, er setzte sich auf ein Dienslpferd. — Als 
dieses nun ebenfalls blessirt wurde, in dem Augenblicke, als der 
Oberst eine Attaque auszuführen hatte, ging das Pferd, durch 
die Wunde wild gemacht, mit seinem Reiter durch, rannte un- 
aufhaltsam gegen den Feind zn, und Oberst Löderer lief Gefahr 
sein Leben oder doch die Freiheit zu verlieren. Da sprengte 
der Stabs-Trompeter Carl Paupie seinem Obersten nach, hielt 
dessen Pferd auf im Angesichte des Feindes, und unter dem 
heftigsten Feuer stieg er von seinem Pferdo ab, und übergab ea 
dem Oberst, welcher dadurch wieder in den Stand gesetzt wurde, 
das Regiment gegen den Feind anzuführen, Paupie erhielt für 
sein aufopferndes Benehmen die goldene M edaitle. 

Der Verlust des Regiroenla in den drei Tagen der Leip- 
ziger Schlacht betrug; Obcrlieutenant Josef Kottmayer, 14 
Mann nebst 43 Pferden an Todfen, Major von Porleuschlag, 
RittmeiBter Moriz Hoycr, Oherlieutenant Josef Wieser, die Lieu- 
tenants Josef Baroni von Borghof und Anton Graf Wurmbrand, 
45 Mann und 32 Pferde an Verwundeten, und 13 Mann 7 
Pferde an Vermissten. — Nach dieser Schlacht kam das IV. 
Armee- Corps und mit ihm das Regiment zur Einschliessung 
Dresdens. — 

Am 30. Octobcr halte sich Oberstlieutcnant Bar. Gasser 
bei der Einnahme Rothenburgs durch das Thielomann'sebe Corps 
besonders ausgezeichnet, da er mit dem k. russischen Oberst 
Grafen Orlof der Erste in genannten Ort eingedrungen war. 
Der taplero Oberstlieutcnant Gasser erhielt in Folge seiner aus- 
gezeichneten Verwendung während seiner Zuthcilung bei den 
Russen den k. russischen Annen -Orden I. Classe und den 
Wladimir-Orden IV. Classe. 

Nach erfolgter Uebergabe Dresdens wurde das Regiment 
Endo November unter GM. Baumgarton nach Italien beordert, 
wo es den Feldzug 1814 miltnachte. Es hatte nun in der Bri- 
gade des eben genannten GM. seine Eintheilung in der Truppen- 
Division dos FML. von Fcnnel^erg, in der von FM, Graf Belle- 
garde befeliligten Armee. In den Gefechten des 8. und 9. Fe- 
bruar 1814 am Jlincio waren 3 Escadrona des Regiments zur 



167 

yerstSrkung der Brigade Bogdan, am Abende des 9. bei Pozzolo 
aufgestellt, die 3 andern Escadrons der Infanterie-^Division des 
FML. Pflacher tiberwiesen. Das Regiment hatte in diesem Feld» 
zuge keine Gelegenheit zur Auszeichnung, und marschirte nach 
dessen Beendigung nach Siebenbürgen^ später von da nach Galizien, 
wo 2 Divisionen nach ßohatyn, 2 nach Tarnopol dislozirt wurden. 

1815 bestimmt zur Armee an den Rhein aufzubrechen, 
wurde es bei der durch die Siege Wellingtons nnd Blüchers 
veränderten Sachlage Europa's, nach mehreren Märschen zurück- 
beordert, und bezog im Herbste 1815 die Friedensstation Zolkiew 
in Galizien, welche es 1832 mit jener von Saros-Patak in Ungarn 
verwechselte, 1840 rückte das Regiment nach Gross-Topolcsan 
und 1841 nach Troppau in Schlesien. — Während dieser langen 
Friedens-Epoche war Fürst Friedrich Schwarzenberg, des unsterb- 
iichen Siegers von Leipzig ältester Sohn als Major (1828 bis 
1833) Mitglied des Regiments. Dieser unter seinem Autornamen 
bekannte verabschiedete Lanzknecht hatte mit seinem für alles 
Höhejre begeisterten Sinn, mit höchster Bewilligung als beur- 
laubter Stabs-Offizior des Regiments seine Dienste während dos 
Kampfes der französischen Armee von Algier 1830 der legi- 
timen weissen Fahne der Bourbons geweiht, und war für seine 
bewiesene Tapferkeit auf den Ebenen der Metidjah, von dem 
Oberfehlshaber des k. französischen Expeditions-Heeres Grafen 
Bourmont mit der Ehren-Legion ausgezeichnet worden. 

Zur Unterdrückung des Aufstandes in Galizien war das 
Regiment Ende Februar J.846 dahin beordert worden, und wurde 
asa Krakau und Umgegend dislozirt, wo bei dem am 26. April 
1848 dort ausgebrochenen Aufstande, die daselbst stationirten 
Abtheilungen des Regiments mit den übrigen Truppen zur 
Aufrechthaltung der Ordnung thätigst mitwirkten. 

Bei Eröffnung des Feldzuges gegen die ungari- 
sehen Insurgenten im Dezember i848 wurde die Oberst- 
lieutenants-Division des Regiments in die Brigade des GM, von 
Wyss, Division Csorich des II., vom FMIj. Graf Wrbna befeh- 
ligten Armee-Corps, und die 1. Majors-Division in die Brigade 
des GM. Fürst Lobkowitz, beim Corps des FML. von Simunich 
eingetheilt. Letztere war am 16. Dezember im Treffen bei 
Tyrnau, wo der Oberlieutenant Friedrich Baron Fahnenberg des. 
Regiments verwundet wurde. Eine halbe Escadron des Regiments 
war der von ihrem Sammelplatz Teschen gegen die ungarische 
Grenze vorgerückten mobilen Colonne des Obcrstlieutenants Frisch- 
eisen von Palombini-Infanterie zugctheilt. Am 4. Dezember über- 
schritt diese den Jablunka-Pass, nachdem Tags zuvor eine Com- 
pagnie und 12 Chevauxlegers den Pass besetzt, und die dort 
angebrachte Verrammlung weggeräumt hatten. Einige tausend Re- 
bellen, die sich in Csacza gesammelt hatten, zogen sich beim 
Erscheinen dieser Truppe eiligst zurück. Später, da diese Co- 
lonne aus 4 Infanterie-Compagnien, einer halben Raketten-Bat- 



im 

terie nnd dor halben Escadron des Regimenta bestehend ea 
achwach war, um gegen eine bedeuteade feindliche Uebermachl 
vor, und Massen siuh Gammelnden Landsturmes liinter »Ich, mit 
Erfolg wirken zu können, wurde sie bedeutend verstärkt und 
deren Commando dem GM. Götz übertragen, welcher am 31. 
Dezember die Offensive ergriff, und gegen die ungarischen ßerg- 
städto vorrückte. 

Am 2ü. Dezember schon hatte FML. Simuiiioh den Major 
Erwin Graf Neipperg des Regiments mit einer halben Escadron, 
einem Infanlerie-Bataülon, einer Jäger-Compagnie, einer halben 
Batterie und 2 Raketten-Geschützen von Tymau in'a Obere Waag- 
thal entsendet, um dieses zu säubern und dio Verbindung mit der 
Colonne des Oberstlioutcnants Frischeisen aufzusuchen, der sich 
aber am 12, gegen Jablunka wieder zurückgezogen hatte. 

Am 11. Jänner 1849 war GM. Wyas mit seiner Brigade 
auf eine feindliche Arriere-Garde bei Jpoly-Sagh gestosscn, welche 
er rasch zurückwarf und sie durch 2 Escadrons des Regiments 
und 2 von Civalart-Uhlanen nobst einer Cavallerie-Batterie auf 
der Strasse nach Leva verfolgen üess, wobei dem Feinde einige 
Pferde abgenommen und 2U Gefangene gemacht wurden. Der 
Vorlust der beiden Escadrons belief sich nur auf 2 Verwundeio und 
3 todte Pferde. Am 15. wurde die Brigade Wyss bis Leva vor- 
geschuben, von wo sie sich gegen Vereböly wandte, die Abthei- 
lungen des Regiments waren aber beim Gros der nachgerUckten 
Truppen-Division Csorich in Leva verblieben. Oborlieutenant Bar. 
Bujanovics des Regiments, ein sehr gewandter findiger Offizier, 
war vom GM, Wyss nach Neutra entsendot worden, um demFML. 
Öimuoich aufzusuchen, dessen Verbindung am 17. mit der Divi- 
sion Csorich auch hergestellt wurde. 

Am 16. Jänner war Major Graf Neipperg vom FML, Si- 
munich mit einem Streif-Commando von einer hiilben Escadron 
des Regiments, 6 Infanterie-Conipagnien und einer halben Raket- 
ten-Batterio in's Neutrathal detachirt, um sowohl einen feindlichen 
Entsatz der Festung Leopoldaladt zu hindern, als im Vorein mit 
dem gleichfalls zu diesem Zwecke dotachirten GM, Bossay den 
Marsch des FML. Csorich gegen Schemnitz zu unterstützen, — 
Am 18. Jänner wm-dc Obciüeutenant Julius Graf Attems des Re- 
giments mit seinem Zuga dem gegen die Bergstädte operirenden 
Streif-Corps des Obersten Culiery vom 12. Jäger-Batailion zuge- 
wiesen, und war im Gefechte bei Hoderich am 22. Jänner gegen- 
wärtig. In der offiziellen Rotation des FM. Fürsten W^indiach- 
Grätz wird der Oberlieutonant August Baron Bujanovics; in jener 
des FML. Graf Schlick der Rittmeister Eduard Baron Geusau des 
Regiments wegen ihrer ausgezeichneten Verwendung angcrühmt. 

Im Monate Miirz war die beim Corps des FML. Simunich 
eingctheilio Division des Regiments bei der Ccrnirung Komorns. 

Bei dem am 18. April bei Dukla conzentnrten, zur Vcraläi-- 
kung der Armee nach Ungarn abrückenden Corps des F ML. 



169 

Vogel waren 2 Escadrons des Regiments in der Brigade des OM. 
y. Benedek eingetheilt. 

Am 10. April im Treffen bei Waitzen war die Oberstlieu- 
tenants-DIvision des Regiments unter Oberstlieutenant Bar. Gustav 
Lauingen^ nebst noch einer, vom Rittmeister Grafen Caboga be- 
fehligten Halb- Eseadron anwesend. Diese Abtheilungen standen 
en Fronte mit imponirender Ruhe im heftigsten Kanonenfeuer. 

Bei einem von den Insurgenten aus Komorn unternommenen 
Ausfalle gegen die der Palatinal-Linie entgegenstehende Brigade 
Sossay vortrefflich geleitet und unterstützt, von einer in's Detail 
gehenden Kenntniss der Aufstellung der kaiserlichen Truppen, 
hatte Oberlieutenant Carl Baron Yenningen des Regiments sich 
durch Geistesgegenwart und Muth ausgezeichnet, indem er einen 
Theil der von den Csikos im Stalle Überfallenen Cavallerie-Abthei- 
lungen dadurch rettete, dass er allein mit der Pistole in der Hand 
sich den feindlichen Reitern entgegenstellte, und hicdurch seinen 
Leuten Zeit zum Satteln und Zäumen ihrer Pferde gab. 

Im Sommer-Feldzuge 1849 war das ganze Regiment 
in der Avant-Garde-Brigade des GM. Benedek beim IV. Armee- 
Corps des FML. Baron Wohlgemuth, später Fürst Franz Liech- 
tenstein eingetheilt. 

Am 28. Juni in der Schlacht bei Raab bildete das Regi 
ment im ersten Treffen dea rechten Flügel des Corps, und brach 
gegen den offenen Raum zwischen der verschanzten Linie und dem 
Flusse Rabnitz vor. Kaum hatte der Feind den Aufmarsch des 
IV. Armee-Corps und die Entwicklung der Cavallerie am rechten 
Flügel wahrgenommen, als er mit bedeutenden Cavallerie*Massen, 
etwa 2 Regimentern, aus dem offenen Raum vor der Wiener- Vor- 
stadt hervorbrach, und die rechte Flanke des Corps, besonders 
der aufgefahrenen Batterien bedrohte. Aber die raschen Bewegun- 
gen, welche der Oberst und Commandant dieses Regiments Baron 
Siegenthal mit seinen Chevauxlegers dagegen ausführte, und wo- 
durch er die linke Flanke der Hussaren zu gewinnen wusste, 
hielten sie vom ferneren Vorrücken ab. Mehrere Male wiederholte 
sich ihr Versuch, scheiterte aber immer an der festen Haltung 
des Regiments, und als auch die schwere Cavallerie-Brigade Bar. 
Lederer in Staffeln zur Umgehung der Hussaren in Bewegung 
gesetzt wurde, zog sich die feindliche Reiterei, ohne ein ernstes 
Gefecht angenommen zu haben, innerhalb der Verschanzunge n 
zurück. Während die Infanterie der Brigade Benedek die innere 
Stadt Raab besetzte, rückten 2 Divisionen des Regiments mit ihrer 
Cavallerie-Batterie auf dem Wege nach Szent Iväny vor und 
machten viele Gefangene. Das ganze IV. Armee-Corps mit Aus- 
nahme der Infanterie - Brigade Benedek, besetzte noch am Abend 
des 28. die Höhe von Szabadhegy. 

In der Schlacht bei Komorn am 2. Juli wurde Nach- 
mittags die Brigade Benedek in O'Szö'ny mit bedeutender Ueber- 
macht angegriffen. Das Dorf selbst besetzte GM. Benedek. mit 



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tTQ 

11 Infanterie-Compagnien, den Rest der Brigade hatte er linke 

ausserhalb desselben aufgestellt. Gegen Abend zog sich GM. 
Benedek über erhaltenen Befehl fechtend und in schönster Ordnung 
gegen Mocsa zurück, wo das IV. Armee -Corps lagerte. Oberflt 
Eduard Baron Berai'na t. Siogenlhal, Oberstlieutenant Gustav Bar, 
Laaingen, die Majors Erwin Graf Neipperg, Mathias Graf Montmo- 
rency, die Oberlieutenanta Theodor Schmidt und Carl Gelan und 
Lieutenant Eduard von Müllenau erhielten für ihr tapferes Beneh- 
men bei Raab und Komorn am 28. Juni und 2. Juli die Aller- 
höchste Zufriedenheit. 

In der zweiten Schlacht bei Komorn am 11. Juli wurden 4 
Eseadronä des Regiments der zwischen Harkaly und Csem in 
Sohlachtordnung formirten Grenadier-Division Herzinger zugewie- 
sen, während die übrigen 4 bei der hinter Puszta-IIarkaly in 
Reserve gestellten Brigade Benedek verblieben. Auf diesen letzten 
Punkt richtete sich im Verlaufe der Schlacht das conzentrischo 
Feuer von 4 bis 5 feindliehen Batterien mit ausserordentlicher 
Heftigkeit. Die tapfern Truppen dieser Brigade, beseelt durch den 
bekannten Heldenrauth ihrcB Führers, wichen während mehrorer 
Stunden dos mörderischen Gesciutzkampfos nicht, und imponir- 
ten durch diese kaltblütige Ruhe derart den Fciud, dass er zu 
keinem Angriffe zu schreiten wagte. Die am rechten Flügel der 
Division Herzinger verwendeten 4 Escadrona des Regiments 
hatten alle rechts von Osem in zerstreuter Ordnung vorbro- 
chendcn feindlichen Cavallerie-Abtheilungen in Sehach gehalten, 
bis die Grenadier-Division Herzinger eelbst entschieden zum An- 
griff vorging, und dem weichenden Feinde am Fusse nachrückte. 
Das Regiment hatte an diesem Tage einigen Verlust an Todten 
und Verwundeten erlitten, unter den erstem befand sich der Ritt- 
meister Carl von Künstlern. 

Das Resjiment, bei der weitern Vorrückung stets in der 
Avant -Garde -Brigade Benedek, hatte im Verlaufe des Monats 
Juli Theil an der Besetzung Szolnoke, und wurde abtheilunga- 
weise zu Streifungen gegen Czibakhaza- Alpar und Csongrid 
verwendet. 

In der Schlacht von Szöreg am 5. Au(just über- 
nahm Oberst Baron Siegenthal des Regiments, nach Verwundung 
des tapfern GM. Benedek, das Commando dieser Brigade. 

Als gegen Ende der Schlacht 6 feindliehe Hussaren-Esca- 
drona vor Szöreg noch Stand hielten und die weitere Vorrü- 
ckung des IV. Armeo-Corpa ijenseits des Dammes aufzuhalten 
trachteten, — übersetzte eine Division des Regiments rasch dea 
Damm und brach unter Mitwirkung der durch Major Weber 
dea Generalstabs vom äusseraten linken Flügel eiligst herbeige- 
brachten Cavallerie- Batterie Nr. 20 bald auch diesen letzten 
geringen Widerstand der Insurgenten. Das Regiment wurde 
nach der Schlacht gegen Deayk auf dem Wege nach Zonibor 
rorgeschoben, bis welch' letzteren Orte es am ß. vorrückte. 




171 

Am 9. August in der Schlacht bei Temcsvar stand das 
IV. Armee-Corps bei Hodony, seine Avantgarde, bei welcher 
das Regiment bis auf die Arader Strasse bei Mersidorf vorge- 
schoben, um die allenfalls von Temesvar gegen Arad abziehen- 
den feindlichen Truppen und Transporte anzugreifen und abzu- 
fangen. Bittmeister Moriz von Medvey des Begiments, welcher 
ein Streif-Commando führte, stiess bei Orczidorf auf eine von 
Insurgenten- Abtheilungen begleitete Geschütz- und Bagage-Oo- 
lonne» jagte die Bedeckung auseinander, nahm zwei Stück 24- 
pfundige, zwei Stück 18-pfündige Kanonen, 260 Bagagewägen 
in Besitz, mehrere Insurgenten-Offiziere, dann 280 Mann und 82 
Pferde gefangen. Das Begiment in der Brigade seines Obersten 
war bei Mersidorf auf eine zwei Bataillons und 4 Esca- 
drons starke Insurgenten- Abtheilung gestossen, welche aber mit 
einigen Kanonenschüssen in der Bichtung gegen Temesvar zu- 
rückgeworfen, und von den Chevauxlegers verfolgt wurde. Nun 
wurde aber die Brigade Siegenthal von der Verfolgung des 
Feindes zurückbeordert über Szent Andräs zur Ueberschreitung 
des Nyaradbaches östlich vom genannten Orte im Rücken der 
feindlichen Stellung dlsponirt und, nachdem diess auf der Ara- 
der Chaussd-Brücke geschehen, wandte sich selbe links zur Um- 
gehung des sogenannten Jagdwaldes bei Temesvar und zur Ab- 
schneidung der Verbindungen gegen Arad. — Diese Brigade be- 
zog nach der Schlacht ihr Lager bei Koväcsi nächst der Ara- 
der Chaussd , nachdem sie längst dem Jagdwald und gegen 
Gyarmatha gestreift und abermals viele Gefangene eingebracht 
hatte. — In der weiteren Verfolgung des flüchtigen Feindes 
rückte das IV. Armee-Corps bis Facset, während ein Theil der 
Brigade Siegenthal, bestehend aus 6 Escadrons des Regiments, 
einem Infanterie-Bataillon und einer Batterie von Rakitta aus 
nach Birkis in das Maroschthal entsendet wurde, um das Corps 
des Insurgentenfuhrers Graf Vecsey aufzusuchen und zu verfol- 
gen. Als die Avantgarde dieser Colonne auf den Anhöhen von 
Birkis ankam, entdeckte man die Colonnen des feindlichen Corps, 
welches bei Soborsin die Marosch überschritten hatte, und sich 
über Tdt-Varäd längs dem Flusse hinzog. Major Graf Neipperg 
des Regiments eilte mit der Avantgarde bis an den Fluss ge- 
genüber von Tdt-Varad vor, konnte zwar die am andern Ufer 
mehr als eine Stunde weit fortgeeilte feindliche Colonne nicht 
mehr erreichen, zwang jedoch durch einige Kanonenschüsse ihren 
ganzen Bagagetrain zum Halten. Rittmeister Baron Geusau setzte 
mit einem Zug seiner Escadron über die Marosch, schnitt die Wa- 
gen-Colonne ab, nahm eine Fscadron Hussaren gefangen und 
den ganzen Train von 2000 Wagen in Beschlag. Am 18. August 
entsendete Major Graf Neipperg den Rittmeister von Medvey mit 
seiner Escadron über Tdt-Värad auf der Strasse von Villagos. 
vor, um die Spur des Feindes zu verfolgen. Da in Erfahrung ge- 
bracht wurde, dass Vccs^y sich in das Gobii'ge gewendet und über. 



US 

BaJB und Szlatina ecitieu Zug gciiommGD, so schlug Rittmeister 
Medvey die gleiche Richtung ein. Der schlechte Weg und die fin- 
stere Nacht zwangen ihn, in Haja zu rasten, in dessen Nähe er 
5 Stück zwölfpfündige Geschütze und 2 Munitions wagen, theils 
zorbroohen, theils in Koth stecken geblieben, vorfand. Am 19. 
mit Tagesanbruch setzte Rittmeister Medvey die Verfolgung über 
äzlntina bis auf den Gebirgskamm fort, und fand zum Theü in 
die tiefen Öcbluchten hinabgeworfen sämmfliches Geschütz obno 
Bespannung, welches Vecsey zu rotten versucht hatte. Viele 
liuasaren und Honvcds, welche umberlagerten, sti'cckten freiwillig 
die Wafi^cn. 71 Geschütze verschiedenen Kalibers , dann 62 Mu- 
nitionswägen und andere Fuhrwerke fielen auf diese Art in die 
Hände der Chevauxlegers. Die Zahl der auf diesem Zuge ge- 
machten Gefangenen belief sieb auf 1200. Mit diesem glückli- 
chen Streifzuge des Kittmeisters v. Medvey achliesst die Kricgs- 
thätigkeit des Regiments in diesem Feldzuge. 

Für ihr tapferes und umsichtiges Benehmen vor dem 
Feinde wurden nun folgende Offiziere des Hegimenta decorirt: 

Mit der eisernen Krone III. Classe; Oberstüeuteiiant 
Erwin Graf Neipperg und die beiden Rittmei^iter Moriz von 
Medvey und Amand Graf Merveld. 

Mit dem Militär- Verdienst kreuze: Der inzwischen 
zum General-Major avancirte Oberst Fduard Baron ßcrsioa von 
Siegenthal, Oberst Gustav Baron Lauingen, Oberstlieutenant Er- 
win Graf Neipperg, die Majors Mathias Graf Slontmorency und 
Eduard Baron Geusau, die ßittmeister Andreas Gottesmann, 
Heinrich Graf Caboga, Theodor Schmidt, die überlieuteaanta 
Carl vou Gelan, Julius Graf Attems und Eduard von Müllonau. 
Es erhielten noch ferner Rittmeister Graf Cabog« und Ober- 
lieulcnant Graf Attems den kaiserl, russischen Wladimir-Orden 
IV. Classe mit der Schleife, Rittmeister Leopold von Lingg, 
welcher dem Generalstabe des k. russischen General-Lieutenanta 
von Lüders in Siebenbürgen zugetheüt war, den k. russ. Annen-Or- 
den III. ClussG mit der Schleife, mit welchem auch Lieutenant 
Adolf Kees betbeilt wurde. 

Das Regiment bezog nun die Stabs-Station Raab in Un- 
garn, welche es 1850 mit jener von Körmend und später 
mit Paeavär verwechselte. Im November 1850 rückte es zu der 
in Böhmen aufgestellten Armee mit dem Stabe nach Molnik, von 
wo es im Februar 1851 wieder nach Ungarn in die Slabsatation 
Kecskemet marscbirte. 

Mit Allerhöchstem Befehlschreibcn vom G. Mai 1851 wurde 
das Regiment zum 7. Uhlunen-Regiment mit dunkelgrü- 
nen Czapken und weissen Knöpfen übersetzt. 

Im September 1852 macbte das Regiment in der Divi- 
sion des FML, Baron Ottinger, Brigade des GM. üaron Minu- 
tilJo die Uebungon des Lagers bei Pest mit, von wo es die 
Stabsstation FUnfkirchcu bezog. — Im Jänner 1853 rückte das 



178 

tlegiment nach Croatien, wo es an der Grenze bei Warasdin 
und später in Agitim bis zur Schlichtung der montenegriniscben 
Angelegenheiten verblieb, und im Monate März jenes Jahres seine 
frühere Station wieder bezog. Im Frühjahre 1854 rückte das Regi- 
ment über Siebenbürgen mit dem österreichischen Occupations- 
Corps in die Donau-Fürstenthümer, wurde in die Moldau nach 
Jassy bestimmt, von wo es 1856 nach Bukarest abrückte. An- 
fangs 1857 trat das Regiment mit den übrigen Truppen des Oc- 
cupations- Corps seinen Rückmarsch in die k. Erbstaaten an und 
erhielt die Friedensstation Zolkiew in Galizien, wo es am 5. 
September 1858 auf solenne Weise das Fest seines so ruhm- 
vollen hundertjährigen Bestandes unter seinen hochver^' 
ehrten Oberten Fürsten Emerich Thurn und Taxis feierte. Bei 
dieser Gelegenheit erhielt das Regiment von Ihrer Majestät der 
Kaiserin- Witwe Karoline Auguste, Ihrer k. k. Hoheit der Frau 
Erzherzogin Margaretha, Gemalin des durchlauchtigsten Herrn Re- 
giments-Inhabers, wie auch von Ihrer k. Hoheit der Herzogin von 
Berry, und der Fürstin Thurn-Taxis, gebornen Fürstin Oettingen- 
Spielberg prachtvolle Standartbänder. Ein militärisches Caroussel, 
von Offizieren des Regiments geritten, wie auch ein im Regi- 
mente alljährlich übliches Wettrennen beendeten würdig jene er- 
hebende militärische Feier, 

Im Mai 1859 erhielt das Regiment seine Bestimmung zu 
dem in Böhmen und Mähren unter Commando Sr. k. k. Hoheit 
des FML, Erzherzogs Ernst gebildeten II. Cavallerie-Corps, wo- 
hin es über West-Galizien und Mähren abrückte, und in der 
Gegend von Kollin mit dem Stabe daselbst dislozirt wurde. 

Nach der in Folge des Präliminarfriedens von Yillafranca 
anbefohlenen Auflösung des II. Cavallerie-Corps wurde das Re- 
giment in seine gegenwärtige Friedensstation Mediasch in Sie- 
benbürgen beordert, wo es im März 1860 seine 4. Division theils 
aufgelöst, theils einige Unter-Offiziere, Mannschaft und Pferde an 
das neu zu errichtende Freiwilligen-Uhlanen- Regiment abgegeben 
hatte. 

Haria-Theresien-Ordens-Ritter. 

i762 Oberst Joseph Graf Kinsky (siehe Inhaber bei Uhlanen Nr. 9). 
1763 Oberstlieutenant Carl yon Sauer, als FML, f zu Tyrnau am 13. Nov. 1800. 
1796 Major Emanuel von Schustekh (siehe Inhaber bei Cürassier Nr. 9). 
1806 Rittmeister Joseph von Hillmer, f zu Wien am 14. Mai 1826. 

1809 Rittmeister Peter Gheyalier Martyn, als Oberstlieutenant, f zu Arad am 21. Mai 

1827. 

1810 Oberstlieutenant Joseph Altmann, f zu Unterrain bei Botzen, am 14 April 1831. 

Inhaber. 

1758 G. d. C. Christian Philipp Fürst zu Löwenstein-Wertheim, MTO-GK. 
1781 G. d. C. Carl Graf Richecourt, f 1789. 

1789 FML. Andreas fiaronEaraczay; MTO-Cdr., 1801 2. Inhaber bei EH. Ferdinand- 
Dragoner Nr. 2 (1801 reduzirt). 



174 

iÖOl PM. Friedrich Anton Prinz zu Hohenzollern-Hechingen, MTO-Cdr., Capitän der 
ersten Aroieren-Leibgarde, f zu Wien am S. April 1844. 

1844 FML. Friedrich Anton Prinz zu Hohenzollern - Hechingen , f zu Pystian in 
Ungarn im Dezember" 1847. 

1848 Se. k. k. Hoheit FML. Erzherzog Carl Ludwig. 

Zweite Inhaber. 

1848 G. d. C. Peter Leopold Graf Spannochi. 

Oberste. 

1788 Jakob Marquis de Choiseul - Stainvillo , Regts.-Comdt, 1759 GM. trat 1760 in 
französische Dienste. 

1759 Carl Baron Voith, Regts.-Comdt, 1765 pensionirt. 

1759 Joseph Graf Kinsky, 2. Oberst, 1762 MTO-R. und Oberst bei Würtemberg- 

Dragoner (jetzt Cürassier Nr. 11). 
1765 Carl Baron Sauer, MTO-R., Regts.-Comdt. 1773 GM. 
1773 Joseph Graf Fekete de Galantha, Regts.-Comdt, 1779 GM. 
1779 Joseph Graf Kolonitz, Regts.-Comdt, 1789 GM. 

1789 Aohaz Bettenegg, Regts.-Comdt, 1791 GM. 

1791 Johann Lajos, Regts.-Comdt, 1792 pensionirt. 

1792 Anton Baron Elsnitz, Regts.-Comdt, 1796 GM. 

-1796 MaximiUan Graf Merveld, Regts.-Comdt, MTG-R. 1796 GM. 

1796 Joseph Graf Nimptsch, Regts.-Comdt., 1800 GM. 

1800 Carl yon Provencheres, Regts.-Comdt, 1806 GM. 

1886 Leopold Baron Ludwigsdorf, Regts.-Comdt, 1809 pensionirt roitGM.-Charakter. 

1807 Theophil von Zechmeister, 2. Oberst, 1809 Regts.-Comdt , 1810 GM. 

1809 Franz von Müller, beim Hofkriegsrathe, f zu Wien am 19. April 1821. 

1810 Mathias Loederer, Regts.-Comdt 1814 pensionirt mit GM.-Charakter. 

1813 Carl Baron Scheibler, MTO-R., supemumerär, 1815 transferirt zu Chev.-Leg. 
Nr. 1, (ühlanen Nr. 6). 

1814 Peter Baron Gasser, MTO-R., supemumerär, 1815 transferirt zu Chev.-Leg. 
Nr. 6 (ühUnen Nr. 10). 

1815 Franz Baron Fiohtel, MTO-R., Regts.-Comdt, 1828 GM. 
1828 PhiUpp Baron Bechtold, Re^.-Comdt, 1833 GM. 
1833 Hannibal Fürst Thurn-Taxis, Regts.-Comdt, 1840 GM. 

1839 Carl Baron Strachwitz, supemumärer, 1840 pensionirt. 

1840 Franz Holtsche, Regts.-Comdt., 1848 GM. 

1845 Valentin Yeigl v. Eriegslohn, Commandant der Central-Equitation zu Salzburg, 

1849 GM. 

1848 Eduard Baron Bersina v. Siegenthal, Regts.-Comdt> 1849 GM. 

1849 Gustav Baron Laningen, Regts.-Comdt, 1853 GM. 

1850 Theophil Graf Coudenhove, 2. Oberst, 1850 pensionirt 

1852 Eu|;en Graf Wrbna-Freudenthal , 2 Oberst, 1852 transferirt zu UhUnen Nr. 10. 
1852 MaxiiniL v. Krapf, 2. Oberst, 1853 Regts.-Comdt . 1854 Stadt-Comdt. zu Eger. 
1854 Emerich Fürst zu Thurn-Taxis, Regts.-Comdt., 1859 GM. 
1859 Rudolf Baron Berlichingen, Regts.-Comdt 

Oberstlieutenaats, 

1758 Johann Joseph Fürst zu Liechtenstein später Oberst bei Bucow-Cürassier (jetzt 

reduoirt). 

1759 Carl Baron Voith, 1759 Oberst 

1759 Joseph Graf Kiusky, aggregirt, 1759 2. Oberst. 

1760 I2arl Sauer, 1765 Oberst. 

1761 Baron Plettenberg, aggregirt. 



175 

1765 bis 1790 unbekannt. 
1790 N. Rottmann, 1792 pensionirt. 

1792 Joseph Graf Nimptsch, l79S iransferirt zum 2. Carabinier-Regiment (Cörassier 
Nr. 1). 

1794 N. Ambschel, 1795 transferirt zu Coburg-Dragoner (1801 reduzirt). 

1795 Wilhelm! v. Willenstein, 1796 Oberst bei CürassierNr. 2. 

1796 Emanuei Baron Schustekh, MTO-R., 1797 Oberst bei Hussaren Nr. 8. 
1796 Carl von Provencheres, 1800 Oberst. 

1800 Leopold Baron Ludwigsdorf, 1806 Oberst. 

1806 Carl Graf Raigecourt, 1807 Oberst bei Chev.-Leg. Nr. 1 (Ühlanen Nr. 6.) 

1806 Theophil Zechm^ister, MTO-R., 1 807 Oberst. 

1807 Mathias Löderer, 1810 Oberst. 

1807 Ludwig Graf Fiquelmont, 1809 Oberst bei Chev.-Leg- Nr. 4 (Dragoner Nr. 2). 

1810 Adam Baron Walterskirchen, f am 21. April zu Wien 1813. 

1813 Peter Baron Gasser, MTO-R., 1814 Oberst. 

1815 Raimund Graf Thurn, 1819 pensionirt mit Oberst-Charakter. 

1820 Ignaz Thum^ 1826 transferirt zuCürassier Nr. 3. 

1826 Philipp Baron Bechtold, 1828 Oberst. 

1828 Johann Portenschlag von Ledermayer, 1832 Oberst bei Cürassier Nr. 5. 

1832 Wenzel Baron Rochepine, 1833 pensionirt. 

1833 Johann Graf Brenner, 1837 Oberst bei Hussaren Nr. 6. 

1837 Adolf Prinz zu Schwarzburg - Budolstadt, 1838 transferirt zu Chev. Leg. Nr. 7 

(Uhlanen Nr. 11). 

1838 Carl Baron Eckarth, 1840 pensionirt. 

1840 Friedrich von Brodorotti, Inhabers-Adjutant, 1845 pensionirt, nachträglioh mit 

Oberst-Charakter. 
1840 Ludwig Graf Sommery, 1848 quittirt mit Oberst-Charakter. 

1848 Gustav Baron Lauingen, 1849 Oberst. 

1849 Erwin Graf Neipperg, 1850 Oberst bei Dragoner Nr. 2. 

1850 Leopold Graf Stürgkh, 1852 Oberst bei Uhlanen Nr. 4. 

1852 Emerioh Fürst Thurn-Tazis, 1854 Oberst. 

1853 Moriz v. Medvey, supernumerar, 1854 pensionirt. 

1854 Gustav Fürst zu Oettingen-Spielberg, 1859 pensionirt. 
1859 Rudolf Baron Berliohingen, 1859 Oberst. 

1859 Ludwig Fürst zu Windisoh-Grätz. 

Majors. 

1758 Carl Baron Voith, 1759 Oberstlieutenant. 

1758 Carl Sauer, 1760 Oberstlieutenant. 

1759 Baron Plettenberg, 1761 Oberstlieutenant. 

1760 Baron Berlichingen. 
1760—1778 unbekannt. 
1778 Stegner, 1780 abgängig. 

1786 Rottmann, 1790 Oberstlieutenant. 

1790 N. Birago, 1792 pensionirt. 

1791 Ambschel^ 1794 Oberst lieutenant. 
1794 Sziinsky, 1795 pensionirt. 

1794 Emanuei Baron Schustekh, MTO-R., 1796 Oberstlieutenant. 

1796 Ludwig Graf Wallmoden-Gimborn, 1798 Oberstlieutenant bei Uhlanen Nr. 1. 

1797 Leopold Baron Ludwigsdorf, 1800 Oberstlieutenant. 

1800 N. Franzesohini , f vor dem Feinde am 25. Dezbr. 1800 in der Sohlacht am 
Mincio. 

1800 Leopold Baron Rothkirch, 1801 transferirt zu Chev.-Leg. Nr. 1 (Uhlanen Nr.6J. 

1801 Carl Graf Raigecourt, 1806 Oberstlieutenant. 

1801 Theophil Zeohmeister, MTO-R., 1806 OberstUeutenant. 

1803 Mathias Löderer, 1807 Oberstlieutenant. ^ 

1806 Adam Baron Walterskirchen, 1810 Oberstlieutenant. 

1806 Ludwig Graf Fiquelmont, 1807 Oberstlieutenant. 

1807 Anton Lachowski, f zu Gross- Eanischa am 14. Dezbr. 1809. 



ne 

1809 NikoUus Honrion, 1810 

1809 Fetec Baron ßasser, MTO-tt., 1813 Oboretliealenanl. 

1810 Etnaz vuii Kliment, ISIl transferirt zu Clie.v.-Leg. Nr. 3 (Ulilsncn Mr. 8) . 

1813 Jobann Portenechlag von LedenDsyer, (828 Obcrstlioutonant. 

1814 Anton Graf Meraviglia, 181ß transferirt zu Chev.-Leg. Nr. 1 (Uhlanen N 

1814 Heinrich Chevalier de Mikulits, 1815 [lensionirt. 
181g Joseph Bottacd, 1816 peneionirt. 

1815 Carl Diller v. Bildsteiu, 1823 pensionirt. 
1823 Carl Dunst von ÄdelBheim. 1828 pensionirt. 
1828 Wenzel Baron Roohepine, ls3a OberBilLautennnt. 
1828 Fürat Friedrich mSchwarzonberg, 1830 beurlaubt, 1833 qulttirt mit Ob 

lieutenantB-Charaktcr. 
1830 Johann Graf Brenner, 1833 Oberattleutenant. 

1832 Johann Rittet von Sonnenatoin. 1837 pensionirt. 

1833 mdvi-ig Graf Deseewffy, 1835 pensionirt. 
183S Franz HoiUohe, 1839 OberBiUeutenant bei Dragoner Nr. 4. 
1823 Friedcieh von Brodototli, Inhabers -Adjutant, 1840 OberBtlienlenanl. 

1837 LndwigGraf aommery, 1840 OberBlliPUienant. 

1839 Franz von Pauli, f üq Leipnik am 11. August 1844. 

1840 Camillo Graf Nimptsoh. 18U pensionirL 

1841 Arthur Graf Segur, 1848 Oberstlieutenant bei CilraBsier Nr. t. 
iU\ Franz HoSer, 1847 pensionirt. 
1844 Gustav Baron Lauingen, 184g Oberstlieutenant. 

1847 Erwin Graf Neipperg, 1849 Oberstlieutenant. 
1348 Leopold Graf StUrgkh, supernumerür, 18S0 OberBtlieutenant.. 

1848 Mathias Graf Uontmorcncy-Uarisco, 1832 pensionirt mit Oberstlii 
Charakter. 

1849 Eduard Baron Geusau, 1852 peneionirt. 
1849 Moriz von Medvey, 18S3 Oberstlieutenant 

1830 Hugo Fürst zu Windisoh-ßrätz, 1852 transferirt zu Dragoner Nr. 4. 

1832 Leo Bar. Miltitz, 1854 pensionirt, 1 8ä7 qulttirt, Hofmarschall Sr. k. Hoheit des 

Herzogs von Nassau. 

1852 Franz von Kostyan, 18S4 Oberstlieulenant hei Uhlanen Nr. 3. 

1853 Carl Rachovin von RoBenslern, 18H4 pensionirt. 

1854 Leopold Lingg v. Lingjenfeld, 1858 penBionirt. 

1854 Günther Graf Stolberg-Stolberg, 1853 transferirt zq ühlanen Nr. 5. 

1833 Rudolf Baron Berlichingen, Vioe-Equitations-Commandaitt zu Wien, 1857 beim 

Regimente in die Wirliliohkeit, 1 859 Oberstlieutenant. 

1855 Alexander Graf Thurn-Valsassina, f zu Gratz am 24. September 1858. 

18Sa Leop. Fiaaher, 1857 Vice-EquiUtians-Gomdt., 185S Oberstl. bei UhlanenNr. 4. 
1858 Ludwig Baron Hügel, 1858 traniferirt zu Ublaaen Nr. 10. 

1838 Ludwig Fürst zu Windiscb-Urätz, 1859 Oberstlieutenant. 

1858 Wilbelm Bannitxa. 

1859 Carl Getan. 

1859 Julius CiLBar Graf Attems, 1861 transferirt zu UhUnen Nr. 5. 

1859 Haxm. Bitter v. Kodakowski , 1860 transf. zum freiwilligen Uhlanen-Regioient. 

InlfarmirDiig des Regiments. 

Dunkelgrüne Czapka, Ulilanka und Paatalons, scharlachrotlie 

Aufschläge, weisso Knöpfe. 

Ühlanen-Regiment Nr. 8, Erzh. Ferdmaod Maximilian *). 

Diess Regiment wurde laut der mit Sr. Majestät Kaiser Carl VI. 
den S9. Jänner 1718 abgcacliloasenon Convention zu Anspach 



1 



177 

von dem Markgrafen Friedrich Wilhelm Ton Brandenburg Anspach 
als Dragoner-Regiment auf eigene Kosten errichtet. Der 
erste Aa£stellungsplat2 des Regiments war Donauwörth in Baiern, 
jedoch schon im Mai 1718 erhielt es den Befehl im Mailändi- 
schen Grebiete seine Standquartiere zu beziehen. Die Adjusti- 
rung bestand in scharlachrothen Röcken mit lichtblauen Auf- und 
Umschlägen. 

Ende Juli 1718 ruckte das Regiment nach Neapel ab, und 
betrat bei Abruzzo am 2. September d. J. den neapolitani- 
schen Boden, wo 8 Compagnien nach Sta. Maria die Capua, 
5 inclusive der Grenadier- Compagnie nach Aversa dislozirt wurden. 
Während des nun ausgebrochenen Krieges gegen Spanien wurden 
mit dem kaiserlichen Heere des FM. Grafen Mercy am 27. Mai 
1719. 838 Dragoner mit 877 Pferden des Regiments nach der 
Insel Sicilien überschiffifc, und wirkten am 20. Juli 1719 in der 
ungünstigen Schlacht von Francavilla mit. Im folgenden Jahre 
wurde das Regiment aus Sicilien gezogen, 1720, und erhielt 
seine Standquartiere im Neapolitanischen, von wo es erst 1728 
nach Ober-Italien zurückmarschirte, und theils im Mantuanischen, 
theils im Mailändischen Gebiete bequartirt wurde. 

Im Feldzuge gegen Frankreich, Spanien und Sardinien 
stand das Regiment 1733 unter den Befehlen des FM. Grafen 
Mercy, war am 29. Juni 1734 in der Schlacht bei Parma, am 
15. September beim Ueberfalle des FM. Grafen Königsegg auf 
das Lager von Guistello, und am 19. j. M. in der Schlacht 
bei Guastalla. 1735 war das Regiment seines schwachen Standes 
wegen in die vom FML. Prinzen Sachsen-Hildburghausen befehligte 
Reserve eingetheilt, und erhielt nach dem Wiener Frieden im 
selben Jahre seine Standquartiere in der Lombardie, wo es 
während der Türkenkriege 1736—1739 verblieb. — 

Im November 1741 erhielt das Regiment den Befehl 
durch das Etsch- und Pusterthal über Judenburg und Admont 
nach Oberösteneich zu dem gegen die Baiern und Franzosen 
aufgestellten Corps des FM. Grafen Khevenhüller zu stossen. 
Am 30. Dezember d. J. vereinigte es sich zu Waidhofen an 
der Ybbs mit diesem, und machte die Winter -Expedition 1742 
in diesem Lande mit. Im September j. J. stand das Regiment 
in der Brigade Kalkreuter am äussersten rechten Flügel des 
2, Treffens der in Ob er Österreich und Baiern operirenden Armee 
des FM. Grafen Khevenhüller, und bezog zwischen Ried und 
Mansee im Inn viertel die Winterquartiere. 

Im Mai 1743 stand das Regiment bei dem in der][Gegend 
von Altheim stehenden Corps, welches die Stadt Braunau am 
Inn zu beobachten hatte, dieses Corps vom G d\ C. Grafen 
Hohenembs befehligt, rückte Mitte Mai gegen Braunau vor, um 
den Franzosen den Uebergang über den Inn zu wehren. Das 
Regiment bezog bei Neumarkt im Salzburgischen eine Cantoni- 
rung. Im Herbste d. J. erhielt dasselbe seine Bestimmung au 

12 



L 



178 

Armee des Prinzea Carl von Lothriagen am Ober-Khein, und 
rückte Über Donauwörth in die Oberpfalz, bezog aber im October 
in der Gegend von Straubing die Winterquartiere. 

Am 11. Juli 1744 war das Uegiment unter FML. Graf 
I'reising an der Forcirung von Lauterbaeh betlieiligt. Im August 
rückte es mit dem Heere des Prinzen Cari von Lothringen 
nach Böhmen, und oi'hielt im Dezember seine Winterquartiere 
in Jasaena und Umgegend, jedoch im selben Winter wurde es 
nach Mähren im Hradischer Kreis verlegt. 

Im April 1745 rückten die österreichischen Truppen in 
Oberschlesien ein, und 100 Dragoner des Regiments wirkten im 
zusammonge setzten Coramando des Obersten Baron Buccow ein- 
getheilt, am 27. Mai bei der üeborrumpolung von Kosel mit. 
Am 22. d. M. im Gefechte bat Naustadt hatte das Regiment 
die von der preuasiscben Reiterei geworfenen Infanterie - Regi- 
menter Esterhaszy (Nr. 37) und Olgiloy (1809 reduzirt) mit vieler 
Tapferkeit unterstützt, ward aber durch einen Angriff des preua- 
siscben Cürassier-Regimentes Gessler getrennt, und erlitt einen 
Verlust von 5 Mann 7 Pferden an Todten, 21 Mann 18 Pferden 
an Blessirten, und 6 Mann an Vermissten. 

Das Regiment blieb während dieses Feldzuges an der 
öaterreichiach-preussisch-sehleBiaehen Grenze, und hatte zahlreiche 
Ötreif-Coramanden und angestrengten Patrouillen- und Vorposten- 
Dienst, Am 20. October wurde dasselbe nebst 3 kaiserlichen 
Hussaren- Regimentern in Hätscheln von dem prenssischen War- 
tenbergifichen Hussaren-Regimente überfallen, wobei ein Corporal 
in feindliehe Gefangenschaft gerieth, und 21 Dragoner theiU 
verwundet theils vormisst waren. Nach dem am 25. Dezember 
au Dresden abgesohloasenen Frieden erhielt das Regiment seine 
Friedens -Quartiere im Pressburger Coniitate in Ungarn, 

Im Frühjahre 1746 schon, erhielt daa Regiment den Befehl 
zu der in Ober-Italien gegen die spanisch- sicilianisch und franzö- 
sischen Truppen operirenden Armee des FZM. Grafen Browne zu 
stoaaen, wo es im Juni eintraf, und seine Eintiieilung am äusser- 
sten rechten Flügel des zweiten, vom G. d. C. Baron Linden 
befehligten Treffens erhielt, 

In dieser kämpfte es am 32. Juli au der Trebia, und am 
10. August in der Sohlacht bei Botto-Fredo, wo es an dem Flusa 
Tidone ein heftiges Gefecht bestand, und den Verlust von 2 Mann 
5 Pferden an Todten, den Oberstüentenant Baron Stappel, 4 Mann 
und 2 Pferde an Verwundeten hatte. Im September erhielt das 
Regiment seine festen Standquartiere im Mantuanischen Gebiete. 
1748 wurde dasselbe nach Mailand, 1749 nach Abbiate -Grasao 
verlegt, bis es 1753 die Lombaidie verliess, und im Pesther und 
Bacser Comitate in Ungarn dislozJrt wurde, von wo es im Juli 
1756 in das Lager bei Kittseo abrückte, und aus diesum Anfangs 
August nach Mähren, wo es seine Eintiieilung zum Corps des 
FZM. Fürsten Piccoloniini, welches bei Königgrütz ein Lager 



179 

bezogen hatte, erhielt. Am 2. October daselbst eingerüekt; wurde das- 
selbe schon im November wieder nach Mähren zurückbeordert; und 
bezog im Brünner Kreise seine Winterquartiere. 

Im zweiten Feldzugs-Jahre des siebenjährigen 
Krieges 1757 rückte das Regiment Ende März nach Oberschlesien, 
von wo es im Mai zur Haupt- Armee des FM. Grafen Dann beordert, 
am 8. in die Nähe von Böhmisch-Brod bei selber eintraf. 

In dieser war dasselbe 680 Pferde stark am linken Tlügel 
des zweiten Treffens unter dem G. d. C. Grafen Stampach ein- 
getheilt, und nahm rühmlichen Antheil an dem für Oesterreichs 
Waffen so denkwürdigen Siege bei Planian oder Kolin am 18. 
JunL Das Regiment hatte sich an diesem Tage durch Tapferkeit 
und Bravour besonders hervorgethan , und wurde im Verlaufe 
der Schlacht mit dem nun längst reduzirten Dragoner-Regimente 
Jung-Modena von seinem wackern Obersten Grafen 0*Donell 
gegen den Feind geführt; die entschlossenen Attaquen dieser 
beiden Regimenter sowohl gegen die preussischC; bekanntlich 
ausgezeichnete Infanterie wie auch Reiterei hatten glänzenden 
Erfolg, aber auch blutige Opfer gekostet. Der Verlust des Regi- 
ments bestand: Lieutenant Titz, 7 Mann 19 Pferde an Todten, 
Oberstlieutenant Graf Pompeati, die Hauptleute Tumlier und von 
Potz, Lieutenant Heimack und Fähnrich Alexandrini nebst 29 
Mann und 80 Pferde an Verwundeten, endlich 2 Offiziere 14 
Mann und 29 Pferde an Vermissten. FM. Graf Dann erwähnt 
desselben in seinem Berichte an die Kaiserin Maria Theresia 
mit Auszeichnung, und Oberst Graf O'Donell wurde zum General, 
Oberstlieutenant Graf Pompeati zum Obersten, beide ausser ihrer 
Rangstour befördert. 

Im Juli stand das Regiment zur Beobachtung des Rück- 
zugs der preussischen Armee in der Gegend von Leitmeritz 
und focht am 7. September im Treffen am Moysberge, wo es 
mit den sächsischen Chevauxlegers die Flanken der Infanterie 
deckte, und den kaum nennenswerthen Verlust eines verwundeten 
Mannes und Pferdes hatte. Am 12. November war das Regi- 
ment bei der Eroberung der Festung Schweidnitz durch den 
G. d. C. Grafen Nadasdy, wie auch an dem Siege des FM. 
Grafen Dann bei Breslau am 22. j. M. betheiligt. Ebenso war 
dasselbe in der ungünstigen Schlacht bei Leuthen am 5. Dezember, 
in welcher vom Regimente die Oberstlieutenants Baron Muffel 
und von Haake gefangen, Major von Feilitzsch blessirt wurden. 
Nachdem das Regiment bei den Gefechten und Angriffen von 
Breslau vom 10. bis 20. Dezember anwesend war, bezog es in 
Politschka, UUersdorf und Borowa die Winterquartiere. Sein 
Total- Verlust in diesem Feldzugsjahre bestand aus 1 Offizier, 3 
Unteroffizieren und 48 Drogonern an Todten. 

Im Feldzuge 1758 gerieth bei der am 16. April er- 
folgten Einnahme der aufs Tapferste vertheidigten Festung 
Schweidnitz, Lieutenant Riechle des Regiments in Kriegsgefan- 

12« 



genschaft. Daa Kfigiment, iuKwmclien in das Coi'ps des FML. 
De Vüle eiiigetheiltj war in diesem Feldzuge bei der Cernirung 
von Neisse verwendet worden, welche vom 4. Auguat bis 6. No- 
vember dauerte, und erhielt im Dezember seine Winterquartiere 
theila in MKbren, theila in Übersciilesien. 

Bei Eröffnung des Feldzugs 1759 erhielt das Regiment wie- 
der seine Eintheilung zu der aua Böhmen nach Sachsen vor- 
rückenden Haupt-Armee des P'M. Grafen Daun, welcher durch 
seine Bewegungen die Vereinigung eines österreichischen Corps 
mit den Bussen vorzubereiten suchte. Ohne in ein entscheiden- 
des Gefecht verwicJcelt gewesen zu sein, wurde das Regiment 
aus dem Lager bei Bautzen am 16. September zum Armee-Corps 
des FML. Baron Loudon beordert, welches in Schlesien die Win- 
terquartiere bezog. 

Im Februar 1760 in Folge ho fkriegs rechtlichen Rescripts 
vom 6. wurde daa Regiment mit leichteren Pferden beritten ge- 
macht und auf den Fuss der Che vauxlegers gesetzt. 

Am .-Jl, Mai 1760 im Gefechte bei Töpliwoda attaquirten 
600 Dragoner des Regiments im Verein mit 300 Hussaren das 
feindliche Bataillon des Moserschen Infanterie-Regiments, welches 
sich aber in einem Quarrte auf das Tapferste vertheidigend, bis 
Neisse zurückzog. Das Regiment zählte hiebei 4 verwundete Offi- 
ziere und 20 Mann und Pferds theils todt, theils blessirt. 

Am 23. Juni rieh FZM. Baron Loudon daa preussische Corps 
des General Fouquet bei Landshut auf. Die Dragoner des Regi- 
ments attaquirten mit Löwenstein-Dragoner (jetzt Uhlanen Nr, 7), 
dann den Hussaren -Regimentern Nadasdy (Nr. 9) und Beth- 
len (Nr. 10) unter General Nauendorf ein feindliches Quarree, 
welches sie theils niederhieben, theils sprengten bei Schmiede- 
berg. General Fouquet wurde hiebei vom Obersten Baron Voith 
von Löwen stein -Dragonern gefangen. Die beiden Dragoner -Regi- 
menter Löwenstein und Sachsen-Gotha erscheinen in der Rela- 
tion des FZM. als besonders ausgezeichnet erwähnt. Der Verlust 
des Regiments an diesem Tage betrug an Todten; 1 Mann und 

5 Pferde, an Verwundeten 8 Mann 14 Pferde. 

Am 15. August in der Schlacht bei Liegnitz anwesend, 
hatte das Regiment den Lieutenant Meiner von Löwenstein nebat 

6 Mann und 6 Pferde verwundet, 4 Mann und 2 Pferde ver- 
misat, 5 Pferde todt. 

Im October wurde das Regiment zum Corps des FML. 
Wolfersdorf , welches die Gegend von Landshut zu decken 
und die feindliche Besatzung von Scliweidnitz zu beobach- 
ten hatte, beordert, und bezog später in Schlesien seine 
Winterquartiere. Die Reserve-Compagnie desselben war während 
der Vermählungs-Feierlichkeiten dea Erzherzogs Josef mit der 
Prinzessin IsaboIIa von Parma zu Wien zur Aufwartung am Aller- 
höchsten Hoflager commandirt. 



in 

Beim Beginn des Feldzuges 1761 war das Regiment wie* 
der unter den Befehlen des FZM. Baron London in Schlesien 
verwendet. Am 31. Juli auf dem Rücksuge des G. M. Grafen 
Draskovich nach Jägerndorf gerieth Oberstlieutenant Graf Ohri- 
stallnig mit einem Hauptmann und 70 Dragonern des Re- 
giments in feindlich e Gefangenschaft. Die Winterquartiere bezog 
das Regiment bei Jägerndorf. 

Im Feldzuge 1762 wurde das Regiment beim Corps des 
General Beck eingetheilt, und kämpfte im Treffen des 16. Atigast 
bei Peyle oder am Fischerberge, wo es nur 1 Mann und 12 
Pferde todt, 3 Pferde verwimdet hatte. 

Nach dem Hubertsburger Frieden erhielt das Regi- 
ment 1763 seine Friedensquartiere in der Lombardi« mit 
dem Regimentsstabe zu Codogno. Im Ja^re 1768 ff ab es seine 
Grenadier-Compagnie zur Errichtung des 2. Carabinier-Regiments 
Graf Althann (jetzt Cürassier Nr. 1) ab, und erhielt 1769 die 
Nummer 37 unter den übrigen Cavallerie -Regimentern; 1770 über- 
raschte das Regiment eine neue Uniformirung, nämlich weisse Col- 
lets mit lichtblauen Aufschlägen, blaue Westen (bei den Offizieren 
mit silbernen Einfassungsborden), gelblederne Beinkleider, weisse 
Knöpfe. 

1773 wurde das Regiment im Stuhlweissenburger und Telnaer 
Comitate in Ungarn dislozirt, von wo es Anfangs Jänner 1778 
bei Ausbruch des bairischenErbfolg e-K r i e g e s mit Preussen mit 
2 Divisionen in den Klattauer Kreis nach Böhmen abrückte, eine 
aber zu dem zur Besetzung Baierns bestimmten Corps des FML. 
Baron Langlois beordert wurde, bis Straubing marschirte und von 
da über Cham nach Fürth zum Regimente im Februar 1778 wie- 
der einrückte. 

Das Regiment erhielt seine Eintheilung zu der von Sr. Majestät 
Kaiser Josef II. befehligten Haupt- Armee in Böhmen und zwar auf 
dem vom G. d. C. Baron Voghera commandirten äusser- 
sten rechten Flügel des zweiten Treffens. — Anfangs April 
wurde eine Division in der Gegend von Lobositz dem Commando 
des Infanterie - Obersten von Weinberg zugewiesen, welehe 
mehrere kleinere Cavallerieposten auf der Strasse nach Aussig 
längs der Elbe auszustellen, und bis Aussig, Milleschau und Li- 
nay zu patrouilliren hatte. Die andern 2 Divisionen standen in 
der Gegend von Gitschin, jedoch wurde Ende April das ganze Regi- 
ment zu dem Corps des G. d. C. Fürsten Liechtenstein 
eingetheilt, welches bei Leitmeritz Cantonirungen bezogen 
hate; im August aber stand das Regiment bei der Armee 
des FM. London in der Gegend von Brandeis. So hatte das 
Regiment in diesem Jahre wiederholt veränderte Eintheilungen, 
vielfache Märsche und Bewegungen, ohne dass es zu einem Ge- 
fechte gekommen wäre. Im October wurde dasselbe zum 2. Vor- 
posten -Corden des FML. Josef Graf Kinsky eingetheilt und zwi- 
schen Brüx imd Postelberg cantonirt. Bei dem am 5. Februar 



I 



18S 

erfolgten Einbniche des preussisclicn General - Licutonants von 
MöUeodorf mit einem starken feindlichen Coi-ps aus Sach- 
sen, stand Oberatlieutenant Graf Äuersperg des Regiments zwi- 
schen Brüx und Jonsdorf zur Unterstützung der äusaersten Vor- 
posten mit seiner Division aufgestellt. Der Andrang der feind- 
lichen Ueberraacht war heftig, die Österreichischen Vorposten 
wurden geworfen, die Division bis Brüx zurückgedrängt, wo sie 
noch länger energischen Widerstand leistete, und durch die mitt- 
lerweile aus der Gegend von Poatelberg herangerückten 2 andern 
Divisionen verstärkt in der offenen Gegend zwischen Brüx und 
dem Dorfe Dehlen den Rückmarsch des Infanterie-Regiments 
Fürst Ulrich Kinsky (jetzt Nr, 36) mit ausgezeichneter Tapfer- 
keit in kleine Trupps vertheilt, durch wiederholte Attaquen ge- 
gen die ungestümen Angriffe der feindlichen Reiterei deckte. 
Hinter Dehlen gab der Feind die Verfolgung auf und trat am 
6. Februar seinen Rückmarsch an. In diesen Gefechten hatte das 
Regiment den Rittmeister Henetzel, 4 Dragoner und 4 Pferde 
als todt zu beklagen, Lieutenant Brühl mit 85 Mann und 71 
Pferden, ebenso 18 im Spitale zu Brüx befindliche Itranke Dra- 
goner und 9 marode Pferde gerlethen sämmtlieh in feindliche Ge- 
fangenschaft. — Die Relation des FML. Graf Kinsky sagt: „Der 
„ Oberstlieutenant Graf Äuersperg habe mit seiner Division idlen 
„nur möglichen, einer Truppe angemessenen Widerstand gelei- 
„Btet, mit ao vieler Tapferkeit als Vorsicht, und ist die beson- 
„dere Aufmerksamkeit und in diesem Augenblick wirksame Ein- 
„sicht des Obersten Graf Berchtold und Major Kepner, als des 
, ganzen Lobkowitz'schen Regimentes nicht genugsam zu loben." 

Das Regiment blieb nun bis zum Friedensabschluss zu Te- 
schen (am 10. Mai) in der Umgegend von Postelberg, und rückte 
im Monate Juni 1779 zur Aufwartung in die Residenzstadt Wien, 
■wo es nunmehr definitiv zum Chevauxlogers-Regiment e 
übersetzt wurde, die Nummer 28 erhielt, ohne jedoch seine 
Uniformirung abzuändern. 1781 rückte das Regiment nach Ost-Gali- 
zien, wo es die Stabsstation Zoltiew bezog, 1787 erhielt es von dem 
aufgelösten Uhlanen-Corps eine Escadron mit dem Befehle, eine zweite 
zu errichten, welche Ühlanen-Division nun die zweite Majors-Di- 
vision des jRegiments formirte, weisse Kurtka und Leiboln mit Klappen 
und Aufschlägen von der blauen Egalisirungsfarbe des Regiments, 
jedoch nach polnischem Schnitt, und blauen ungarischen Beinkleidern 
erhielt. Die Mannschaft gelbe, die Offiziere weisse Czapka. 

Am 25. September 1787 wurde das Regiment zu der in 
Ungarn sich concentrirenden Armee beordert, und rückte demzu- 
folge am 2. November in die ihm zugewiesene Cantonirungs- 
station Eecskemet ein, bezog aber noch am 19. d. M. seine 
Winterquartiere in Miskolez und Umgegond. 

Am 9. Februar 1788 erklärte Oesterreich der Pforteden 
Krieg, und den 26, März rückte das Regiment auf den Kriegsschau- 
platz, und stand nach der Ordre de bataillo vom 3. April j. J, 



18S 

am äussorsten linken Flügel des zweiten Treffens, in der Brigadt^ 
des GM. Graf Harrach zu Zombor-Kernjnya Csonoplia und Stani- 
scliitz cantonirt. Die Uhlanen-Division des Regiments rückte aber 
am 15* in das Lager bei Alt- und Neubanovce. — 

Am 20. traf das Regiment bei der Armee in Syrmien ein, 
und am selben Tage ward die Uhlanen - Division in*s Lager bei 
Bcschania zur Deckung des dortigen Dammes beordert. Am 22. 
griffen die Türken die Vorposten am Beschanier-Damm an. Eine 
halbe Uhlanen-Escadron des Regiments mit einer eben solchen 
des Regimentes Kinsky (jetzt Uhlanen Nr. 9) versuchten unter 
Major Baron Bolza des Regiments eine Attaque, allein da die 
Türken aus den vorliegenden Gestrüppen ein heftiges Kleinge- 
wehrfeuer eröffneten, und überdiess die dort aufgestellte kaiser- 
liche Infanterie zurückgedrängt wurde, mussten die Uhlanen 
Anfangs weichen, sammelten sich aber bald wieder, und unter- 
nahmen mit herzhafter Bravour einen zweiten Angriff gegen die 
mit wildem Allahruf anstürmenden Muselmänner, deren eine be- 
trächtliche Anzahl von ihnen niedergemacht wurde. Die halbe 
Uhlanen-Escadron des Regiments hatte 7 Mann 10 Pferde todt, 
8 Mann 22 Pferde blessirt. 

Bei einem Ausfalle der Türken aus Belgrad setzten etliche 
1000 Spahis auf Plätten über die Save, und rückten gegen das 
zwischen Semlin und Beschania ausgerückte Corps des FML. 
Baron Gemmingen. Zwei Divisionen österreichischer Cürassiere, 
die sich ihnen entgegenwarfen, mussten weichen. Da aber Major 
Vogel von Wurmscr-Hussaren (Nr. 8) mit seiner Division, und 
gleichzeitig der Rittmeister Graf Rottermund des Regiments, 
der sich schon bei der Attaque des Majors Baron Bolza am 
24. April hervorgethan, mit einer halben Uhlanen-Escadron einen 
kühnen Planken-Angriff vollführte, zogen sich die Türken mit 
beträchtlichem Verlust zurück. 

Ende August wurde das zur Vorstärkung des vom PML. 
Grafen Wartensleben befehligten Corps in 's Banat abgesandte 
Regiment vor Karansebes aufgestellt, und zur Beobachtung der 
Strasse nach Mehadia verwendet. Bei dem Rückzuge von Lugos, 
in der unglücklichen Nacht vom 20. auf den 21. September 
waren auch einige Abtheilungen des Regiments bei der Arridre- 
Garde betheiligt, wobei Oberlieutenant Piking blessirt wurde. 
Während dieser Zeit blieb die Uhlanen-Division bei dem Corps 
des FML. Baron Gemmingen zwischen Semlin und den Bescha- 
nier-Damm, und bezog in Syrmien die Winterquartiere, die 
Chevauxlegers-Divisionen aber, nachdem noch 2 einige Zeit bei 
der Belagerung von Sabacz verwendet worden waren, erhielten 
im Bacser Comitate ihre Winterquartiere. 

Im April 1789 war das Regiment in dem, vom G. d. C. 
Grafen Josef Kinsky befehligten Corps zur Belagerungs - Armee 
von Belgrad bestimmt, bei Iregh dessen Uhlanen-Division aber 
bei Semlin cantonirt. 



I 



Am 1. Juni wurden aUe 4 DiTisionen des Regiments zu 
dem bei Semlin conzentrirten Corps des FZM. Fürsten v. Ligne 
eingetheilt, aber schon Anfangs September bezog daa Regiment 
nebat mehreren andern Truppen unter den Befehlen des FML. 
Prinzen Waldek bei Szurczin in der Nähe des Savestromes ein 
Lager. Am 18. d. M. standen die 3 Chevauxlegers-Divisionen 
des RegimentH bei der Beobaohtungs- Armee vor Belgrad, die 
Uhlanen-Division aber am linken Save-Ufer bei dem Brücken- 
kopf von Semlin. — 

Am 8. October hatte FM. Baron London die Eroberung 
von Belgrad bewirkt, und das Regiment bezog Ende d. M. seine 
Winterquartiere in Zentha und Umgegend. Major Baron Bolza, 
welcher inzwischen als Flügel- Adjutant des FZM. Fürsten Ligne 
die Reihen des Regiments verlassen hatte, erhielt in der Promo- 
tion vom 19, Dezember 1790 für seine kühne, bereits weiter 
oben angeführte Waffentbat vom 22. April 1788 den Maria 
Theresien-Orden. 

Anfangs Februar 1790 wurde daa Regiment in eine Can- 
tonirung bei Neuhäusel verlegt, jedoch naeh ganz kurzem Auf- 
enthalte daselbst zu der in Mähren und Schlesien gegen Preussen 
aufgestellten Beobachtuogs-Armee gezogen, und bei Neutitscbein 
im Österteichiach Schlesien bequartirt, von wo es 1791 in die 
ihn zugewiesene Friedena-Station Olesko in Galizien abrückte. 

Mit 1. November 1791 gab es seine Uhlanen - Diviaion 
zur Errichtung des gegenwärtigen ersten Uhlanen-Regiments ab, 

1792 wurde der Regimentsstab nach Zolkiew verlegt, und 
1793 erhielt das Regiment seine Dislozirung im Rzoszower Kreise. 
Oberstlieutenant Marquis Sommariva wurde aber mit seiner Division 
zu der, in den Niederlanden unter den Befehlen des Prinzen 
Coburg gegen die französischen Republikaner operirenden Armee 
beordert, und langte im Herbste 1793 daselbst an. Am 24. 
Octobor bei der Verthcidigung von Orehies hatte eine halbe 
Escadron des Regiments im Vereine mit einer halben Chevaux- 
legers-Eseadron Kaiser - Car ab inier e (jetzt Cürassier Nr. 1) drei 
Kanonen erobert. Oberstlieutenant Marquis Sommariva und Ritt- 
meister Graf Belcredi werden in der botreffenden Relation wegen 
ihres Wohlverhaltena angerühmt. Auch hatte sich Cadet-Wacht- 
meister Franz Lieb als Ordonnanz beim GM. Baron Kray oom- 
mandirt, durch Umsicht und Tapferkeit bemerkbar gemacht. 
Ende October nahm General Kray Marchiennes durch Ueberfall 
und führte dadurch die gänzliche Räumung von Flandern herbei. 
Die Oberstlieutenants- Di Vision des Regiments hatte thätigen An- 
theil daran genommen, und die Relationen heben das tapfere 
Benehmen des Obers tlieutenants Marquis Sommariva, und des 
Rittmeister Thiery hervor. Wachtmeister Ferdinand Nowak, Cor- 
poral Franz Measchütz, die Chevauxlegers Alois Wihia und 
Joaeph Hanglmann dieser Division hatten fUr Auszeichnuug die 
silberne Medaille erworben. 



185 

Am 1. Jänner 1794 brachen die übrigen Divisionen des 
Kegiments aus dem Rzeszower Kreis nach dem Kriegsschau- 
platz auf, marschirten über Mähren, Böhmen, den grössten Theil 
Deutschlands, passirten bei Köln den Rhein, und rückten am 
22. April in's Lager bei Catillon, wo selbe an der am 26. 
d. M. geschlagenen Schlacht Theil genommen, am 2. Mai rückte 
die Oberstlieutenants-Division nach einjähriger Detachirung wieder 
beim Begimente ein. 

In der AfFaire von Landrecies am 16. April war Ober- 
iieutenant Friedrich Wurm des Regiments bei einer Attaque der 
Oberstlieutenants 2. Escadron unter Rittmeister Graf Stadel im 
Handgemenge von seiner Abtheilung getrennt, vervmndet, und 
nur durch den muthvollen aufopfernden Beistand des Gemeinen 
Daniel Herbinger gerettet worden. 

Im Monate Mai an den Ufern der Sambre hatte das Regi- 
ment abtheilungsweise mehrere kleinere Gefechte zu bestehen, 
in welchen sich namentlich in der Nähe der Abtey von Bonne 
Esperance die Oberst-Division des Regiments unter Führung des 
tapfern Rittmeister Grosser, durch zweckmässige Unterstützung 
der Infanterie hervorthat, ebenso die Majors-Division bei Vertrei- 
bung des Feindes von Binch, wobei von den Chevauxlegers 
einige Mann gefangen und mehrere Pferde erbeutet wurden. — 

In der Schlacht bei Charleroy am 16. Juni war das 
Regiment thätigst verwendet worden. Oberstlieutenant Marquis 
Sommariva machte mit seiner Division die Avant-Garde von der 
rechten, vom PML. Graf Latour befehligten Angriffs - Colonne, 
kam stark in's Gedränge, und musste von der schnell nachrücken- 
den Oberst-Division unterstätzt werden. Rittmeister Rencke wurde 
hiebei tödtlich blessirt. 

Am 20 bei einer Recognoszirung des Oberst Graf Hohen- 
zoUern von Kavanagh-Cürassier (jetzt Nr. 4) kam die Oberst 
2. Escadron unter Rittmeister Grosser zu einem Vorposten- Gefecht, 
wobei nur 1 Corporal verwundet, und 1 Pferd erschossen wurde. 

Am 26. Juni in der Schlacht von Fleurus hatte das Regi- 
ment in der vom FML. Otto befehligten Colonne mit aller Aus- 
zeichnung gekämpft, ja einige seiner Abtheilungen hatten den 
Feind sogar aus seinen Verschanzungen vertrieben. 

Am 26. Juli wurde die Majors 1, Escadron zur Verhütung 
von Excessen in die Stadt Lüttich commandirt. Tags darauf wurde 
die österreichische Vorposten -Kette von den Franzosen ange- 
griffen uud zersprengt. Die bedeutende feindliche Uebermacht 
rückte rasch in die Stadt Lüttich vor, und verdrängte die öster- 
reichische Besatzung, welche überdiess von den Einwohnern aus 
Fenstern und Thüren beschossen wurde. In dieser gefahrvollen 
Lage machte ein Zug obengenannter Escadron die Arriere-Garde, 
zeichnete sich hiebei sehr aus, und Corporal Half rettete zwei 
Kanonen, die von der Infanterie im Stiche gelassen worden waren. 
Half erhielt die goldene Medaille. 



IM 

Ende iVugusI war das Rcgimcnl divisionsweide in der 
Umgegend der Festung Luxemburg vortiicilt, um deren Appro- 
visionirung zu decken. Im October beim allgemeinen Rückzuge 
der österreiohiachon Armee über den Rhein paasirte daa Regi- 
ment bei Mübllieim den Rhein, bezog nach verschiedenen Ilin- 
und Hermärschen und Cantonirtingen in den Reichsatiftern Essen 
und Werden seine Winter-Quartiere und versah den ganzen 
Winter die Vorposten am Rhein zwischen der Roer und Lippe. 

Im Mai und Juni 1795 kam das Regiment in die Geg« 
von Mannheim, im Juli in das Lager bei Sehwetzingen, und 
August in jenes bei Grotzingen. Daa Regiment gehörte nun zu 
der vom G. d. C. Graf Wurmser befehligten Ober-Rhein -Armee 
und auaaer einem starken Vorposten-Dienst und beständigen Hin- 
und Herbewegungen fiel für dasselbe in diesem Feldzuge bis 
zur Berennung des festen feindlichen Lagers bei Mannheim am 
18. October nichts Erhebliches vor. — G. d, C. Graf Wurraaer 
liaas in der Naciit vom 17. auf den 18, die Truppen, die er 
zum Angriffe auf das am rechten Rhein - Ufer vor Mannheim 
stehende französiache Corps bestimmt hatte , in drei Colonnen 
zusammenziehen. Das Regiment befand sich bei der rechten, 
welche GM. Fröhlich befehligte. Die andern beiden atieaaen 
früher als die rechte auf dio feindlichen Vorposten, Einige Schüase 
Helen, der Feind wurde allarmirt, die Ueberraschung vereitelt. 
Mit möglichater Schnelligkeit formrrten sich die Franzosen vor 
ihren Lagern. Zwar war der Tag bereits ungebrochen, aber 
dicliter Nebel lag noch auf der Gegend, und lioss die Truppen 
nicht 3 Schritte vor sich irgeod einen Gegenstand erkennen , 
die Folge davon war, dass die österreichische Cavallerio auf die 
Fronte der französiachen Infanterie stioas, von einem verheeren- 
den Gewehrfeuer empfangen wurde, und mit grossen Verlusten 
aus diesem Feuer zurückwich. Doch hatte sie sich schnell 
wieder gesammelt, und den An griff von Neuem mit grösater 
Tapferkeit vollführt. Die feindliehen Lager wurden erobert, und 
die Franzosen in die Stadt getrieben. Beträchtlich war der Ver- 
lust des Rogimentea bei diesen wiederholten Angriffen, Dem 
Major Grosser und Rittmeister Moekcin wurden die Pferde 
unterm Leibe getödtet, und beide Offiziere schwer bleasirt; der 
Rittmeister Friedrich Fürst Schwai-zenbcrg, ein2ljähriger hoffnunfrs- 
voller Offizier, der sich an diesem Tage seines Namens würdig 
geschlagen hatte, erhielt eine Schusswunde in den Unterleib und 
starb daran am 18. November zu Weinheira. Er war ein jünge- 
rer Hrudor des spütern unsterblichen Siegers von Leipzig. Ober- 
lieutenant Jelecki, die Lieutenants Visconti und Unruh waren 
leicht verwundet. Nobat diesen liatte das Regiment 20 Mann 
73 Pferde todt, 62 Mann und 65 Pferde bleasirt. 

In seinem Berichte an den FM. Graf Wnrmser vom 29. 
October sagt GM. Fröhlich: „Er fühle sich verbunden, daa Lob- 
ikowitz'ache Chevauxlegers- Regiment, welches dreimal das grosse 

'liehe Lager angriff, wegen seines besondern Mutlia ua4 



187 

„bezeugter Thätigkeit anzuempfehlen." Einige Abtheilungen des 
Regiments waren vom 7. — 11. Dezember bei der Vertheidigung 
von EdisBeim, während welcher sich Oberstlieutenant Marquis 
Sommariva und Oberlieutenant von Zerboni ausgezeichnet hatten, 
letzterer befreite 30 gefangene österreichische Infanteristen, nach- 
dem er fünf ungestüme Angriffe des Feindes mit kaltblütiger 
Entschlossenheit zurückgewiesen hatte. 

Am 16. Jänner 1796 bezog das Regiment in der Um- 
gegend von Heidelberg seine Winterquartiere. Dasselbe kam 
Anfangs Juni in das Lager von Oggersheim , und hatte im 
Verlaufe der Monate Juni und Juli den Gefechten bei Schwetzin- 
gen, Mannheim und Frankenthal beigewohnt; am 5. Juli wurde 
Radstadt nach hartnäckigem Widerstände von den kaiserlichen 
Truppen geräumt, bei welcher Gelegenheit dem Rittmeister Bik 
ein Fuss abgeschossen wurde, und derselbe in feindliche Gefan- 
genschaft gerieth. 

Anfangs August Vurde das Regiment in die Gegend von 
Regensburg beordert, kämpfte am 2Ö. August bei Fusswangen, 
am 22. bei Teining, und am 24. in der Schlacht bei Amberg, 
wo es den Oberlieutenant Borowitzka unter seine Todten zählte. 

Im October hatte Rittmeister von Sar dagna des Regi- 
ments freiwillig ein Streif-Commando übernommen, und der im 
Rückzuge begriffenen Armee des französischen General Moreau 
durch seine unermüdete Wachsamkeit beträchtlichen Schaden zu- 
gefügt. Am 6. October überfiel Sardagna mit seinen Chevaux- 
legers bei Mühlen ein feindliches Corps, warf dieses, und machte 
viele Gefangene, worunter der feindliche Commandant General 
Joba, 2 Stabs- und 4 Ober-Offiziere sich befanden. Wonige 
Tage nachher bei Irndorf in Breissgau nahm Sardagna den 
französischen General Vauban nebst 7 Offizieren gefangen, welche 
sich ohne hinreichende Bedeckung ganz unbesorgt in die Land- 
schaft gewagt hatten, um in der Gegend von Friedlingen einen 
Lagerplatz zu suchen. 

In der Schlacht von Emendingen am 19. October, 
in welcher Erzherzog Carl Moreau neuerdings geschlagen hatte, 
zeichnete sich Oberstlieutenant Baron Dinnersberg • mit seiner 
Division bei der I. Colonne vorzüglich aus, und wird im Be- 
richte Sr. k. k. Hoheit sehr angerühmt. 

Die glänzenden Angriffe des Obersten Sommariva und seiner 
braven Chevauxlegers hatten in diesem Feldzugo hauptsächlich 
zur längern Erhaltung Radstadts beigetragen, und mit der vor- 
züglichen Thätigkeit und Auszeichnung in der Verfolgung Mo- 
reau's schliessen sich die Waffenthaten des Regimentes in Deutsch- 
land, welch* letzteres noch im Dezember der Belagerung von 
Kehl beigewohnt, und die Vorposten am Rhein versehen hatte. 

Im Jänner 1797 wurde das Regiment zu seiner Erho- 
lung in's Vorarlbergische abgeschickt, wo es im Februar seine 
Standquartiere zwischen Bregenz und Feldkirchen bezog. 



r 

I 



>88 

Von 31 Bewerbern erkannte, laut BcstUtigung ör. k. Hoheit 
des Erzh. GeneraliEsimiiä, de dato Mannheim den 33. Mäi-z, die 
Medaillen-Ooramisaion fiinf Individuen des Koginieiita die silberne 
Medaille zu, und zwar: dem Gemeinen Joseph KiiJian, welcher 
in der Schlacht bei Amberg bei der Attaque auf ein feindli- 
ches In fajat er ie- Quarre der Erste in dasselbo eingedrungen 
war, dem Cadeten Anton von Nowakowaki, welcher eigenhändig 
den energischen Widerstand leistenden französischen General 
Joba am 6, Octobcr 1796 gefangen genommen, dem Wachtmei- 
ster Mathias Pittolmayer und Cadeten Alois Hohenheisser, beiden 
wegen umsichtiger Führung der Flankier, ersterer bei Neustadt, 
letzterer im Gefechte bei Kadstadt, dem Corporalen PVanz Denk 
wegen ausgezeichneter Eravour und Lebena-Rettung dea Ritt- 
meister Grafen Auersperg im Gefechte bei Tcining. Die übrigen 
26 Bewerber erhielten theils Gcld-Gesehenke, thcila öffentliche 
Belobungen. — 

Im Monate Mürz 1797 rückte das Regiment erst nach Tirol, 
von da nach Satzburg, im April nach Steiermark und in der zwei- 
ten Hälfte dieses Monats wieder nach Salzburg und Linz. Die 
übersttieutenants -Division wurde in'a Lager bei Wien gezogen. 
Anfangs Mai marschirte das Regiment nach Laibach, nachdem es 
bei Cilli die Oberstlieutenants-Division wieder an sich gezogen hatte. 
Es blieb mit abwechselnder Can-tonirungsstation in Ki-ain, bis es 
nun im Jänner 1798 in das Venetianische marschirte, und 
in Paduß, Viaenza, Rovigo, u. s. w. bequartirt wurde. Das Regi- 
ment wurde in diesem Jahre zum leichten Dragouer-ßogi- 
ment mit der Nummer 10 übersetzt, und erhielt dunkelgrüne 
RScke mit lichtblauen Aufschlägen und weissen Knöpfen. 

Ende März 1799 eröffnete der französische General Scherer 
gegen die öaterreichische Armee des FZM. Baron Kray in 
Italien den Feldzug. Im Treffen bei Verona am 26, März war 
das Regiment divisionsweise bei den 3 Ängiiffacolonnen vertheilt, 
Oberst Sommariva hatte sich an diesem Tage abermals mit Ruhm 
bedeckt. Wenige Tage später am 30. griffen die Franzosen die 
Position von Verona wiederholt an, und drückten die österreichi- 
schen Vorposten bis an die Mauern dieser Stadt zurück. Das 
Regiment rückte nun zur Unterstützung vor, der Feind wurde 
über die Etsch zurückgetrieben und die Brücke abgebrochen. In 
diesem Treffen, wo hauptsächlich die Tapferkeit des Regiments 
ziu' Niederlage des französischen General Serurier beitrug, wurde 
der Oberlieutenant Ernst Graf Haugwitz verwundet. 

Am 5. April, in der siegreichen Schiacht von Magnano, 
Regiment bei der mittleren Colonne dea FML. Baron 
Zopf ein geth eilt. 

An diesem Tage hatte das Regiment wegen ungünstiger 

Beschaffenheit des Terrains nicht vereint wirken können, sich 

daher nur in kleinern Abtheilungen vor die etwas in Unordnung 

vslhene JDfanferic gesetzt und durch wiederholte Attaquen 



1«9 

den Feind so lange aufgehalten^ bis die Infanterie Zeit hatte »ich 
zu sammeln. 

In dieser gefahrvollen Lage hielt das Regiment, unter Füh- 
rung seines tapfem Obersten Sommariva, sich aufzuopfern bereit, 
so lange Stand; bis Verstärkung anlangte. Marquis Sommariva 
erhielt in Folge dessen ausser Capitel von Sr. Majestät Kaiser 
Franz mit Allerhöchstem Handschreiben vom 17. April das Ritter- 
kreuz des Maria Theresien-Ordens. Rittmeister von Sar- 
dagna hatte an diesem Tage durch seine wiederholten entschlos- 
senen Attaquen zur Sicherung der Artillerie - Reserve beigetragen, 
ebenso hatte der zweite Oberst Fürst Thurn- Taxis mit einer 
Escadron des Regiments mit dem günstigsten Erfolge in die linke 
Flanke des Feindes attaquirt; und die französische Cavallerie daselbst 
zum Weichen gebracht. 

Der Verlust des Regiments betrug an diesem Tage an 
Todten: 12 Mann und 39 Pferde, an Verwundeten: 7 Offiziere, 
68 Mann und 99 Pferde; an Gefangenen: den Rittmeister Jelecki 
nebst 7 Mann und 6 Pferden; endlich an Vermissten: 8 Mann 
und 9 Pferde. In diesem Treffen hieb der Gemeine Michael 
Heiss den Obersten Sommariva, der von drei französischen 
Hussaren umringt war, glücklich heraus, und rettete ihm so das 
Leben oder mindestens die Freiheit. Heiss erhielt die silberne 
Medaille. — Am 27. April überschritt das Regiment mit der 
vorrückenden russisch -österreichischen Armee die Adda, war in 
der linken, von GdC. Baron Melas befehligten Colonne ein- 
getheilt, und rückte am 28* in Mailand ein. — Am 29. wurde 
der französische General Colanche nebst seinem Adjutanten und 
Feldgepäck von dem Lieutenant Baron Leslie des Regiments, der 
auf Vorposten stand, gefangen und nach Mailand gebracht. Am 
Nachmittage des 9. Mai rückte das Regiment nebst einigen 
Infanterie- Bataillons gegen die Festung Tortona. Am 12. unter- 
nahm der russische Marschall Graf Suwarow persönlich an der 
TSte des Regiments und eines Pulks donischer Kosaken eine 
Recognoszirung gegen Alessandria. Am 16. waren es vorzüg- 
lich die Attaquen des escadronsweise verwendeten Regiments, 
welche im Treffen bei Maren go den Rückzug des Feindes 
bewirkten. In dieser Affaire erhielt Oberst Sommariva einen 
Streifschuss, der ihn aber nicht kampfunfähig machte, Rittmeister 
von Zerboni und Lieutenant Benesch beide Prellschüsse; nebst 
diesen Offizieren waren noch 16 Mann und 33 Pferde^ verwun- 
det, 2 Mann und 11 Pferde todt 

Bei dem Einmärsche der russisch- österreichischen Armee 
in Turin am 26. Mai formirte das Regiment die Avantgarde, 
und wurde beim Herausmarsche aus der Stadt in das Lager 
von Orbassano, aus der vom Feinde besetzten Citadelle lebhaft 
jedoch ohne Erfolg beschossen. 

Besondern Ruhm erwarb sich das Regiment in der drei- 
tägigen Schlacht an der Trebia vom 17. \i\Ä \^. ^\«Cv. ^s:^ ^- 



180 



r 

H Schlachtlage war Oberst Marquis Sonimariva bei der Verfolgung 
H des Feindes luil dem Kegimente in thätiger Verwendung. Am 
H 18. hatte das Regiment in der dritten oder linken vom G. d. C. 
■ Baron Melas befeliligten Colonne seine Einthcilung und machte 
H im Vereine mit den russischen Kosaken einige erfolgreiche Attaquen. 
H Aber mit ganz besonderer Auszeichnung focht dasselbe am dritten 
H Tage dieses blutigen Kampfes. Insbesondere hat die Oberst- Divi- 
H sion, bei dem Angriffe des Feindes auf die Colonne des k. rus- 
^ sischen Generallieutenants von Förster, mit dem Regimente 
Levenehr - Dragoner (1860 reducirt) vereint, den kühnen Gegner 
geworfen und verfolgt. Als die Franzosen zum Angriffe des 
linken Flügels der österreichisch-russischen Armee eine Cavailerie- 
Colonne von 2üOO Pferden vorrücken liessen, stürzte sich FML. 
Fürst Johann Liechtenstein mit 3 Escadrons des Regiments auf 
dieselbe, warf sie auf die Täte ilirer nachfolgenden Infanterie 
und liesa ihnen keine Zeit zimi Aufmarsch, Als sich die feind- 
lichen Reiter zu einem zweiten Angriff sammeln wollten, fiel Fürst 
Liechtenstein mit den erwähnten Abtbeilungen des Regiments, 
unterstützt von dem nachrückenden Grenadierbataillon Wouver- 

Imanns, dieselben mit erneuertem Ungestüm an, und warf sie unter 
das Kartätschenfeuer der feindlichen Batterien. Dem tapfern 
Fürsten wurde sein Pferd unterm Leihe erschossen und drei von 
ihm wieder bestiegene Dienatpferde blessirt. Um den Feind in 
Schach zu halten, bis die in Unordnung geratbene Infanterie 
sich wieder formiren konnte, mussten die 3 Escadrons längere 
Zeit im heftigsten Kartütschen-Feuer des Feindes stehen bleiben, 
wobei sie vielen Schaden ertittea. Das Regiment hatte in dieser 
dreitägigen Schlacht, insbesondere am 19. nachstehenden Verlust : 
die Oberlieutenants Graf Mensdorff und Königstettcn, letzterer 
Adjutant des FML. Fürsten Liechtenstein, 18 Mann und 55 
Pferde todt; Oberst Fürst Thurn -Taxis, die Rittmeister Molitor 
und Prinz Yaenburg, die Oberlieutenants Graf Lebecque, Unrub, 
^ Mitkrois, Lieutenant Rolle nebst 86 Mann und 114 Pferde ver- 
wundet, endlich 3 Mann und Ü Pferde vermisst. Oberlieutenant 
Unruh starb nach wenigen Tagen an seiner Wunde. — G. d. C. 

tßaroa Melas sagt in seiner Relation : „er hnde keinen Ausdruck 
den Muth und die ausharrende Htandhaftigkeit der gesammten 
Truppen zu schildern. Vom Regimente Lobkowitz-Dragoner rühmt 
er vorzüglich die Standhaftigkeit der Stabs- und Oberoffiziere 
während des feindlichen KartätscLen-Feucrs." — Am dritten Tage 
hatte Rittmeister von Sardagna durch eine kühne Attaque mit 
seiner Schwadron dem bereits geworfenen Centrum der Bussen 
Zeit zur Herstellung der Ordnung verschafft. Von den braven 
Dragonern hatten sich vorzüglich susgezeichnet; Kadet Ludwig 
Graf Velo von der Majors- 1. Kscadron, der, als alle Offiziere 
derselben kan.pfunfähig wurden, sieb an der Spitze derselben 
stellte und entschiedene Proben von Einsicht und Tapferkeit vor 
den Augea def- FML. Fürst Liechtenstein ablegte. Graf Velo 




lei 

erhielt die goldene Medaille. Der Corporal Ferdinand Kloss, 
die Gemeinen Leopold Tempos und Jakob Schihuwi, welche 
im stärksten Feuer dem Fürsten Lichtenstein ihre Pferde anboten^ 
jerhielten die silberne Medaille. Der Corporal Franz Weiss, 
welcher den mit seinem todtgeschossenen Pferde gestürzten Ober- 
lieutenant Graf Mensdorff; desgleichen der Corporal Anton Müller, 
welcher den in derselben Lage sich befindlichen Rittmeister 
Graf Auersperg mit dem Säbel in der Faust herausgehauen, 
erhielten Beide die silberne Medaille. Der Dragoner Christian 
Gross, welcher den schwer verwundeten Oberlieutenant Graf 
Lebecque im heftigsten Kartatschen - Feuer auf seine Schultern 
geladen und in Sicherheit gebracht hatte, erhielt die silberne 
Medaille, ebenso der Corporal Josef Jacob wegen vorzüglicher 
Verrichtung unter äusserst schwierigen Umständen eines vom 
FML. Fürst Liechtenstein gegebenen sehr wichtigen Auftrages. 

Am 15. August in der Schlacht bei Novi war das Regi- 
ment divisionsweise vertheilt, und unterstützte, ungeachtet eines 
sehr ungünstigen Terrains, die Infanterie auf das Vortheilhafteste. 
Durch eine tapfere Attaque des Rittmeister von Sardagna mit der 
Oberst- 1. Escadron, welcher auch die Oberstlieutenants-Division 
folgte, auf den Höhen von Retolli in der rechten feindlichen Flanke 
wurde es dem GM. von Lussignan möglich, sich im Besitz 
der, dem feindlichen Centrum nächstgelegenen Höhen zu setzen. — 
Tags darauf wurde ein Detachement des GM. Graf Nobili, bei 
welchem sich die Majors-Division befand, und welcher hinter 
Serravale zur Beobachtung Ar quatas stand, angegriffen und zurück- 
gedrückt, bei welcher Gelegenheit Oberlieutenant Suchaneck des 
Regimentes verwundet wurde. 

Im Gefechte bei Marenne am 17. September hatte Oberlieu- 
tenant Graf Pitzenberg des Regiments mit seinem Zuge 2 Kanonen 
erobert. 

Das Regiment zählte an jenem Tage, an Todten, Verwun- 
deten und Vermissten: 14 Mann und 11 Pferde. Oberlieutenant 
Graf Pitzenberg wurde als Courier mit der Sieges-Nachricht nach 
Wien gesandt. Die betreffende Gefechts -Relation nennt den Major 
Graf Harrach des Regiments imter den Ausgezeichneten. 

Am 23. September waren Abtheilungen des Regiments im 
Gefechte bei Pinerola und am 28. unter dem Commando des GM, 
Graf Nobili, 3 £scadi*ons in jenem bei CasteUeto. Li diesem hatte 
Rittmeister Molitor eine bereits verlorene Kanone wieder erobert, 
Oberlieutenant Graf Colombo war bei dieser Gelegenheit todt 
geblieben, Rittmeister Klein leicht verwundet worden. — Der 
Gemeine Andreas Slopeczki, welcher an diesem Tage den Adju- 
tanten des FML. Fürsten Liechtenstein, Oberlieutenant Leidreutter 
durch Uebergabe seines Pferdes, aus einer sehr gefahrvollen Lage 
rettete, erhielt die silberne Medaille. Im Laufe des Monats 
September hatten 6 Mann des Regiments für ihre Tapferkeit 
öffentliche Belobungen erhalten. 



[ 



Am 11. Oktober hatte das Regiment bei einer Uecognos- 
zirung zaMadonna dcl Olmo ein kleines Gofeulit zu bestehen, 
wobei es einen Totalverluat von 12 Mann und 13 Pferden halte. 

Am 18. Oktober bei Ronchi stand Rittmeister von Sardagna 
mit der Oberst 1. Escadron auf ^'orpoaten und rettete durch seine 
wohl angebrachten Attaquen den augegnfFeuen linken Flügel vor 
AufreibuDg. Bei dieser Gelegenheit wurde Lieutenant Braunhofer 
schwer blessirt, und die Escadron hatte noch 7 Mann, 14 Pferde 
verwundet, 2 Mann und 2 Pferdo todt. 

Bei dem am 20. Oktober erfolgten Angriffe des i'ML. Ott auf 
liainette wkkten 4 Escadi-ons des Reginaenls mit, und verloren 
im Ganzen 10 Mann und 6 Pferde. 

In der zweitägigen Schlacht bei Genola am 4. und 5. 
November kämpfte das Regiment in der Dragoner-Division des 
FML. Fürst Liechtenstein, Am 4. war die Oberst-Division bei der 
Avant-Garde. Rittmeister von Sardagna und Lieutenant Limpens 
wurden blessirt, letzterer starb an seiner Wunde. Am 5. war 
das Regiment bei den Colonnen des FML. Baron Elsnitz und 
GM. Graf Bellegarde verthoilt. Bei der Verfolgung des Feindes 
griff Oberstlieutenant Grosser mit der Oberstlieutenants- 1. Esca- 
dron den feindlichen Nachtrab rasch an, zersprengte ihn und 
eroberte 2 Kanonen. 

Das Regiment wurde beim Observations - Corps,* während 
der Belagerung der Festung Cuneo eingethetlt und stand im 
Lager bei Vignola, von wo es Ende Dezember bei Casale über 
den Po abrückte, und in der Umgegend von Mailand und Lodi 
seine "Winterquartiere bezog. 

Das Regiment verliess am 12. März 1800 seine Winter 
quartiere, bezog erst eine Cantonirung in der Lomelina, von wo 
es am 1. April in das Lager li&i Alessandi'ia abrückte, und am 
20. eine Cantonirung in der Umgegend von Aqui, am 29. aber 
bei Turin erhielt. — Inzwischen hatten die Feindseligkeiten mit 
den Franzosen wieder begonnen, und am 19. Mai war das 
Regiment im Gefechte bei Strambino in der Umgegend von 
Ivrea. Am 1, Juni wurde das Regiment an den Po beordert, 
um den Uebergang des Feindes über diesen Fiuss so viel als 
möglich zu beobachten und zu hindern. Am 9. passirte ein Theil 
der französischen Avantgarde tei Pavia den Po, an welchem 
Rittmeister Sardagna mit der Oberst- Division auf Vorposten stand. 
Ungestüm drangen die Franzosen auf der Strasse gegen Voghera 
vor, um sich eines k. Artillerieparkes zu bemächtigen, der 
oben daselbst im Anzüge war. Sardagna aber zwang den Feind 
durch wiederholte tapfere Attac|uen zum Aufgeben seines Unter- 
nehmens. Tags darauf ward er aber von feindlicher Uebermacht 
umringt, bahnte sich glücklich mit dorn Säbel in der Faust 
einen Weg durch die feindlichen Colonnen, und rückte nacli 
3 Tagen mit seinen tapfern Dragonern, nach anstrengenden Gcbirge- 
jnäisehen, beim Regimento wieder ein. 



198 

In den am 9. Juni stattgehabten unglttckliclien Gefechten 
des FML. Ott bei Casteggio und Montebello befanden sich einige 
Escadrons des Regiments. 

In der Schlacht bei Marengo am 14. Juni hatte das Regi- 
ment mit seiner allgemein anerkannten Bravour gefochten. Dasselbe 
war in der zweiten oder linken von FML. Ott befehligten Colonne 
eingetheilt, 2 Escadrons im Vortrab, welchen GM. Baron Gottes- 
heim befehligte, und 4 in der Infanteriebrigade des GM. Sticker. 
— Im Verlaufe dieser entscheidenden Schlacht war das Regi- 
ment mit dem Infanterie-Regiment Baron Spleny (jetzt Nr. 51) 
zur Erhaltung der Bormidabrücke vom Generaladjutanten Oberst 
Grafen Radetzky persönlich gegen den Feind geführt; und wehrte 
mit musterhafter Blraft-Anstrengung die ungestümen Angriffe 
des Feindes ab. Dem Grafen Radetzky wurde an der Fronte 
des Regimentes ein Pferd unterm Leibe getödtet, — In diesem 
blutigen Kampfe erhielt der Commandant des Regiments Oberst 
Fürst Maximilian Joseph Thurn-Taxis an der Spitze seiner 
wackeren Reiter eine schwere Contusion am Kopfe, welche ihn 
nöthigte sich vom Kriegs - Dienste zurückzuziehen, ausser ihm 
waren noch Major Molitor, Lieutenant Grosser, imd eine beträchtliche 
Anzahl Mannschaft verwundet, wie auch mehrere Mann imd Pferde todt. 

Tags darauf wurde zu Alessandria ein Waffenstillstand ab- 

geschlossen, und die österreichische Armee zog sich hinter den 
[incio zurück, an dessen Ufern das Regiment nun mit vielfach 
veränderten Cantonirungen bis zum Wiederbeginn der Feindse- 
ligkeiten in der zweiten Hälfte Dezember stehen blieb. — Am 25. 
und 26. Dezember überschritt der französische General Brunne mit 
70000 Mann den Mincio, und es kam mit der nun vom G. d. C. 
Grafen Bellegarde befehligten, um 20000 schwächern österrei- 
chischen Armee zur blutigen Schlacht. An dieser hatte das Re- 
giment ehrenvollen Antheil genommen, aber beträchtliche Ver- 
luste erUtten. Es zählte an Todten: Lieutenant Franz Landgraf 
Fürstenberg, 7 Mann und 24 Pferde ; an Verwundeten : Ritt- 
meister Suchanek, Cadet Visconti, 43 Mann und 54 Pferde, an 
Vermissten: Cadet Dehnel, 6 Mann und 10 Pferde. Rittmeister 
von Sardagna befand sich wieder unter den Ausgezeichneten. 
Im Gefechte des 26. bei Valeggio deckte das Regiment 
mit Bussy- Jäger unter General Frimont die Flanke und den 
Rückzug der Armee, war noch 11 Tage bei der Arridre-Garde 
und marschirte bis Cerviniano im Friaulischen, wo es wegen des 
am 16. Jänner 1801 für Italien abgeschlossenen Waffenstillstan- 
des in eine Cantonirung in der Umgegend von Krainburg in 
Krain beordert wurde, und Ende Jänner 1801 daselbst eintraf. 
Nach dem zu Lünneville abgeschlossenen Frieden marschirte 
das Regiment am 13. April 1801 in die Friedensstation Tarnow 
in Galizien, wo es eine Division des eben aufgelösten Drago- 
ner-Regiments Kronprinz Ferdinand erhielt, und im Beginn von 
1802 wieder zum Chevauxlegers-Regimente mit derNummorS 



S94 

übersetzt wurde. Es erhielt nun weisse Röcke mit seharlach- 
rotLen Ki-ägen und Äufsclilägen nebst gelben Knöpfen. 

Am 15. Februar rückte dasselbe in die Dialocation von 
SiedJec in West-Galizien ab, ilittmeister von Sardagna erhielt 
für seine vielfachen Auszeichnungen in den letzten Feldzügen 
vermöge CapitelsbeschlHss in der Promotion vom ö. Mai 1802 
das Ritter- Kreuz dea Maria Ther esien-Ordens. 

Am 1. September 18Ö5 rückte das Regiment in das 
Exerzier-Lagor bei Krakau, wo es aber zum Weitcrmarsche be- 
ordert, nach wenig Tagen aufbrach, und am 10, October in der 
Gegend von Wels in Oberöaterreieb einrückte. — Das Regiment 
erhielt seine Eintheilung zum Corps des FML. Baron Kien- 
mayer und bezog Mitte October eine Cantonirung bei Reichers- 
berg im Innviertel. Am 19, hatte ein Streif • Commaodo des Re- 
giments bei Wert mit den Franzosen einen blutigen Zusammen- 
Btoss, und verlor im Ganzen 17 Mann und 5 Pferde. 

Anfangs November rüclste das liegiment erst gegen Wien 
und sodann nach Mähren, — Dasselbe war in der Avant-Garde 
der am 2. Dezember zur Schlacht bei Austerlrtz vorrückenden 
Armee. Die Avant-Garde eiötfnete im dichten Nebel des Morgens 
den Angriff auf das Dorf Tellnitz, Im weitern Verlaufe dieser 
welthistorischen Schlacht deckte das Regiment im Verein mit 
Szekler-Hussaren den Rückmarsch des linken Flügels (der Russen), 
welchen die Division Vandammo um Fusse folgte. Zwei fran- 
zösische Dragoner -Regimenter wurden von dem diesseitigen 
Regimente und den Hussaren mit grosser Tapferkeit mehrmals 
zurückgeschlagen. Ungeachtet eines heftigen Kartätschen - Feuers 
behauptete das Regiment mit seltener Ausdauer und ünerschro- 
ckenheit seine Stellung auf der Höhe zwischen ToUnitz und dem 
Satschan er-Teicbc, wodurch die russische Infanterie Zeit gewann, 
ihren Rückmarsch über den Damm auszutiihi-en. Die aufopfernde 
Tapferkeit des Regiments O'Reüly-Chevauxlegera, die ausgezeieh- 
nete Führung seines entschlossenen Obersten Grälen Dogenfeld 
sind in den Tafeln der Geschichte des gigantischen Kampfes 
der Drei Kaiaer-Schlacht bei Austerlitz mit unauslöschlichen Lottern 
eingetragen. An Todten, Verwundeten und Gefangenen hatte 
das Regiment 26 Mann und 45 Pferde, Die Oberlieutenanta 
Gaeszler und Hohenheisser, welche sich an diesem Tage durch 
besondere Uravour herrorgethan, waren verwundet. Oberst Graf 
Degenfcld hebt besonders in seinem Berichte aus Saitz am 6. 
die entschlossene und ruhige Haltung der Oberstlieutenants-Divi- 
sion im stärksten Kartätschen- Feuer mit vielem Lobe hervor. 
Am 10. Dezember bezog das Regiment eine Aufstellung in der 
Umgegend von Oslrau, 

Der seit Mitte November mit seiner Division und einer 
Escadron Schwarzenberg-Uhlanen auf Stroif-Commnndo detachirto 
Major von Scheither des Regiments hatte durch einen Ueberfall 
in der Nähe von Göding einen französischen Obersten nebst 3 



196 

Offiziern und 60 Mann gefangen genommen, überdiess viele 
Pferde erbeutet, und dem Feinde einen Verlust von 70 Todten 
und Blessirten beigebracht, während sein eigener Verlust nur 
2 Todte und 9 Verwundete betrug. Major Scheither belobt vor- 
züglich das tapfere Benehmen des Oberlieutenants Graf Johann 
Pötting, welchem er vorzugsweise den glücklichen Ausgang jenes 
Unternehmens zuschreibt. 

Nach dem Pressburger Frieden rückte das Regiment im Jänner 
1806 nach Lauffen im Salzburgischen, im Herbste d. J. wurde 
der Stab nach Ried und 1808 nach Wels verlegt. 

Bei Ausbruch des Feldzugs 1809 sammelte sich das 
Regiment Anfangs März in seiner Stabs-Station Wels, und hatte 
seine Eintheilung in das VI. Armee-Corps des FML. Bar. Hiller, 
Brigade des GM. von Provencheres erhalten. Es verblieb den 
ganzen Monat März in seiner oonzentrirten Aufstellung, 2 Esca- 
drons standen bei dem Commando des Obersten Adler v. Jordis- 
Infanterie (Nr. 59) bei Altheim zur Beobachtung der baierischen 
Grenze aufgestellt. 

Am 2. April wurde das Regiment der Division des FML. 
Baron Jellaoic, welche nach Salzburg detachirt war, zugewiesen. 
Am 9. April wurde Oberlieutenant Reinl mit seinem Zuge dem 
zusammengesetzten Commando des Oberstlieutenants Baron Taxis 
in Tirol, welches sich später mit den vorrückenden Truppen des 
FML. Marquis Chasteller vereinte, zugetheilt. 

Am 11. April rückte die Division Jellacic in 2 Colonnen 
aus Salzburg gegen Baiern vor, bei der ersten unter General 
Provencheres befanden sich 3 Escadrons des Regiments; bei der 
zweiten unter FML. Baron Jellacic die übrigen. Am 16. trafen 
beide Colonnen fast zu gleicher Zeit in München ein. Am 17. 
stiessen Patrouillen des Regiments beiMosach auf feindliche Vorposten 
und brachten einige französische Hussaren als Gefangene ein. — In 
Folge des unglücklichen Ausgangs der Schlachten bei Eckmühl 
und Regensburg erhielt die Division Jellacic den Befehl, sich 
nunmehr auf die Vertheidigung des Salzburgischen Gebietes zu 
beschränken, und sich dahin zurückzubewegen. 

Am 28« bei Waging kam es mit einigen Abtheilungen des 
Regiments und der baierischen Avant-Garde zum Gefecht, aber 
nachdem der baierische General Graf Preising mit seiner Caval- 
lerie heranrückte, mussten die Chevauxlegers den Rückzug an- 
treten. Am 29. bestritt das Regiment die Vorposten an der 
Saal, und dehnte sich von Reichenhall bis zum Einfluss der Saal 
in die Salza aus. Am selben Tage um 1 Uhr Nachmittags von 
der Vorhut des bairischen General Wrede's angefallen, hielten die 
Abtheilungen des Regiments dessen Marsch auf, und schlugen sich 
bei Aüthering, ohne ein einziges Geschütz durch volle 4 Stunden 
gegen die ganze mittlerweile nachgerückte Division Wrede; erst 
als die Colonne Jellacic Hellbrun erreichte, zogen sie sich in 
bester Ordnung zurück, und vereinigten sich gegen 16 Uhr Nachts 



196 

mit dieser. Das Regiment hatte einen Verlust von 20 Mann an 
Todtea und Verwundeten zu beklagen, unter den letztern der 
Oberlieutenant Panz. 

Das rasehe Vordringen Wrede's bestimmte den FML. Baron 
Jellacic seinen Rückzug nach Loffers und GoUing zu nehmen. 
Oberet Baron Rotbkirch deckte ilan mit dem Regimente bis an den 
Gebirgspaas. Theils Mangel an Fourage, theils die geringe Aus- 
siebt Gelegenheit zur Verwendung eines grösaern Cavallerie -Kör- 
pers zu finden, veranlasste FML. Baron Jellacic nur 3 Züge der 
Oberst 1, Escadron (der 4. war wie bereits gesagt in Tirol) bei 
sich zu behalten, und die andern 7 Escadrons zum Anschluss an 
das Corps des FML. Baron Hiller Über Radstadt zu befehligen. 
Bei Lietzen angelangt, erhielt das Regiment Nachricht von dem 
in Folge der Schlacht von Ebelsberg vollzogenen Rückzüge des 
VI. Armee-Corps gegen Wien, rückte daher über den Semmering 
und Wiener Neustadt zu dem auf dem Marehfelde lagernden Heere 
Sr. k. k. Hoheit des Erzh, Carl, nachdem es auf höhern Befehl 
den Major Graf Auersperg mit der 2. Majora-DJvision nach Press- 
burg zur Deckung des dortigen Brückenkopfes detachirt hatte. 

In der zweitägigen Entscheidungs-Schlacht von Aspern am 

21. und 22. Mai war das mit 5 Escadrons ausgerückte Regiment 
der 3. vom FML. Prinz Hohenzollern befehligten Colonne beigege- 
ben. Am 21. bei dem grossen Angriffe der französischen Reiterei 
auf das Österreichische Zentrum, nahten mehrere feindliche Cüras- 
sier-Regimenter der 2. und 3. Colonne. Da stellten sich die 5 
Escadrons kühn den Eiaonreitern entgegen, wurden aber durch den 
mächtigen Anprall zurück auf die Infantorie-Massen geworfen. Am 

22. bei Tagesanbruch erhielt Oberst Baron Rothkirch den Befehl 
mit seinen Escadrons sechs französische Bataillons anzugreifen, die 
in geschlossener Colonne gegen Aspern vorrückten. Schon während 
des Anreitens dem feindlichen Geschützfeuer ausgesetzt, erlitten sie 
namhafte Verluste, ohne durch das Gelingen ihrer Attaquen für 
die gebrachten Opfer entschädigt zu werden. Mit Tapferkeit wider- 
standen sie den mehrmaligen Angriffen der Franzosen im Verlaufe 
jenes Tages, und am Nachmittage befreite Oberst Baron Rothkirch 
mit seinen Tapiern durch einen herzhaften Angriff eine bereits 
verlorene geglaubte österreichische Batterie. Das Regiment hatte 
an beiden Scblacbttagen grosse Verluste erlitten. Major Caspar 
von Danzer, Oberlieutenant Johann Lisckiewicz nebst 17 Mann 
und 78 Pferde waren getödtet, Rittmeister Joseph Graf Tige, 
Lieutenant Bernhard Meihirth nebst noch 7 Offiziers, 116 Mann 
und 79 Pferde verwundet, 13 Mann und 16 Pferde vermisst. 

Die offizielle Relation nennt unter den Helden von Aspern 
den Obersten und Regiments-Conomandanten Leopold Bar. Roth- 
kirch, den gebliebenen Major Caspar von Danzer, und den Ritt- 
meister Carl Baron Wuesthof des Regiments, FML. Prinz Hohen- 
zollern spricht sich In seinem Berichte, das Regiment betreffend, 
folgendermassenaus: „Auch den 5 Escadrons von O'Reilly-Chevaux- 



197 

«legers unter dem GM. von Provencberes darf ich das gerechte 
„hob seiner besonders guten Verwendung nicht versagen. Ritt- 
,,meister Baron Wuesthof war während der ganzen Schlacht frei- 
^willig zur Bedeckung der Artillerie^ wo es erforderlich war, ver- 
,,wendet worden. Ich bedauere ungemein den Verlust des braven 
„Majors Danzer von O'ßeilly u. s. w/* 

Der Gemeine Georg Domschütz, welcher mit Selbstaufopfe- 
rung und Bravour den vom Feinde umringten mit seinem getöd- 
teten Pferde gestürzten Lieutenant Beust^hr herausgehauen hatte, 
erhielt die silberne Medaille. 

Ende Juni rückte die 2. Majors-Division zu dem in March- 
felde lagernden Regimente wieder ein, welches Anfangs Juli, zu 
dem vom G. d. C. Fürsten Johann Liechtenstein befehligten Caval- 
lerie-Reserve- Corps eingetheilt worden war. 

In der Schlacht bei Wagram am ö. Juli machte das 
Regiment mit grö'sster Entschlossenheit am linken Flügel wieder- 
holte Attaquen gegen die feindlichen Infanterie -Massen, welche 
aber, da die Artillerie nicht mehr im Stande war, die Reiterei mit 
nöthigen Nachdruck zu unterstützen, keinen hinreichenden Erfolg 
haben konnten. Um 1 Uhr Nachmittags des 6« Juli wurde der 
Befehl zum Rückzuge gegeben. Die ganze Cavallerie des linken 
Flügels führte noch einen allgemeinen Angriff gegen die feindliche 
Reiterei aus, wodurch diese zurückgeworfen, und der Infanterie 
Raum zum Abmärsche gewonnen wurde. Jene Cavallerie deckte 
nun den Rückzug des IV. Armee-Corps nach Bokflüss und Hohen- 
leuthen, und setzte in den folgenden Tagen den Rückmarsch der 
Armee nach Mähren fort. Der Verlust des Regiments vom 5. — 
9. Juli war bedeutend : Rittmeister Friedrich Baron Degenfeld, 49 
Mann und 89 Pferde waren todt, Rittmeister Alois Hohenheisser, 
die Oberlieutenants Thomas Wurrisch, Dzwonkowski, Anton Baron 
Heiversen, und Lieutenant Alois Baron Heiversen nebst 45 Mann 
und 19 Pferden verwundet ; der Regiments- Commandant Oberst v. 
Sardagna, die beiden verwundeten Oberlieutenants Wurrisch und 
Dzwonkowski, 14 Mann und 15 Pferde gefangen; 49 Mann und 
34 Pferde endlich vermisst. 

Die officielle Relation belobt vom Regimente dessen Com- 
mandanten Oberst Sardagna, und den Oberstlieutenant Graf Auers- 
perg, welch* letzterer mit der 1. Majors-Division dem IV. Armee- 
Corps des FML. Fürst Rosenberg zugetheilt war. Eben so wurde 
im Armee-Befehle für sein pflichtgetreues aufopferndes Benehmen 
der Oberarzt Franz Warady öffentlich belobt. 

Am 12. Juli stand das Regiment im Lager bei Grosshem- 
schitz, und nach mehreren vorübergehenden Cantonirungen in Mähren 
und Ober -Ungarn bezog dasselbe nach abgeschlossenem Wiener 
Frieden im November die Stabs-Station Bochnia in Galizien, welche 
es im Sommer 1811 mit jener von Grodeck nächst Lemberg ver- 
wechselte, und Anfangs 1812 in die Stabs-Station Zolkiew abrückt«. 



■ 198 

Bei Ausbruch des Feldzuga 1812 gegen Russland 
erhielt das Regiment seine Eintheilung zu dem, vom FM. Fürst 
Schwarzenberg befehligten Auxiliar-Corpa, rückte am 9. Juni 
mit Zurücklassung der 1. Majors-Division aus seinen Friedens- 
Stationen in'e Feld, und überschritt am 15. die Grenze des 
Herzogthums Warschau. Am 10. August im Gofechte bei Prus- 
zana war dasaelbe auch am 11. in der Schlacht bei Podubnie, 
und folgte den gegen den Feind vorrückenden österreichischen 
und sächsischen Cavallerie- Abtheilungen als Unterstützung. Als eine 
dieser letztern im Verlaufe der Schlacht von einer feindlichen 
überlegenen Reiter-Truppe zurückgeworfen wurde, rückte die Oberst 
2, Escadron des Regiments vor, warf sich in die Flanke des 
Feindes, und brachte ihn zum Weichen. Bei dieser Gelegenheit 
wurde Lieutenant August Baron Godart von mehreren russischen 
Kosaken und Uhlanen umringt, jedoch durch den Gemeinen 
Adam Kornberger, welcher hieb ei 2 Lanzenstiche erhielt, gerettet, 
Kornberger erhielt die silberne Medaille. 

Am 24. besetzte Oberst Graf Auersperg mit 4 Escadrons 
des Regiments einer von Kaiser-Hussaren und einem Grenz-Ba- 
taillon vom Warasdiner-Kreutzer-Regiment das Dorf Krimini. — 
Schon beim Anrücken gegen dasselbe attaquirte Oberiieutenant 
Treutier ein feindliches, aus 50 Kosaken bestehendes Piket und 
warf es zurück. In Orte selbst waren über 4 Escadrons russi- 
scher Dragoner und Kosaken, wie auch einige Abtheilungen 
Hussaren aufgestellt, welche Anfangs Widerstand leisten wollten. 
Rittmeister Baron Wuesthof und Oberlieutenant Treutier drangen 
mit solcher Entschlossenheit auf sie ein, dass sie zu weichen 
begannen; das Gefecht endete mit dem Rückzüge des Feindes. 
Der Verlust des Regiments betrug 3 Mann und 3 Pferde an 
Todton, und 1 Verwundeten. In seiner Relation an FML. Bar. 
Frimont belobt Oberst Graf Auersperg das muthige und ent- 
schlossene Benehmen des Rittmeisters Baron Wuesthof und Ober- 
lieutenants Treutier vom Regimcnte. 

Am 19. September bei einer Recognoszirung gegen 
Guidawa kamen aus dem russischen Lager Schwärme von Kosa- 
ken, Kalmuken, Tartaren und Baschkiren, welche einige öster- 
reichische und sächsische Cav allen' e-Abthoi langen zum Weichen 
brachten. Da lieas der eben anwesende FM. Fürst Schwarzen- 
berg den General Zechmeister mit 2 Escadrons des Regiments 
eine Attaque auf diese Reiter seh wärme unternehmen, welche nun 
auf ihre Unterstützung zurückgeworfen wurden. 

In der Nacht vom 20. auf den 21. September standen 3 
Escadrons des Regiments mit 70 Pferden sächsischer Cavallerie 
und einer Escadron polnischer Uhlanen im Lager bei Nieswicz, 
als um '/b4 Uhr Morgens die Aviao-Vedetten Feuer gaben, eine 
bedeutende Uebermacht feindlicher Reiterei mit fürchterlichem Ge- 
schrei sieh auf die Posten stürzte, und mit selben zugleich auf das 
l^gBi losja^te, welches mit dem Rücken an einen Sumpf gelehnt, 



199 

eine äusserst ungünstige Aufstellung hatte und nun von allen 
Seiten vom Feinde umringt wurde. Die Vertheidigung war 
unmöglich geworden. Der Feind, welcher den Angriff mit 600 
Kosaken, 300 Hussaren und 300 Dragonern unter Führung des 
General Lambert unternahm, warf die Sachsen und Polen auf 
die 3 Escadrons des Regiments, welche hiedurch, da sie eben 
im Aufsitzen begriffen waren, fortgerissen wurden, ihre durch 
den fürchterlichen Lärm scheu gewordenen Pferde nicht bändigen 
und erhalten konnten, und dadurch von dem nachfolgenden Feind 
erreicht, theils gefangen, theils niedergehauen wurden. Mehrere 
retteten sich durch die Moräste. Der Verlust des Regiments war 
beträchtlich, Die Rittmeister Karl Baron Wuesthof, Franz Kohl- 
mannhuber, Alois von Hohenheisser, die Oberlieutenants: Alois 
von Vallegio, Johann von Treutier, der hiebei verwundete Ober- 
lieutenant August Baron Godart nebst dem Regiments - Cadeten 
Ludwig von Losenau, dann gegen 100 Mann und Pferde geriethen 
in feindliche Gefangenschaft. Feldgepäck, Lagergeräthschaften, 
Waffen und über 100 Pferde waren die Beute der Russen. 

Das hiedurch bedeutend geschwächte Regiment wurde im 
weiteren Verlaufe dieses Feldzugs noch als Avant- und Arriere- 
Garde zum Patrouillen- und Vorpostendienst, Recognoszirungen und 
Streif- Commanden verwendet, kam aber zu keinem grösseren 
Gefechte mehr, und rückte am 1. März 1813 in der Umgegend 
von Busko in die Winterquartiere, Ende April aber bezog es bei 
Krakau ein Lager. Hier erhielt es bei erfolgter Auflösung des 
Auxiliar Corps die Bestimmung nach Böhmen und erhielt 
Ende Mai in der Umgegend von Daschitz Cantonirungs- 
quartiere. 

Bei Ausbruch des Feldzuges 1813 erhielt das Regiment 
seine Eintheilung in das Cavallerie-Corps des G. d. C. Erbprinzen 
von Hessen-Homburg. 

In der Schlacht bei Dresden am 27, August stand das 
Regiment als Reserve für die Infanterie - Divisionen Bianchi 
und Chasteller aufgestellt, kam zwar nicht in Thätigkeit, erlitt 
aber dennoch einen Total - Verlust von 9 Mann und 16 Pferden. 

Mitte September wurde das Regiment dem IV. Armee-Corps 
des G. d. C. Grafen Klenau zugetheilt; bei dessen Vorrückung 
in Sachsen war das Regiment thätigst grösstentheils abtheilungs- 
weise verwendet, und zwar am 2. Oktober bei der Recognos- 
zirung von Freiberg, am 3. im Gefechte an der Flöhe am 4. 
in jenem von Chemnitz. — Im Gefechte bei Pennig am 6. 
Oktober hatten 2 Escadrons des Regiments nebst 2 von Hohen- 
zollern Chevauxlegers ein ziemlich hitziges Gefecht gegen polnische 
Lanziersj welches mit dem Rückzuge dieser letztern endete. 
Lieutenant Baron Godart nebst 4 Mann und 10 Pferden waren 
verwundet, 2 Mann und 6 Pferde todt geblieben. — Das Regi- 
ment war ferner in den Gefechten bei Liebertwolkwitz am 13. 
imd 14. Oktober. Am letzteren Tage hatte es viel dnrck ds^^ 



I 



900 

feindliche Gesclititzfeuer gelitten und zwar: 11 Mann 41 Pferde 
todt, 16 Mann und 7 Pferde verwundet. 

Am 16. Oktober foclit G. d. C. Graf Klenau mit dem 
IV. Armee Corps auf dem äuasersten rechten Flügel gegen 
Marschall Macdonald bei Fucbsheim, Grosa-Pösa und dem Um- 
versitats-Walde. Endlich hatten sich die Franzosen mit ihrer 
an Truppen weit überlegenen Macht der Anhöhe bei Liebert- 
wolkwitz, die mit 3 Geschützen gekrönt war, bemächtigt, imd 
die am Fusse dieser Höhe postirten 3 Kanonen gewonnen. 
Oberetlieutenant Alfred Fü rat zu Windiech - Grätz dea Regiments 
hatte diese für das Corps sehr gefährliche Wendung der 
Dinge kaum wahrgenommen, als er auch sogleich, aus eigenem 
Antriebe mit seiner Division unter dem heftigsten feindlichen 
Feuer vorrückte, sich selbst an die Spitze der Oberstlieutenants 
1, Escadron setzte und die im Sturmschritte herTorb rechen de 
feindliche Infanterie - Masse , die bereits der Kanonen Meister 
geworden, mit kaltblütigster Verwegenheit attaquirte, wobei ea 
ihm gelang ihr eine halbe Batterie zu nehmen. Im selben 
Augenblicke liess Fürst "Windiscb-Grätz das in die Flanke kom- 
mende französische Garde- Cavallerie-ßegiment durch die Oberst- 
lieutenants 2. Eacadron, welche zur Unterstützung aufgestellt 
war, angreifen. Die französische Garde - Cavallerie wurde ala- 
bald zurückgeworfen , und durch diese beiden so kühnen 
Attaquen, für die eben vorrückende k. russische und k. preus- 
aische Batterie wie nicht minder für die österreichische Infanterie 
Zeit gewonnen, das Dorf Seiferfsheim zu besetzen, und die 
Franzosen mit einem wirksamen Feuer zu empfangen, wodurch 
überdiess den rückwärts aufgestellten russischen und österreichi- 
schen Cavallerie -Abfbeilungen die Möglichkeit verschafft wurde, 
sich in Ordnung und ohne bedeutenden Verlust hinter die 
Gräben von Fuchaheim zurückzuziehen. 

Diese so glänzende und erfolgreiche Waffentbaf, in Folge 
deren Oberstlieutenant Fürst Windisch-Grätz unter den Ausgezeich- 
neten in der Relation der Leipziger Schlacht genannt wird, 
wurde sogleich von Sr, Majestät dem Kaiser Alexander von 
ßussland durch die Verleihung des k. russischen Wladimir- 
Ordens III. Classe an den fapferu Füratou thatsäciilich aner- 
kannt, welcher nachträglich mittelst Handbillet Sr. Majestät des 
Kaisera Franz de dato Paris am 2. Mai 1814 das Ritterkreuz 
dea Maria Theresien-Orden s erhielt. ^ — Oberlieutenant Baron 
Helversen wurde bei dieaen Attaquen schwer verwundet, ao dasa 
er in den ersten officiellen Verlust - Eingaben ala todt aufgeführt 
wird. Der G. d. C.Erbprinz von Hessen-Homburg belobt in der 
Relation die gute Verwendung des Oberlieutenanta von Slein- 
feld des Regiraenta. Wachtmeister Johann Zartl, welcher eine 
Kanone erobert hatte, wurde mit der goldenen Tapferkeits- 
Medaille belohnt, — Noch am Abende desselben Tages, bei 
den erneuerten Stürmen der Franzosen auf Seiferatheim, unter- 



201 

stützte das Regiment durch seine wiederholten entschlossenen 
Attaquen die Bajonett- Angriffe der Infanterie auf das Zweck- 
massigste. Am 18. Oktober nahm das IV. Armeecorps Liebert- 
wolkwitz, Holzhausen und Zuckelhausen in Besitz. G, d. 0. Graf 
Elenau verfolgte den Feind, und es wurde dieser mit Wegnahme 
von drei Geschützen von der Cavallerie dieses Corps, darunter 
auch O'Reilly Ohevauxlegers, bis Stöttering zurückgeworfen. Das 
Regiment war nun bei der Verfolgung des Feindes thätig, und 
überschritt, ohne weitere besondere Vorfallenheiten am 20. Dezem- 
ber bei Lauffenburg den Rhein. 

Es hatte nun seine Eintheilung zur leichten Division des 
FML. Fürst Moriz Liechtenstein, und die Brigade des GM. Prinz 
Gustav Hessen-Homburg erhalten. Anfangs Jänner 1814 bewachte 
das Regiment mit dem 2. Jägerbataillon zu Salins das Fort 
St. Andrd, in welcher Aufstellung es bis Ende Jänner verblieb. 
Am 14. Jänner hatte der auf Vorposten mit einer halben Esca- 
dron stehende Oberlieutenant Baron Piers einen heftigen Angriff 
eines weit überlegenen Feindes zu widerstehen, erhielt bei 
dieser Gelegenheit 5 Wunden, und hatte seine Rettung nur der 
heroischen Selbstaufopferung und Bravour des Corporal Johann 
Hartlaub, der hiebe! in Ge^ngenschaft' gerieth, wie der Ohevaux- 
legers Wurho Blaszak und Jakob Rieger zu danken, welche 1815 
sämmtlich mit der silbernen Tapferkeits-Medaille belohnt 
wurden. Der Verlust des Regiments betrug: an Todten 16 Mann 
und 19 Pferde; an Verwundeten: Oberlieutenant Baron Piers 
und ein Pferd; an Gefangenen: 6 Mann und 6 Pferde. 

Ami. und 4. Februar hatte das Regiment zwischen 
Maisons blanches und Grand Vacheries heftige Vorpostengefechte 
zu bestehen. Im ersteren war der Oberlieutenant Torchiana 
nebst 3 Mann und 8 Pferden verwundet, 1 Mann und 6 Pferde 
todt; im zweiten wurde Lieutenant Gottl, 4 Mann und 15 Pferde 
verwundet ; 1 Mann und 4 Pferde todt. In der betreffenden 
Relation rühmt FML. Fürst Moriz Liechtenstein vorzugsweise das 
kluge und tapfere Benehmen des Rittmeister Baron VSTuesthof 
und Lieutenant Gottl des Regiments. Am 15. waren Abtheilun- 
gen des Regiments im Gefechte bei Moret, wo sie nur äusserst 
geringen Verlust erlitten. Am 22. wurde Rittmeister Schmelzer 
bei Villemaur, wo er mit der Oberst I. Escadron auf Feld- 
wache stand, gegen Abend von 400 feindlichen Reitern ange- 
griffen, welche jedoch durch eine kühne Attaque der Ohevaux- 
legers zum Rückzuge bewogen wurden. Corporal Adam Neubauer 
welcher mit Tollkühnheit einen französischen Offizier mitten 
unter den Gegnern zum Gefangenen machte, erhielt später die 
silberne Medaille, 

Am 23. wurde die Vorpostenkette der leichten Division 
Fürst Moriz Liechtenstein durch eine Massa von 5000 Reitern der 
feindlichen Division Roussel, hinter welcher die Gerard's folgte, 
zurückgedrängt. Die Cavallerie der Division Liechtenstein, darunter 



so« 

das Regiment machte einige muthvolle Angriffe, inusste aber 
dennoGh der üebermacht des Gegners weicben, welcher aber, als 
er in seiner rechton Flanke durch die österreichische Oürasaier- 
Brigade Sejmann plötzlich bedroht wurde, sich bis unter den 
Höhen von Mongnetis zurückzog. Der Verlust des Regiments 
in diesem Gefechte in der Umgegend von Troyes war bedeu- 
tend. Es hatte 20 Mann und 14 Pferde als toclt, Rittmeister 
Vallegio nebst '60 Mann und 37 Pferden als verwundet, den 
Rittmeister Kohlmannhuber, Oberlieutenant Grivollvj 20 Mann 
und 15 Pferde als gefangen, endlich 15 Mann und 18 Pferde 
als vermisst zu beklagen. 

Anfangs Mäi'z unterhielt die Division Fürst Moria Liechten- 
stein die Verbindung zwischen den beiden Flügeln der Haupt- 
armee und bewegte sich an den Ufern des Armancon und der 
Yonne in der Gegend von Chanceaux und Auxerre, während 
der Operationen der verbündeten Arnieoii gegen Paris Ende 
März im Rücken derselben und stand im April zu St. Florentin. 

Nach abgeschlossenem Pariser Frieden trat das Regiment gleich 
der übrigen Armee seinen Rückmarsch über Süd - Deutschland 
an, und traf Anfangs August in der Friedensstation Rzeszow 
in Westgalizien ein. 

Im Mai 1815 kam das Regiment ins Lager bei Krakau, 
und war zu dem in NioderÖaterreich formirten ersten Reserve-Corps 
bestimmt. In Folge der, durch die Schlacht bei Waterloo ver- 
änderten politischen Sachlage wurde dasselbe beordert die Prio- 
densstation Tarnopol in Oetgalizien nu beziehen. Im Frühjahr 
1821 marschirte das Regiment in die Stabsstation Ungariscli- 
Erod in Mähren, von wo es im April 1822 zur Aufwartung 
in die Residenzstadt Wien abrückte. Die Oberstlieutenants - Divi- 
sion wurde nach Wels, die zweite Majors-Division nach Salzburg 
detachirt. Im Mai 1823 marschirte das Regiment nach Ungarn, 
wo es die Station Gyöngyös und später Debreczin bezog. 

Im Sommer 1825 rückte das Regiment abermals nach 
Galizien in die Stabsstatiou Horodenka. — ■ In Folge der 1831 
in russisch Polen ausgebrochcnen Revolution musste eine mobile 
Colonne unter FML. Baron Bertoletti die Bewegungen des pol- 
nischen Insurgentenheeres an den diesseitigen Woichsehifern 
beobachten und joden Durchbruch polnischer Truppen auf öster- 
reichisches Gebiet verhindern. Dieser Coionne war die zweite 
Majors -Division des Regiments unter Major von Stahel zugetheilt. 
Der polnische General Ramorino meldete sich bei den Vorposten 
der Ohevauxlegers , welche Oberlieutenant Baron Bussek befeh- 
ligte, und wurde von dieser Division des Regiments bei Zalesie 
auf österreichischem Gebiete übernommen und entwaffnet. In 
diesem Jahre war der Stab dos Regiment nach Grodok nächst 
Lemberg verlegt worden, aber schon im April 1832 erhielt das 
Regiment Marschbefehl nach Siebenbürgen, wo es Anfangs Juni 
die Stabsatation Keps bezog, welche es 1836 mit Nagy Enyed 



203 

verwechselte. In dieser sehr zerstreuten Dislozirung blieb es bis 
zum Ausbruche des siebenbürgischen Feldzuges 1848. 

Schon beim ersten Beginne der noch nicht offen ausgespro- 
chenen Feindseligkeiten und dem Hervortreten der magyarischen 
Separationsgelüste waren es vorzüglich Oberst Graf Waldstein 
und Bittmeister Emerich von Babarczy des Regiments^ welche 
mit aller Energie denselben entgegenarbeiteten und zur Aus- 
steckung der kaiserlichen Fahnen und Farben in den sächsisch- und 
romanischen Ortschaften durch patriotische Au&ufe beitrugen. — 
Mit 18. Oktober 1848 wurde von Seite des Landes- Commandi- 
renden G. d. C. Baron Puchner der Kriegszustand in Sieben- 
bürgen proclamirt. 

Schon Anfangs Oktober hatte die Obers tlieutenants-Di vi- 
sion des Regiments unter Rittmeister von Schroer sich in Szas- 
Varos konzentrirty und durch ihre feste Haltung und energisches 
Einschreiten im Hatzeger und Maros-Thal den Au&uhr nieder- 
gehalten^ bereits früher Streifungen gegen Deva und Vayda 
Hunynad unternommen» und einen kaiserlichen Pulvertransport^ 
der von der ungarischen Szas-Yaroser Nationalgarde unter einem 
ehemaligen k. Offizier Namens Thiery hätte aufgehalten werden 
sollen^ gerettet. 

Am 5. November griff Rittmeister von Kalchberg mit 
der Oberstlieutenants 1. und 1. Majors 2. Escadron des 
Regiments; nebst einer Compagnie des Infanterie - Regiments 
Erzherzog Karl Ferdinand Nr. 51 das bei Radnoth aus 2000 
Mann bestehende Szekler Lager an, versprengte dasselbe nach einem 
kurzen Gefecht und machte den Commandanten mit 2 Offizieren 
und 125 Mann zu Gefangenen. — Die in Klausenburg und Sza- 
mosfalva dislocirte zweite Majors 2. Escadron des Regiments 
wurde am 27. September in diesen beiden Orten mit Uebermacht 
und List; während einer Fouragirung in einer kleinen Kaserne^ 
wie auch den einzeln liegenden Quartieren von den Rebellen 
überfallen; die Mannschaft entwaffnet; deren Pferde weggenommen; 
und die Offiziere als ; Major Graf St. Quentiu; Rittm eister Webe 
WestoU; Oberlieutenant Baron Dercseni; die Lieutenants Truskolaski; 
Conrad Heidmann und der Brigade - Adjutant Lieutenant Lichten- 
thal gefangen gehalten und bewacht. Nur dem Gemeinen Jatzko 
Statzko war es selbst nach der Entwaffnung gelungen, sich 
seines Pferdes und seiner Waffen zu bemächtigen und unter 
vielen Gefahren sich zu der bei Szas- Regen stehenden Colonne 
des k. Oberstlieutenants Urban durchzuschlagen; wofür der 
wackere Mann in der Folge mit der kleinen silbernen 
Medaille ausgezeichnet wurde. 

Die zweite Majors 1. Escadron, welche flügelweise 
in Lechnitz und Yalaszut disloclrt war, hatte auf die Nachricht 
jener Entwaffnung durch die Umsicht und Energie der beiden 
Rittmeister Eisl und Baron Bechtold vor einem gleichen Lose 
bewahrt; sich nach Szas-Regen gezogen, sich daselbst in der 



904 

zveitea Hälfte Oktober an die Cotoune des Oberstlieutenants 
Urban vom 2, Romanen- Regiment goseblosaen, und deckte im 
Gefechte bei Szt. Ivan am 3. den Rückzug der kaiserlichen 
Infanterie aus jenem Dorfe, wobei sie zwar lebhaft beschossen 
wurde, jedoch nur 2 Mann nebat einigen leicht blesairten Pferden 
verlor, Tags darauf am 1. November wurde dieses Gefecht fort- 
gesetzt, die kaiserlichen Vorposten von dem übermächtigen Feinde 
zurückgeworfen, und der liückzug gegen Batos angetreten, den 
die zweite Majors 1. Escadron abermals deckte. In letzterm Orte 
vereinte sich ein in Eilmärschen aus GaHzien zurückkehrendes 
Rcmonten - Geleits -Commando des Regiments, 1^0 Mann stark 
unter Rittmeister Bolberitz mit dieser Escadron, diuse beiden 
Abtheilungen wurden componirte zweite Majors Division 
genannt. Am 13. November wurde die Avantgarde der aus 
Galizien am 5. und 6. in Siebenbürgen eingerückten Brigade 
Wardener, an welche sich die Colonne Urban angeschlossen 
hatte, bei Szamos Ujvar von bedeutenden feindlichen Streit- 
kräften angegrifien, Rittmeister Emil Baron Bechtold des Regi- 
ments welcher mit einer halben Escadron an der Strasse bei 
Valaszut vorpostirt war, hieb sich auf das Tapferste mit dem 
Feinde herum, bis durch eine gelungene Attaque des Rittmeister 
Bolberitz und dem kühnen Bajonett- Angriff einer Division 
des Infanterie-Regiments Sivkovioh der Feind zurückgedrängt 
wurde. Am Iti. bei Szamosfalva wurde der Feind von der 
Brigade Wardener angegriffen und bis hinter den Ort zurück- 
gedrängt, bei welcher Gelegenheit Rittmeister Bolberitz mit 
einem Zuge jenen Ort vom feindlichen Landsturm säuberte und 
diesen eine Strecke weil verfolgte. 

Am 20. bei der Einnahme Klausenburg's voreinigte sicli 
jene componirte II. Majors- Division mit den unter Obcrstlieu- 
tenant Losen au in der Brigade des Generals Kaliany stehen- 
den 4 Escadrons des Regiments als Oberstlieutenan ts 1., 
Oberet 2. und 1. Majors-Division. Die Oberst I. Esca- 
dron war bei dem in der Haromsz ek gegen die aufrührerischen 
Szekler operirenden Streif- Corpa des Rittmeister Baron von der 
Heydte seit Anfangs November detachirt worden, dessgleiohen 
die Oherstlieutenants 2. Escadron zur Deckung des 
Romanenlagers bei Blaaendorf, sowie zur Beobachtung der Gegend 
von Thorda Enyed und Tövis. 

Schon am 22, wurde Oberstlieutenant Losenau mit der 
Oherstlieutenants 1. Oberst 2. Escadron und 6 Zügen der II, Majors 
Division nebst 2 Infanterie -Bataillons und einer Sechspfünder- 
Bafterie gegen BanJfy Hunyad westlich von Klauaenburg abzu- 
rücken befehligt, wo er nach einem unbedeutenden Gefechte am 
24. bei Gyalu am 26. einrückte und bis zur Vorrückung gegen 
Czucza am 19. Dezember in dieser Aufstellung blieb. 

Indessen war die erste M ajors-Division an der Offen- 
sivoperatioB des Oberetlieutenanta Urban gegen die vom Feinde 



306 

stark besetzte Stadt Dees betheiligt. Major Baron Bussek des 
Regiments wurde mit der 1. Escadron befehligt^ den Feind; 
der die Gassen von Dees füllte, zu attaquiren und zu vertreiben. 
Leider konnte er sich nur mit Vieren formiren, da ein Damm 
imd eine scblechte Brücke ohne Geländer keinen andern Vor- 
marsch zuliess« Die feindliche Infanterie aus ihrer, in Häasern 
und hinter Zäunen gut gewählten und gedeckten Position, empfing 
die kühnen Angreifer mit einem heftigen wohlgenährten Einzel- 
feuer. Beim ersten Anprall verlor die Escadron 14 Mann und 
8 Pferde todt, 2 Mann verwundet. In diesem Moment ertönte 
von rückwärts der Befehl sich zurückzuziehen. Der Zuruf Näzäd 
(Zurück) wurde aber von den vordersten 16 Mann nicht gehört, 
während die übrigen Chargen und Mannschaft der Escadron, im 
Schritte zurückgehend, Folge leisteten. Aber Major Baron Bussek, 
Rittmeister Lambert mit den 16 Chevauxlegers drangen mit 
ungestümer Tapferkeit durch mehrere Gassen, trotz dem heftig- 
sten Geschützfeuer bis auf den grossen Stadtplatz vor, und 
wurden durch die hinter ihnen nachrückende, feindliche Infanterie 
derart eingeschlossen, dass Gefangennehmung oder Vernichtung 
das Los der wackeren Reiter zu werden drohte. Rittmeister Lam- 
bert ein ausgezeichneter Offizier wurde durch 2 Schüsse mit 
gehacktem Blei aus einem Fenster getödtet. Mit dem Säbel 
in der Faust, immer an der Spitze seiner Braven, erkämpfte sich 
der tapfere Major Baron Bussek durch eine vom Feinde 
gefüllte Gasse den Rückzug, und erreichte die mittlerweile 
zum Angriffe vorrückende Haupttruppe des Oberstlieutenant Urban. 

Das sechste offizielle Armeebulletin drückt sich über die 
Affaire von Dees unter andern folgen dermassen aus: j^die erste 
Majors-Division vom Erzherzog Ferdinand Maximilian Chevauxle- 
gers hatte Wunder der Tapferkeit gethan. Mit todesverachtender 
Bravour hatten die braven Chevauxlegers unter der kühnen 
Anführung des Major Baron Bussek» dessen Mantel von sieben 
Kugeln durchbohrt war, die in den engen Gassen sich ihnen 
entgegenstellenden feindlichen Infanterie -Klumpen attaquirt, zer- 
sprengt und niedergehauen.** — Von Dees rückte die erste 
Majors-Division nach EJausenburg und von da gegen Kron- 
stadt, wo sie im Gefechte bei Hidweg anwesend, und im Corps 
des FML. Gedeon mit der Oberst 1. Escadron bis Mitte Jänner 
1849 verblieb. 

Im Gefechte bei Czucza am 19. Dezember, welchen die 
unter Befehl des Oberstlieutenants Losenau und seit 18. GM* 
Wardener stehenden 4 Escadrons des Regimentes beiwohnten, 
kam jedoch nur die Oberstlieutenants 1. Escadron ins 
Gefecht. Bereits waren einige kaiserliche Infanterie -Abtheilungen 
im engen Körösthale vom Feinde zurückgedrückt worden, als 
obige Escadron unter Rittmeister von Schroer zur Attaque beor- 
dert wurde, welcher sich auch Major Graf St. Quentin frei- 
willig anschloss. Entschlossen rückte diese Escadron, ihre Offiziers, 



S06 

ausser den beiden obgeoannten Rittmeister Baron Becbtold, 
Oberlieutenant Polborn, die Lieutenants von Truskolaaki und von 
Hitzgern an der Tete en Colonne vor, und kam sogleich in 
das heftigste Kleingewehrfeuer des die Höhe des Thaies besetzt 
haltenden Feindes, Sie musate sich nun mit einem Verluste von 
17 Mann und 22 Pferden theils todt, theils blessirt zurückzie- 
hen. Major Graf St. Quentin, ein hochgeachteter Stabs- Offizier, 
fiel hier von 2 Kugeln getödtet. Der Divisions-Trompeter Peter 
Scharoch und Gemeiner Ivan Plyta, welche mehrere hart be- 
drängte Infanteristen herausgeha-uen hatten, und die letzten beim 
ßückzuge waren, erhielten die grosse silberne Medaille. — 
Der feindliche Vorpostens- Com man dant Oberst Riczko, ein ehe- 
maliger kaiserlicher Offizier, übersandte auf Ansuchen des 
Oberstlieutenant Loacnau den Leichnam des Grafen St. Quentin 
mit einem öchreiben, in ■welchem er sagt, er wolle nur Helm und 
Schärpe zum Andenken an den gefidlencn Helden zurückbehalten. — 

Am 24. wurde der Rückzug gegen Klausenburg bei der 
strengsten Kalte angetreten, den die braven Vorposten der 2, 
Flügel der 2. Majors 1. Escadron unter Oberlieutenaot Conrad 
Haidmann als äusserste Arriere-Gardo deckten. ' — Der Rückzug 
wurde weiter über Enyed fortgesetzt, und am 1. Jänner 1849 
stand Oberstlieutenant Losonau mit den 4 Escadrons in der 
Gegend von Karlsburg. 

Die Oberstlieutenants 2. Escadron des Regiments, 
seit Anfangs November detachirt, war der zur Entsetzung der 
Festung Arad am 8. Dezember in's Banat abrückenden Colonne 
des Oberstlieutenants Berger von Bianchi Infanterie (Nr. 55), 
zugetheiJt, welche sich am 14. Dezember bei dem Orte Engels- 
brunn nächst Arad mit der aus Temesvar dahin abgerückten 
Colonne des GM. Graf Leiningen vereinte. Schon am Hinmar- 
sche hatte die genannte Escadron unter ihren umsichtigen Com- 
mandanten Rittmeister Graf Alberti den Ort Lippa am 11, von 
zwei feindlichen Szekler-Compagnien gesäubert, und mehrere Ge- 
tangene eingebracht. Am 14. Dezember in der Schlacht bei 
Arad war die Escadron mit 4 Escadrons Hehwarzenberg-Ühla- 
nen am linken Flügel aufgestellt, und hatte mit diesen eine 
Umgehung zu demonatiren, ohne an diesem Tage zu irgend 
einer Attaque zu kommen. 

Am 17. trat die Siebenbürger-Colonne ihren Rückmarsch 
an, und am 2. Jänner 1849 vereinte sich diese Escadron in 
der Gegend von Karlsburg mit den dort stehenden 4 Escadrons 
unter Oberatlieutenant von Lo6enau. 

Am 2. Jänner 1849 brachen diese Abtheilungon nach 
Mikeshaza, in der Gegend von Mediasch auf, wo sie einige 
Tage verblieben. Die zwei grossen in der furchtbarsten Kälte 
am 2. und 3, zurückgelegten Märsche hatten dem Oberlieute- 
nant Konrad Haidmann und 10 Chevauxlegers ihre Glieder ge- 
kostet, da sich dieselben die Füsse ertroren. 



207 

Die Oberst 2,, und 1. Majors 2. Escadron stiessen 
von dort zu dem in der Gegend von Mediasch stehenden Haupt- 
Corps des FML. Baron Puchner, während die Oberstlieutenants- 
Division unter Oberstlieutenant Losenau in die Stellung bei Mi- 
haczfalva abrückte, bis 19. dort verblieb, und nach einigen in 
dieser Zeit unternommenen Streifungen gegen Tövis und Enyed 
am 20. Abends vor Hörmannstadt eintraf. 

Die oben genannten beim Haupt -Corps des FML. Baron 
Puchner stehenden 2 Escadrons des Regiments nahmen am 15. 
Theil an der Vorrückung desselben gegen Marcs- Vasarhely, aber 
ein kühner Angriff des übermächtigen Gegners bei Galfalva am 
16. zwang die österreichischen Truppen zum Rückzuge. Nach 
dem ungünstigen Gefechte bei Sikofalva am 17., als die feind- 
liche Cavallerie fortwährend den Rückzug beunruhigte, wurde 
auf dem Berge bei Balastelke Front gemacht, und die beiden 
als äusserste Arr lere- Garde an der Queue marschirenden Esca- 
drons des Regiments zur Attaque befehligt. Die 2. Majors- 
1. Escadron jagte zu Vieren vorwärts, und durchbrach eine 
Hussaren-Division, welche durch den raschen Anprall geworfen 
wurde. Der Interims-Escadrons-Commandant Oberlieutenant Ludwig 
von Hepperger, ein junger unternehmender Offizier, immer vor- 
wärts stürmend, vom feuerigsten Muthe beseelt, jagte auf eine 
zweite feindliche Abtheilung, die Suite des Insurgenten-General 
Bern. Inzwischen war das Appel-Signal von Seite des Arriere- 
Commandanten ertönt, aber in der Kampfeshitze nicht gehört, 
und so kam es, dass Oberlieutenant Hepperger, als er eben im 
Begriffe stand, den Insurgenten - General Bern selbst niederzu- 
hauen, von dessen Adjutanten Grafen Teleki einen schweren 
Kopfhieb erhielt, bewusstlos zusammenstürzte, und in feindliche 
Gefangenschaft gerieth, aus welcher sich Anfangs August nach 
vielen Leiden und Beschwerden dieser umsichtige Offizier unter 
den grössten Gefahren bei Lippa muthvoU ranzionirte. — Die 
ein Jahr später im Hamburg erschienene Schrift des Insurgen- 
ten-Obersten Czets, des Generalstabs-Chefs Berns, erwähnt mit 
bewundernder Hochachtung des tapfern Hepperger kühne Waf- 
fenthat. Nebst diesem Offizier waren noch 8 Chevauxlegers theils 
blessirt theils gefangen. — Tags darauf rückte das Corps bei 
Hermannstadt ein. 

In der, am 21. dort geschlagenen Schlacht stand die 
Oberstlieutcnants-Division unter Rittmeister von Schröer am rechten 
Flügel der Schlacht-Ordnung, die Oberst 2., und 2. Majors 1. 
Escadron am linken. — Rittmeister Schröer machte mit der Oberst- 
lieutenants 1. eine gelungene Attaque, wobei er nur einige ver- 
wundete Pferde zu beklagen hatte, die andern Escadrons, welche, 
im stärksten Kanonenfeuer zur Unterstützung in's Zentrum vorge- 
zogen wurden, hatten einen Todten, 2 verwundete Mann und eben- 
so einige Pferde. Das rechtzeitige freiwillige Erscheinen des Oberst- 
Ueutenants Losenau mit seiner Brigade hatte wesentlich zum gün* 



stigen Erfolge dieser Schlacht be[getragen, und es wurde diesem 
tapfern Offizier noch am Schlachtfelde vom CommandirendenFML. 
Baron Puchner dessen eifrigste Anempfehlung zur Verleihung des 
Maria Tliereaien-Ordens zugesagt, ein Versprechen, desaen 
Erfüllung aber der baldige Heldentod Loaenau'e anmöglich machte. 
Die Brigade Losenau, und mit dieser die Oberstlieutenants - Divi- 
sion verfolgte den fliehenden Feind bis Gross-Seheuern, 

Am 22. Jänner vereinigte sich die aus dem Szeklerlande 
kommende Truppen-Division Gedeoa mit dem Corps des FML. 
Puchner, und somit rückte die 1. Majors-Division und die 
Oberst 1. Escadron wieder zum Regimente, welches nun das 
erste Mal in diesem Feldzuge ganz vereint war. 

Bei dem am 24, unternommenen Angriffe auf das vom Feinde 
besetzte Stolzenburg stand das Regiment in der Reserve. 

In der am 4, Februar bei dem Orte Salzburg geschlagenen 
siegreichen Schlacht machten die Oberst- und 2. Majors -Division 
am rechten, die Oberstlieutenants- und 1. Majors-Division am linken 
Flügel wiederholte erfolgreiche Attaquen, und hatten den Verlust 
an 20 Mann und Pferden, theils getödtet, theils verwundet zu be- 
klagen. Die beiden Regimen ts-C ad eten Vincenz Graf Nemes und 
Ludwig von Szabo, welch' letzterer hier ein Auge verlor, hatten 
sieh durch hervorragende Tapferkeit der Art bemerkbar gemacht, 
dass beide die kleine silberne Medaille erhielten, und vom Com- 
mandirenden selbst am Schlachtfolde noch zu Offiziers befördert 
wurden, — 

Rittmeister Graf Alberti war mit der Oberstlieutenants 2, 
Escadron befehligt worden, gleich nach der Schlacht dem flüchti- 
gen Feinde am Fusse zu folgen, «m über dessen Rückzugs -Linie 
Bericht zu erstatten. Abends 8 Uhr erreichte Graf Alberti Reiss- 
markt, wo sich der Feind gesetzt hatte, rückte unter dem Schutze 
der Dunkelheit vor, und allarmirte den Feind durch zu Pferde mit- 
genommene Tambours, so dass dieser an die Anwesenheit grosser 
Infanterie-Massen glaubte. Die Insurgenten verliessen nach Mitter- 
nacht den von ihnen angezündeten Oi-t, und Rittmeister Graf Al- 
berti erhielt von den indessen mit seiner Brigade nachgerückten 
Obersten von Losenau den Befehl, von der ferneren Verfolgung 
abzulassen. Am 5. war die Verfolgung fortgesetzt, und um 3'/, 
Uhr Nachmittags eröffnete der vor Mühlenbach angelangte Oberst 
Losenau bis zur Dämmerung ein Geschützfeuer gegen diese Stadt 
und deren östliches Thor, wo sich Bein mit den Resten seines 
Corps hinter deren Mauern hielt. Rittmeister Graf Alberti erbat 
sich von seinem Obersien die Erlaubnlss, mit seiner nur ans 70 
Mann bestehenden Escadron die Strasse gegen Szas-Varos im Rucken 
des Feindes recognosziren zu dürfen, wohin er über Potersdorf 
abrückte. Vor Tages-Anbruch war es ihm gelungen, eine von Szaa- 
Varos anrückende Infanterio-Abtheilung von 6 Oftiziereu und 140 
Mann gefangen zu machen, auch sendete er den Lieutenant Trus- 
kolaski seiner Escadron nu ßem mit der Aufforderung zur Capi- 



209 

tulatioD, welche aber dieser verweigerte. Während dieser Parla- 
mentär-Unterhandlung zeigte sich im Rücken der Ohevauxlegers 
abermals eine ziemlich starke feindliche Abtheilung am Marsche 
nach Mühlenbach. Graf Alberti rückte ihr mit seinen Ohevaux- 
legers rasch entgegen; welche überrascht hier kaiserliche Truppen 
zu finden im Angesichte des von den Ihren noch besetzten Müh- 
lenbachs die Waffen streckte. Eine 3pfundige Feld-Kanone, 20 
Offiziere, 4 Aerzte, 450 Mann vom Feldwebel abwärts, 8 gefüllte 
Munitionskarren, 12 Rüst- und Bagage -Wägen fielen in die 
Hände des tapfern Alberti's, welcher kaum Zeit hatte, seine Gefan- 
genen in Sicherheit zu bringen, als bereits die feindliche Avant- 
Garde aus Mühlenbach vorrückte, so wie gegen diesen Ort die 
österreichischen Colonnen im Anmärsche waren. 

Die Verfolgung wurde gegen Szas-Varos fortgesetzt, die 
Oberstlieutenants- und 2. Majors-Division blieben aber als Reserve 
in Mühlenbach zurück, die beiden andern rückten vor. Am 8. und 
9. kam es an der Strelbrücke bei Piski zum blutigen Zusammen- 
stoss, an beiden Tagen kam es zu wiederholten, mit abwechseln- 
dem Glücke unternommenen Oavallerie-Attaquen. Oberlieutenant 
Joseph Geringer rettete mit edler Aufopferung den sich durch 
einen Sturz mit seinem getödteten Pferde beschädigten Kamera- 
den Oberlieutenant Kreb, indem er ihm sein Pferd übergab, und 
ungeachtet der Annäherung der Hussaren seine Abtheilung zu 
Fuss erreichte. Major Baron Bussek that sich an der TSte seiner 
Division wieder durch todesmuthige Tapferkeit hervor. 

Das Regiment hatte aber schmerzliche Verluste erlitten. 
Oberst von Losenau war tödtlich durch 2 Kugeln im Rückgrad 
blessirt, Oberlieutenant Hugo Wagner durch döh gewaltigen 
Luftdruck eines Zwöl^fünders getödtet worden. — Ein feind- 
liches Bataillon hatte durch Aufsteckung weisser Fahnen und 
Tücher Miene gemacht, sich zu ergeben, doch kaum hatte 
sich das ihnen an der Brücke gegenüberstehende Bataillon Bianchi 
genähert, so feuerte das Insurgenten-Bataillon auf dasselbe. Bei 
dieser Gelegenheit war der näher gegen die Brücke gerittene 
Oberst von Losenau verwundet. Er wurde von dem Divisions-Trom- 
peter Schindler und Corporal Sikorski schwer blessirt aus dem feind- 
lichen Feuer gebracht, auf einen mit Ochsen bespannten Schlitten 
gelegt, und unter den heftigsten Schmerzen nach Hermannstadt 
geführt, wo dieser tapfere Commandant und älteste Veteran des 
Regiments, in dessen Reihen er nun nahe an 40 Jahre diente, 
zur allgemeinen Trauer am 12. seine Heldenseele verhauchte, 
und feierlichst auf dem dortigen Friedhofe unter Begleitung des 
ganzen Regiments österreichisch und russischer Truppen beer- 
digt wurde. Mit ihm verlor die Armee einen ihrer fähigsten 
Köpfe und tüchtigsten Reiter-Offiziere, wie auch Bem, sein ein- 
stiger Schul-Kamerad und unleugbar intelligente und tapfere Gegner 
sich noch am Schlachtfelde bei Erhalt dieser Nachricht aussprach^ 
Corporal Schindler erhielt für sein pflichtgetreues a.xjiö^l^x:^^'!«. 



m 

Benehmen in der Folge die grosse silberne SIed&ille. Die 
Brigade Stutterheim, in welcher die 1. Majors-Diviaion, wurde 
bei dem nun erfolgten Rüekauge der kaiserlichen Truppen gegen 
Hermaanstadt in der Nacht vom 11. auf den 12. zu Alvincz 
überfallen, Oberlieutenant Apfler des Regiments hatte auf Geschiitz- 
bedecknng mit seinem Zuge die beihabenden Kanonen nach Karls- 
burg in Sicherheit gebracht. 

Nach einem mehr als 14tagigen Stillstand der Operationen 
war das Regiment am 3. MSrz unter Commando des Oberatlleu- 
tenant Baron Bussek im Treffen bei Mediasch. 

Wähi-end das aiebenbürgische Armee-Corps des FML. Baron 
Puchner den 4. und 5. gegen Schäsburg vorrückte, war Ober- 
lieutenant Polborn mit seinem unterstehenden 2. Flügel der Ob erst- 
lieutenants 1. Escadron als Besatzung nebat mehreren andern 
Truppen-Abtheilungen in Mediasch geblieben, Rittmeister Graf Ai- 
berti aber mit der Oberstlieutenants 2. Escadron und einen Zug 
Sivkovich-Iofanterie (Nr. 41) zur Streifung im kleinen Kockelthale 
beordert, von wo er nach einem 4tägigen anhaltenden Marsche 
am 9. Nachmittags nach Mediaach zurückkehrte. 

Am 10. bei Tages-AnbrucL erhielt Graf Alberti die Meldung 
Ton den ausgeschickten Patrouillen, dass der Insurgenten - General 
Bem mit seinem Corps im vollen Anrücken sei, — worauf Alberti 
sogleich Allarm blasen Hess, und seine Chevauxlegers am Aus- 
gange der Stadt sammelte, wo jene Escadron in der drohen- 
den Gefahr vernichtet zu werden, in fester unerschütterlicher Hal- 
tung den Rückzug der Infanterie zu decken stehen blieb. Der 
Rückzug wurde gegen HermannBtadt angetreten, gegen 7 Uhr 
Morgens rückten 3 Escadrons feindlicher Huasaren zum Angriffe 
mit 2 Geschützen vor. Mit imponh-ender Ruhe zog sich nun Graf 
Alberti mit seinen Chevanxlegers bis hinter Klein -Kapos zurück, 
die Huasaren vertblgten rasch, am Ausgange des Dorfes läast Graf 
Alberti die Chevauxlegers attaquiren, welche nach kurzem Hand- 
gemengo 2 Hussai'en-Abtheiluncen warfen, und aus dem Dorfe 
hin austrieben. Der Verlust der Chevauxlegers betrug nur 2 Todte 
und mehrere Verwundete, jener des Feindes wenigstens 30 Mann. 
Lieutenant Carl von Stein hatte sich bei der Verfolgung durch 
Umsiebt und Bravour hervorgethan, dessgleichen Corporal Storm 
durch seine Tapferkeit, in Folge dessen er die grosse silberne 
Medaille erhielt. 

Diese Abtheilung des Regiments traf am Abend dieses Tages 
bei Hermannstadt ein, nahm Tags darauf Theil an dem dortigen 
Treften unter den Befehlen des k, russischen Obersten Skariatin, 
und vereinigte sich mit den übrigen Abtheilungen des Regiments 
bei Giresau. — Die siebenbürgisch-österreichische Armee nahm 
nach dem unglücklichen Ausgang des Treffens der Russen bei Her- 
mannatadt seinen Rückzug nach Xroustadt. Im Orte Sarkany wurde 
die, die Arriere-Garde bildende Oberstlieutenants -Division des Ke- 
gimente am 18, überfallen, da sie eben im Ausrücken zum Abmärsche 



m 

begriffen w^. Die feindliche Avant-Garde nahm in der Schnellig- 
keit zwei im Marsche nach Ej*onstadt begriffenen Positions - Go- 
schiitze weg. Bittmeister Emil Baron Bechtold und Lieutenant v. 
Stein warfen sich mit den wonigen einzelnen Leuten, die sich ge- 
sammelt; auf den Feind, und entrissen demselben die bereits ver- 
lorenen Geschütze glücklich wieder, worauf die Division lebhaft 
von der feindlichen Avant-Garde beschossen; ohne weiteres Hinder- 
niss den Marsch gegen Zeiden antrat; wo der Feind einen aber- 
maligen Angriff am 19. versuchte. — Ebenso fanden bei dem am 
20. und 21. erfolgten Bückzuge des siebenbürgischen Armee-Corps 
in die Walachei ganz unbedeutende Arriere - Garde - Gefechte am 
Temesser-Pass statt. Am 25. März kam das Begiment nach Ploje- 
stie, wo es bis 11. April verblieb; sodann nach Orssowa aufbrach; 
und von dort mit dem nun von FML. von Malkowsky befehligten 
Corps in*s Banat abrückte; und bei Domaschne bis 15. Mai stehen 
blieb; mit Ausnahme der Oberst-Division; die in der Avant-Garde- 
Brigade Van der Null nach Weisskirchen detachirt wurdC; und an 
der Vertheidigung dieses Ortes gegen die Angriffe des Lasurgen- 
ten-Corps Perczels Theil nahm; und auch einige Leute und Pferde 
verlor. — Das siebenbürgisch-österreichische Armee -Corps mar- 
schirte zum zweiten Male in die Walachei zurück; und bezog am 
17. Mai; die Grenze bei Orssowa bewachend ein Lager bei Czernetz, 
wo es an Cholera und Typhus-Epidemien viele seiner Braven verlor, 
auch das Begiment hatte starke Verluste an Unteroffizieren und 
Mannschaft. Der Oberarzt Dr. Perdisch des Begiments zeichnete 
sich in dieser Epoche durch edle aufopfernde Erfüllung seiner 
Pflicht besonders aus. — 

Das siebenbürgische Armee- Corps; seit Anfangs Juni vom 
FML. Graf Clam-GaJlas befehligt, brach am 23. Juni von Czernetz 
gegen Siebenbürgen auf; und war über den Törzburger Pass am 
16. Juli in der Gegend von Kronstadt angelangt. Am 23. im 
Treffen bei Szemeria und Szepsi Szt. Gyorgy standen die beiden 
Majors -Divisionen des Begiments im Zentrum; und entsandten 
Pl^kler gegen die, aus dem brennenden Dorfe Szemeria zeitweise 
vorrückenden feindlichen Infanterie- Abtheilungen. Der Attaque der 
am rechten Flügel stehenden; vom Bittmeister Graf Nemes geführ- 
ten Oberstlieutenants -Division setzte ein breiter unübersetzbarer 
Graben ein unvorhergesehenes Hinderniss; bei welcher Gelegenheit 
sie stark beschossen wurde. Am 1. August nach dem Gefechte bei 
Büksad wurde das Begiment zur Verfolgung des Feindes beordert; 
dessen Arriere-Garde es bei Csik-Tusnad noch antraf. Bittmeister 
Nahlik des Begiments attaquirte mit der Oberst-Division ein feind- 
liches Bataillon, und sprengte es auseinander. Bei dieser Gelegen- 
heit hatte diese Division einen Mann und mehrere Pferde todt; 
Bittmeister Nahlik durch einen Schuss am Fusse verwundet; zu 
beklagen. Letzterer in Folge dessen vom Pferde gestürzt; und in 
Gefahr gefangen zu werden, wurde vom Wachtmeister Johann 
Sikorski glücUich herausgehauen ; da dieser Unteroffizier sich schon 



bei Piati um den verwandeten Otersten Loaenau verdient gemacht 
hatte, erhielt er die goldene Medaille. Die 2. Majors-Diviaion 
verjagte noch einige feindliche Infanterio-Abtheiliingeii in die nahe 
liegenden Wälder. 

Am 22. Augns t rückte das Regiment mit dem Armee-Corps 
in Klfluaenburg ein, wo es bis Anfangs September blieb, und dann 
seine angewiesene Friedens- Dislocation bezog, die Oberstlieuteoants- 
Division in Maros-Vasarhely, der Stab mit der Oberst- Division in 
Mediasch und Umgegend, die 1. Majors-Division bei Hermannstadt, 
die 2. bei Ellsabethstadt. — 

Nun kömmt noch Einiges über die detachirten Abtheilungen 
des Regiments zu sprechen, deren vier waren. Die erste von 
ihnen war m-sprünglich ein Remonten-Commando unter Führung 
des Wachtmeister Slipko, und bestand im November 1848 aus 1 
Wachtmeister, 4 Corporals imd 32 Mann, später vermehrte es sich 
durch Ranzionirte und Versprengte auf 1 Wachtmeister, 7 Corpo- 
rals und 47 Mann. In der Colonne des Obersten Urban hatte 
dieses Detachement an den Gefechten bei Dees, Szamos-Ujvar und 
Klausenburg thätigen Antheil genommen, nach dem Gefechte bei 
Czucaa half es den Rückzug gegen Nyeres am 19. decken. Corporal 
Caspar Scheffel brachte die Anzeige des Oberst Losenau aus Banflfy- 
Hunyad beim Obersten Ürban ein, dass sich das Corps des GM. War- 
dener über Klausenburg gegen Hermannstadt zurückziehen werde. 
Corporal Scheffel hatte mit 4 Mann dui-ch die feindlichen Vorposten 
und Patrouillen sich 4mal durchschlagen müssen, und 3 Mann verlo- 
ren. Während des Rückzuges der Urbanischen Colonne gegen EJau- 
senburg wurde Corpora! Scheffel mit 13 Mann in diese Stadt gesandt, 
um selbe zu recognosziren. Wiewohl feindliche Hussaren, Honveda 
und Einwohner ihm die Strasse zu sperren suchten, hieb Scheffel 
sich nicht nur durch, sondern rettete sogar einige Bagage- Wägen 
österreichischer Offiziere. Auf seinem Rückweg mit mehreren feind- 
lichen Streifparteien kämpfend, brachte Scheffel nicht nur seine 
13 Mann, sondern auch 2 gefangene Hussaren und 4 Beute- 
pferde zu seiner Colonne. Er erhielt die golden e Tapferkeita- 
MedailU. — 

Am 1. Jänner wurde dieses Detachement von Lieutenant 
Carl Heinz übernommen, und kämpfte während des Winter- 
Feldzuges in der Colonne des Obersten Urban mit Auszeioh- 
nnng in den Gefechten: bei Lechnitz und Bisfritz am 1, und 
2. Jiinner, bei Borgo-Brund am 23. Jänner, bei Watra-Dorna 
am 2. Februar, bei dem Ueberfalle von Moroseni am 5. Februar 
und bei Baiersdorf am 15. — Im Sommer-Feldzuge wurde 
es bei dem Gefechte ron Borgo-Brund am 22. Juni mit einigen 
k. russischen Kosaken- Abtheilungen zur Verfolgung des Feindes 
verwendet, auch machte es in den Gefechten bei Wallendorf 
mehrere gelungene Attaquen, und brachte 4 gefangene Hussaren 
und 2 erbeutete Munitionskarren ein. Um über die Operationen 
des k. russischen 5. Armee-Corps (unter General-Lieutenant v. 
Lüders) Nachiichten zu erhalten, entsendete der k. russische 



S13 

Generallieufenant Grotte nhjelm am 4. Juli den Lieutenant Heinz 
mit dem Detaclienient und 50 Kosaken über Szäs - Regen 
gegen Moros -Väsärliely ab, um die Verbindung mit jenem Corps 
aufzusuchen. Lieutenant Heinz nahm dem Feinde bei Nagy-Sajo 
einen Provianttransport von 104 Wägen ab, und zerstreute die Be- 
dockungs-Mannschaft; in Szila-Regen, wo er am 5. mit Tages- 
anbruch eintraf, ein eben daselbst angelangtes Honved-Bataillon, 
nachdem 50 Mann getödtet und 88 gefangen wurden, gänzlich 
auseinander sprengte, bemächtigte er sich sämmtHcher auf der 
Post befindlichen Briefschaften, nus denen über die Bewegungen 
des k. riisflischen 5. Armee-Corps die neuesten Nachrichten zu 
entnehmen waren. — Am 10. Juli im Gefechte bei Bistritz 
zeichnete sich das Detachement durch lebhafte Verfolgung des 
Feindes und Gcfangennehniung von 5 Hussaren und 13 Honved 
aus. Ebenso nahm ea Theil an den Gefechten vor Szeret-Falva 
am 16. Juli und Szäs-Regen am 23. Am 23. August rückte 
das Detachement zu Klausenburg beim Regimente wieder ein, 
nachdem es in der ganzen Zeit nur 2 Mann und 7 Pferde vor 
dem Feinde, 7 Mann aber im Spitale verloren hatte. Ausser 
dem bereits genannten, mit der goldenen Medaille betheilten 
Corporal Scheffel wurden noch 8 Mann theils mit grossen, theils 
mit kleinen silbernen Medaillen, Wachtmeister Penninger mit 
dem k. russischen St. Georgskreuz 5. Classe und 6 Gemeine 
mit Belobungen bethcilt. 

Mit gleich rühmlicher Auszeichnung hatte sich das in der 
belagerten Festung Karlsburg befindliche Detachement des Regi- 
ments bewährt. Dasselbe bestand aus 3 Offizieren, 5 Unteroffizie- 
ren und 65 Mann. Dasselbe war die ganze Zeit der vom 15. 
März bis 12. August dauernden Belagerung zu den zahlreichen 
Ausfallen, nächtlichen Recognoszirungen, Parlamentär -Ritten und 
starken PatrouUlendienst verwendet worden. Nachdem es die 
mehrfachen Bombardements im Monat April und Juni bestanden, 
stand es in den letzten zwei Monaten beinahe täglich dem Feinde 
gegenüber, besonders ausgezeichnet hatte es am 9. und 15- 
Juß gekämpft. 

Am 1 . Tage vrurdo der Wachtmeister Anton Mroszink durch 
einen Schuss am Vorderfusse schwer blessirt, nachdem er sich 
durch wiederholte hervorragende Tapferkeit die goldene 
Medaille verdient hatte. — Am 15, unternahm der Comman- 
dant des Detachementa Oberlieutenant Hermann Bartsch, welcher 
seit April mit eben so viel Umsicht als Entschlossenheit in allen 
Gefechten seinen Chevauxlegers als hervorragendes Beispiel vor- 
leuchtete, — eine Schwärm- Attaque auf eine feindliche halbe 
Rakettenbatterie, erbeutete, Stative, Rakottenstangen, Munition und 
Brand eltaschen, und jagte die feindliche, auf Bedeckung stehende 
Infanterie - Compagnie in wilde Flucht, worauf er mit seinen 
Trophäen in die Festung unter dem Beifallsrufe der Garnison 
eintUckte. 



m 

Em Tags darauf am 16. Juli erBcHeaener Festungs- 
Commandobefehl belobte öffentlich das tapfere Benohmen der 
O berlieutenanfa Hermann Bartsch und Ant&eas Graf Tbürheim, 
so wie der Unteroffiziers und ganzen Mannachaft „dieser aus- 
gezeichneten Cavallerie- AbtheiluDg" und drückte den Dank des 
Festungs-Commandanten Oberst von August mit der Versiche- 
rung aus, dieses brave Benehmen seiner Zeit zur höchsten 
KenntnisB zu bringen. Der Gemeine Johann Hollub, -welcher 
dem, mit seinem blessirtenPferdegestürzfenOborlieulenant Graf Thür- 
heim am Rückwege in die Festung ohne Aufforderung zu Hülfe 
eilte und vor den nachsprengenden feindlichen Hussaren trotz 
des heftigen Feuers rettete, erhielt die goldene Tapferkeits- 
Medaille. 

Am 31. Juli unternahm Oberlieutenant Bartsch mit 25 
Chevauxl egers mitten durch das feindliche Lager eine Schleich- 
patrouille bis Hermannstadt, wo er, nach zwei mühevollen Nacht- 
märschen, unter beständiger Nachspürung des Feindes anlangte, 
und in der Suite des k. russischen General - Lieutenants Lüdet s 
das Treffen am 3. August mitmachte. — Jenes Detacbement 
i-ückte mit 2 goldenen, 3 grossen und 2 kleinen silbernen Me dail- 
len, nebst 3 k. russischen St. Georgskreuzen V, Klasse zum 
Regimente ein. 

Major V. Sohröer des Regiments war aus dem Lager bei 
Czernetz im Monate Mai zu dem in Essegg befindlichen Regiments- 
Depot abgeschickt worden, um aus den dort eingetroffenen Ergän- 
zungs-Transporten eine Division zusammenzusetzen und zu orga- 
nisiren, was im Monate Juni bewerkstelligt wurde. Wegen der 
erschwerten Commuuication wurde diese componirte Division des 
Regiments zur Südarmee des BanosFZM. Baron Jellacic beordert, 
wo sie sieb thätiget verwenden liess, mehrere kleine Gefechte rühm- 
iiehst bestand, und im September über Lugos nach Siebenbürgen 
zum Regimente einrückte, mit zwei im Gefechte bei Bata am 22. 
Juli erworbenen silbernen Medaillen, 

Oberlieutenant Adolf Thalnaayer des Regiments befand sieb 
mit 20 Chevauxlegers in der Festung Temesvar und theilte mit 
dessen tapfern Vertheidigern alle Schicksale jener langwierigen und 
harten Belagerung, bis er, Ende August, sich mit der componir- 
ten Division des Majors von Schröer vereinigte. 

In Folge ihrer Auszeichnungen vor dem Feinde wurden 
folgende Offiziere des Regiments decorirt: Oberstlieutenant Carl 
Baron Bussek und Rittmeister Emil Baron Bechtold mit dem Orden 
der eisernen Krone HI. Klasse und demMilitär- Verdienst- 
kreuze. Major Friedrich Graf Alberti mit dem Ritterkreuze 
des Leopold- Orden s. Mit dem Orden der Eisernen Krone 
III, Klasse ferner: Rittmeister Ludwig Bolberitz, die Oberlien- 
tenants Ludwig von Hepperger, Carl Stein von Nordenstein, und 
0«rl Heinz. Mit dem MilitKr-Verdienst k reu ze Rittmeister 
Emerich von Babarczy und die Oberlieutenants Hermann Bartach 



916 

und Carl Apfler, — Eaiserliehe rusaisclie. Ddcoraiicmen erhielten : 
der ^ Oberst Begimönts-CommandaBt Adolf Sckönberger den k. 
russischen St Annen-Orden 11« Classe mit der Erone; den- 
selben HL Classe mit der Schleife-. Major Friecirich Graf 
Alberti; die Oberlieutenants Hermann Bartsch, Carl Stein von 
Nordenstein, und denselben Orden lY. Classe: Oberlieutenant 
Karl Heinz. — Unter die brave Mannschaft waren 32 Tapferkeits- 
Medaillen und zwar 4 goldene; 15 grosse und 13 kleine silberne 
Medaillen, nebst 4 k. russische St. Georgskreuzen V. Classe 
vertheilt worden. 

Im Juli 1850 bezog das Regiment die Stabsstation Ujpecs im 
Banat, von wo es im November d. J. bis Kecskemet vorgescho- 
ben wurde. 

In Folge Allerhöchsten Befehlschreibens vom 4. Dezember 

1850 wurden fUr das Regiment bei Eintritt der nächsten Mon- 
turs - Kategorie dunkelgrüne Waffen-Rö'cke und Pantalons, mit 
kirschrothen Aufschlägen und gelben Knöpfen bestimmt, welche 
Adjustirung aber bei der Mannschaft nicht ins Leben trat, 
da mit Allerhöchstem Befehlschreiben vom 6. Mai 

1851 das Regiment zum Uhlanen-Regiment mit der 
Nummer 8 und der am Schlüsse angegebenen Adju- 
stirung übersetzt wurde. 

Nachdem das Regiment im Februar 1851 die Stabes tation 
Alt-Arad bezogen hatte, wurde demselben das freudige Glück 
zu Theil, in der öffentlichen Auszeichnung seines einstigen Com- 
mandanten auch sein eigenes Verdienst anerkannt zu sehen. 
Das k. k. siebenbürgische Armee - Corps hatte dem tapferen 
Obersten Losenau zu Karlsburg in Form eines Obelisken ein 
Denkmal zu setzen beschlossen, Se. Majestät der Kaiser bewillig- 
ten nicht nur allergnädigst dieses Ansuchen, sondern geruhten 
selbst, während Ihrer Allerhöchsten Anwesenheit in Karlsburg am 
23. Juli der Grundsteinlegung beizuwohnen und den ersten 
Mörtelwurf zu legen. Das Regiment war durch eigends dahin 
abgesandte Offiziere und decorirte Mannschaft vertreten. Die 
beiden Denkschriften, welche bei der Grundsteinlegung in den 
Grundstein eingeschlossen wurden» lauten: 

„Ludwig Losy von Losenau, dem tapfem Obersten und 
Commandanten des Chevauxlegers-Regiments Erzherzog Ferdinand 
Max, treu seinem Kaiser, am 9. Februar 1849 an der Spitze 
einer Abtheilung seiner wackeren Reiter, in dem mörderischen 
Gefechte an der Brücke bei Piski von einer feindlichen Kugel 
tödtüch getroffen, am 11. desselben Monats in Hermannstadt 
gestorben, als Denkmal seiner Gediegenheit und seines Helden- 
ruhmes, das k. k. siebenbürgische Armee-Corps.** 

In dessen Namen zu Karlsburg am 23. Juli 1853* 

Carl Fürst zu Schwarzenberg, 

k^ k. FML. und GommfuicUmt dep 19* Anuite-Corpfl. 



216 

;,Es gereicht meinem Herzen zur vollen Befriedigung^ durch 
die eigenhändige Grundsteinlegung des in der Nshe dieser 
heldenmüthig vertheidigten Festung auf dem Schlachtfelde gefal- 
lenen Obersten von Losenau, Meiner treuen und tapferen Armee 
einen wiederholten Beweis zu geben^ wie sehr Ich dieselbe 
auch in ihren Helden ehre.^ 

Karlsburg den 23. Juli 1862. 

Franz Josef m. p. 

Im September 1862 war das Regiment im Lustlager bei 
Pest und wurde in mehreren ausländischen Berichten, namentlich 
der seither eingegangenen Wehr-Zeitung als das bestberittenste 
leichte Cavallerie -Regiment angerühmt. Anfangs Oktober bezog 
das Regiment wieder seine frühere Stabsstation, von wo es im 
Juli 1853 nach Ruma in Syrmien abrückte. Am 14. Juli 1854 wurde 
dasselbe mittelst Dampf und Schleppschiffen nach Panesowa 
überschiffit, und nach Siebenbürgen in Marsch gesetzt, wo es 
im August d. J« auf den Eriegsfuss gesetzt, bei Szt. Katoina 
eine Dislozirung bezog, jedoch schon im September zum Occu- 
pations-Corps der Donaufürstenthümer gehörig in die Walachei 
abrückte, mit dem Regimentsstabe und der 2, und 3. Division 
zu Buzeo und Umgegend, die erste Division zu Plojestie und 
die 4. zu Galatz dislozirt wurde. Im September 1855 kam die 
erste Division nach Erajowa, die drei andern mit dem Stabe 
nach Bukarest. 

Im Mai 1856 rückte das Regiment nach Theresiopel, im 
August 1857 in ein Lager bei Pest und von da in die Stabs- 
station Tolna. 

Im April 1859, zum II. neu zu formirenden Cavallerie- 
Corps bestimmt, brach das Regiment nach Mähi'en auf, wo es 
die Stabsstation Wessely bezog. Ende Juli marschirte dasselbe 
wieder nach Ungarn in die Stabsstation Raab. Mit 1. März 1860 
gab es seine 4 Division zu dem neu errichteten freiwilligen 
Uhlanen Regiment ab, und Ende Jänner 1861 bezog das Regi- 
ment seine gegenwärtige Stabsstation Rakos Palota bei Pest 

Maria-Theresien-Ordens-Ritter. 

1799 Oberst Regiments-Commandant Hannibal Marquis «S^ommariva (siehe Inhaber 

bei Oürassier Nr. S). 
1802 Bittmeister Simon von Sardagna (siehe Obeiste). 
1806 Der Regiments-Inhaber FML. Andreas Graf O^Reiliy das Gommandeurkreuz. 

Regiments -Inhaber: 

1718 Oberst Wilhelm Markgraf zu Brandenburg - Anspach • Onolzbach, gest. zu 

Onolzbach am 7. Jänner 1723. 
1723 Oberst Carl "Wilhelm Markgraf zu Brandenburg - Anspach - Onolzbaoh seine 

Stelle resignirt 1726. 
1726 FM. Johann August Prinz zu Saehsen Gotha f zu Roda am 8. Mai 1767. 
1767 FML. Johann Graf Bßttoni f zu Wien 1773. 



21? 

1773 FM. und MTOB. Joseph Füidt Lobkowitz, f za Wien am 6. März 1802. 

1803 G. d. C. Andreas Graf O^Reilly^ MTOB.-Odr., f zu Penzing bei Wien am K. JuIi 
1832. 

1832 FML. Bartholomäus Graf Alberti, f den 11. April 1836 zu Wien. 

1836 G. d. C. Paul Baron Wernhardt, MTOB., f den 13. September 1846 zu Wien. 

1846 Se.k. k. Hoheit Erzherzog Ferdinand Maximilian, k. k. Yize-Admiral und Ma- 
rine-Ob er-Commandant. 

Zweite Inhaber. 

1846 FML. Philipp Baron Bechtold , f zu Linz am 9. NoTomber 1862. 
1862 FML. Carl Graf Bigot de St. Quentin. 

Oberste. 

1718 Der Regiments-Inhaber Wilhelm Markgraf zu Brandenburg-Anspaoh-Onolzbach. 

1718 N. Graf Czeyka, Begts.-Comdt., 1725 GM. 

1723 Der Begiments-Inhaber Carl Wilhelm, Markgraf zu Brandenburg-Onolzbach« 

1726 Der Regiments-Inhaber Johann August, Prinz zu Saohsen-Gotha, 1730 GM« 

1735 Georg Baron Ealkreuter, Regts.-Comdt., 1742 GM. 

1742 Friedrich Arnold y. Winkelmann, Regts.-Comdt., 1746 GM. 

1746 Franz Baron Leyenehr, 1748 pensionirt. 

1748 Heiorich Baron Stappel, 1753 GM. 

1753 Heinrich Isak de Petit, 1753 pensionirt. 

1733 Carl Graf O'Donell, 1757 GM. 

1757 Franz Graf di Pompeati, 1768 GM. 

1768 Ernst Baron Blankenstein, 1775 GM. 

1775 Joseph Graf Berchtold, 1779 GM. 

1779 Joseph Graf Auersperg, 1788 transferirt zu Graf Harrach-Cürass. Nr. 7. 

1788 Michael Melae, 1789 GM. 

1788 Georg Lud. Bar. Buccow, MTOR.; f den 5. Octob. im Lager bei Belgrad 1789. 

1789 Andreas Keppner, 1790 GM. 

1790 Carl Baron Mack, MTOR., 1793 General-Adjut. des Prinzen Coburg. 
1793 Paul Baron Winkler, 1796 GM. 
1796 Hannibal Marquis Sommariva, 1799 MTOR. und GM. 

1798 Max. Joseph Fürst Thurn-Taxis, 2. Oberst, 1799 Regts.-Comdt., 1800 quittTrt 
mit GM.-Charakter. 

1799 Bernhard Grosser, 2. Oberst, 1800 Regts.-Comdt., 1805 pensionirt als GM. 
1801 Anton Pioklng, 2. Oberst, 1801 transferirt zu Kavanagh-Cürassier, (jetzt Nr. 4) 
1805 Friedrich Graf Degenfeld-Sohomburg, MTOR., Regts.-Comdt., 1807 quittirt mit 

Militär-Charakter. 
1805 Alois Graf Harraoh, Dienst-Kämmerer Sr. k. k. Hoheit des Erzherzogs Anton, 

1809 GM. 
1807 Leopold Baron Rothkiroh, Regts.-Comdt. 1809 GM. 
1809 Simon v. Sardagna, MTOR., Regts.-Comdt., 18.12 Platz-Comdt. in Lemberg. 

1812 Johann Heinrich Graf Auersperg, Regts.-Comdt.; 1819 quittirt mit Militär 
Charakter. 

1813 Heinrich Graf Hardegg, MTOR., supern., 1813 transferirt zum 6. Dragoner-Re- 
giment (jetzt 12. Cürassier-Regiment.) 

1819 Aurelius Cheyalier Proyasi, Regts.-Comdt., f den 13. Octoberl824zuDebreczin. 
1824 Carl Baron Wuesthoff, Regts.-Comdt., 1832 pensionirt als GM. 
1827 Wilh. y. Lobenstein, 2. Oberst^ 1828 Commandant des 6. Cheyauxleger- (jetzt 
10. XJhlanen) Regiments. 

1832 Franz Graf Kesselstadt, Regts.-Comdt., 1833 beurlaubt, f den 14. August 1834 
zu Trier. 

1833 Carl y. Stahel. Regts.-Comdt., 1840 GM. 

1840 Carl Baron Schwarzenan, Regts.-Comdt., 1848 GM. 

1841 Alois y. Hollner, 2. Oberit, 1848 Regts.-Comdt.. und GM^ 



nt 

1848 Adim Gr»f Waiastela-Wartenbcrg, BegU.-Comdt., 1849 pensionirt. 

1848 Eduard Ritter t. Sohobeln, supeni.. 1849 General-Adjutant das FM. Fürsten lu 
WindiBch-Grätz. 

1849 Ludwig Losy v. Losenau. RegtB.-Comdt., f an dan Folgen seiner bei Piski or- 
iialtenen tödtliohen Verwundnng am ii. Februar 1849 eu Horrnftonaladt. 

1849 Adolf Sobönberger, Regta.-Comdi, 1849 traüsfarirt xa Husearen Nr. 3. 

1849 Joeeph Edlei y. Berger, RegtB.-Comdt.. 18S2 GM. 

1851 Auton Baron Dobrzamlty, 2. Oberst, 1832 Regts.-Comdt., 18S8 GM. 

1858 HeiQiioh Graf CoudenboTe, Regia. -Com dl. 1860 in päpa Hiebe Dienste getreten. 

1860 Gart Baron Simbsoben, Regls.-Comdl. 

Oberstlieutenants. 

1730 Georg Baron Ealokreuler, 1735 Oberst. 

1736 Hannibal Baron Schmerzing, 1738 Oberst des jeUigeu 2. C iiraesi er- Regimen Is. 

1738 Friedrioh Arnold von Winkelmann, 1742 Oberat, 

1742 Franz Baron Levanebr, 1746 Oberst. 

1746 Heioricb Baron SUppe], 17*8 Oberst. 

1748 voD WolBky, 17S0 pensionirt. 

1750 laak de Petit, 1753 Oberel. 

1751 Aaguat V. Wiedebaob, aggregirl, i7B3 transferirt zu einom andern Ca^allerlo- 
Eeglment 

17B3 Carl Graf O'Donell, 17S3 Oberst. 
1753 Frani Graf di Pompeaü, 1757 Oberst. 
I7S7 Baron Muffel, 1761 pensionirt. 
1787 vonHaake, aggregirt, 17B8 pensionirt. 
1761 Leopold Oraf Cbristallnig, 1765 quittirt. 
1765 Baron Reitzenstein, 1767 penaionirt. 

1767 Ernst Baron Blankensteio. 1768 Oberat, 

1768 Sigmond Baron Knebel, 1771 Oberst des jewigen 7, Cürassier- Regimen«. 
1773 Joseph Graf Auersperg, 1779 Obacat. 

1779 Georg Ludwig Baron Buocow, MTOR., 1789 Oberst. 

1789 Andreae Keppner, 1789 Oberst, 

1789 Faul Baron Winkler, 1793 Oberst. 

1793 Hannibal Marquis Sommarira, 1796 Obarsl. 

1796 Feier Baron Dinnersberg, 1797 Oberst dea 1801 aufgelüsten Cür»aaier-Regi- 
menta Baron Zesobnltz. 

1797 Bernard Groaaer, 1799 Oberst. 

1799 Alois Graf Harraoh, 1803 Dienit-Kämmerer Sr. k. k. Hoheit des Etzh. Anton, 

1805 Oberst. 
1803 Adam Müller, 1806 pensionirt. 

1806 Heinrich Baiun Soheiiher, MTOR. 1806 General- Adjutant des FM. Prinzen Fer- 
dinand Wfirtemberg. 

1808 Leopold Baron Rotbkiroh, 1807 Oberst. 

1807 Simon t. Sardagna, 1809 Oberst. 

1809 Johann Heinrieb Graf Aueraperg, 1812 Oberst. 

1812 Joseph V. Legedios, 1813 General-Adjutant des FM. Grafen BeLtegarde. 

1813 Alfred Fürst zu Windisoh-Grätz, 18.13 Oberst dea jetzigen 8. Cürassier-Rogt«. 

1814 Franz Grnf Bigol da St. Quentin, 1823 Oberst des jetiigen 1). Cttrassiei- 
Kegimenta. 

1823 Johann v. Bradatsch, Genaral-Contmando- Adjutant in Qaliiien, f la LembaiK 

am 9, Februar 1827. 
1823 Carl Baron Wueathoff, 1834 Oberst. 
1825 Johann von Weias, 1825 peneionirt, 
1825 Wilhelm ton Lobenstoin, 1827 Oberst, 
1828 Franz Graf Kessele tadt, 1832 Oberst. 

1832 Carl von Stahel, 1833 Oberat. 

1833 Johann Graf Strassoldo-Qrftfonberg. 1835 peniiuui 
tSSJI Johann Baron Burlts de Bomay, 1836 tranaferiit zi 



«19 

1838 Carl Baron Sohwarzenan, 1840 Oberst. 

1840 Alfred Graf Paar, 1841 transferirt zu HnsMren Nr. 6. 

1848 Adam Graf Waldstein-Wartenberg, 1848 Oberst. 

1848 Ludwig Losy y. Losenan, 1849 Oberst. 

1849 Carl Baron Bussek^ 1880 pensionirt. 

1850 August Kiemetz, 1854 pensionirt. 

1853 Emerich Baron Babarozy, 1854 pensionirt. 

1854 Heinrich Graf Goudenhoye^ 1858 Oberst 

1858 Carl Baron Simbschen, 1860 erst Regiments-Commandant dann Oberst. 
1860 Gustav Fischer. 

Majors. 

1726 Georg Baron Kalckreuter, 1730 Oberstlieutenant. 

1730 Hannibal Baron Sohmerzing, 1735 Oberstlieutenant. 

1735 Friedrich Arnold von Winkelmann, 1738 OberstUeutenant. 

1738 Franz Baron Leyenehr, 1742 Oberstlieutenant. 

1742 N. Baron Beitzenstein, 1744 pensionirt. 

1744 Heinrich Baron Stappel, 1746 Oberstlieutenant. 

1746 N. V. Wolsky, 1748 Oberstlieutenant 

1748 Isak de Petit, 1750. Oberstlieutenant. 

1750 Georg Ludwig Baron Freydel, 1755 pensionirt. 

1753 Franz Graf di Pompeati^ 1753 Oberstlieutenant. 

1755 Baron Muffel, 1757 Oberstlieutenant. 

1757 N. von Feilitzsch, 1758 pensionirt. 

1758 Leopold Graf Christallnigg, 1761 OberstUeutenant. 

1760 y. Gottrau aggreglrt, 1761 pensionirt. 

1761 N. Baron Reitzenstein, 1765 Oberstlieutenant. 

1762 Friedrich Prinz zu Tsenburg, aggregirt, trat 1763 in spanische Kriegs-Dienste. 
1765 Ernst Baron Blankenstein, 1767 Oberstlieutenant. 

1767 Sigmund Baron Knebel, 1768 Oberstlieutenant. 

1768 Joseph Graf Auersperg, 1773 Oberstlieutenant. 
1773 N. Baron Basselli zu Süssenberg, 1779 pensionirt. 
1778 Andreas Keppner, 1789 Oberstlieutenant. 

1785 Peter Baron Bolza, 1789 Oberstlieutenant bei Kaiser-Chevauxlegers (jetzt Uh- 

lanen Nr. 6.) 
1789 Paul Baron Winkler, 1789 berstlieutenant. 
1789 Hannibal Marquis Sommariva, 1793 OberstUeutenant. 

1793 N. Graf Auersperg, 1794 pensionirt. 

1794 Bernard Grosser, 1797 Oberstlieutenant. 
1797 Alois Graf Harrach, 1799 OberstUeutenant. 

1797 Max Graf Stadel, supern., 1798 transferirt zum jetzigen 8. Cürassier-Regiment. 
1799 Ignatz Molitor, 1806 pensionirt mit OberstUeutenants-Oharakter 
1802 Heinrich Baron Scheither, MTOR., 1806 OberstUeutenant 

1805 Simon v. Sardagna, 1807 OberstUeutenant. 

1806 Johann Heinrich Graf Auersperg, 1809 OberstUeutenant 

1807 Caspar von Danzer, f vor dem Feinde den 21. Mai 1809 in der Schlacht yon 
Aspern. 

1809 Alois Haenke, 1811 pensionirt mit OberstUeutenants-Charakter. 
1809 Ernst Graf Haugwitz, f den 7. JuU 1811 zu Medioa in GaUzien. 

1809 Georg Baron Wimpffen, f den 25. November 1810 zu Lossonz in Ungarn. 

1810 Franz ChevaUer Germain, 1811 transferirt zu Uhlanen Nr. 2. 

1812 Franz von KUment, 1814 transferirt zu Cürassier Nr. 7. 

1813 Wilhelm von Suchanek, 1822 pensionirt mit OberstUeutenants-Charakter. 

1814 Carl Raron Wuesthof^ 1823 Oberstlieutenant 
1814 Gabriel OgoreUtza, 1815 pensionirt. 

1814 Johann Bradatsch, General-Commando-A^jutant in GaUzien, 1823 Oberstiieut. 
1814 Angel Maria Galeazzi, 1815 transferirt zu Chevauxlegers Kr. 1. (jetzt Uhla- 
nen Nr. 6.) 



SSO 

1822 Ludwig Graf Tige, 1828 qixittiri mit Mmtar-Charakter. 

1823 Josepb Schmidl von Seeberg, 1S2.3 traasfeiirt zu Cüiuaaier Nr. 2. 
1833 Andreas Beznrd, 1834 pensionirE. 

182S Franz Graf Kesselstndt, 1829 Oberstlieulennnt 

1828 Anton Chevalier Uciii, 1832 pensionirf, nachträglich mit Oberetlieulenants- 

Chaiahter, 
1828 Anton Friedrich Kuuz, 1830 peaalonitt. 
1830 Carl Stahel, 1832 Obficstlioutenant. 

1832 Johann Baron Bunte de Bocnay, 1836 Oberstlieutenant, 
1832 Carl Baron Sohwarzenan, 1838 Oborstlieutenani 
1S33 Johann Cail Wiecbniaon, 1838 pensionirt. 

1838 Anton Krezer v. Baum galten, 1843 peneionirt mit OberBilieutenantB-Charakt. 
1838 Aleiander Baion PierE, 1842 pensionirt mit Ob erstlieuteuants- Charakter. 
1840 Adam Graf Waldstein-Wartenbergj 1848 Oberaüieutenant. 

1842 Ludwig LoBj von Loeenau, 1848 Oberatüsutenant. 

1843 Anton Bar. Caballini t. Ehrenburg, 1846 peneionirt, nachträglich mit Obeist- 
lientenantB- Charakter. 

1846 Carl Baron Biissek, 1840 Oberatlieatenant. 

1848 August Graf Bigot de St. Quentin, f vor dem Feinde im Gefechte bei Csucaa 
am 25. Dezember 1848. 

1818 Joseph Graf KlebeUberg, t zu Bistiiti in Siebenbürgen am 8. November 
1848. 

1819 Armand Ritter von Kalohberg, -f zu Sciässbarg am 1. MSrz 1849. 

1849 Joseph Wieser, 1849 quilürt. 

1849 AuguEt Niemetz, 18S0 Oberstüentenanl. 

1849 Joseph SchrÖer y. Engenberg, 1853 pensionirt, 

1849 Carl Eisl, t zu Udvaibely in Siebenbaigeo am 16. Februar 1850. 

1849 Friedrich Graf Alberti di Poya, 1892 beurlaubt, 18S3 quittiit mit Oberit- 
lieutenante-Charakter. 

1850 Franz NaMik, 1853 pensionirt. 

1850 Emeriob Baron Babaro^y, in der Central- Kanzlei zu Wien, 1853 Oberst- 
lieutenanL 

1852 Alexander GrünwaM, 1857 pensionirt mit Ob erstlieutonanta- Charakter. 

1853 Carl TekuBcb, 1859 pensionirt. 

1854 Olivler Graf Wallis Freiheir v. Carighmaia, 1859 Oberstlieutenant bei Cliiu- 
sier Nr. 4. 

1857 Gustav Fiecber, 1860 Oberstiieutenant. 

1859 Sigmund Eanz, 1862 pensionirt mit Oberstlieatenants-Cbarakter. 

1859 Ferdinand von Molnär, 1860 transferirt zu CÜraBaier Nr. Ö. 

1860 Ludwig MüUer. 

rniformlrung dea Regiments. 

Schar lachrot he Czapka und. Aufschläge, dunkelgrüne Uhlaata 
und Pantalons, weisse Knöpfe. 

tlhlanen-Regiment Np. 9 Forst Carl Liechtensteio, 

Dieses Regiment wurde 1640 als Dragoner-Regiment tou 
dem Oberstlieutenant Johann de la Corona auf eigene Kosten 
errichtet. Der von Sr. Majestät Kaiser Ferdinand III. ausgefer- 
tigte Bestall ungsbrief datirt von Regensburg den 28. August 1640, 
ernennt den Oberstlieutenant de la Coroua zum Oberst -Inha- 
ber und Commandanten doa Regiments, dessen Stäi-ke darin 
auf 8 Compagoien, jede zu 100 Dragoner, im Ganzen also 800 
Mann bestimmt wird. — Nach der damals üblichen Aufforderung 



t 



S21 

nach der ^Nothdurft der Zeiten" zu jedem geforderten Kriegs- 
dienst sich willig brauchen zu lassen, und dem jedesmaligen 
^unserer Armada fürgestellten höheren General - Offizier in allen 
billigen Dingen, wie es ehrlichen Kriegsleuten zusteht^ Gehör- 
samm zu leisten^ und gehörigen Respect zu bezeigen u. s. w." 
wird an folgenden Gebühren festgestellt : Für den Obersten lOCO fl. 
Rheinisch, für jeden Capitän 340 ü. Rheinisch^ die sich mit den 
Leuten nach Discretion vergleichen sollen, für jedes in der 
Musterung „gutgemachte** Pferd 12 fl. Rheinisch und eben soviel 
zum Anrittgeld. — Musterungen sollten aber alle Monate von 
den Muster-Commissären abgehalten werden. 

Oberst de la Corona führte das neu errichtete Regiment 
zur Armee des FZM, Baron Golz nach Schlesien, wo dieser 
gegen die Schweden an der Oder stand. Am 81. Mai 1642 
theilte das Regiment standhaft die Anstrengungen der kaiserli- 
chen Truppen unter dem FM. Herzog von Sachsen-Lauenburg, 
als dieser die Festung Schweidnitz, welche von den Schweden 
belagert wurde, vergebens zu entsetzen versuchte. Gegen die 
hierauf in Mähren eingedrungenen schwedischen Heeres-Abthei- 
lungen unternahm Oberst Corona mit seinen Dragonern wieder- 
holte Streifzüge, und fügte denselben vielen Schaden zu; so 
überfiel er am 4. Juli die schwedische Besatzung in Littau 
nächst OlmütZy machte viele Feinde nieder und nahm den 
Commandanten nebst 3 Rittmeistern und 72 Mann gefangen. 
Am 2. November war das Regiment in der Schlacht bei 
Breitenfeld und bezog nach derselben die Winterquartiere bei 
Rakonitz in Böhmen Im Frühjahre 1644 wohnte das Regi- 
ment der Blokade von Gross -Glogau bei, und nahm hierauf 
an der Expedition Theil, welche der k. Generallieutenant Graf 
Gallas zur Unterstützung der Dänen unternommen hatte, als 
dieselben von den Schweden unter General Torstenson überfal- 
len wurden. — Im Jahre 1645 ward die Vertheidigung der 
Städte Pardubitz und Pilsen dem Regimente anvertraut, dessen 
Stab sich in letzterer Stadt befand. Im Oktober d. J. scheiterte 
an der Entschlossenheit des Oberstlieutenants Graf Strassoldo des 
Regiments der Versuch der Schwerden* sich der Stadt Pardu- 
bitz durch einen Handstreich zu bemächtigen. — Im Feldzuge 
1647 bei der k. Haupt- Armee in Böhmen eingetheilt, hatte das 
Regiment im Oktober an der Wiedereroberung der Schanze bei 
Eönigswart Theil^ welche Oberst de la Corona am 15 d. M. 
bewirkte; hiebei den Schweden 4 Kanonen abnahm, und 3 Offi- 
ziere nebst 50 Mann gefangen] machte. Nach dem Abschlüsse 
des Westphälischen Friedens (zu Münster) den 24. Oktober 1648 
verblieb das Regiment in Böhmen und wurde 1650 durch die 
beiden aufgelösten Dragoner-Regimenter „Bachonchaj und Gallas^ 
auf 8 Compagnien ergänzt, der Stab war in Eger. 1653 wurden 
nebst mehreren andern Truppen auch 4 Compagnien dieses 
Regiments zum Schutze Ober-Ungarns gegen die IMrken beoi:- 



dert. Ein Detachement hievon unter Major Lamier, welcher sich 
nebst einer Compagnie Piecolomini - Cürassier am 31. Juli d. J. 
von Neuhäusel am Marsche nach Fiilek befand, stieas bei Lewenz 
auf 800 türkische Reiter, welche ihre mitgeschleppte Beute Dach 
Gran in Sicherheit bringen wollten. Obwohl nur 250 Mann stark, 
griff Major Lamier die Türken entschlossen an, schlug sie mit 
einem Verluste von 100 Todten in die Flucht, und nahm ihnen 
nebst dem geraubten Schlachtvieh eine grosse Anzahl Pferde. — 
Im Jfthre 1657 war das Regiment, unter dem von Oesterreich 
für Polens Schutze aufgestellten Auxiliar- Corps, zur Deckung 
Schlesiens bei Glatz concentrirt; im Frühjahre 1658 aber von da 
nach Ungarn verlegt. 

Nach Eröffnung des Feldzuges 1661 gegen die Tür- 
ken theiite das Regiment die Entbehrungen und Beschwerden der 
kaiserlichen Haupt-Armee unter FM. Graf Montecucoli auf den 
Zug nach Siebenbürgen, der im August d. J. zur Unterstützung 
des durch die Türken von dort vertriebenen Fürsten Kemenj' 
unternommen, die Besetzung Klausenburga zur Folge hatte. Ende 
September kehrte daw Regiment mit der übrigen Armee wieder 
nach Ungarn zurück, wo es 1662 in den verschiedenen festen 
Plätzen Ober- Ungarns vertheilt wurde, von wo mehrere Abthei- 
lungen desselben an den damaligen E riegsereignisaen in Sieben- 
bürgen Äntheil nahmen. Anfangs Jänner d. J. wurde der 
nunmehrige Regiments-Inhaber Oberst Gerart mit einem kleinen 
zusammengesetzten Corps kaiserlicher Reiterei, worunter sich Ablhei- 
longen des Regiments befanden, dem Fürsten Kemeny zugetheilt, 
um dessen Gegner Apa^ stürzen zu helfen. Ungeachtet der drin- 
genden Vorstellungen des Obersten Gerart Hess sich Kemeny in 
zeitraubende Unterhandlungen ein, welche zur Folge hatten, dass 
er am 23. Jänner von Mehemed Pascha, während seine Truppen 
fouragirten, angegriffen, und trotz des tapfern Durchbruchea der 
kaiserlichen Reiterei, Oberst Gerait an der Spitze seiner Dragoner 
geschlagen wurde. Kemeny selbst blieb am Schlachtfelde. — Der 
Hauptmann Sahier des Regiments mit seiner Compagnie am 5. 
Februar aus Ungarn zur Verstärkung der kaiserlichen Besatzung 
nach Klausenburg entsendet, nahm an der heldenmüthigen Ver- 
theidigang dieses Platzes Theil, welcher von Apaffy wahrend des 
Frühjahres vergebens belagert wurde. Am 27. Mai hatte ein Offi- 
zier des Regiments, welcher mit einer AbtbeiluDg desselben in 
Bethlen stand, mit einer andern Compagnie kaiserlicher Cavallerie 
vereint, zwei Escadrons Apaffy Hussaren in Bistritz angegriffen, 
dieselben mit einem Verlust von 30 Todten in die Flucht geschla- 
gen, 2 Offiziere mit mehreren Hussaren gefangen gema^il, und 
2 Standarten erobert. Als im September d. J. 4 Compagnien des 
Reg^entes nach Mähren, der Stab nach Ungarisch - Brod rerlegi 
wurden, blieb Oberstlieutenant Hagen des Regiments mit den flbri- 
gea in Nsgy Banya Kallo und einigen andern PlätEen von Ober- 
Ungarn lur^ck. 1663 ^land ein Theil des Regiments bei der kai- 



ch I 

j. I 
11 T 



sss 

serlichen Hauptarmee in Ungarn unter FM. O-raf Montecncoli. 
Oberstlieutenant Hagen wurde befehligt, im August sich mit 5 
Compagnien des Regiments nach Neuhäusel zu werfen« 

Hier halfen dieselben, bis zur erfolgten Capitulation, zu 
Fuss drei Stürme zurückzuschlagen, bei deren letzten Oberstlieu- 
tenant Hagen verwundet wurde. Nur 197 Mann, worunter 41 Bles- 
sirte und Ejranke, kehrten gegen Ende September zum Regimen te 
zurück, welches jetzt bei Nyarasd stand. Im Laufe dieses Monats 
wirkte ein Detachement des Regiments unter Lieutenant Müller 
tapfer zur Vertheidigung des Schlosses Freistadel mit, wodurch 
mehrere Stürme des Feindes abgeschlagen, und derselbe zur Auf- 
hebung der Belagerung gezwungen war. Nach Abzug der Türken 
bezog das Regiment die Winterquartiere in Böhmen, mit dem 
Stabe in Czaslau. 

Bei Beginn des Feldzuges 1664 wurde es zur Haupt- Armee 
gezogen, die sich imterMontecucoU, in der Mitte Mai zu Ungarisch- 
Altenburg sammelte. Mit derselben rückte es im Juni an die Mur, 
und nahm am 30« d. M an der Yertheidigung des Ufers dieses 
Flusses Theil, über welchen die Türken nach Einnahmen des Forts 
bei Serinvar vergebens den Uebergang zu erzwingen suchten. Bei 
dieser G-elegenheit hatte dasselbe 11 Todte und 32 Verwundete. 
— Am 25. Juli war das Regiment beim Vortrab der Armee, 
und wohnte am 1. August der siegreichen Schlacht bei St. 
Gotthardt bei, in der es 22 Todte und 24 Verwimdete, hier- 
unter Hauptmann Gantius verlor. — Nach Ahschluss des zwan- 
zigjährigen Waflfenstillstandes zwischen Oesterreich und der Pforte 
am 10. August zu Väsvär kehrte das] Regiment, mit Ausnahme 
einer Compagnie, die in Ober-Ungarn verblieb, nach Böhmen 
und Schlesien zurück. — Im Jänner 1665 ward dasselbe nach 
Steiermark verlegt, und in Radkersburger und Cillier Kreise dis- 
lozirt. Im November 1666 begleitete dasselbe die kaiserliche 
Braut Margaretha Theresia Infantio von Spanien, auf ihrer Durch- 
reise nach Steiermark, zur Vermählung mit Kaiser Leopold I. 
(12. Dezember 1666 zu Wien.) 

Li Folge der Unruhen, welche 1670 in Ungarn zum Aus- 
bruche kamen, wurde nebst andern Truppen auch dieses Regiment 
aus Steiermark dahingezogen, und wohnte im April d. J. der £in- 
schliessung und Bezwingung der ungarischen Missvergnügten in 
Gzakathum bei« Li diesem und den nächsten 2 Jahren half das 
Regiment in mehreren Expeditionen die Innern Feinde dieses Lan- 
des bekämpfen. — 1673 waren 5 Compagnien des Regiments 
in versohiedenen festen Plätzen Ober-Ungarns veriheilt, die übrigen 
mit dem Stabe standen in Neulra. 

Diese Gegend wurde im Oktober durch 200 Türken beunru- 
higt; 150 Dragoner und einige Hussaren zur Aufsuchung des 
Feindes entsendet, erreichten denselben bei Aha. Nach einem 
hitzigen Gefechte wurden die Türken mit einem Verluste von 60 
Todteu; worunter deren Anführer, imd mehreren Verwundeten in 



S94 

die Flucht geschlagen und bis N"eahäusel verfolgt; die gefangenen 
Christen aber befreit. Der Verlust der kaiserlichen Reiter, die bei 
dieser Affaire viele Pferde orbeuteten, bestand in drei Todten und 
7 Verwundeten. — Im Frühjahre 1675 rückten 5 CompagiüeQ des 
Regiments mit dem Stabe aus Ungarn, allwo die übrigen 5 Com- 
pagnien fortan verblieben, (die Dragoner liatten seit 1647 zehn 
Compagnien) zu dem Corps des FML. Coh, welches sich zur 
Unterstützung des Churfiirsten von Brandenburg bei Groas-Glogau 
sammelte, und mit demselben dessen Zug nach Pommern mitmachte, 
sodann aber den Winter über nach Schlesien zu stehen kam. — 
In Pommern hatte das Regiment von einem schwediacben Leib- 
Regimente ein paar Cur assi er- Pauken erobert, welche es als besondere 
Auszeichnung durch lange Zeit (bis 1756) zu führen das Privilegium 
hatte. Gräffer gibt irrig dieses Faktum im Jahre 1657 an. 1676 
abermals mit den Brandenburgern gegen die Schweden vereint, 
wohnten jene 5 Compagnien dea Regiments im August der Bela- 
gerung und Einnahme der Festung Ansiarn, und im September 
jener des Forts Demin in Pommern bei, wo der Regimcnts-Inhaber 
GM. Gerart am Platze blieb; — später bezogen sie die Winter- 
quartiere in ObersUchsischen. Im Juli 1677 den Troppen zugetheilt, 
welche Ocsterreich dem Königo von Dänemark gegen die Schwe- 
den zu Hülfe sandte, hatten die vorerwähnten 5 Compagnien dea 
Regiments sammt dem Stab, nach ihrer Vereinigung mit den 
Dänen zu Rostok, an der Eroberung der Insel Rügen Theil genom- 
men; 1678 rückten dieselben nach Ungarn, wo nunmehr das ganze 
Regiment die Kämpfe gegen die Kuruzen mitmachte. 1682 piar- 
Bchirten 7 Compagnien über Jablunka in die Standquartiere nach 
Schlesien, die andern 3 Compagnien bezogen dieselben in Mähren. 
Bei Ausbruch des Türkenkrieges 1683 stand das Regi- 
ment unter dem Corps seines nunmehrigen Inhabers FML. Graf 
Schulz an der obern Waag. Dasselbe wohnte mit der Haupt-Armee 
dea Prinzen Karl v. Lothringen dem Gefechte in der Brigittenau 
bei Wien am 16. Juli d. J. bei und hatte mit den Dragoner- 
Regimentern Stjrum und HerbeviUe (beide längst reducirt) den 
ersten Andrang des Feindes auszuhalten. FML, Schulz wurde an 
diesem Tage, an der Tßte des Regiments verwundet. Am 12, Sep- 
tember kämpfte das Regiment in der siegreichen Schlacht bei 
Wien, welche den Entsatz der Residenz zur Folge hatte, zog 
sodann mit der kaiserlichen Armee nach Ungaim, und rückte 
nach der Eroberung von Gran, — am 27. Oktober — nach Rima 
Szombath, Nach der Concentrirung der k. Truppen, zum Feld- 
zng 1684 an der Waag, wurde das Regiment zur Haupt-Armee 
eingetheilt, in welcber dasselbe dem siegreichen Gefechte bei 
Waitzen am 10. Juni und hierauf der Belagerung von Ofen 
beiwohnte. Nach Aufhebuüg dieser Belagerung am 30. Novem- 
ber kam dasselbe nach Ober-Ungarn zu stehen. Eine Abtheilung 
dea Regiments befand sieh, während jener Epoche beim Corps 
des Inhabers FML. Graf Schulz, der in der Zipa mehrere feste 



225 

Plätze eroberte, und am 17. September eine Partei Tökoly's in 
ihrer Verscbanzung bei Eperies geschlagen hatte« — Während des 
Feldzuges 1685 beim Corps des FML, Graf Schulz war das 
Regiment am 2. September bei der Eroberung von Eperies und 
am 17. Oktober bei der Belagerung von Kaschau, deren 
Besatzung am 2S. kapitulirte. Im Feldzuge 1686 zog das 
Regiment mit der kaiserlichen Haupt -Armee am 6 Juni zur 
Belagerung von Ofen, wo es am 14, August an dem Sieg über 
den Gross- Vezier Soliman Theil nahm, indem es, am rechten 
Flügel des Heeres eingetheilt, daselbst mit dem Dragoner-Regi- 
mente Seran vereinigt, den linken Flügel der Türken durch- 
brach, und so dem Infanterie-Regimente Lodron (reducirt), welches 
vom Feinde stark bedrängt war, zu Hülfe kam. Nach Erstür- 
mung Ofens am 2, September wurde dasselbe auf dem Zuge 
gegen Essegg am 23. September dem Corps des Markgrafen 
Ludwig von Baden zugewiesen, und kam im November nach 
Ober-Ungarn in die Winterquartiere. Im Feldzuge 1687 war 
das Regiment wieder unter Commando des Herzogs von Loth- 
ringen in Ungarn , wohnte am 12. August der Schlacht 
bei Mohacs bei, rückte sodann am 16. mit dem Corps des Gene- 
ral Dünewald nach Slavonien, allwo nach der Einnahme von 
Essegg und von Poszega, im Herbste d. J. 5 Compagnien in jede 
dieser beiden Städte bequartiert wurden. Im Feldzuge 1688 
bei der kaiserlichen Hauptarmee in Süd-Ungarn, wirkte das Regi- 
ment am 22. bei der Eroberung von Titel mit. Am 6. Septem- 
ber bei dem Sturm auf Belgrad bezog es seine Winterquartiere 
in Serbien. — Im Feldzuge 1689 wurde das Regiment in die 
kaiserliche Armee, welche unter dem Markgrafen Ludwig von 
Baden sich bei Hassan-Bassa-Palanka in Serbien versammelte, 
eingetheilt. Während dieser Epoche befand sich der Oberstlieu- 
tenant Baron Orlik des Regiments mit einem Commando von 
60 Dragonern auf dem Marsche von Lippa über Szegedin zum 
Regimente. Am 28. Juni stiess er in der Ebene von Csanad 
auf 300 türkische Reiter. In diesem kritischen Augenblicke for- 
mirte Oberstlieutenant Baron Orlik mit dem beihabenden Train 
eine Wagenburg, und besetzte dieselbe mit einigen Dragonern, 
mit dem Reste seiner Mannschaft aber rückte er dem so bedeu- 
tend überlegenen Feinde beherzt entgegen, und schlug denselben 
nach einem hitzigen Gefechte in die Flucht. Am 16. Juli wurde 
er mit zusammengesetzter Cavallerie, worunter auch eine Abthei- 
lung dieses Regiments gegen Eruschewacz entsendet, um den 
Feind aufzusuchen, und unternahm eine genaue Recognoszirung 
des türkischen Lagers, welches an der serbischen ] Morava stand. — 
Der nunmehrige Regiments-Inhaber, Oberst Graf Kiesl deckte 
durch eine Vorrückung mit dem Regimente am 12. August 
gegen Passarowitz die Bewegungen der Armee. Am 29. und 30. 
August wohnte das Regiment der Schlacht bei Potoschin (Patazin) 
an der Morava bei» an welchem Tage es durch sein entschlos- 

15 



senea Vorrücken, mit dem Dragoner-Regimente Seran (1775 redacirt) 
Tereint, den Kuckzug des Feindes bewirkte und sich hierauf des 
türkischen Lagers alldort bemächtigte. 

Am 24. September in der siegreicLen 8chlacht bei Nissa 
half das Regiment im Verein mit Seran - Dragoner die türkische 
Reiterei zurückwerfen. Am 14. Oktober bei Eroberung von 
Widdin war eine Abtheilung des Regiments unter Oberstlieute- 
nant Baron Orlik abgesessen und half die feindlichen Verschan- 
zungen links an der Donau zu erstürmen. Der tapfere OberstUeu- 
tenant Orlik fiel hiobei, von einer feindlichen Kugel tödtlich 

fetcoffen, als er nach Einnahme der erwähnten Stadt an der 
pitze einiger Dragoner zugleich mit dem fliehenden Feind in 
das Kastell einzudringen suchte, und dabei persönlich 4 Türken 
niedergemacht hatte. 

Im Dezember rückte das Regiment unter dem Corps des 
FML. Heissler in die Walachei. — Im Feldzuge 1690 zog 
das Regiment nach Siebenbüi-gen, wolinte am 21. August dem 
Treffen bei Tohany bei, und wurde dann, als Siebenbürgen vom 
Feinde gereinigt war, nach Ober-Ungai-n in die Winterquartiere 
verlegt. Während der Campagne 1691 stand das Regiment 
bei der Haupt-Ai'mee unter Markgrafen Ludwig von Baden, der 
am 19. August mit 45000 Maan das türkische Heer bei Szalan- 
kamen geschlagen hatte, welches allein über 100000 Mann an 
Reiterei zählte. In der Relation dieser Schlacht wird von diesem 
Regimente, damals Ilabutin- Dragoner, die rühmlichste Erwähnung 
gemacht, dass dasselbe, nach den entscheidenden Cavailerie- Attaquen 
des linken Flügels, bei Verfolgung der fliehenden feindliehen 
Reiterei, im Rücken des verschanzten türkischen Lagers einge- 
drungen war, und alldort wesentlich zur Eroberung desselben 
und der Vernichtung des Feindes beigetragen habe. Der Verlust 
des Regiments an diesem Tage bestand in 21 Todten und 6 
Verwundeten; unter letzteren Major Fischer nebat einem Adju- 
tanten. Hierauf dem Corps des FM, Herzog von Croy zuge- 
theilt, der Slavonien vom Feinde reinigte, bezog das Regiment 
nach diesem Streifzug seine Winterquai'tiere in Nieder-Ungarn. — 
Das Jahr 1692 verging ohne entscheidendes Unternehmen, nur 
unter steter Beobachtung des Feindes, da überdiess verbeerende 
Krankheiten ausgebrochen waren, bis im November die Winter- 
quartiere bezogen wurden, wobei das Regiment nach Croatien zu 
stehen kam. 

Im Juli 1693 rückte dasselbe unter dem FM. Herzog von 
Croy zur Belagerung von Belgrad. Nach Aufhebung derselben 
am 10. September zog es nach Ungarn, und wurde nach Festh 
verlegt. — 

Im Jahre 1694 stand das Regiment bei dem Corps des 
General Grafen Guido Starhemberg. Im Juni 1696 hatte sich 
dasselbe mit der Haupt-Ai-mee im Lager an der Maros vereinigt, 
und rückte mit derselben unter dem Churfürsten Friedrich von 



227 

Sachsen am 3. Juli gegen Semlin^ sodann aber zur Belagerung 
von Temesvar, die am 9. j. M. begonnen wurde. Das Regiment 
wohnte am 26. Juli der Schlacht von OUaschin bei, und zog 
hierauf mit dem Corps seines nunmehrigen Inhabers G. d. C. 
Grafen Rabutin nach Siebenbürgen. Im Feldzuge 1697 rückte 
dasselbe über Deva an die Theiss, allwo am 2, September 
die Wie der -Vereinigung mit der, unter den Befehlen des Prinzen 
Eugen von Savoyen stehenden k. Haupt-Armee erfolgte. Das 
Regiment kämpfte am 11. j. Mts. in der siegreichen Schlacht bei 
Zenta, in welcher die Reiterei abgesessen war, und mit der 
Infanterie zugleich das feindliche Retranchement erstürmt hatte« 

Am 26. trennte sich G. d. C. Graf Rabutin abermals mit 
seinem Corps von der Haupt-Armee im Lager bei Klein-Kanisa 
und das Regiment zog nach Siebenbürgen zurück. Von hier hatte 
Oberstlieutenant Graeven mit 500 Dragonern des Regiments an 
dem Streifzuge Theil genommen, welchen Graf Rabutin gegen 
Ende October über Karansebes bis an die Donau und das Te- 
mesvarer Banat unternahm, und alldort am 6. November Ujpa- 
lanka erstürmte. Bei Eroberung dieser Palanka hatte sich Haupt- 
mann Beaumont des Regiments durch sein entschlossenes Beneh- 
men besonders ausgezeichnet. Derselbe war mit 100 Freiwilli- 
gen gegen die rechte Flanke des Feindes vorgerückt, und sprang, 
dem heftigen feindlichen Geschütz- und Musketenfeuer trotzend, 
mit seinen Leuten in den Fluss Karasch, watete bis am halben 
Leibe im Wasser, und drang mit Ueberwindung aller Hinder- 
nisse in die Palanka ein. Die über 800 Mann starke Besatzung 
wurde nun grösstentheils niedergemacht, 60 Mann gefangen und 
16 Fahnen nebst 11 Kanonen erobert. In den ersten Tagen 
Septembers 1698 war das Regiment mit dem Corps des 
G. d. C, Grafen Rabutin über Deva in's Banat gerückt, kehrte 
aber in Folge der Friedens-Unterhandlungen zu Carlowitz 1699 
nach Siebenbürgen zurück, und kämpfte daselbst 1703 gegen 
die Rebellen, welche sich mit Franz Rakoczy in Verbindung 
gesetzt hatten, der gleichzeitig Ungarn insurgirte. 

Am 11. September 1704 wohnte das Regiment unter 
Befehl seines Inhabers FM. Grafen Rabutin dem Gefechte gegen 
die Insurgenten unweit Hermannstadt bei, und war später bei 
der Entsetzung des Schlosses Deva. Auf dem Zuge nach Klau- 
senburg half das Regiment am 8. October die Insurgenten 
schlagen, welche sich bei 13000 Mann stark bei Botta verei- 
nigt hatten. Hiebei war der Oberst von Graeven des Regiments, 
der sich mit diesem am rechten Flügel der Kaiserlichen befand, bereits 
umgangen, als derselbe durch einen entschlossenen Angriff des 
Feindes linke Flanke trennte, und gänzlich in Unordnung brachte. 
Die Rebellen ergriffen hierauf mit dem Verluste von 2000 Todten, 
Verwundeten und Gefangenen die Flucht. 40 Fahnen, 4 Kano- 
nen und 2 paar Pauken fielen in die Hände der Sieger. Am 
27. November bestand Oberst Graeven, welcher sich mit 900 

15* 



228 

Pf erden; worunter auch Abtheilungen des Regiments auf einem 
Streifzug gegen Kronstadt befand, unweit Sarkdnj ein hartnäcki- 
ges Gefecht mit 6000 Eurutzen. Durch den Muth und die Aus- 
dauer des Obersten Graeven mit seiner Truppe wurde der so be- 
deutend überlegene Feind mit einem Verluste von 250 Todten 
und Verwundeten in die Flucht geschlagen. Das kaiserliche Deta- 
chement hatte bei diesem mit so viel Standhaftigkeit errungenen 
Siege 400 Todte und Verwundete verloren. 

Im folgenden Jahre 1705 nahm das Regiment ander 
Vertheidigung von Hermannstadt Theil. Im Jahre 1706 befand 
sich dasselbe im Corps seines Inhabers Grafen Rabutin auf einem 
Zug gegen die Insurgenten nach Ober-Ungarn^ wo es bei Cson- 
grad die Theiss übersetzte» über Szolnok und Erlaa gegen 
Kaschau vorrückte, und 1707 mit diesem Corps nach Ofen kam. 
Eine Abtheilung des Regiments befand sich unterdessen in dem 
kleinen Corps des Obersten Graf Tige, welches von Debreczin 
nach Siebenbürgen zog; und die dortigen festen Plätze von den 
Insurgenten reinigte. 

Im August rückte das Regiment au 3 seiner Cantonirung 
an der Raab abermals mit dem Corps des Grafen Rabutin na(£ 
Siebenbürgen, wo es im Winter nach Schässburg verlegt wurde. 
Unter FML. Kriechbaum machte das Regiment im Juli 1708 
den Zug gegen Weissenburg (Karlsburg) und Mühlenbach mit. 

Am 31. August 1709 kämpfte eine Abtheilung desselben 
bei Szomkert, wo FML. Graf Montecucoli auf einem Streifeuge 
an die grosse Szamos die Insurgenten mit einem Verluste von 
300 Todten und Verwundeten geschlagen hatte^ und hiebei 6 
Offiziers und 30 Mann gefangen machte. 

Anfangs Jänner 1711 rückte das Regiment aus Sie- 
benbürgen nach Ober-Ungarn, wo es sich am 11. j. M. mit dem 
Corps des FM, Graf Palffy zu Debreczin vereinigte. Im Octo- 
ber erhielt das Regiment im Eisenburger Comitate sein Stand- 
quartier und rückte am 22. Mai 1712 zur Krönung Kaiser 
Carl VI. als König von Ungarn zur Aufwartung nach Pressburg. 

Bei Fortsetzung des spanischen Erbfolge-Krieges im 
Jahre 1713 stand das Regiment gegen die Franzosen bei der 
kaiserlichen Armee in Deutschland. Mit 10 Compagnien im 
Lager bei Oberhausen angelangt, rückte es am 9. September 
von dort in die Ebene von Penoz, nächst Hornberg; und bezog 
im Dezember die VtTinterquartiere in Baiern. Nach dem Rad- 
stadter Frieden 1714 wurde das Regiment nach Steiermark, und 
mit 4 Compagnien nach Kärnthen verlegt. 1715 errichtete das- 
selbe eine Grenadier-Compagnie. 

Bei Ausbruch des Türkenkrieges 1716 war das Regi- 
ment mit 10 Compagnien (1094 Pferde stark) am 21. Juli im 
Lager bei Keresztur; und hatte sich zur Schlacht bei Peterwar- 
dein am 5« August mit der Haupt-Armee des Prinzen Eugen 
vereinigt, der den vielfach überlegenen Feind mit namhaften 



229 

Verlusten geschlagen^ und dessen ganzes Lager mit 168 Kano- 
nen, 160 Fahnen, nebst den übrigen Kriegs- Vorräthen erobert 
hatte. An diesem Tage war das Regiment unter den Befehlen 
des General Grafen Ebergeny mit der übrigen Cavallerie be- 
theiligt, die Türken in der linken Flanke anzugreifen und der 
Infanterie Zeit zu gewinnen, sich zu sammeln. Im September 
bei der Belagerung der Festung Temesvar bezog das Regiment 
nach deren Einnahme (am 14« October) im Trentschiner und 
Liptauer Comitate in Ober-Ungarn die Winterquartiere« 

Bei Eröffnung des Feld zu gs 1717 rückte dasselbe mit 
12 ordinären imd einer Grenadier- Compagnie in der k. Haupt- 
Armee des Prinzen Eugen, am 9. Juni aus dem Lager bei 
Peterwardein zur Belagerung von Belgrad, die Am 19. begonnen 
wurde, — 

Am 17. August in der vor jener Festung gelieferten 
Haupt- Schlacht, welche mit der totalen Niederlage und wilden 
Flucht der Türken endete, kämpfte das Regiment am linken 
Flügel des kaiserlichen Heeres, und hatte bedeutende Verluste 
erlitten, und zwar: 6 Offiziere, 67 Mann, 214 Pferde an Todten, 
1 Offizier, 58 Mann und 58 Pferde an Verwundeten, mithin im Ganzen 
7 Offiziere, 125 Mann, 272 Pferden. Die getödteten Offiziere des 
Regiments waren die Hauptleute Klintschik, Wanatzki und Bar. 
Latucky; die Fähnrichs Mitterod, Wolf und Baron Weichel; — 
blessirt war Lieutenant Schwerd. Dem Obersten und Inhaber 
Grafen Rabutin (Sohn des vorigen Inhabers) wurde die Aus- 
zeichnung zu Theil, mit der freudigen Sieges-Botschaft und der 
Nachricht der Einnahme Belgrads an*s kaiserliche Hoflager nach 
Wien abgesandt zu werden. Als sich die Armee am 4. October 
im Lager bei Belgrad trennte, erhielt das Regiment seine Win- 
terquartiere im Neograder Comitate. 

Während der Priedens-Unterhandlung mit der Pforte 1718 
stand dasselbe bei der k. Haupt-Armee im Lager bei Semlin. 
Nach dem Friedensschlüsse von Passarovitz (am 21. Juli) rückte 
das Regiment mit dem Corps des G. d. C. Grafen Ebergeny am 
24. Juli in*s Lager bei Poskin, im November aber nach Pesth, 
von wo es in den Jaczygier und Kumanier District, wie auch in 
das Heveser Comitat verlegt wurde. 

Von 1719 bis 1725 stand ein Theil des Regiments in Ober- 
Oesterreich mit dem Stabe in Linz, der andere Theil aber in 
Steiermark; 1726 rückten 6 Compagnien unter dem Obersten Du 
Mesnil nach Böhmen, die übrigen nach Mähren. 1727 marschirten 
4 Compagnien in das Luxemburgische, allwo sie in . St. Hubert 
und Neuve-Chateau zu stehen kamen, die übrigen aber waren in 
ihren früheren Stationen zurückgeblieben« 1730 kam das Regiment 
in die Lombardie, von wo es 1733 nach Böhmen gezogen, und im 
August mit der Stärke von 679 Pferden dem österreichisch-säch- 
sischen Observations-Corps zugetheilt wurde, sodann die Winter- 
Quartiere in Schlesien bezog, von wo dasselbe bei Beginn des 



r 



I 



I 



Feldzugee 1734 gegen die Franzosen durch Böhmen und das 
Baireuthische zur Reichs-Armee am Rhein abrückte. Es nahm dort 
Theil an den Defensiv-Operationen, mit -welchen Prinz Eugen daa 
Eindringen des Feindes nach WiLrtemberg und Schwaben verhin- 
derte. Eine Abtheilung des Regiments befand sich -wahrend dieser 
Zeit bei dem kleinen Corps des F'ML. Baron Miifling, -welcbea im 
August nach Altbreisach rückte, als dieser Platz von den Franzosen 
bedroht wurde. Die Winterquartiere bezog das Regiment bei 
Rothenburg nächst Hornberg. 1735 war dasselbe bei der k. 
Axmee am Rhein geblieben, und wurde im Herbste d. J, ia 
dem schwäbischen Kreis und die Grafschaft Mindelheim bequartirt. 
Im Kriege z-wischen Rnssland und der Pforte 1736 hatte 
Oeaterreich in Ungarn eine Armee aufgestellt, bei welcher das 
Regiment seine Eintheilung in das Corps des FML. Fürsten zu 
Liechtenstein erhielt; im November bezog es im Pressburger 
Comitate die Winterquartire. Nach der Kriegserklärung Oester- 
reiclis an die Pforte brach das Regiment am 7. April 1737 
zur k. Haupt-Armee auf, die sich im Lager bei Semlin sammelte, 
und wohnte mit derselben unter FM. Baron Seckendorf dem 
Zuge nach Nissa bei, der am 29. Juni angetreten wurde. Nach 
Einnahme dieser Stadt durch Capitulation am 23. Juli rückte 
dasselbe mit dem Corps des FM. Graf Khevenhüller zur Bela- 
gerung von Widdin, aber noch während derselben zum Corps 
des FZM. Graf Wallis in die Walachei, Als dieser letztere 
zum Rückzüge nach Siebenbürgen genöthigt wurde, blieb das 
Regiment über den Winter daselbst stehen. Im Feldzuge 1738 
war das Regimenfr im siegreichen Treffen bei Kornia am 4. 
Juli, und zeichnete sicTi unter der entschlossenen Führung seines 
Obersten Grafen Schellard durch seinen tapfern Angriff bei Ka-- 
nischa aus. Der Verlust des Regiments bestand in 2 verwun- 
deten Offizieren, 4 todten und 20 verwundeten Dragonern, K 
todten und 9 verwundeten Pferden. Am 2. September half ein 
Detachement des Regiments unter dem GM. Graf Ciceri, der 
nur 1200 Mann befehligte, ein feindliches Corps, welches über 
3000 Mann stark war, schlagen. 

Im November bezog das Regimeut in Kaschauer Districte 
seine Winterquartiere. Im Frühjahre 1739 rückte dasselbe 
zum Corps des FZM. Graf Ncioperg, welcher im April bei 
Arad lagerte, am 22. Juli aber sich mit der Haupt-Armee unter 
dem FM. Graf Wallis vereinigte. Mit dieser war das Regiment 
am 29. Juli im Treffen bei Pancsowa, wo es durch eine rasche 
Wendung dem eingedrungenen Feind in die Flanlie fiel, und durch 
die gleichzeitige Vorrückung des Cürassier-Regiments PalfEj- (ItOl 
redueirt) unterstützt den Feind beinahe völlig vernichten half, wo 
über 400 Türken niedergehauen, und viele Gefangene gemacht 
wurden; das Lager bei Pancsowa dem kühnen Sieger überlassend, 
zogen sich die Türken eilends gegen Ujpalanka zurück. Das Re- 
tent verlor biebei an Todten 1 Mann und 3 Pferde, an Ver- 



281 

wundeten 1 Offizier, 18 Mann und 8 Pferde. Bei Auflösung der 
Armee im Lager bei Semlin am 18. September 1739 wurde 
dasselbe in das Pressburger Comitat verlegt. 

Im österreichischen Erbfolgekriege stand das Regi- 
ment Anfangs unter FM. Graf Neipperg gegen die Preussen und 
kämpfte am 10. April 1741 in der Schlacht bei Mollwitz, in 
welcher die österreichische Cavallerie vergebens durch mehrere 
beherzte Angriffe den Sieg zu erringen suchte. Das Regiment 
hatte folgenden Verlust: 8 Mann und 23 Pferde todt; Oberst 
Baron Bechinie, Hauptmann de Negri, die Lieutenants Matzen- 
kopf, Penth und von Unruhe nebst 19 Mann und 18 Pferden 
verwundet — Im November d. J. unter dem Grossherzog von 
Toskana an dem Entsätze von Prag theilnehmend, bezog das 
Regiment im Dezember die Winterquartiere in Böhmen. 

Im Feldzug 1742 war dasselbe mit der Haupt- Armee 
unter dem Prinzen Karl von Lothringen in der imglücklichen 
Schlacht bei Czaslau am 17. Mai, wobei es einen Verlust von 
3 verwundeten Oflriziers, 3 fodten und 1 1 verwundeten Dragonern^ 
9 todten und 9 verwundeten Pferden, und an Vermissten 9 Mann 
und 18 Pferde erlitten hatte. 

Nach dem Breslauer Frieden am 11. Juni 1742 zog das 
Regiment mit dem Prinzen von Lothringen gegen die Franzosen. 
Gegen Ende Juli war dasselbe bei der Belagerung von Prag, 
nahm sodann an den weiteren Operationen gegen das französische 
Heer Theil, war bei der Verfolgung desselben, ging bei Altaicb 
am 12. November mit der kaiserlichen Haupt -Armee über die 
Donau, und wurde nach Aufhebung der, Anfangs Dezember 
begonnenen Belagerung von. Braunau, am 15. d. M. in den Be- 
zirk zwischen Lauffen, Ried und Scherding in Cantonirung ver- 
legt. Bei Eröffnung des Feldzugs 1743 gegen die Franzosen 
und Baiern war das Regiment Anfangs Mai nach Vilshofen, von 
da aber am 15. nach Aichendorf detachirt^ und vereim'gte sich 
mit der Haupt- Armee, als diese an die Isar vorrückte. Dasselbe 
wohnte am 26. Mai dem Uebergange bei Altenaich am linken 
Donauufer bei, allwo das verschanzte Lager der Franzosen bei 
Deggendorf erobert wurde. Am 6. Juni übersetzte das Regiment 
bei dem kleinen Corps des General Brovne die Donau im Rücken 
der französischen Armee, und half den Feind mit Verlust von 
vielem Gepäck aus Fischersdorf, Pläting und Straubing vertrei- 
ben. Nach dem Rückzuge der Franzosen aus Baiern und der 
Besetzung dieses Landes durch die österreichischen Truppen 
rückte dasselbe unter dem Prinzen von Lothringen nach Alt- 
braisach am Rhein. 

Nach dem misslungenen Versuche der Oesterreicher, diesen 
Fluss am 3. und 4. September zu übersetzen, zog das Regiment 
am 21. Oktober in die Cantonirung nach Schwaben, mit dem 
Stabe in Spaichingen. — 1744 war dasselbe bei Neckar -Ulm 
mit der kaiserlichen Haupt- Armee unter dem Prinzen von Latk- 



SB9 

ringen konzentrirt, ging mit dieser tei Lauffen über den Neckar 
und nach dem Rückzüge der Baiern, in Verfolgung derselben, 
am 4. Juli bei Schreck über den Rhein. 

Am 23, August kehrte die k, Haupt-Armee bei Rbeinheim 
über den Fluss zurück, da der Prinz Karl von Lothringen nach 
Böhmen eilte, wo die Preuason eingefallen waren. Das Regi- 
ment selbst trennte sich am 18. September Yon dieser zu Diet- 
furt, und kam in das Corps seines nunmehrigen Inhabers G. ä. C, 
Grafen Batbianyi, der in Baiern bei Rain am Lech stand ; 
Anfangs November aber vor der Uebermacht des Feindes über 
den Inn zurückwich. 

Am 21. März 1745 überschritt dieses Corps hei Braunau 
den Inn und rückte abermals nach Baiern vor. Das Regiment 
nahm nun Theil an der am 29. März erfolgten Eroberung von 
Vilshofen, im April an dem Zug über Dingelfingen nach Lands- 
hut und am 15. d. M. an dem Gefechte gegen die französischen 
und pfälzischen Truppen bei Pfaffenhofen. In dieser hatte die 
österreichische Avantgarde, womnter eine Abtheiluug des Regi- 
ments, den Feind überrascht, und die ersten 40 Reiter die vor 
Pfaffenhofen aufgestellten feindlichen Truppen hinter die Mauern 
joner Stadt zurückgetrieben. Da die Infanterie noch nicht ange- 
langt war, aassen 200 Dragoner ab, stürmten rasch an das Thor, 
hieben dasselbe sogleich ein, und drangen des feindlichen Wi- 
derstandes ungeachtet in den Ort, aus welchem der Feind eiligst 
seinen Rückzug antrat. Das Regiment hatte folgenden Verlust: 
3 Offiziere, 2 Mann und 1 Pferd verwundet, 4 Pferde todt. — 

Am 22. April ging dasselbe unter FM, Graf Traan 
zur Vereinigung mit der Nieder-Rhein-Armee, Anfangs Juni, 
über Mergentheim nach Gellichhausen am Main, mit dieser aber 
sodann unter dem Grosaherzog von Toskana bei Hörsheim über 
diesen Fluss am 16. Juli, und am 30. bei Heidelberg ins Lager 
Hier war die Armee bis zum 4. Oktober verblieben, und im 
November bezog das Regiment im schwäbischen Kreise Canto- 
nirungs-Quartiere. 

Ende Mai 1746 brach dasselbe unter dem Corps des 
Generalen Grafen Palffy aus dem Lager bei Sintheim in die 
Niederlande auf, und stiess am 25. Juni, nachdem es bei Kaisers- 
werth den Rhein passirt hatte, zur alliirten Haupt - Armee. Mit 
dieser machte es die Operationen an der Maas mit, und war 
am 11. Oktober in der Schla.cht bei Rocoux. Im November 
kam das Regiment in die Winterquartiere in der Grafschaft 
Reifferseheidt nach Blankenheim und Umgegend zu stehen. 

Im März 1747 rückte dasselbe an die Maas, am 30. April 
aber zum alliirten Herre bei Brecht. Am 2. Juli war es in der 
Schlacht bei Lawfeld dem verbündeten Corps zugetheilt, welches 
unter FM. Grafen Bathianyi hei Udenhosch stand ; Anfangs 
November aber bezog es im Fürstenthume Limburg Cantoni- 
rungB-Quartiere. 



Lt 



2S8 

Im März 1748 war das Regiment in die konzentrirte 
Stellung zwischen Mastricht und Rüremonde gerückt In Folge 
der Friedenspräliminarien von Aachen ging es mit dem öster- 
reichischen Heere über die Maas (am 12. Mai) in die Demar- 
cations-Aufstellung bei Herzogenbusch, hierauf am 24. Juni in 
das Luxemburgische und Ende September in den Pilsner Kreis 
nach Böhmen, von dort aber in die Friedens-Quartiere im Oeden- 
burger Comitate nach Ungarn^ 

Das Regiment stand 1749 im Oedenburger und Pressburger, 
1751 im Neutraer Comitate, 1753 nach Böhmen verlegt, wurdö 
es 1755 dem Lager bei Königgrätz beigezogen. 

Im siebenjährigen Kriege gegen Preussen war das 
Regiment im Juli 1756 zur österreichischen Haupt- Armee unter 
FM. Graf Browne ins Lager bei Kolin gezogen, bei welcher 
jedoch nur die Grenadier -Compagnie verblieb, als Browne am 
14. September gegen Budin vorrückte. Das Regiment kam nun 
zum Corps des FZM. Fürsten Piccolomini, der aus Mähren am 
16. September anlangte, und im Lager bei Königgrätz, hinter 
der Adler, den ganzen Feldzug hiedurch unbeweglich verblieb. 

— Eine Abtheilung des Regiments kämpfte unter dem zusam- 
mengesetzten Detachement des Obersten Luszinsky von Festetics 
Hussaren (jetzt Nr. 3) am 21. September in dem ungünstigen 
Gefechte bei Zaskrna, wo nebst dem verwundeten Lieutenant 
Bechinie 71 Mann des Regiüients in feindliche Kriegs-Gefangen- 
schaft geriethen. In der ersten Hälfte Oktober nahm Hauptmann 
Unruhe des Regiments mit seiner Compagnie an der gelunge- 
nen Expedition Theil, welche Obersth'eutonant Gersdorf von 
Birkenfeld Cürassier (reduzirt 1775) mit 100 Slavoniern, 200 
Dragonern und einigen Hussaren gegen den feindlichen Oberst- 
lieutenant Werner unternommen hatte, der bei Reichenau brand- 
schatzte. In diesem Orte hatte das österreichische Detachement 
am 16. den Feind überfallen, 2 Offiziers mit 50 Mann nieder- 
gemacht und 15 Mann gefangen. Dem Oberslieutenant Werner 
war es jedoch gelungen, mit Zurücklassung einiger Reitpferde 
sich nebst mehreren seiner Leute durch die Flucht zu retten. 

— Mittlerweile war die Grenadier-Compagnie des Regiments, 
unter der Haupt-Armee, am 1. Oktober in der unglücklichen 
Schlacht bei Lobositz. Die Compagnie, welche mit der übrigen 
anwesenden Cavallerie an Tapferkeit wetteiferte, und deren Haupt- 
mann Graf Erdödy verwundet wurde, hatte 5 Todte und 6 Ver 
wundete, ferner 21 Todte und 8 blessirte Pferde. Sie wohnte 
hierauf dem Zuge bei, der vom FM. Graf Browne mit einem 
zusammengesetzten Corps am 7. Oktober zur Befreiung der 
sächsischen Armee von Budin aus gegen das preussische Lager 
in Pirna unternommen wurde. Unentschlossenheit von Seite der 
Sachsen und Elementar-Ereignisse vereitelten aber dieses Unter- 
nehmen, und die Oesterreicher kehrten daher am 14. wieder 
nach Budin zurück. Das Regiment erhielt in Dobrowitz und 
Umgegend seine Winterquartiere. 



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I 



Im Frühjahr 1787 waren 8 Corapagoion des Regiments 
mit dessen Grenadieren unter FML. Graf Maquiere bei Kalzau, 
die übrigen 4 kämpften unter dem Corps des FZM. Graf König- 
aegg bei Reicbeuan und verloren hiebe! 13 Mann nebst 10 Pferden, 
Mit der Haupt-Armee des Herzog Karl von Lothringen war 
das Regiment am 6. Mai in der Schlacht bei Prag, nach deren 
ungünstigen Ausgang sich 4 Compagnien desselben nach Prag 
warfen, und thätigen Antheil an der Vertheidigung dieser nun 
belagerten Stadt hatten; dagegen das Regiment, welches sich 
nach ßeneschau zurückzog, zur Ausrüstung mit Feld- Requisiten 
nach Mähren abrückte. Der Verlust desselben am 6. Mai bestand: 
32 Mann, 17 Pferde todt, 6 Mann, 1 Pferd verwundet; die 
Fähnriche Baron Sikingen, Graf Wratialaw, Graf Klenau, Graf 
Mikes, nebst 111 Mann und 106 Pferden waren in feindliche Kriegs- 
gefangenschaft geratben. — Nach seiner Wiedervereinigung mit 
3er kaiserlichen Haupt-Armee am 30. Juni im Lager bei Szela- 
kowitz rückte das Regiment mit derselben nach Schlesien, und 
war am 23. November bei dai- Eroberung des verschantzten 
Lagers des Herzog von Bevern bei Breslau, welcher die Einnahme 
dieser Stadt mittelst Capitulation folgte. In der unglücklichen 
Schlacht bei Leuthen deckte es mit Erzherzog Ferdinand Cüras- 
sier (jetzt Nr. 8) den Rückzug des linken Flügels und hatte 
starke Verluste erlitten. 14 Mann und 29 Pferde hatte das Regi- 
ment als todt, den Obersten Graf Vitztbum, die Hauptleute 
Rippenhausen, Grafentbai, Graf Erdödy, Graf Berchtold von 
Reineri, die Lieutenants Lenz und Baron Bechinie, die Fähnrichs 
Rosemark und Lasberg nebst 47 Mann und 35 Pferden als 
verwundet, und endlich 58 Mann und 58 Pferde als vermisst zu 
beklagen. Die Winterquartiere bezog dasselbe in der Gegend 
von Wellisch in Böhmen. 

Im Feldzuge 1758 abermals bei der Haupt -Armee ein- 
getheilt, war das Regiment am 14. Oktober in der siegreichen 
Schlacht bei Hochkirchen, und verlor dabei 7 Mann nebst 6 Pfer- 
den an Todten und Verwundeten. Im November wohnte dasselbe 
der Belagerung von Dresden bei, und kehrte sodann nach Böh- 
men in die Cantonirung von Predlitz zurück. 

Der Feldzug 1759 verging ohne entscheidendes Unter- 
nehmen. Das Regiment stand Anfangs in der Haupt-Armee des 
FM. Graf Dann in Böhmeuj später in der Lausitz, kam im Okto- 
ber nach Sachsen zur Reichs-Armee, lagerte erst bei Oschatz, 
später bei Plauen, und bezog die Winterquartiere bei Dresden. 

In der Campagne 1760 "war das Regiment wieder in der 
Haupt-Armee des FM. Graf Daun, wohnte am 19, Juli dem Ent- 
sätze von Dresden bei. 

Im August rückte es mit der Haupt-Armee bis Lö'wenberg, 
und war am 17. September unter GM. Graf d'Ayasasa an dem 
Gefechte bei Kunzendorf betheiligl:, wo es bei der Gefangenneh- 
mung von 2 Oflisieren und 100 Mann mitwirkte, die Grenadiere 



3S5 

des Begiments aber eroberten 2 Kanonen» und hatten allein einen 
Offizier todt, nebst 21 Mann todt und verwundet verloren. In 
der Schlacht bei Torgau, am 3. November, fand das Regiment 
Gelegenheit zur Auszeichnung. Dasselbe, welches Tags vor der 
Schlacht vorwärts Heiden detachirt worden war, zog sich beim 
Anrücken der feindlichen Uebermacht fechtend auf die Haupt- 
Armee zurück, und wurde daselbst von dem G. d. C. Baron 
Buccow zur Unterstützung der Artillerie beordert, die am rechten 
Flügel aufgefahren war. Von dem lebhaften Feuer derselben unter- 
stützt, schlug das Regiment mit einer Abtheilung Savoyen- Drago- 
ner (jetzt Nr. 1) vereint, die Angriffe der preussiscBen Beiterei 
standhaft zurück, und verhinderte das weitere Vordringen dersel- 
ben. Die Grenadier-Compagnie des Begiments entriss dem Feinde 
eine österreichische Fahne vom Infanterie-Begimente Puebla (jetzt 
Nr. 26); der Verlust des Begiments, welches kurz darauf die Can- 
tonirung bei Komotau in Böhmen bezog, bestand an jenem Tage: 
an Todten 26 Mann und 18 Pferde; an Verwundeten: Hauptmann 
Graf Auersperg und Lieutenant Czernovicz nebst 29 Mann und 
38 Pferden; gefangen und vermisst waren Hauptmann Graf 
Berchtold und Lieutenant Grauh nebst 63 Mann und 48 Pferden. 

In der zweiten Hälfte Mai 1761 wurde das Regiment 
zur Vertheidigung des Passes bei Wartha in's Erzgebirge detachirt, 
rückte Anfangs Juli zum Corps des FZM. Grafen Lascy zur 
Beobachtung des Feindes am rechten Elbe - Ufer nächst Dresden, 
und kam sodann den Winter über nach Steinbach, Beerwalde und 
Gross-Dittmannsdorf in Sachsen zu stehen. 

Im Fei dzuge 1762 dem detachirten Corps des G. d. C. Für- 
sten Löwenstein zugetheilt, nahm das Begiment am 2. August an^ 
dem siegreichen Treffen bei Töplitz Theil, wo es sich durch meh- 
rere glänzende Attaquen auszeichnete, und einen Gesammt- Verlust 
von 20 Mann und 22 Pferden erlitt. In der Nacht vom 3. auf den 
4. August half es den Angriff des preussischen Generalen Kleist 
zurückschlagen, und hatte an Verwundeten: 5 Mann und 6 Pferde 
verloren. Vom 27. bis 30. September wohnte das Begiment der 
Expedition des G. d. C. Graf Hadik gegen die feindlichen Vor- 
posten im Erzgebirge bei, sowie auch als das Löwensteinische 
Corps die Preussen aus der Gegend von Frauenstein zum Bück- 
zuge nach Freiburg gezwungen hatte. 

Am 29. Oktober kämpfte das Begiment, nunmehr in der 
verbündeten Beichs-Armee eingetheilt, im unglücklichen Treffen 
bei Freiberg, und hatte in diesem, nebstdem in feindliche Kriegs- 
gefangenschaft gerathenen Major von Grafen einen Verlust von 
18 Mann, 21 Pferden an Todten; 2 Offiziers, 19 Mann und 19 
Pferden an Verwundeten, und 67 Mann nebst 63 Pferden an Ver- 
missten und Gefangenen. 

Am 24. November rückte das Beginlent in den Saazer £j*eis 
nach Böhmen und nach dem Friedensschlüsse zu Hubertsburg vom 
15* Februar 1763 in die Standquartiere im Neutraer Comitate nach 



Ungarn. -^ Unter dem Obersten Grafen Alexander Erdödy erhielt 
das Regiment 1767 für die seit seiner Errichtung durch 12(5 Jahre 
in ao vielen Kämpfen ruhmvoll geführten Paniere neue Standar- 
ten, deren feierliche Weihe im Beisein des Inhabers FM. Fürsten 
Karl Bathianyi von dem Erzbischof von Kalotsa zu Ickervär voll- 
zogen vFurde In diesem Jahre nahm das Regiment am Uebungs- 
lager zu Kittsee Theil, während eine Compagme zur Aufwartung 
nach Wien kam. 1769 stand dasselbe in Sümegher Comitate, nickte 
1770 in das Lustlager bei Laxenburg nächst Wien, und kehrte 
sodann in das Bacser und Baranyer Coraitat nach Ungarn zurück. 

In diesem Jahre vertauschte das Regiment seine bisheri- 
gen Hcharlachrotbcn Röcke mit himmelblauen Aufschlägen {bei den 
Offiziers von Sammt) mit dem vreissen Kollet und licht- 
blauen Aufschlägen und erhielt blaue Westen, gelblederne 
Beinkleider und gelbe Knöpfe. 

1773 in das Sümegher Comitat verlegt, rückte das Regiment 
1775 nach Zydaszow in Galizien, und wurde daselbst 1777 zum 
Chevauxlegers-Regimente übersetzt. 

Im bairischen Erbfolgekriege gegen Preussen kam das 
Regiment Anfangs Juli 1778 auf den linken Flügel der Armee 
unter dem FM. Baron Loudon bei Niemes in Böhmen zu stehen. 
Unter den von hier aus detachirten Commando's stand Rittmeister 
Wilhelm des Regiments mit 8(1 Pferden sowohl des eigenen als 
des Hussaren-Regiments Baron Graevcn (jetzt Nr. 4) bei Rumburg, 
allwo er am 30. ein ungleiches Gefecht mit dem Feinde zu beste- 
hen hatte. Derselbe wurde nämlich vom GM. De Vins an jenem 
Tage beordert, die Avantgarde eines gegen Rumburg vorrückenden 
prenssischen Corps anzugreifen. Mit vieler Entschlossenheit atta- 
qnirte Rittmeister Wilhelm den ihm weit überlegenen feindlichen 
Vortrab, und drückte denselben auch etwas zurück, als er von der 
Uebermacht des Feindes zum Weichen gebracht, das Unglück 
hatte, mit dem Pferde zu stürzen und nebst etlichen 20 Chevaux- 
legers, die stark verwundet waren, in feindliche Kriegs -Gefangen- 
schaft gerieth. — Am 13. September stiess das Regiment zum 
Corps des FML. Grafen Colloredo bei Turnau und suchte den 
Feind durch kleine Streif- Commanden zu beunruhigen. Ober- 
lieutenant Brückel des Regiments hob am 29. eine feindliehe 
Patrouille hei Ullersdorf auf, und machte einige Gefangene; 
Rittmeister Canisius des Regiments bestand am 30. ein hartnäcki- 
ges Gefecht mit 20 Chevauslegers gegen ein weit überlegenes 
feindliches Detachement bei Maffersdorf, welches er auch von 
dort vertrieb. Den Winter über war das Regiment in die Um- 
gegend von Johannesthal verlegt, und bestritt die Vorposten bei 
Kratzau. Nach Abschluss des Teschner Friedens im Mai 1779 
bezog dasselbe die Standquartiere zu Pecsvar in Ungarn, von 
wo es 1781 nach Bataszek verlegt wurde, 1782 aber wieder 
nach Pecavar zurückkehrte. Als 1733 an der türkischen Grenze 
ein Truppencorps konzentrirt wurde, kam das Regiment mit dem 




237 

Stabe nach Warasdin in Kroatien zu stehen; 1784 aber wieder 
nach Pecsvar, von wo es 1786 dem Pester Lager beigezogen 
wurde, naobdem es gleichzeitig eine Uhlanen - Division (welche 
die IL Majors-Division fornurte), errichtet hatte. 1787 kam das- 
selbe in das Uebungslager bei Földvar nächst Pest, wo am 26. 
Juli die Uhlanen-Division ihre Standartweihe feierte. 

Im selben Jahre, als Oesterreich bei den Feindseligkeiten 
der Türken gegen Russland einen Grenzkordon an der türki- 
schen Grenze zog, wurde Anfangs Oktober das diesseitige 
Begiment dahin befehligt, stand bei dem Corps zwischen 
der Drau und Donau, und rückte Ende d. M. nach Ruma 
in Syrmien. 

Bei Ausbruch des Türkenkrieges 1788 kam das Begiment, 
dessen Uhlanen-Division zur Haupt- Armee an der Donau einge- 
theilt wurde, zu dem Corps des FML. de Vins nach Kroatien. 
Hier schlug die Gberstlieutenants-Division vereint mit dem Ogu- 
liner Grenz-Begimente am 25. März eine mehr als 1000 Mann 
starke Abtheilung tapfer zurück, welche den österreichischen Kordon 
bei Bakowicza Dressnik und Drekowa Seliste angegriffen hatte. 

Am 29. April war das Begiment unter dem G. d. C. Für- 
sten Karl Liechtenstein bei der Belagerung von Dubitza. Am 
22. bewirkte Oberst Baron Bubenhofen mit 3 Zügen des Begi- 
ments und einer Division Warasdin er -Kreuzer eine mit vieler 
Vorsicht ausgeführte Becognoszirung des Feindes bis an dessen 
Tschartake Bavna Barina. Während des Sturmes auf Dubitza am 
25. April bei der Vertheidigung der Laufgräben wurde von den 
Türken eine Hussaren-Escadron hart bedrängt, ebenso ein öster- 
reichisches Quarrde in Unordnung gebracht, als Major Baron Schu- 
birz des Begiments mit kühner Entschlossenheit, ^ind aus eigenem 
Antriebe mit seiner Division eine Attaque ausführte. 166 Feinde wurden 
von den Chevauxlegers niedergemacht, die übrigen aber hart ver- 
folgt. Die Division des Begiments verlor im Ganzen 11 Mann und 
9 Pferde. Am 26. Juni half eine Division des Begiments eine 
feindliche Abtheilung zurücktreiben, die bei Czerkowino die Unna 
übersetzt hatte. 

Mittlerweile hatte die Uhlanen-Division, di^ mit der Haupt- 
Armee nach Semlin gerückt war, alldort am 22. April unter GM. 
Baron Stader den Angriff des Feindes bei Beschania zurückzu- 
schlagen, mitgewirkt, imd verlor im Ganzen 5 Mann und 8 
Pferde. 

Am 22. Juli bei einem Angriffe von 4000 Türken war der 
Bittmeister Graf Franz Bosenberg des Begiments mit 2 Zügen 
seiner Uhlanen, unterstützt von einem Zug Wurmser - Hussaren 
(jetzt Nr. 8) dem Feinde in die linke Flanke gefallen, wodurch 
er zum Bückzuge gezwungen war. Als er aber bedeutend ver- 
stärkt mit 2 Geschützen nach einer Stunde wieder erschien, und 
in seiner Uebermacht alle Feldwachen zurückdrängte, war wieder 
Graf Bosenberg mit seiner Uhlaneaschwadron am Thätigston 



«>8 

betheiligt, den Feind durch kraftvolle Attaquen zum ROckzuge 
zu zwingen. In der Kelation des GM. Baron Wenkheim wurde 
dieses tapfern Oflizicra die rütimlichste Erwähnung gethan, und 
Graf Rosenberg erhielt 17Ö0 das Ritterkreuz des Maria 
Theresien-Ordens. Der Verlust der Uhlanen betrug im Gan- 
zen nur 7 Mann und 8 Pferde. 

Am selben Tage hatte das Regiment beim Corps in Kroatien 
den Oberlieutenant und Brig ade - Adjutanten Döllner verloren, 
der bei einem feindlichen Angriffe auf die Posten am linken 
Flügel der Kaiserlichen im Lager bei Czeroliani von einer 
Lanze tödtlicli getroffen wurde. 

Am 9. August befanden sich 2 Divisionen des Regiments 
bei dem Uebergang über die Unna und dem Ueberfalle des Fein- 
des bei Begovstan, welcher die Vertreibung dos Feindes und die 
Eroberung des ganzen türkischen Lagers mit 6 Kanonen, vieler 
Munition und aller Kriegsgeräthe, sowie die zweite Belagerung 
von Dubitza zur Folge hatte. Im September war ein Theil des 
Regiments bei der Belagerung von Novi; um die Unterstützungen 
des Feindes von Novi abzuziehen, streifte am 14. September Oberst 
Peharnik mit einem zusammengesetzten Commando an der Koranna 
gegen Jzaebach und ßihach. Der mit seiner Division dabei zn- 
getlieiJte Oberstlieutenant Fürst Johann Liechtenstein des Regi- 
ments schlug mit seinen Chevauxlegers durch eine kräftige 
Attaque die aus Bihach entgegengerückten bei 1000 Mann star- 
ken feindlichen Abtheilungen zurück; Oberlieutenant Baron Rasp 
des Regiments aber deckte mit einem Zuge Chevauxlegers 
nebst einer Äbtheiiung Grenzer den spätem Rückzug nach 
Dresnik und Rakowitza, der ohne Verlust bewirkt wurde. Mit 
der Erstürmung, von Novi am 4. Oktober, von wo eine Eaca- 
dron des Regiments die feindlichen Kriegsgefangenen nach Divor 
abzuführen hatte, wurden die Operationen in Bosnien beendet, 
allwo das Regiment Anfangs' Dezember die Winterquartiere 
nächst Kurilovecz bezog. 

Im Feldzuge 1789 waren sämmlliche 4 Divisionen des 
Regiments bei dem Corps in Bosnien zugetheilt. Zwei Divisionen 
im Juni zur Belagerung von Berbir beigezogen, gingen noch 
wahrend derseißen zur Verthcidigung des kaiserlichen Hauptma- 
gazins nach Cyvitovich, und deckten sodann am 22. Juli die 
grosse Fouragirung, welche GM. Baron Bubenhofen mit einem 
zusammengesetzten Detachement im Koranna-Thale bewirkt hatte. 

Mittlerweile stand eine dritte Division des Regiments bei 
Rakowitza, die Ubianen-Division aber unter GM. v, Jelacic an 
der Unna zwischen Jessenowatz. Novi und Dubitza, allwo diesel- 
ben mehrere kleinere Gefechte zu bestehen hatte. 

Am 21, August wirkte ein Zug Ubianen bei dem Angriff 
des GM. Jelacic gegen 800 Türken bei Dubitza mit, sowie die im 
Koranna-Thale stehenden 4 Escadrons des Regiments am 5. Sep- 
tember die bei Voinich und Jeszenina bedrängten Posten that- 



889 

kräftigst unteirstützten. Am 13. September war eine Uhlanen- 
Escadron des Regiments bei dem Zuge des GM. Jellacic gegen 
3000 Türken betbeiligt^ welche die kaiserliche Grenzmiliz zurück- 
drängen wollten^ durch das rechtzeitige Eintreffen aber dieses 
Corps in die Flucht geschlagen wurden. Ende September rückte 
das Regiment in die Cantonirung in und bei Draganich^ und 
blieb im Feldzuge 1790 abermals in Bosnien unter den Befeh- 
len des FZM. Baron De Vins. Während im Juni die Uhlanen- 
Division und 4 Chevauxlegers-Escadrons des Regiments zur Ver- 
theidigung des Cordons an der Unna und im Koranna-Thale ver- 
theilt standen, waren die noch übrigen 2 Escadrons desselben 
bei der am 22. begonnenen Belagerung von Czettin. Bei Erstür- 
mung dieser Festung am 20. Juli war der Oberst Fürst Johann 
.^Liechtenstein des Regiments unter den ersten der Freiwilligen, 
welche die Bresche erstiegen, und Alles, was Widerstand bot, 
niedergemacht hatten. Oberst Fürst Liechtenstein erhielt für sein 
tapferes Benehmen in der Promotion vom 19. Dezember 1790 
das Ritter-Kreuz des Maria Theresien-Ordens. 

Mittlerweile waren 4 Escadrons des Regiments bei einem 
Streif zug des GM. Jellacic am 11. Juli zur Verhinderung eines 
Entsatzes betheiligt. Am 9. Octob'er wurde ein WaffenstiUstand 
abgeschlossen, und das Regiment rückte mit Zurücklassung seiner 
Uhlanen-Division zu Jasska in Croatien zur Krönung Kaiser 
Leopold n. als König von Ungarn (15. November) nach Press- 
burg, und sodann zur Aufwartung nach Wien. 1791 bezo^ das- 
selbe die Standquartiere in Ostrau und Umgegend in Mähren, 
und gab mit 1. November seine Uhlanen-Division zur Errich- 
tung des 1. Uhlanen-Regiments (gegenwärtig Graf Civalart) ab. 

Nach Ausbruch des ersten Krieges gegen die fran- 
zösische Republik marschirte das Regiment am 20. Mai 
1792 mit 6 Escadrons aus Mähren zur kaiserlichen Armee an 
den Rhein, ging mit dieser in der Nacht vom 1. auf den 2. 
August bei Mannheim über jenen Fluss, und war am 3. bei 
der Recognoszirung und dem dabei stattgehabten Gefechte mit 
den Franzosen bei Rühlsheim und Knittelsheim. — Nach der 
Vorrückung zur Belagerimg von Thionville nahm dasselbe am 
31. an der Recognoszirung zwischen Thionville und Metz Theil. 
Major von Stipsicz des Regiments streifte am 1. September mit 
200 Pferden über die Mosel. Hierauf wohnte das Regiment den 
am 8. begonnenen Operationen der Verbündeten in der Cham- 
pagne bei, und kam nach dem Rückzuge derselben von Verdun 
am 22. October auf den österreichischen Cordon ins Luxem- 
burgische, welcher sich von Neufschateau rechts bis Namur 
ausdehnte. 

Im Feldzuge 1793 stand das Regiment bei dem kleinen 
Corps, welches unter FML. Baron Schröder im Lager bei Arlon 
aufgestellt war, imd wo den einzelnen Abtheilungen des Regi- 
ments auf Vorposten reichliche Gelegenheit zur Auszeichnung 



I 



geboten wurde. So patrouillirto am 18, März Corporal Kurz- 
weil, der in St. Leger auf Piket stand, voa da mit 12 Chevaux- 
legers gegen Ethe, als er erfuhr, dass 30 Franzosen bei Grom- 
mery vorgedrungen waren, um in diesem Orte zu plündern. 
Mit gehöriger Vorsicht rückte Corporal Kurzweil sogleich gegen 
den Feind, der durch seine Vedetten hievon avisirt, sich bereits 
an den Wald bei Gommery aufgestellt hatte, fiel denselben mit 
nur 6 Chevauxlegers an, und hieb persönlich mehrere Franzosen 
nieder. Durch einen zufällig herbeigekommenen Ühlanen-Wacht - 
meister mit 16 Mann unterstützt, wurden die Franzosen vollends 
in die Flucht geschlagen und über die Grenze verfolgt. Cor- 
poral Kurzweil erhielt die silberne Medaille. Am 28, März 
streifte Corporal Tauber mit 7 Mann eben von St. Leger gegen 
Vii-ton, als eine feindliche, 5000 Mann starke Colonne gegen 
letzteren Ort im Anzüge war. Entschlossen stürzte dieser Cor- 
poral mit seinem kleinen Detachemeut der feindlichen Colonne 
entgegen, und schlug sich an der Spitze derselben so wacker 
herum, dass hiedureh das weitere Vordringen des Feindes, 
der über diesen unerwarteten Angriff stutzte, durch einige Stunden 
gehemmt wurde. Inzwischen hatten die Einwohner 2eit gewon- 
nen, ihre Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen, und vor der 
PlünderuDgssucht der Franzosen zu retten. Auf Einschreiten der 
Gemeinde Virton kam dieses tapfere Benehmen des Detache- 
ments zur höheren Kenntniss, und nebst Corporal Tauber er- 
hielten sUmmtliche 6 Chevauxlegers die silberne Medaille. 
Lieutenant Pantzer des Regiments, welcher am 11. Mai mit 12. 
Chevauxlegers in der Gegend von Differdang patrouillirte , und 
daselbst auf eine, 150 Mann starke feindliche Äbtheilung gestos- 
aen war, schlug die Franzosea nach einem hartnäckigen Ge- 
fechte, wobei er selbst verwunder wurde, und ein Pferd unterm 
Leihe verlor, mit einem Verluste von 8 Todten und mehreren 
Verwundeten in die Flucht. Corporal Hölzol, der gleichfalls sein 
Pferd verloren hatte, und Gemeiner Schröck retteten den Lieute- 
nant Pantzer, als dessen Pferd getödtet wurde, und zwar ersterer 
zu Fuss aus der Mitte der Feinde. Hölzel erhielt die goldene, 
Schröek die silberne Medaille. — Am 6. Juni war der Cadet 
Anton Plächel der Erste, welcher mit 20 Chevauxlegers zwischen 
Arlon und Nieder-EUern in eine 300 Mann starke anrückende 
französische Carabiniers- Abtheünng einhieb, wodurch selbe in 
Unordnung gerieth, dass die Oberst-Division des Regiments Ge- 
legenheit fand, durch eine vortheilhafte Attaque sämmtliche Ca- 
rabiniere theils zusammen zu hauen, thcils gefangen zu nehmen. 
Bei der Recognoszirung, welche der Feind am 7. bei Longville 
unternahm, bestand das Regimeut ein sehr ernsthaftes Gefecht 
vor Sainte Croix unweit Arlon. Rittmeister Graf Wrbna ^ hieb 
mit 70 Chevauxlegers in 500 Franzosen ein, rettete ein schon 
umruDgenes österreichisehes Infanterie-Bataillon, und schlug den 
Feind mit grossen Verluste zurück. Rittmeister Graf Wrbna 



241 

sank; von einer feindlichen Kugel gctödtet, und Oberlieutenant 
Baron Seeger^ der sich ebenfalls sehr ausgezeichnet hattC; 
wurde schwer verwundet. Rittmeister von Ankenbrandt setzte das 
Gefecht mit gleicher Tapferkeit fort, und hinderte die abermali- 
gen Angriflfe der mittlerweile sich wieder sammelnden Franzosen, 
wesshalb er in der Relation sich einer ehrenvollen Erwähnung ver- 
dient gemacht hatte. Nebst den genannten Offizieren hatte das 
Regiment an diesem Tage an Todten, Verwundeten und Vermiss- 
ten 22 Mann und 15 Pferde verloren. — Am 9. rückte der Feind 
in 4 starken Colonnen vor, um das Corps des FML. Schröder bei 
Arlon anzugreifen. 4 Escadrons des Regiments kämpften von halb 12 
Uhr Mittags bis 8 Uhr Abends gegen die französische Ueber- 
niacht, deren Stärke auf 26000 Mann geschätzt wurde. In 6 Atta- 
quen vernichteten sie mehrere feindliche Bataillons, sowie auch das 
erste Carabinier- Regiment und eroberten die Leibstandarte des 
letztern nebst 3 Kanonen. Da Abends eine neue feindliche Bri- 
gade am Kampfplatze erschien, mussten die österreichischen Truppen 
der Uebermacht weichen, und sich bis Mammern zurückziehen. 
Auf diesem Rückzuge zeichnete sich insbesondere der Rittmeister 
Graf Carl Kinsky des Regiments aus, welcher wiederholte beherzte 
Attaquen gegen einen weit überlegenen Gegner machte, und einen 
Munitionskarren eroberte, eben so der Lieutenant Johann von Baum, 
der mit seinem Zuge durch einige wohl angebrachte Angriffe zur 
Sicherung des geordneten Rückzuges viel beitrug. Das Regiment 
verlor in diesem Treffen an Todten : den Rittmeister Ladislaus Graf 
Falkenhain, Oberlieutenant Baron Frankenstein, Lieutenant Graf 
Schaaffgotsche und 15 Gemeine. Blessirt wurden: der Rittmeister 
von Kleinhardt, die Oberlieutenants Graf Szereny und von Hövel 
nebst 40 Mann. Der Verlust an Pferden betrug im Ganzen 69. 
Rittmeister Albert von Stahel rettete in diesem Treffen 2 Com- 
pagnien vom Regimente Graf Franz Kinsky Nr. 47, die sich ganz 
verschossen hatten, indem er mit seiner Escadron dem Feinde so 
lange die Spitze bot, bis sich jene Compagnien hinter ihn zurück- 
ziehen konnten. Lieutenant von Baum rettete den Major v. Sala- 
roUi des genannten Regiments. Dieser war von seinem Bataillon 
im Gewühle des Kampfes getrennt, und von Feinden umrungen 
worden, als ihn der genannte Offizier der drohenden Gefahr der 
Gefangenschaft durch sein rasches Heransprengen entriss. Im Ver-~ 
laufe des Gefechtes wurde Lieutenant Baum gefangen, und von 4 
französischen Hussaren weggeschleppt, als ihn Cadet Plaechl mit 
2 Chevauxlegers befreite, und 2 Hussaren mit eigener Hand tödtete. 
In der offiziellen Relation wird das Verhalten des Regiments mit 
besonderem Lobe erwähnt, wie insbesondere der hervorragenden 
Bravour des Oberstlieutenants Baron Hochberg, der wegen Erkran- 
kung des Obersten das Regiment commandirte, und des Majors 
von Gosztonyi gedacht. Zur Belohnung ihrer erprobten Tapfer- 
keit erhielten 3 Mann die goldene und 27 die silberne Me- 
daille. Gegen Ende Juli mit der k. Haupt Armee in der Nie- 

16 



I 



I 



derlanJe unter FM, Prinz Coburg vereinigt, vrolmte das Regiment 
am 8. August der Eroberung des feindlichen Lagers zwisclien Bou- 
chain und Cambray bei, und stand aodann während der Belage- 
rung voa Le Quesnoy bei Soleames auf Vorposten, wo am 4. Sep- 
tember eine französische Cavallerie-Abtheilung den (iaterreichiachen 
Unteroffiziers -Posten rasch angriff; Oberlieutenant Schnarrer des 
Regiments aber eilte mit einer halben Escadron desselben und den 
nächsten Piketen herbei, und machte einen Stabs- nebst einen 
Oberoffizier mit 17 Mann sammt ihren Pferden gefangen. — Ein 
feindliches Corps von 70Ü0 Mann und 18 Kanonen war am 12. Sep- 
tember zum Entsätze der bereits in der vorhergehenden Nacht 
gcfaUenen Festung Le Quesnoy in. 2 Colonnen vorgerückt. Das dies- 
seitige Regiment stand unter seinem Obersten Fürst Liechtenstein 
nebst 5 Compagnien O'Donell Frei-Coips auf den Vorposten bei 
Saulzoir, vortheidigte sieh durch 4 Stunden und hielt den Feind 
in aeinem Vordringen bei Villers en Cauchie auf Oberst Fürst 
Liechtenstein brachte durch die rasche Yonütkung einiger Esca- 
drons die feiudliche Cavallerie zum W^eichen, und diese zog sich 
gegen Cambray. Zwei feindliche Kanonen hinderteu das Vor- 
rucken unserer Cavallerie zur Verfolgung des Feindes. Ober- 
lieutenant Baum diess wahrnehmend, warf sinh ohne Befehl mit 
einem einzigen Zuge auf die Kanonen, versprengte die ziemlich 
starke Bedeckung, bemächtigte sich der Geschiiize, und ermög- 
lichte dadurch dem Oberst Fürst Liechtenstein mit dem Regi- 
mente ungehindert vorzurücken. — Die nun von ihrei' Cavallerie 
verlassene Cranzösische Infanterie wurde thcüs durch die zweck- 
mässigen Anstalten des Obersten und durch eine kraftvolle Alta- 
t^uc des Rittmeister G-raf Carl Kinsky mit 3 Zügen, bei welcher 
der Feind 60 Mann verlor, theils durch die entschlossene Mit- 
wii-kung sämiutlicher Escadrons des Regiments und einiger her- 
angekommener der Regimenter Kaiser -Hussareu, Nassau- Cüi'assier 
und des emigrirten franzöaiacheu. Dragoner-Regiments Royal-AUe- 
luand, ungeachtet dos lebhaftesten Kartätschenfeuers immer mehr 
und mehr gegen Avesnea le soc gedrängt, bis sie endlich ein 
grosses und ein kleines Quarrte zusammen aus 5 Bataillons be- 
stehend forinirte. In diese QuaiT^es brach nun das Regiment 
unter der glänzenden Anführung seines tapfern Obersten Fürst 
Liechtenstein in die Fronte, während die übrigen genannten Ca- 
vallerie-Abtheiluugen in die reohte und linke Flanke derselben 
eindrangen. Das Resultat dieses Angriffes war ein glänzendes, 
wenige Franzosen entkamen, und wurden bis unter die Kanonen 
der Festung Bouchain von den tapfern Reitern verfolgt. 

Der blutige Kampf dieses Tages wurde durch 2000 Öster- 
reichische Reiter allein, ohne Infanterie und Geschütz zu Ende 
geführt. Der Feind hatte den betrüchtlichen Verlust an Todten, 
Verwundeten und Gefangenen nahe an 4000 erlitten. Dagegen 
war jener des Regiments, welches nach dem Zeugnisse der an- 
wesenden Generale das Meiste zum erfochtencn Siege beitrug, 




243 

sehr gering. Denn es zählte den Oberlieutenant Schwarz und 10 
Gemeine an Todten. Rittmeister Graf Kinsky, die Oberlieutenants 
Scherer und Pulszky nebst 32 Mann an Verwundeten. Beträchtlicher war 
der Verlust an Pferden; deren 34 todt und 70 verwundet waren. — 

In der Relation dieses Treflfens, in welchem 18 Kanonen, "3 
Haubitzen, 5 Fahnen und alle Munitionskarren, nebst 3000 Feuer- 
gewehren und 60. Pferde in die Hände der Sieger fielen, werden 
vom Regimente folgende Offiziere besonders belobt: Oberst Fürst 
Liechtenstein. Oberstlieutenant Baron Hochberg, Major von Gosz- 
tonyi, die Rittmeister Graf Kinsky, Ankenbrand, Graf Traun, 
Vernet, Stetten, Theurer, Stahl, dann die Oberlieutenants Graf 
Ferdinand Bubna und von Baum, welch letzterer nachträglich mit 
Promotion vom 7. Juli 1794 das Ritterkreuz des Maria The- 
resien-Ordens erhielt. 24 Mann des Regiments wurden mit 
Tapferkeits-Medaillen belohnt, unter welchen sich der bereits 
mit der silbernen betheilte Corporal Josef Weber besonders aus- 
zeichnete und durch die Eroberung einer Kanone und Gefangen- 
nehmung eines feindlichen Offiziers die goldeae verdient hatte. 

Am 29. September eroberte Fürst Liechtenstein mit einer 
Division des Regiments die feindlichen Verschanzungen bei St. 
Remy Malbatie nebst 3 Kanonen und 5 Munitionswägen und machte 
26 Gefangene. Ausgezeichnet hiebei hatte sich Oberlieutenant 
Schmidt durch geschickte Führung der Avantgarde. (Bei diesem 
Gefechte hatten eine Division Latour -Dragoner und die Mahony- 
Jäger mitgewirkt, erstere jetzt Nr, 2, letztere längst reduzirt). 
Rittmeister Ankenbrand und Oberb'eutenant Graf Bubna haben 
sich bei Vertreibung des Feindes aus Bois de Beaufort durch ihr 
tapferes Benehmen einer ehrenvollen Erwähnung in der Relation 
verdient gemacht. 

Am 15. Oktober hat das Regiment bei Barilemont 2 Kano- 
nen erobert, und bezog am 17. die Winterquartiere in Bavay. 

In diesem Feldzuge überhaupt wurden 12 goldene und 71 
silberne Medaillen nebst 2 Gfeldbelohnungen im Regimente 
vertheilt. 

Im April 1794 stand das Regiment bei der Belagerung 
von Landrecy unter dem Reserve-Corps des FZM. Baron Alvinczy, 
dessen Uebergang über die Sambre am 21. d. M. in eine neue 
Aufstellung Oberst Fürst Liechtenstein mit dem Regimente herzj 
haft deckte. — An jenem Tage verlor das Regiment den Ober- 
lieutenant Schmidt, der bei Grand Blocus den Tod fand. Am 26. 
April nahm das Regiment Theil an den Sieg bei Cateau und 
Catillon, wo Oberst Fürst Liechtenstein den Feind über Neuville 
zurückjagte und eine Kanone nebst mehreren Munitionswägen 
eroberte. Am 13. Mai kämpfte eine Escadron des Regiments unter 
dem Corps des FZM. Graf Kaunitz nächst Rouveroy, wobm sich 
Rittmeister Theumern durch sein tapferes Benehmen auszeichnete ; 
der Verlust jener Escadron betrug im Ganzen 10 Mann und 
18 Pferde. 

16» 



W4U 



H^4'- 

H Am 21. hatte eich Fürst LiechtensteLn mit dem Regimente 

H durch dreimaliges Einbauen in den weit überlegenen Feind auf 

■ der Anhöhe vor Cense de FayneT ausgezeichnet. Das Regiment 

verlor hiebei nebat den rerwundefen Lieutenant Diica Pignatelli, 

51 Mann und 52 Pferde. 

In der Affaire bei Grandrcng am 24. Mai attaquirtc Cadet 
Plächel, der bereite im Jänner d. J. die goldene Medaille erhal- 
ten hatte, mit 20 Ohevauxlegers eine offene Schanze, und ver- 
theidigte sich so lange, bis die Haupttruppc anrücken konnte. 

Am selben Tage wurde durch 3 Escadrons des Regiments, 
bei Verfolgung des Feindes aus den Verschanzungen bei Erque- 
linne, der Feind grösstentheils in die Sambre gesprengt und 
9 Kanonen erobert. Nebst dem Oberst Fürst Liechtenstein hatten 
sich vorzuglich ausgezeichnet der Oberstlieutenant von Goszfonyi, 
Major Stahel und Oberlieutenant Baron Brettlak. Der Verlust 
des Regiments betrug nebst dem verwundeten Lieutenant Tarotzj' 

Iini Ganzen 18 Mann und 44 Pferde. 
Am 3. Juni in der Schlaclit bei Charleroi, sowie am 16. 
d. M. bei der dritten Entsetzung dieser Festung, hatte das Regi- 
ment zur Eroberung von 12 Kanonen, 31 Munitionswägen nobst 
vielem Train wesentlich mitgewirkt. Als am letzfern Tage die 
Arriere-Garde der österreichischen Armee von 5000 feindlichen 
Reitern mit 20 Kanonen auf der Strasse von Charleroi verfolgt 
wurde, und man dem Gegner wegen des rechts und links von 
der Strasse liegenden Waldos nicht beikommen konnte, rahm 
Cadet PlSchel aus eigenem Antriebe 30 freiwillige Ohevauxlegers 
und suchte durch Umwege den feindlichen Nachtrab zu beunru- 
higen. Da jedoch die Dichte des Waldes es unmöglich machte 
zu Pferde vorzudringen, Hess Plächel seine Reiter absitzen, und 
griflf zu Fuss mit dem Carabiner in der Hand das Centrum 
dieses Nachtrabes an, wodurch der Feind, in der Meinung 
von einer grösseren Infanterie-Abtheilung im Rücken genommen 
zu sein, in solche Unordnung gerieth, dass ihm mehrere Kano- 
nen und Munitionskarren durch den tapfern Cadeten abgenom- 
men wurden. 

Ausgezeichnet hatten sich an [_dIoBcm Tage Kittmeister Graf 
Kinsky, der mit seiner Schwadron auf der Anhöhe von Junet 
dem Feinde 2 Kanonen abnahm ; Lieutenant Baron Meuden, 
Ordonanz offizier des FZM. Baion Alvinczy, der die Attaquen des 
Regiments freiwillig mitmachte, Das Regiment hatte 14 Mann 
und 43 Pferde todt, den Rittmeister Graf Traun, die Oberlieu- 
tenanls Barzer und Baron Brettlak nebat 30 Mann und 41 Pferde 
blessirt. 

Am 26, Juni kämpfte das Regiment in der Schlacht bei 
Fleurus, In dieser hatte Cadet Plächel, in Abwesenheit des Zugs- 
Commandanten 30 Mann, des Regiments und 20 Mann des emi- 
grirten Ohevauxlegers Regiments-Bourbon unt er sein Oommando 
erhalten. Der ihm gegenüberstehende Feind zählte 400 Hussa- 



246 

ren, welche Plächel ungeachtet dieser fünffachen Ueberzahl 
angriff; selbst mehrere erlegte ; 40 Mann gefangen nahm und 
eben so viele Pferde erbeutete. — Beim Rückzuge der Verbün- 
deten hemmte Rittmeister Dischinger bei der äussersten Nach- 
hut das Vordringen des Feindes. Der Verlust des Regiments 
bestand ausser dem verwundeten Oberlieutönant von Baum; 8 
Mann, 6 Pferde an Todten, 24 Mann und 19 Pferde an Ver- 
wundeten. Im Juli stand das Regiment unter GM. Baron Rien- 
maier an den Ufern der Maas auf Vorposten, machte beim 
Rückzuge der k. Armee aus den Niederlanden die Arriere- 
Garde, überschritt am 6. Oktober bei Köln den Rhein und bezog 
die Winterquartiere zu Münster. Für die, bei verschiedenen Ge- 
legenheiten in diesem Feldzuge sich ausgezeichneten Individuen 
der Mannschaft erhielt das Regiment 19 silberne Tapferkeits-Me- 
daillen. In der Promotion vom 7. Juli d. J. hatte Oberst von 
Stipsicz das Ritterkreuz des Maria Theres i en-Ord ens 
für seine ausgezeichneten Leistungen als Generaladjudant im Feld- 
zuge 1793 erhalten. 

Im Winterfeldzuge 1795 gegen die Franzosen in Hol- 
land war das Regiment im Auxiliar-Corps des FZM. Baron Alvinczy 
eingetheilt Dasselbe kam nach dem Rückzuge dieses, im Februar, 
aus Holland, allwo es durch die ungewöhnlich strenge Kälte viel 
erlitten hatte, wieder in die Gegend von Münster, und rückte so- 
dann im April zur Armee unter FM. Graf Clerfait am Ober-Rhein. 
Hier stand es im Mai bei Rohrbach und am 1. Juni im Lager bei 
Mainz. Am 11. war es nach Bürstedt in Rantonirung verlegt, 
ging am 2. Juli bei Feidenheim in's Lager, kam am 7. August in 
Garnison nach Mannheim und am 29. in Eantonirung bei Bohlingen, 
bis es sich im September mit der Heeres-Abtheilung des G. d. C. 
Graf Wurmser bei Freiburg vereinigte. In diesem Monate hatte 
sich am 21. die pfalzische Festung Mannheim den Franzosen erge- 
ben. Im Oktober langte das Regiment mit der Ober-Rhein-Armee 
unter G. d. 0. Graf Wurmser in der Gegend jener Festungen. 
Am 18. Oktober hat sich der Major Graf Karl Kinsky des Regi- 
ments mit seiner Division in eine zehnfach überlegene, in Masse 
den AngriflF erwartende feindliche Cavallerie, von welcher kurz 
vorher mehrere österreichische Hussaren-Escadrons zusückgeprallt 
waren, gestürzt, und ihre Reihen durchbrochen. Unterstützt von 
Oberst Stipsicz mit einer 2. Division des Regiments brachten die 
Chevauxlegers den Feind in Unordnung. Nun hieben auch die 
übrigen Regimenter ein, und vernichteten diese Massen von Fein- 
den. Lieutenant Plächel verfolgte deren Trümmer bis an das Thor 
von Mannheim. Oberlieutenant Pulszky hat den General Devay, 
eben als ihn ein feindlicher Cavallerist durchbohren wollte, durch 
einen jenem Gegner glücklich beigebrachten Hieb gerettet. 

Major Graf Karl Eansky erhielt für sein ausgezeichnet wie- 
derholt tapferes Benehmen nachträglich in der Promotion vom 
11« Mai 1796 das Ritterkreuz des Maria Ther esien>Or^ 



S46 

dens. Nebst diesem hatten sich die Rittmeister Graf Bub na, Theu- 
mern und Laborde durch besondere Bravour bemerkbar gemacht; 
die beiden letzteren wurden verwundet. Von der Mannschaft Latten 
Bich liervorgcthan und wurden mit silbernen Tapferkeits-Medaillen 
belohnt; der Corporal IrschUtowsky und Gemeiner Kopp, welche 
den Lieutenant Reichet des Regiments heraushieben; — dann die 
Gemeinen Krutscheis und Budowatz, welche den blessirten und 
bereits gefangenen Lieutenant Victoris retteten, und dabei seibat 
verwundet wurden. Ausser den drei genannten verwundeten Offi- 
ziers betrug der Gesamrat-Verlu&t des Regiments in dieser Affaire: 
23 Mann und 36 Pferde. 

Hierauf der Berennung von Mannheim beigezogen, deren Ein- 
nahme durch Capimlation am 23. November erfolgte, rückte das 
Regiment am 2. Dezember zum Corps des GM. v. Meszaroa bei 
Kaiserslautern. Einige Abtheitungen desselben wohnten am 5. Dczeni- 
ber dem Scharmützel bei ZweJbrücfcen und Eschbach bei, und 
hatten nebst dem vei-wundeten Rittmeister Besan einen Gesammt- 
Verlust von 9 Mann und 13 Pferden, 

Vom 10. bis 13. Dezember war das Regiment an den Ge- 
l'ech fen um den Besitz von Schopp, Landstuhl und Trippstadt 
betheiügt. Lieutenant Plächel, welelier hiebcl verwundet wurde, 
hatte eich durch sein muthiges tapferes Benehmen, wodurch er 
mit 50 Chevauxlegers den weit starkem feindlichen Vortrab auf- 
hielt, ebenso wie Oberst von Stipsicz durch umsichtige Führung 
des Regimentes in der Relation eines besondern Lobes würdig 
gemacht. Der Verlust des Regiments in diesen Gefechten bc- 
tmg an Todten und Verwundeten 40 Mann und 55 Pferde. 

Auch am 18. und 20. Dezember nahm das Regiment an 
den Ereignissen bei Schopp und Landstuhl Theil, und wird be- 
sonders das an jenem Tage bewiesene entschlossene Benehmen 
des Oberatlieutcnants Stahl, Majors Graf Kinsky und Oberlieute- 
nants Pulszky des Regiments vom GM. Moszaros gerühmt. Eür 
die in diesem Feldzuge sich ausgezeichnete Mannschaft erhielt 
das Regiment 1 goldene und 9 silberne Medaillen, Nach dem 
Waffenstillstände vom 26. Dezonjber riickto das Regiment in und 
bei Vaichingen an der Enz in Cantonirung. 

Diese veränderte es im Laufe des Winters mehrmalen, und 
kam dadurch im Jänner 1796 nach Jllingen, am 18. Februar 
in die Umgegend von Biihringen, am 9. Mai in Wielach, den 
32. aber in und bei Mosbach zu stehen. 

Nach Aufhebung des Waffenstillstandes kam das Regiment 

9. Mai bei Neustadt an der Hurdt ins Lager, passirte am 
Juni mit dem Corps des FML. Hetze den Rhein, und traf 
zur Verstärkung der Nieder-Rheinischen Armee am 12, im Lager 
bei Homburg ein. 

Am 15. .wohnten 4 Escadrona des Regiments dem Gefechte 
von Wetzlar bei, und die 2 übrigen Escadrons nahmen am 19. 
an dem Treffen bei Kircheip Theil. Vom Kcgimente, welches 



247 

am letztern Tage an Todten und Verwundeten 15 Mann und 
29 Pferde verlor, erwarb sich Corporal Benesch durch sein 
muthvoUes und energisches Benehmen die silberne Tapfe r- 
keits-MedaillCi indem er 40 Versprengte des Regimentes 
sammelte^ sich an eine österreichische Hussaren Escudron anschloss, 
und neuerdings in den Feind einhieb. 

Am 5. Juli war das Regiment in Eilmärschen bei Dürmers- 
heim angelangt; Abtheilungen desselben kämpften am 9. Juli 
im Verein mit der Avantgarde der Colonne des FZM. Graf 
Sztaray bei Maltsch und RothenfoU und hatten hiebei 8 Mann 
und 16 Pferde an Todten und Verwundeten verloren. 

Beim Rückzuge der österreichischen Heeres- Abtheilung wurde 
das Regiment am 13. Juli dem Corps des GM. Fürst Liechten- 
stein zugetheilt. 

Im Gefechte bei Studtgart am 18. Juli warf Major Graf 
Kinsky mit 3 Schwadronen des Regiments und 2 von Waldek- 
Dragoner (jetzt Cürassier Nr. 10) durch einen kühnen Flanken- 
angriff den Feind bis in die Vorstädte jener Stadt zurück. Das 
Regiment hatte in diesem Gefechte im Ganzen 26 Mann und 
20 Pferde verloren; in jenem bei Kannstadt am 21. aber nur 3 
Mann und 6 Pferde. In dieser Zeit hatte sich Rittmeister Graf 
Bubna des Ortes Schwieberdingen bemächtigt, welches er aber, 
wegen der bedeutenden feindlichen üebermacht nicht behaupten 
konnte. Bei dieser Expedition war Oberlieutenant Barzer geblie- 
ben, der übrige Verlust dieser Abtheilung des Regiments bestand 
in 9 Mann und 8 Pferden. Während des Marsches am Neckar 
wurden Theile des Regiments häufig in kleinere Gefechte ver- 
wickelty so am 1. August bei Löbingen, am 2. bei Aalen, am 
3. bei Heidenheim. In diesen Gefechten hatte das Regiment, 
nebst dem Oberlieutenant Graf Wratislaw, der in feindliehe 
Gefangenschaft gerieth, an Todten, Verwundeten und Vermissten 
23 Mann und 16 Pferde verloren. 

Am 15. August in den Gefechten bei Bopfingen . und Kirch- 
heim waren 4 Escadrons des Regiments anwesend. Lieutenant v. 
Plächel war mit seinem Zuge in letzteren Ort eingedrungen, 
hieb den grössten Thell der daselbst aufgestellten Franzosen nieder, 
und machte 2 Ofliziers mit 70 Mann gefangen. Auch Rittmei- 
ster Schneller des Regiments (dessen späterer Inhaber) war mit 
seiner Escadron dem Feinde auf dem sogenannten Sandberg in 
die Flanke gekommen, und bewirkte die Flucht desselben, welchen 
Rittmeister Graf Bubna in seiner rechten Flanke lebhaft verfolgte. 
Es wird in diesem Gefechte besonders die Thätigkeit des Regi- 
ments unter Oberst von Stipsicz, sowie die Bravour des Rittmei- 
sters Graf Bubna, des Oberlieutenants Marschner, Adjutant des 
GM. Fürsten Liechtenstein und des Lieutenants Plächel vom 
GM. Fürsten Liechtenstein gerühmt. 

Am 11. August waren 4 Escadrons des Regiments an der 
Recognoszirung betheiligt, welche Fürst Liechtenstein vonNördlingen 



F 



S48 

lus unternahm, dieselben hieben in die feindlichen Plänliler ein, 
.treckten viele nieder und machten 46 Gefangene, Am selben 
Tage hatte Lieutenant Placbel die Franzosen in Bopfingen über- 
fallen, und wieder 3 Offiziere und gegen 100 Mann gefangen, 
den Rest theils niedergemacht, theils versprengt. Der Verlust 
des Regimenta in den beiden Tagen des 5, und 11. August 
bestand zusammen aus 12 Mann und 12 Pferden. 

Rühmlichste Erwähnung in der Relation erwarben sich Oberst 
von Stipsicz und Lieutenant Plächel. — Am 13. Angust beim 
Uebergang bei Donauwörth war das Regiment am 22. im Ge- 
fechte bei Teining. Rittmeister Theumern hatte ein lebhaftes 
Vorpostengefecht bestanden, wobei sich Wachlmcister Lämlein 
auszeichnete, indem er durch einen RUckzug gegen Daswang, 
dem Feinde in den Rücken fiel. Auch hatte Lämlein den Ritt- 
meister Theumern, dem sein Pferd unterm Leibe erschossen wurde, 
muthvoll gerettet. Er erhielt die silberne Tapferkeits-Me- 
daille. — Im Gefechte bei Neumarkt am 23. August war es 
Rittmeister Schneller, welcher mit den vordersten Leuten seiner 
Escadron dem Feinde rasch entgegensprengte, den grössten Theil 
niedermachte, und ihm viele Gefangene abnahm. 

An diesem Tage hatte sieh auch Corporal Andorka bei 
Vertheidigung einer Brücke über die Pegniz verdient gemacht, 
und erhielt die silberne Tapferkeits- Medaille. In der 
Schlacht bei Amberg am 24. August waren einzelne Abtheilun- 
gen des Regiments ihätig. Lieutenant Plächel griff mit 50 Ghe- 
vauxlegers den feiodlichen Nachtrab an, machte eine grosse 
Anzahl Gefangene, und erbeutete 60 Pferde, 8 Wägen und einen 
Munitionskarreu. — 

An diesem und den vorh ergeh enden Tagen (22., 23. und 
24. August) hatte das Regiment einen Verlust im Ganzen von 19 
Mann und 29 Pferden. 

Am 27. August war Rittnceister Theumern mit einem aus 
200 Pferden zusammengesetzten Commando, worunter auch eine 
Abtheilung des Regiments von Hochstädt gegen Bamberg am 
Main gezogen. Um über den Feind verlässliche Nachrichten zu 
erhalten, sandte er in mehreren Richtungen kleine Abtheilungen 
aus. Eine derselben unter Oberlieuteoant Kopp stiess auf einen 
feindlichen Artillerie-Zug, jagte ihm 27 gefüllte Munitionskarren 
ab, und nahm die ganze Bedeckung gefangen. Corporal Mayer- 
hofer des Regiments, welcher mit 16 Mann die Avantgarde 
bildete, drang in Bamberg ohne Zeitverlust auf den Feind ein, 
ütierfiel die französische Hauptwache, streckte einen Theil derselben 
nieder und nahm die übrigen gefangen. 

Als die Hanpttruppe anlangte, war der Feind schon in 
gänzlicher Verwirrung, und wurde mit einem Verluste von 20 
Todten und 2 gefangenen Offiziers mit 80 Mann in die Flucht 
geschlagen ; auch wurden mehrere österreichische Kriegsgefangene 
und Geiseln, welche der Feind von Amberg mitgenommen hatte, 
befreit. In Anerkennung dieser "Waffenthat wurde diesem Streif- 



l£l 



249 

* 

Conjmando von der cLui pfälzischen Regierung eine Gratifikation 
von 100 Lonisdor zngenaittelt. Corporal Mayerhofer, bereits 
mit der silbernen Medaille decorirt, erhielt die goldene. 

Am 29. August bei Forchheim wurde durch eine entschlos- 
sene und rasche Attaque der beiden Rittmeister Schneller und 
Vernet des Regiments ein feindliches Detachement aufgerieben, 
12 Offiziere nebst 300 Mann gefangen, und viele Wägen sammt 
Pferden erbeutet. Ausser den beiden vorbenannten Rittmeistern 
bezeichnete GM. Fürst Liechtenstein noch die Rittmeister Bdsan 
und Graf Bubna, sowie den Lieutenant Plächel, aV durch ihre 
vorzügliche Bravour hervorragend. 

Am 1. November war es dem Rittmeister Bdsan auf einem 
Streifzug gegen Ochsfiirt gelungen, einem Adjutanten des fran- 
zösischen Generalen Moreau mit äusserst wichtigen Depeschen 
aufzufangen, und auch einen feindlichen Fuhrwesenstransport aus 
40 Mann und 68 Pferden bestehend, gefänglich einzubringen. 
Ein anderes Detachement des Regiments unter Oberlieutenant 
Graf Stürgkh nahm bei Berg am rechten Mainufer zwei mit 
180 Rekonvaleszenten beladene Schiffe am 2. September dem 
Feinde weg, und endlich ein drittes Detachement des Regiments 
unter Lieutenant Plächel hob unweit Repperndorf eine feindliche 
Sappeur-Compagnie nebst 100 Artillerie- Pferden auf. 

Nachdem schon Tags zuvor 5 Escadrons unter Oberst von 
Stipsicz durch ihr geschicktes Manövriren gegen die feindliche 
Uebermacht sich behauptet hatten, nahm das Regiment am 3* 
September an dem glänzenden Cavallerie-Gefechte in der Schlacht 
bei Würzburg Theil (bei Euersfeld), wo sich Rittmeister Schnel- 
ler durch besondere Tapferkeit abermals auszeichnete. Der Gesammt- 
Verlust des Regiments bestand an diesem Tage aus 31 Mann 
und 49 Pferden, 

Am 6. September bestand Lieutenant Schroll mit seinem 
Zug ein lebhaftes Scharmützel bei Aschaffenburg, in welchem 
ihn Cadet Jermann, als er verwundet vom Pferde stürzte, mit den 
Gemeinen Pinkowa und Mikesch aus den Feinden heraushieb, wo- 
für Cadet Jermannn mit der silbernen Tapferkeits^Medaille 
belohnt wurde. 

Im Gefechte bei Hanau am 7. September hatte sich Ober- 
li^eutenant Graf Jlleshaszy und am 16. September Oberlieutenant 
Graf Heinrich Hardegg bei Giessen besondere Belobung erworben. 
Dieser Leztere hatte zwei in Unordnung gebrachte österreichi- 
sche Grenadier - Bataillons mit einer Abtheilung des Regiments 
gegen einen dreifach überlegenen Feind degagirt, und den bereits 
gefangenen Generalen von Schollenberg mit vielen Grenadieren 
wieder befreit, wofür Graf Hardegg, ausser seiner Rangstour, 
zum Rittmeister im Regiment befördert wurde. 

Ende September befand sich das Regiment unter FML. 
Hotze am Ober-Rhein. Eine der glänzendsten Unternehmungen 
kann jene gelten» welche Rittmeister Graf Bubna als Coaiman< 



\ 



250 

dant, mit dem Rittmeister Heinrich Gruf Sturliembci-g und Ober- 
liotttenant Emanuel Graf Mensdoiff imd etwa 100 Pferden (sämmt- 
licli vom Hegimcnte) ausfülirtc. Graf Bubna Hess mit eben eo 
icl Külmheit als Liet sein kleines Häuflein von mehreren Seiten 
.ugleich, als wären es Vorläufer einer bedeutenden Macht, vor 
der geschlossenen Stadt Kron-Weisaeuburg erscheinen. Seine dro- 
hende Äuflforderung beweg die Besatzung eiligst zu entweichen, 
iadess die Bürgerschaft mithalf <3ie veiTammcltcn Thore zu spren- 
gen. Graf Bubna behauptete si«h 24 Stunden in dem Platze, 
befreite mehrere Standeapersonen, die aus den deutschen Rhein- 
ländern vom Feinde fortgeschleppt worden waren, und brachte 
bei seiner Rückkehr nach Schweigenheim 6 feindlicJie Fahnen, 
den französischen General -Lieutenant Mayer, welcher die Landes- 
Bewaffnung organisiren -wollte, nebsl einer Zahl von Gefange- 
nen mit, die jene seiner eigenen Mannschaft weit überstieg. 

Rittmeister Graf Bubna wurde auf diese neue glänzende 
Waflfenthat mittelst Berieht des GM. Fürst Liechtenstein höchsten 
Orts zur Belohnung vorgeschlagen. Der Gesammt-Verluat des De- 
taohements bestand nur in einem verwundeten Mann nebst 3 
Pferden, — 

Am 5. October nahm Oberlicutenant Rapp in der Ge- 
gend von Türkhein) einen feindlichen Rittmeister nebst 5 Mann 
gefangen, und am 11. bestand dieser OflPizicr mit einem Com- 
mando entsendet, bei Weidenheim ein lebhaftes Scharmützel mit 
dem Feinde, nahm 11 Mann gefangen, und erbeutete 7 Pferde. 
Am 20. October kam das Regiment in Cantonirung nach West- 
heim und Schweigenheim, und bezog am 30. die Winterquar- 
tiere in der Umgegend von Neekarau. — 

Am 15. October war eine Escadron des Regiments dem 
fliegenden Corps dos Major Graf Kinsky zugetheilt, welches am 
19. an dem Siege bei Emendingen Theil nahm. An die Mann- 
schaft dieses Regiments waren im "Verlaufe des Feldzugs 1796 
für bewiesene Auszeichnung 3 goldene und 11 silberne Tapfer- 
kcits-Medaillen verliehen worden. 

Vom 18. hie 23. April 1797 stand das Regiment im Centrum 
der kaiserlichen Aimee am Rhein, rückte im Juli nach MoR- 
zingen in Cantonirung und wurde im September dem Parade- 
Lager bei Neckar- Groningen beigezogen, allwo es bei den statt- 
gehabten Productionen des Beifalls des Heriogs von Würtem- 
berg und der vollen Zufriedenheit des commandirenden FML. 
Baron Staader sich erfreute. Anfangs October rückte dasselbe 
nach Böblingen, dann abermals nach Menzingen, sodann in die 
Gegend bei Thürheim im Schwarzwalde, im November oaoh 
Buchau, und von da in die Friedens-Station Brüx in Böhmen. 
Im Jänuei' 1798 daselbst augelangt, wurde das Regiment in 
Folge der neuerlichen Kriegsrüstungen im Mai d. J. nach Ober- 
Österreich beordert, wo es in and bei Auroldsmünster im lun* 
viertel eine Caulouiriing bezog. Im Juni wurde das Regi- 




251 

ment zum 12. leichten Dragoner-Regiment übersetzt, 
und erhielt dunkelgrüne Celle ts mit lichtblauen Aufschlägen. Im 
August und September war dasselbe im Uebungilager bei St. 
Martin, wo es die Ehre hatte, zur besondern Zufriedenheit Sr. k. k. 
Hoheit des Erzh. Carl zu manövriren. 

Bei Wieder-Ausbruch des Krieges 1799 rückte das Re- 
giment am 4. März zum Reserve-Corps über Neumarkt an die 
Iller, kämpfte bereits am 21. im Gefechte bei Ostrach, verlor 
hiebei 7 Mann und 9 Pferde an Todten und Verwundeten, und 
war am 25. in der Schlacht bei Stockach. Anfangs Mai ward 
das Regiment in das Corps des FML. Hetze eingetheilt, und 
kam am 25., als es eben ein Lager beziehen wollte, unvermu- 
thet in jenes hartnäckige Treflfen bei Frauenfeld in der Schweiz 
gegen den französischen General Massena. Ungeachtet der grossen 
Uobermacht, gegen die das Regiment auf der Stelle zu kämpfen 
hatte ; ungeachtet der wüthenden Angriffe, welche der Feind 
auf dasselbe wiederholter Malen und von allen Seiten her machte ; 
ungeachtet des mörderischen Kanonen- und Musketenfeuers, durch 
welches derselbe sich den Weg in die Linie des Regimentes 
bahnen wollte; — focht es dennoch mit so kaltblütiger Ent- 
schlossenheit, dass es den Feind mehrmal mit Vortheil attaquirte, 
die Angriffe des Gegners immer mit Nachdruck empfing, und 
auch dann, wenn es den überlegenen Kräften weichen musste, 
ihm noch in der rückgängigen Bewegung kräftvoll und entschlos- 
sen widerstand, und bedeutenden Verlust zufügte. Nachdem der 
Feind über einen Theil der ö'sterreichischen Infanterie Vortheile 
errungen, wendete Massena seine Kraft gegen dieselbe, um die 
österreichische Linie zu durchbrechen. Hier stand ihm das Re- 
giment (damals Kinsky-Dragoner) entgegen. Massena hatte einen 
in der rechten Flanke benachbarten Wald mit 500 Zürcher 
Bauern besetzt, welche sich durch den sumpfigen Boden geschützt 
glaubten. Dieser Terrain war ftir Reiter beinahe ungangbar. 
Daher sassen mehrere Züge des Regiments, besonders die von 
der Majors-Division von ihren Pferden ab, füllten die Lücke 
aus, und kämpften an den durch Gesträuche und Sümpfe un- 
wegsamen Stellen. Die übrigen attaquirten wechselweise zu Pferd 
beide init unwiderstehlicher Tapferkeit. Die Zürcher vertheidig- 
ten jenen Wald auf das Hartnäckigste. Das Regiment hatte schon 
viel gelitten, bis es endlich den Wald von Feinden gereinigt, 
und dadurch die rechte Flanke der österreichischen Truppen 
gesichert hatte. Der Corporal Howath, und die Dragoner Franz 
Socher und Johann Urban hatten nicht nur 15 gefangene österrei- 
chische Infanteristen befreit, sondern auch 7 Mann von der fran- 
zösischen Bedeckung gefangen. Der Wachtmeister Heinrich Läm- 
lein (in diesen Blättern bereits erwähnt) commandirte wegen 
Abgang der Offiziere einen Zug. Er liess seine Mannschaft ab- 
sitzen, und vertrieb mit derselben zu Fuss die in den Gärten 
aufgestellten französischen Infanteristen. Wachtmeister Krämer 



35S 

liu^ seiiieu schwer blesüiites, voui Felude uuiiungenen Ofijzier 
aus dem Handgemeuge. Als Krämer diesen io Sicherheit gebracht 
hatte, gab er ihm sein eigenes Pferd, und schlosa sich den 
Plänklern der Infanterie im. Diese führte er muthvoll gegen die 
nächste feindliche Truppe, und vertrieb dieselbe aus ihrer vor- 
theilhaften Stellung. Die Dragoner Wenzel Iliiek, Wenzel Za- 
waszil und Johann Kutscher« retteten Kanonen aus des Feindes 
Händen. — Wachtmeister Lämlein uud Corporal llowath, welche 
beide schon mit der silbei'nen SIedaillö Jecorirt waren, erhielten 
so wie Wachtmeister Krämer die goldene, ausser diesen 3 golde- 
nen Medaillen wurden noch 15 silberne unter die brave Mann- 
schaft des Regiments, worunter auch die genannten Gemeinen Socher, 
Iliiek, Zawaszil und Kutschera vertheilt, wie überdiess 4 Geld- 
belohnungen. — Der namhafte Verlust des Regiments betrug an 
Todten: Rittmeister und Maria Theresien-Ritter Johann Baum v. 
Äppelahofen, Oberlieutenanl Graf Illeshaszy und Lieutenant Graf 
Dezasse nebst 22 Mann und 84 Pferden; an Verwundeten: die Ritt- 
meister Graf Traun und Kapp, die Oherlieutenants Graf Mens- 
dorff und Graf Xavier Traun, die Lieutenants Marschner, Graf 
Gallenberg und Pfeiler nebst 109 Mann und 135 Pferden, endlich 
an Vermissten 32 Mann und 33 Pferde; was im Ganzen die be- 
deutende Totalaumme von 10 Offiziers, 163 Mann und 252 Pferden 
beträgt. — 

Am 27. Mai wohnten 4 Esoadrons des Regiments dem Ge- 
fechte bei Winterthur bei, in dessen Relation der Major Schneller 
rühmlichst erwähnt wird, Am 5. Juni waren Abtheilungen des 
Regiments im Gefechte bei Ziirch; am 25. d. M. aber kam das 
ganze Regiment bei Regensdorf in's Lager, und war am 17, 
August bei der Vorrückung Ör. k. k. Hoheit des Erzh. Carl 
nach Deltingen an der Aar. Am 1, September ging dasselbe 
mit der Armee in's Lager bei Tuttlingen, stand vom 5. bis 12. 
October im zusammengesetzten. Corps des FML. Graf Sztaray, 
und nahm am 18. d. M. an der Eroberung von Mannheim Theil. 
An diesem Tage schwamm Oberlieutenant Plächel freiwillig mit 
60 Mann bei Mannheim über einen Arm des Neckar, fiel 5000 
FranzOKOn, welche bereits viele Gefangene von den Infanterie- 
Regi'mentorn Erzh. Carl {Nr. 3) und Ferdinand (Nr. 2) gemacht 
hatten, in die Flanke, warf sie mit vieler Bravour zurück, und 
belreito nicht nur diese Gefangenen, sondern hielt auch den 
Feind so lange auf, bis das Regiment Erzh. Carl 2eit gewinnen 
konnte, einen Theil dieses feindlichen Corps abzuschneiden und 
demselben den nämlichen Uufall zu bereiten. Der tapfere Ober- 
lieutenant Plächel wurde hiebe! schwer verwundet. — Nebst 
diesem .Offizier halten sich Major Schneller, die beiden Ritt- 
meister Theumern und Viltoria gleichfalls an diesem Tage 
ausgezeichnet, ebenso Wachtmeister Weber, und die Dragoner 
Hoffalt und Solkop, welche letztere beide die silberne Tapfer- 
keits-Medaille erhielten. Ausser dem erwähnten Oberlieutenant 




253 

Plächel hatte das Regiment 10 Mann und eben so viele Pferde 
an Todten und Verwun deten ver loren. Ende Qctober bezog das 
Regiment die Winterquartiere bei Rafz, und yersab auf dem 
Cordon zwischen Schafhausen und Kaiserstuhl Vorposten-Dienste. 
Oberlieutenant Anton Plächel des Regiments erhielt in Folge 
seiner vielfachen ausgezeichneten Leistungen im Laufe der letzten 
Feldztige nachträglich in der Promotion vom 18. August 1801 
über einstimmigen Capitelbeschluss das Ritterkreuz des Maria 
Theresien-Or dens, musste aber seiner vielen Blessuren halber 
die Reihen jener heldenmüthigen Reiterschaar verlassen^ als deren 
eine der schönsten Zierden er lange geglänzt hatte *). 

Im Feldzuge 1800 war ein Theil des Regiments am 
11. Mai bei dem Corps des FML. Grafen Nauendorf bei Schaf- 
hausen. — In der Schlacht bei Engen am 3. Mai kämpften 4 
Escadrons des Regiments, die Majors-Division im Corps Sr. k. 
Hoheit des Erzh. Ferdinand. Als besonders ausgezeichnet er- 
scheint abermals der Rittmeister Heinrich Graf Hardegg des 
Regiments in der betreffenden Relation. Der Verlust des Regi- 
ments in dieser Schlacht betrug : Lieutenant Taschenberg, 10 Mann 
25 Pferde an Todten; Rittmeister Vittoris, die Oberlieutenants 
Graf Traun und Pistoris, 20 Mann nebst 39 Pferden an Ver- 
wundeten; 16 Mann und 17 Pferde an Vermissten. — 

Am 5. Mai war das Regiment in der Schlacht bei Möss- 
kirch, wo sich besonders Major von Schneller mit seiner Divi- 
sion hervorthat. Der Verlust desselben war gering und belief 
sich nur auf 4 Mann und 14 Pferde. — 

Am 9. Mai im Treffen bei Biberach hatte das anwe- 
sende Regiment an Todten und Verwundeten 38 Mann und 65 
Pferde. Rittmeister Carl Baron Tettenborn des Regiments er- 
scheint unter den Ausgezeichneten jenes Tages. 

Am 16. Mai im Gefechte bei Pfauenstädten unter FML. 
Baron Lindenau hatte das Regiment nur 4 Mann und 7 Pferde 
verloren. Am 5, Juni im Treffen an der Hier befreite Corpo- 
ral Schütterer 2 österreichische Offiziers und 80 Mann Gefan- 
gene, wofür er mit der goldenen Tapferkeits-Medaille 
ausgezeichnet wurde. Am 18. Juni im Gefechte bei Rohr verlor 
das Regiment 2 Mann, und am 21. in jenem bei Sandheim 21 
Mann 15 Pferde. Im Corps des GM. Graf Ignaz Gyulay, in der 
Arriere-Garde, war das Regiment am 23. Juni im Treffen bei 
Neresheim, und wurde in der betreffenden |^Relation^sehrJJehren- 



*) ,,Oberlieatenant^ PlSohel hatte im Laufe der Feldzüge von 1792—1799 mit ei- 
yygener Hand 31 Mann erlegt; durcli kluge und tapfere AnfUhrung wurden 
yitheiU durch ihn selbst^ theib auf seine Veranlassung 12,083 Mann gefangen, 
,J20 Pferde erbeutet, 3400 Mann und 200 Pferde aus feindlicher Gefangen- 
,,8ohaft befreit, und 46 Kanonen und 41 Munitionskarren erobert; Yortheile, 
„die er mit seinem Blute erkaufte, da er nicht weniger denn 12mal verwundet 
„wurde.*' — Geschichte des Maria Theresien-Ordens und seiner 
„Mitglieder von Dr. J. Hirtenfeldi Wien 1857. 



f 



\ 




voll erwähnt. Die Gemeinen Worliczek und Wanitschek hatten 
sich an diesem Tage durch besondere Bravour die stlbe 
M e d a i i 1 e erworben. — 

Der Verlust des Regiments an Tödtenj Verwundeten und 
Vermieten betrug 35 Mann 4-1 Pferde. — Am 26. Juni war 
dasselbe Im Treffen bei Neu bürg. Nach dieser Affaire erhielt 
Rittmeister Baron Tettenborn vom Greneral Gyulay den Auftrag, 
mit einer Abtheilung Dragoner und Husaaren die ciaterreichischen 
Truppen, welche gegen Landshut /.ogea, in der Flanke zu decken, 
und die Brücke über die laar zu zerstören, welches Unter- 
nehmen er auch mit vieler Umsiclit ausführte. In Freisingen 
behauptete Tettenborn sich 9 Tage, indem er den Feind über 
seine eigentliche Stärke geschickt zu täuschen wusste, und als 
er endlich gezwungen war, der Uebermacht zu weichen, wandte 
er Blch gegen München. Dort angekommen, setzte er mit einer 
geringen Anzahl seiner Reiter durch die roissendc Isar, warf 
sich auf die Bedeckung eines französischen Oonvois unter Gene- 
ral Lecourbe, schlug diesen in die Flucht, und kehrte mit 
Beule und Gefangenen auf das andere Ufer zurück. — Das Re- 
giment hatte sich nun mit der Armee an den Inn gezogen, 
kam bei Dorffen auf Vorposten zu stehen, und bezog am 20. 
Juli die Cantonirnng bei Auroldsniüusfer. — Am 3. Dezember 
in der Schlacht bei Hohenlinden war das Regiment in der 
IV. oder linken Flügel-Coloune des FML. Grai Riesch, Divi- 
sion Gyulay, Brigade des GM. Stahl mit dem ausrückenden 
Stande von 600 Pferden eingetheilt, es verlor an diesem Tage 
16 Mann und 29 Pferde, OberJieutonant Graf Wratislaw wurde 
verwundet, Oberlieutenant Zepitz gefangen. — Rittmeister Baron 
Tettenborn verliess erst am sputen Abend das Schlachtfeld und 
deckte an der Spitze seiner Reiter fechtend den Rückzug des 
linken Flügels. Am 9. kämpfte das Regiment unter FML. Graf 
Gyulay bei Rosenheim, und am 13. schlug sich die Oberst-Di- 
vision dui-ch eine beherzte Attaque bei Wals an der Saale 
mitten durch die feindliche Uebermacht. Bei dieser Gelegenheit 
hatte sich Corporal Krausa, welcher mit 16 Dragonern einem 
österreichischen Streif-Commando zu Hülfe eilte, besonders aus- 
gezeichnet, lind erhielt die silberne Medaille. Während des wei- 
tern Rückzuges der Armee durcU Ocsteri'cich war das Regiment 
am 19. im Gefechte bei Schwandorf, und am 21- in jenem 
bei Kremsmünster, bis es am 25. bei Petersdorf in Nieder- 
Oesterreich eine Cantonirung bozog. 

Im Jänner 1801 wurde dasselbe zur Deckung des Haupt- 
Quartiers zu Schönbrunn nach Penzing verlegt, wo es J gol- 
dene, 6 silberne Tapferkeits-Medaillen nebst 4 Geldbe- 
lohnungen für seine brave Munnschaft erhielt. Nach dem defi- 
nitiven Friedens- Abschlüsse zu Lunneville maischirte das Regi- 
ment nach Böhmen, wo ee die Stabs-Station Saaz bezog. 1802 
wurde es zum Chevauxlegera-Re gimen te mit der Nummei' 6, 



255 

weissen Röcken, lichtblauen Aufschlägen und gelben Knöpfen, unter 
gleichzeitiger Erhöhung seines Standes durch eine an das Regi- 
ment abgegebene Division des aufgelösten Dragoner - Regiments 
Coburg übersetzt. 

Im Feldzugel805 bildete das Regiment einen Theil der 
Avant-Garde der deutschen Haupt- Armee, und war Anfangs Oc to- 
ber zur Beobachtung -des rechten Donau- Ufers von Tutlingen gegen 
Riedlingen ausgedehnt aufgestellt. 4 Escadrons kamen später nach 
Ulm, und Oberst Graf Kinsky mit der andern Hälfte des Regi- 
ments nach Vorarlberg und Tirol amm Corps des PML. Baron 
Jellacic. — Nach dem Gefechte bei Ulm am 14. October wurde 
Rittmeister Baron Tettenborn mit 2 Escadronen des Regiments, an 
welche sich 2 Züge Rosenberg- Che vauxlegers (jetzt Uhlanen Nr. 
10) angeschlossen, zur Vorhut jener Truppe bestimmt, welche die 
folgende Nacht unter dem Erzherzoge Ferdinand d' Este gegen 
Geislingen durchbrach. Ueber Gmünd nach Aalen mit zweckmäs- 
sigster Vorsicht Tags darauf seine Abtheilungen führend, rückte 
Tettenborn am 17. über ßopfingen, Jaxhcim und Wesel gegen 
Wallerstein, und war kaum auf die dortigen Höhen gelangt, als 
er von allen Seiten feindliche Truppen sich zusammenziehen sah, 
wo jede einzelne Abtheilung schon an Zahl seine Avant -Garde 
übertraf. Mit der grössten Klugheit und Entschlossenheit griff nun 
Tettenborn mehrere feindliche Abtheilungen an, und verhinderte 
ihre Vereinigung. Das Corps konnte nun ungehindert diese Ort- 
schaften passiren. Ebenso hatte am selben Tage der Oberlieute- 
nant Anton Puchner des Regiments ein um Nördlingen cantoniren- 
des französisches Corps erst im Kloster Kirchheim überfallen und 
nach Gefangennehmung eiaer grossen Anzahl französischer Cüras- 
siere die Vereinigung der verschiedenen Abtheilungen dieses Corps 
mit grossen Opfern verhindert, wodurch der Marsch des Erzherzog 
Ferdinand d* Este wesentlich erleichtert wurde. 

Zwischen Amberg und Waldmünchen Bestand Rittmeister 
Tettenborn gleichfalls einige glückliche Nachhut - Gefechte. Nach- 
dem aber der französische General Baraguay d* Hilliers am 8. No- 
vember mit mehr als 8000 Mann gegen ihn anrückte, sah sich Tet- 
tenborn zum Rückzuge nach Böhmen genöthigt, wohin ihm der 
Feind auf dem Fusse folgte. Rittmeister Tettenborn rief nun das 
Landvolk zwischen Klentsch und Pilsen zu seinem Beistande, liess 
die Sturmglocken läuten, und ergriff nun gegen den ihm weit 
überlegenen Feind selbst die Offensive. Dieser durch diess kühne 
Unternehmen und die Heftigkeit des Angriffs erschreckt, zog sich 
Anfangs bis Klattau, bis er bald darauf Böhmen gänzlich räumte. 
Für diese Thaten und seine wiederholte Tapferkeit erhielt Ritt- 
meister Carl Baron Tettenborn nach erfolgtem Frieden im April 
1806 das Ritter-Kreuz des Maria T h eresien-Ordens. In 
dem Zeugnisse des FML. Carl Fürsten Schwarzenberg, der Tetten- 
born die Führung der Avant-Garde anvertraut hatte, heisst es, 
dass Tettenborns bekannte Fähigkeiten und erprobte Bravour Ver- 



i^ • 1 

^B anlassung waren ihm diesea wichtigen Auftrag zu ertheilen, das» I 

^P der Fürst in ihm einen der alteiauägezeichnetsten Oftizierc der I 

Armee erkenne, und dass, wenn der äusserst schwierige Rückzug f 



I 



I 



des Erzh, Ferdinand einer Aufmerksamkeit gewürdigt werde, Tet- 
teuborn ein grosser Theii des glücklichen Ausgangs zuzuschreiben 
sei. 4 Escadrons des, Regiments hatten somit im Corps des Erzherzog 
Böhmen erreicht, und waren der Gefangenschaft bei Ulm entgan- 
gen. — Bei der andern Hälfte des Regiments im Jellacicschen 
Corps, der bei der Capitulation von Bregenz, ein gleiches Schick- 
sal drohte, war es vorzüglich das energische Auftreten des Ritt- 
meister Emanuel Graf Mensdorfi des Regiments, welches die Obersten 
Graf Kinsky und Wartensleben (von Blankenstein-Hussaren Nr. 6) 
bewog sich durch einen kühnen Nachtmarsch der bereits abge- 
schlossenen Capitulation zu entziehen, und nicht mit dem oben 
erwähnten Corps in Gefangenschaft zu gerathen. Rittmeister Graf 
MensdorJf's zweckmässigen Anordnungen als Colonnenführer und 
Avant-Garde-Commandant wurde es gedankt, dass diese Escadrons 
des Regiments sowie jene dort anwesenden von Blankenstein-Hus- 
saren Böhmen im Rücken des Feindes marschirend, glüekUch er- 
veicliten. Das Regiment hatte in diesem ganzen Feldzuge nur den 
geringen Verlust von 10 Todten, unter die Mannschaft wurden 5 
goldene, 1 silberne Medaille und 12 Dukaten in Gold als 
Belohnungen für bewiesene Tapferkeit vortheilt. 

Das Regiment bezog 1806 die Friedens-Station Pardubitz In 
Böhmen, wurde noch im seihen Jahre zu dem an der preussisch- 
böhmischen Grenze aufgestellten Neutralitäts-Cordon bestimmt, und 
nach Gabel und Umgegend verlegt, von wo es 1808 wieder nach 
Pardubitz abrückte. 

Bei Ausbruch des Feldzuga 15U9 war das Regiment 
zum IV. Armee-Corps dos FML. Fürsten ßosenberg in die deta- 
chirte Brigade des GM. Bar. Peter Vecsey eingetheilt, welche Anfangs 
April bei Schärding ihre Aufstellung hatte. Am 23. April im Treffen 
bei Regensburg gehörte das Regiment zu jenen Cavallerie-Äbthei- 
lungen, welche die eben so gefahr- als ehrenvolle Bestimmung 
hatten, den Ruckzug der Armee zu decken. Die Brücken, auf 
welchen der Uebergang über die Donau geschah, waren so weit 
von einander entfernt, und die Strecke, die vor dem Feinde auf 
diese Art gesichert werden sollte, war so ausgedehnt, dass die zur 
Deckung jenes Rückzugs bestimmten Cavallerie-Regimenter unmög- 
lich geschlossen bleiben konnten, sondern einzeln aufgcätellt, jedes 
nach Zulassung des Terrains für sich vrirken musste. Die Franzo- 
sen wollten die rechte Flanke dieser österreichischen Reiterei gegen 
Regensburg hin umgehen, und sCiessen dort auf das diesseitige 
Regiment. Der Inhaber FBIL, Graf Klenau selbst, und der Bri- 
gadier GM. Baron Vecsey führten nun mit dem Regimeute meh- 
rere schöne Angriffe aus, und schlugen Anfangs die feindlichen 
Reiter. Doch diese ordneten steh bald wieder, erhielten Verstär- 
kung, und warfen die Clievauslegers zurück, Das Regiment 




267 

sammelte sich aber sclinell; und rückte sogleich wieder zum An- 
griffe vor. Aber der französische General Montbrun war so eben 
mit der leichten feindlichen Reiterei von Abbach angekommen, 
fiel dem Regimente in die rechte Flanke^ und brachte dasselbe 
nach tapferer Gegenwehr zum Weichen. An diesem Tage hatte 
das Regiment starke Verluste erlitten* Rittmeister Wenzel Baron 
Escherich, Oberlieutenant Josef Frank und Lieutenant Franz 
Graf Wratislaw blieben todt, Rittmeister Joseph Baron Drosde 
und Oberlieutenant Franz Baron Fleissner wurden verwundet, 
ersterer durch Wachtmeister Eckel aus den Händen des Feindes 
befreit. Nebst den genannten Offizieren waren 114 Mann theils 
todt, theils blessirt. — FZM. Graf Kollowrath belobt das Regi- 
ment in seinem Berichte vom 26. April wegen seines vorzüg- 
lich tapfern Verhaltens bei Regensburg. 

Unter dem Handgemenge der beiderseitigen Cavallerie zogen 
die letzten österreichischen Reiter-Regimenter; als das diesseitige 
nebst Erzherzog Ferdinand und Stipsicz-Hussaren (jetzt Nr. 3 und 
10) durch das Jakobs-Thor, durch die Stadt Regensburg und 
über die steinerne Brücke, und setzten den weitern Rückzug 
mit der Armee über die Ober-Pfalz, Böhmen, Nord-Oesterreich 
fort, bis sie Mitte Mai im Marchfelde das linke Donau -Ufer 
erreichten. 

Am 21. und 22. Mai in der Schlacht bei Aspern hatte 
das Regiment seine Eintheilung bei der II., vom G. d. C. Graf 
Bellegarde befehligten Colonne, welche am 21. Mittags vorwärts 
Hirschstetten aufmarschirte, und das Dorf Aspern vor ihrer Fronte 
hatte. Als Kaiser Napoleon 44 Escadrons seiner zwischen Aspern 
\md Esslingen aufmarschirten Reiterei gegen die Bataillons-Massen 
der 2. und «3. österreichischen Colonne, und zugleich gegen das 
links neben der 3. Colonne stehende Cavallerie -Reserve -Corps, 
vorrücken liess, schickte der G. d. C. Graf Bellegarde das dies 
seitige Regiment und Vincent-Chevauxleger.s (jetzt Dragoner Nr. 2) 
in die linke Flanke der französischen Reiterei. Doch diese 
beiden Regimenter vermochten es nicht die grosse Uebermacht 
aufzuhalten, und mussten in den zwischen der 2. und 3. Colonne 
vorhandenen Zwischenraum zurückweichen. Der auf dem linken 
Flügel der 1. Colonne stehende Oberst Baron August Vecsey 
hielt mit Kienmayer-Hussaren die jene beiden Regimenter ver- 
folgende französische Cavallerie durch einen kühnen Flanken- 
Angriff in ihrem Vordringen auf. An dem wirksamen Glieder- 
feuer der Infanterie, welche die französischen Cürassiere bis auf 
20 Schritte herankommen liess, prallte dieser feindliche Angriff 
ab, und die französische Cavallerie wich in Verwirrung gebracht 
zurück. Nun warf sich General Baron Peter Vecsey mit 2 Es- 
cadrons des Regiments auf die Fliehenden, hieb kraftvoll ein, und 
jagte sie bis zu ihrer Infanterie, die sich nun ebenfalls zurückzog. 
Auch am 22. hatte das Regiment theils mit Vincent-Chevauxlegers 
vereint mit abwechselnden Glücke mehrere Attaquen ausgeführt. 

17 



S68 

An beiden Tagen dieser tlutigen 8clilaclit hatte das Regi- 
ment bedeutenden Verlust erJitten und zwar im Ganzen 13 
Offiziers, 113 Mann und 135 Pferde theils als todt oder ver- 
wandet zu belclagen. Unter den erstem wai'en Oberstlieute- 
nant Ferdinand Graf Lippe, der von einer Kanonenkugel tödtlicL 
getroffen, und aterlieud vom Wachtmeister Schubert noch den 
Händen des Teindea entrissen wurde und Lieutenant Obyrne 
nebat 24 Mann und 44 Pferden, unter den letztem: Oberst 
Graf von Mayer, die Rittmeisier Nikolaus Baron Selby, Niko- 
laus Graf CoUoredc- Mels und Johann Baron Wasseige, die Ober- 
lieutcnants Heinrich Lämlein und Fraoz Baron Föllnitz, die Lieute- 
nants Philipp Bieneberg, Ludwig Graf Zedwitz, Alexander von 
der Marwitz und FreidenfeJs nebet 89 Mann und 91 Pferden. — 
G. d, C. Gral Bellogarde belobt in seiner Relation das tapfere 
Benehmen des Major Johann Kopp des Regiments. — Der oben 
erwähnte Wachtmeister Schubert erhielt die silberne Medaille. 

In der Schlacht bei Wagram am 5, Juli war das 
Regiment Im 1. Armee-Corps des G. d. C. Grafen Bellegarde 
eingetheiit. Rittmeister Baron Tettenborn des Regiments wurde 
vom Inhaber FML. Gruf Klonau zur Reeognoszirung mit seiner 
Escadron nach Aderklaa entsendet, um über die Räumung dieses 
Ortes vom Feinde bestimmte Nachrichten einzuziehen. Rittmeister 
Tettenboru entledigte sich dieses Auftrags mit vieler Umsicht und 
Entschic ssenheit, nahm mehrere feindliche Offiziere, worunter 
einige vom Generalstabe des Prinzen von Ponte-Oorvo gefangen, 
und besetzte das mit aiichsiachen Blessirten angefüllte Dorf bis 
zur Ankunft des 1. Armee-Corps. 

Am 6, wurde das iiu Marsche gegen Bisamberg begriffene 
Regiment nebst Schwarzcnberg-Uhlanen vom Feinde angegriffen 
und zurückgeworfen, jedoch durch eine entschlossene Attaque 
des Obersten von Flacbenfeld mit seinem Regimente Fürst Moriz 
Liechtenstein Cürassier (N. 6) degagirt, und die drei genannten 
Cavallerie - Regimentor schlugen nun gemeinschaftlich die Feinde 
zurück, wodurch einige hart bedrängte österreichische Infanterie- 
Abiheilungen wieder Luft bekamen. Das Regiment hatte an diesen 
beiden Tagen einen Geaammt-Verlust von 4 Offizieren, 62 Manu 
und 106 Pferden; hieven waren 4 Mann 55 Pferde todt, die Ritt- 
meister Ferdinand Storr und Albert Graf Fcstctics, der Oberlieu- 
teuant Leopold Bai'on Ottoling und Lieutenant La Roche, nebst 
41 Mann und 39 Pferde verwundet, 17 Mann und 12 Pferde 
vermisst. — 

Unter fortwährenden Gefechten ging der Rückzug des Regi- 
ments bis Znaim vor sich, wo es am 11. Juli an dem dortigen 
Treffen noch Tbeil nahm, und 15 Mann nebst 35 Pferden verlor. 

Rittmeister Puchner war mit 19(J auserlesenen Reitern in 
des Feindes Flanke detaehirt worden, welchen Auftrag er zur 
vollsten Zufriedenheit löste. Die offizielle Relation über die letzten 
Gefechte des Rückzuges vom 6. bis 9. Juli belobt vom Regimente: 



259 

den Oberstlieutenant Johann Kopp; Major Ludwig Durand und 
die beiden Rittmeister Nikolaus Baron Selby und Heinrieh Baron 
Wimmer. — Nachträglich erhielten 6 Mann die silberne Me- 
daille und S Geldbelohnungen für ihre Leistungen im verflossenen 
Feldzuge. Das Regiment erhielt Ende d. J. die Friedensstation 
Saaz in Böhmen. 

Im Feldzuge 1813 hatte das Regiment am 26. und 27. 
August bei Dresden die erste grössere AflFaii'e zu bestehen und 
verlor 24 Mann und 28 Pferde an Todten und Verwundeten. 
Der Major Max Graf Nesselrode wurde von einer Musketenkugel 
am Kopfe tödtlich verwundet und starb wenige Tage darauf; dem 
Oberlieutenant Guttstedt ward durch eine Kanonenkugel ein Fuss 
weggerissen. — 

Am 15. September unternahm Rittmeister Puchner des 
Regiments mit seiner Escadron (Oberstlieutenants 1.) und 2 Com- 
pagnien Gränzern von Eichwald bei Teplitz eine Recognoszirung 
nach Dippoldiswalde, bestand ein rühmliches Gefecht und über- 
brachte die nothwendigeu Auskünfte über des Feindes Stellung. — 
Rittmeister Baron Wasseige wurde mit seiner Escadron (der 1. Ma- 
jors 2.) dem Streifzuge des GL. Thielemann zugewiesen, sowohl 
dieser als Oberlieutenant Panosch von Kreuzinfeld hatten sich hie- 
bei ausgezeichnet^ und werden in der Relation vorzüglich angerühmt. 
Bei Merseburg war der Oberlieutenant Graf Brühl des Regiments 
mit seinem Zuge abgesessen und hatte die Brücke über die Saale 
mit Sturm genommen. — 

Das Regiment hatte seine Eintheilung im III. Armee-Corps 
des FZM. Ignaz Graf Gyulay, Division des FML. Graf Crenne- 
ville, und Brigade des GM. Hecht erhalten^ — und verblieb in 
dieser bis zur Beendigung des Feldzugs von 1814. 

Bei der Vorrückung nach Sachsen hatte sich im Gefechte 
bei Windischleuba Wachtmeister Franz Zitta des Regiments durch 
einen kühnen Flankenangriff ausgezeichnet, der Cadet Josef Pino 
von Friedenthal nahm in demselben Gefechte die Brücke bei dem 
Dorfe Rositz, wodurch viele feindliche Cavalleristen gefangen wur- 
den, wofür Cadet Friedenthal die silberne Tapferkeits- Me- 
daille erhielt. — 

Am 18. Oktober in der Schlacht bei Leipzig hatte das Re- 
giment 10 Mann nebst 22 Pferden als todt und verwundet zu 
beklagen; am 18. November bei Hochheim wurden Rittmeister 
Wenzel Braunhofer und Oberlieutenant Adam Eckel verwundet, 
nebst diesen beiden Offizieren zählte das Regiment 7 Mann nebst 
23 Pferde als todt und verwundet. — Der Rittmeister Franz Graf 
Schlick des Regiments befand sich als Ordonnanz- Offizier bei Sr. 
Majestät dem Kaiser, uud zeichnete sich vorzüglich bei Leipzig 
aus, wo er an der Spitze einer Abtheilung russischer Dragoner 
zweimal französische Reiterei zurückwarf, und jene gefllhrliche 
Kopfwunde erhielt, die ihm sein rechtes Auge kostete. Vom 19. 

September an bis zum Anlangen am Rhein war Rittmeister Puchner 

170 



mit der Obevstüeutenants 1. Eseadron und einer zweiten von Le- 
venehr-Dragoner (IÖ60 reclnztrt) dem Corps des Atanian PlatofF 
zugetheilt; er überfiel am 22. eine feindliche Abthoilung bei Franen- 
stein, erzielte am 28. bei Altenburg und Zeitz durch Niederwer- 
fung einer feindlichen Infanteri«maase und Vertreibung der fein- 
lichen Reiterei den Rückzug des feindlichen Flügels, und durch 
das Eindringen in Zeitz, wobei 2 Kimonen erobert wurden, die 
Möglichkeit der weiteren Verfolgung der Franzosen bis an die 
Saale. Der Oberlieiileniml Johann Graf Nostitz eroberte eine der 
beiden Kanonen, der Oberlieulenant Graf Karschitzki war mit 
seinem Zuge abgesCBsen und hatte daa Fabrikege bände gestürmt, 
wobei eich Corpora! Anton Gascho besonders auszeichnete. — 

Am 4. Oktober fiel Rittmeister Piichner durch Chemnitz 
mit einer russischen Batterie und seinen 2 Schwadronen dem 
französischen General Lauviston, der einen Theil des Klenau'schen 
Corps angegriffen, in den Rücken, 

Am 10. im Gefechte bei Naumburg rettete Corporal Anton 
Gasche den Corporal Bcnetzky und mehrere Chevauxlegers aua 
der Gefangenschaft, wofür er die silberne Medaille erhielt. 
Beim Angriff auf Mackleburg am 13. verlor die OberstlieutenantB 
1. Escadron 14 Mann und 17 Pferde als todt, bei Weissenfela 
waren die Oberlieuteuants Johann Graf Nostitz und Lieutenant 
Heinrich Graf Clam-Martinitz verwundet worden. 

Am 16. Oktober unternahm Rittmeister Puchner, um dio 
Rallirung der Cavallerie der Verbündeten zu erleichtern, eine 
glückliche Attaque und deckte am 18. den UebergangderSachsen. — • 

Am 13. hatte er den beim Uebergange über die Pleisse 
födtlich verwundeten russischen General Fürsten Kutaschef in 
Sicherheit gebracht. Alle diese Leistungen, insbesondere die 
tapfere That bei Altenburg und Zeitz, verschafften dem Ritt- 
meister Anton Puchner das Kitterkreuz des Maria There- 
sien- Ordens, welches er durch Capitolbeschluss von 1815 
naehtrUglich erhielt, sowie aueh den k, russischen St. Goorgs- 
und Wla dimir -Orden, beide IV. Classe. — Mit 1 etzt er n Orden 
IV. Classe wurden noch folgende Offiziere des Regiments betheilt: 
Rittmeister Josef Baron Wasaeigc, die Obeflioutenants Johann 
Graf Nostitz und Josef Molhard. — In der Relation über das 
Gefecht bei Zeitz wird Rittmeister Franz Graf Kesselstadt des 
Regiments, wegen seines tapfern Verhaltens, angerühmt, unter 
die Mannschaft wurden für Tapferkeit im Feldzuge 1813 eine 
goldene, 9 silberne Medaillen, 6 k. russische Georgskreuze 5. 
Classe und 7 Geldbelohnungen vertheilt. 

Am 20. Dezember 1813 überschritt das Regiment mit dem III. 
Armee-Corps bei Basel den RLein, und bildete am weitern Vor- 
marsch, abwechselnd mit Rosenberg -Chevauxlcgers die Avant- 
garde desselben. 

Am 10. Jänner 1814 stand das III. Armee - Corps bei 
Port Bur Saone und am 18, besetzte es Langres. 



261 

Am 24. Jänner war das Regiment im Treffen bei Bar sur 
Aube und hatte einen Gesammt -Verlust von 1 Offizier, 30 Mann 
und 47 Pferden erlitten. Todt waren 14 Mann und 24 Pferde, 
verwundet Oberlieutenant Karl Dolp, 11 Mann und 18 Pferde, 
vermisst 5 Mann, 5 Pferde. 

In der Schlacht bei Brienne am 1. und 2 Februar wurde 
eine Division des Regiments bei der Eroberung Unienvilles durch 
das III. Armee-Corps zum Angriffe verwendet, während der 
Rest mit der Division Crenneville in Vandoeuvres aufgestellt 
blieb. 

Am 2. bei der Verfolgung des Feindes durch das Städt- 
chen Lesmont verjagte der Rittmeister Adam Mayer des Regi- 
ments mit seiner Escadron durch die Hauptstrasse bis an die 
Brücke der Aube einen Theil der feindlichen Nachhut. — Die 
offizielle Relation belobt vom Regimente den Major Peter Che- 
valier Martin, den Rittmeister Adam Mayer, den Oberlieutenant 
Johann Flock, und den dem Generalstabe zugetheilten Lieute- 
nant Ferdinand Baron Simbschen wegen ihrer vorzüglichen 
Verwendung. Der Verlust des Regiments betrug an Todten und 
Verwundeten 12 Mann und 14 Pferde. — Unter den bedeuten- 
dem Affairen dieses Feldzugs für das Regiment war das Gefecht 
am 23. Februar bei Troyes, An diesem Tage war die Vorpo- 
stenkette der Divisionen Graf Crenneville und Fürst Moriz 
Liechtenstein durch eine bedeutende feindliche Uebermacht (Caval- 
lerie des französischen Generallieutenants Roussel und Infanterie- 
Corps des General Gerard) angegriffen worden. Die Cavallerie der 
beiden vorgenannten österreichischen Divisionen stellte sich hinter 
Torvilliers quer über die Strasse in zwei Treffen auf, die überle- 
gene französische Reiterei griff sie nun mit grösster Heftigkeit 
an, wurde jedoch durch das wirksame Feuer der österreichischen 
Cavallerie-Batterien eine kurze Zeit in ihrem Vordringen aufge- 
halten. Da rückte ihr die Cavallerie der Division Liechtenstein 
rasch entgegen, wurde jedoch von der Ueberzahl des Gegners ge- 
worfen, die nachrückenden Regimenter der Division Crenneville, 
Klenau-Chevauxlegers und Rosenberg führten ebenfalls meh- 
rere glänzende Attaquen aus, mussten aber zuletzt gleichfalls 
weichen. Auf das schnellste hatte sich aber die gesammte Caval- 
lerie der beiden österreichischen Divisionen wieder geordnet, um 
zu einem neuen Angriff vorzugehen. Die französische Reiterei, 
welche plötzlich in ihrer rechten Flanke sich durch die vom 
FML. Graf Nostitz abgeschickte Cürassier-Brigade Seymann be- 
droht sah, zog sich bis unter die Höhen von Mongueux zurück, 
womit das Gefecht beendet war. 

Wachtmeister Franz Zitta des Regiments hatte an diesem 
Tage den Oberstlieutenant Graf Stürgkh des Regiments, welchem 
sein Pferd erschossen worden, indem er demselben sein eigenes 
Pferd gab, von wahrscheinlicher Gefangenschaft gerettet, ebenso 
auch den vom Feinde umgebenen Lieutenant Johann Scotti des 



■262 

Regiments herausgehauen, iür welche Aufopferung Zifta die 
goldene Medaille erhielt. — 

Der Verlust des Regiments an diesem Tage war bedeu- 
tend und belief sich im Ganzen auf 2 Offiziere, 64 Mann und 
71 Pferde, darunter waren todt geblieben Lieutenant Ferdinand 
Alesch, 5 Mann und 19 Pfeede; verwundet Lieutenant Baron 
Franz Ennis, 23 Mann und 16 Pferde, gefangen und vermisst 
36 Mann und 36 Pferde. — Major Nikolaus Baron Solby des 
Regiments befehligte die aus verschiedenen Reiter-Abtheilungon 
zusammengesetzte Nachhut der Division Crenneville und hielt mit 
Tages -Anbruch des 24. die Orte Grandes -Vachcries, Vaudea 
und Saint Parre besetzt, wo er mit den Truppen des Marschalls 
Macdonald und den Reitern des General Valmy heftige Vorpo- 
ätengefechte zu bestehen hatte, zurückgedrängt und von der leich- 
ten Division des Fürsten Moriz Liechtenstein aufgenommen 
wurde. — 

Im Treß'en bei Bar sur Seine am 2. März verfolgte eine 
Escadron des Rcginionts die französische Nachhut bei Virey. Bei 
der weitern Vorrückung gegen Paris war das Regiment am 
20. März in der Schlacht bei Arcis, ebenso in den GefecJiten 
bei Sommepuis und Vitri anwesend, und hatte einen ange- 
strengten Patrouillen- und Vorpostendienst zu versehen. 

Nach kurzen, häufig gewechselten Cantonirungcn trat daa 
Regiment am 8. Mai seinen Rückmarsch zuerst in die Fnedens- 
station Saaz in Böhmen an, nach kurzem Aufenthalle daselbst nach 
Gabel, von wo es am 2. April 1815 wieder gegen Frankreich 
aufbrach und seine Eintheilung zum 1. Armee-Corps des FZM. 
Grafen Colloredo - Mannsfeld erhielt. Dieses Corps marschirte am 
;.'6, Juni bei Basel über den Rhein, und hatte auf der Strasse 
von ßelfort mehrere hitzige Vorpostengefechte zu bestehen, so 
am 29. Juni bei Chavanne und am 4. Juli bei OrviJliers, in welch 
letzferm das Regiment 2 Maao und 7 Pferde verlor, und dessen 
gute Haltung in der Relation belobt wurde. Dasselbe erhielt 
nun abwechselnde Cantonirungon in Frankreich, bis es Ende 
September in das grosse Armee Lager von Dijon abrückte, wo 
es im ersten vom Erzherzog Ferdinand d'Esfe befehligten Treffen 
in der Brigade des GM. Baron Viilata seine Aufstellung hatte. 
— Nach Beendigung dieses Lagers rückte das Regiment über 
Deutschland nach Böhmen in die Friedensstation Saaz. 

Im April 1818 marschirte dasselbe zur Aufwartung in die 
Residenzstadt Wien, wo es daselbst, sowie in Salzburg, Wels 
und im Marchfelde untergebracht war. 

Im Frühjahi-e 1820 rückte es nach Alt-Arad in Ungarn, im 
September d. J. zum grossen Cavallerie-Lager nach Pesth, und 
von da in die Stabsstation Pccsvar. Im Februar 1821 erbielt das 
Regiment seine Bestimmung nach Ilalien, wo dasselbe an der 
Expedition gegen Piemont und der üpätern Besetzung dieses 
Landes duruh k. k. Truppen Theil nahm. Zuerst in Alesaandri 



263 

gelegen, kehrte das Regiment bald in das lombardisch -venetianische 
Königreich zurück und von da 1823 in die Stabsstation Ujpecs im 
Banat. Dasselbe erhielt 1831 die Stabsstation Essegg inSlavonien, 
1836 aber Troppau in Schlesien, von wo es am 1. M^ii 1841 zur 
Aufwartung in der Residenzstadt Wien einrückte und nach zwei- 
jährigen Garnisonsdienst daselbst 1843 die Stabsstation Wels in Ober- 
österreich bezog. 1845 wurde eine Division nach Bregenz in 
Vorarlberg detachirt. — 

Bei Ausbruch des Feldzuges 1848 in Italien rückte 
das Regiment über Tirol dahin ab; 4 Escadrons erhielten ihre 
Eintheilung zum I. vom FML. Graf Wratislaw befehligten Armee- 
Corps in die Division des GM. Erzherzog Ernst und die Cavallerie- 
Brigade Graf Schaffgoteche; 4 Escadrons hingegen waren in Tirol 
geblieben und die Brigaden der Obersten von Melczer und Baron 
Zobel vertheilt, und standen Mitte April eine Division in Trient, 
eine Escadron zugsweise in San Michele, Salui-n, Neumarkt und 
Brannzoll, eine Escadron aber war in Vorarlberg zur Beobach- 
tung der Schweizergränze zurückgeblieben. Diese Abtheilungen 
mussten den verschiedenen Infanterie - Streif - Commanden eirzelne 
Leute zutheilen. 

Am 22. und 23. April waren bei den Streiftingen in das 
Val Saguna Arsa und Valdi Ledro 6 Züge des Regiments den 
Streif- Commanden des Oberst Baron Zobel von Kaiser- Jäger und 
des Major von Lindenhain von Grossherzog Baden -Infanterie zu- 
gewiesen. Im Monate Mai waren diese 4 Escadrons in folgender 
Art vertheilt, eine in Vorarlberg, eine in Koveredo, eine in Trient, 
und eine in Volargne und hatten einen starken Ordonnanz- und 
Patrouillendienst zu leisten. — 

Am 22. Juli in den Gefechten bei Spiazzi und Rivoli 
waren 6 Züge des Regiments bei der Colonne des GM. von 
Matiss en Reserve. — 

Ende Juli waren li Escadrons des Regiments zur Cerni- 
rung der Festung Peschiera unter Commando des Obersten 
Baron Zobel, des Oborstlieutenant Baron Hohonbruck und Major 
Brassier (letztere beide von Erzherzog Ludwig- Infanterie Nr. 8) 
bei Cavalcaselle, bei Pacengo and am rechten Ufer des Garda- 
sees (bis zum Mincio) aufgestellt. — Während dieser Belagerung 
am 28* Juli fand eine Abtheilung des Regiments Gelegenheit 
zur Auszeichnung. — 

Eine 2 bis 300 Mann starke feindliche Abtheilung, welcher 
nebst einiger Cavallerie auch 2 Geschütze beigegeben waren, 
wollte die Belagerer in ihren Erdarbeiten hindern. Da unternahm 
der Lieutenant August Besnard des Regiments mit seinem Zuge 
einen Angriff, welcher mit solcher Raschheit ausgeführt wurde, 
dass die feindliche Reiterei nach einem kurzen Choc umkehrte 
und nebst der Infanterie mit Zurücklassung einer Kanone sammt 
Karren in wilder Flucht dem schützenden Festungsthore zueilte. 

Es wurden bei dieser Attaque mehrere feindliche Reiter 



nter denen 2 Offiziere, von den Chevauxlegera znsammeDgeHauCß. 
Als jedoch diese letztern ton den Geschützen des Dampfschiffes 
in die Flanke genommen, und schon ganz nahe an die Festung 
gekommen waren, musaten sie sich wieder zurückziehen, welchen 
Moment der Feind zur Rettung seiner auf der Strasse geblie- 
benen Kanonen benützte. Nebat dem Lieutenant Besnard hatte 
aich bei dieser Attaque Wachtmeister Scheiner des Regiments 
ausgezeichnet, und erhielt die grosse silberne Medaille, die 
beiden Genannten werden in der offiziellen Relation belobt. Der 
Zug hatte durch die flankirendon Karlätsohenschüsso dos Dam- 
pfers an Todtcn 1 Corpora], an Verwundeten 3 Gemeine nebst 
mehreren Pferden verloren, — 

Die in der Cavallerie-Brigade Schaffgotsche eingcthcilton 
4 Esoadrons des Regiments machten die Vorrücknug gegen 
Mailand mit selber, ohne Gelegenheit zur besonderer Selbst- 
thätigkeit erhalten zu können. 

Die offizielle Relation des FM. Grafen Radetzky belobt vom 
Regimeote den Oberst Carl Graf Cavriani, den im Hauptquar- 
tier des FM. kommandirten Oberiieutenant Anton Haizingcr, den 
Lieutenant August Besnard und Georg Graf Stockau, welcher 
als Ordonanz offizier verwendet, im Gefechte bei Vicenza am 
10. Juoi freiwillig zu Fuss sich an die Spitze der Stürmenden 
steUto. Der Verlust des Regiments in diesem Feldzuge betrug 
im Ganaen nur 4 Mann an Todten und Verwundeton. 

Im Foldzuge 1849 war gleichfalls nur eine kleine Ab- 
tlieilung des Regiments am 31. März und I.April bei dem Auf- 
stände in Brescia in der Brigade des GM. Graf Nugent in's 
Gefecht gekommen. — Die Relation belobt den Oberiieutenant 
Heinrich Baron Mundy. Es erhielten Tapferkeits-Medaillen: Wacht- 
meister Jcllinok die goldene, Cadet Franz von Karst die grosse 
silberne, die Corporalen Lämmcl, Herold. Schabata die kleine 
silberne, und der Gemeine Jablonsky eine Belobung. — 

Das Regiment selbst hatte seine Dislocation in Verona, von 
wo CS Anfangs April auf den ungarischen Kriegsschauplatz beor- 
dert, bis Laibach marschirte, und von da mittelst Eisenbahn bis 
Wiener Neustadt befördert wurde, von wo es Ende Mai gegen 
Eisenstadt in Ungarn aufbrach. 

Das Regiment erhielt nun seine Eintheilung in die Cavallerie- 
Brigade des GM. Baron Simbschen des L Armee-Corps. Am 
16. im Gefechte bei Zsigard war eine Escadron des Regiments 
der Brigade des GM. Pott zugewiesen, und machte im Verlaufe 
des Gefechtes im Verein mit 3 Eacadrons Max Auersperg- Curas- 
sior Nr. 5 eine entschlossene Attaque, diese 4 Escadrons warfen 
die feindliche Reiterei sammt ihrer Batterie und drangen unauf- 
haltsam vor, der linke Flügel des Feindes wandte sieh zur 
Flucht. Nur zwei Hoaved-Bataillons, eine Ilussarcn - Abtheihmg 
und eine Batterie hielten noch Stand, und bedrohten die in der 
Verfolgung begriffenen Cbevauslegera und Cürassiere in 



266 

deren rechter Flanke. GM. Pott welcher diess Cavallerie-Ge- 
fecht leitete, brachte eine Fussbatterie mit einer Escadron 
Cürassiere unter Major Graf Coudenhove (von Cürassier Nr. 5) 
herbei, um die 'feindlichen Bataillons zu veitreiben, während die 
übrigen Escadrons sich auf die Batterie und die Hussaren war- 
fen und sie in die Flucht jagten. Die Escadron des Regiments 
unter Anführung ihres tapfern Commandanten Rittmeister August 
Müller eroberte 2 Kanonen sammt Pulverkarren. — Im Gefechte 
bei Nyarasd am 20, Juni warfen sich 2 Escadrons des Regi- 
ments mit 2 von Civalart - Uhlanen mit solchem Ungestüm dem 
Feinde entgegen, dass er nicht nur in die Flucht gejagt, son- 
dern ihm auch 2 Geschütze abgenommen und 30 Gefangene 
gemacht wurden*). 

Im Treffen bei Pered am 21. jagten eine Escadron des 
Regiments und eine Division Civalai't-Uhlanen 6 bis 8 feindlichen 
Hussaren-Escadrons entgegen^ warfen deren vorderste Abtheilung 
mit Verlust zurück. FML. Baron Burits und GM. Baron Lederer 
folgten mit 4 Escadrons Cürassiere rasch nach und zwangen 
nach zweimaliger Attaque , wobei sie durch eine russische 
Batterie unterstützt wurden, die ganze feindliche Reiterlinie 
zum Rückzug hinter Pered, Für ihr tapferes Verhal- 
ten in den Gefechten bei Zsigard, Nyarasd und Pered erhielten 
folgende Offiziere des Regiments den Ausdruck der allerhöch- 
sten Zufriedenheit Seiner Majestät: Oberst Alexander GrafMens- 
dorff, Oberstlieutenant Wilhelm Faber, die Rittmeister Mathias 
Pluchowsky, Franz Wirth, August Müller, die Lieutenants Vihcenz 
Niesner, Max Fürst Lobkowitz und Moriz Graf Strachwitz. — 

In der ersten Schlacht bei Komorn am 2. Juli hatte die 
Cavallerie-Brigade Simbschen bei Beginn des Kampfes aus der 
vorgeschobenen Stellung im Kastell vor dem Donaubrückenkopfe 
gegen die rückwärtigen Höhen sich zurückgezogen. Oberst Graf 
Alexander Mensdorff des Regiments bildete mit 4 Schwadronen 
desselben den linken Flügel der Brigade. Bald darauf fuhr 
eine feindliche Cavallerie - Batterie unter Bedeckung mehrerer 
Hu ssaren-Di Visionen in die rechte Flanke auf, eröffnete ihr 
Feuer auf die österreichische Cavallerie Batterie und zwang diese 
mit der Bedeckung — eine Division Kaiser Uhlanen Nr. 4 — 
etwas zurückzuweichen. Oberst Graf Mensdorff hatte diess kaum 
bemerkt, als er seine 2 Divisionen^ ohne einen Befehl abzuwar- 
ten, nach dem bedrohten Punkte dirigiren und im. Vorrücken 
zwei Treffen formiren liess. Während er der im zweiten Treffen 
stehenden zweitenMajors-Division befahl, als Reserve zu folgen, 
führte er das erste Treffen dieOberstlieutenants-Division in der 
Ziehung durch einen Erdrand gedeckt auf 300 Schritte vor, 
der in Thätigkeit stehenden feindlichen Batterie vorbei, und 



*) Die Oheyauxlegers hatten eine Haubitze erobert. 



286 

erschien rasch einschwenkend einer links neben der Batterie auf- 
gestellten Hnssaren-Division gegenüber, die er sofort «ttaquirte 
und trotz ihres entschlossenen Entg^enrück^is über den Haufen 
warf, Daj Unerwartete dieses Angines machte es d^i nachrft- 
ckonden Ghevauxeg ers mdglich, die Batterie, die nach Abgabe 
einiger Kartätschenschüsse schleunigst abfuhr zu ereilen, und aus 
der Mitte der sie umringenden und entschlossen Tertheidigenden 
Hussaren 5 bespannte Geschütze und eben so viel Munitions- 
karren zu erobern. Das zweite Regiment der Brigade Simbsehent 
— S[aiser-Uhlancn, — warf sich nun seinerseits auf die andtt« 
dritte Ilussaren - Division , trieb sie in die Flucht und 
erbeutete die 6. Kanone mit dem Munitionskarren. Der Verlust 
dieser Batterie war für den Feind sehr empfindlich; er blieb 
auf diesem Theile des Schlachtfeldes längere Zeit in Unthätig- 
keit, und dem General Benedek wurde durch diesen glücklichen 
Umstand die Besetzung des Weinberges bei O'Szöny und die 
Vorbereitung zum weitem Vorrücken gegen den Ort wesentUeh 
erleichtert. — Gegen 7 Uhr Abends, im weitem Verlaufe dieser 
Schlacht, hatte der Feind Harkäly in Besitz und entwickelte 
8 bis 10 Ilussaren-Escadronsy um die rechte Flanke des ersten 
Armee-Corps (FML. Graf Schlik) anzufallen. 

Schon früher hatte GM. Baron Simbschen aus seiner 
erhöhten Stellung bei den Weingärten voh O'Szöny das Heran- 
rücken feindlicher Ca vallerie - Massen bemerkt, und war mit 4 
Escadrons des Regiments, 6 Fscadrons Kaiser-Uhlanen und einer 
Batterie rasch in der Richtung gegen den Acser-Wald vorge- 
rückt^ um jene feindliche Reiterei in Flanke und Rücken ^zu 
fassen. Während seine Batterie auffährt, attaquirt GM. Simbschen 
mit 8 Escadrons divisionsweise die Hussaren und zwingt sie in 
bedeutender Unordnung zurückzujagen und unter ihren rück* 
wärtigen Batterien Schutz zu suchen. 

In diesem AugenbUcke marschirte auch die russische Divi- 
sion des Generallleutenant Paniutine bei Puszta Harkaly auf, 
welches die feindlichen Vortruppen bei diesem konzentrischen 
Angriffe sogleich räumen. Das erste österreichische Armee-Corps 
durch die rechtzeitigen Reiter- Angriffe der Brigade Simbschen 
und das Erscheinen der russischen Division degagirt, rückte nun 
in gleicher Höhe mit den Russen wieder vor. Die Brigade 
Simbschen hatte sich aaf dem rechten Flügel der russischen 
Division formirt, zog noch eine Escadron des Regiments nebst 
einer Cavallerie - Batterie und die bei den Russen zugetheilte 
Division vom Regimente Erzherzog Johann Dragoner (jetzt CüraS- 
sier Nr. 9) herbei, und bereitete sich einem neuen viel kräftige- 
ren Angriffe zu begegnen, denn die feindliche Cavallerie 24 
Hussaren -Escadrons unter persönlicher Führung des Insurgenten 
Führers Görgey, rückten vor, um die Brigade Simbschen rechts 
zu überflügeln. GM. Baron Simbschen lässt aber dem Feinde 
keine Zeit sich zu entwickeln, wirft ihm das diesseitige 



267 

Regiment entgegen, und lässt indessen die 6 Eseadrons üh- 
lanen und 1 Escadron Dragoner eine Oblique formiren. Die 
ersten Abtheilungen des Regiments müssen zwar der bedeuten- 
den Uebermacht weichen, ziehen sich aber seitwärts zurück, um 
den vorrückenden Uhlanen Raum zu geben, und nun stürzt 
sich AUes mit solchem Ungestüm auf die Hussaren, dass diese 
geworfen, in wilder Flucht gegen die Festung zurückjagen. 
Bei einer dieser Cavallerie-Attaquen soll Görgey durch den Sä- 
belhieb eines Unteroffiziers des Regiments verwundet worden 
sein. — Der Oberlieutenant Carl Fürst Liechtenstein des Regi- 
ments war im dichtesten Melde, von jugendlichem Muth und 
Kampfeshitze vorwärts getrieben, schwer blessirt, doch von den 
Chevauxlcgers aus der Mitte der auf ihn eindringenden Hussa- 
ren herausgehauen worden. — Das Regiment bezog nun mit 
der Cavallerie-Division Bechtold das Feld-Lager bei Mocsa. — 
Laut Armee-Befehl dos FZM. Baron Haynau de dato Igmand 
den 10* Juli wurde der Oberarzt Dr. Babitzky des Regiments 
für sein muthvolles und verdienstliches Wirkon in der Schlacht 
von Komorn öffentlich belobt. 

In der 2. Schlacht von Komorn am 11. Juli liess FML. 
Baron Bechtold zuerst die leichte Brigade Simbschen gegen den 
bedrohten Punkt bei Csem abrücken, und folgte später mit der 
schweren Brigade Lederer. Die Brigade Simbschen kam gleich- 
zeitig mit der russischen Division Paniutine an und schloss 
sich sogleich an diese an, ihren rechten Flügel formirend. In- 
zwischen war das Gefecht daselbst bereits durch das IV. öster- 
reichische Armee-Corps zum Stehen gebracht, und die Gefahr 
beseitigt worden. Ein Angriff der österreichischen Division Her- 
zinger, vereint mit den Russen, verfolgte nun den zurückwei- 
chenden Feind. Nur der Schutz ihrer Hussaren rettete die 
feindliche Infanterie vor Vernichtung; clie Cavallerie- Brigade Simb- 
schen übernimmt nun die weitere Verfolgung. — Auf dem linken 
Flügel seiner Schlachtlinie hat indessen der Feind um den Rück- 
zug seiner Infanterie zu decken, alle seine verfügbaren Caval- 
lerie- Abtheilungen zwischen den 0-Szönyer- Weingärten und der 
Babolnaer Strasse zusammengezogen, und in bedeutende Massen 
formirt. Während sich nun die in der Verfolgung begriffenen Re- 
gimenter Fürst Liechtenstein-Chevauxlegers und Kaiser- 
Uhlanen (Nr. 4) zum Angriffe bereiten, war auch die schwere Bri- 
gade Lederer rechts neben ihnen vorgezogen worden. Die Caval- 
lerie-Division schreitet zum Angriffe. Es entwickelt sich nun 
zwischen diesen an Zahl ziemlich gleichen Massen ein hartnäcki- 
ges Reiter-Gefecht mit wiederholten schönen Attaquen, bis endlich 
die feindliche Linie in ihrer linken Flanke überflügelt, und in die 
Flucht gejagt wird. — Das Regiment hatte an diesem Kampfe 
einen wichtigen und rühmlichen Antheil genommen. — Die beiden 
MHJors des Regiments Adolph Jop und Albert Baron Bülow er- 
hielten für ihre ausgezeichneten Leistungen in den beiden Schlachten 



268 

von Eomorn die Allerhöchste Zufriedenheit Seiner Majestit des 
Kaisers. — 

Das Regiment bezog mit der Cavallerie- Division Beektold 
wieder das Feldlager bei Moesa, von wo es mit dieser am 17. 
aufbrach, und über Banhida-Bicske und Bia am 20. Juli in 
Pesth einrückte« — Schon am 9. Juli war der Rittmeister Müller 
des Regiments mit seiner Escadron dem Streif - Commando des 
Major Wussin von Kaiser -Uhlanen Nr, 4 (siehe dieses) zage- 
theilt worden; dieses Commando war am 11. um 5 Uhr Naeh- 
mittagSy ohne auf Widerstand zu stossen, in Ofen eingetroffen. 

Das siegreiche Vorrücken der österreichischen Haupt-Armee 
machte das Regiment in der Cavallerie-Division Bechtold bei der 
2. Marsch -ColonnC; in der Richtung über Kecskemet und Sse- 
gedin mit, und bildete abwechselnd mit Kaiser - Uhlanen die 
Avant-Garde jener Colonne. Am 5. August in der Schlacht bei 
Szöreg hatte es sich wieder neuen Ruhm erworben. In dieser 
wurde Oberst Graf Mensdorft mit 4 Escadrons des Regiments, 
als die Cavallerie Division Bechtold durch 2*/8 Batterie unter- 
stützt längs dem Damme und an diesem gestützt gegen die 
feindliche Reiterei auf Szt. Ivan vorrückte, zur Deckung des 
Rückens diesseits des Dammes aufgestellt. Der Raum zwischen 
der sich rechtsziehenden Division Bechtold und dem Damme 
vergrösscrte sich aber jeden Augenblick, so dass die 15 Caval- 
lerie-Geschütze ihn nicht hinreichend zu decken vermochten. 
Diesen Umstand benützte rasch der Feind, indem er sich mit 
3 Hussaren-Regimenter auf die Batterien wirft, und längs des 
Dammes ein viertes Regiment vorrücken lässt, um diesem An- 
griff Nachdruck zu geben. Gelingt es diesem letztern feindlichen 
Regimente durchzubrechen, so sind die österreichischen Batterien 
ohne allen Zweifel verloren. Da übersetzt Oberst Graf Mens- 
dorff mit seinen 4 Escadronen in Divisionsfronte den hohen Danmi, und 
attaquirt mit solcher Entschlossenheit und Kraft, dass die Hus- 
saren geworfen und verfolgt ihre Absicht, die österreichische 
Cavallerie-Division abzuschneiden vereitelt sehen. — Mittlerweile 
stand die Obers4;lieutenants-Division des Regiments bei den, 
am Anschlüsse des Dammes an die Theiss liegenden Wald von Szt. 
Ivan neben einer dort aufgestellten k. russischen Truppen -Ab- 
theilung, als der Haupt- Angriff des Feindes auf die österrei- 
chische Batterie gerichtet wird, und 4 Escadrons HUssaren gegen 
diese heranjagen. Diese Bewegung erfolgt bei der eintretenden 
Dämmerung so rasch und unerwartet, dass die Hussaren bereits 
in die Bedeckung einer Batterie einhauen. Da warf sich mit 
Schnelligkeit und eben noch zur rechten Zeit der tapfere Oberst- 
lieutenant Faber des Regiments mit seiner Division den Hussa- 
ren entgegen, und rettete durch seine entschlossene kräftige 
Attaque die österreichische Batterie, unter gleichzeitiger thäti- 
ger Mitwirkung des auf Kanonenbedeckung stehenden Rittmeister 
De Butts mit einer Escadron Kaiser-Ferdinand-Cürassiere. — Noch 



269 

in später Nacht bezog nach beendetem Kampfe das Regiment 
bei Szt. Ivan ein Lager, und ruckte Tags darauf mit der Ca- 
vallerie - Division (nunmehr Graf Wallmoden) gegen Porgany 
und Keresztur vor, hatte Theil an dem Reiter-Gefechte bei 
Czätad am 8. August und an der siegreichen Schlacht bei 
Temesvar am 9. Im Verlaufe derselben, als 6 bis 8 Hussa- 
ren-Escadrons über den Nyaradbach setzten, und sich zum An- 
griflfe auf die österreichischen Batterien, welche sie zu überflü- 
geln drohen, bereiten, beordert, FZM. Bar. Haynau die leichte Caval- 
lerie-Brigade Simbschen zum Angriffe, welche zugleich durch 
4 Escadrons Kaiser - Ferdinand - Cürassiore verstärkt wurde, da 
mehrere Abtheilungen derselben auf Kanonen-Bedeckung comman- 
dirt waren. GM» Baron Simbschen rückt in drei Treffen vor, 
deren erstes die Uhlanen, das zweite das diesseitige Regi- 
ment und das dritte die Cürassiere bilden. — Die feindlichen 
Hussaren rückten mit Entschiedenheit zum Angriffe vor, während 
vom jenseitigen Ufer des Nyarad-Baches die Brigade Simbschen 
sehr heftig beschossen wurde. Das Regiment unterstützte mit 
gewohnter Tapferkeit die mit vieler Bravour unternommene Atta- 
que der voraneilenden Uhlanen, und beide vereint warfen die 
kühnen Gegner gleich im ersten Anreiten über den Bach zurück, 
wenden sich hierauf gegen die Batterie, nehmen 3 Geschütze 
und jagen die andern in die Flucht. Doch die Verfolgung des 
Feindes wurde durch das heftige Feuer mehrer schon zu nahe 
her angefahrener Batterien gehindert, ja die Brigade Simbschen 
ist genöthigt, aus derselben Ursache die eroberten Geschütze 
im Stiche zu lassen, zog sich bei dem bald darauf erfolgten 
Aufmarsch der österreichischen Geschütz-Reserve aus dem feind- 
lichen Feuer zurück, und formirte sich vor Bessenova am linken 
Flügel der russischen Division Paniutine. Bei der spätem Vor- 
rückung von Bessenova reinigte das als Avant- Garde voreilende 
Regiment die Fläche jenseits des Nyarad-Baches. Nach der Ent- 
scheidung der Schlacht folgte die Cavallerie^Brigade Simbschen 
dem siegreichen Feldherrn FZM. Baron Haynau in die Festung 
Temesvar. Der Oberlieutenant Carl Oaravaggio des Regiments 
hatte in dieser Schlacht einen Fuss verloren. — 

Am 10. August stand das Regiment mit der Cavallerie- 
Division Wallmoden im Lager vor Giroda zunächst der Strasse 
von Lugos. Am 15. rückte die genannte Division und mit ihr 
das Regiment bis Lugos, um von dort den Feind weiter zu 
verfolgen. Das Regiment kam am 19. nach Caransebes, am 19. 
nach Zagazsen, von wo eine Abtheilung desselben Russberg be- 
setzte, 3 ZVige waren der bis gegen Mehadia vorrückenden 
Avant-Garde des Oberstlieutenants Mortons (von den Jägern) zu- 
getheilt, welche am 22. bei Teregova auf eine Abtheilung Hon- 
veds stiess, sie angriff und in die Flucht jagte. — Nach der 
nunmehrigen Beendigung dieses Feldzuges erhielt das Regiment 
die Friedens-Station Theresiopel angewiesen. Für ihre Auszeich- 



|»o 



I 



I 



nung vor dem Feinde wurden folgende Oflizicre des Regimenta mit 
kaiaerlicb-öaterreicbiscLen und russischen Orden dekonrtund zwar: 

Oberst Alexander Graf Menadorff-Pouilly mit dem 
Militär- Verdienst-Kreuze, den k. russischen St. Wladimir -Orden 
III. Clasae, und vermöge Capitelbeäcbluss von 1850 nacbträgticb 
für seine glänzende Waffentbat bei Komorn mit dem Ritter- 
Kreuze des Maria Thereaicn-Ordens; Oberstlieutenant 
Wilhelm Faber mit dem Ritter-Kreuze des Leopold- Ordens, dem 
Orden der eisernen Krone III, Clasae, dem Militär- Verdienest 
Kreuze und den k. russischen Wladimir-Orden III. Clasae. 

Major Adolf Jop mit dem MilLtäi--VerdienBt-Kreuze und 
dem k. russischen St, Annen-Orden II. Clasae. 

Die Majors Albert Baroii BüIqw und Franz Wirth 
mit dem Militär-Verdien8tkrt.uze, letzterer nachträglich noch den 
Orden der Eiaernen Ktona in Classe. 

Rittmeister August Müller mit dem Militär -Verdienst- 
kreuze und dem k. russischen St, Annen-Orden III. Classe mit 
dei' Schleife. 

Rittmeister und Adjutant Hr. Majestät Alesander Karst 
V. Karstenwerth mit dem Militär-Verdienstkreuze und dem k. 
rusaiacben Wladtmir-Oiden IV. Classe mit der Schleife. 

Oberlieutenant Karl Fürst zu Liechtenstein mit 
dem Orden der Eisernen Krone lil. Classe und dem russischen 
Wladimir-Orden IV. Classe mit der Schleife, 

Das Militär- Ver dienstkreuz erhielten noch die Rittmei- 
ster Anton Gröber, Anton Jankovics de Csalma, August von 
Waldegg, die ' »berlieutenants August Bosnard, Gustav Rästle, 
Artbui' Baron Käst, und die Lieutenants Vincenz Niesner und 
Moriz Graf Strachwitz. 

Unter die brave Mannschaft des Regiments waren goldene 
und silberne Medaillen zatilreich vertheilt worden, der Schematis- 
mus von 1852 weist damals noch die beträchtliche Zahl von 
68, darunter 5 goldene, 7 grosse und 56 kleine silberne Medail- 
len aus, ebenso hatte das Regiment mehrere k. russische St. 
Georgskreuze 5. Classe erhalten. Unter den mit Medaillen Deco- 
rirten befanden sich ausser der vorgenannten Zahl die Cadeten 
Franz Karst mit der goldenen, Josef Graf Nimpsch mit der 
grossen silbernen und Stabatrompeter Anton Chaule mit beiden. 

Im Oktober 1849 erhielt das Regiment seine Bestimmung 
nach Galizien, wohin es überMunkacz und Ober- Ungarn abrückte 
und die Stabsstation Zolkicw bezog. 

Am 23, April 1850 beging das Regiment eine erbebende 
Feier zu Lemberg, wo nämlich vom kommandirenden G. d. C. 
Baron Hammeratein die Bruat seines tapfern Comraandanten des 
glänzenden Reiterfiibrera bei O'Szöny, Obersten Graf Mennsdorff 
mit dem Ritterkreuze des Maria-Theresien - Ordens und nebstdem 
jene von 29 wackern Reitern des ßegimenta mit goldenen und 
flilbernen Medaillen geschmückt wurde. — IS'il VFurde dor Stab 



271 

des Regiments nach Lancut und Umgegend, 1852 nach Pod- 
gorce verlegt, 1854 geliörte das Regiment zu der in Galizien 
aufgestellten Armee des G. d. 0. Graf Schlick und wechselte 
häufig seine Dislocationen, bis es im Juli 1855 die Stabsstation 
Graz in Steiermark angewiesen erhielt, von wo es im Herbste 
1857 nach Kesthely in Ungarn abrückte. — 

Mit 6. Mai 1851 war das Regiment zum Uhlanen-Regiment mit 
der Nummer 9 übersetzt worden, nachdem es im Dezember eine 
zwar nicht in's Leben getretene Adjustirung mit dunkelgrünen 
Röcken und Pantalons nebst bleichrothen Aufschlägen erhalten. 

Im Mai 1859 war das Regiment bis Parendorf und Unga- 
risch-Altenburg vorgeschoben worden, und im Juli d. J. erhielt 
es seine gegenwärtige Stabsstation Theresiopel in Ungarn, wo 
es 1860 seine 4 Division auflöste und 1861 durch längere Zeit 
eine Division in Croatien detachirt hatte. 

ia Theresien-Ordens-Ritter. 



1790 Oberst Johann Fürst Liechtenstein; (siehe Inhaber bei Hussaren Nr. 7.) 
1794 Oberst Joseph v. Stipsioz v. Ternowa, (siehe Inhaber bei Hussaron Nr. 10.) 
1794 Oberstlieutenant Joiiann Baum v. Apelshofen, f vor dem Feinde im Gefechte 

bei Frauenfeld 179». 
1796 Major Carl Graf Kinsky^ (siehe Inhaber bei Cürassiere Nr. 12.) 
1801 Oberlieutenant Anton von PlSohel, f als Oberlieutenant der Trabanten-Garde 

zu Wien am 21. Mai 1852. 
1806 Bittmeister Carl Baron Tettenborn, f als grossberzoglioh badischer General- 
Lieutenant und Gesandter zu Wien am 9. Dezember 1845. 
1813 Bittmeister Anton von Puohner, 1850 Commandeur, als 2. Oapitain der 1. 

Arcleren-Leib- Garde, G. d. C; Inhaber des 3. Infanterie-Beglments am 28. 

Dezember 1852. 
1850 Oberst Alezander Graf Mensdorff-Pouilly, gegenwartig FML., Inhaber des 

73. Infanterie-Begiments, Statthalter und Gommandirender-General in Galizien 

und der Bukowina. 

Inhaber. 

1640 Oberst Johann de la Corona. 

1653 Oberst Peter v. Busohiere, f 166i. 

1661 GM. Jakob Freiherr v. Gerhardt, f 1676, geblieben bei der Einnahme von 
Demin. 

1676 G. d. C. Johann Valentin Graf Schultz, f 1686. 

1686 Oberst Johann Jakob Graf Kiesl, f 1689 

1689 FM. Johann Ludwig, Graf Babuttin-Bussy, 11716. 

1716 Oberst, 1723 GM. Amad^ Graf Babuttin-Bussy. 

1727 GM. Peter Graf Watterborn. 

1731 FM. Carl Joseph Forst Bathiany, f 1772. 

1773 FM. Joseph Graf Kinsky-Chinitz und Tettau, MTOB., f ssu Wien am 7. Fe- 
bruar 1804. 

1804 G. d. C. Johann Graf Klenau, MTO.-Omdr., f za Brühn am 6. Okt. 1819* 

1822 G. d. 0. Andreas y. Schneller, f zu Oedenburg am 16. März 1840. 

1840 G. d. C. Karl Fürst zu Liechtenstein, 1. Obersthofmeister Sr. Majestät des 
Kaisers und Oberst sämmtlicher Garden. 

Oberste. 

1640 Johann de la Corona, zugleich Inhaber ) gKnuntliohBeffiments- 

1653 Peter v. Buschi^re, zugleich Inhaber > n/>«»«,«*»ii««f«»i 

1661 Jakob Freih. v. Gerhardt, zugleich Inhaber, 1675 GM. ) ^o°i°^anaanten. 



272 

1676 Johann Valentin Graf Scholz^ später GM., zugleich Inhaber * 

1683 Friedrich Graf Castel, 1686 GM. | ^ 

1686 Johann Jakob Graf Kiesl, zugleich Inhaber 1 S 

1688 Johann Graf Rabuttin-Bussy, 1689 GM. und Inhaber Je 

1700 von Gräven I g 

1716 Amad6 Graf Rabuttin-Bussy, zugleich Inhaber, 1723 GM. I B 
1723 N. von Du Mesnil, 1730 abgängig 6 

1730 N. Dufort, 1738 GM. \ i 

1738 N. Graf Schellard, 1740 abgängig /| 

1740 Ignaz Baron Bechinie, 1744 GM. j *« 

1744 Christoph Graf SchaUenberg, 17S4 GM. I ^ 

1755 Andreas Graf Vitzthum, 1759 GM. l-g 

1759 Heinrich Hartenberg, 1767 pensionirt. VB 

1767 Alexander Graf Erdödy, 1770 GM. 1 1 

1770 Johann Graf Saurau, 1773 quittirt. |« 

1773 Ferdinand Johann Graf Harrach, 1778 GM. j 

1779 Lothar Baron Bubenhofen, 1788 GM. / 
1783 Joseph Hainess, 2. Oberst, 1788 Regts.-Comdt., 1790 GM. 
1790 Johann Fürst zu Liechtenstein, MTOR., Regts.-Comdt., 1794 GM. 
1790 Anton Baron Schubirz, 2. Oberst, 1791 transferirt zu Uhlanen Nr. 1 . 

1794 Joseph von Stipsicz, MTOR., Regts.-Comdt., 1797 GM. 

1797 Albert Stahel, 1800 GM. ) 

1801 Carl Graf Kinsky, MTOR., 1806 GM ( i? • . 

1806 Joseph von Mayer, 1809 GM. ( Kegiments- 
1809 Raban Baron Spiegel, 1812 transferirt zu Huss.iren Nr. 4. J *^omandten. 
1812 Johann von Kopp, 1820 GM. 

1814 Ludwig Graf Wratislaw, 2 Oberst, 1815 General-Adjutant Sr. k. k. Hoheit 

des Erzh. Carl. 
1820 Paul Baron Wernhardt, MTOR., 1826 GM. 
1826 Dominik Graf Stürgkh, 1832 pensionirt. mit Gen.-Charakt. / Regiments- 
1832 Alois Chevalier Rossi, 1836 pensionirt > Comandten. 

1836 Joseph Fürst Lobkowitz, 1844 GM. 
1844 Carl Graf Cavriani, Regts.-Comdt., 1848 GM. 
1849 Friedrich Graf Zedwitz, Regts.-Comdt., 1849 zum Kriegs-Ministerium comman- 

dirt, 1850 GM. 

1849 Alexander Graf Mensdorff-Pouilly, Regts.-Comdt., 1850 MTOR. und GM. 

1850 Fianz Baron Roden, Regts.-Comdt., 1858 GM. 
1856 Carl Baron Boxberg, 2. Oberst, 1858 Regts.-Comdt., 1862 GM. 
1860 Alexander Karst v. Karsten werth, 2. Oberst, 1862 Regts.-Comdt. 

Obers tlieutenants. 

1640 Peter v. Buschi6re> 1653 Oberst, 1642 Graf Strassoldo. 

1653 Jakob Freiherr v. Gerhardt, 1661 Oberst. 

1661 von Hagen. 

1673 von Sotier. 

1688 Baron Orlick, f vor dem Feinde bei Widdin am 14» Octobcr 1689. 

1897 von Gräven, 1700 Oberst. 

1700 bis 1788 unbekannt. 

1788 Johann Fürst Liechtenstein, 1790 Oberst. 

1790 N. Baron Hochberg, 1793 pensionirt. 

1793 Johann v. Gosztonyi, 1795 pensionirt. 

1795 Albert Stahel, 1797 Oberst. 
1797 Carl Kinsky, MTOR., 1801 Oberst. 

1800 Andreas Schneller, 1801 Oberst bei Hussaren Nr. 10. 

1801 Joseph Theymern, 1805 Oberst bei Cürassier Nr. 2. 
1805 Joseph von Mayer, 1805 Oberst. 
1805 Emerich Besan, 1807 Oberst bei Dragoner Nr. 2. 

1807 Ferd. Graf Lippe, f vor dem Feinde am 21. Mai in der Schlacht bei Afpera. 



278 

1809 Johann von Kopp, 1812 Oberst. 

1810 Ferdinand Fürst Kinsky, MTOR., 1812 Oberst bei Uhlanen Nr. 2. 
1810 Paul Baron Taxis, 1811 Oberst bei Cürassier Nr. 4. 

1812 Ludwig Graf Wratislaw, 1814 Oberst. 

1812 Dominik Graf Stürgkb, 1826 Oberst. 

1826 Alois Chevalier Rossi, 1832 Oberst 

1832 Wilh. Baron Haxthausen, f zu Ruma am 14. Juni 1834. 

1834 August Chevalier Lehnhoff, 1838 pensionirt. 

1838 Franz Baron Fleissner, 1840 pensionirt mit Oberst-Charakter. 

1840 Carl Graf Cavriani, 1844 Oberst. 

1844 Valentin Baron Wodniansky, 1849 Platz-Oberst zu Oedenburg. 

1849 Wilh. Faber, 1849 Oberst bei Uhlanen Nr. 2. 

1849 Friedrich Freudhofer v. Steinbruck, 1850 pensionirt mit Oberst-Charakter. 

1850 Adolph Jop, 1852 pensionirt. 

1852 August Graf Schallenberg, 1854 pensionirt mit Oberst-Charakter. 
1854 Leopold Popovich, 1856 pensionirt. 

1856 Carl Müller v. Neckarsfeld, 1856 transferirt zu Uhlanen Nr. 2. 
1858 Alexander Karst v. Karstenwerth, 1860 Oberst. 
1858 Carl Baron Simbschen, 1858 transferirt zu Uhlanen Nr. 8. 
1860 Carl Chevalier Crouy, Flügel-Adjutant des Kriegs-Ministeriums, FZM. Graf 
Degenfeld, 1862 zum Regimente eingerückt 

Majors. 

1790 Joseph von Stipsioz, 1793 Oberstlieutenant und Gcnoral-Adjutant Sr. Majestät 
des Kaisers. 

1792 Johann von Gosztonyi, 1793 Oberstlieutenant. 

1793 Albert StaheU 1795 bberstlieutenant. 

1795 Carl Graf Kinsky, 1796 MTOR., 1797 OberstUeutenant. 

1797 Andreas Schneller, 1800, Oberstlieutenant. 

1797 Wenzel Baron Olnhausen, 1799 Oberstlieutenant beim Generalstab. 

1800 Joseph von Mayer, 1805 Oberstlieutenant. 

1801 Johann Picoard v. Grunthal, 1802 transferirt zu Chev.-Leg. Kr. 6. (Uhlanen 
Nr. 10). 

1802 Franz Müller, 1804 Oberstlieutenant beim Hofkriegsräthliohen Militär - Depar- 
tement. 

1804 Emerich Besan, 1805 Oberstlieutenant. 

1805 Jakob Gontard. 1806 pensionirt mit Oberstlieutenants- Charakter. 

1805 Heinrich Graf Hardegg, 1807 OberstUeutenant bei Uhlanen Nr. 3. 

1806 Ferdinand Graf Lippe, 1807 Oberstlieutenant. 

1807 Paul Baron Taxis, 1810 Oberstlieutenant 
1807 Johann von Kopp, 1809 Oberstlieutenant. 
1809 Dominik Graf Stürgkh, 1812 OberstUeutenant. 
1809 Ludwig Durand, 1811 pensionirt. 

1809 Carl Baron Tettenbom, 1810 transferirt zu Hussaren Nr. 5. 
1812 Max Graf Nesselrode, f an einer bei Dresden erhaltenen Wunde am 26. August 
1813. 

1812 Nikolaus Baron Selby, f am 6. October 1815. 

1813 Peter ChevaUer Martyn, MTOR., 1820 OberstUeutenant bei Cürassier Nr. 4. 

1814 Johann von Erben, 1815 transferirt zu Dragoner Nr. 2. 

1815 Joseph Baron Wasseige. 1821 pensionirt. 

1815 Eugen Graf Falkenhain, 1820 transferirt zu Uhlanen Nr. 4. 

1816 Celestin von Spini, 1819 pensionirt 

1820 Alois ChevaUer Rossi, 1826 OberstUeutenant. 

1821 Adam Mayer, f zu Szt. Miklos im Banat am 14. October 1824. 
1824 Anton Tomaschek, 1827 pensionirt. 

1826 WiUiekn Baron Haxtbausen , 1832 OberstUeutenant 

1827 August Chevalier Lehnhof^ 1834 OberstUeutenant 
1832 Franz Stein, 1833 pensionirt. 

18 



274 

1833 Franz Baron Fleissner, 1838 Oberstlieutenant. 

1834 Carl Baron Moltke, 1837 Oberstlieutenant bei Chev.-Leg. Nr. i. (ühlauen Nr. 6) 

1837 Valentin Baron Wodniansky, 1844 Oberstlieutenant. 

1838 Anton von Liclitenstern, 1839 pensionirt. 

1839 Franz Panosch v. Kreuzinfeld, 1841 pensionirt. 
1841 Joseph Lange, 1844 pensionirt. 

1844 Joseph Chevalier Desloges, 1846 pensionirt. 

1846 Wilh. Faber, 1849 Oberstlieutenant. 

1847 Rudolph Baron Weiss-Hartenstein, 1848 pensionirt. 

1848 Friedrich Freudhoffer v. Steinbruck, 1849 Oberstlieutenant. 

1848 Adolph Jop, 1850 Oberstlieutenant. 

1849 Adolph Baron Bülow, 185Ä Oberstlieutenant bei Uhlanen Nr. 10. 
1849 Mathiaft Pluhowsky, f 1849. 

1849 Franz Wirth, 1850 transferirt zur Arcieren-Leib-Garde. 

1850 Anton Gröber, 1853 pensionirt. 

1850 Leopold Popovioh, 1854 Oberstlieutenant. 

1853 Carl Müller v. Neckarsfeld, 1856 Oberstlieutenant. 

1853 Carl v. Trembalski, 1856 pensionirt. 

1854 Carl Baron Simbschen, 1858 Oberstlieutenant. 

1856 Heinrich Baron Stregen zu Glauburg, 1859 Vice -Commandant der Central-Equi- 

tation zu Wien, 1860 Oberstlieutenant bei Uhlanen Nr. 11. 
1856 Leopold Ritter Herbert yon Herbot, 1858 transferirt zu Uhlanen Nr. 5. 
1858 Carl Brasseur v. Kehldorf, 1861 pensionirt. 

1858 Franz Baron Ensch, 1860 transferirt zu Uhlanen Nr. 3. 

1859 Maximilian Graf Mac-Caffry, 1859 transferirt zu Uhlanen Nr. 12. 

1859 Carl Baron Roden, 1862 pensionirt. 

1860 Ceslaus Ritter y. Bzowski v. Janota, 1862 pensionirt* 
1862 Anton Haizinger. 

1862 Thomas Zietkiewicz^ 1862 pensionirt. 

Cniforiniruiif des Regiments. 

Weisse Czapka scharlacbrothe Aufschläge, dunkelgrüne Uh- 
lanka und Pantalons, weisse Knöpfe. 

Uhlanen-Regiment Nr. 10 Graf Clam-Galias« 

Dieses Regiment wurde 1798 aus den vierten Divisionen 
der Dragoner -Regimenter Coburg (1801 redüzirt) und Latour 
(jetzt Nr. 2), dann aus den emigrirten französischen Hussaren- 
Regimentern Saxe und Bercheny, mit dem Stande von 3 Divisio- 
nen als 13: leichtes Dragoner-Regiment errichtet, und 
zählte 62 Offiziere, 6 Stabspartheien, 31 Primapianisten und 1296 
Mann vom Wachtmeister abwärts. Unter der Mannschaft befanden 
sich 6 mit der goldenen und 28 mit der silbernen Medaille de- 
corirte Individuen. Als Adjustirung erhielt das Regiment dunkel- 
grüne Röcke (Collets) mit dunkel oder pompadourrothen Auf- 
schlägen, weissen engen Hosen und weissen Knöpfen. Im Juni 
1798 stand diess Regiment in der Gegend, von Eggenfelden in 
Baiern, lagerte im Oktober bei Vilsbiburg, kantonirte Anfangs 
Dezember bei Mühldorf am Inn, von wo es am 24. d. M. bei 
Donaubtauf nächst Regensburg die Winterquartiere bezog. 

Im Mai 1799 wurde das Regiment zum Corps des FML. 
Graf Sztaray eingetheilt, und rückte mit diesem an den Ober- 



» . if- 



275 

Rbein^ wo es bei allen Gefechten dieses Feldzugs gegen 
die Franzosen thätigst mitwirkte. Bei der Vorrückung der Armee 
in der Nähe von Eppingen angekommen, bildete das Regiment 
die Avantgarde, an deren T4te die Oberst 2. Escadron unter 
Bittmeister von Müller marschirte. Oberlieutenant 01p hatte den 
Befehl erhalten, mit seinem Zuge vorzurücken und gegen die 
feindliche Cavallerie zu plänkeln, wobei ihm Rittmeister Graf 
D'Ambly mit einem Zuge unterstützen sollte. Der Feind wurde 
bis zu einem Verhau zurückgedrängt, hinter welchem auf einer 
von einem breiten Graben umgebenen Wiese viele, feindliche 
Infanterie aufgestellt war. Corpora! Bade des Regiments mit 8 
Dragonern vorgeschickt, fand einen kleinen Uebergang über den 
Graben, den er mit seiner Mannschaft einzeln überschritt, den 
überlegenen Feind mit Muth angriff, aber in die Gefahr gerieth, 
mit seinen Tapfern abgeschnitten und gefangen zu worden; da 
setzte Stellvertreter Frank mit 6 Dragonern über d«n Graben, 
welchen Rittmeister Graf D'Am bly, von einer kleinen Anhöhe die 
Gefahr bemerkend mit einem Zuge umiitt, und beide attaquirten 
ohne Zögerung den überlegenen Feind. Wachtmeister Moser war 
der Erste gegen die französischen Infanteristen vorgesprengt, die 
so ausser Fassung gebracht waren, dass sie auf Aufforderung dieses 
Wachtmeisters die Waffen wegwarfen und sich kriegsgefangen 
ergaben. Wachtmeister Moser erhielt in der Folge die silberne 
Tapferkeits-Medaille. Im selben Momente überfiel der zweite 
Oberst Graf Fresnel mit einer Abtheilung des Regiments bei 
Kehl ein feindliches Cavallerie - Detachement von 60 Mann und 
hob dasselbe mit all' seinen Pferden auf. 

Im Auftrage dieses Obersten hatte Rittmeister von Sück 
in derselben Zeit das 3. französische Hussai*en- Regiment in dessen 
Lager bei Leimen, unweit Heidelberg überfallen, 100 Mann nieder- 
gehauen, den Rest versprengt, mehrere Gefangene gemacht und 
60 Pferde erbeutet, wobei er nur 3 Blessirte, darunter einen Offi- 
zier bei seiner Abtheilung zählte. 

Im Juni haben Rittmeister Szombathely und Oberlieutenant 
Wunderbaidinger des Regiments einen feindlichen Posten zwischen 
Gamshorst und Muckersdorf so rasch überfallen, dass von dieser 
ein Offizier nebst mehreren Dragonern und Infanteristen nebst- 
21 Pferden gefangen wurden, der Rest jenes Postens aber eiligst 
die Flucht ergriff. Bei der, vom FML. Graf Sztaray gegen Ende 
Juni anbefohlenen Recognoszirung des in der Gegend von 
Hasslach aufgestellten Feindes wurde das Regiment vom GM. 
Graf Merveld sehr zweckmässig verwendet, der Feind aus Hasslach 
sowie aus der Gegend von Offenburg vertrieben, und diese 
Stadt von den österreichischen Truppen unter Merveld besetzt. 
Bei dieser Unternehmung wurde das 10. und 23. französische 
Cavallerie- Regiment beinahe ganz aufgerieben, und 1 Oberst, 6 
Offiziere und 240 Reiter gefangen. Der Wachtmeister Christian 
Federkeil des Regiments hatte aus eigenem AQtriAb6 das I^orf 



Wisdocil angegriffen, vtelcbes von 30U Franzosen besetzt war. 
Er hieb 13 derselben zusammen, verjagte die übrigen, und gab 
dadurcli zum gnten Erfolge des gl eicliz eiligen Haupt- Angriffes 
den grösaten Ausschlag, wofür er mit der goldenen Tapfer- 
beits-MedaiUe belohnt wurde. Der Regimen ts-CommandaDt Oberst 
TOD Egger und Oberstlieutenant von Auer haben sich bei dieser 
Gelegenheit sowohl durch umsichtige Führung ihrer Dragoner, 
als durch ihre persönliche Bravour hervorgethan. 

Am 4. Juli griffen die Franzosen den Öaterreicbisehen 
Posten bei Renchen und Gamshorst an. Das Regiment wurde 
hier von seinem Obersten von Egger Torti-efflich geführt und 
focht mit wahrem Heldcnmuth; die Franzosen wurden bis Bischofs- 
heim zurückgetrieben. 

Ende August hatte der Feind ein Detacbement nach Bruch- 
sal gesendet, um daselbst eine grosse Contribution zu erpressen. 

Oberst Graf Fresnel kam mit einer Division des Regiments 
eben dort an, und befreite dadurch diesen Ort vor der Brand- 
sohatzung. 

Am 18. September in dem Gefechte bei Mannheim und 
der Erstürmung der Neclarauer SchauEcn nennt die Relation 
nebst den stürmenden Infanterie-Regimentern auch die vom Oberst 
Graf Fresnel befehligten Escadrons des Regiments, welche zur 
Unterstützung der SUirm-Colonnen bestimmt, sich ganz besonders 
ausgezeichnet hatten. 

Am 3, November im Treffen bei Lochgau, als die Fran- 
n eben Miene machten, ihren Rückzug anzutreten, befahl 
GM. Fürst Hohenlobe den Angriff von Seite seiner Brigade, 
welche aus dem Regimento nebst nur schwachen Escadrons der 
Cürassier-Rogimenter Anapach (1801 roduzirt) und Erzherzog 
Franz (Nr. 2) bestand. Die französische Cavallerie war hier der 
österreichischen wenigstens um das Dreifache überlegen, und 
dennoch wurde erstere im Momente ihres Abschwenkens attaquirt 
überrascht, geworfen und zerstreut; mit solchem Nachdrucke 
hatte die österreichische Reiterei sie angegriffen- 

Die auf verschiedenen Punkten vei-theilte französische Infan- 
terie bildete sich nun schnell in einzelne Quarrdes und Massen, 
die zum Theil durch Wälder und Gebüsche geschützt waren. 
Sie vertbeidigte sich hartnäckigst gegen die österreichische Caval- 
lerie, wurde aber dennoch überwältigt und niedergehauen. Be- 
sonders zeicbneten sich bei diesen wiederholten Reiter- Attaquen 
4 durch den tapfern Obersten von Egger geführte Escadrons des 
Regiments aus, drangen durch Defileen und alle Terainhinder- 
nisso vor, und warfen sich auf den Feind mit so unwidersteh- 
lichem Nachdrucke, dass er mehr als 1200 Leichen am Kampf- 
platze zurückliess. Gefangen wurden 17 Offiziere und 697 Mann. 
Unter den zahlreichen Verwundeten befanden sich auch 
französisclieu Generäle Ney und Lorket. Der Rest des Feindes 
suchte sein Heil in der Flucht, uad wurde bis an die Defilä( 



des I 

ien I 



277 

hinter Brackenheim, welche ihn schützend aufnahmen^ verfolgt. 
Oberst Egger hatte an diesem Tage mit seinen Dragouorn fünf 
glänzende Attaquen ausgeführt und die Verfolgung Ney's so 
lange fortgesetzt, als es die Entfeinung von der Haupttruppe er- 
laubte. Die Relation des GM. Fürst Hohenlohe rühmt den Muth 
und die Ausdauer seiner sämmtlichen Truppen ; unter den Offi- 
zieren, welche wegen vorzüglicher Auszeichnung belobt wurden, 
befanden sich vom Reöimente: Oberst von Egger, der ein Pferd 
unterm Leibe verlor, die beiden Rittmeister Belloute und Sück, 
welch letzterer mit seiner Schwadron ein feindliches Quarrte 
über den Haufen warf. 

Am 9. und 16, November bestand Oberst von Egger mit 
einem Theile des Regiments bei Hofheim neuerdings glänzende 
Gefechte. Am letzteren Tage drängte er, nur von 3 Banater- 
Grenz-Compagnien unterstützt, 4000 Franzosen von Defil^e zu 
Defil^e mehrere Stunden weit zurück. — 

Am 2. Dezember ordnete FML. Graf Sztaray seine Colon- 
nen zum Angriff auf die die Reichsfeatung Philippsburg blocki- 
renden Franzosen. GM. Fürst Hohenlohe wurde mit seiner Brigade 
gegen Sinzheim beordert und zur Erleichterung dieses Vorrü- 
ckens Oberst Rakittievics mit 3 Compagnien Deutschbanater und 
2 Escadrons des Regiments gegen Weiler geschickt. 

Am 3. Dezember wurde der Feind von allen Colonnen 
Sztaray's in seine Hauptstellung bei Wissloch gedrängt und dieser 
Ort von den Avantgarden derselben besetzt. Es entwickelte sich 
nun ein harter Kampf, die Franzosen nahmen den Ort wieder 
und vertheidigten ihn auf das Hartnäckigste, bis sie endlich Nach- 
mittags zum Rückzuge über Baierthal nach Leimen gezwungen 
wurden, wo die einbrechende Nacht das Gefecht beendete. An 
diesem Tage hatten 2 Escadrons des Regiments mit einer von 
Herzog Albert Cürassier (Nr. 3) bei den Fleschen vor Wissloch 
ein hart bedrängtes Bataillon des Infanterie-Regiments Baron Wenk- 
heim (Nr. 35) gegen das Einhauen der französischen Cavallerie 
geschützt, diese angegriffen, geworfen und bis in die Stadt ver- 
folgt. — Im Laufe dieses Monats bezog das Regiment die Winter- 
quartiere, nachdem es im Feldzuge 1799 an Todten, vom 
Wachtmeister abwärts 41 Mann ; an Gefangenen den Oberstlieutenant 
von Rainharz (am 3. Dezember bei Wissloch) und 20 Mann, und 
an Vermissten 4 Mann verloren hatte. 

Anfangs 1800 stand das Regiment in Cantonirung am 
Ober-Rhein, und hatte im Laufe der Monate Mai und Juni an 
den in Schwaben und Baiern vorgefallenen Gefechten und Treffen 
seinen rühmlichen Antheil, so hatte Rittmeister Sück am 19. Juni 
im Vereine mit dem Rittmeister Horvath von Vecsey - Hussaren 
(Nr. 4) die Stadt Wangen überfallen, einen feindlichen Courier 
aufgehoben und reiche Beute gemacht. Nach dem Parsdorfer 
Waffenstillstände rückte das Regiment im September in die Can- 
tonirongsstation Horasdowitz in Böhmen, doch nach kurzer Zeit 



278 

von da nach Ober-Oesferreicb, wo es in der nun von Sr. k, k. 
Hobeit dem Erzberzog Johann belebiiglen Armee, nacli Aufkün- 
digung des Waffenstillstandes von Seite der Franzosen, am 25. 
November den Inn iiberscbritt. 

Am 3. Dezember in der Schlacbt von Hobenlinden war 
dasselbe mit dem ausrückenden Staude von 885 Maon und Pferden 
in der ersten recbten Flügel- Colonne der Division Sr, k. Hoheit 
des Erzherzog Ferdinand, der Brigade des GM. Wöber einge- 
theilt. — Während des Eückzugea deckte das Regiment durch 
seine kräftigen Attaquen, unter Führung seines tapfern Obersten 
Grafen Civalart, bei dem Dorfc Buch die Division des Erzherzogs 
Ferdinand, und warf die ersten feindlichen Linien zurück. Cor- 
poral Becker, welcher bei dieser Gelegenheit einen vom Feinde 
hart verfolgten General, dessen Pferd schwer verwundet war, 
durch Abtietung seines Dienstpferdes rettete, und selbst aber 
zu FuBs seine Abtheilung zu erreichen suchte, erhielt die sil- 
berne Medaille. 

Das Regiment hatte in diesem Feldzuge verloren an 
Todten, 44 Mann; an Gefangenen den Regiments -Adjutanten 
Scbäffer, Oberlieutenant Kirschberg, die Lieutenants Graf Tcsaio- 
naire, Graf BriiFe und 46 Mann und 83 Mann an Ver- 
mtssten. 

Anfangs 1801 war das Regiment zu Langenrohr in Nieder- 
Ssterreich kantonirt, später in Sitzendorf, von wo es im April 
die Friedensstation Brandeis in Böhmen bezog. Im Dezember d. J, 
erhielt dasselbe 412 Mann des eben aufgelösten Dragoner-Regi- 
ments Coburg, aus welchen im Februar 1802 die2.Majors-Di vision 
errichtet, und das Regiment zum 6. Chevauxlegers-Regimont 
mit dem Stande von 4 Divisionen übersetzt wurde; als solches 
erhielt es nun weisse Röcke mit schwarzen Aufschlägen und gelben 
Knöpfen. — Der Stab ward nun nach Klattau verlogt, von wo 
jedoch das Regiment am 9. August d. J. in das Salzburgische mar- 
Bchirte und mit dem Stabe nach Laufen zu stehen kam, jedoch 
Behon am 17. JSnner 1803 wieder nach Klattau abrückte. 

Im September 1804 war das Regiment im Lustlager von Gbell. 
Den Feldzug 1805 machte daa Regiment in Deutschland mit, 
and stand vor Eröffnung der Feindseligkeiten von Kniebeisa bis 
Pforzheim gegen Aalen vereinzeint aufgestellt. Ungeachtet dessen 
aber leitete der Regimenfs-Commandanf Oberst Graf Civalart es 
80 geschickt und zweckmässig ein, dass er nicht nur nach dem 
Uebergange der Franzosen über den Rhein deren Colonnen Märsche 
kotoyirte, sondern auch, als die Feindseligkeiten zum endlichen 
Ausbruche kamen, sofort das Regiment zu konzentriren wusste. 

Am Tage des Angriffs auf die öaterreicbische Stellung bei 
Ulm, den 11. Oktober, machte Oberst Graf Civalart den FML. 
Baron Mack, in Gegenwart des FML. Fürsten Schwarzenberg den 
Torschlag, wie man den Feind dadurch umgehen und in Rücken 
kommen könne, wenn man die Cavallerie um den Wald von Morizen, 




279 

die Infanterie aber durch denselben führe, welcher Vorschlag nicht 
nur angenommen, sondern auch so glücklich in Ausführung gebracht 
wurde, dass die Franzosen wesentliche Nachtheile erlitten. Am 
selben Tage stand Rittmeister Sück mit der Oberstlieutenants-Divi- 
sion des Regiments, einer Compagnie Tiroler-Jäger und einer halben 
Batterie vor Haslaeh, auf der Strasse von Albeck gegen Elchingen 
auf Vorposten, als der französische General Ney mit drei Truppen 
Divisionen gerade auf diesen Punkt den lebhaftesten Angriff unter- 
nommen hatte. Ohne einen Verlust zu erleiden, zog sich Sück in 
die ihm angewiesene Aufstellung auf den rechten Flügel der 
österreichischen Armee zurück. Unmittelbar vor der Front dieses 
Flügels lag das Dorf Heffingen, welches die beiden Infanterie-Re- 
gimenter Riese und Reuss Plauen (jetzt Nr. 15 und 17) besetzt 
hielten. Der Feind richtete alle seine Kräfte auf diesen wichtigen 
Punkt, und nachdem er sich nf^ch längerem Widerstände der vor- 
liegenden Gebüsche bemeistert hatte, brachte er jene beiden Regi- 
menter zum Weichen. Diess Latte der tapfere Rittmeister Sück 
kaum bemerkt, als er mit seiner Division, unterstützt von der Oberst 
1. Escadron des eigenen Regiments und einer Division Hohenlohe 
Dragoner (jetzt Cürassier Nr, 10) sich auf den Feind warf, ein 
links vom Orte auf den Anhöhen gelegenes, von diesem besetztes 
Gebüsch umging, und den Feind nicht nur zwang diese das Thal 
beherrschenden Höhen, sondern auch eine auf demselben placirte 
Batterie zu verlassen; die Infanterie, durch dieses Beispiel angeei- 
fert, bemächtigte sich wieder der kurz vorher verlorenen Stellung. 
Da aber das bis an die Donau sich erstreckende Heffingen, und 
jene vorliegenden Anhöhen den Schlüssel zu der Position von Ulm 
bildeten, so ruhten die Franzosen nicht, und suchten um jeden 
Preis Meister derselben zu werden. 

Mit erneuerter Kraft erfolgte ein zweiter feindlicher Angriff; 
die Gebüsche und die Anhöhen gehen aufs Neue verloren. Ritt- 
meister Sück ist aber jetzt wieder mit seiner muthigen Reiterschaar 
bei der Hand; seine Attaquen allerdings von beträchtlichem Ver- 
luste begleitet, nöthigen den Feind zur wiederholten Räumung der 
gewonnenen Stellung, und die verfolgten Bataillone von Riese 
und Reuss Infanterie gewinnen durch Sücks Heldenmuth Zeit sich 
zu sammeln und besetzen zum zweiten Male die Höhen und das Dorf. 

Noch einmal, zum dritten Male, dringen die Franzosen in 
Heffingen und in die bis an die Donau reichenden Gebüsche ein, 
da fasst Sück den Entschluss das Dorf zu tourniren, die dahin zur 
Unterstützung eilende feindliche Reiterei anzugreifen, und deren 
bereits vorgedrungene Abtheilung abzuschneiden. Muthig und glück- 
lich wird auch diese letzte Attaque ausgeführt, der Feind zum 
Weichen gebracht, und die verlorenen Vortheile bleibend gewon- 
nen. Sttck eilt nun den Fliehenden nach, und zwingt sie mit Zu- 
rücklassung vieler Gefangenen und einiger Elanonen zum gänzlichen 
Rückzuge. Wohl waren diese Gefechte hartnäckig, wohl zählte 
Sücks Division allein über 50 Todte und Verwundete, aber auch 



280 

der Krfolg war fprois, da er das Schicksal des Tages eatadbied und 
lolmend Ar Sack, dem da» Ritterkrenz des Maria Thereaien- 
Ordens im Capital 1806 einstimmig' zuerkannt wurde. Auf Befehl 
des Oberst Graf CiTdlart griff Rittmeister Suck mit der Oberst- 
lientenants-DirisioD am 15. in der Ebene zwischen Langenao and 
Albeek eine feindliche InfaDterie - Halbbrigade an, und nahm sie 
grOsstentbeils gefangen. — 

Als sich das Corps des FML. Wemek, nach der ersten feind- 
lichen Auffordemng zur Uebergabe, am 16. im Angesichte zweier 
feindlicher Truppen-Divisionen nach Heidenheim zurückzog, and 
in der Art unerwartet von einem an Cavallerie überlegenen Corps 
unter Mnrat angegriffen wurde, dass die Arriere-Garde geworfen, 
die Infanterie-Colonnen zerstreut, ein grosser Theil derselben ge- 
fangen, und Wemeks Truppen vielleicht schon an diesem Tage 
aufgelöst und gefangen worden wären, hatte Oberst Graf Civalart 
drei Divisionen des Regiments aus eigenem Antriebe dem Feinde 
entgegengeführt, und durch mehrcx-e entschlossene Attaquen nicht 
nur von der ferneren Verfolgung abgehalten, und den zerstreuten 
Colon nen zu ihrer Formirung die nöthige Zeit verschafft, sondern 
auch dadurch die Möglichkeit herbeigeführt, dass das Corps das 
in seinem Riicken gelegene DefiMe bei Herbrechtingen gewin- 
nen konnte. 

Am 18. Oktober, dem Tage der Capitulation des FML. Wer- 
neks bei Trochtcliingen gelang es dem Oberst Graf Civalart, sein 
Regiment im Angesichte des Feindes glücklich und mit geringem 
Verluste in das Anspach^sche Gebiet zu führen, obgleich er von 
dem nummerisch überlegenen Murat auf das Lebhafteste verfolgt 
wurde. Ihm hatten sich auch FML. Prinz HohenzoUern, G M. Me- 
csery und Oberst Hertellendy von Palatinal-Hussaien angeschlossen; 
und die Rettung des Regiments von der Gefangenschaft war allein 
der entschlossenen und einsichtsvollen Führung des Obersten Graf 
Civalart zu danken. Als Murat das Corps des Erzherzogs Ferdi- 
nand bei Eschenau unerwartet angriff, die Arriere- Garde durch 
die Uebermacht des Feindes geworfen und verfolgt wurde, so 
dass das Hauptquartier keine Zeit gewinnen konnte sich zu retten, 
formirte Oberst Graf Civalart sein im Marsche befindliches Regi- 
ment schnell zum Angriffe, und attaquirte den die Arriere-Garde 
verfolgenden Feind, welcher mit derselben zugleich in Eschenau 
eingedrungen war, viermal mit seltener Unerschrockenheit und 
Entschlossenheit. FTiedurch verschafflte er nicht nur den geworfenen 
Abthoilungen die Gelegenheit sich wieder zu railliren, sondern 
auch der rückwärts im Füttern begriffenen Cavallerie Zeit zum 
Aufzäumen und Sammeln, um seinen Angriff unterstützet zu kön- 
nen. Wenn der Erfolg bei so oft wiederholten und durch die 
übrige Cavallerie unterstüztten Angriffen dennoch misslang, so 
war diess nur der grossen Ueberlegenheit des Feindes zuzuschrei- 
ben, welcher das Corps mit 9 Regimentern Cavallerie nicht nur 
in der Fronte, sondern auch in beiden Flanken drängte, indesa 



281 

der Erzherzog Ferdinand ihm kaum mehr als 12 Schwadronnen 
entgegenstellen konnte. Die mehrföUig wiederholten Anstrengungen, 
welche bis in die späteste Nacht dauerten, vermochten zwar 
nicht zu verhindern, dass das Corps endlich geworfen wurde; 
trotzdem gelang es nur Civalarts Thätigkeit und Ausdauer, der 
mit seinen braven Chevauxlegers den Nachtrab führte, den Erzher- 
zog mit der Hand voll Tapfern vor der nahen Gefahr einer Ge- 
fangenschaft zu bewahren, obgleich Oivalart von den feindlichen 
Reiterschaaren lebhaft verfolgt, durch mehrere auf den Helm erhal- 
tene Hiebe schwer betäubt vom Pferde stürzte. Endlich war die 
flüchtende Truppe soweit in Sicherheit, dass sie den Marsch nach 
Eger ohne besondere Hindernisse fortsetzen konnte, welchen der 
tapfere Oberst Graf Civalart mit dem Regimente und einigen 
schwachen Abtheilungen von Latour-Dragoner (jetzt Nr. 2) als 
Arriere-Garde deckte. — 

Auch bei der Delogirung des Feindos aus Stecken nächst 
Iglau am 5. Dezember hatte Oberst Graf Oivalart mit einigen 
Abtheilungen des Regiments thätigst mitgewirkt, — In diesem 
Feldzuge waren folgende Offiziere des Regiments in feindliche 
Ej*iogsgefangenschaft gerathen: am 15. Oktober der Oberlieutenant 
Graf Bouquoi; am 20. Oktober: der Rittmeister Bonnairs, die Ober- 
lieutenants Graf Wrbna, Carly und Graf D^Ambly, die Lieutenants 
Ton Zadubski, Kunz und Flammerdinghe; vermisst wurde Oberlieu- 
tenant Gavenda. — Die in Schwaben, an der Grenze Tirols auf 
Vorposten stehende, detachirte 1. Majors-Division des Regi- 
ments unter Major Graf Chotek war vom Regimente abgeschnit- 
ten worden, doch gelang es dem tapfern und umsichtigen Comman* 
danten derselben nach beschwerlichen Märschen sich nicht nur mit 
dem Regimente in Böhmen wieder zu vereinen, sondern auch den 
FML Franz Baron Jelacic, der sich über Vorschlag des Major 
Graf Chotek ihr anschloss, vor Gefangenschaft zu retten. Das Offi- 
ziers-Corps* des Regiments, aus so mancher Gefahr gerettete Zeugen 
der Ansichten und Handlungen ihres tapfern Obersten Graf Civa- 
lart, suchte an seiner Statt geltend zu machen, was er geleistet 
und legte in einem Gesuche an Se. Majestät den Kaiser die aller- 
unterthänigste Bitte nieder, dem Grafen Civalart den Maria There- 
sien-Orden zu verleihen. „Das Offiziers -Corps würde sich eines 
Verbrechens schuldig fühlen, wenn es nicht das Wort für seinen 
hochverdienten Commandanten führen würde," so hiess es in dem 
vorgelegten Gesuch: „Seine Auszeichnung, seine Belohnung ist 
Auszeichnung und Belohnung für das ganze Regiment, in ihm und 
mit ihm allein wird es geehrt, und um dieses zu erreichen, ist das 
Offiziers-Corps in Notfawendigkeit gesetzt, den vorgeschriebenen 
Weg zu verlassen, und in einem das einmUthige Handeln bekun- 
denden Zeugniss seine Bitte vorzulegen." Diese Bitte, bei welcher auch 
die Form der Geltendmachung nachsichtiger beurtheilt werden muss, 
ehrt das Offiziers- Corps, wie dessen ritterlichen Commandanten 
gleich hoch, und die im Capitel von 1806 einstimmige Zuerken- 



™tiS( 



I 



nuiig des Ritterkreuzes des Maria There aiea-Ord ens an 
den ßegiments-Commandanten Obersten Carl Graf Civalart war 
deren anerkennende Gewährung. 

Im Jänner 1806 bezog das Regiment die Friedensatation 
Brttndels in Bahmen, und erliielt im Laufe dieses Jahres »tatt der 
schwarzen Aufschläge dunkel rothe. 

Bei Beginn dea Foldzuga 1809 war das Regiment mit 8 
Escadrons im VI. vom FML. Baron Iltllei- befehligten Armee-Corps, 
in der Division des FML. Baron Vincent und der Biigado des 
GM. Hofmeister, später Nordmann eingetheÜt, und setzte sJth im 
März aus Böhmen nach Obcr-Oestorreich in Marsch. Nachdem der 
Haupttheil der österreichischen Armee am 10. April den Inn über- 
Bohritten hatte, und an die Isar vorgerückt war, wurde am 15. 
Msjor Baron Seheibler des Regiments mit 3 Escadrons Chevaux- 
legera und einigen Infantcrio-Compagnien nach Moaburg geschickt, 
wo er die abgetragene Brücke übor die Isar herstellen lieas, und 
seine Vorposten bis über die Amper vorschob. 

Scheibler rückte am 16, nach Gameladorf, am 17. nach 
Pfaffenhofen vor. Die übrigen 5 Escadrons des Regimenta kamen 
mit dem VI. Armee-Corps an diesem Tage bei Moaburg an, wo 
selbes am 18. stehen blieb. 

Am 19. schlug sich Major Scheibler bei Pfaffenhofen mit 
der Avantgarde des Corps Oudinot, und zog sich sodann auf 
die Höhen hinter Pfefenhausen zurück, FML. Baron Hiller kam 
mit dem VI, Armee-Corpa Abenija bei Mainburg an. 

Am 20. April kam das Regiment während dem Gefechte 
nächst Rohr bei Rottenburg an, und nahm doj't einige geworfene 
und \'om Feinde verfolgte Österreichische Escadrons auf. FML. 
Baron Vincent sollte nun mit 4 Infanterie- Regimentern und 4 
Escadrons des Regiments nach Rohr abrücken, kam aber schon 
bei Rottenburg mit den vordringenden feindlichen Colonnen in'a 
Gefecht. Am 21. machte FML. Baron Vincent juit dem Regi- 
menie die Arriere-Garde dos VI. Corpa. Bei Tages-Anbrueh 
wurde das Regiment von der französischen Cavallerie angefallen. 
Es wies mehrere Angriffe standhaft zurück, setzte nach jedem 
den Rückmarsch im Schritte fort, schlug sich fortwährend mit 
kaltem Blute und nahte so über Krgoltingen der Stadt Landahut. 

Der ZusammenfluBS der retirirenden Truppen, Geschütz, 
Trains und Bagagen hatte bei Altdorf die Strasse nach Lands- 
hut so verstopft, dass die Truppen kaum durchdringen, und über 
die Brücke der laar nach dem j enseitigen Ufer gelangen konn- 
ten, wo FML. Hiller sich aufstellen wollte. FML, Baron Vincent 
suchte, auf dem linken Ufer mit dem Regimente und den ihn 
zur Unterstützung gesandten anderen Truppen die französischen 
Colonnen aufzuhalten, mit welchen Kaiser Napoleon seibat Altdorf 
und Ergoltingen nahte. Durch seine ruhige feste Haltung hatte 
das Regiment (damals Fürst Roaenberg Chevauxlegers) ge- 
raume Zeit die französischen Colonnen in Entfernung gehalten, ^ber es 



288 

stand auf morastigem Boden^ und konntC; wenn der übermächtige 
Feind plötzlich auf der Strasse hervorbrach, sich weder schnell 
bewegen, noch angreifen, noch dann mehr das rückwärtige Defil^e 
durchschreiten. Daher Ijess FML. Vincent das Regiment in ein- 
zelnen Zügen allmälig zurück über die Brücke durch die Stadt 
gehen, und stellte es dann am rechten Ufer wieder auf. Nach 
dem Treffen bei Landshut setzte die nun selbstständige Armee 
des FML. Baron Hiller ihren Marsch gegen den Lin fort. 

Am 23. April Abends nahm das Regiment an der neuen 
Vorrückung Theil, welche FML. Baron Hiller begann, und die 
mit der Niederlage des französischen Marschall Bessi^res bei 
Neumarkt am 24. endete. FML. Baron Vincent führte das Re- 
giment nach Arbing, einen zwischen Neu-Otting und Eggenfelden 
gelegenen Dorfe, und setzte am 24. die Bewegung in dem wald- 
bedeckten durchschnittenen Terrain in der rechten Flanke der 
ersten Colonne gegen die Roth fort. Er suchte die Aufmerksam- 
keit des Feindes auf sich zu ziehen, und dadurch Hillers Unter- 
nehmungen auf Neumarkt zu erleichtern, und liess daher durch 
seinen aus dem Regimente gebildeten Vortrapp die nächsten 
feindlichen Posten, auf welche derselbe stiess, angreifen und zu- 
rückwerfe». Nach dem Siege bei Neumarkt kehrte FML. Baron 
Hiller mit der Armee wieder hinter den Inn zurück, und rückte 
mit derselben über Lambach, Wels, Linz und Krems ins Marchfeld. 
Am 2. Mai hatte bei Efferding ein Gefecht stattgefunden, in 
welchem der Gemeine Anton Dirnberger des Regiments den 
mit seinem erschossenen Pferde gestürzten Major Baron Scheibler 
mit grösster Bravour gegen die andringenden Feinde vertheid^te, 
am selben Tage hatte er auch den schwer blessirten und bereits 
gefangenen Oberlieutenant Marquis Coulange des Regiments aus 
der Mitte der Feinde herausgehauen, und sich überdiess bei Wie- 
dereroberung zweier schon vom Feinde genommenen österrei- 
chischen Kanonen besonders ausgezeichnet« Dirnberger erhielt 
in Folge dieser Tapferkeit die goldene Medaille. -— ^ 

V Im Trefien bei Ebelsberg am 3. Mai deckte FML. Baron 
Vincent mit dem Regimente und 2 Infanterie - Regimentern die 
Brücke an der Traun, und den Uebergang der noch von Linz 
herabrückenden österreichischen Truppen. Dann folgte Vincent 
fechtend denselben über die Brücke, stellte sich jenseits neben 
dem II. Reserve-Corps bei dem Orte Asten auf, und half da- 
dnrch den ferneren Marsch der Armee Hillers decken. Rittmei- 
ster Gavenda des Regiments war während des Rückzugs über die 
Traun mit den zweiten Flügel der IL Majors- 1. Escadron, nebst 
mehreren andern Cavallerie-Abtheilungen in der Ebene gegen 
Wels entsendet. Dieselben wurden durch eine 400O Mann starke 
feindliche Cavallerie-Truppe verfolgt und von den Ihrigen abge- 
schnitten, — mussten daher in die hochangeschwollenen Wogen 
der Traun sich stürzen, um das jenseitige Ufer schwimmend zu 
erreichen, da bereits die eine Hälfte der Traunbrücke von den 



284 

französischen Colonnen verspeit war. Der Gemeine Lehmann, wel- 
cher der Erste das muthigo Beispiel gegeben, wurde mit der 
silbernen Tapfe rkoits-Medaille belohnt. Am 1 1 . Mai langte 
das Regiment in der Division Vincent am Spitz vor Wien an. 
In der Sehlacht von Aspern stand das Regiment in der V. 
Colonne, am rechten Flügel. Diese Colonne nahm am 21. Mai 
Stadt Enzersdorf und Nachmittags griff deren Infanterie Eaalin- 
gen an. Bei der Vorrückung gegen diesen Ort bildete die II. 
Majors-Division des Regiments unter Coramando des Major 
Sück die Avantgarde der V. Colonne. Da sie rasch vorrückte, 
und viel früher als die Infanterie bei genanntem Dorfe anlangte, 
so wurde sie aus demselben durch ein lebhaftes Tiratlleurfener 
empfangen, wodurch die Division einige Verluste an Todten und 
Verwunde ten erlitt. Diesem Einhalt zu thun, befahl FML. Fürst 
Rosonberg dür I. Escadron dieser Division die feindlichen Flank- 
ier 2U attaqairen, und in das Dorf Esslingen, obgleich hinter dem- 
selben bedeutende feindliche Oavallerie-Massen standen, zurückzu- 
drängen, was von selber auch unter Commando des Rittmeister 
Kuniowski, der hiebe! seinen Heldentod fand, mit vieler Bravour 
bewirkt wurde. Das Regiment wie die übrigen Cavallerie-Abthei- 
lungen dieser Colonne hielten in der Ebene sich bereit, um die 
stürmenden Bataillone zu decken, und bei sich bietender Gele- 
genheit zum Angriffe selbst mitzuwirken. — Nachdem derselbe 
misslungon wat^ stellte sich die V. Colonne wieder zwischen Stadt 
Enzersdorf und Esslingen auf. 

Am Morgen des 22. wurde der Angriff auf Esslingen von 
der IV. und V. Colonne fruchtlos wiederholt. Da hrach die junge 
Garde aus Esslingen vor, deren ungestüme Angriffe aber mit Ent- 
schlossenheit zurückgewiesen wurden. Gegen Mittag unternahm 
die IV. und V. Colonne, vereint mit dem Grenadier-Corps einen 
abermaligen Angriff auf Esslingen, mit welcher die Schlacht endete, 

In der Relation wird der Major Baron Scheibler und Ritt- 
me:Bfer Carl Kaiser des Regiments unter den Helden von Aspern 
genannt. Das Regiment hatte an beiden Schlachttagen die Ritt- 
meister Kuniowski und Carl Kaiser nebst 6 Mann und 23 Pferde 
als (odt zu beklagen; 6 Offiziere, 36 Mann und 40 Pferde 
waren verwundet, und 8 Mann nebst 8 Pferden vermisst. Die 
beiden schwer verwundeten Offiziere als Rittmeister Schmiedl und 
Oberlieutenant Worasitzki wurden von dem Di viaions -Trompeter 
Joaef Jakob mit vieler Bravour aus des Feindes Händen befreit. 

Dem Cadeten Kessler, welcher am zweiten Schlachttage 
kommandirt war, der Infanterie den Befehl zum Sturmangriff zu 
überbringen, wurde unterwegs das Pferd erschossen. Ungeachtet 
dessen vollführte dieser Cadet nicht nur zu Fuss seinen Auf- 
trag, sondern schloss sich beim Sturm der Infanterie- Abtheilung 
an. Der Gemeine Havacz, noch Rekrut, wurde an diesem Tage 
veiwnndct; nicht nur dass er auf dem Verbandplatz befohlen 
werden musste, kehrte er kaum verbunden sogleich wieder zu 



285 

seiner Abtheilung zurück, der er als Beispiel treuer und niuthvol- 
1er Pflicht -Erfüllung bis zum Ende der Schlacht vorleuchtete. 
Divisions - Trompeter Jakob, Cadet Kessler (später zum Offizier 
befördert) und Cletneiner Hlawacz erhielten sämmtlich die silberne 
Tapferkeits-Medaille. 

In der Schlacht bei Wagram am 5. und 6. Juli war das 
Regiment unter den Befehlen des G. d. C. Fürsten Johann Liech- 
tenstein, und mit den Dragoner - Begimentern Erzherzog Johann, 
Knesevich und Biesch (jetzt Cürassicr Nr. 9, 11 und 12) wie 
auch dem Hussaren-Regimente Blankenstein (Nr. 6) gegen Glin- 
zendorf aufgestellt, wo es bald zum mörderischen Feuer kam. 

Am zweiten Schlachttage den 6«, eilte das Begiment zur 
Unterstützung der bei Aderklaa angegriffenen Artillerie und In- 
fanterie vor, rettete im Verein mit Kronprinz - Cürassier (Nr. 4) 
die vom Feinde bedrohten Geschütze, und warf zwei feindliche 
Cavallerie-Begimenter zurück. Kurz nach dieser Attaque hatte das 
Begiment und die nun neben ihm stehenden Cürassier-Regimenter 
Kronprinz und HohenzoUern (Nr. 4 und 8) durch eine aufgefah- 
rene feindliche Batterie sehr gelitten, wobei das Begiment seinen 
würdigen und tapfern Obersten Grafen Josef Chotek vor der 
Fronte durch eine Kanonenkugel verlor, und dem Oberlieutenant 
Baron Wrazda ein Fuss zerschmettert wurde» Wachtmeister Holtsche 
nahm die Leiche seines Obersten vor sich aufs Pferd und pa:)sirte 
so die ganze Fronte des Begiments. Oberstlieutenant von Za- 
dubski war in feindliche Gefangenschaft gerathen. — 

In der Belation wird der Major Wenzel Fürst Liechtenstein 
des Begiments unter den Ausgezeichneten genannt. — Die nächst- 
folgenden Tage machte das Begiment, unter wiederholten Gefech- 
ten den Bückzug nach Mähren mit. — 

Nach abgeschlossenem Wiener Frieden erhielt dasselbe die 
Stabsstation Klattau in Bö'hmen, wo es im Oktober 1810 nach 
Niederösterreich marschirte. Der Stab mit 2 Divisionen kam nun 
nach Himberg und Umgegend, die Oberstlieutenants und 2. Majors- 
Division wurde nach Ober-Oesterreich verlegt. 

Im April 1811 kam der Begimentsstab nach Inzersdorf, die 
Oberst 1. Escadron und 1. Majors-Division nach Wien, die Oberst- 
lieutenants-Division blieb in Ober Österreich, und der Best in der 
Umgegend von Wien. 

Im Juli 1811 bezog das Begiment die Stabsstation Kecske- 
meth in Ungarn, von wo es am 17. April 1813 nach Böhmen in 
Marsch gesetzt wurde, wo anfänglich der Stab in Chlumetz, im 
Juni in Böhmisch-Leippa, und im Juli in Willowitz stand. 

Am 10. August bezog das Begiment das Lager bei Jahnsdorf. Die 
II. M a j o r s-D i v i s i o n aber war in Kecskemeth zurückgeblieben, hatte 
an dem nächsten Feldzuge nicht Theil genommen, und war im Septem- 
ber nach Niederösterreich abgerückt. Bei Ausbruch des Fel^dzuges 
1813 erhielt dasBegiment seine Eintheilung zum III. Armee-Corps 
des FZM. Graf Gyulay, in der Division des FML. Graf Crenne- 



Sie 



f 

■ ville, Anfangs in der Brig.tde des GM. Triplik, späiei tu jen^-r 
B des GM. Grimmer. — Dasselbe überBchritt am Morgen dea 22. 
August die sächsische Grenze, drückte die feindlichen zu weit 
vorgeschobenen Posten zurück, langte am 25. Nachmittags 4 Uhr 
bei Dresden an, postirte sich beim Dorfe Kuscliwifz, und stellte, 
nachdem die zuerst angelangte österreichische Truppe auf der 
Westseite Dresdens war, die Posten bis unter die Mauern dieser 
Stadt, wobei es nur zu einzelnen Patrouillen- Gefechten mit dem 
Feinde kam. 

Am 26. Früh -wurden mehrei-e Äbtheilungen des Regiments 
mit dem Feinde handgemein. An diesen beiden Tagen hatte das 
Regiment einen Verlust von 3 Mann und 13 Pferden anTodten; 
C Mann und 8 Pferde an Verwundeten. —Am 27. griffen die 
Fi'anzosen das Corps des FZM, Grafen Gyulay an, und dräng- 
ten den linken Flügel zurück, wobei das Regiment wieder 
einige Verluste erlitt. 

Am 28. wurde der Rückzug nach Böhmen über Dippolds- 
Walde angolTeten. Daselbst wurde nebst mehreren andern Cavnl- 
lerie- Abtheilungen, aucli die Obers tlieutenanta-Division des 
Regiments unter Conimando des Rittmeister Wunderbaldinger zur 
Arriere-Garde bestimmt. Diese Division machte auf die Nachmit- 
tags angerückte französische Cavallerio eine Attaque, um der 
links aufgestellten k, russischen Infanterie Zeit zu verschaffen, 
den vor sich liegenden Wald zu besetzen zu behaupten, und so 
den weitern Rückzug zu decken. Bei dieser Attaque hatte die 
Division einige Verluste an Todten und Verwundeten. Von die- 
sem Tage ging das Regiment über die Grenze wieder nach 
Böhmen und langte am 4. Septamber zu Jahnsdorf an. 

Am 10. marschirto dasselbe über Töplitz nach Eichwald, 
besetzte nebst einer k. preussischen Truppen - Abtheilung Unter- 
Zinnwald, das Jägerhaus und Voitsdorf und hatte im Angesichte 
des Feindes die Vorposten aufgestellt. Von der Oberst 1. Es- 
cadron, welche unter Commando des Rittmeisters Van Göthem, 
beim Jägerhause stand, wurde auf Befehl des GM, Hächt, der 
Lieutenant Frank entsendet, um das bei Wolfsgrund befindliche 
feindliche Lager zu recogposziren. Den erhaltenen Auftrag voll- 
führte Lieutenant Frank mit viel Gtschick und machte hiebei 
einige polnische Lanziers unter den Augen der feindlichen Ve- 
detten, hinter deren Kücken er sich auf Umwegen geschlichen 
hatte, zu Gefangenen. — 

Am 11. griff der Feind die Preussen an, und drängte 
sie zurück, als die Oberstlieutenants-Division des Regi- 
ments durch einen raschen Seitenangriff denselben zurückschlug, 
dabei aber einige Mann und Pferde einbüsste. Bis 26. Septem- 
ber verblieb das Regiment in dieser Stellung bei Zinnwald, wo 
es divisionsweise den Vorpostendionst bestritt. 

In den fast täglich daselbst vorfallenden Gefechten uachle 
^üB Regiment während dieser Zeit 2 Offiziere und 90 Mann zu 




287 

Gefangenen. — Am 1. October ging die Division Crenneville zum 
zweiten Male über die sächsische Grenze, langte am 4. früh bei 
Gross- Waltersdorf an, und tibernahm dort die Vorposten. Am 
6. und 8. wollte der JFeind durch dichten Nebel begünstigt, ei- 
nige Posten des Regiments aufheben, wurde jedoch vorbereitet 
empfangen und geworfen, wobei einige Mann der 1. Majors 2. 
Escadron in des Feindes Hände fielen; am letztern Tage hatte 
die Avant-Garde des Regiments 17 Feinde zu Gefangenen ge- 
macht, und überschritt am 11. die Mulde. In der Nacht vom 
12. auf den 13. October liess FZM. Graf Gyulay die sächsische 
Stadt Naumburg durch den Rittmeister Joseph Zadubski des Re- 
giments mit einer Escadron und 2 Infanterie-Compagnien über- 
fallen. Rittmeister Zadubski kam ganz unbemerkt bis an die, mit 
Ringmauern umgebene Stadt, deren Zugänge verbarikadirt waren. 
In dem Augenblicke, in welchem ein Bauemwagen durch eines 
der verrammelten Thore eingelassen wurde, gelang es dem Ritt- 
meister in dasselbe einzudringen. Die Thorwache wurde nieder- 
gemacht, die Besatzung, welche sich auf dem Markte gesammelt 
hatte, überwältigt, der Rest derselben warf sich in das Stadt- 
Haus, musste sich aber nach einiger Gegenwehr ergeben. Ritt- 
meister Zadubski hatte in diesem Gefechte 4 Offiziere und 400 
Mann gefangen, und 8 Offiziere nebst 200 Mann von den alliir - 
ten übrigen Truppen, worunter allein gegen 150 Preussen aus 
der Kriegs- Gefangenschaft befreit. Bei Ueberrumpelung dieser 
Stadt eilten die Eriegs-Gefangenen herbei, baten um Waffen, 
und es wurden auch die braven Preussen vom Rittmeister Zadub- 
ski mit den Carabinem, ^adstöcken und Patronen seiner Esca- 
dron bewaffnet, wo sie sodann das Unternehmen der Chevaux- 
legers wacker unterstützten. — , 

Während der Schlacht bei Leipzig war das Regiment bei 
Lindenau aufgestellt, ohne hervorragenden Antheil an derselben 
zu nehmen, und nur die O b erstlieutenants-Division hatte 
am 16. 2 Pferde verwundet, 2 Mann nebst 3 Pferden vermisst; 
am 18. gerieth Oberlieutenant Hübl in feindliche Kriegs-Gefan- 
genschaft. Die Relation des FZM. Graf Gyulay belobt vorzugs- 
weise den Oberlieutenant Schlager des Regiments. Rittmeister 
Wunderbaidinger wurde wegen Auszeichnung unmittelbar nach 
der Schlacht mittelst Armee -Befehl zum Major ausser seiner 
Rangstour befördert. — 

Am 19. griff die 1. Majors 2. Escadron der Brigade 
des GM. Baron Scheither zugetheilt, die feindliche Arriere-Garde 
an, und hatte hiebei einige Verluste; am 21. verfolgten mehrere 
Abtheilungen des Regiments den Feind unter fortwährenden 
Kämpfen," und suchten hauptsächlich den Pass von Kosen zu um- 
gehen, bei welcher Gelegenheit es dem Oberlieutenant Frank 
gelang, viele Gefangene zu machen. Am Morgen des 22. bestand 
dieOberstlieutenants-Division des Regiments, welche denFcIiid 
verfolgte, bei Eokartsberg ein unglückliches Gefecht mit demsel- 



L288 




I 



f 

H bflD, in welchem sie 1 Mann und 9 Pferde todt, 6 Mann und 
V 10 Pferde verwundet zällte. Nacbmittags attaquirten die Obers t- 
H lieutenants 1. und 1. Majors 1. Eacadron abermals den Feind, 
H und erlitten durch dessen wiederholte Infanterie-ßech argen eini- 
B gen Verlust, An diesem Tage war der Corporal Andreus Hans 
^ des Regiments mit 6 Mann auf Patrouille gegen Freiberg ge- 
schickt. Er stiess auf 30 feindliclie Infanteristen, welche 2 Pui- 
verkaiTcn mit sich führten, griff sie an, und nahm diese Truppe 
sammt den Karren gefangen. 

Am 9, November wurde das Keginient bei der Einnahme 
von Hochheim, welches vom Feinde besetzt war, thütigst ver- 
wendet, machte mehrere Attaquen, und war einem starken Kano- 
nenfeuer ausgesetzt. Während der Vorrückung der Colonneu des 
111. Armee-Corps gegen diesen Ort entdeckte FML. Graf Cren- 
neville, dass dei' Feind den (Jraben, den er frisch um die Stadt 
gezogen, auf ungefähr 20 Schritte nocli nicht beendet hatte. — 
Diesen Umstand benützend, nahm Graf Crenneville eine Äbthei- 
lung des Regiments, drang unter dem heftigsten Kartätschen- und 
KleJngewehrfeuer über die unvollendete Grabenstrecke, umging die 
Stadt bis zum Mainzer-Thore, und hauptsacblich diesem kühnen 
Vorgehen des FML. Graf Crenneville, und der entschlossenen 
Halfung jener Abtheilung des Regiments war die Einnahme von 
Hochbeim zu danken. An dieser schönen Affaire, sowie auch bei 
der weitern Verfolgung des Feindes gegen Kassel, hatte das 
Regiment bedeutende 'Verluste gehabt, darunter den tödtlicb ver- 

Iwundeten Oherstlieutenant Graf "W'urmbrandt, der nach wenig 
Tagen in Folge dessen starb. — • 

Am 21. Dezember überschritt das Regiment mit dem III. 
Armee-Corps bei Basel den Rhein, und wurde bis zur Ankunft 
der Infanterie, welche noch zurückgeblieben war, zur Cerniruug 
von Hünningen verwendet. Die 1. Majors- Division unter Major 
FUrst Carl Auersperg besetzte Neudorf und Bourgliever (Buglibre). 
Die Feinde, welche aus der Festung Mangel an Infanterie bemerk- 
ten, machten einen Auefall, rückten bis Nciidorf vor, und drückten 
den hier stehenden Posten unter Begünstigung des Terrains zurück. 
Da die Behauptung dieser Stellung jedoch wichtig, das Terrain 
für Cavallerie aber ungünstig war-, so liess Major Füi'St Auers- 
perg eine Escadron absitzen, und sich zu Fuss formiron, einige 
wohl angebi'achtc Carabiner-Dechargen auf den vorgedrungenen 
Feind abgeben, und dann durch einen Angrifi mit den Säbel In 
der Faust denselben bis unter die Kanonen der Festung zurück- 
jagen. Für diess umsichtige und tapfere Benehmen wurde Fürst 
Auersperg ausser der Tour zum Oberstlieutenant befördert, und die 
Ausgezeichnetsten von der Mannschaft erhielten goldene Tapfer- 
keita-Mcdaillen, so wie der Wachtmeister Johann Hawell, welcher 
mit seinem abgesessenen Zuge die Brücke von Neudorf erstürmte, 
und da der Feind bedeutend verstärkt wiederkehrte und durch seine 
Uebermacht die Chevauxlegera zurückdrüekte, dieae Brücke zum 



289 

«weiten Male nahtn und den bereits abgeschnittenen Oberlieutenant 
Heinz durch eine kühne Attaque degagirte. Am 31. Dezember 
wurden die Oberstlieutenants 2., und 1. Majors 2. Esca- 
dron des Regiments der Division des FML. Baron Bianchi, 
welcher eine Bewegung gegen Besan^on ausführte, zugetheilt, und 
machten durch eine erfolgreiche Attaque gegen die französischen 
Dragoner einigen hart bedrängten Österreichischen Infanterie- Abthei- 
lungen Luft, bei welcher Gelegenheit sie einen Verlust von 1 Mann 
nebst 6 Pferden an Todten, 6 Mann und 4 Pferde an Verwunde- 
ten, und 4 Mann nebst 2 Pferden an Vermissten erlitten. Der Re- 
giments- Caplan Dionys Thalson, welcher sowohl durch eifrigste 
geistliche Pflicht-Erfüllung als durch wiederholte persönliche Tapfer- 
keit sich ausgezeichnet hatte, erhielt das silberne geistliche 
Verdienstkreu z. 

Bei der Vorrückung auf Vesoul wurde die 1. Majors 1. Es- 
cadron des Regiments vom 1. bis 6. Jänner 1814 bei Ein- 
schliessung' von Beifort verwendet. Auf dem Marsche nach Lan- 
gres standen am 11. Jänner die 1. Majors 2. Escadron unter 
Rittmeister Schmiedl nebst 3 Grenz-Compagnien in und bei dem 
Dorfe Chatenay auf Vorposten. Um Mitternacht erfolgte ein feind- 
licher Ueberfall so plötzlich, dass die auf Vorposten stehenden 
Grenzer, trotz tapfern "Widerstandes vom übermächtigen Geg- 
ner zum Rückzuge genöthigt wurden. Die Escadron des Regi- 
ments in 3 Scheuern im Orte untergebracht, sammelte sich nun 
schnell, eilte den Grenzern zur Unterstützung, und nöthigte den 
bis in die Mitte des Dorfes vorgedrungenen Feind sich bis an dem 
Eingange desselben zurückzuziehen. Tags darauf erneuerte der 
Feind seinen Angriff, indem er eine starke Cavallerie-Colonne 
vorrücken liess. Inzwischen war das Regiment, welches weiter 
rückwärts gestanden war, auch vorgerückt, und eine feindliche 
Escadron stiess auf den Rittmeister Zadubski, der mit der Oberst- 
lieutenants 2. Escadron eine sehr schöne Attaque mit gutem 
Erfolge auf diese machte. Das Vorrücken weiterer Truppen 
nöthigte den Feind zum Rückzuge. — 

Am 12. Jänner wurde die Oberstlieutenants 2. Escadron 
des Regiments bei dem Posthause von Langres im offenen Felde 
angegriffen, und bestand, im Verein mit einer Division Elenau 
Chevauxlegers (Uhlanen Nr. 9) ein Reitergefecht von mehreren 
Stunden. — Nachdem Langres kapitulirt hatte, wandte sich das 
III. Armee - Corps gegen Bar sur Aube und verhinderte die 
Franzosen an der Ueberschreitung dieses Flusses am 20. Februar, 
bei welcher Gelegenheit das Regiment nur den geringen 
Verlust von 2 Mann und 7 Pferden an Verwundeten, 5 Mann 
und 1 Pferd an Gefangenen, und 2 getödteten Pferden hatte. 
Schon mehrere Tage früher hatte das Regiment bei Vendoeuves 
mehrere Gefechte mit dem Feinde bestanden. 

Am 16. Februar wurde die über Pont sur Yonne, unter 
Bedeckung nach Gay instradirte Regiments-Bagage, im letzteren 

19 



^00 

Orte, wo scllieiibeinachtete, von den Einwohnern dem Feinde verrattien 
und am frühesten Morgen überfallen, bei welcher Gelegenheit Ober- 
lieutenant-Auditor Griinfeld, Lieutenant - Rechnungsführer Hoff- 
mann, die ganze Wache, viele marode Pferde, sowie auch die 
dabei kommandirte Mannschaft gefangen wurden. Bei der spä- 
tem Vorrückung auf Troyes war eine Abtheiiung des Regiments 
unter Rittmeister Kerner den k. würtembergiachen Truppen 
zugetbeilt. — 

Am 23, Februar vor Troyes wurde die Vorpostenketto der 
leichten Division Fürst Moria Liechtenstein von einer bedeuten- 
den feindlichen Uebermacht angegriffen und Kurückgedrückt, die 
nachrückende Cavallerie der Division des FML. Grafen Crenne- 
ville, d as Regiment und Klenau Chevauxlegers führten mehrere 
glänzende Attaquen aus, nachdem sie sich auf der Ebene von 
Troyes formirt hatten, und nahmen die Regimenter Kaiser und 
O'Reilly Chevauxlegers (jetzt Uhlanen Nr. 6 und 8) auf, mussten 
aber endlich auch dem bedeutend überlegenen Gegner weichen. 
Das Regiment zählte an diesem Tage 4 Mann todt, den Rittmei- 
ster Federkeil nebst 18 Mann verwundet, 43 Mann nebst 49 
Pferden vermisst; Lieutenant Wolf gericth in feindliche Kriega- 
G et an genschaft. — 

Am 24, wurde aus 4 Chevauxlegers-Regim entern eine Arnere- 
Garde zu aamm engesei zt, welche zu St. Bar aufgestellt war. Sie 
kam bald mit dem Feinde in's Giefecht, erlangte über denselben 
einige Vortheile und verschaffte liiedurch der Artillerie-Reserve 
Zeit sich zurückzuziehen. Doch eine Stunde später griff der fran- 
zösische Gcnerallieutenant Rouseel mit weit überlegener Macht 
diese Arriere-Garde an, und diesa wurde theils gefangen, theils 
versprengt. Von der I. Majors 1. Eseadron des Regiments, 
welche bei dieser Arriere-Garde verwendet wurde, waren sämmt- 
liche Unteroffiziere theils schwer, theils leicht verwundet worden 
und von der Mannschaft dieser Eseadron kehrten nur 17 Mann 
und diese fast Alle blessirt zurück, so dass ein ganzer Ergän- 
zungs-Transport, welcher für das Regiment am 6. März in Cere- 
aior anlangte, nur zur Completirung dieser Schwadron verwendet 
werden konnte. 

Am 28. Februar hatte das Regiment bei Riel les Saux 
ein kleines Vorpostcngcfeeht. Nach dem allgemeinen Angriffe auf 
Bar sur Seine (am 2. und 3. März) verfolgte das Regiment den 
Feind über Sens und verblieb dann unter steter Bewegung bei 
Sens bis 16. März. 

Am 17. standen 2 Escadrons desselben und 3 von Klenau 
Chevauxlegers bei Ville neuve le Roi an der Yonne auf Vor- 
posten. OberstUeutenant Fürst Carl Auersperg, welcher diese 4 
Escadrons befehligte, erhielt vom FML. Graf CrenneviUe den 
Befehl, die Rückzugslinie des auf dem Marsche nach Dijon be- 
griffenen feindlichen Corps des General Alix, welches seine 
Richtung geändert hatte, zu beobachten, wie überhaupt zuverlSas- 



\ 



hl 



291 

liehe Nachrichten über dasselbe einzuziehen. Zu dieser schwieri- 

fen Unternehmung erbot sich freiwilh'g der Oberlieutenant Frank 
es Regiments^ welchem 30 Mann beigegeben wurden. Mit ausser- 
ordentlichem Geschick^ — als französischer Landmann yerkleidet^ 
der sich für einen im Feldzuge 1795 in Gefangenschaft gerathe- 
nen Vetter des General Alix ausgab^ wusste dieser kluge und 
findige Offizier^ nachdem er seine Leute in einiger Ent^rnung 
zurückgelassen^ und nur 2 ebenfalls als Landleute verkleidete 
Chevauxlegers sich folgen liess^ den Maire und Schulmeister des 
Ortes Basson so zu täuschen, dass er alle gewünschten genaue- 
sten Auskünfte über jenes 8000 Mann an Cayallerie und Infan- 
terie nebst 6 Geschützen starke Corps, welches auf Umwegen 
die französische Haupt- Armee zu erreichen strebte^ erhielt und 
somit seine Aufgabe glänzend gelöst hatte. 

Am Abend des 18. März bezog das Regiment das Lager 
bei Nogent^ bei dem am 19. erfolgten Abmärsche desselben war 
Oberlieutenant Frank mit seinem Zuge zurückgelassen worden, 
um den Feind daselbst abzuwarten und dessen Marschrichtung zu 
beobachten. Dieser kriegserfahrene Offizier, trotzdem dass er von 
einem sehr überlegenen Feinde, wie auch von bewaffneten Ein- 
wohnern selbst angegriffen wurde^ rettete sich und seine Mann- 
schaft theils durch List; theils durch Tapferkeit aus der drohen- 
den Gefahr der Gefangenschaft^ und brachte bei seinem Einrücken 
die sichere Nachricht von der Ankunft des Feindes in Nogent 
und Pont sur Seine. 

Am 20. März in der Schlacht bei Arcis machte die 1. 
Majors 2* Escadron eine Attaque in die vom Feinde stark be- 
setzte Stadt; wobei sie durch das Kleingewehrfeuer einen Verlust 
von 6 Verwundeten hatte. Am selben Tage war die Oberstlieu- 
tenants-Diyision des Regiments^ unter den beiden Rittmei- 
stern Legedics und Zadubski einer russischen Batterie reitender 
Artillerie zugetheilt; und wirkte so erspriesslich; dass Se. Majestät 
der Kaiser von Russland; welcher hievon Augenzeuge war, der 
Division über ihr Wohlverhalten den Ausdruck seiner vollen Zu- 
friedenheit noch am Schlachtfelde zu überschicken sich veran- 
lasst fand. 

Am 23. März bedrohte das IIL Armee- Corps bei La Fertd 
die rechte Flanke der feindlichen Stellung; eine halbe Escadron 
des Regiments musste bei Vignory die Strasse gegen Joinville 
beobachten; und am 24. war das Regiment; welches die Avant- 
garde des III. Corps bildete, bei Vatry auf 2000 Mann starke 
französische Cavallerie-Abtheilungen mit Geschütz gestossen; es 
war diess die Vorhut eines 80000 Mann starken feindlichen Corps. 
Nachdem das Regiment sich einige Stunden behauptet, und den 
Feind beobachtet hatte, zog es sich unverfolgt auf Maisons zu- 
rück. — Am selben Tage wäre Oberlieutenant Frank; der zur 
Einholung von Nachrichten über den Feind in einen Bauernhof 
geritten war; bald in Gefangenschaft geratheu; da er dort von 

19* 



4 Bauern angogritfen, ungeachtet seiner hartnäckigen Gegenwehr 
nahe darnn war, zn erh'egen, Corporal Scheibler, durch die lange 
Abwesenheit geines Zugslfomnjandanten besorgt, war indessen 
hinzugekommen und rettete diesen Offizier, wofür er mit der 
silbernen Tapferkeits-Medaille belohnt wurde. — 

Am 25. März in der Schlacht bei Fere Champenoise enga- 
girte sich das Regiment, weiches schon von Vatry aus fortwäh- 
rend den Feind beobachtete, vor Tages- Anbruch mit ihm, und 
war bis Mittag im Gefechte, wo es dann auf Befehl des Armee- 
Commandanten aus der Schlachtllnie gezogen, und über diese 
Nacht zur Erholung in dem Dorfe Gourganson kantonirt wurde. 

Am 30. bei Fort Vincennes nächst Faria plänkelten einige 
Züge des Rej;inients bis spät Abends, und hatten die Nacht 
hiedurch die Feldwachen bis an die Barri&ren von Paris ausgestellt. 

Nach mehreren kurzen Cartonirungen trat das ^Regiment 
im Sommer 1814 mit der übrigen Armee seinen Ilückmarscb 
in die k. Erbataaten an, und erhielt die Friedensatation Gyön- 
gyöa in Ungarn, wo es im Oktober einem bei Pest abgehaltenen 
Parade-Lager vor den drei alJiirten Monarchen beiwohnte. 

Im April 1815 wurde das Regiment nach NiederSsterreicb 
mit dem Stabe und einigen Escadrons in die Haupt- und Resi- 
denzstadt Wien, die andern aber in der nächsten Umgebung 
verlegt, von wo es im Juli nach Deutschland marschirte, jedoch 
nach mehrmals wechselnden Cantonirungen daselbst schon nach 
8 Wochen seinen Rückmarsch antrat, mit der Bestimmung naoh 
Galizien, wo es im November 1815 die Friodensstation Grodek 
nächst Lemberg bezog. 

Theila in Folge des Ausbruchs der Revolution in RuasUch- 
Polei), tbeiis auch zur Ziehung des Cholera-Cordons verwendet, 
wurde das Regiment im Jänner 1831 in Marsch gesetzt, und 
blieb, obwohl es abwechselnd in Rzeszow und Tarnow dislozirt 
Tvar, in fortwährender Bewegung, bis es im November d. J. die 
Stabsstalion Lancut erhielt, von wo es im September 1832 wieder 
nach Grodek abrückte. Nach einer, mit der eben besprochenen 
kurzen Unterbrochung beinahe 25jährigen Dislocation zu Urodek, 
erhielt das Regiment die Bestimmung zur Aufwartung in die 
Residenzstadt Wien, und ruckte daselbst am 15. Mai 1839 ein, — 
Nach zweiiähriger Dienstleistung daselbst, zu welcher der in 
der ungarischen Garde dienende spätere Insurgentenführer Arthur 
Görgey damals dem Regimente zugetheilt war, bezog dasselbe 
im Mai 1841 dio Stabsstation Gross-Topoicsan in Ungarn, von wo 
es im September 1842 und 1844 dem Exerzier-Lager zu Pest 
beiwohnte, und aus letzteren in die Stabsstation Gyüngyös ab- 
rückte, welche es jedoch sclion im Spätherbate 184Ö mit jener 
von Grosswardein verwechselte. Hier trafen das Regiment die 
Ereignisse des Jahres 1848 und es wurde gleich allen übrigen 
in Ungarn dislozirten Truppen im April d. J. unter die Befehle 
des neu kreirten ungarischen Kriegs-Ministeriums gestellt. — Doch 



293 

bald zur Ablösung des in Wien stationirten Hussaren-Regiments 
Grossfürst Alexander Czesarewitsch bestimmt, trat es Mitte Juli 
mit 3 Divisionen seinen Marsch dahin an. 

Die I. Majors-Division hingegen, unter Commando des Major 
von Krapf, musste auf Befehl des ungarischen Kriegs-Ministeriums 
in forcirten Märschen nach Temesvar zur Disposition des FML» 
Baron Bechtold abgehen. 

Am 14. August traf der Begimentsstab mit der Oberst- 
Division, im Verlaufe der nächsten Tage die beiden andern 
Divisionen des Begiments in der Besidenzstadt Wien ein, und 
es wurde das Begiment in der Josefstädter und Meidlinger 
Oftvallerie-Casorne daselbst untergebracht. — 

Am 6. Oktober ertönte um 5 Uhr Morgens das Allarm- 
zeichen, und die Obcrstlieutenants und IL Majors -Division des 
Begiments wurden zur Bedeckung des nach Ungarn bestimmten 
Grenadierbataillons Bichter, welches sich weigerte dem Befehle 
zu folgen, zur Gumpen dorfer-Kaserne zu marschiren befehligt. 
Hier war auch ein Bataillon Nassau Infanterie (Nr. 15) zur 
Begleitung des Grenadier- Bataillons aufgestellt, und als dieses 
durch unzählige Verführungsmittel zur Insubordination gebracht, 
durch den Volksandrang jetzt öfters gehindert, endlich in Marsch 
gesetzt wurde, schlössen die Abtheilungen des Begiments hinter 
dasselbe, um es bis zur Taborlinie zu begleiten. Die Oberst- 
lieutenants-Division rückte bis zum Tabor, die II. Majors- 
Division hingegen blieb innerhalb der Linie aufgestellt, und 
beide Abtheilungen hatten zur Deckung der Flanken und des 
BUckens unserer Infanterie starke Patrouillen entsendet, da auf- 
rührerische National- Garden die akademische Legion und eine 
Unzahl Proletariat dem Zuge theils gefolgt, theils bereits am 
Tabor aufgestellt waren, um den Abmarsch der Grenadiere zu 
hindern, wobei es zu einem lebhaften Kampfe kam, an dem 
jedoch mit Ausnahme einer Escadron Mengen Cürassier (Nr. 4) 
die übrige Cavaiierie keinen Antheil nahm. Ein auf Patrouille 
abgesandter Zug der IL Majors 2. Escadron, unter Oberlieute- 
nant Abd, wurde am Bückwege in der Taborstrasse durch einen 
Volkshaufen, Nationalgarden und Studenten aufgehalten und zur 
Streckung der Waften aufgefordert, welches Ansinnen vom Ober- 
lieutenant Abel zurückgewiesen und dieser freche Pöbel ättaquirt 
wurde. Die Aufrührer gaben eine Decharge; Oberlieutenant 
Abel, von drei Kugeln tödtlich getroffen, dann 2 Corporals und 
10 Gemeine stürzten, theils mehr, theils weniger verwundet; 
während der Best der Chevauxlegers Bahn brach, und zu seiner 
Abtheilung gelangte. Oberlieutenant Abel und ein Chevauxleger 
starben des folgenden Tages im Spitale der barmherzigen Brüder, 
iii dessen Nähe ihre Verwundung erfolgte, und wohin sie ge- 
bracht wurden. Eine andere Abtheilung des Begiments, unter 
Commando des Lieutenants Julius Baron Fleissner, welche beor- 
dert war, 2 Pulverkarren gegen den Donau-Arra zu transportiren. 



294 

wurde in der Leopoldstadt mit SteiDCn Leworfen, mnsste eich 
durchschlageo, und erreichte cur mit Mühe ihre Bestimm nag. 

Als nun Nassau- Infanterie, von den Mobilgarden stark 
piedrängt, sich innerhalb der Linie zurückziehen musste, sprengte 
Hauptmann Jakobs des GenerolstabeH an die Abtheilungen von 
Mengen - Cürassier, und forderte sie auf, die nachdrängenden 
Proletarier zu attaqnircn. Wachtmeister Zwakon des Kegimeots, 
der sich an der Töte der Colonne der Oberstlieutenanta 1. Eaca- 
dron befand, und diese Aufforderung hörte, nahm gleich 2 Zuge 
dieser Escadron, rückte augenblicklich über die Linie vor und 
drängte die durch daa Erscheinen der Cavallerie überraschte 
Mobilgarden zurück, für welch' energisches Benehmen der ge- 
nannte Wachtmeister später zum Offizier befördert wurde. Ein 
Mann wurde hiebei leicht verwundet. — Die am Tabor befind- 
lichen Truppen erhielten Befehl, sich auf das Josefstädter Glacis 
zurückzuziehen, wohin sich auch die Oberst -Division des Regi- 
ments mit einer Cavallerie-Battcrie an die beiden andern Divi- 
sionen anschlosB. Während dem nun erfolgten Kampfe in der 
innern Stadt und der grauenvollen Eimordung des Krlegsmini- 
stera Grafen Latour war der grösste Theil der Wiener-Garni- 
son, darunter 3 Divisionen des Eegiments zwischen dem Fran- 
zens- und Burgtbor aufgestellt, wo sie bis gegen Abend, zwar 
unter Waffen, aber durch höbcm Befehl zur Untbiitigkeit Ter- 
urtheilt blieben. Lieutenant Graf Bulgarini hatte vom FÄIL. Baron 
Csoricb den Befehl erhallen, mit einem Zuge der Oberst 2 
Escadron zur Abholung von Munition in das Keugebäude abza- 
gehen. Auf dem Eückmarscbe wurde aber derselbe trotz der 
Verstärkung eines andern Zuges unter Oberlieutenant Moldovan 
bei der Wiedner Brücke am Weitermarsche durch das bewaff- 
nete Volk und Barikaden gebindert die 4 beihabenden Munitions- 
wägen in die Heumarkt-Kaserne in Sicherheit zu bringen. Da 
das Proletariat die Kaserne umzingelte, so wurden Oberlieutenant 
Moldovan und Lieutenant Graf Bulgarini mit dem Aufti'age be- 
traut, sich in Oivilkleidein bis zur Aufstellung des Regiments 
zu begeben, und sowohl diesen Vorfall «Is das Nichtanlangen 
der Munition zu melden. 

Die beiden Offiziere vollfübiten mit Umsicht und Klug- 
iieit diesen Auftrag, und Lieutenant Graf Bulgarini begab sich 
in seiner Verkleidung noch am Hof und zum kaiserlichen Zeug- 
haus and war dadurch in der Lage, dem Regimcnte sowie auch 
dem kommandirenden General EML. Graf Auersperg, welchem 
er durch Oberstlieutenant Graf Altbann vorgeführt wurde, Bericht 
über die Vorfallenheiten in der innern Stadt zu erstatten, 
wie auch der abgeschnittenen Abiheilung des Regiments nächst 
der Heumarkt - Kaserne , sowie dem Regiment! - Depot unter 
Lieutenant Elosowski in der Jos efalädter- Kaserne Verhaltungsbe- 
fehle zu bringen. — Gegen Abend wurde daa Regiment auf 
den kleinen Exerzierplatz vor dem Scliwarzspanierhause poatirt, 



395 

und marscbirte geg^en 12 Ubr Nachts über das Glacis durch 
die Wiedner Heugasse zum obern ßelvedere, wo es um das Wasser- 
baasin lagerte. Die Infanterie wurde im fürstlicb Scbwarzenber- 
giachen Garten gezogen, und FML. Graf Aucrsperg nalim im 
dortigen Palais sein Hauptquartier. 

Am 7, Oktober rückte das Regiment vor die Linie, wo 
es bei den beiden Bahnhöfen kampirte, und hier bis zum 10. 
im angestrengtesten Dieusta als Escortirungen von Pulvertrans- 
porten, zahlreiche ßecognoszirungen, Patrouillen u. b. w, verblieb. 

Am Abende desselben Tages wurde Lieutenant Julius 
Baron Fleissuer mit einer zusammengesetzten Halb-Escadron dea 
Regiments befehligt, eich mit der Armee des Banus von Croa- 
tien FML. Baron Jclacic in Verbindung zu setzen. Unter 
seiner kommandirten Mannsuhaft war auch der Oberst von Denk- 
stein, Genera ladjulant des Banus, als gemeiner Chevauxleger 
verkleidet. Dieses Commando kam 1 Uhr Nachts in Brück an 
der Leitha an, von wo aus Oberst Denkstein mit Lieutenant 
Baron Fleissner zu Wagen in das Hauptquartier zum Banus nach 
Ungarisch- Alten bürg sich verfügten und demselben die Nachricht 
vom Ausbruche der Wiener Revolution überbrachten, während 
das übrige Commando in Brück zuiückblieb. — 

Am 8. Oktober war der Cadet Friedrich Bündsdorf des 
Regiments beordert worden von Belvedero aus über Meidling 
auf die Türkenschanze zu reiten, um dorthin einen Befehl, betreffs 
eines Pulvcrtransportes zu überbringen. Von dem dort commaa- 
direnden Artillerio-Stabsoffiziere erhielt dieser Cadet eine Mel- 
dung an FML. Graf Auersperg, mit der darin enthaltenen Bitte, 
eine Truppenablli eilung dem Pulvertransporte bis Meidling als Be- 
deckung entgegen zu senden. Als Cadet Bündadorf mit dieser 
Meldung über Meidling zurückritt, bemeikte er, dass die Aufruh- 
rer die dortigen Wege mit Barikaden versperrten; er ritt daher 
noch einmal auf die TUrkenschanzc zurück, um darüber dem Stabs- 
ofUzier Meldung zu erstatten, damit der Pulvertransport durch 
Einschlagung eines anderen Weges der Gefahr abgeschnitten zu 
werden entgehen könne, uahm aber dann wegen der Dringlichkeit 
der Verstärkung den kürzesten Weg zum FML. Graf Auersperg 
über Meidling, wo derselbe mit den boihabenden 4 Mann einzeln 
im Cariere durch die noch offen gelassenen sehwachen Oeffnun- 
gen der Barikaden glücklich passirte, bis auf einen leicht verwun- 
deten Mann. FML. Graf Auersperg betobte Cadet Bündsdorf für 
seine Umsicht, mit welcher er die Umänderung des Marschplanes 
für .den Pulvertransport veranlasste und diesen dadurch vor Scha- 
den bewahrte. Lieutenant Graf Bulgarini wurde am 8. als Ordo- 
nanz-Offizier in das Hauptquartier des FML. Graf Auersperg 
kommandirt, und wegen seiner vorzüglichen Verwendung daselbst 
wiederholt belobt. 

Die I. Majors-Division des Regiments war, wie bereits 
erwähnt, in Eilmärachen nach Temeavar abgerückt, um dort unter 



Kk 



I 



I 



Cotnmaado des FML. Baron Beclitold gegen die Serben verwen- 
det zu Werder. Zuerst in der Gegend von Gross -Beczkerek 
kantonirl, versah die Division später die Vorposten gegen daa 
Perlaazer-Lager nnd die Tlieiss, Das er/ite Gefecht, welches ein 
Theil der Division, die 1. Majors 2. Escadron mitmaehle, war bei 
Neusina unter Gommando des Major von Scbiflner von Schwar- 
zenborg Uhlanen, weicher mit verschiedenen Truppen- Abtheilun- 
gen die Serben mit grossem Verluste zurückfichlug und am 7, 
August Neusina einnahm. Major Schaffner belobt in seiner Zu- 
schrift an Major von Kj-apf des Regiments das tapfere und uner- 
schrockene Benehmen der 1. Majors 2. Escadron, inabesondere 
deren Commandanten Rittmeister Baron Schluga und Corporal 
Mayer. Kurze Zoit nach diesem Gefechte wurde vom ungarischen 
Kriegsminister Meazaros eine Revue bei Ecska über die Trup- 
pen des Quabrigadier Oberst von Kiss (des 2. Hussareu-Regi- 
mentes König von Hannover), unter welchem die Division des 
Regimentes stand, gehallen. Bei Ankunft der GeneralitSt spielte 
die Regiments- Musik von Hannover- Hussareu den Rackozy -Marsch 
statt der vorgeschriebenen Volkshymne. 

Major Ki'apf begab sich zu dem, die Hussaren kommandi- 
renden Major Graf Vecsey und verlangte mit Entschiedenheit 
das Spielen der Volkshymne, was denn bei der Defilirung der 
Chevauxle^ers -Division zu seiner Genugthuung geschah. 

Auch hatte Major Krapf mit seinen Oifiziera den ein- 
stimmigen Besehluss gefasst, bei diesem Nationalkriege sich zwar 
dabin verwenden zu lassen, um Uogarn vor den Brandstiftungen 
und sonstigen Verwüstungen der Serben zu schützen, aber kei- 
neswegs sich gegen k.Grenzfruppen zu schlagen. Dieser Beschlusa 
wurde oßen ausgesprochen und stillschweigend nahm ihn der 
Quabrigadier Oberst Kiss hin. Die vom ungai-ischen Ministerium 
angeordnete bedeutende Erhöhung; der Gagen und Gebühren 
«Her gegen die Serbon verwendeten Truppen wurde schriftlich von 
sämmllichon Offizieren der Division abgelehnt. 

Unter diesen Verhältnissen beschlosa das ungarische Mini- 
oteriuni die Division durch eine ungarische Truppe ablösen zu 
machen und erlhcilte jener den erwünschten Befehl sich nach 
Gratz in Marsch zu setzen, welchen selbe über Grosskikinda, 
Theresiopel und Fünfkirehen antrat, — 

An den Ufern der Donau fand Major von Krapf Grenz- 
truppen, übersetzte unter deren Zivioruf auf Kähnen diesen Fl uss 
und schloss sich am 16. September bei Kolori der eben vorrü- 
ckenden Armee des Banus FML. Baron Jelacic an. 

Am 17. überschritt die Division, der Brigade Dietrich zuge- 
theilt als Avantgarde der kroatischen Armee, wieder die ungarische 
Grenze, doch nach einigen Tagen wurde sie bei Föt getrennt, und 
zwar die 1. Escadron bildete die Avantgarde der Brigade Dietrich, 
die 2. jene der Brigade Schmidl, rückte am 27. September 
mit der kroatischen Armee nach einigen feindlichersoits gegebenen 



|i 



297 

Kanoneiischüsson in Stuhlwoissenburg ein^ und versah nach dem 
Gefechte bei Pakosd am 29. die Vorposten. Inzwischen veränderte 
die kroatische Armee die anfanglich gegen Ofen bestimmte Rich- 
tung ihres Marsches, und nahm jene gegen Wien^ über Moor, 
Raab^ Hochstrass, Wieselburg und Altenburg, überschritt am 8. 
Oktober bei Brück an der Leitha die österreichische Grenze, und 
bezog am 9. bei Trautmannsdorf ein Lager. Major von Krapf, der 
unter den schwierigsten Verhältnissen seinen Anschluss an die 
kroatische Armee bewirkt hatte^ erhielt für seine rühmlichen Lei- 
stungen den Eisernen Krön -Orden IIL Klasse. 

Fast die ganze Zeit schwer fieberkrank, verliess er nicht 
einen Augenblick seine Division und diente ihr als leuchtendes Bei- 
spiel von Willenskraft, Ausdauer und Muth. Da man glaubte, dass 
die ungarische Armee der kroatischen nachfolgen würde, so wurde 
das ganze diesseitige Regiment unter GM. Baron Baltheser 
der kroatischen Armee zugetheilt und nahm am 10. seine Stellung 
zwischen Schwechat und dem Neugebäude, bezog jedoch noch am 
selben Tage bei Ober-Laa ein Lager, von wo es den IL Abends 
nach Ranncrsdorf in Kantonements verlegt wurde. 

Am 12. kehrte es wieder zum Armee-Corps des FML. Graf 
Auersperg zurück, wurde in Erlaa und Atzgersdorf kantonirt, und 
musste fortwährend Bereitschaften, Vorposten und Patrouillen unter- 
halten. Hier war auch die I. Majors-Division wieder zum 
Regimente gestossen. Erwähnung verdient, dass sich dieser Divi- 
sion die Rittmeister Baron Riedesel von Mengen-Cürassier, 
Ritter von, Kleyle von König Würtemberg-Hussaren, femer 
die Oberlieutenants Baron Degrazia von Coburg-Hussaren, 
Graf Kesselstadt von Liechtenstein - Che vauxlegers und der 
Oberlieutenant Regiments- Adjutant Czekeliusvon Rosen feld 
von Grossfürst Alexander-Hussaren freiwilh'g angeschlossen und 
die erspriesslichsten Di^enste bis zur Einnahme Wiens gelei- 
stet hatten. 

Am 14. wurde das Regiment in Inzersdorf, am 16. in Ober- 
Laa und Roth-Neusiedel und am 17. wieder in Inzersdorf kanto- 
nirt, und zum angestrengtesten Dienste als Kanonenbedeckungen, 
Bereitschaften und Patrouillen verwendet. Dasselbe, welches den 
ganzen Generalstab und alle zugetheilten Offiziere beritten machte, 
war hiedurch auf den geringen ausrückenden Stand von 670 Mann 
reduzirt worden. 

Am 28. Oktober ordnete der mit einer Armee aus Böhmen 
angerückte FM. Fürst Windisch-Grätz den Angriff auf die in 
offener Empörung befindlichen Hauptstadt Wien an. Das Regi- 
ment war bei Erstürmung derselben nicht thätig, sondern nur in 
der Nähe der Matzleinsdorfer Linie aufgestellt, wo dasselbe Zeuge 
des tapfern Vorgehens unserer Infanterie bei Erstürmung des 
Matzleinsdorfer Friedhofes und der Südbahnhöfe war. Nur einzelne 
Ordonnanzen begleiteten die Infanterie bei ihrem weitern Vorrücken. 
Gegen Abend zog sich das Regiment wieder gegen Inzersdorf. 



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zurück, wo es die Nacht hindurch lagerte. Dasselbe, welches bei 
der AJIarmi'rung am 6, Oktober seine sänmitlicben Magazine und 
Offiziers-Bagagen sowie Monturen und Effekten der Mannschaft 
zurücklassen musste, und nicht mehr nn sich ziehen konnte, ver- 
lor bei Plünderung der Josefslädtcr-Kaserne durch die polnische 
Legion und Mobilgarden den gröastcn Thoil derselben, so daes 
Tiele Offiziere um all' ihr Habe gebracht wurden, 

Bei der am 31. Oktober erfolgten völligen Beiwingung 
Wiens konnte das ßegjment in seiner Gesammtheit nicht mit- 
wirken, doch nahmen einzelne kleine Abtheilungen desselbea aa 
dem Kampfe selbst dadurch Theil, dass sie als Kanonenbedeckun- 
gen demselben folgten und durch die Gassen und Vorstädte bis 
auf die Glacis vorrückten, dann aber nach Etorüc^ung der Infan- 
terie in die Stadt Abends wieder zum Regimente einrückten. Ober- 
lieutenant Julius Baron Fleissner, seit seiner Commandirung zum 
Banus (am 7. Oktober) als Ordonanzoffizier in dessen Haupt- 
quartier verblieben, hatte sich bei Erstürmung der ersten Bari- 
kaden auf der Landsfrasse, die er freiwillig zu Fuss mitmachte, 
durch sein tapferes und umsichtiges Benehmen derart ausgezeich- 
net, dass ihm in der Folge die Allerhöchste Zufriedenheit und 
das Militär-Verdiensfkreuz zu Theil wurde. Der im Haupt- 
quartiere des FML. Graf Aucrsperg kommandirte Lieutenant Graf 
Bulgarini, während der Einnahme Wiens der Brigade des Fürsten 
Colloredo zugelheilt, machte auf Befehl seines Brigadiers einen 
Ritt um die Linien der Stadt bis an die Donau und Roth-Neu- 
fiiedel, um über das Vorrücken des I. (kroatischen) Armee-Corps 
zu berichten, betheiligte sich za Fuss bei Erstürmung des Hunda- 
thurmer Friedhofes, erhielt einen Prellschuss am Helme, und 
wurde im Berichte des Fürsten Colloredo mit ganz besonderem 
Lobe erwähnt. 

Das Regiment rückte nach der Einnahme der Vorstädte 
an die Linienwälle, wo es durch 3 Tage die Hundsthurmer, 
Matzleinsdorf er, Belvedere und Schönbrunner Linie besetzt hielt, 
dann aber in die Kaserne nach Wien verlegt wurde. Die aufrüh- 
rerische Hauptstadt gab dem Regimente das glänzendste Zeugnias 
dadurch, dass unter seinen Capitnlationsbedingungen auch die 
enthalten waren: „Nassau, Latour Infanterie undWr bna Che vaux- 
legers nicht mehr zur Wiener Garnison zu bestimmen," Das 
Regiment wurde jetzt wieder auf den Kriegsstand kompletirt. 
Bei Gelegenheit einer grossen Militär - Soiree im Sofienbadsaale 
am 25, November brachte der Banus FML. Baron Jelacic unter 
andern folgenden eine Abtheilung des Regiments 
betreffenden und desshalb in diesen Blättern einge- 
schaltenen Toast aus, der beinahe wörtlich so lautet: „Meine 
„Herrnl Erlauben Sie, dass ich Ihnen eine Geschichte erzähle. 
„Im Feldzuge 1805 ereignete sich, dass mein Vater von den Fran- 
„zosen umzingelt war, und keine Möglichkeit mehr sah, dem Tode 
„oder der Gefangenschaft zu entgehen. In diesem wichtig- 



,,ston Augenblicke aeines Lebens meldete sich bei Ihm 
„eiu Major und machte ihm den Vorschlag, sich an ibin und 
„seine Division anzuschllcssen und durchzuschlagen. Hb war diesa 
„Major Graf Chotek mit der I. Majo rs-Divia Ion von Fürst 
„Rosenborg-Chevauxlegers. Mein Vater schloss sich an und 
„wurde gerettet. — Und in dem wichtisteij Augenblicke 
„meines Lebens, als ich den Krieg gegen Ungarn begann, 
„aber gar keine Cavallerie hatte, denn die erst in der Errichtung 
„begriffenen Banderial-Hussaren waren im vollsten Sinne des 
,, Wortes noch Sansculottes, meldete sich ein Major und trug mir 
„seine Division und seine Dienste an. Es war diess abermala die 
„T. Majors Division desselben Kegiments, welche meinen 
„Vater gerettet Latte, unter Befehl dca Major von Krapf. Da 
„fühlte ich deutlieh, dass mein Glücksstern aufgegangen war, und 
,.mit inniger Freude nahm ich seine Dienste an. Später kamen 
„noch das Regiment Hardegg-Cürassier und eine Division Kress- 
„Chevauxlegers und nun ilelt ich mich unüberwindlich. Es lebe 
„daher mein alter Freund Krapf, Oberst Sedelniayer und Major 
„Kaminskil — " 

Der Dienst dos Regiments in der Wiener Garnison war 
sehr anstrengend, und dasselbe wurde zum Sicherheits-Dienst in 
die Vorstädte Wiens und der XJmgegend, welche jede Nacht 
durch zahlreiche starke, von Offiziers geführte Patrouillen durch- 
streift wurden, verwendet. Auch wurde eine mobile Colonne 
unter Befehl des Major Graf Schallenberg des Regiments zur 
Herstellung der Ruhe und Ordnung In einigen Ortschaften des 
Kreises Viertel Unter - Manhardsberg nach Korneuburg entsen- 
det, zu welcher das Regiment zusammengesetzte Commandos 
beistellte, welche nach hergestellter Ordnung bald wieder 
einrückten. 

Am 15. Dezember begann die Haupt-Armee Ihre Ope- 
rationen gegen die ungarischen Insurgenten und gleichzeitig 
rückte Oberst Baron Horwath mit einem Streif-Commando über 
Wiener-Neustadt gegen die ungarischen Grenzörier vor. Zur 
Unterstützung dieser letzteren Bewegung rückte Major Graf Schaff- 
gotsche des Regiments mit der Oh er st- Di Vision desselben und 
3 Ogulincr-Grenz-Compagnlen über Ebenfurth und Gross-Höflein 
vor und stand den 16. Vormittags vor Oedenburg. Major Graf 
Schaffgotscho hafte während dieses Vorrückens bei Tages-Anbruch 
in Vucka Pordany 2 feindliche Offiziere nebst 26 Hussaren 
gefangen genommen, und warf bei Klingenbach eine andere 
Hussaren-Abtheiiung, wo es beiderseits einige Todte und Ver- 
wundete gab. Eine OguhnerCompagnie und eine Ablbeilung Che- 
vauxlegers unter Oberlieutenant Moldovan des Regiments hatte 
sich bei dieser Gelegenheit hervorgethan, wofür auch in der Folge 
der genannte Oberlieutenant das Militär- Verd ienatkreuz, die 
Gemeinen Enzersdorfer und Dietrich (letzterer schwer verwundet) 
difl silberne Tapferkeits-Medaille IL Classe erhielten. 




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300 

Am 19. Dezember wurde von Wien aus ein, aus 2 Grenn- 
BatailloQS, einer Infanterie-Division, 2 Raketten -GescLÜtzoD, wie 
der bereits in Oedenburg befindlichen Oberst-Division und 
der von Wien nachrückenden I. Majors-Division des Regi- 
ments beatehendea Streif-Commaüdo gebildet, welches am 25. noch 
mit 2 Infanterie-Bataillons der U, Majors I. Esoadron des 
Regiments und einer Fuss-Batterie verslärkt wurde. Dieses Streif- 
Comnanndo bafle den durch die weitere Vorrückung des Obersten 
Baron Horwath entblöasten Landstrich gegen Raab zu besetzen, 
die Gegend von Oedenburg, GUns, Steinamanger vor aufrühreri- 
schen Versuchen zu wahren, die Grenze Steiormarks und Oeater- 
reichs zu decken, daa Land zu entwaffnen, sowie endlich die Ver- 
bindung der österreichischen Haupt-Armee mit den Truppen des 
FZM. Graf Nugent au erhalten. Den Befehl über dasselbe erhielt 
Oberstiieutonant Graf Althann des ßcgimenta. Nach Riicklassung 
engemeaaener Besatzungen, und der Auflegung einer Contribution 
von lOOOOÜ fl. C. M. für die Stadt Güns, als Sühne für die dort 
schändlich ermordeten 50 Croaten, erreichte Obcrstlieutenant Graf 
Althann am 28. Dezember Steinamanger, wodurch daa Streif-Com- 
mando mit den Truppen des FZM. Graf Nugent in Verbindung 
trat. Lieutenant Krzyszanowski des Regiments, als Courier zu letzt- 
genanntem General vom Oberatlieutenant Graf Althann am 25. aua 
Gross- Warisdorf abgeaandt, wurde in Steinamanger vom Pöbel 
aufgehalten, und nur seinem energischen Auftreten und der Hülfe 
einiger gutgesinnter Bürger, vorzüglich dea dortigen Poslmeiaters, 
gelang es seine Weiterreise gegen Körmend ungehindert 
fortzusetzen. 

Major von Krapf erhielt den Auftrag, mit einem zuaam* 
mengesetzten Comraando, bei welchen die I, Majors-Division 
und der 2. Flügel der Oberst 2. Eseadron eingetheilt 
waren, gegen Papa zu patrouillircn, und so lange als möglich die 
Verbindung mit der Colonne dea Obersten Baron Horwath zu 
unterhalten. — 

Am Schlüsse des Jahres 1848 sehen wir daa Regiment 
folgen derm aasen vertheilt: die Oboi-etlieutenanta-Diviaion 
und II. Majors 2, Eseadron unter Oberst Klebe in Wien, 
die Oberst I. und der 1. Flügel der Oberst 2. Esea- 
dron als Besatzung in Steinamanger, der 2, Flügel der 
Oberst 2. und die I. Majors-Division gegen Pfipd 
patrouilliren, die II. Majors 1. endlich halbescadronsweise in 
Oedenburg und Güns. Von der im letztern Orte zurückgeblie- 
benen Besatzung wurde Lieutenant Bündsdorf des Regiments mit 
einer Abtheilung Infanterie kominandirt, die in der Umgegend 
von Güna befindlichen Bauern und Panduren, welche 18-18 bei 
Ermordung der 60 Croaten thStig gewesen alnd, aufzugreifen. 
Nach einer Thäligkeit von 14 Nächten gelang es dem genann- 
ten Offizier 86 derlei Individuen gefangen zu nehmen, welche 
vor das Kriegsgericht gestellt, durch den Auditor dos Regiments 



301 

abgeurtheilt^ und 8 hievon in Oedenburg hingerichtet wurden. 
Sowohl Oberlieutenant - Auditor Freyer, als Lieutenant Bünds- 
dorf wurden für ihre Thätigkeit und Umsicht vom Distncts- 
Commando in Oedenburg öffentlich belobt. Bei der in Galizien 
befindlichen Depot-Escadron des Begiments hatte sich Corporal 
Sluha durch Aufhaltung einer treulosen eidvergessenen Hussaren- 
Abtheilung, sowie durch deren Gefangennehmung ausgezeichnet 
und wurde daher vom galizischen General-Commando öffentlich 
belobt. 

Am 13. Jänner 1849 gelang es dem Oberstiieutenant Graf 
Althann mit dem obenerwähnten Streif-Commando des Major 
von Krapf durch nächtlichen Ueberfall, einen beim Kloster Bi- 
kony B^l versammelten Rebellenhaufen unter einem gewissen Yihär 
Andor und Mednyansky, nach einem zweistündigen Gefechte 
zu zersprengen, wobei dem Feinde 10 Mann getödtet, mehrere 
gefangen und sodann standrechtlich behandelt in Papa erschossen 
wurden. Bei dieser Gelegenheit wurden auf einer Puszta des 
feindlichen Commandanten von £ssegg Grafen Bathyanyi iS 
Gestütspferde erbeutet. Oberstlieutenant Graf Althann, der mit 
ausserordentlicher Thätigkeit und Umsicht das ihm anvertraute 
Streif-Commando geleitet hatte, erhielt für die bei dieser Gele- 
genheit dem Allerhöchsten Kaiserhause bewiesene Treue und 
Ausdauer das Ritterkreuz des Leopold-Ordens. 

Am 5. Februar und 1. März 1849 rückten sämmtliche 
in Ungarn kommandirten Abtheilungen des Regiments, mit Aus- 
nahme der I. Majors 2, Escadron, welche als Besatzung im 
Oedenburger Comitate unter Major von Krapf zurückgeblieben 
war, wieder in Wien beim Regimente ein, welches nun 7 Esca- 
drons vereint hatte, wurden jedoch in Folge der spätem Kriegs- 
ereignisse bald wieder getrennt. 

Am 18. März ging Oberstlieutenant Graf Althann mit 
seiner Division und der I. Majors 1. Escadron von Wien 
mittelst Eisenbahn bis Brück an der Leitha, und dann in Eil- 
märschen die I. Majors 2« Escadron an sich ziehend nach 
Pest, wo beide Divisionen am 19. anlangten« — 

Von Wien aus war am 13. Februar die Oberstlieutenants 
1. Escadron unter Rittmeister Schmidt nach Pressburg entsendet 
worden, um daselbst Streifungen gegen die Schutt zu unterneh- 
men und kehrte am 25. d. M. wieder zurück. 

Schon am 19. März wurde vom FM. Fürst Windisch-Grätz 
Rittmeister Baron Haan mit dem 2. Flügel der I. Major« 
1. Escadron nach Hatvan entsendet, und über Paszto vorge- 
schoben, um zu beobachten, ob und wie stark der Feind etwa 
gegen das Eipel-Thal vordringe. 

Am 27. vereinigte sich diese Abtheilung bei Romhäny mit 
der Oberstlieutenants-Division des Regiments. 

Am 20. März wurde Oberstlieutenant Graf Althann mit 
seiner Division von Pest aus nebst mehreren andern Truppen 



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nach Katvan dirigirt,. Am 23. wurde die Oberatlieutenaiit a- 
2, Escadron unter Rittmeister von Fecondo auf Streif-Commando 
gegen LosBonz befehligt, erhielt aber unterwegs bei Ferenyo 
den Befebi, sich nach Balassa Gyarmatb zarückzuziehen, um 
nicht von dem Feinde abgeschnitten zu werden. Durch einrü- 
ckende Patrouillen verständigt, das 3 der Feind gegen Balassa- 
Gyarmatb vorrücke, mussto dieselbe bei einer grimmigen Kälte 
den Weg gegen Romhany über'a Gebirge einschlagen, wo die- 
selbe nach 123tündigera Marsche eintraf. Erwähnenawerth ist, dass 
der 4. Zog dieser Escadron, Vfelcher die Arricre-Garde bildete, 
beim Uebergang über das Gebirge in stockfinsterer Nacht die 
Maraeh-Direction verlor, und nur der Umsicht des Cadeten Ge- 
ringer zu verdanken war, dass diese Abtheilung nach tor- 
cirtem Marsehe vom Feinde umrungen, mit der Escadron sich 
vereinigen konnte. 

Bald darauf rückte die Truppen-Division des FML. Baron 
Ramberg gegen Waitzen. Oberatlreutenant Graf Althann bildete 
mit der Oberstlieuteaants-Division und 1. Majors I. Esca- 
dron nebst mehreren andern Truppen die Avant -Garde-Brigade. 
Oberlieutenant von Lonyay bezog mit dem 2. Flügel der 
Oberatlieutenants 2. Escadron am 9. April die Vorposten 
ausserhalb Waitzen. Rückkehrende Patrouillen meldeten Bchon 
zeitlich am Morgen des 10,, das« im Feindeslager Truppenbewe- 
gungen sichtbar seien, worauf Lieutenant Graf Bulgarini den 
Auftrag erhielt, gegen Falota zu patrouilliren ; in der Gegend 
von Duna-Keszi angelangt, stiess dieser Offizier auf die feindliche 
Vorhut, meldete sogleich diesen Vorgang, worauf mit einer Com- 
pagnie des ]S. Jäger-Bataillons vereint die halbe Cbevauxlegers- 
Eacadron gegen den Eisenbahn - Damm vorrückte , und diesen 
gegen einen weit überlegenen Feind, worunter polnische Legionärs, 
eine Stunde bis zum Heranrücken einer Unterstützung, welche 
aus dem L Flügel der Obers tli eutenants 2. Escadron 
unter Rittmeister Grünwald und einer halben Escadron Carl 
Chevauxlegers bestand Oberlieutenant von Lonyay und Lieute- 
nant Graf Bulgarini machten nun zugsweise mehrere Attaquen 
gegen eine aufgestellte Honved-Division und Huasaren, von erste- 
rer waren sie mit heftigem Kleingewehrfeuer empfangen worden. 
Bei dem späteren Rückzuge der k. k. Truppen von Waitzen 
machte die Oberstlieutenants 1. Escadron des Regiments 
die Arriere-Garde und nahm nochmals Stellung, während das 
Gros der Truppen bis Szalka marschirte, Tags darauf wurde der 
Rückzug hinler die Gran fortgesetzt. Die Mannschaft des Regi- 
ments hatte sich in dieser Äfiaire „muthvoU, entschlossen und dem 
Wink ihrer Vorgesetzten gehorsam" bewiesen. Rittmeister Grün- 
wald hatte sich durch sein tapferes Benehmen besonders hervor- 
gethan, ebenso werden Oberlieutonant von Lonyay und Lieute- 
nant Graf Bulgarini in der Relation des GM. Fürst Jablonowski 
wegen ihrer ausgezeichneten Leistungen angerühmt. Der Verlust 



303 

der Oberatlieutcnants-Division war gering: 2 Mann todt, 5 Mann 
biGBsirt, und 2 Pferde vermisst. Beim Rückzuge durch Waitzen 
fiel das Packpferd und die Bagage des Oberlieutenant v. Dobrow- 
eky in die Hände dea Feindes. — 

Anfangs April verliess die Ob er st-Divlsi on des Regiments 
unter Major Graf SchafFgotsche, den nach Ungarn abgesandten 
Verslärkunga-Truppen zugetheilt, die Wiener Garnison, Vom Regi- 
mente vraren nun an der Gran, beim neugebildeten IV. Armee- 
Corps (FML. Baron Wohlgemuth) die Oberatlieutenants-Divi- 
sion und der 2, Flügel der 1. Majors 1. Eacadron in der 
Brigade Strasdil, die Oberst-Division in der Brigade Herzin- 
ger. — An dem am 19. April stattgehabten Treffen bei Nagy-Sarlo 
haben die genannten Abtheilungea des Regiments, da sie bei den 
zum Kampfe gekommenen Brigaden eingetheilt waren, den thätig- 
Bten Antheil genommen, und es haben sich durch ihr tapferes Be- 
nehmen vorzüglich hervorgethan: Oberstlieutenant Graf Althann, die 
Rittmeister Baron Haan, dem sein Pferd unterm Leibe erschossen 
ward, Schmidt und Edler von Hye, welche sUmmtliche in der 
Folge das Miiitär-V erdienst-Kreuz erhielten. Ebenso hatte 
sich Wachtmeister Zurkowski durch Tapferkeit ausgezeichnet, wo- 
für er die kleine silberne Medaille erhielt. Cadet Borderaux 
nöthlgte den als Ordonanz-Offizier beim GM. Fürst Jablonowski 
commandirten Lieutenant Baron Hackelberg des Regiments, der 
mit einem Auftrage versendet, zwischen den beiden Geschützfeuern 
mit seinem ermüdeten Pferde gestürzt war, sein noch frisches 
Dienstpferd zu besteigen, und so den Ritt forlzusetzen. In edler 
Bescheidenheit brachte Cadet Borderaux, als GM. Fürst Jablonow- 
sky, bei welchem er sich als Ordonanz-Corporal befand, ihn für 
die silberne Medaille eingeben wollte, die Bitte vor, dieses Ehren- 
Zeichen erst bei einer andern Gelegenheit würdiger verdienen zu 
dürfen. FML. Baron Wohlgemuth belobte die Oberstlieute- 
nants-D ivlsion und den 2. Flügel der I. Majors 1. Esca- 
dron ihres tapfern Benehmens und der Ordnung wegen, mit der 
diese Abtheilungen den Rückzug des Armee-Corps deckten, Er- 
wahnenswertli ist auch das ausdauernde Benehmen des Corporal 
Kadawi, welcher durch einen Granatensplitter verwundet, unver- 
bunden mit seiner Abtheilung marschirte. Oberlieutenant Klehe, 
welcher im Verlaufe der Schlacht durcli Uebergabe seines Pferdes 
den Oberst Ritter von Dreyhann vor wahrscheinlicher Gefangen- 
nehmung gerettet hatte, wurde mit einem Auftrage versendet, und 
auf diesem Ritte durch einen Zug Hussaren abgeschnitten. Dieser 
kühne Offizier, und der ihm begleitende Gemeine Kaweczki zogen 
den Säbel, ritten durch die Hussaren, setzten über einen 14 Schub 
breiten Graben, und gelangten so an ihre Bestimmung. Oberlieute- 
nant Xlehe wurde für dieses unerschrockene Benehmen von Oberst- 
lientenant Graf Althann Öffentlich belobt. 

Inzwischen war Major von Krapf mit dem 1. Flügel der 
1. Majors 1., und der ganzen 1. Majors 2. Escadron in 



im 

Pest geblieben, wo diese Abtbeiliingen zum Sichorhoita-Dtenat und 
starken Recognoszirungs -Patrouillen verwendet wurden. Auf einer 
derselben war Oberlieutenant von G-erzon in einem feindlichen 
Hinterhalt gorathon, und nur durcb das kühne entschlossene Vor- 
gehen des OorporaJen Lobosz vor Gefangenschaft gerettet. 

Am 17. April marschirto die 1, Majors-Diviaion nach Mocsa, 
und von da durcii die kleine Schutt nach Ungarisch- Alteaburg, 
wo sie der Brigade des GM. Wysa zugetbeilt wurde. 

Am 15. April wurde von Wien die noch dort befind- 
liche letzte Abtbeilung dea Regiments, nämlicb die 2. Majors- 
Division unter Major Graf Schallenberg uiit dem Regimenlsstahe 
nach Ungarn in Marsch gesetzt, mit der Bestimmung sich an 
das Streif-Corps des FML. Baron Burits anzuschliessen, welchea 
die unruhige Gegend von Stuhhveissenburg, Moor und dem Ba- 
konyer-Wald in Ordnung zu erhalten hatte. 

Am 21. traf die Division in Stuhlwoissenburg ein und 
wohnte am 26. dem Treffen von Komorn bei, in Vfelchem die 
Oborstlieutenants Thurneisen und Eduard Baron Fleissner mit 
ihren Zügen auf Kanonen-Bedeckung commandirt, sich im stärksten 
Feuer durch ihre Umsicht und kaltblütige Buhe auszeichneten. 
Die Division machte die Keiter-Attaquen diesoa Tages mit, in 
welchen sich Rittmeister- Auditor Edler von Sohirnhofen von 
Erzherzog Johann-Dragoner an selbe angeschlossen hatte, Ober- 
arzt Dctr, Knapp zeichnete sieb durch unerschrockenes selbstauf- 
opferndes Wirken aus. Der 2. Flügel der Oberst 2. Escadron 
unter Lieutenant Pippan, welcher von der Brigade Herzinger 
über Gran zur Verbindung mit der Haupt-Armee in Pest ent- 
sendet, wai', am Rückwege aber nicht mehr zu seiner Abthei- 
lung gelangen konnte, schloas sich bei Komorn gegen Abend 
an die 2. Majors-Division an. Diese Abtheilungen des Regi- 
ments bildeten beim Rückzüge des 3, Armee-Corps über Puszta 
Major die Arriere-Garde des genannten Corps, vfelchea in der 
Nacht hinter dem Czonczo-Bach Stellung nahm. Die 2. Majors- 
Division und der 2, Flügel der Oberst 2. Escadron hatten nun 
ihre Eintheilung in die Brigade Fiedler dea 3. Armee- Corps 
erhalten- Tags darauf war dieses Corps nach der Puszta Szt. 
JanoB gerückt, während mehrere Cavatlerio-Abtheilungon eine 
Arriere-Gardeatellung bei Acs nahmen. Unter diesen befand sieh 
auch eine zusammengesetzte Halb-Escadron der 2. Majora-Divi- 
sion unter Oberlieutenant Eduard Baron Fleissner, welcher den 
gröasten Theil eines, wegen Mangel an Bespannung zurückge- 
bliebenen Brod-Transportes dadurch rettete, dass er bei seinem 
Einrücken in Szt. Janos so viel Brod als möglich auf den 
Pferden durch seine Mannschaft mitnehmen liess. Die 2. Majors- 
Division rückte über Raab in die kleine Schutt nach Altenburg, 
von wo sie zahlreiche Streif- und Recognoazirungs-Commanden 
unterhielt, worunter jene am 18- Mai unter Rittmeister Pach und 
eine zweite unter Oberlieutenant Baron Fleissner am 21, gegen 
Zamoly die wichtigsten waren, — 




305 

Am 2. Mai libortiel aus eigenem Antriebe Kittmeister Bar, 
HasQ mit einem FIürcI seiner (1. Mnjora) 1. Escadron und 120 
Jägern dos 12. Bataillons bei Szered die Insnrgenlen, welche 
im Begriffe waren, eine Brücke über die Waag zu achlagen. 
Der Feind wurde zum aobnellen Abbrechen der Eriiclie und 
eiligen Rückzüge mit dem Verluste mehrerer Gefangenen ge- 
nöthigt. Trotz des heftigen Geschütz- und Kleingewehrfouors, 
welches die Insurgenten vom jenseitigen Ufer unterhielten, hielt 
sich Rittmeister Baron Haan so lange daselbst, bis die Brigade 
Theiasing eingetroffen war, und die Waag-Ufer besetzte. — Mitte 
Mai 1849war das Regiment vertheilt: beim 1. Armee- 
Corps des FML. Grafen Schlick, 2. Majors 1. auf der kleinen 
Schutt in der Brigade Fiedler, 2. Majors 2. in der Brigade Wolf 
bei Altenburg, beim 2. Armee-Corps dos FML. Bar. Csorich, 
die 1. Majors bei Zsigard, aofänglieh in der Brigade Wysa, 
später Lederer und endlich Pott, 1, Majors 2. auf der grossen 
Schüttln der Brigade Raischach, endlich beim 3. Armee-Corps 
des FML. Fürst Edmund Schwarzenberg bei Sellye in der Brigade 
Veigel die Oberst und Obers tJieutenanta Division. — Beim 
Ueberfalle auf das Dorf Njarad bei Bös auf der grossen Schutt 
in der Nacht des 29. Mai, unter Führung des General -Staba- 
Hauptmanna Döpfner, hatte sich Lieutenant Krzyazanowski mit 
einer Abtheilung Freiwilligen der 1, Majors i. Escadron ,, durch 
seine Brauchbarkeit und Tapferkeit" besonders hervorgetban, und 
wurde vom Brigadier GM. Baron Raischach, wie auch vom FML. 
Baron Csorich im Corps-Befehle lobend erwähnt. In dieser Epoche 
verdienten mehrere Gemeine kleine silberne Medaillen, so der 
Rekrut Boyczuk, welcher gefangen, sich selbst ranzionirte, und 
Gemeiner Owzarcznk wegen bewiesenen besondorn Muth und Treue. 
Anfangs Juni conzentrirte sich das ganze Regiment bei 
Oedenburg, und erhielt seine Einthcilung in die Brigade Veigel 
des 3. Armee-Corps. 

Am 26. Juni hatte sich Lieutenant Bordoraux durch frei- 
willige Recognoszirung bei Raab als Ordonnanz-Offizier des GM. 
Wolf anagezeichnet. Am 28. im Gefechte bei Szemero ward Major 
Edler von Fecondo mit der 2. Majors-Division des Regiments 
zur Umgehung dos rechten feindlichen Flügels entsendet, während 
Rittmeister Baron Haan mit der 1. Ma j ors-Di vi si on den linken 
Flügel des Feindea auf das tapferste durch eine Abtheilung Fiquel- 
mont-Dragoner (unter Rittmeister Wilhelm Graf Westphalen) unter- 
stützt, den linken feindlichen Flügel angriff. Den Rückzug des 
Feindea deckten die Hussaren und 2 Schwadronen derselben ver- 
suchten längern Widerstand zu leisten, ja griffen sogar kühn die 
ihnen am Fusse folgende 1. Majors-Di viai o n an, diese wor 
jedoch dem Angriffe rasch begegnet, und hatte nach kurzem Hand- 
gemenge die Hussaren geworfen und zerstreut. — Die zum Kampfe 
gekommenen Abtheilungen des Regimentes zeichneten sich durch 
ihre Tapferkeit ans. 



^m Ritliijcister CLeTalior Ronascau war im Mel^e bereits von deu 

^M Husaarea uniniiigen, <A'urdo jedoch durch den Corpoi'alen Elias 

H Matko'wski mit seltener Bravour herausgebaueii, wofür dieser Uii- 

H terofHzier in der Folge init der goldenen Tapfcrk ei ts-Medai He 

H und den k.ruaäisclienSt. Geor gs-ICreuze V. Claase decorirl wurde. 

V Eh eiliielten noch flir bewiesene Tupferkeil, die WacLimoister 

Jandza und Elini die grosso silberne, die Corporals Riegel, 

l'artika und Zuk, die Gemeinen Katra, Karamen, Kamiiiski und 

Weubel die kleine silberne Modaillo. 

Wäbrenil der Scblaebt von Kouiorn am 2. Juli stand daa 
3. Armee-Corps bei Nagy-Jgmand, und rückte in den näcbeten 
Tagen bis Ofen vor, wo es am 12, anlangte. Die ü b erstlieute- 
nants und 2. Majo rs-Divisi on des Regiments bivoiiaquirtcn 
auf der Generals-Wiese, die Obers t Division wurde in der Vor- 
stadt Wasaerstadt bequartirt, und die I. Majors-Diviiji o n be- 
setzte die Schranken. 

Am 15. übersetzte das 3. Corps nach Pest, wo das Regiment 
an die Hatvanar-Strasae kam, und die Vorposten bezog. Ober- 
lieulenant Klebe, während der Scbiacbt vun Komoru (am 2. 
und 11. Juli) als Ordonanz -Offizier beim FZM. Baron Haynau, 
zeichnete sich in dieser Commandirung durch seine umsichtige und 
thätige Verwendung aus. 

Die 2. Majors 1. Escadron unter Rifimoister Pach wurde nun 
zu den Besalzungs-Truppen von Pest und Ofen eingetheill. Bei 
der weitern Vorrlickung vou Pest gegen die Tiieiss zog das d, 
Armee-Corps am 22. Juli von Pest aus über tioroksar nach Tlie- 
resiopel, die rechte Planke der direcle gegen Szegedin vorrücken- 
den Haupt-Aimee deckend, mit der Aufgabe, die insurgirlen Orte 
auf dieser Linie zu eiitwaifnen, und die Verbindung mit der öüd- 
Armee dos FZM. Baron Jeliacic durch Streif-Commanden aufzu- 
suchen. — Zu diesem Zwecke eilte dem 3. Corps, am 21. Juli von 
Pest ubgehciid eine mobile Coloniie voraus, welche aus der überst- 
und 1. Majora-Division des Regiments, einem Infanterie-Bataillon, 
den» 22. Jäger-Bataillon und einer Cavalleric-Baltorie zusammen- 
geaetzt, unter Commando des Oberst Graf Althann, längs dem 
linken Donau-Ufer über Duna-Vctso nach Baja zog. Nachdem sieh 
auf diesem weiten Wege nur einzelne Ins urgenten häufen gezeigt, 
aber sogleich zurückgezogen hatten, besetzte Oberst Graf Althann 
am 27. Baja mit seiner ganzen Colonne, nahm die Reste der zum 
Thoil veraenkten Donau-Brücke in Beschlag, fand 5 Dampfbote 
und endlich grosse Vorräthe an Getreide und Wolle aufgehäuft. 
Am 29. wurde diese Colonne in Melikut vom 3. Armee-Corps 

I wieder eingezogen, und rückte mit diesem am 30, in Theresiopel 
ein. In diesem Orte verblieb Major Edler von Jbecondo mit der 
2, Majors 2. Escadron dos Regiments und einem I nf<mt er ie -Ba- 
taillon als Besatzung, während das 3. Corps am 2. August Magyar 
Kanischa erreichte, von wo abermals ein St reif- Commando aus doc 
Oberst 2. Escadron und der 1. Majors-Di viaion dos 



307 

Regiments, einem Jägerbataillon und einer halben Cavallerie-Bat- 
terie bestehend, unter Oberst Qraf Althann längs der Theiss über 
Szenta und Földwar bis zu den Vorposten der Süd-Armee ent- 
sendet wurde, um das Theiss-Ufer von zurückgebliebenen Insur- 
genten zu reinigen. 

Durch die am 6. August bei der weitern Vorrückung des 
[FI. Corps gegen Mokrin zur Durchsuchung dieses Ortes bestimm- 
ten zurückkehrenden Patrouillen wurde gemeldet, dass der Ort 
selbst vom Feinde stark besetzt, und Geschütze am Eingange 
postirt sein, — worauf Oberstlieutenant von Krapf den Rittmei- 
ster von Müller mit der Oberstlieutenants 2. Escadron 
gegen Mokrin vorzurücken beorderte, während er selbst mit dem 
Reste seiner beihabenden Truppen als Reserve auf der Haupt- 
strasse folgte. 

Rittmeister von Müller ging mit dem 1. Flügel gegen Mokrin 
vor, woselbst die feindlichen Geschütze bei der Kirche aufgestellt 
waren, und detachirte den Oberlieutenant Graf Bulgarini mit dem 
2. Flügel, mit dem Auftrage, den Ort zu umgehen und den Feind 
bei seinem Rückzuge sowohl anzugreifen, als auch dessen einge- 
schlagene Richtung zu beobachten. 

Mit ungestümer Tapferkeit warf sich Rittmeister von Müller 
gegen die aufgestellte Batterie und ein Honred-Bataillon, und 
nachdem diese schon von dem kühnen Angriff überrascht, sich ohne 
einen Schuss zu machen, in die Flucht zurückzogen, verfolgte er 
sie mitten durch den Ort, nahm 1 Offizier, 1 Arzt und viele Hon- 
veds gefangen und erbeutete mehrere wichtige Schriften. Während 
der Vorrückung des 1. Flügels marschirte Oberlieutenant Graf 
Bulgarini in Trab und Galopp längs der Umfassung des Dorfes 
und stiess gegen den Ausgang desselben auf eine feindliche Divi- 
sion Hussaren und eine noch im Dorfe aufgestellte Infanterie- 
Abtheilung, die auf eine grosse Entfernung eine Decharche gab. — 
Mit vieler Köhnheit unternahm Oberlieutenant Graf Bulgarini eine 
Attaque in die Flanke der Hussaren, deren Erfolg durch die 
Gefangennehmung eines Offiziers nebst 10 Mann und der Erbeu- 
tung von 3 Pferden gekrönt wurde. Von den Chevauxlegers waren 
8 Mann verwundet, während die Hussaren einen ungleich grös- 
sern Verlust zählten. Die einbrechende Nacht hemmte den Nach- 
druck der weitern Verfolgung des fliehenden Feindes. Oberstlieu- 
tenant von Ejrapf, der mit der Haupttruppe gefolgt war, belobte 
öffentlich das tapfere Benehmen der Obeistlieutenants 2. Esca- 
dron des Regiments, namentlich den Rittmeister Carl von Müller, 
die Oberlieutenants von Dobrowski und Graf Bulgarini, Lieute- 
nant Geringer und die Corporale Kindl und Kadawy. 

Das Streif-Commando des Obersten Graf Althann hatte am 
6. August bei Mossovin das Hauptquartier des serbischen Gene- 
rals Knicanin erreicht, "wo es von demselben auf das Herzlich- 
ste bewillkommt, einige Tage stehen blieb, sodann nach Titel 
marschirte und nach Aufenthalt einiger Tage daselbst als Avant- 

20* 



r 




garde der Sild-Aimcc gegen Temesvar zog, wo es am 15. 
AugUBt eintraf. 

Ein gleiches Streif-Commi 
von Krapf von OroBzlamos auB, 
nbwartB gebende t, und fand ai 
Vortiuppen die Verbindung mit 
doa FZM. Biiron Jelactc ; dassell 
zurück, zu wolchem es am 16. 



» 



tilo vrar unter Oberstlieutenant 
längs des linken Tbeiss-UferB 
9, bei Melencze durch seine 
der Avantgarde der Süd-Armee 
3 kehrte nun zum IIT. Corps 
August bo! Budincs atiesa und 
mit diesem die vreitere Vorrücknng gegen Siebenbürgen mit- 
machte. Dieses letztere Streif-Commando bestand aus der Oberst- 
lieutenant a -Division und (3er Oberst 1. Eecadron des 
Regiments, einem Infanteric-Balaillon und einer halben Caval- 
Jerie-Batterie. Am 18. August war das III- Armee-Corpa bia 
Dobra in Siebenbürgen vorgerückt, wo es von den Ueborresten 
der Insurgenten-Armee nocb viele hundert Gefangene gemacht 
hatte. Oberstlieutenant von Krapf vtar mit den beibabenden 
3 Escadrons des Regiments bis Deva vormaisebirt, woselbst er 
durch 8 Tage ein Lager bezog und fortwährende Patrouillirun- 
gen zur Aufsuchung der zerstreuten Insurgenten unterhielt, wess- 
halb er bei seinem Rückmärsche durch Temesvar, wo sich das 
HI. Armee-Corps sammelte, nanaentlich belobt wurde. 

Von der in Pest zurückgebliebenen II. Majors 1. Ebcr- 
dron doa Regimentes fand Oberlieutcnant Eduard Baron Floiss 
ner durch die umsichtige und energische Verfolgung, welche er 
mit einem Zuge Chovauxlegera und einem Zuge Infanterie, welche 
letztere auf Wägen fortgebracht wurde, gegen eine Bande 
Guerillas, die in den Gebirgen nördlich von Waitzen gegen 
Neograd ihr Unwesen trieb, eingeleitet hatte, wiederholte Gele- 
genheit zur Auszeichnung, in Folge dessen dieser umsichtige und 
tapfere Offizier das Militär- V er dienstk reu z erhielt. 

Durch die anhaltende Verfolgung des Oberlieutonant Baron 
Flcissner zerdtroute sich diese Bande in den Gebirgswäldern, 
nachdem sie ihre Gefangenen, einen Offizier und 2 Couriere, um 
leichter zu entkommen, freizugeben gezwungen waren. — 

Obeilieutenant von Gerzon des Regiments, Ordonanzoffizier 
des GM, von Pott zeichnete sich bei allen Gefechten dieser 
Brigade vortheilhaft aus, insbesondere am 14. Juni beim Ueber- 
falle von Kuta, wo er die Colonne führte, und zu Fuss mit 
der Infanterie die feindlichen Posten angriff, — wie auch an der 
Zsitvabrücke am Rückzüge von Hdtdny, wo er selbst bei deren 
Zerstörung Hand anlegte; in Folgo dessen erhielt Oberlieutenant 
Gerzon das Militär- V erdienstkreuz und den k, rusHt- 
achon St. Annen- Orden III. Classe mit der Schleife. 

Der Regiments -Commaudant Oberst Graf Althann, welcher 
faBtinimeralsselbststfindigerConimandant verwendet, seine ihmgestell- 
ten Aufgaben mit grosser Umsicht vollführte, erhielt am Schlüsse des 
Feldzugos den Eisernen Kron-Orden II, Classe und den kaia. 
russischen St. Wladimir-Orden III. Classe. Regiments-Caplan 



309 

Stanislaus von Tarnowski erliiolt für seine aufopfernde Tkätig- 
keit in den Feldspitälern das silberne geistliehe Ver- 
dienstkreuz. 

Von der Mannschaft erhielten noch ausser den bereits 
betreffenden Orts Angeführten, folgende Individuen silberne 
Tapferkeits-Medaillen !!• Classe, als: Corporal Krzechki, die 
Gemeinen Baezinski, Poharek» Ilalaker, Bubel und 1852 nach- 
träglich Corporal Eisenwangen, welcher sich aus dem Spitale 
zu Ofen als Reconvaleszent entlassen, bei der Vertheidigung die- 
ses Platzes thätigst bei der Artillerie verwenden liess. 

Im September 1849 marschirte das Regiment in die Frie- 
densstation Pressburgi woselbst der Stab und eine Division, die 
3 übrigen aber in diesem, dem Oedenburger und Wieselburger 
Comitate dislozirt wurden. 

Im März 1850 wurde der Regimentsstab nach St. Georgen 
und im Juni d. J. nach Oedenburg verlegt Ende August bezog 
das Regiment eine neue Dislocation mit dem Stabe in Gross- 
Topolcsan, von wo es im November zu der in Böhmen aufge- 
stellten Armee aufbrach, und dort bei Przelauc und Bogdanee 
Cantonirungen, mit der Eintbeilung zum 9. Armee -Corps des 
FML. Graf Schaffgotsche erhielt. Im Dezember d. J. wurde an- 
geordnet, dass das Regiment wieder seine ursprüngliche Adju- 
stirung, nämlich grüne Röcke und Pantalons mit dunkelrothen 
Aufschlägen und weissen Knöpfen erhalten solle, welche Anord- 
nung aber mit Ausnahme einiger auswärts kommandirten Offiziere 
beim Regimente selbst, nicht ins Leben trat. 

Ende Jänner 1851 wurde das Regiment aus Böhmen wieder 
nach Ungarn in Marsch gesetzt, produzirte sich mit dem unge- 
wöhnlich starken ausrückenden Stande von 80 bis 85 Rotten per 
Escadron während seines Durchmarsches am 24. Februar auf 
der Esplanade zwischen dem Burg- und Franzensthor der Haupt- 
und Residenzstadt Wien vor Sr. Majestät dem Kaiser, Allerhöchst 
welchem es vom Regiments-Inhaber FML. Graf . Clam- Gallas 
vorgeführt wurde. Durch seinen starken Stand, durch seine gute 
Haltung und Manövrirfähigkeit erwarb sich das Regiment bei 
dieser Gelegenheit die Allerhöchste Zufriedenheit Sr. Majestät, 
Dasselbe bezog Anfangs März die Stabsstation Güns. — 

Mit Allerhöchstem Befehlschreiben de dato 6. Mai 1851 
wurde das Regiment zum 10. Uhlanen-Regiment über- 
setzt und erhielt die am Schlüsse angegebene Uniformirung. — 

Im September 1852 wohnte dasselbe in der Brigade des 
GM. Graf Zedwitz den Uebungen des Pester-Lagers bei, aus 
welchem es im Oktober in die Stabsstation Neuhäusel abrückte. 

In Folge des Orientkrieges zwischen den Westmächten, 
der Türkei und Russland wurde das Regiment im Juni 1854 
nach Siebenbürgen in Marsch gesetzt und daselbst in Valaszut, 
Thorda, Bayersdorf, mit dem Stabe in Bonzhida bequartiert. Nach 
14tägigem Aufenthalte daselbst marschirte dasselbe über den 



Borgopaas und dio Bukowina nach Ost-Galizien, wo es in der 

Umgegend von Nadworna mit dem Stabe daseibat kantonirte, — 

Im Herbste 1834 trat das Regiment seinen Marsch über 
Delatyn noch Ungarn, und über Szigeth und Nagy Banya nach 
Siebenbürgen an, wo es als Stabsstation erst Elisabethstadt und 
später Mediasch bezog, und Ton da im Herbste 1857 nach Gross- 
wardein in Ungarn abrückte. 

Im Jahre 1859 wechselte das Regiment mehrmala seine 
Stationen, kam im Mai nach Czegled, im Angust nach üyöngyöa 
und Anfangs Oktober nacii Saros Patak. 

Kittmeister Wohlfartstetten des Kegimenta hattd ala Adju- 
tant des Regiments-Inhabers FML. Grafen Clam - Gallas, Gom- 
mandanten des 1. Armee-Corps, dem Feldzuge 1851) in Italien 
gegen die Franco-Sarden, an der Seite seines Chefs beigewohnt. 

In Folge der mit I. März 1860 ins Leben getretenen 
neuen Organisation der k. k. Cavallerie, wurde das Regiraeat 
auf den Stand von 3 Divisionen, herabgesetzt und gab seine 
2. und 3. t^scadron mit dem ganzen Mannscfaaftsstande an das 
neu errichtoto freiwilligen tlhlanen-Regiment ab. Die bisherige 
7. Escadron wurde nun die neue 3., die bisherige S. Escadroa 
die neue 2. Im Februar 1861 bezog das Regiment seine gegen- 
wärtige Stabsfitation Njeregyhaza. 

Maria TheresieQ-Ordens-Ritter. 



n am 7. Dezember 1826. 



Inhaber. 



1801 G. d. 0. Frani Füret Rosenbere-Oreinj, MTO-C, f zu Wiao am 4. August 1832. 

1832 FML. Simon ObeTalier t'itzgerald, FeaCungs-Cammandiuit, t 'Q Eoniggratz am 
17. August 1845. 

1843 FML Ladlalaua Graf Wrbna-Freudenthal, Feslungs - Coramandajit, f zu Verona 
am 21. Dezember 184». 

18S0 G. d.C. Eduard Graf Clam- Gallas, MTO.R., Commandant des ereten Armee- 
Corps und commandirender Geaerftl in Böhmen. 

Oberste. 

1798 Josef Egger.Reg.-Commandant, 1800 OU. 
17»9 Carl Oraf Freanel, 2. Oberst 1799, tisnsfei 

HuBS»eD(180l reduzirt). 
1800 Carl Baron Vincent, MTO-C, Reg.-Comma 
lÖÜO Carl Graf CivalftrI, MTOR,,180f ^" 

1808 Josef Graf Chotek, t vor dem Fi 
Wagram 

1809 Carl Chevalier Latuilterie, ISIS pensionirl 
laiS Peter Baroa Qasser, MTOlt , 1819 pensioni 
1819 Johann Cbeynliet Narboni, 1828 GM. 
1828 Wilhelm von Lobenslein, 1833 GM. 

1833 Herkales Graf d'Auteail 183S pensioairl 
183S Carl Graf WaUmodenOimbom, 1642 GM. 



irt EU den Kroatiech-slawonisohen 
idant, 1800 GM. . 



6 Juü 1809, in der Sehlaoht bei], 



311 

i838 Johann Baron Haokelberg - Landau, 2. Oberst, 1842 Regimentfi-Commandant, 

1846 GM. 
1846 Simon von Klehe> Regiments - Gommandant, 1849 pensionirt mit QeneraU- 

Charnkter. 
1849 Ferdinand Graf Althann-Regiments-Commandant, 1852 GM. 

1832 Eugen Graf Wrbna-Freudenthal, Reg.-Commandant, 1859 GM. 
1859 Wilhelm Graf Westphalen, Reg.-Commandant. 

Oberst-Lieutenants: 

1798 StanislausAuer, 1799 Oberst bei den 8lawoni8ohenGränz-Hu88aren(1801 reduzirt). 
1798 Franz Gognelas, 1800 Oberst bei Graf Bussy Jäger-Regiment zu Pferde, 

(1801 reduzirt) 
1800 WernerRaiaharz,1800transferirtzu Anspach-Cürassier Nr. 11, (1801 reduzirt), 

1800 Karl Graf Civalart, 1800 Oberst. 

1801 Johann Mayern, 1806 pensionirt mit Oberst-Charakter. 

1802 Johann BelMute, 1805 Oberst bei Dragoner Nr. 1. (Cärassier 9) 
1805 Josef Graf Ghotek, 1808 Oberst. 

1808 Carl Chevalier de Latuillerie, 1809 Oberst. 

1809 Ehrenreich Graf Wurmbrandt, f vor dem Feinde, am 9. November 1813 im 
Treffen bei Hoohheim. 

1813 Johann Chevalier Claudius, 1828 pensionirt mit Oberst-Charakter. 
1813 Carl Fürst Auersperg, 1815 transferirt zu Cürassier Nr. 4. 
1815 Thomas Buchia, 1816 pensionirt. 
1828 Herkules Graf D ' Anteuil, 1835 Oberst 

1833 Carl Graf Wallmoden-Gimborn, 1835 Oberst 

1835 Johann Baron Aichelburg, 1836 pensionirt. 

1836 Johann Baron Hackelberg-Landau, 1838 Oberst. 
1842 Simon Klehe, 1846 Oberst. 

1846 Ignaz Graf Fuchs, 1847 pensionirt mit Oberst-Charakter. 

1847 Ferdinand Graf Althann, 1849 Oberst. 

1849 Maximilian von Krapf, 1852 Oberst bei Uhlanen Nr. 7. 

1852 August Graf Schallenberg, 1852 transferirt zu Uhlanen Nr 9. 

1852 Albert Baron Bülow, 1859 Oberst bei Dragoner Nr. 2 (jetzt Cürassier Nr. 10). 

1859 Ludwig Bolberitz, 1859 transferirt zum Fuhrwesen-Corps. 

1859 Otto Graf Wickenburg, bei Sr. k. k. Hoheit dem Erzherzoge Sigmund 1860 

zum R egim ente eingeriickt. 
1859 Ludwig Baron Hügel, 1861 pensionirt, 

Majors. 

1798 Werner Rainharz, 1800 Oberstlieutenant. 

1798 Anton Hobele, 1801 pensionirt mit Obertstlieutenants-Charakter. 

1798 Johann Mayern, 1801 Oberstlieutenant. 

1801 Ignaz Graf Hardegg MTO-R., 1804 ObersÜieutenant bei Uhlanen Nr. 2. 

1802 Johann Piccard V. Grünthal^ 1805 Oberstlieutenant und General-Adjutant bei 
der Armee. 

1805 Johann Altvater, 1805 transferirt zu Dragoner Nr 6 (jetzt Cürassier Nr. 12.) 
1805 Joseph Graf Chotek, 1805 Oberstlieutonant 

1805 Carl Chevalier Latuillerie, 1808 Oberstlieutenant. 

1806 Carl Baron Scheibler, MTO-R., 1809 Oberstlieutenant bei Chevauxleg. Nr. 4 

(Dragoner Nr. 2). 

1807 Jakob Chevalier Süok, MTO-R. 1809 Oberstlieutenant bei Dragoner Nr. 1 (Cüras- 
sier Nr. 9). 

1809 Eugen Graf D'Ambly, 1811 pensionirt. 
1809 Johann von Claudius, 1813 Oberstlieutenant. 

1809 Wenzel Fürst Liechtenstein, 1810 Flügel -Adjutant des FM. Fürst Schwar- 
zen berg. 



l 



d CürassierNr 8. 






Mt.B 



312 

1810 N, Stoi,1811 pengionirt. 

18t2 Frani Graf Auoreiierg, i813 Oberitlleutenanl 

1813 Carl WunderbaMinger. 181S poneioniit. 

1813 Herkules Graf d'Auteuil, 1828 Oberstlieutenar 

1814 Heinriob Raran Wimmer, 181 6 transferirl zui 
1816 Friedlich Baron Bochtold, 18%S transferirt zu 

1825 Franz Kohl mann hu btr, 1826 pBaeionirt. 

1826 Alois Graf GaiEruok, 1831 ObsrgllieutBiianl bei Dragoner Nr.4 (1860 ledarirt). 
1838 Carl Edler toq Battarlni, 1832 Obergtlioutsnant bei Dragoner Nr. 1 (Cflcu- 

6ier Nt. 9). 

1831 Carl Graf WaUmoden-QiiDborn, 1833 Ot.. rstlieuteaant. 

1832 Johann Bnron Aiohelburg, 1835 Oberctlleutenant. 

1833 Franz Witzigmann, 1837 transferirt zu CarasslerNr. 2. 

1833 Adolf Prinz zu Schwarzburg -audolstadt, aupcrnumerär, 1836 Iranaferlrt au 

Chevauil. Nr. 7 (Uhlanen Nr. 11). 
183S Jakob Parodi, 1841 peneionlrt mie Obers ttloutenantB-Oharalit er. 
1637 Simon Riebe, 1842 OberBtlieutenant. 

1840 Ignaz Oraf Fucbs, 1846 Oberetlieutenont. 

1841 Ferdinand Ritter t, Dreibann, 1845 Oberetlieutenant bei Diagoaer Nr. n 
{CüraBsier Nr. 9). 

1842 Tbeubald Baron Boyneburg, i84S penaionlrt. 
184S Josef Graf Roeenberg-Orsini, 1847 pensionirt. 
184S Ferdinand Graf Althann, 1847 Oberstlieutenanl. 
1847 Maximilian von Krapf, 1849 OberetlleuteDftnt 

1847 August Graf Scbailenberg, 1852 Obexstlieutenant. 

1848 Hugo Giaf ScbaffgoCsebe, 184a Oberatlienteuanl bei Hussarer 
1818 August Baron von der Uaydte, supemumerär 1849 transferirl 

1849 AnaslaaiUB Fecondo, Edler v. Fürohtenthal iöäO pensionirt. 

1849 Eugen Baron Haan, 18S0 pensionirt 
IIHO Eudolf Hye y. Hyeburg 18H4 Oberatlioateaant bei Uhlanen Nr. 1*. 

1850 James Bärtling. 18S0 transferirt zu Husaaren Nr. 12. 

1851 Franz Schmidt, 1851 transforirt zu Dragoner Nr. 3(Cü[asBier Nr.ll. 

1851 Leopold Baron Henningor, 1852 pensionirt. 
18B2 Ludwig Bolboritz, 1859 OberstUeutonant. 

1852 Wilhelm Liedemann, 18S5 pensionirt. 

1854 Adolf Du Meonil de Uoebemont, 1858 pensionirt. 

1855 Anton Grach, 1856 transferirt ku Uhlanen Nr. 4. 

1856 Otto Giaf Wickenburg, 1858 bei Sr. k. k. Hoheit dem Erzherzoge SIginu nd 
komraandl t, 1859 Oberstlleutonanl. 

1868 Ludwig Baron Hügel, 1859 Oborstlieutenant. 

1858 Carl v. Bernd, 1H62 OberBtlieutenant bei Dragoner Nr. 1. 

1859 Anton Ritter von Orzechowski, 18fi9 pensionirt. 
1859 Arnold Alexandronicz. 

1862 Otto Baron Elriohshaasen. 

CfllfMinlrnng des Eegiments : 

Lichtblaue Czapka, dunkolgrünc Uhlaukaa und Pantalons, 
scharlachrothe Aufsckläge, weisse Knöpfo. 

UhlaneD-Regimest Nr. 11 Kaiser Alexander II. v. Russlnod. 

Dieses Regiment wurde 1BI4, nach Wiedererlangung der 
itatienischoa Provinzen als erstes Cavallerie-ßegiment dieser 
Nation a|Ii tat in der t. österreichischen Armee errichtet, und dessen 
Ergänzung mit Mannschaft aus dem lonibnrdlscli-veneliBniscIieD 
KuDgroiche anhefolilen. Es wurden gleich bei dessen Errichtung 




313 

sowohl OfFizioro als Mannschaft von den übernommenen Resten 
der französisch -italienisphen Armee in daseelbe eingereiht, und 
60 bestand der Stamm-Cadre dieses Regiments, aus einem gros- 
sen Theile der auf den Schlachtfeldern Napoleons geschul- 
ten alten Soldaten. Dieses neue Regiment, welches sich als 
siebentes den bestandenen 6 Chcvauxlegcrs-Regimentern anreihte, 
wurde den berühmten Reiterfllhrer bei Leipzig, FML. Grafen 
Johann Nostitz verliehen, und erhielt als Äufstcllungsplatz die 
Stadt Orema in der Lombardie, wo unter seinem Obersten Grafen 
Älberti und dem Brigadier G-M. Baron Vlasits dessen Organisa- 
tion mit solcher Umsicht und solchem Eifer betrieben wurde, 
dass dasselbe bei dem im Jahre 1815 neuerdings erfolgten Aus- 
marseho bereits in der Cavallerie-Reserve des FML. Graf Kinsky 
bei der Armee in Ober-Jtalien eingetbeitt wurde. Bald darauf 
wurde es jedoch in das Innere der Monarchie gezogen, und in 
die Cavallerie-Division Spleny und die Brigade des GM. Prinzen 
Ferdinand Hessen-Homburg, mit dem Stabe zu Güns in Ungarn 
eingetheilt. 1816 wurde der Stab des Regiments nach Moor 
verlegt, von wo dasselbe 1821 zur Aufwartung in die Residenz- 
stadt Wien bestimmt wurde, und von da 1822 in die Stabsstation 
Ungarisch -Brod in Mshren abrlickle. 1830 marschirte es nach 
Radkersburg in Steiermark, und die Dberstlieutenants-Dinsion 
wurde nach Salzburg detachirt. 1832 bezog das Regiment die 
Stabsstation Moor in Ungarn, 1836 Kecskemeth und 1847 aber- 
mals Moor, Während dieser Zeit nahm es an allen bei Pest abge- 
haltenen grösseren Gavallerie-Uebungen thiitigen Antboil. Da 
kamen die Ereignisse der Jabre 1848 uud 1849, welche fiir das 
Regiment eine Epoche glänzenden kriegerischen Ruhmes wer- 
den sollten. 

Im Sommer 1848 war das Regiment gleich allen iibrigon 
in Ungarn befindlichen Truppen unter die Befehle des neu 
creirten ungarischen Kriogs-Minieteriums gestellt, welches grosso 
Erwartungen von einer Truppe hegte, deren Landsleute gerade in 
offener Revolution und Kriege, von einem meineidigen Fürsten 
unterstutzt gegen ihren rechtmässigen Herrscher aufgestanden 
waren; aber bald sollte es in diesen Berechnungen bitter ent- 
täuscht werden, und eben von diesem Regimente einen hervorra- 
genden Beweis wahrer Soldaten-Treue und strengen Pflichtgefühls 
erhalten. Im Herbste jenes Jalires, als die gesetzlosen, perfiden 
Absichten jenes Sonder-Ministeriums nicht mehr zu verkennen 
waren, wurde von dem gesammtcn Ofi^ziers-Corps der einstimmige 
energische Entschluss gefasst und der Mannschaft mitgelhcill, 
von jener Behörde keine BeteLle mehr anzunehmen, und sich, 
der eben vorrückenden Armee des Banns von Croatien FML. 
Baron Jelacic anzuschliessen. 

Dem vortrefflichen Geiste, der festen Haltung des Offiziers- 
Corps, der Treue und Entschlossenheit der Mannschaft dieses eben 
so schünon als tapfern Uoiter-RegimcDtes, war dessen Erhaltung 



«u 



f 

■i in jener damals eo verliängnissvollen und verwirrten Zeit zu dan- 

^P ken, — Das Verhalten der ersten Majors Division unter ihrem 

* Com man d ante n Major von Kamiiiaky und den beiden Escadrons- 

Commandanleo Grafen Alberl Allierti und Josef von Klinicnt 

gab den Ausschlag. Dieselbe war erst gegen deo Banus, und nla 

Isie sich dessen weigerte, gegen die Serben vom uogarisclieo Mini- 
sterium beordert worden, schloss sich aber zu Marczaly an die 
eben vorrückende Armee des Banua, welchem Beispiele zu Wie- 
aelburg auch die drei anderen Divisionen des Regiments folgten. 
Mit dieser stand das Regiment Ende Oktober vor Wien, und 
nahm Theil an dem Treffen bei Schwechat. 
Bei der am 1-4. Dezember allgemeinen Vorriickung der 
Armee des FM. Fürsten Windisch-Grätz gegen die ungarischen 
Insurgenten hatte das Regiment nachstehende Eintheilung erhal- 
ten: 5 Escadrons waren einzelnweise in den Infanterie- Brigaden 
des GM. Fürst Colioredo, Baron Carl Lederer and des Ober- 
sten Fürsten Jablouowski, efininatiich des iL Armee-Corps, 5 
Escadrons hingegen in der Cavallerie-Brigade des GM. von Parrot, 
Division des GM. FurstFranz Liechtenstein im Armee-Reserve-Corps 
eingetheilt, später erhielten 2 Escadrons die Bestimmung zur 
Brigade des GM. Fürst Lobkowitz ia der Division des FML. 
von Simunich. 

Jedoch wurde dem Erforderniss der Umstände gemäss diese 
Eintheilung des Regiments im Laufe des Winter-Feldzuges mehr- 
mals geändert. Die zwei Escadrons in der Division Simunich 
hatten Thcil an der Einnahme vozi Tyrnau, und den Gefechten 
bei Windschacht und Schemnitz im Jänner 1849. 

Am 25, Dezember 1848 griff Rittmeister Kugtatscher, 
welcher mit einer halben Escadroii die Avantgarde der Division 
Bamberg (vom II. Armee-Corps) formirle, bei Zämoli vor Raab 
3 Züge feindlicher Huasaren rasch an, woijoi ein schwer verwun- 
deter Hussaren-Otfizier und 9 Mann gefangen, wie auch meh- 
rere Beute-Pferde gemacht wurden. OberlieutenKUt Blundel des 
Regiments hatte sich an diesem Tage durch seine kaltblütige Bra- 
Tour bemerkbar gemacht. 

Im Vei'laufe des Jänners 1849 wurde eine Escadron des 
Regiments zur zeitweiligen Besetzung Waitzens, eine zweite aber 
zum Streif-Corps des Obersten Baron Horwath bestimmt. 

Am .S. war Rittmeister Friederici des Regiments mit seiner 
Escadron vom Commandanten des 2. Armee-Corps FML. Graf 
Wrbna von Bia nach Török Balint abgesandt, und von dort 
die Verbindung mit dem Armee-Corps des Banus FML. Baron 
Jelacic aufzusuchen. Die Escadron kam jedoch nicht weiter, 
als bis in die Nähe von Kis Torbagy, wo sie durch Verhaue 
vielfacher Strassen, Abgrabungen u. dgl. in ihrem Weitormarsche 
aufgehalten, und zum Umkehren veranlasst wurde. Görgey hatte 
nämlich Tags vorher durch hunderte von Bauern diesen Weg 
als den drrectoaten zur Unterstützung des Banus, von Bia aus 



» 




315 

pfänzlich unpraktikabel machen lassen. In der Schlacht von 
Kapolna am 26. Februar gerieth die Geschütz- und Munitions- 
Reserve mit der sämmtlichen Bagage des 2. Corps durch einen 
feindlichen Choc von 10 bis 12 Hussaren- Schwadronen, welche 
die ihnen entgegengerückte 2. Majors-Division Civalart Uhlanen 
geworfen hatten, und unsere Schlachtlinie zu durchbrechen 
drohten, in grösste Gefahr. 

In diesem entscheidenden Momente brach Oberst Graf 
Montenuovo des Regiments mit 3 Zügen seiner wackern Chevaux- 
legers in die Flanke des Feindes vor, jagte den zehnfach über- 
legenen Feind mit bedeutendem Verluste in die Flucht, und hatte 
somit die drohende Gefahr abgewendet. Diesen entscheidenden 
Angriff belohnte Sr. Majestät der Kaiser dem tapfern Obersten 
mit dem Ritterkreuze des Leopold-Ordens. 

In det offiziellen Relation werden ausser diesem noch der 
Major Graf Alberti, die Rittmeister von Fischer und von Zieg- 
ler belobt. FM. Fürst Windisch-Grätz tibergab nun dem Oberst 
Graf Montenuovo eine Brigade (aus einer Division des Regiments, 
einer von Civalart-Uhlanen und einer von Max Auersperg-Cüras- 
sier bestehend) und beorderte ihn zur Verfolgung des Feindes. 

Am 28. erscheint Graf Montenuovo der Cürassier-Brigade 
des GM. Graf Deym als Retter in der Noth. Vor Maklai auf- 
gestellt, hatte er die gemessene Weisung, diesen Posten nicht 
zu verlasseji, und unter keinem Vorwande ein Gefecht einzuge- 
hen. Da hört er von Mezö* Kövesd Kanonendonner und folgt 
diesem auf eigene Verantwortung. Er kommt in dem Augen- 
blicke an, als die Cürassier-Brigade Gefahr läuft, gesprengt zu 
werden, und ihre sämmtlichen Geschütze zu verlieren. Ohne 
Reserve und Unterstützung, nach dem Verluste von 3 Geschützen, 
mehreren Munitionskarren, zahlreicher Mannschaft und Pferden, 
findet er sie bereits geworfen, und von geordneten feindlichen 
Reitermassen rasch verfolgt. Ein kräftiges Wort an seine Reiter 
richtend, wirft sich nun Montenuovo dem Feinde entgegen, — 
zwingt ihn zum Rückzug und nimmt ihm die eroberten Geschütze 
wieder ab. 

Am folgenden Tage kämpft Oberst Graf Montenuovo bei 
Egerfarmas, und am 6. März bei der Einnahme von Poroszlo. 

Am 5. April im Gefechte bei Hatvan hatten die Oberst- 
lieutenants- Divisionen von Civalart-Uhlanen und Kress-Chevaux- 
legers nebst 2 Raketen-Geschützen die Avantgarde bildend, die 
feindlichen Vortruppen nach Hatvan zurückgedrängt, worauf 
3 Divisionen Hussaren aus diesem Ort debouchirten und zum 
Angriffe vorrückten. Die Oberstlieutenants Division Civalart-Uhlanen 
unter Rittmeister Baron Wimmer attaquirte tapfer die Fronte 
der Hussaren, gerieth aber durch die feindliche Uebermacht in 
Unordnung. In diesem Augenblicke schwenkte die etwas rechts 
gestandene Oberstlieutenants-Division des Regiments unter per- 
sönlicher Führung des Obersten Grafen Montenuovo ir ' " 



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816 

Haltung im Oarrlere links, und stürzte sieh in die linke Flanke 
der Hussarcn mit seltener Bravoar. Die Husaarea, welche die 
guten Klingen dieser biaven Italiener achon früher kennen ge- 
lernt, geriethen, ob dieses unerwarteten Angriffs in nicht geringe 
Bestürzung. Ein Theil der Hussaren kehrte um, die anderen erwar- 
teten den Choc der Chevauxlegera in grösster Stille, ihre Säbel 
mechaniseh zur Abwehr der Hiebe Torhaltend. Aber die Chevaux- 
legers führten beim Zuäammenstosse eigentlich keine Hiebe, man 
sah mehr ein Stechen, ein Hinschlachten. Es war dies eine der 
schönsten Attaquen, die im Laufe dieses Feldzugs ausgeführt 
wurden. — 

Die geworfenen Huasaren geriethen noch auf der H^tvaner 
Brücke in eine gefährliche Stockung, welche die flinken Chevaux- 
logers und Uhlanen trefllich zu benützen wusalen. 53 Hussaren 
fielen todt zur Erde, 23 schwer Verwundete und 17 Gefangene 
brachte man nach Gödöllö. 

Die Uhlanen und Chevauxlogers zählton gleichfalls mehrere 
blesairte. Unter den Ausgezeichneten des Regiments werden in 
der offiziellen Relation erwähnt : Oberat Graf Montcnuovo, Bitt- 
meister Kugtatscher, Oberlieutenant Graf Waldck und Oberlieute- 
nant Regimcnts-Adjutant Ludwig Pulz. 

Am folgenden Tage im Treffen bei Jsaazeg hielt Oberst 
Graf Montenuovo mit 3 Escadi'ons des Regiments, einer von Maz- 
Auersperg-Cürasaier (Nr. 5) und einer halben Cavallerie- Batterie 
durch anderthalb Stunden den Wald bei Gödöllö gegen die an- 
stürmenden feiudlicben Bataillone unter den heftigsten Granaten- 
Feuer, attaquirte gegen Abend an der Spitze seiner 3 Chevaux- 
legera-Escadrons wiederholt in Flanken und Rücken zwölf feind- 
liche Eseadronen, und warf sie jedesmal mit Verlust zurück. Als 
ausgezeichnet nenut die offizielle Gefechta-Relation den Oberst 
Graf Montenuovo, Major Graf Alberti und Lieutenant Bar. Decken 
des Regiments. 

An allen vom 8. bis 22. April auf dem Rukos vorgefalle- 
nen Gefechten, nahm Oberst Graf Montonuovo mit Abtheilungen 
dos Regiments Theil. Am 10. April im Treffen bei Wailzen, 
war eine Sehwadron dea Regimentes unter Rittmeister Rudolf 
Brudermann anwesend, und hatte beim Rückmarsche der Truppen 
die Arriere-Garde zu formiren. 

Am 24. April halte der F2M, Baron Weiden den allge- 
meinen Rückzug der Armee gegon die weatliehe Grenze Ungarns 
angeordnet, die drei Armee-Corps waren im Verlaufe dea fol- 
genden Tages in den ihnen zugewiesenen Stellungen vor dem 
Komorner -Brücken köpfe eingetroffen, nur die Arriere-Garde dea 
3. Corps 5'/i Eacadi'ons des Regiments, welche nun nebst einer 
Cavallerie-Batterio die Brigade ihres Oheraten Graf Monteuuovo 
formirten, waren zwischen Kocs und Banhida, wegen zu groasor 
Ermüdung der Pferde und Macknschaft zurück, und hatte Jen 
Befehl erhalten, bei Puszta-Töriiiöud zu hivouatjuiren. Auf dorn 



i 




317 

Marsche dahin («in 26.) wurde ein sehr hefliger und lebhafter 
Kanonendonner hörbar, den selbst die Sachverständigsten für das 
gewöhnliche Bombardement der Festung Koraorn hielten, daher 
die Brigade ohne besondere BeacLIeunigung den angeordneten 
Marsch bis gegen Puszta-Törmönd fortsetzte. Hier angelangt, 
liess jedoch Oberst Graf Monteimovo nicht, wie angeordnet 
wurde, die Brigade lagern, aondern schickte vorerst 2 Offiziere 
mit kleinen Abtheilungen im scharfen Tempo zur ßecognoazi- 
rung über die vorliegenden Höhen in der Richtung gegen Ko- 
morn ab. Ohne die Meldung dieser beiden Offiziere abzuwarten, 
rückte er auf die Mittheilung des mittlerweile freiwillig herbei- 
geeilten Hauptmanns Ludwig Fischhof von Baron Haynau-Iofaa- 
terie Nr. 67, dass FML. Simunich mit einer grossen Streit- 
macht Görgey's ein hartnäckiges Treffen bestehe, aus eigenem 
Antriebe und auf eigene Verantwortung gegen den Befehl bei 
Puszta-Törmönd zu bivouaqniren, über Mocsa so schnell als 
möglich in der Richtung des aufsteigenden Geschutzrauchea vor, 
und gelangte durch Hügetreihen gedeckt, unbemerkt dem heftig 
vordringenden Feinde in die linke Flanke, und theilweise in den 
Rücken. Eben waren unsere Truppen der Uebermacht weichend, 
gegen Ach und Puszta-Harkaly tm Rückzuge und ihr rechter 
Flügel durch zahlreiche, rasch anrückende feindliehe Cavallerie 
der Art bedroht, dass ein Aufrollen der ganzen Linie von dieser 
Seite, und eine höchstgefshrliche Umgehung gegen Babolna zu 
befürchten stand. Auf das Kräftigste durch das lebhafte Feuer 
der Cavallerie-Batterie Nr. 3 unterstützt, attaquirte Oberst Graf 
MontenuovoheiPuszta-Csem an derSpitze der beiden Eacadrons der I. 
Majors-Division mit vorzüglicher Bravour 3 Regimenter Hussaren, 
sprengte eine Infanteriemasse nacli zwei Ltechargen derselben 
auf die 1. Majors 1. Escadron auseinander, und brachte dadurch 
die feindlichen Treffen auf dieser Seite in Bestürzung, Unord- 
nung und zum Weichen. Gleichzeitig wurde auf Anordnung des 
FML. Graf Schlick ein nicht minder herzhafter Angriff mit J2 
Kscadronen auf des Feindes linken Flügel ausgeführt, und durch 
diese beiden Attaquen die Verbindung des Schlick'schen mit 
dem Corps des FML. Simunich erreicht. Letzterer das Schwanken 
des Feindes benützend, Hess nun auf der ganzen Linie die Offen- 
sive ergreifen, worauf sich der Gegner mit theilweiaer Flucht 
unter die Kanonen der Festung zurückzog. 

Das Regiment erlitt an diesem Tage einen Verlust von 1 
Mann und 4 Pferde an Todten ; den Oberlieutenant Rodeiich 
Graf Solms-Sonnenwalde, 2 Mann und 7 Pferde an Verwundeten, 
und 2 Pferde an Vermissteti. 

In der Relation des Corps-Commando werden vom Regi- 
mente als Ausgezeichnet genannt, nebst dem Obersten Grafen 
Montenuovo, die beiden Majora Graf Alberti und Baron Box- 
berg, die Rittmeister Mangelberger und Klimont, der verwun- 
dete Oberlieutenant Graf Solms und der Oberlieutenant Regi- 



318 

nients-Adjutant Ludwi{( Pulz, welcher den aoliwer verwundeten 
am Eodon liegenden Obersten Kiaslinger von Max Auersperg- 
Cüraasior mit seltener Kühnheit in Sicherheit gebracht hatte. 

Zwei Escadrons des Regfimenta waren dem Streif-Commando 
des Major Groboia von Baron Koudelka Infanterie Nr. 40 zu- 
gatheilt, welches die Gegend nn der Rabniz, so wie Oeden- 
burg und Kapuvar zu beobachten und zu decken hatte. 

Im Som mer-Feldzn^e 1849 stand das Regiment im 1. 
Armee-Corps unter ü. d. C. Graf Schlick, und hatte mit Kaiser- 
Cfaevauxlegors (jetzt Uhlanen Nr. 6,) in der Division des FML. 
Fürst Lobkowitz, Cavailerie-Brigade des GM. von Ludwig seine 
Eintheilung. Es nahm in dieser thätigen Antheil an den Vor- 
posten-Gefechten bei Ilochstrasa, dem Gefechte am 30. Juni hei 
AcB, jenem bei 0-SzÖniy, Puszta-Herkaly und im Acser Walde 
am 2. Juli, wo die Brigade eine feindliche Batterie mit ihrer 
Bedeckung in ihr Lager zurückjagte, und die Verbindung des 
1. mit dem rechts gegen 0-Szöny stehenden IV. Armee-Corps 
eröffnete, ferner an der SchUcht bei Komorn am ü. Juli, und 
dem Gefechte bei Mako am 4. August. — In jenem von Ving» 
und Dreispitz am 10. August bildete eine Escadron dce Regi- 
ments mit 3 Geschützen die Vorhut, während Oberstlieutenant 
Graf Alheiti mit einer andern Escadron und 2 Geschützen die 
Deckung des linken Flügels des Graf Schlick'scben Corpa über- 
nahm, und mit vieler Umsicht und Zweckmässigkeit den Feind 
in seiner rechten Flanke beschäftigte, Mittlorweile rückte Major 
Baron ßoxbeig mit seiner Division und 4 Geschützen über Üj 
Bodrog, warf die sich ihm entgegen stellenden feindlichen Hua- 
Baren-Abtheilungen über den Haufen, und brachte viele Gefan- 
gene ein. — 

Alle diese Waffenthaten des Regiments im Sommer-Feld- 
zuge 1849, ergänzen dessen schon im Beginne der Campagne 
1848 so glänzend erkämpften Ruhm in würdiger Weise, und 
dies Regiment hatte den Ruf eines der gefurchtesten Heiter- 
Regimenter des kaiserlichen Heeres im Lager der ungarischen 
Insurgenten zu sein, welcher auser seiner ausgezeichneten Bravour 
und Tapferkeit auch grösstenthoils seiner bereits weiter oben 
bezeichneten Fecht-Art, welche vorzugsweise im Stiche bestand, 
zuzuschreiben war. 

Für seine an der Spitze dieses tapfern Regiments ausge- 
führten beiden müth igen Leistungen erhielt der noch am Schlüsse 
des Feldzugs zum GM. beförderte Oberst Graf Montenuovo das 
Militär-Verdienst-, und in der Promotion vom 26. März 1850 
das ihm von Ordens- Capitel zuerkannte Ritter-Kreuz des 
Maria T her esj en-Or d e ns, — Ausser diesem Coramandanten 
des Regiments wurden nachstehende Offiziere desselben wegen 
ihrer vorzüglichen Dienstleistungen in diesem Feldzuge mit fc, 
österreichischen Orden ausgezeichnet und zwar; 



319 

Mit dem Ritter-Kreuze des Leopold-Ordens und 
dem Militär-Yerdienst-Kreuz e: der Oberstlieutenant Albert 
Graf Alberti de Poya. 

Mit der eisernen Krone III. Classe: die beiden Ritt- 
meister Heinrich Fischer Edler von Ehrenborn und Ludwig Pulz. 

Mit dem Militär-Verdienst-Kreuze: Major Jakob Man- 
gelberger, die Rittmeister Heinrich Fischer Edler von Ehren- 
born, Johann Hoffmann, Franz Kleinheins, Friedrich Ziegler v. 
Klipphausen, Gustav Graf Waldeck und Roderich Graf Solms- 
Sonnenwalde. — Unter die wackern Chevauxlegers wurden mehr 
als 30, theils goldene theils grosse und kleine silberne Tapfer- 
keits-Medaillen vertheilt, so wie einige k. russische St. Georgs- 
Kreuze V. Classe« 

Das Schreiben Sr. k. Hoheit des Herrn Inhabers Gross- 
fürst Thronfolger Alexander Czesarewitseh von Russland an den 
mittlerweile zum General avanzirten Grafen Montenuovo, aus 
Anlass der vorschriftsmässigen Einsendung der Rangs- und Ein- 
theilungs-Liste des Regiments, ist für das Regiment zu ehren- 
voll, um es unerwähnt zu lassen, und lautet: 

„Herr General-Major Graf Montenuovo! 

Ihr Schreiben vom 30. August d. J. nebst den Rangs- und 
Eintheilungs-Listen des Oftiziers-Corps vom Chevauxlegers-Regi- 
mente Meines Namens habe ich erhalten. Für deren Zusendung 
vielmals dankend, bitte ich Sie zugleich, Mein Herr Graf, 
wie Ihre wackern Kriegs-Genossen die Versicherung 
zu empfangen, dass ich es mir zur *Ehre rechne, Chef 
eines Regimentes zu sein, welches unter Ihrer durch mili- 
tärisches Talent, wie muthvoller Hingebung sich auszeichnenden 
Leitung in den jüngsten hartnäckigen Kämpfen einen 
glänzenden Kriegs-Ruhm erntete, und aller schwie- 
rigen Verhältnisse ungeachtet in Treue ausharrte, 
wie Pflicht und Ehre solches geboten. 

Ich verbleibe Ihnen wohlgeneigt 

Alexander, m. p*^ 

Rittmeister Fürst Alexander Auersperg und Oberlieutenant 
Friedrich Graf Westphalen des Regiments, hatten schon während 
des Feldzuges 1848 in Italien freiwillige Dienste geleistet. 
Ersterer als Ordonanz - Offizier dem dortigen 1. Armee -Corps- 
Commando (FML. Graf Wratislaw) zugetheilt, wurde in der offi- 
ziellen Relation belobend angeführt; Letzterer hingegen dem Dra- 
goner-Regimente König Ludwig von Baiern Nr. 2 (jetzt 10. 
Cürassier-Regiment) zur Dienstleistung zugetheilt. In den Gefech- 
ten bei Volta wurde Oberlieutenant Graf Westphalen durch einen 
Schuss und 4 Lanzenstiche schwer verwundet^ und hatte sich. 



bereits von piemontcsischcn Lanziera umringt, mit soltenor Geistes- 
gegenwart und ßravoiir, durch den Dragoner Pichler Jcräftigat 
nnterstützt, seiner bedeutenden Verwundung ungeachtet heraus- 
gehauen. — 

Nach geendetem Feldzuge 1849 erhielt das Regiment die 
Friedens-Station Saros-Patak, 1850 aber Miskolz in Ungarn. — 
Bei der im Dezember 1850 anbefohlenen grünen Uniformirung 
sSrnmllieber Chevauxlegers-Regimonter verändert« das Regiment 
Beine bisherigen weisse Rock- und blaue Puntalons - Farbe in 
grün, unter Beibehaltung seiner karmoisinrotben AufschUge und 
weissen Knöpfe. 

Im Sommer 1851 bezog das Regiment die Stabs-Statioa 
Gyöngyös, und wurde im Mai d. J. vermöge allerhöchsten Be- 
fohlschreiben vom 6.j. M. zum Uhlanen-Regimente mit der 
Nummer 11 Übersetzt, als welches es seine gegenwärtige am 
Schlüsse angegebene Uniformirung erhielt. 

Im September 1852 war das Regiment im grossen Caval- 
lerie-Lager bei Pest, und zwar im 1. C avall er ie- Corps des FML. 
Fürsten Franz Liechtenstein in der Division des FML Baron 
Moltke, und Biigade des GM. Baron Simbschen eingetheilt. 

Am 20, September bei der grossen, auf der Hutweide 
D&rdlich von der UUöor-Strasse abgehaltenen Revue ward dem 
Begimente die hohe Ehre zu Theü, Sr. k. k. Hoheit dem Regi- 
ments- Inhaber Grossfurst Thronfolger Alexander Czesarewitscii 
Ton RuBsland (gegenwärtigen Kaiser) an seiner TSte zu sehen, 
und von diesem Sr. Majestät den Kaiser von Oeaterreich vor- 
geführvt zu werdon, — Aus diesem Lager marschirte das Regi- 
ment im October nach Nieder-Oesterreich , wo es mit dem Stabe 
nach MistelbacJi, im Mai 1853 aber nach Enzersdorf in's March- 
feld verlegt wurde. 

Im Herbste 1853 während des grossen Lagers au Olmlitz 
wurde dasselbe nach Wien gezogen, wo auch der Stab mit einer 
Division in der Leopoldatädter Cavallerie-Caserne, die übrigen 3 
Divisionen aber in der nächsten Umgegend untergebracht, noch 
über den Winter 1854 verblieben. Bei den Vermählungs-Feier- 
lichkeiten Sr. Majestät des Kaisers hatte das Regiment den 
Ehrendienst zu versehen, und eine Division desselben unter dem 
Oberstlieutcnant Fürsten zu Windiscb-Grätz eröffnete den feier- 
lichen Einzug der kaiserlichen Braut, Ihrer k. Hoheit der Her- 
zogin Elisabeth von Baiern in die Haupt- und Residenzstadt 
Wien am 24. April 1854. Kurz darnach rückte das Regiment 
zu dem in Galizien unter Befehl des FML. Graf Clam-GalUa 
aufgestellten 2. Cavallerie- Corps, und erhielt seine Dislozirung 
bei Lancut und Umgegend. — Im Juli 1855 wurde dem Regi- 
mente die Friedens-Station St. Georgen bei Pressburg zugewie- 
sen. — Rittmeister Friedrich Graf Westphalen wurde der 1856 
nach Syrien und Arabien abgegangenen Mission des Obersten 
Rudolf Brudermann zum Ankauf von Pferden zugetheilt, eben- 



821 

80 stellte auch das Regiment zu einer gleichartigen Mission des 
Obersten Eugen Schindlöcker nach Persien zur Wartung und 
Transportirung der angekauften Pferde ein angemessenes Com- 
mando von unberittener Mannschaft bei^ welches grö'sstentheils 
mit persischen Medaillen decorirt zurückkehrte. Rittmeister Graf 
Westphalen erhielt für seine ausgezeichnete Verwendung in jener 
Mission den Orden der eisernen Krone III. Classe. 

Im September 1857 war das Regiment im grossen Ca* 
yallerie-Lager bei Parendorf nächst Brück an der Leitha, in der 
Division des FML. von Veigel, Brigade des GM. Graf Stern- 
berg, von wo es Anfangs October in seine frühere Stabs-Station 
St. Georgen zurückkehrte. 

Im Mai 1859 wurde das Regiment zu dem^ in Folge des 
Ausbruchs des italienisch-französischen Krieges neu formirten 
2. Cavallerie-Corps Sr. k. k. Hoheit des FML. Erzherzog Ernst 
bestimmt; und rückte in der Brigade des GM. Grafen Neipperg 
nach Mähren, von wq^hss aber nach zweimonatlicher Cantonirung 
wieder nach Ungarn in seine noch gegenwärtige Stabs-Station 
Tolna marschirte. 

In Folge der im Präliminar-Frieden zu Villa-Franca am 12. 
Juli stipulirten Abtretung der lombardischen Gebictstheile wurde 
dem Regimente anbefohlen^ seine lombardische Mannschaft in 
ihre Heimath zu entlassen, und vermöge Allerhöchster Entschlies- 
sung vom 17. August 1859 die Herabsetzung seines Standes auf 
4 Escadrons oder 2 Divisionen bestimmt. Bei der am 1. März 1860 
in's Leben getretenen neuen Organisirung der Cavallerie wurde 
das Regiment durch Anher-Ueborsetzung einer Division des Uhla- 
nen-Regiments Kaiser Franz Joseph Nr. 4 auf den Stand von 
3 Divisionen gebracht, und dessen nunmehrige Ergänzung aus 
Galizien anbefohlen. 

Maria Theresien- Ordens -Ritter. 

Inhaber. 

1814 FML. Johann Graf Nostitz-Rhineok, MTOR.-Cdr., fzn Prag am 22. Okt. 1840 
1840 FML. Carl Baron Kress von Eressenstein, wurde 1849 2. Inhaber. 
1849 Se. k. Hoheit Alexander Czesarewitsch, Grossfürst und Thronfolger t. Russ- 
land, seit 

1855 aber als Alexander II Kaiser t. Russ land. 

Zweiter Inhaber. 

1849 G. d. C. Carl Baron Kress t. Kressenstein, f ^^ Wien im Februar 185Ö. 

1856 FML. August Baron Eynatten, f zu Wien am 8. März 1860. 
1860 FML. Adolf Baron Sbhönberger, Truppen-Diyisionär. 

Oberste. 

1814 Bartholomäus Graf Alberti de Poya, Regts.-Comdt., 1826 GM. 

1826 Johann Edler Ton R6, Regts.-Comdt., 1832 GM. 

1829 Carl Fürst zu Liechtenstein, 2. Oberst, 1830 transferirt zu Hussaren Nr. 10. 

21 



832 

i83S CmI Buan StfirnMr, K^^s.-Condt. 1839 OH. 

l&IO Adolf Piinz Scbwarzburg- iCudalstadt. RegU.-Comdt, 1848 OH. 

i847 Anton W»li, Regts.-Comdt,. 184B penflionirl. 

t84» Albert Wilhelm Graf MBDtenuoYo, Kegtä.-CDmdt., 1849 GM-, 18S0 MTOS. 

18*9 Albert Graf Alberü de Poja. RegU.-Comdt., f zu HiakolcJ »m S. April 185t. 

18G1 AnaEolius £rtdii Leykam, 2. Oberst. 1853 Re^.-Comdt., i8S8 GM. 

18B8 Viotorin Fürst zu Windisoh-Giätz, Begti.-Comdt,, 1861 trusferlrt ta UhUnen 

Nr. 4. 
1861 Ednaid Orkf Wiekenburg, BegtB.-Comdt 

Oberetlieutenants. 
1814 UiohMl TOU Civranj, 1820 pendoniit mit Obent-Chtiakter. 
1814 Jobaon CbevftUer Bi, 1826 Oberst. 

1826 ChriBÜaa Appel, 1827 General-Adjatant bei 8i. Miy'estfit dem KB:Mr FrM» 

1827 Frans Gtaf Lamberg, 1829 Oberet bei Ublanen Nr. S. 

1831 Oarl Baron StQrmer, 1832 Oberst. 

1832 Julias de Foscolo, f acu 10. Juli 1S38. 

1838 Adolf Priiu Sobwaribürg-Rudolstadt, 1839 Obewt 

1839 Paul de Chizzola, 1842 Oberst und Premier- Wachtmeister der ttalienisohen 
Leib-Oarde. 

1842 Carl Graf Giilnne, 1843 Oberet bei HusMren Nr. 2. 
1842 Anton Walz, Gen eral-Commando- Adjutant in Ungarn, 1847 Oberst. 
1844 August Barun Lauiogen, 1848 traosferirt ku CheTkuileg. Nr. 1. (Uhlanen 
Nr. 8). 

1848 Jo-epi Bukowsky von Stolzenbetg, 1840 peniionirt. 
184» Albert Graf Alberli de Poy», 1849 Oberst. 

1849 Friedrioh "BaroQ Boiberg, löäl Oberst bei CüraBslor Nr. 4. 
18fi2 Viotorin Fiitat bu Wiiidi*uh-Grätz, 185S Oberst. 

1858 Ednud Graf Wiokenborg, 1801 im Hai Begts.-Oomdt., und tm November 

Oberst. 
1860 Helnrloh Baron Strogen, 1881 pensioolit. 
1881 Friodrieh tan Ziegler an KUpphaasen . 

MKJora. 

1814 Jakob Yon Zorzi, 1822 psnsloniit. 

1814 Bartholomäus ChBTftUerScotti, 1823 ponsionirt. 

1814 Alois ChevaliorlloBai, ISSÜtraQBferittnuChBrauilagersNr. 6, (Uhlanen Nr. 9 

1815 Emat von Sohmer, 1819 transforirl zum Remontirnngs-DepartemeDt. 

1822 Cbriatian Appel, 1826 Oberstlieuteüant. 

1823 Franz Graf I.amberg, 1827 Oberstliontenant. 
1826 Leopold Baron Sahlhaufien, 1830 poosionirt. 
18S7 Carl Baron Stürmer, 1831 Obarstlieutenant. 
1880 JüliuB de FoBoolo, 1832 Oberstlieutenant, 

1831 Frau OrafSohaffgotscbe, 1832 Oberstlienteoant bei Dragoner Nr. S, (j°^t 
Kr. 1.) 

1832 PsTdinand Seemann, 1835 ponsionirt. 

1832 JoliaunGtaf P^lffy, 1836 Oberstlieutenant bei Husaaren Nr. 4. 

1835 Carl Baron Sokartb, 1838 OberBtlieutenant bei Cbeiauilegecs Nr. 2, (Dhla- 

nen Mr. 7.) 
1837 Adolf Prinz zu Scbwaraburg-Rudolatadt, 1837 Oberstl. bei CheTaoxlegers Vr. 

a<UbUnenNr.7). 

1837 Paul de CbizEoIa, 1839 OberstUöuteiiant. 

1838 Johann Piali, Eittw v. TiraowiU, fuaS. Hai 1839. 

1838 Friedrich Keale. 1841 pensioalrt. 

1839 Allton Walz, Oeneral-Coinmando- Adjutant in Ungarn, 1842 Obentltautenant. 

1839 Camino Qrtt Nimplsob, 18*0 transferirt zu Chevauxl. Nr. 2. (UhUnen Nr. 7.) 

1840 August Baron Lauingen, 1844 OberBllieutenaat. 

1841 Wilhelm Baron PouUon, 1845 pensionirt. 

1844 Ludwig T. Kaminski de Barzymuoha, 1848 ObeTStlleateaant bei Dragoner 
Nr- 1, jetrt COiouIei Nr. 9. • 



828 

1845 Ludwig Sohweiger y. DarnBtein, 1848 trftnsferirt su GttrMsier I\r. %, 
1848 Albert Graf Alberti de Poja, 1849 Oberstlieutenant. 

1848 Friedrich Baron Boxberg, 1849 Oberstlieutenant. 

1849 Josef Yon Kugtatacher, 1850 pensionirt. 

1849 Jakob von Manglberger, 1850 transferirt zur Qensdarmerie. 

1849 Josef Ton Kliment, 1855 pensionirt mit Oberstlieutenants-Charakter. 

1849 Rudolf Brudermann, 1854 Oberstlieutenant bei Uussaren Nr. 9. 

1849 Yictorin Fürst zu Windisch-Grätz, 1852 Oberstlieutenant. 

1852 Franz Ton Eostyan, 1852 transferirt zu Uhlanen Nr. 7. 

1852 Eduard Graf Wickenburg, 1858 Oberstlieutenant, 

1854 Carl Graf Khuen-Belassy, 1857 pensionirt. 

1855 Friedrich yon Ziegler zu Klipphausen, 1861 Oberstlieutenant. 

1857 Friedrich von Berres Edler T>n Perez, 1857 transferirt zu Uhlanen Nr. 12 

1857 Wenzel Benischko Ritter von Dobroslaw, 1859 pensionirt. 

1858 Johann Pulz. 

1859 Gustar Graf Waldeck. 

OBiformirniig des Eegiments. 

KarmoiHinrothe Czapka, dunkelgrüne Uhlanka und Pantalons , 
seharlaehrothe Aufschläge; weisse Knöpfe. 

Uhlanen-'Regiment Nr. 12, Köaig Franz II« beider Slcilien« 

Mit Allerhöchstem Befehlschreiben vom 4. März 1854 wurde 
die Errichtung dieses Regiments angeordnet; die Bildung eines 
Stamm-Cadres durch Anhertransferirung vom Stabs- und Ober- 
OfiFiziers und Abgabe einer angemessenen Anzahl von Unterof- 
fiziers und Mannschaft der leichten Cavallerie- Regimenter, wie 
dessen jeweilige Ergänzung aus der Woywodina; Croatien und 
Slavonien bestimmt. Zum Inhaber wurde Se. Majestät König Fer- 
dinand II. beider Sicilien ernannt, und als Aufstellungs-Platz die 
Stabs-Station Austerlitz in Mähren dem Regimente zugewiesen. 

Im Juli 1855 rückte das bereits organisirte Regiment zur 
Aufwartung in die Residenzstadt Wien, im April 1856 wurde es 
in die Umgegend erst mit dem Stabe in Baden, später in Hirn- 
berg verlegt. 

Im August 1856 hatte dasselbe am Glacis der Residenz- 
stadt Wien die feierliche Weihe seiner Standarten, am 18. Juni 
1857 wohnte es daselbst der Säcular-Feier des Maria Therosien- 
Ordens bei, und war in den beiden Jahren 1856 und 1857 den 
bei Wien abgehaltenen Infanterie-Lagern divisionsweise zugetheilt. 
Nachdem das Regiment während des Parendorfer Lagers den 
Garnisons«Dienst von Wien versehen hatte, marschirte dasselbe 
im October 1857 nach Italien, wo es mit dem Stabe und 6 
Escadrons nach Mailand, mit 2 Esoadrons aber nach Pavia 
dislozirt wurde. Bei Gelegenheit einer Ausriiokung am Gastell- 
Platze zu Mailand war dies Regiment die letzte Truppe, der 
die Ehre zu Theil wurde, vor dem FM. Graf Radetzkj zu dofi- 
liren, und wegen ihres guten Aussehens belobt zu werden. — 
Wenige Tage später im Jänner 1858 hatte es die schmerzliche 
Pflicht bei den Trauer-Feierlichkeiten zu Mailand, den irdischen 

21* 



8S4 

Ueberresten dieses grossen Foldherrn das Ehrongeleite zu geben. 
Im Winter 1859 beatritt das Regiment die Vorposten am Ticino, 
welchen Grenzfluss es bei dem Ende April erfolgten Ausbruch 
des italienisch- französischen Krieges mit 2 Divisionen im 5. Armee- 
Corps des FML. Graf Stadion, und mit 2 Divisionen im 2., des 



lein eingetheilt, überschritt. Das 
ivisions- oder auch escadrons weise 
ihiedenen Infanterie - Brigaden der 
Divisionen zum 
wührend 2 beim 



FML. Fürst Eduard Liechtenstein 
Regiment war grösstentbeilf di^ 
in diesem Feldzuge den verschie 
genannten Corps zugewiesen; später kamen 
9. Corps des G. d, C, Grafen SchaiFgotsche, 
5. blieben. 

In den Gefechten bei Frassinetto und Valeoza am 3. und 
7. Mai waren Abtheilungen des Regimentes gegenwärtig, ein 
Streif-Commando desselben kam bis Serravalle, dem Mittelpunkte 
zwischen Genua und Alessandria, ohne aufgehalten zu werden. 

Erst in Serravalle stiess es auf Zuaven, welche dem Corps 
des französischen Marschall Baraguay angehörten, und kehrte 
ohne auch nur einen Mann zu verlieren, über Tortona nach 
Voghera zurück, wo man es bereits verloren glaubte. 

Am 20, Mai im Treffen bei Montebollo waren die 
2. Division des Regiments unter Major Baron Appel, und die 
1. Escadron unter Rittmeister Ludwig Müller, der Brigade des 
GM. Prinz Alexander von Hessen zugewiesen. Diese Brigade 
hatte am frühen Morgen bei Vacarizza den Po überschritten, 
und marschirte über Castelleto nach Caleababbia, um die rechte 
Flanke der beiden Armee - Divisionen Urban und Paumgarten, 
welche zur Recognoszirung gegen Montebello und Voghera vor- 
gerückt waren zu decken. Von Caleababbia aus erhielt Major 
Baron Appel den Auftrag, auf den verschiedenen südwärts letzt- 
genannten Ortes gegfn Casinanuova und Genestrello führenden 
Strassen mit der 3. Escadron Streifungen vorzunehmen. In der 
Höhf: von Casone de Lausi stiess dieses Streif-Commando schon 
auf i^iüo 50 Mann starke piemontesische Ohevauxlegers -Abthei- 
lung. Wachtmeister Anton Keilwerth des Regiments warf sich 
mit seiner kaum halb so starken Avant-Garde, über Befehl des 
Major Appel auf den Feind, während die übrigen Züge auf dem 
Felde östlich der Strasse aufmarschirten, um die feindliche Rei- 
terei in die Flanke zu fassen, und von ihrer geraden Rückzüge- 
Linie abzuschneiden. Die Attaque des 1. Zuges unter Wacht- 
meister Keilwerth war aber mit solcher Schnelligkeit und Bravour 
ausgeführt, dass der Feind mit dem Verluste mehrerer T«dten 
und Vervrandeten in schleunigster Flucht westlich der Strasse 
gegen Lazareto sich zurückzog. Hier aufgestellte feindliche In- 
fanterie- Abtheilungen hemmten die weitere Verfolgung. Einem über 
Casa-Durano in die linke feindliche Flanke entsendeten Zuge 
der Uhianen gelang es einem feindlichen Offizier und einen 
Gemeinen vor der Fronte ihrer Abtheilung gefangen zu nehmen, 
und 6 Pferde 7.u erbeuten. lo Folge des weitem Kampfes bie 



825 

Montebello rückte Major Appel mit der 3. Escadron gegen die 
nördlich von Casinanuova führende Eisenbahn, nm sich in Verbin- 
dung mit den bereits retirirenden Truppen der Brigade Oaal 
zu setzen^ und nach Umständen durch Abreissung einiger Eisen- 
biahnschienen allenfalsige Nachschübe neuer feindlicher Verstär- 
kungen von Voghera und Tortona aus zu vereiteln. Heftiges 
Kleingewehrfeuer hier gedeckt aufgestellter feindlicher Infanterie- 
Bataillone^ durch welches Rittmeister William Baron Hammer- 
stein und 1 Corporal schwer verwundet wurden (sind beide 
kurze. Zeit darauf im Feldspitale zu Pavia ihren Wunden Erle- 
gen); vor allem aber die bedeutende numerische Ueberlegenheit 
des Gegners veranlassten Major Appel die Escadron aus dem 
Schussbereiche wieder zurückzuziehen, jedoch durch -fortwährende 
Demonstrationen in der linken Planke desselben den Feind vor 
jedem entschiedenen Vorgehen gegen die Brigade Gaal abzu- 
halten. Als nach 6 Uhr Abends die Brigade des GM. Prinz 
Hessen mit der 1. und 4, Escadron des Regiments am Kampf- 
platze erschien, löste die Cavallerie glücklich die ihr zu Theil 
gewordene Aufgabe die rechte Flanke derselben vor einer Um- 
gehung zu schützen, wie sie auch später den Rückzug der Bri- 
gade deckte, und die Verbindung mit dem Gros der operirenden 
Truppen, welches nach Casteggio zurückgegangen war, ununter- 
brochen unterhielt 

Um 5 Uhr früh hatte am 21. Mai die Brigade des Prinzen 
Hessen den Brückenkopf bei Vacacariza wieder erreicht. Major 
Baron Appel sagt in seiner Relation: „Das Verhalten sämmtli- 
„cher Herrn Oflfiziere, Chargen und Mannschaft bei dieser Affaire, 
„wo zum ersten Male eine Standarte vom Regimente 
„Sicilien Uhlanen die Feuertaufe erhielt, verdient Alles 
Lob*' insbesondere wird das entschlossene umsichtige Vorrücken 
des Rittmeister Baron Hammerstein gegen den Eisenbahndamm 
angerühmt, so wie die Bravour des Wachtmeister Keilwerth und 
der beiden Gemeinen Turcic und Kollar (die sich bei der Atta- 
que der Avant-Garde die Ersten auf den Feind gestürzt hatten); 
erstere beiden erhielten die grosse, letzterer die kleine silberne 
Medaille. Die 3. Escadron hatte 4 verwundete Pferde. Wacht- 
meister Anton Appiano der 1 . Esc adron des Regiments, welcher 
den Rückzug eines in der Plänklerkette befindlichen Bataillons 
Culoz Infanterie decken sollte, war vom GM, Prinz Hessen 
beauftragt, in Ermanglung von Hornisten und Tambours, die 
Plänklerkette abzureiten, und selber den Befehl zum Rückzüge 
zu überbringen. Dieser Wachtmeister vollzog nicht nur mit be- 
sonderer Entschlossenheit seinen Auftrag, sondern er rettete 2 ver- 
wundete Offiziere des genannten Bataillons vor feindlicher Ge- 
fangenschaft, indem er ungeachtet des heftigsten fein dl ich en 
Feuers einen nach* dem andern auf sein Dienstpferd aus der 
Gefechtslinie zurück in Sicherheit brachte. Diesem edlen Bei- 
spiele folgten die Uhlanen Johann Wischinka und Josef Carl, 



996 

und entrissen beide im grfisaten Kugelregen, einige ver^rundete 
Soldaten jenes Bataillons auf gleiche Art der Gefangenschaft. 
Diese drei Braven erhielten die silberne Tapferkeits- Medaille 
I. Classe. — In Folge ihrer ausgezeichneten Verwendungen 
an jenen Tagen erhielten folgende Offiziere des Regiments nach- 
stehende Belohnungen: Major Johann Baron Appel und Ritt- 
meister Johann Graf Zichy die ÄllerhöchBte Anerkennung, die 
Bittmetster William Baron Hammerstein und Friedrich Binder 
das Militär- "Verdienatkreuz. 

Im Treffen bei Paleatro am 31, Mai war die 5. Eaca- 
dron unter Rittmeister Pippan anwesend, und es erhielten 3 
Mann die kleine silberne Medaille. In der Schlacht von Ma- 
genta am 4. Juni hatten einige Abtheiinngen des Regiments 
Gelegenheit zur Auszeichnung, Major Friedrich von ßerres mit 
der 4. Division des Regiments Latte an diesem Tage die Aufgabe 
erhalten, die rechte Flanke der nach Bufalora vorgeschobenen 
Brigade des GM, von Battin zn decken. 

Die dem genannton Major angewiesene Reservestellung war 
nahe der Casina nuova di Bufalora, 

Kurz daselbst angelangt, wurde von den in der rechten 
Flanke der Uhlanen-Division abgesendeten Pati'ouillen die An- 
näherung der feindlichen Tirailleurs gemeldet, und gleichzeitig 
war immer heftiger und deutlicher in dieser Richtung das Feuer 
des Feindes zu vernehmen. Da faaste Major Berrea den Ent- 
aehluHS, die mittlerweile im heftigsten Kampfe engugirte Brigade 
Baltin von der ihrer Flanke drohenden Gefahr , seiner Aufgabe 
eingedenk, durch sogleiches energisches Einschreiten zu schützen. 
Sämmtlicbe Schützen der Division, unter Rittmeister Graf Wallis, 
rückten eiligst als Verstärkung nach der bedrohten Seite, während 
Major Bcrres mit der Division der feindlichen Bewegung in 
der Richtung gegen Mesara, trotz aller zur Entwicklung für 
Cavallerie eu Front sich entgegenstellenden Terrainhindernisse, 
folgte. Der Feind durch das Erscheinen der Cavallerie auf dem 
sonst eoupirten Boden und deren vielseitiges zerstreutes Her- 
vorbrechen aus der Cultur überrascht, zog sich alsbald gegen 
Cugione hin, zurück. Selbst die französischen Berichterstatter 
erwähnen anerkennend dieses überraschende Erscheinen der Uhlanen, 
deren entschlossene Vorrückung eine Zeitlang an das Vorhan- 
densein grosser Reiter-Ahtheilungen hinter sich glauben machte, 
und desshalb einen StilJstaad im feindlichen Flankenangriffe 
über Marcallo auf Magenta bezweckte. Diese sowohl combinirte 
Diversion des Major von Berres, welche überdiess nicht in seinem 
Auftrage lag, verzögerte die feindliche Besitznahme Marcallo'a 
und ermöglichte somit allein die Eftectuirung des Rückzuges der 
Brigade Baltin auf Magenta, — Nun war es aber hohe Zeit für 
die Uhlanen, ihren Rückzug anzutretenj denn bereits hatte der 
Feind zwischen der vorgerückten Division und der in Bufalora 
kämpfenden Brigade Baltin sich einzukeilen begonnen, und die 




8)7 

Uhlanen schon in ihrem Rücken beschossen. — In diesem 
Gefechts-Momente erhielt Major Berres die Nachricht^ dass feind- 
liche Cayallerie sich von der Cultur begünstigt, bis vor Bufalora 
einschlich und daselbst die Stellung der Brigade Baltin, deren 
Rückzug bald erfolgen dürfte^ beunruhige. In Anbetracht dieser 
Erfahrung Hess Major von Berres den Rittmeister • Graf Moltke 
mit der 8. Escadron in gerader Linie auf Bufalora abbrechen, 
und disponirte den Rittmeister von Einem mit dem 2. Flügel 
der 7. Escadron als Verbindung für die 8. Escadron und zu- 
gleich zur Beobachtung der feindlichen Vorrückung. — Die 8. 
Division des Regiments war dieser ganzen Vorrückung als 
Reserve gefolgt. Die 8. Escadron durchstreifte nun das Terrain 
gegen Bufalora, fand jedoch nur auf der Strasse gegen diesen 
Ort feindliche Flankier, die von den Uhlanen rasch zurückge- 
drängt vrurden, bei welcher Gelegenheit sich die Gemeinen 
Grubecic und Marekovics durch ihre Tapferkeit bemerkbar machten. 
Nachdem Rittmeister Graf Moltke die Ueberzeugung gewonnen 
hatte ; dass keine eigenen Truppen sich ausserhalb Magenta mehr 
befanden, und die Escadron bereits in der Front und den beiden 
Flanken beschossen ward, zog er sich auf Magenta zurück, wo 
er zur Division einrückte. Bei diesem Rückzüge der 8. Escadron 
hatte sich besonders der Wachtmeister Josef Sallas durch sein 
entschlossenes umsichtiges Benehmen, wodurch er wesentlich zu 
dessen geordneter Richtung beitrug, hervorgethan. — Gleich bei 
seiner Abrückung. von der Division hatte Rittmeister Graf Moltke 
den Oberlieutenant von Nordwaiden mit dem 1. Zuge zur Flan- 
kendeckung der Division y in PIfinkler aufgelö'Ht, disponirt. — Im 
Laufe des Gefechts wurde dieser Zug von den feindlichen Tiraillours 
stark beschossen, und zugleich in der rechten Flanke von einer 
halben Escadron französischer Ilussaren angegrifTon ; Obcriicutonant 
von Nordwaiden sammelte schnell seine Uhlanen und warf jene 
feindlichen Reiter zweimal zurück. Das Vordringen der franz^i- 
sischen Truppen gegen Magenta, und die allniäligo Httumung 
dieses Ortes von den eigenen bewog den genannten Oherliouto- 
nant seinen Rückzug gegen Marcallo anzutreten. Inzwificlion war 
Oberlieutenant Nordwaiden mit seinem Zuge von seiner Flscadron 
durch feindliche Abtheilungen abgesclinitten worden. Da griff 
jener tapfere Offizier eine westlich von Marcallo lagernde franzö- 
sische Infanterie - Division und eine halbe Schwadron Chassours 
d'Afrique mit seinen Uhlanen ungestüm an , und trieb selbe 
zurück^ wobei der Gemeine Martin Laja bereits eine Fahne 
erobert hatte, die ihm jedoch von der überlegenen feindlichen 
Infanterie wieder entrissen ward; ausserdem hatten die Uhlanen 
einige Beutepferde gemacht. Nun aber wurden die Uhlanen durch 
das plötzliche Debouchiren einer 70 bis 80 Mann starken, feind« 
liehen Reitertruppe in ihrem Rücken zur Umkehr gezwungen, 
— Oberlieutenant von Nordwaiden griff auch diese an , schlug 
sieh durch, und erreichte selbst durch die Cultur von der feind- 



liehen Cavallerie verfolgt noch glücklich die Eacadron , muBBte 
aber die genommenen Beutcpferde dem Feinde überlassen. Der 
Verlust des Zuges bestand in 7 Mann 5 Pferden an Todten, 
nebst 4 verwundeten Pferden. — Ausser den bereits erwähnten 
Gemeinen Laja haben sich von diesem Zuge noch ausgezeichnet 
Corporal Georg Mathekovic, welcher einen feindlichen Infanterie- 
klumpen sprengte, mehrere desselben niederhieb und sodann, 
nachdem sein Pferd durch 11 Bajonettstiche verwundet war, im 
heftigsten Kugel - Regen auf das Pferd eines erschossenen Ca- 
meraden übersprang, und von Neuem gegen mehrere Chaaaeurs 
anritt, deren einen er vom Pferde hieb. Uemeiner Subettin, 
der mehrere feindliche Reiter niederstach ; Zugsfilhrer Steiner, 
der gleichfalls einige Chasseure niederhieb und die Gemeinen 
Schuster und Dudek, vfelche naehrere Beutepferde machten. 

Am Ausgange von Magenta dem Bahnhofe zu hatte die 
4, Division nochmals Stellung genommen, — und ihre Aufgabe, 
die Deckung des Rückzuges der vom Feinde hart bedrängten 
Brigade Baltin, glänzend gelöst. Für das entschlossene unauf- 
geforderte Einschreiten in daa Gefecht bei Bufalora, vrShrend 
der Schlacht von Magenta, voq Seite des Majors von Berres, 
der im coupirteaten Terrain, auf die überraschendste Weiae einer 
feindlichen Umgehung Cavallerie entgegenzufüliren verstand, und 
mit der grössten Ausdauer vom Beginne bis zum Schlüsse der 
Schlacht wesentlich zum geordneten Rückzüge der Brigade Baltin 
mitwirkte , wurde diesem umsichtigen tapferen Stabsoffizier der 
Eiserne Kronorden III. Classe verliehen. Von der 4. 
Division erhielten noch Oberlieutenant Georg von Nordwaiden 
das Militärverdienstkreuz, Corporal Georg Mathekovic und 
Gemeiner Martin Laja die goldene, 1 Mann die grosse und 4 
die kleine silberne Medaille, unter welch 1 etzt er n Corporal 
Hefner, der dem Major Berres, während des Abreitens der feindlichen 
Plänktei-kette mit grösster Kaltblütigkeit folgte, und als mehrere 
Chasseura d'Afrltjue gegen Jenen Stabsoffizier anritten, auf diese 
losjagte und einen derselben niederhieb. ~ Im Laufe der 
Schlacht hatte die 6. Eacadron, unter Rittmeister Baron Witz- 
Isben den Auftrag erhalten, den Feind in der Richtung gegen 
Trecate aufzusuchen. Bei dieser Gelegenheit wurde der Wacht- 
meister Franz Riifner mit 6 Rotten beauftragt, eine Seitenpa- 
trouille zwischen Magenta und Trecate nach vorwärts zu machen; 
derselbe atieas bald auf überlegene französische Infanterie und 
zog sich, von dieser mit einam heftigen Kugelregen empfangen 
auf Magenta zurück. Auf offenen? Felde erblickte er eine, 
halbe Batterie im Momente des Aufprotzena, welche aber von 
den zahlreichen stürmenden feindlichen Schwärmen sich zurück- 
ziehend , ein in einem Graben gestürztes Geschütz ohne Be- 
spannung zurückgelassen hat. In aller Eile raffte nun Wacht- 
meister Riffner einige rückgebüebene sich zurückziehende In- 
fanteristen zusammen, sass selbst mit 3 Uhlanen ab und braohte 



329 

unter anhaltendem heftigen feindlichen Feuer die schon verloren 
gegebene Kanone nach Magenta in Sicherheit^ für welche 
That Riffner die silberne Medaille L Classe erhielt. 4^ 
Ausser den bereits genannten Offiziers erhielten vom Begimente 
noch folgende , welche mit ihren Abtheilungen den einzelnen 
Infanterie-Brigaden zugetheilt, sich beim Bückzuge ausgezeichnet 
hatten^ nachstehende Auszeichnungen: Bittmeister Ludwig Müller 
den Orden der Eisernen Krone III. Classe; Bittmeister 
Bela von Schönberger, die Oberlieutenants Alexius Fabianics 
und Josef Lommer das Militär-Vordienstkreuz. 

Am 21. Juni hatte Major Baron Appel des Regiments 
den Befehl erhalten^ mit 3 Zügen der 3. Escadron, unter 
Bittmeister Carl Baron Skrbensky, und einen der 4. unter Bitt- 
meister von Medvey, nebst einer Escadron Kaiser-Hussaren und 

2 Geschützen das südlich vom Gardasee zwischen der Chiese 
und dem Mincio gelegene Hügelland zu recognosziren. Am 
Abende dieses Tages bezog das Commando bei Pozzolengo das 
erste Bivouac. Die durch die dortigen Ortsbewohner erhaltenen 
Nachrichten bestimmten den Major Baron Appel am 22. um 

3 Uhr Früh gegen Rivoltelia weiter aufzubrechen. Oberlieu- 
tenant Bitter von Kowalski des Begiments wurde von Monto- 
naletto aus mit seinem Zuge über Venga gegen Bivoltella ent- 
sendet, fand San Zeno und Gasöl ta stark vom Feinde besetzt, und 
wurde jenseits Venga mit heftigem Kleingewehrfeuer empfangen, 
worauf er sich^ im Sinne der erhaltenen Instruction, auf das 
Gros des Streif - Commandos zurückzog. Die Uhlanen Hudjian 
und Szabotin hatten sich unmittelbar nach den ersten Schüssen 
mit vieler Entschlossenheit auf die nächsten feindlichen Vedetten 
geworfen und diese verjagt, beide erhielten die kleine sil- 
berne Medaille. Bei Castel Venzago hatte Major Baron Appel 
mit dem Feinde ein Gefecht zu bestehen , wobei aber haupt- 
sächlich eine halbe Escadron Kaiser Hussaren (siehe II, Band 
Berichtigungen bei Hussaren Nr. 1) mitwirkte, und welches mit 
der fluchtartigen Bäumung jenes Ortes von Seite des Feindes 
endete. Sogleich nach dessen dortiger Verbreitung unternahm 
Major Baron Appel persönlich, um sichere Kenntniss über die 
Bichtuugslinie des plötzlich dem Auge entschwundenen Feindes 
zu erhalten, eine äusserst gefährliche Becognoszirung mit 6 Frei- 
willigen der 3. Escadron des eigenen Begiments. Die Uhlanen 
Mathias Kollar, Marko Smargac, Milosch Andric, Misko Stedol, 
Jon Wukas und Corporal- Stellvertreter Heinrich Thanhofer legten 
mit Major Baron Appel in voller Carriere über Hügel und Thal 
die Distanz bis zur Arriere-Garde der Bersagliere zurück, zer- 
sprengten diese im kühnen Anlauf , worauf sie erst wieder auf 
Befehl des Major Appel in grösster Ordnung ihren Bückzug 
antraten. Kollar erhielt die grosse, die übrigen genannten die 
kleine silberne Medaille. 



aso 



F 

■ Unter den wahrend des Streifzuges von Major Baron Appel 

W auagesandten grösseren Recognoazirungs- Patrouillen machte Lieu- 
tenant Goldberger eine gegen Volta, Rittmeister von Medvey eine 
gegen Castiglione deUn Stivierc, Rittmeister Graf Aichelborg gegen 
Carpendolo, und Corporal-SteÖvertreler Heinrich Thanhofer mit 
8 Mann, eine gegen Castel Gofiredo ) letztere war bald auf eine 
französifljhe Cavallerie-Abtheilung beiläufig eine Eseadron geatoa- 
sen, welcher sie sich mit Entschlossenheit entgegenwarf, und dea 
Feind, der wahrscheinlich das Nachrücken einer grösseren Colonne 

Ivermuthele, dadurch mit dem Verluste einiger seiner Leute zam 
Rückzuge bestimmte. Die Uhlanen Für, Blasekowic und Adic 
ihren lapfern Führer - Stellvertreter Thanhofer an der Spitze 
hatten sich mit solcher Tollkühnheit auf die Avantgarde des 
überlegenen Gegners geworfen, und dadurch eine derartige Ver- 
wirrung in dieser hervorgebracht, dass die nachfolgenden feind- 
lichen Reihen sich in die Flucht ihrer Avantgarde mit fortreiasen 
Hessen. Thanliofer erhielt die grosse silberne, die übrigen 
drei genannten die kloine silberne Medaille. Die andern 
weiter oben angeführten Patrouillen hatten mit Umsicht und Ent- 
schlossenheit ihre Aufgaben gelöst, und waren auf theila grossere 
theiJs kleinere feindlichen Infanterie- und Cavallerie-Äbtheilnngen ge- 
stossen, ja selbe hatten das Lager bei Castiglione förmlich allarmirt. 

(aus weichem 3 aus allen Truppentheilenformirte, starke, französische 
Colonnen sich in Bewegung setzten, 
„Ea scheint keinem Zweifel zu unterliegen," schreibt Major 
Appel in seinem Sehlussberichte, „dass der Feind zwischen Car- 
pcnedolo, Castiglione, Montechiari. Lonato mit nach Deaenzano 
und Rivoltela vorgeschobenem linken Flügel marschire, indess 
südlich der Linie Casalmoro — Volta so viel als Nichts von 
L ihm vorhanden ist." Die Schlacht von Solferino liefert den Beweis 
I von der Richtigkeit dieser Meldung. 

" Am 23. Juni ordnete Major Baron Appel den Rückmarsch 

i nach Goito an, und fand dort die über den Minclo vorrückende 
I ]. Armee, deren Commandanten FZM. Graf Wimpfen, wie bei 
1 seinem um 4 Uhr Nachmittags im Lager bei Volta erfolgten 
Einrücken derselbe Sr. Majestät dem Kaiser selbst den aller- 
unterthiinrgsten Rapport über seine gemachten Beobachtungen 
abstattete. In seinem Berichte an das 2. Armee-Commando em- 
pfiehlt Major Appel vom eigenen Regimente den Rittmeister 
Carl Baron Skrbensky zur Auszeichnung, und bittet um belobende 
Anerkennung der Rittmeister Eduard von Medvey, Franz Graf 
Aichelburg und Oberlieulenant Stanislaus Ritter von Kowalski 
sowie er den Oberwundarzt Dr. Kremliczka, der sich schon 
durcii aufopfernde Berufsthätigkett in der Schlacht von Magenta 
ausgezeichnet hatte, zur Verleihung des goldenen Verdienst- 
kreuzes empfiehlt. 

Mit Allerhöchstem Armee-Befehl vom 7. Juli 1859 wurde 
J dem Major Baron Appel wegen Tapferkeit und Umsicht als 



881 

Strttflorps-Commandant der Eiserne Eronorden m, Classe 
— dem Rittmeister Carl Baron Skrbensky das Militär-Ver- 
dienstkreuz und endlieh dem Oberwundarzt Kremliczka fUr 
seine Leistungen bei Rivoltella und Castel-Venzago das goldene 
Verdienstkreuz Allergnädigst verliehen. 

Nachdem dieses Streif-Commando über Allerhöchsten Befehl 
in Volta übernachtet hatte, von wo die Abtheilungen des 
Regiments am 24. zu dem bei Solferino kampironden V. Armee- 
Corps wieder einrücken sollten^ wurde es plötzlich durch einen 
am Morgen des 24. hörbaren Kanonendonner von dem Beginne 
einer Schlacht in Eenntniss gesetzt. Da brach Major Appel aus 
eigenem Antriebe ungeachtet durch die alle Strassen bede- 
ckendeu; in die Schlachtlinie vorrückenden Truppen seinem 
Marsche sich grosse Hindernisse in den Weg stellten, und er 
den Befehl erhielt die Truppenmärsche der Infanterie nicht zu 
beirren, um 10 Uhr Morgens mit den beihabenden Abtheilungen des 
eigenen Regiments auf, gewann die Strasse bei Cavriana und 
rückte auf derselben so schnell, es die Verstopfung durch das 
in grösster Unordnung zurückkehrende Fuhrwerk erlaubte, vor- 
wärts gegen die Schlachtlinio. Eine halbe Stunde vor Cavriania 
strömten regellose Haufen von Infanterie-Mannschaft; ohne Offiziere 
zurück gegen Volta, so dass sich Major Appel veranlasst fand, 
die Uhlanen mit gefällten Piken diesen Ausreissern in den 
Weg zu stellen, und obgleich von der renitenten Mannschaft 
gegen die Uhlanen mehrerer Schüsse gethan, ja selbst das 
Pferd des Majors zweimal verwundet wurde« so gelang endlich 
doch die RaiUirung eines bedeutenden Theils der Infanterie, mit 
denen nun der genannte Major eine Aufhahmsposition an einem 
rechts von der Strasse gelegenen Rideau bezog. Als ungefähr 
um 3 Uhr Nachmittag FML, Graf Clam-Gallas an der bezeich- 
neten Stelle anlangte, meldete sich Major Appel bei diesem, 
und bot sich zur Deckung des weitern Rückzuges an, zu 
welchem Zwecke demselben noch eine Escadron von Haller- 
Hussaren unter Rittmeister von Fekete zugewiesen wurde. Nach- 
dem die gesammelte Infanterie ihren Abzug vollendet und die- 
selbe auf dieser Seite (Westfronte von Cavriana) vom Feinde 
nicht weiter gestört wurde, begab sich Major Appel mit seinem 
Commando zum FML. Baron Zobel; Couimandanten des VII. 
Armee-Corps, stellte sich diesem zur Verfügung und erschien 
dann vorwärts eilend, zur Unterstützung der noch In erster 
Linie fechtenden Armee-Division des FML. Prinz Hessen auf dem 
Kampfplätze. Major Appel liess die Uhlanen-Escadron rechts von 
der nach S. Cassiano führenden Strasse eine gedeckte Aufstellung 
nehmen; Rittmeister Baron Skrbensky wurde zur Recognoszirung 
eines in die linke feindliche Flanke führenden Gebirgswege« 
entsendet, während Major Appel im heftigsten Kugel-Regen zur 
Recognoszirung des vorliegenden Terrains vorgeritten war. Da 
bemerkte er starke SchwSrme feindlieber Tiraüleori, welche sich 



r 



eines Deül^es bemächtigten wollten, welches die Brigaden Wus- 
sin und Brandenstein von einander trennte. 

In diesem kritischen Momente führte Major Appel mit 
raschem Selbstentsehlups einen Theil seiner Uhlanen zur Attaque 
vor. Diess eben so plötzliche als unerwartete Hervorlirechon der 
Uhlanen, und ihr Hiirrah-Geschrei ermuthigten diejenigen unserer 
Infanterie- Abtheilungen, welche schon im Zn rück weichen begrif- 
fen waren, zur Umkehr und zur Markirung eines Sturmes auf 
den lebhaft drängenden Gegner , so dass dieser stärkere 
Cavallerie - Massen vernjuthend , von seinem Drängen abliess 
und die Division des Prinzen Uesspn sich abermals festsetzen 
konnte. 

Die feindlichen Tirailleurs wichen vor dem Ret ler- Anprall, 
während deren Sturmkolonnen auf den Berggruppen Quarrdea 
formirten und ein heftiges Feuer eröfftieten. Durch einen Fiin- 
tenschusB im Gesichte schwer getroffen, stellte Major Appel den 
weitern Angriff erst ein, als er seine Aufgabe die heftigste Ver- 
folgung von Seite des Feindes zu hemmen erreicht fand, und ver- 
liess den Kampfplatz nicht eher, ak nach vollständiger Raillirung 
seiner Abtheilung, die dann noch unter Commando des Ritt- 
meister Carl Baron Skrbensky nn den Arriere- Garde-Gefechten 
des YH. Corps Theil nahm. Die Rittmeister Eduard von Med- 
vey und Franz Graf Aichelburg hatten sich an die Spitze ihrer 
vorsprengenden Abtheilungen gesetzt, die Mannschaft zu todes- 
mnthiger Kampflust durch ihre eigene hervorragende Bravour 
hingerissen, und beim Rückzuge ihren schwer verwundeten Stabs- 
offizier in ihre Mitte genommen , um selben mit ihren Körper 
von weiteren Verwundungen zu schützen. FML. Prinz Hessen 
spricht sich in einem Zeugnisse mit folgenden Worten über die 
hier geschilderte, in einem so gefährlichen Momente, aus freiem 
Antriebe unternommene Waffentbat aus, ,,daBs dieselbe nicht 
nur einen sehr günstigen Einflus-s auf den Geist der Mannschaft 
ausübte, und ein ermunterndes Beispiel für die noch Stand halten- 
den Truppen war, sondern aucb noch wesentlich daau beitrug, 
den Rückzug der Division Prinz Hessen durch den Ort Cavriana 
zu decken." — Auf dem halben Wege nach Volta nahm Ritt- 
meister Baron Skrbensky nochmals Stellung, um einige rück- 
wärtige Ahlheilungen des 1. Armee-Corps aufzunehmen, bezog 
um 11 Uhr Nachts hei Valeggio ein Lager und rückte am 2f). 
Juni nach Terrione zum V. Armee-Corps ein. Der Verlust die- 
ser Abtheilungen des Regiments war hei Castel Venzago 1 Mann 
und 1 Pferd verwundet ; bei Solferino Miijor Baron Appel, 2 
Mann und 2 Pferde verwundet, 1 Pferd todt und eines vermisst. 
— Major Baron Appel erhielt für Auszeichnung bei Solferino 
das Ritterkreuz des Leopold-Ordens; die Rittmeister 
Eduard von Medvey und Franz Graf Aichelburg das Militär- 
Verdienstkreuz. Die Auszeichnungen der Mannschaft sind 
bei den betreffenden Waffenthaten bereits angeführt. 



383 

Die übrigen Abtheilungen dos Regiments haben bei den 
Infanterie-Brigaden zugetheilt^ durch ein rechtzeitiges Eingreifen 
in den verschiedenen Gefechtsmomenten an dieser blutigen 
Schlacht Antheil genommen. — Major Graf Mac-Caftry hatte 
mit der 1. Division den Bückzug der Brigade Koller von 
Solferino gegen Pozzolengo zu decken. Anfänglich in Escadrons« 
staffeln aufgestellt, wurde die Division auf ihrem linken Flügel 
stark vom Feinde bedroht, und durch ein heftiges Geschütz- 
feuer beunruhigt, ohne dass jedoch der Gegner aus seiner 
gedeckten Stellung zum Angriffe vorrückte. 

Nachdem die obenerwähnte Brigade sich zurückgezogen 
hatte, trat auch die Division unter dem heftigsten Feuer mit 
kaltblütiger Buhe in Zugs-Colonnen ihren Rückzug an. 

Der Verlust derselben bestand in Todten 1 Mann ; an Ver- 
wundeten 3 Mann und 2 Pferde. — Die 5. Escadron unter 
Rittmeister Pippan war der Brigade des GM. Baron Wimpfen 
in der Richtung g6gen Medole zugewiesen, deren linke Flanke 
und Rücken sie sehr zweckmässig deckte, und gleichzeitig 
durch Patrouillen die Verbindung mit der links bei Castel Go^ 
fredo stehenden Cavallerie-Brigade unterhielt. Der 4. Zug dieser 
Escadron unter Oberlieutenant Julius Matzenauer war auf Ge- 
schützbedeckung kommandirt Die 7. Escadron unter Rittmei- 
ster Dauscha Sperling, war der Brigade des GM. Baron Blu- 
menkron zugetheilt. ~ Anfangs auf der Brughiera bei Guidi- 
zollo aufgestellt, wurde selbe später zur Bedeckung der Reserve- 
Batterie des XI. Armee-Corps verwendet. Lieutenant Adolf von 
Santa rettete mit dem Corporal Johann Zacaria, Stellvertreter 
Josef Kollert, den Uhlanen Marko, Peic, Blax, Sraga und Peter 
Scenta im Verein mit 4 Mann von Hessen-Infanterie, eine dem 
Feinde preisgegebene Kanone, deren Bespannungs-Pferde gefal- 
len waren, ungeachtet des heftigsten feindlichen Feuers und aller 
Terr^nhindernisse. Der Verlust dieser Escadron betrug 1 Mann 
3 Pferde an Verwundeten, 1 Mann 1 Pferd gefangen, 4 Mann 
3 Pferde vermisst und 2 todte Pferde. — Die 8. Escadron 
unter Rittmeister Graf Moltke war der Brigade des GM. von 
Fehlmaier zugetheilt. 

Am frühen Morgen des 24. Juni erhielt die Escadron den 
Befehl, der schon gegen Medole vorgerückten Brigade zu folgen, 
welche sich aber bald darauf zurückzog, während die Uhlanen 
noch weiter vorrückten; diese fanden noch eine Batterie, die 
aber auch bald der Uebermacht weichen musste. Im selben 
Augenblicke sah Rittmeister Graf Moltke das Dragoner-Regiment 
Horvath vorgehen, an welches er sich nun mit seiner alle Ver- 
bindung entbehrenden Escadron anschloss, und bei diesem bis 
zu dessen spätem Rückzuge blieb. — 

Von FML. Fürst Edmund Schwarzenberg nun beauftragt, 
das Gefecht der Brigade Härtung durch sein Vorgehen zum 
Stehen zu bringen, rückte Graf Moltke mit seinen IHüanen bis 



in die Pläoklerkette dos 13. JSgerbatüillons (jener Brigade) 
zweimal yoi-, und brachte später eine schon zu nick weichen de 
Infanterietruppe nochmals zum Stehen, Spät Abends noch zur 
Bedeckung, von indess auf einem andern Wege bereits zurück- 
gegangenen Batterien bestimmt, blieb Rittmeister Graf Molike, 
oiiiie Kunde über das Schicksal jener Batterien noch längere 
Zeit mit seiner Escadron stehen, und verlioss erst auf wieder- 
holten BefobI und von dem bereits erfolgten Zurückgehen jener 
Batterien benachrichtigt, einer der letzten das Schlachtfeld. 

Der Verlust , der sr» vielfach verwendeten und dem feind- 
lichen Feuer fast fortwährend esponirten Schwadron , war 
ziemlich bedeutend und betrug 5 Mann 11 Pferde an Todten, 
4 Mann 1 Pferd an Verwundeten, Dem Corporal Mato Bogdanic 
war es auf einer Patrouille gelungen, in unmittelbarer NShe dea 
Feindes einen Convoi von 76 Säcken Weizen aufzufangen, welche 
er beim IX. Corps-Commando übergab. 

Alle den verschiedenen Infanterie-Brigaden des K. Corps 
zugetheilten Abtheilungen der 3. und 4. Division des Regiments 
schlössen sich, als jene Brigaden aus dem Kampfe gezogen 
wurden, stets den in der Sohlachtlinie zurückgebliebenen Abthei- 
lungen des IFl. Armee-Corps (FML.Fsti EdmundSchwarzenberg) 
an, und Rittmeister Baron Witzleben mit der 6. EscBdron 
selbst auch dem Rückzug deckenden XI. Corps (FML. v. Veigl) 
und verlieas erst spät Nachts das Schlachtfeld vor Guidizollo, 
um nach Qoito zurückzugehen. — 

Oberetlieutenant von Berres, welcher Behufs der Recognos- 
zirung eines für Cavallerie geeigneten Terrains zum Angriffe der 
vorrUckendsn Chasseurs k cheval etwas vorgeritten war, — gerieth 
plötzlich in einen Haufen der feindlichen Reiter, seine Ordonanz 
war bereits vom Pferde gerissen als die Attaque einer Abthei- 
lung von Preussen Hussaren, und einige wohlgezielte Schüsse 
der Jäger die Aufmerksamkeit der Gegner ablenkten, und jenem 
Stabsoffizier Gelegenheit gaben , sieb durch einen kühnen 
Grabensprung zu retten , und seine Abtheilung wieder zu 
erreichen . 

Ausser dem bereits erwähnten Major Baron Appel führt die 
offizielle Verlustangabe vom Regimente noch dessen Commandan- 
ten Oberst Carl Baron Sturmfeder, und den Oberlieutenant Carl 
Noe Edler von Nordberg als verwundet an. 

Für Auszeichnungen in der Schlacht bei Solferino wurden 
nebst den betreffenden Ortes schon Genannten folgende Offiziere 
des Regiments mit Orden betheilt j und zwar mit dem Orden 
der Eisernen Krone III. C 1 a s s e : Rittmeister Bela von 
Schönberger; mit dem Militär - Verdienstkreuze: die 
Rittmeister Adam Graf Moltke und Johann Graf Zichy, die Ober- 
lioutenants : Thomas O'Mahoni, Julius Matzenauer, Carl Noe Edler 
von Nordberg wie endlich Adolf von Santa, — Die Allerhöchst 
belobende Anerkennung erhielten Rittmeister Friedrich 



885 

Binder und Oberlieutenant Josef Lommer. — 5 Mann wurden mit 
der grossen, 5 Mann mit der kleinen silbernen Medaille 
für bewiesene Bravour in dieser Schlaebt betheilt. 

Unter so ruhmlichen Auszeichnungen hatte der erste Feld* 
zug dieses Regiments goendet, welches im Venetianischen 
verblieb, wo es gegenwärtig die Stabsstation Padua hat. — 

In Folge der mit 1. März 1860 ins Leben getretenen neuen 
Organisation der k. k. Cavallerie hatte das Regiment seine 4 
Division aufgelöst. In diesem Jahre geruhte Se. Majestät der Regi- 
ments-Inhaber König Franz II. beider Sicilien dem Regiments- 
Commandanten wie sämmtlichen Stabs-Offiziers Allergnädigst den 
k. sicilianischen Orden von König Franz zu verleihen. Mittelst 
Armeebefehl Nr. 47 und Allerhöchsten Befehlschreiben vom 21. 
Mai 1860 geruhten Se. Majestät der Kaiser dem Majoren Johann 
Freiherrn von Appel des Regiments „für seine ganz ausgezeich- 
neten Leistungen in der Schlacht bei Solferino'' das Ritterkreuz 
des Maria Theresien-Ordens allergnädigst zu verleihen, 
welches 1861 auch Sr. Majestät der Regiments-Inhaber König 
Franz II. beider Sicilien für Allerhöchst dessen heldenmüthige 
Vertheidigung der Festung Gaeta erhielt. — Aus gleichem An- 
lass verehrte das Offiziers-Corps des Regiments diesem Monarehen 
als seinen Inhaber einenpraohtvollen Ehrensäbel. 

■aria Theresien-Ordens-Ritter. 

1860 Major Johaon Baron Appel (siehe Majore). 

Id61 Se. Majestät, der Regimeots-Inhaber, König Franz II. beider SiciUen. 

Inhaber. 

18S4 Se. Majestät, König Ferdinand H. beider Sicilien, f am 23. Mai 1859. 
18S9 Se. Majestät Kö nig Franz U. beider Sicilien, 1861 MTO-B. 

Zweiter Inhaber. 

1854 FML. August Baron Lederer, Oberlleutenant der ersten Arzieren-Leibgarde. 

Oberste. 

1854 Ferdinand Wussin, Regimts.-Commandant, 1859 GM. 

1859 Carl Baron Sturmfeder, RegimtB.-Oommandant, 1863 Premier-Wachtmeister der 
Arzieren-Leibgarde. 

Oberstlieutenants« 

1854 Ferdinand Wussin, Regimts.-Commandant, 1854, Oberst. 

1854 Rudolf Hye, Edler von Hyeburg, f zu Baden, am 26. Dezember 1856. 

1857 Eugen Baron Simbschen, 1859 pensionirt, naohträgUoh mit Oberst-Charaktor. 

1859 Carl Baron Stnrmfeder, 1859 Oberst. 

1859 Friedrich Berrea, Edler Ton Perez, 1863 Eegimta-Commandt 



Majors. 

18S4 Eugen Baron Simbanhen, ISST ObereÜieutenBUt. 

1S54 Oswald Baron Wendt, iSS7 quitcirt mit OberetlieutenanU-Char&ktar. 

1SS4 Carl Barnn Stumfedcr, ISS» Oberstüeutenant. 

1857 Josef Wagner, 18S8 pcnaionirl. 
1SE7 Friedrieb Berres, Edler von Perez, 18S» OberatUeutenant, 

1858 Jobann Baron Appel, 188ü MTO-R. 

1859 Maiimilian Graf Mao Csffry, 
1859 Ludwig Müller, 1860 traneferirt zu Ublanen Nr. 8. 

1859 Julius Baron Sobneck) von Trebsisburg, 1862 transferirt x<i UIiUn«n Nr. 4. 

GnlforairBiif de§ Regiments. 

Karmolsinrotbe Czapka, duakelgrüne Ublanka and Panta- 
lons, acbarlacLrothe Aufschläge, gelbe Knöpfe. 

Uhlanen-Regiment Nr. 13. Graf Tranl, Prinz beider Siciliea. 

Vermöge Allerhöchstem Befehlssehreiben vom 17. Jänner 

1860 wurde die Errichtung dieses Regiments als „Freiwilligen 
Uhlanen-Regiment" angeordnet. Dasselbe wnrde mit 1, März 
jenes Jahres aus den vierten Divisionen der Uhlanen-Regimenter : 
Graf Civalart Nr. 1, Fürst Schwarzenberg Nr. 2, E. H. Ferdinand 
Maximilian Nr 8 und Graf Clam-Gallas Nr. 10 zusammengesetzt 
und erhielt die Stabsstation Stockerau als Aufstellungsplatz. 

Der Ergänzungsbezirk für dasselbe ist ganz Ost- und West- 
Galizien und die Bukowina. Zweck und Verwendung dieser Truppe 
war ursprünglich jener der freiwilligen Hussaren- Regimenter 
und wurde daselbst bereits besprochen. 

Die Ausübung der Inhabersrechte war anfänglieb dem 
Armee-Ober-Commando übertragen; im Mai 1861 aber erhielt 
es die weiter unten angeführten Inhaber. In Folge Allerhöch- 
ster EntSchliessung vom 7. Juli 1862 erhielt das Regiment obige 
Benennung, und löste seine vierte Division auf. Ende 1 862 wurde 
der Stab nach Enns in Oberösterreich verlegt, 

Inhaber. 

1861 Se. k. k. Habeit LaAvig Graf Trani, Prinz beider Sicilien MTO-R. 

Zweiter Inhaber: 

1861 FUL. Hermann Graf Nngtitz-Bineok, MTO-R. und Cavallnrie- 

Oberste. 

1860 Lndwig Pulz, Reginits.-Commandant 

Oberstlieutenants: 

1860 Ludwig Pull, RegiiDtB.-Commandant, 1860 Oberst. 
1860 Wladimir Üraf Logothetty, 1862 pensionirt. 

1862 Maximilian Rittst y.Roiiakowski. 




887 
Majors. 



J860 Wimdimir Graf Log^tlieUy, 1860 Ob^nUieuteaant 
1860 ILudmilian Ritter t. RodiOcowski, 1862 ObenUieutenant, 
1860 Adqlf mttjßr von Widoeki. 
1860 Adol^ Czekeliüa Ton Ro^s^feld. ' 



•>. V 



riiftrMimg des Regiaeito. 



Tatarka (Conföderatka) grapproth mit Adlerfeder; Uhlanka 
und Ho^e, lichtblau; AufschlSge, Kragen und Passepoil grapproth 
Mantel dunkelbraun, höhe 'Stiefel; gelbe Knöpfe. ■• 



Vermöge in Folge Allerhöchster Entschliessung Sr. k. k. 
Majestät de dato 29. ^eptfmber 1862 erlassenen Circular- Verord- 
nung vom ,4. Oktober 1862 GK. Nr. 3366 des hohen Kriegs- 
ministeriu.ojis vruräe , bei sämmtlichen k. k.' CaVällerie-Regimeniern 
eine namhafte JS^eäuction angeordnet/ wornach die im 1<. Bande 
Seite 3ß^, £|ngege1benen Bestimmungen übet* Friedens« 'und Kriegs* 
stand der t. k. Oavallerie '^esentlichö Uinlinderun^en drlitten; m- 

Die Hauptpunkte dei^ Reducti'ön dind; Die Oavallerie 
formirt 2^ leichte und 1'2'schvfere Regimenter! Jide's le'iohte 
besteht im Frieden aus dem Stabe und 6 Esoadroilon) jedes 
ächw(^re aus dem Stabe und 5 Escadronrn. Jedes Regiknent 
bildet nur 2 Divisic^neny aus 3 oder 2 Escadronen. In der Kriegs- 
bereitschaft od^r beim Ausmarsche gegen dem Feind formirt aas 
leichte Kegi,ment 5 F^td- und 1 Depot«, das sohworo Regi* 
ment 4\.j^9ld- und eine Depot- Esoa'drot); tu welcher, nach Ermes- 
sen des ^ Regiments -Oomm^ndanten jede beliebige Ksoadron 
des R^gim^ts bestimmt werden katli). Di6 bei allbn Uioadk^ooon 
bestehenden ' zweiiidn Rittmeister haben kUnftitf ffU entfallen» dage* 
gen.^erdeif im Stande des Stabes eines leichten I(eglm4iiti 
drei ^weit j / Rittmeiste^^ in jenem ' elhei iHC'bwfren «irwet'iwelte 
äjttmeist^^feingetheili^' welche Aäth VAtneunen ien Reglmtnti'Oocn« 
mand^jiten mit b^Bondern Dienitl0{stun|'dn s^u' boiiAUfn^ oder «M«»' 
hilfsweise 'als '1^^ M§A, Hill 

dem, ^^smarsche eines Re^menlU m*itT%ld hi ledffiffiil ein iwal- 
ti^ lUtt^eistc^ b^i <i^r"De|>6lJ-Elclidi'oii ' zuf Dlfiistl^intiinf •InKU* 
theiien,^ wäf^rend mit einem; 'JUcbt^^^^ 9 ditsar llltim^l« 

Bter^ und mit^ einem schw^r^en eftalifkf' mit dem ^ib« mmm^r^uhirpfi» 
Je4f8.1oiclite OaTairen^^^ ftflfrt ^M, j$dH so b wer« 

«wei StandartenV' '^ .^ /^ . ' / ' *" ' ' *■'•'•., ■:. 

Der Stand eines sellw^f^n CaTaJterid^R«^ im#otl 
ist nach dem, in der citirten Verordntmg weiter foibalieneii Bf* 
s^jm^^gongen folgender: ^. 

f j.Jtt^ Siab;, im Frieden'*! OÄfeni, ' 1 0bar«lUrai«0«ot, i 
Muor, , % Ri^tmdater^ 1 Begimenii-CapUDy 1 Auditor, 1 AdJutAAi, 
1 ^gimmtsrAi;^ 'S Ohel-, d sdbatttM^e AeriBte/'»<Tlii«r#r«i, 1 



l 



RechDUßgsfuliier, 1 Wachtrueietei-, 1 Slabs-, 2 Diviaiona-Troinpütci', 

1 Profoss, 2 Standartführer, 1 Büchsenmacher, 14 Offiziei'sdiener, 
3 Offiziers-, 5 Mannschafts-Pferde, also in Summa 38 Mann 8 Pferde. 
— Im Kriege kommen 1 zweiter liittmeisler, 2 subalterne Aeiv.to, 

2 Offiziersdiener weniger; dagegen 1 Proviantoff'izier, 10 Falir- 
gemeine, 1 Mannschafts-Pferd, 20 Zugpferde mehr, somit in Sum- 
ma 44 Mann 29 Pferde. 

Der Stand einer Feld-Escadron eines schweren Ca- 
vallerie-Regiments ist im Frieden'- ] Rittmeister, 2 Ober-, 2 
Unterlieutenants, 2 Wachlmeisler, 4 Führer, 8 Corporale, 1 Esca- 
drons-Trompeter, 120 Gemeine, diese sämmtlich beritten (mit Aus- 
nahme des ersten Rittmeisicrs der kein Dienstpferd erhält) hijige- 
gen uoberitten I Kurschmidt, 1 Riemer, 12 Gemeine, 5 Öffizierf^- 
Dienei-, also in Summa 159 Mann, 139 Pferde, Im Kriege hin- 
gegen um lOberittenc und 1 unb eri ftenen Gemeinen mehr, 
milhin 170 Mann 149 Pferde. — Die Depot-Escadron hat um ( 
liiltmeister und 1 Offiziersdiener mehr als die Feld-Escadron im 
Kriegsstande, daher 172 Mann und 150 Pferde. — Der Stand eines 
schweren Regiments im Frieden betrügt daher im Ganzen 
S33 Mann, 703 Pferde; im Kriege hingegen 896 Mann 775 Pferde. 

Der Stand eines leichten Ca vallcrie - Regiments isl 
folgender: 

Der Stab im Frieden um einen zweiten Rittmeister, 1 
suballernen Arzt, einen Wachtmeister, einen Off'iziersdiener iiiclii- 
;ils jener eines schweren Regiments, einen Staudartführer über 
weniger dabei- in Summa 41 Mann, 8 Pferde. Im Kriege einen 
Kweiten Rittmeistei', 2 subalterne Aerzte, 1 Offizieradiener woni- 
gei', dagregen 1 Proviantoffizier, 12 Fahrgemeine, 2 Mannschafts 
Pferde und 24 Zugpferde mehr, daher in Summa 50 Mann 31 
Pferde. 

Der Stand einer- Feld-Escadron eines leichten Regi- 
ments ist im Frieden um 2 berittene Gemeine stärker als in 
jener bei einem schweren, mithin 161 Mann 141 Pferde. Im 
Kri ege um 8 berittene und 1 unberittenen Geraeinen stärker 
als im Frieden, mithin 170 Mann, 149 Mann. Die Depot-Ea- 
cadfon einea leichten Cavallerie- Regiments h.it um 1 zweiten 
Rittmeister und l Offiniers-Diener mehr als die Feld-Escadi'on 
im Kriegsstaude daher 172 Mann 150 Pferde. 

Der Stand eines leichten Cavallerie- Regimentes im Frie- 
den beträgt daher im Ganzen: 1007 'Mann und 854 Pferdf, 
im Kriege hingegen 1072 Mann, 929 Pferde. , ' _ . !- ' " 

~ ■■;.; n, .,■..-^ d'>4n r<i 

Das 8. Cürassier -Regiment Prinz Carl vori'^PiSÄttS^. 

wurde in Folge Allerhöchsten Befehl auf Grund der demselben: 
im Jfthre 1619 A. H. verliehenen Privilegien von dieser Reduc- 
tions-Massregeln ausgenommen, und in Folge Allerhöcbtiter Enl- 
bliessung vom 23. Oktober 1 862 NiichBtebcndes angeordnet : 



339 

1. Das genannte Regiment hat im Frieden aus dem 
Stabe und 6 Escadionen^ im Kriege aus dem Stabe; 5 Feld- 
Escadronen und 1 Depot-Escadron zu bestehen. 

2. Die Escadronen formircn 2 Divisionen im Frieden 
und Kriege. 

3. Der im Sinne dieser Allerhöchsten Entschliessung im 
Frieden und Kriege herabgesetzte Stand besteht: 

Im Frieden der Stab aus 1 Obersten, 1 OberstUeute- 
nant, 1 Major, 3 Rittmeister 2. Classe, 1 Regiments-Caplan, 

1 Auditor, 1 Adjutant, 1 Regiments- Arzt, 2 Ober-, 4 subalterne 
Aerzte, 1 Thierarzt, 1 Rechnungsführer, 1 Wachtmeister, 1 Stabs-, 

2 Divisions-Trompeter, 1 Proföss, 2 Standartführer, 1 Büchsen- 
macher, 15 OfFiziersdiener, 4 Offiziers-, 5 Mannschafts-Pferde, 
daher in Summa 41 Mann 9 Pferde. 

Die Escadron aus 1 Rittmeister, 2 Oberlieulcnant.^, 2 Wacht- 
meister, 4 Führer; 8 Corporale, 1 Esc adrons- Trompeter, 100 
berittene Gemeine, 1 Kurschmid, 1 Riemer, 5 Offiziers-Diener, 
in Summa 137 Mann, 119 Pferde. 

Im Kriege hat der Stab einen Rittmeister, 2 subalterne 
Aerzte und 1 Offiziersdiener weniger, dagegen 12 Fahrgenioine 
und 24 Zugpferde und Mannschaftspferde mehr, wornach er 
im Ganzen aus 50 Mann und 34 Pferden besteht, die Escadro 
nen welche ausmarschiren zählen im Ganzen 685 Mann, 595 Pferde. 
— Die zu errichtende Depot-Escadron 172 Mann 150 Pferde. 

4. Uebrigens sind die sonstigen nach Durchführung der 
neuen Organisation in dienstlicher und taktischer Beziehung für 
sämmtliche Cavalleric-Regimcnter der k. k. Armee geltenden Vor- 
schriften für dieses Regiment massgebend. 



BericlLtiguiige.]|« 



S«ite. 



53 Zeile 19 Yon oben, Piölstiker statt Bielstiker. 

75 Zeile 14 von oben, Wersbh^^ statt Werohez. 

7S:Zeifte U von oben. Miljbiz , Matt Militz. 

79 Be\m Regiments-Inhäber F^. Färst i^chwarzenberg MTO-GK. statt MTOR. 

99 Beim Inhaber Sr. k. 1^. Hoheit PM. Erzherzog Carl, MTO^GK. statt MTO-R. 
113 bei Oberst Baron Zesner f 8. Jani 1849, statt 13. 
115 Zeile '3 von unten, Ahsbähs, statt Ahsbhs. 
132: Zeile j 17 von oben, Befort, statt Refort. 
152.;9eile 12 von pben Provencheres statt 'lEtoveneheres. 
154 Zeile 7 von unten, jenem, statt jedcfm. 
156 Zeile 6 von oben ist um 6 zu streichen. 

174 bei Oberst Leopold Baron LudwigadOrf ist 1806 statt 1886 vorzusetzen. 
176 bei Major Leopold Lingg ist Linggenfeld statt Lingyenfeld zii setzen. 
178. Zeile 16 von oben, Ogyloi, statt Olgilö^^. 
203 Zeile 19 von oben, Hunyad statt Hunfnad. 
213 Zeile 13 von unten, Mrosziuk statt Mroszink. 
22i Zeile 13 von unten, Schweden statt Schwerden. 
258: Zeile 9 von. oben ist „Oraf* zu streichen. 
259 Zeile lO von unten, am 8. November statt 18. 
298 Zeile 16 von obenl am 31. statt ab 7. 

302 Zeile 15 von unten ist nach' deni Worte „bestand^ einzus